Sanguis B. Vampire erobern Köln - 3. Stadium: Therapie (Seite 358 bis Ende)

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  • Gegen Ende nimmt der "Actionanteil" erheblich zu. Oder bilde ich es mir nur ein?
    Auf jeden Fall eine sehr interessante Auflösung, und auch interessant, den Hausmeister wiederzusehen. Bei Senberg scheint die Heilerei nicht so gut zu funktionieren. Das Warum wrd aber nicht geklärt.


    Mönche aus Bhutan. Manche Zufälle sind doch witzig. Ich hab bei mir selber in Band 4 einen Vampir, der von dort stammt. Auf jeden Fall eine Erklärung nach meinem Geschmack: Schlüssig und spektakulär. Auch wenn die Himalaya-Szenen nur erzählt werden.


    Das Ende ist SEHR offen. Die Geschichte ruft eigentlich nach einer Fortsetzung, in der sich unsere "Helden" nach Buthan aufmachen. Jedenfalls wäre das etwas, das ich nun unbedingt lesen möchte und nur schwer mit der Nichtexistenz desselbigen anfreunden kann.
    Hast du derlei Pläne, Bernard?


    Irgendwie hätte ich gerne die Szene gelesen, in der Lola der Sonne ausgesetzt wird.
    Was mich minimal enttäuschte: Ich dachte bis zuletzt, daß Epi Lola töten würde. Ich HOFFTE es, nach ihren Worten. Aber anstatt eines Zweikampfes wie mit Doro hat Lola Epi und Ramona nur in den Kerker werfen lassen. Hmpf.


    Peter

  • Mittlerweile bin ich auch durch und muss das Ganze aber noch etwas sacken lassen, bevor ich zu den letzten Kapiteln und dem Ende etwas sagen kann. Gut gefallen hat mir das Buch auf jeden Fall, das kann ich schon einmal sagen :)

  • Hallo Peter!


    Danke für das Lob, auch in Deinem Leserundenfazit (in jenem Thread möchte ich nicht posten, da steht für mein Empfinden ein Schild daran mit einem durchgestrichenen Autor darauf und dem Schriftzug "wir müssen draußen bleiben" darunter). Es freut mich jedenfalls, dass Dir das Buch so gut gefällt.
    :freu: :freu: :freu:


    Die Bhutan-Sache ist wirklich ein großer Zufall! Aber es ist ja eines dieser Alltagsrätsel, warum häufig Leute vollkommen unabhängig voneinander nahezu gleichzeitig auf die gleichen Ideen kommen.



    Gegen Ende nimmt der "Actionanteil" erheblich zu. Oder bilde ich es mir nur ein?


    Ich erinnere mich noch, dass ich an einem Punkt beim Schreiben eine Liebe zu Maschinenpistolen entdeckte, die mir zuvor selbst unbekannt gewesen war. ;D



    Das Ende ist SEHR offen. Die Geschichte ruft eigentlich nach einer Fortsetzung, in der sich unsere "Helden" nach Buthan aufmachen. Jedenfalls wäre das etwas, das ich nun unbedingt lesen möchte und nur schwer mit der Nichtexistenz desselbigen anfreunden kann.
    Hast du derlei Pläne, Bernard?


    Wie in anderen Leseabschnitten erwähnt, hatte ich kein Exposé, ich habe die Geschichte also nicht geplant, sie hat sich von selbst erzählt.
    Eine der wenigen Entscheidungen, die ich aber ganz bewusst getroffen habe, war der Punkt, an dem sie enden sollte, an dem ich mich von der Stimme in meinem Kopf verabschieden wollte.
    Ich hatte damals ein Interview mit dem Regisseur David Lynch gelesen, der sich darüber beschwerte, dass die meisten Geschichten vielleicht gut erzählt seien, aber zu viel erklärten. Am Ende sei alles wohldefiniert, eingeparkt - und der Leser darum betrogen, die Geschichte "mitzunehmen" und selbst weitererzählen zu können. Sie stirbt sozusagen in den letzten Minuten des Films oder, übertragend, auf den letzten Seiten des Buches.
    Deswegen wollte ich ein Ende, das nichts abwürgt, sondern offen lässt für Spekulationen. Eine der größten Spekulationen scheint mir, ob der "Erste" überhaupt die Wahrheit sagt. Eine andere ist natürlich, wie es mit den Hauptfiguren und der Welt im Allgemeinen weitergeht.
    Dennoch fürchte ich (obwohl man niemals nie sagen soll), dass Du mit der Nichtexistenz einer Fortsetzung wirst leben müssen. Ich habe keine diesbezüglichen Pläne. "Sanguis B." halte ich für innovativ. Schriebe ich eine Fortsetzung, dann sollte es nicht eine Fortschreibung sein, sonder wiederum etwas Innovatives. Wieder eine Geschichte, von der ich der Meinung wäre, dass sie zu erzählen sich lohne ...

  • Eine Anmerkung, die ich mir an dieser Stelle unter keinen Umständen verkneifen kann:
    Wem dieses Buch gefallen hat, den möchte ich gerne zur Leserunde von "Dämonentränen" einladen, die ab 1. Mai hier startet. Ganz besonders freuen würde ich mich über Bernard selbst, da die Parallelen zwischen unseren Werken schier unerschöpflichen Diskussionsstoff bieten.


    Da ich mich hier nicht breitmachen will, bitte ich, auf dieses Posting nicht zu antworten, bzw. wenn doch dann nicht hier sondern drüben.


    Werbung Ende
    Peter


  • Die Bhutan-Sache ist wirklich ein großer Zufall! Aber es ist ja eines dieser Alltagsrätsel, warum häufig Leute vollkommen unabhängig voneinander nahezu gleichzeitig auf die gleichen Ideen kommen.


    Bei näherer Aufschlüsselung verliert die Sache oft ihre Spektakularität.
    Und darum tue ich genau das jetzt nicht, hehe. ;D


    Zitat


    Ich erinnere mich noch, dass ich an einem Punkt beim Schreiben eine Liebe zu Maschinenpistolen entdeckte, die mir zuvor selbst unbekannt gewesen war. ;D


    Aha, eine neue Facette. Gefällt mir irgendwie.
    In Band 4 wird bei mir auch viel mit MPs hantiert. Das sag ich nur zur Erhöhung des Mystery-Faktors, ansonsten dürften die Bücher absolut nichts gemeinsam haben.


    Zitat


    Wie in anderen Leseabschnitten erwähnt, hatte ich kein Exposé, ich habe die Geschichte also nicht geplant, sie hat sich von selbst erzählt.
    Eine der wenigen Entscheidungen, die ich aber ganz bewusst getroffen habe, war der Punkt, an dem sie enden sollte, an dem ich mich von der Stimme in meinem Kopf verabschieden wollte.


    Interessante ... hm, ist Herangehensweise hier der richtige Ausdruck?
    Es gibt ja Autoren, die planen ihre Geschichten von Anfang an akribisch durch, und es gibt solche, die wissen zu Beginn selbst noch nicht, worauf alles hinausläuft. Die letztere Variante erzählt meist flüssiger, ist aber auch anfällig dafür, in einer Sackgasse zu landen. Das ist dir ja gottlob nicht passiert.


    Zitat


    Ich hatte damals ein Interview mit dem Regisseur David Lynch gelesen, der sich darüber beschwerte, dass die meisten Geschichten vielleicht gut erzählt seien, aber zu viel erklärten. Am Ende sei alles wohldefiniert, eingeparkt - und der Leser darum betrogen, die Geschichte "mitzunehmen" und selbst weitererzählen zu können. Sie stirbt sozusagen in den letzten Minuten des Films oder, übertragend, auf den letzten Seiten des Buches.
    Deswegen wollte ich ein Ende, das nichts abwürgt, sondern offen lässt für Spekulationen.


    Ich mag den guten Lynch, er ist reichlich durchgeknallt und entsprechend kreativ in seinen Filmen. Allerdings ist er einer von genau denen, die regelmäßig mit der Story in einer Sackgasse landen. Besonders heftig geschehen mit Twin Peaks. :-\
    Ansonsten bin ich einer von denen, die gerne "zu viel" erklärt bekommen. Oder sagen wir besser: Lieber zuviel als zuwenig. ;D
    Noch genauer differenziert: Ich habe ein recht geübtes Auge dafür, ob der Autor selbst wußte, was er sich zusammenstoppelte oder letztlich vor seinem eigenen System kapitulierte. Wenn die Lösung auf die gröbsten Fragen im Kopf des Autors vorhanden war, schimmert ihr Abglanz auch dann durch, wenn sie nicht explizit genannt wird; und wenn man sich sehr lange und intensiv mit dem Text befaßt, kann man sie sich herleiten. Natürlich immer mit einem Ungewißheitsfaktor, ob es auch wirklich so war; was durchaus reizvoll ist.


    In dieser Hinsicht ist aber - und dieses Kompliment wird dir insofern vielleicht nicht gefallen - deine Geschichte ganz wunderbar eingeparkt und wohldefiniert. Ich habe jedenfalls keine offenen Fragen vor mir, die an mir nagen, ich würde lediglich gerne weiter in der Geschichte verweilen wollen und immer weiter und weiter lesen, wie sich die Dinge weiterentwickeln.


    Zitat


    Eine der größten Spekulationen scheint mir, ob der "Erste" überhaupt die Wahrheit sagt.


    Eben nicht. Mangels Alternative, wie es sein könnte, habe ich mich das keine Sekunde lang gefragt und tue das jetzt auch nicht. Warum sollte er sich das schließlich ausdenken? Und warum gerade sowas ausdenken? Und du hast auch keine Saat des Zweifels im Buch gesät, das ist alles hochgradig schlüssig und erklärt auch sehr schön, wieso der Vampirismus ausgerechnet in Köln ihren Anfang nahm und parallel in vereinzelten anderen deutschen Städten.
    Eigentlich ein dramaturgisches Klischee: Der Bösewicht erklärt dem todgeweihten Helden noch mal alles ganz genau. >:(
    Aber wie heißt es so schön: Alles ist erlaubt, solange der Autor damit durchkommt, und für mich kommst du damit ganz gut durch. ;D


    Zitat


    Eine andere ist natürlich, wie es mit den Hauptfiguren und der Welt im Allgemeinen weitergeht.


    Aus sowas entsteht dann oft die gefürchtete Fanfiction. :P


    Zitat


    Dennoch fürchte ich (obwohl man niemals nie sagen soll), dass Du mit der Nichtexistenz einer Fortsetzung wirst leben müssen. Ich habe keine diesbezüglichen Pläne. "Sanguis B." halte ich für innovativ. Schriebe ich eine Fortsetzung, dann sollte es nicht eine Fortschreibung sein, sonder wiederum etwas Innovatives. Wieder eine Geschichte, von der ich der Meinung wäre, dass sie zu erzählen sich lohne ...


    Da haben wir eventuell unterschiedliche Vorstellungen von innovativ und lohnen.
    Innovativ zu sein ist heutzutage ein Anspruch, an dem man nur scheitern kann. Und von dem ich auch nicht so recht weiß, warum man sich das überhaupt zum Ziel setzen muß, warum man sich diesen Druck antun muß, etwas Neuartiges zu erfinden, mit dem Damoklesschwert im Nacken, daß es irgendwer anders, den man nicht kennt, doch schon längst erfunden hat. Zumal die schon x-tausendmal erzählten Stories/Plotschemata immer noch ihre Berechtigung haben, wenn der Autor es schafft, sie gut oder gar besser zu erzählen und ihr neue Facetten abzugewinnen.
    Und lohnen ... ja, das ist so eine Sache. Da du dir die Stimme in deinem Kopf ja abgedreht hast, bist du an dem Punkt angekommen, wo du erzählt hast, was dir wichtig war; was aus dir rauswollte. Insofern wäre eine Fortsetzung eine in gewisser Weise kommerzielle Sache: Gebt dem Leser, was der Leser will. Eine Fortsetzung wäre lohnend, wenn das Ziel wäre, einem guten (erfolgreichen?) Buch ein zweites anzuhängen. Der Boden ist bereitet und exzellent gedüngt, um es mal so auszudrücken.
    Womit ich dich jetzt in keiner Weise zu irgendwas überreden will. Wenn da der innere Motor nicht einen antreibt, fehlt im Werk nachher das Feuer, und dann ist es wirklich besser, man läßt es sein.


    Peter

  • Auf den letzten Seiten habe ich mir keine Markierungen mehr ans Buch geheftet, die Story entwickelte sich so schnell und interessant, dass ich nicht gewusst hätte, was ich alles markieren sollte ;)


    Das Ende gefällt mir übrigens ausgesprochen gut und ich würde mich freuen, wenn du keine Fortsetzung schreibst!. ;D Das Ende ist perfekt, passt zum Buch und sollte von jedem Leser genau so in Erinnerung behalten werden. Bei einem solch offenen Ende wäre es vermutlich interessant die Leser nach einem Jahr zu fragen, wie das Buch ausgegangen ist. Ich glaube die Aussagen werden auseinander gehen, da jeder sich seine eigenen weiterführenden Gedanken macht und diese nach einiger Zeit vielleicht sogar glaubt gelesen zu haben. Hat vielleicht jemand solch ein Experiment schon einmal gemacht?


    Bernard, ich habe übrigens "drüben" auf literaturschock.de schon erfolgreich Werbung für dein Buch gemacht :-) Schau mal hier rein.


  • Bei einem solch offenen Ende wäre es vermutlich interessant die Leser nach einem Jahr zu fragen, wie das Buch ausgegangen ist. Ich glaube die Aussagen werden auseinander gehen, da jeder sich seine eigenen weiterführenden Gedanken macht und diese nach einiger Zeit vielleicht sogar glaubt gelesen zu haben. Hat vielleicht jemand solch ein Experiment schon einmal gemacht?


    Nicht, dass ich wüsste, aber falls doch, wäre ich am Ergebnis überaus interessiert. ;)
    Wie erwähnt, steht keine Fortsetzung zu "Sanguis B." an - auch aus dem von Peter ausgeführten Grund:


    Wenn da der innere Motor nicht einen antreibt, fehlt im Werk nachher das Feuer, und dann ist es wirklich besser, man läßt es sein.


    Vielen Dank - auch für die Werbung! Ich bin schon gespannt auf Dein Fazit.


  • Gegen Ende nimmt der "Actionanteil" erheblich zu. Oder bilde ich es mir nur ein?
    Auf jeden Fall eine sehr interessante Auflösung, und auch interessant, den Hausmeister wiederzusehen. Bei Senberg scheint die Heilerei nicht so gut zu funktionieren. Das Warum wrd aber nicht geklärt.


    So habe ich auch empfunden: der Actionteil nimmt zu. Obwohl ich persönlich kein großer Fan davon bin, solche Szenen zu lesen, hat es in diesen Roman doch gepasst. Die Auseinandersetzungen der Vampire untereinander nehmen schließlich auch zu, je mehr sie werden und je kritischer ihre Situation wird. Schließlich ist ja ihr Leben bedroht, weswegen sie auch einen Headcount und dergleichen einführen. Von daher fand ich es angemessen, den Gewaltanteil auch in den Szenen zu erhöhen.


    Die Sache mit Senberg war natürlich eine überraschende Wendung. Die Rolle ist ihm aber wie auf den Leib geschrieben. Weswegen der so scheußlich aussieht, ist mir aber auch nicht klar. ???


    Auch ich möchte dir ein Lob aussprechen, Bernard: Dein Roman hat mir gut gefallen! Auf die Lösung mit den Mönchen wäre ich nicht gekommen. Gerade die Frage, warum eigentlich die Seuche Vampirismus nicht schon vor Jahrhunderten die Menschheit ausgelöscht hat, hat mich bei der gesamten Lektüre am meisten beschäftigt und ich habe gegen Ende schon bange die Seiten gezählt, weil ich dachte "Viele sinds ja nicht mehr, hoffentlich wird dieses Rätsel überhaupt noch aufgelöst". Ich bin zufrieden mit dieser Variante, aber auch entsetzt. Weil ein einzelner mit seinem ewigen Leben nicht klarkommt, stirbt die Menschheit aus. Jahrhundertelang geht es gut und plötzlich ist die ganze Welt infiziert. Erschreckend!
    Mit den Mönchen hat der Roman auf jeden Fall eine Wendung genommen, die ich nicht erwartet hätte. Ich hätte wahrscheinlich am ehesten auf eine wissenschaftliche Erklärung getippt, auch wenn ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie die hätte aussehen sollen. ???


    LG
    Claudi


  • Die Sache mit Senberg war natürlich eine überraschende Wendung.


    Oh ja, für mich auch. Auch das war nicht geplant.



    Weswegen der so scheußlich aussieht, ist mir aber auch nicht klar.


    Ich nehme an, das liegt zumindest teilweise daran, dass er von Thomas und Doro völlig zerfetzt wurde. Im Unterschied dazu wurde Thomas nahezu "sanft angeknabbert" mit seiner Wunde am Hals. Vielleicht hat Senbergs Fall die Heilungskräfte bei der Umwandlung bis ans Limit gebracht?



    Auch ich möchte dir ein Lob aussprechen, Bernard: Dein Roman hat mir gut gefallen!


    :freu: :freu: :freu:



    Ich hätte wahrscheinlich am ehesten auf eine wissenschaftliche Erklärung getippt, auch wenn ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie die hätte aussehen sollen.


    Die Standardvariante in dieser Richtung wäre wohl gewesen: "Das Bakterium wurde in einem Waffenlabor gezüchtet und ist außer Kontrolle geraten."
    Für mich gibt es in der Geschichte so etwas wie einen Wettstreit zwischen der Wissenschaft, die immer größere Bereiche der vampirischen Natur enträtselt, und der Mystik, die manche Geheimnisse nicht preisgibt. Warum sind Vampire gegenüber Sonnenlicht empfindlich, aber nicht gegenüber Mondlicht, das ja auch nur reflektiertes Sonnenlicht ist? Warum haben sie Schwierigkeiten mit fließendem Wasser? Wie erklären sich die besonderen (psychischen) Fähigkeiten des Ersten?
    Die Erklärung zur Vorgeschichte, die am Ende angeboten wird, tendiert eher zur mystischen als zur wissenschaftlichen Seite, womit ich persönlich ganz gut zufrieden bin.


  • ... warum eigentlich die Seuche Vampirismus nicht schon vor Jahrhunderten ...


    Das war übrigens auch der Arbeitstitel, "Die Seuche". Ich habe dann aber festgestellt, dass es bereits einen Roman gab, der "Die Seuche" hieß, da bestand Verwechselungsgefahr.
    "Die V-Seuche", "Die Vampirseuche" - das hörte sich nicht gut an.
    Ein Testleser hat "Epidemie" vorgeschlagen, was wegen der Doppelbedeutung mit "Epi" einen gewissen Reiz gehabt hätte. Es hätte aber nicht recht gepasst, weil Epi gerade die ist, die gegen die Krankheit arbeitet.
    So wurde es dann "Sanguis B.", womit ich zufrieden bin, weil es einen kalten, wissenschaftlichen Klang hat.
    Der Vorschlag zum Untertitel kam dann vom Verlag, aus Marketinggründen, und auch der hat sich bewährt.


    Wie gefällt Euch denn rückblickend dieser Titel, "Sanguis B."?


  • Falls Ihr noch etwas lesen wollt von Thomas, Lola und dem Ersten (es wird dann aus dem Zusammenhang klar, welcher "Erste"), könnt Ihr Euch dieses Interview anschauen.


    Sehr kreativ, solches Bonusmaterial findet sich heutzutage leider noch selten bei unseren einheimischen Autoren. Dabei ist es so schön, wenn man sich mit dieser Welt auch nach dem Auslesen noch ein wenig beschäftigen kann.


    Peter

  • So, zunächst einmal zum Text (und später zum Titel):


    Senberg taucht wieder auf... und behauptet der 'Erste' zu sein! Eine überraschende und gelungene Wendung, Bernard! ;D
    Nur eine Kleinigkeit hat mich verwundert: Er wirkt ja nun recht 'normal' (wenn man davon überhaupt sprechen kann). Ich hatte ihn irgendwie als nach seiner Verwandlung völlig wahnsinnig in Erinnerung. Oder irre ich mich da?


    Bezüglich der Action-Lastigkeit des 3. Teils stimme ich zu. Diese Anteile nehmen allerdings zu - und das nicht immer so, dass es mir entgegenkommt. Nicht, dass es das sollte... ist nur meine subjektive Meinung!
    Insbesondere Ottmars und Thomas Flucht mit Senberg aus Düsseldorf hat mich irgendwie sehr an einige Szenen aus James-Bond-Filmen erinnert.
    Bernhard, ich mache dich dafür verantwortlich, dass ich mir Thomas nun mit den Gesichtszügen von Pierce Brosnan vorstelle! ;)


    Nach Ramona wechselt nun auch Camilla die Seiten? Nun gut... auch wenn mich ihre Motivation für diesen Seitenwechsel nicht wirklich überzeugt hat. ::)


    Und ein Kloster voller Vampir-Mönche? Da kam mir spontan die Frage: Wovon ernähren die sich? Gut, das hast du beantwortet, Bernard. Aber geraten die denn nicht auch in einen Blutrausch, sobald sie einen Menschen 'anzapfen'?


    Und warum gibt Epi schließlich ihren ehrgeizigen Plan auf, die ganze (verbliebene) Welt retten zu wollen, und ist damit zufrieden, mit ihrem Rudel allein auf der Welt zu verbleiben? Sind das vielleicht doch noch die 'Nachwehen' von Christophs Tod???


    Alles in allem hat mir dein Buch aber gut gefallen, Bernard!
    Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und manche Szene hat mich zu ernsthaften (gesellschaftskritischen) Überlegungen angestoßen, das hat mir gefallen! :)
    Ein wenig überdrüssig war ich zuletzt der bereits erwähnten Action-Szenen, insbesondere des Gebrauchs von Sprengkörpern und Schusswaffen aller Art. Aber das hat wohl hauptsächlich mit meiner persönlichen Abneigung gegen diese Dinge zu tun... :P
    Alles in Allem habe ich es aber sehr genossen, dein Buch lesen zu dürfen Bernhard!!! :klatschen: :klatschen: :klatschen:


    Zum Titel?! Nun, nach der Lektüre macht er absolut Sinn und ist passend.
    Dennoch würde ich sagen, dass ich mir dieses Buch (ohne Empfehlung) sicherlich nicht aufgrund des Titels gekauft hätte.
    'Sanguis B' wäre mir zu nichtssagend gewesen, der Untertitel 'Vampire erobern Köln' hätte ich als zu reißerisch empfunden, so dass mich dieser auch nicht zum Kaufen motiviert hätte. Okay, vielleicht als alteingesessener Kölner... aber sonst?!


  • Sehr kreativ, solches Bonusmaterial findet sich heutzutage leider noch selten bei unseren einheimischen Autoren. Dabei ist es so schön, wenn man sich mit dieser Welt auch nach dem Auslesen noch ein wenig beschäftigen kann.


    Dieses Bonusmaterial hat mir auch sehr gut gefallen! Ich habe das 'Interview' mit Freude gelesen!!! :) :) :)


  • Nur eine Kleinigkeit hat mich verwundert: Er wirkt ja nun recht 'normal' (wenn man davon überhaupt sprechen kann). Ich hatte ihn irgendwie als nach seiner Verwandlung völlig wahnsinnig in Erinnerung. Oder irre ich mich da?


    Na ja, der bisherige Verlauf jenes Abends hatte ihn vielleicht ein wenig aus der Fassung gebracht ...



    Bernhard, ich mache dich dafür verantwortlich, dass ich mir Thomas nun mit den Gesichtszügen von Pierce Brosnan vorstelle! ;)


    Schlagzeile: "Pierce Brosnan übernimmt Rolle in Bernard Craws Geschichte!"
    Klingt doch gut! ;D



    Und ein Kloster voller Vampir-Mönche? Da kam mir spontan die Frage: Wovon ernähren die sich? Gut, das hast du beantwortet, Bernard. Aber geraten die denn nicht auch in einen Blutrausch, sobald sie einen Menschen 'anzapfen'?


    Wenn man dem Erzähler glauben darf, anscheinend nicht (S. 406):
    ... Das Einzige, was er mir sofort beibrachte, war, wie man mit wenig Blut auskam, wie man von den menschlichen Mönchen trinken konnte, ohne sie dabei zu töten.«
    »Das ist möglich?«, fragte Thomas erstaunt.
    »Natürlich.« Der Rothaarige grinste schadenfroh. »Am Anfang brauchte ich etwas Hilfe von den anderen Mönchen, aber im Grunde ist es ganz einfach, die Beherrschung zu behalten und das Blut auf eine Weise in sich aufzunehmen, die eine Infektion der Wunde ausschließt.«



    Alles in Allem habe ich es aber sehr genossen, dein Buch lesen zu dürfen Bernhard!!!


    :freu: :freu: :freu:


  • Wie gefällt Euch denn rückblickend dieser Titel, "Sanguis B."?


    Schwer zu sagen.
    In meinen Ohren klingt er nicht technisch, wie es offenbar beabsichtigt war, eher lateinisch-mystisch. Wobei ich anfangs dachte, es sei eine Anspielung auf die Blutgruppe. Um zwei Ecken rum ist es das wohl auch.
    Namen und Titel sind so eine Sache. Sie prägen einen, sind Teil des Gesamteindrucks. Und es ist später kaum möglich zu sagen, ob sie passen; ob sie gut sind oder schlecht.
    Für einen marketingtauglichen Untertitel hat ja der Verlag gesorgt, und jeder andere Titel muß sich im Zusammenklang mit diesem Untertitel messen lassen.
    Ich hatte an anderer Stelle im Internet mal gesagt, daß ein Titel entweder neugierig machen muß oder völlig nichtssagend sein soll, sonst schreckt man Leser ab. Sanguis B. fällt in die nichtssagende Kategorie, da die wenigsten potentiellen Leser Latein können.
    Ein plakativer Titel wäre "Blutrausch" gewesen. Zusammen mit dem Untertitel wäre er aber dann zu dick aufgetragen.


    Peter


  • In meinen Ohren klingt er nicht technisch, wie es offenbar beabsichtigt war, eher lateinisch-mystisch.


    "Technisch" war falsch ausgedrückt. Ich meinte "medizin-fachsprechlerisch in den Ohren eines Nichtmediziners". So etwas wie "alveoläre Echinokokkose", von dem ich nicht weiß, was das sein könnte, es aber intuitiv für die Fachbezeichnung einer Krankheit oder eine medizinische Diagnose halte.
    Was mir daran als Titel gut gefällt, ist, dass ich ihn nicht mit "Romantik" in Beziehung bringe. Würde ein potenzieller Leser das tun, wäre er vom Inhalt meines Buches enttäuscht.
    "Blutrausch" würde ich im Nachhinein auch für passend halten, dann allerdings tatsächlich mit einem anderen Untertitel. Wobei es den Titel leider auch schon gibt. ::)

  • Mit dem Titel Sanguis B. bin ich eigentlich ganz zufrieden. Allerdings hätte ich das Buch auch nicht ohne den Untertitel auf den Markt geworfen, weil nur durch Sanguis nicht jeder gleich weiß, worum es geht. Außerdem hat für mich eben gerade auch Köln als Handlungsort den Reiz ausgemacht. (Ich habe übrigens gestern in einem Spiele- und Fantasyshop entdeckt, dass das Buch dort wohlpositioniert im Regal steht - auf männlicher Augenhöhe).
    Generell finde ich es aber gut, dass ein Titel sich erst im Laufe der Handlung erklärt, so wie hier. Und der googlefreudige Leser, oder auch der lateinkundige, weiß ja, dass es irgendetwas mit Blut zu tun hat.


    LG
    Claudi