Leserundenfazit und Rezensionen

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    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Ich hab auch gleich mal meine Rezension gepinselt, bin aber natürlich noch mit dabei!


    Packendes Verwirrspiel


    Jan Römer ist Journalist. Kurz vor der Sommerpause erhält er von seinem Chefredakteur den Auftrag, einen 27 Jahre alten Fall neu aufzurollen und zu beleuchten. Was sein Vorgesetzter nicht weiß: Jan war damals selbst unmittelbar mit dabei, es waren er und seine Clique, die im Sommer 1986 ein Wochenende im Bergischen Land verbrachten, welches für zwei von ihnen tödlich endete.
    Jan selbst hat die Erlebnisse von damals lange verdrängt, dennoch nimmt er den Auftrag an. Er fühlt sich verpflichtet, die Wahrheit über den nie aufgeklärten Doppelmord ans Licht zu bringen. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Kollegin und Freundin Stefanie, genannt Mütze, macht er sich daran, die Vergangenheit aufzurollen.


    Es handelt sich hier um den ersten Kriminalroman des Journalisten Linus Geschke, was man aber wirklich nicht merkt. Sehr routiniert baut er die Spannung auf, spielt gekonnt mit verschiedenen Fährten und blendet immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Gerade diese Rückblenden haben mir sehr gut gefallen, das Feeling der 80er Jahre kommt hier hervorragend rüber, ich fühlte mich wunderbar in diese Zeit versetzt, auch wenn ich selbst damals noch zu jung war, um sie aktiv mitzuerleben. Aber auch ich weiß noch, dass Twix einmal Reider hieß und die Musik dieser Jahre ist natürlich sowieso bis heute unvergessen.


    In der Gegenwartshandlung hangelt sich Jan Römer von einem seiner ehemaligen Freunde zum nächsten und von Treffen zu Treffen schwankte mein Verdacht darüber, was damals wohl vorgefallen sein könnte und wer dafür verantwortlich war. Ein großes Lob an den Autor, dass ich bis zum Ende nicht sicher sein konnte!


    Die Handlung konnte mich also absolut überzeugen, die Figuren mit kleinen Abstrichen ebenso. Jan Römer ist ein glaubwürdiger und realistischer Protagonist. In vielen kleinen Szenen handelt er meiner Meinung nach sehr authentisch und gefiel mir damit besser als manch überzogen perfekt dargestellter Held. Die damalige Clique lernt man nach und nach kennen, so dass ihre Handlungen damals und ihre jeweilige Entwicklung mich ebenfalls überzeugen. Einzig Jans Freundin und Helferin Mütze blieb für mich etwas blass und konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen.


    Insgesamt für mich aber ein spannender und super geschriebener deutscher Krimi, dessen Fortsetzung auf jeden Fall auf meinem Wunschzettel landen wird!

  • Vielen lieben Dank für dein ebenso nettes wie auch konstruktives Feedback: Und wenn du liest, was ich bei "Fragen an den Autor" geschrieben habe, wirst du feststellen, dass das nicht nur so dahergesagt ist, was Anregungen angeht...gerade in Bezug auf Mütze :)

  • Auch meine Rezension ist fertig, und ich möchte mich schon mal jetzt ganz herzlich bedanken bei Euch allen und ganz besonders bei Dir, Linus, für Deine Begleitung! Es hat großen Spaß gemacht, gemeinsam zu lesen und zu rätseln! :winken:


    Zum Buch:

    August 1986: Der 16-jährige Jan freut sich auf ein gemeinsames Wochenende mit seinen Freunden im Bergischen Land. Zusammen grillen, im See schwimmen, Spaß haben. Doch dann kommt es ganz anders. Am Ende sind zwei Freunde aus der Clique tot.


    27 Jahre später ist Jan Journalist und hat die Vergangenheit weitestgehend verdrängt. Doch dann bekommt er einen neuen Auftrag. Er soll ausgerechnet über den damaligen Doppelmord berichten, der immer noch unaufgeklärt ist.


    Mein Leseeindruck:


    Dieses Buch hat mir einige sehr schöne, spannende Lesestunden geschenkt. Von Anfang an konnte mich der Autor mit seiner Geschichte fesseln. Die Handlung ist durchweg spannend und mitreißend, was nicht zuletzt an den immer wiederkehrenden Rückblenden ins Jahr 1986 liegt.


    Für mich war lange nicht klar, wer letztendlich der Täter ist. Ich hatte irgendwann fast alle in Verdacht. Ich mag es sehr, wenn ich bei Kriminalromanen ein bisschen miträtseln kann. Das war hier absolut der Fall, und die Auflösung konnte mich dann auch überzeugen. Es blieben keine offenen Fragen zurück.


    Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gefallen. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, ist immer spannend und die Geschichte nicht vorhersehbar.


    Mich hat "Die Lichtung" überzeugen können, und nun freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung!

  • Danke auch dir für
    a) deine tolle Rezension und deren Verbreitung
    b) deine Anregungen und ausführlichen Statements zu den einzelnen Abschnitten
    c) deiner Moderation der wirklich netten Runde hier :)
    Mir hat das wirklich viel gebracht - und ich bin jetzt schon gespannt, wie der zweite Band bei euch ankommt!


    Liebe Grüße,
    Linus

  • Hier nun auch meine Rezension ... aber ich lese natürlich auch gerne noch weiter mit und kommentiere in der Runde. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit euch zu lesen und ich freue mich, dass du, Linus, dich so aktiv beteiligt hast. Immer gerne wieder 8)

    Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen ... Heinrich Heine

  • What a blast from the past!
    Die spannende Kriminalgeschichte ist auf zwei Ebenen aufgebaut. Wir lernen Jan Römer in der Gegenwart kennen. Er ist Journalist und wird mit einer Aufgabe beauftragt, die ihn weit zurück katapultiert ... in eine Vergangenheit, die er eigentlich lieber vergessen hätte. Wird er es schaffen, den wirklichen Täter zu entlarven?
    Er schafft es und wir dürfen ihn dabei begleiten. Dürfen teilhaben an seinen Reisen in die Vergangenheit, die uns auch an die eigene erinnern. Jedoch birgt meine Vergangenheit kein solches Geheimnis - Gott sei Dank!
    Der Autor schafft es, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Immer wieder wird man als Leser auf eine neue Spur geleitet und denkt, man weiß wer der Täter ist ... weit gefehlt. Man lernt Jan auch als Mensch kennen und schätzen, lernt sein Umfeld kennen und kann sich deshalb auch schon jetzt auf die versprochene Fortsetzung im neuen Jahr freuen.
    Lieber Linus, liebe Mitleser ... es war mir ein großes Vergnügen mit euch die Leserunde zu bestreiten. An dieser Stelle auch meinen herzlichen Dank an den Verlag für mein Geschenk :)

    Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen ... Heinrich Heine

    Einmal editiert, zuletzt von engineerwife ()


  • Tolle Rezension, Engi - da hast du wirklich alles, was wichtig ist, perfekt zusammen gefasst :)
    Es freut mich riesig, dass dir der Krimi spannende Stunden bereitet hat und ich bin jetzt schon gespannt, wie dir der zweite Teil gefallen wird, wenn wir uns im Oktober 2015 (hoffentlich!) alle wieder hier treffen!


    Danke dir,
    Linus

  • So, hier nun auch meine Rezension! Herzlichen Dank an das Leserunden-Team für die Ermöglichung der Teilnahme und an Linus für die informative und unterhaltsame Begleitung der Runde - es hat einen Riesenspass gemacht!



    Schön ist die Jugendzeit - sie kommt nicht mehr


    so heißt es in einem alten Lied und Jan, ein Kölner Journalist, ist eigentlich ganz froh darüber, gab es doch in seinen Jugendjahren ein Ereignis - den Tod zweier Altersgenossen - das er am liebsten für immer vergessen möchte. Der Verdrängungsmechanismus funktioniert erfolgreich: aber nur, bis sein Chef auf die Idee kommt, Jan zu genau diesem, inzwischen 27 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren zu lassen. Er ist nämlich nie aufgeklärt worden.


    Wie damals ist gerade Hochsommer und Jan sollte eigentlich in Kürze seiner Familie an die Nordsee folgen. Doch zusammen mit Freundin Mütze - Recherchegenie und echter Kumpel in Zeiten der Not - legt er los. Sie waren damals eine ganze Clique, die in der Südstadt ihr (Un)Wesen trieb, eine Clique auf einem Ausflug ins Bergische Land, von dem zwei nicht lebend zurückkehrten. Die Folge - zerbrochene Freundschaften und Jugendlieben in Hülle und Fülle, denn nach diesem Wochenende konnte nichts mehr so sein wie zuvor. Daher ist der Aufwand, die alten Freunde wieder aufzutreiben, kein geringer.


    Schnell wird klar - nicht zu jedem war die Zeit gnädig, nein, wirklich nicht. Jan hat bei weitem nicht nur angenehme Erlebnisse beim Wiedertreffen der alten Freunde und zudem kehrt die Gewalt schnell wieder zurück...


    Ein spannendes Buch, das atmosphärisch in Köln und sein Umland eingebettet ist - man möchte wirklich Köln-Touristen raten, dieses Buch als Lektüre mitzunehmen und den Wegen in der Südstadt, in Ehrenfeld und in Sülz zu folgen - man würde so einiges "echt Kölsche" mitnehmen können.


    Leider sind die Charaktere nicht ganz so eindringlich geschildert wie die Stadt und bleiben zu einem großen Teil recht blass, was bei der spannenden inhaltlichen Ausrichtung und den durchaus eindrucksvollen Rückblenden ins Jahr 1986 doch recht schade ist. Auch einige besonders verheißungsvolle Erzählstränge verlaufen leider ins Nichts und so war das Buch trotz eines veritablen Showdowns für mich nicht ganz so spannend wie erhofft.


    Aber in Jan und seinem Umfeld steckt viel Potential und so freue ich mich schon von ganzem Herzen auf den in Aussicht gestellten 2. Band, der hoffentlich recht bald folgen wird!

  • Danke, TochterAlice, für deine ausführliche Rezension und die darin enthaltenen Anregungen; für Lob und Kritik - so sachlich und fundiert kann ich als Autor damit etwas anfangen! Und dass mir die Leserunde ebenfalls Spaß gemacht hat, brauche ich ja nicht erneut zu betonen - oder? ;)


    Ebenso ein dickes DANKE für deine rege Teilnahme: Ich hoffe, wir lesen uns im nächsten Oktober wieder :)

  • Spannung pur !


    Jan Römer, seines Zeichens Zeitungsredakteur für die Bereiche Reise und Sport beim Magazin „Die Reporter“, findet eines morgens auf seinem Schreibtisch Unterlagen zu einem Fall vor, über den er im nächsten Magazin einen Bericht schreiben soll. Eigentlich gehört das Thema ins Ressort „Zeitgeschichte“ aber da der Kollege der dafür zuständig ist einen Unfall hatte, wird sein Fachbereich auf die übrigen Kollegen verteilt.


    Nachdem Jan die Aufschrift auf der Mappe gelesen hat, erleidet er einen Schwächeanfall.


    Auf der Mappe mit den Unterlagen steht geschrieben:
    Ungeklärter Kriminalfall, Bergisches Land, 1986.


    Niemand in der Redaktion weiß, dass Jan damals ein Teil dieser Clique war für die an einem heißen Tag im Sommer 1986 die unbeschwerte Jugend von jetzt auf gleich zu Ende war und 2 der Jugendlichen tot sind.


    Fazit:


    Mit „Die Lichtung“ hat der Autor Linus Geschke seinen Debüt-Krimi geschrieben. Nach Auskunft auf seiner Homepage, die ich kürzlich besuche habe, hatte er vorher lediglich 2 Sachbücher geschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt an dem ich das las, dachte ich, dass der Autor ein alter Hase in diesem Genre sei. Nachdem ich das Buch beendet habe kann ich nur sagen „Chapeau“ – ein super gelungener Auftakt.


    Der Leser erfährt die ganze Wahrheit über das August-Wochenende in 2 Handlungssträngen. Im Gegenwart-Strang erzählt Jan wie es ihm jetzt und heute mit der Sache geht, wie er es angeht das Verbrechen zu durchleuchten und die Kontaktaufnahme zu den Freunden die heute noch leben. Der zweite Strang führt den Leser in den August 1986 zurück. Beide Stränge sind in der Ich-Form geschrieben und laufen zum Ende des Buches logisch ineinander.


    Am Anfang werden alle damaligen Freunde lediglich namentlich aufgeführt, nach und nach lernt der Leser jedoch alle Beteiligten ausführlich kennen. In jedem Kapitel gibt es Hinweise darauf, wer der Mörder gewesen sein könnte, wie sich alles zugetragen haben könnte – und im nächsten Kapitel wirf man seine Theorien wieder über den Haufen. Zumindest mir ist es so ergangen, dass ich bis zum Schluss völlig im Dunkeln tappte wer der Mörder war und die Auflösung hat mich tatsächlich überrascht. Die Spannung wird wirklich bis zum letzten Moment gehalten und das Buch hat „Lesenacht“-Character.


    Mir hat es Spass gemacht nach Köln ins Jahr 1986 zu reisen. Der ein oder andere erwähnte NDW-Song (Neue Deutsche Welle für jüngere Generationen ;) ) blieb mir wieder eine ganze Zeit lang im Gedächtnis. Der Haupt-Protagonist Jan ist für mich glaubhaft geschildert, seine langjährige (platonische) Freundin „Mütze“, die ihm bei der Recherche hilft, ist nicht ganz so präsent aber sie war ja auch nicht die Hauptperson. In Mützes Character steckt ganz sicher noch Potential drin und im Herbst 2015 erscheint der 2. Krimi mit Jan Römer – hoffentlich treffen wir Mütze dort wieder.


    So macht Krimi Spass !!


    Leserunde:
    Ganz herzlichen Dank an Dich, lieber Linus, für die Begleitung dieser Leserunde, für Deine Anmerkungen und Gedanken zum Buch und für den netten Austausch bezüglich unserer Spekulationen. Mir hat diese Runde überaus Spass gemacht und ich hoffe wir lesen uns nächsten Herbst wieder zum 2. Krimi von Dir.


    Dankeschön auch an den Ullstein-Verlag für das Rezensions-Exemplar !


    Danke auch an meine Mit-SpekulantInnen. :winken:


    Rezension:


    Meine Rezension erscheint in den nächsten Tagen (sofern dort gelistet) auf


    meinem Buch-Blog: Bücher sind fliegende Teppiche...
    Amazon
    Vorablesen
    Was liest Du?
    Lovelybooks
    Thalia
    Weltbild
    Literaturschock, großes Bücherforum
    Literaturschock
    meiner Facebook- und Google+-Seite
    auf der Facebook-Seite von Linus Geschke
    auf der Facebook-Seite des Ullstein-Verlags


  • Danke, TochterAlice, für deine ausführliche Rezension und die darin enthaltenen Anregungen; für Lob und Kritik - so sachlich und fundiert kann ich als Autor damit etwas anfangen! Und dass mir die Leserunde ebenfalls Spaß gemacht hat, brauche ich ja nicht erneut zu betonen - oder? ;)


    Ebenso ein dickes DANKE für deine rege Teilnahme: Ich hoffe, wir lesen uns im nächsten Oktober wieder :)


    Lieber Linus, ich danke Dir für Deine netten Worte und für Dein Verständnis für das ein oder andere kritischere Wort. Ja, ich würde gern im nächsten Oktober wieder mitlesen, ich bin sehr gespannt darauf, wie es mit Jan weitergeht!


    Aber erstmal wünsche ich Dir eine gute und entspannte Reise!


  • Lieber Linus, ich danke Dir für Deine netten Worte und für Dein Verständnis für das ein oder andere kritischere Wort. Ja, ich würde gern im nächsten Oktober wieder mitlesen, ich bin sehr gespannt darauf, wie es mit Jan weitergeht!


    Aber erstmal wünsche ich Dir eine gute und entspannte Reise!


    Liebe Alice!
    Das ist doch völlig selbstverständlich - bei so einer Leserunde geht es ja um Meinungen und wenn ich mit dem ein oder anderen kritischen Wort nicht umgehen könnte, hätte ich es in meinem "Stammberuf" auch nicht so lange ausgehalten ;)


    Ich vergleiche Bücher und Berichte immer gerne mit Musik; mit einer kompletten CD. Jede Person, jeder Handlungsstrang, Spannungsbögen und Schreibstil - alles wie einzelne Lieder. Da kann nicht immer jedes "Lied" jeden Zuhörer vollständig begeistern (auch wenn man das als Autor natürlich gerne hätte!). Da packt einen das eine halt auch mal mehr als das andere. Viel wichtiger ist: Hat dir das Buch als komplettes Paket gefallen? Und da es das hat, bin ich zufrieden :)


    Und: Du hattest ja in den Abschnitten vorher bereits geschildert, was dir beispielsweise an Mütze nicht so gefällt. So eine Form der Kritik ist ja konstruktiv und es würde mich wundern, wenn es Autoren/Autorinnen geben würde, die damit nicht umgehen können!
    Andernfalls hätte ich dir allerdings auch Oktay auf dem Hals gehetzt! ;D


    @all: Morgen mittag geht es für mich leider schon zum Airport, weshalb ich die nächste Woche nicht online sein kann. Deshalb jetzt schon und ganz pauschal: Danke für jede Rezension und für den tollen Austausch hier! Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf die Leserunde, Teil 2 :)

  • Zum Inhalt:


    Im Sommer des Jahres 1986 wollen eine Gruppe Jugendlicher ein ausgelassenes Wochenende in einer Hütte im Bergischen Land verbringen, was als entspannter Ausflug voller Essen, Alkohohl und Liebe begann endet in einem Alptraum, an dem die Jugendlichen noch 27 Jahre später zu kauen haben: Zwei Jugendliche wurden getötet, für die pupertierenden Kinder von damals ist der Fall eindeutig, doch ist die offensichtliche Wahrheit immer die richtige Wahrheit? Denn 27 Jahre später wird Jan Römer mit der Aufklärung des Falls beauftragt und muss in eine dunkle Vergangenheit abtauchen, die auch in schmerzlich betrifft.


    Zum Buch:


    Die Geschichte wird aus der Sicht Jans erzählt, der in der Gegenwart als Journalist arbeitet, in Rückblenden erfahren wir, was sich damals zugetragen hat. Mir haben diese Einschübe sehr gut gefallen, so werden die Geschehnisse nicht nur aus Zusammenfassungen der Beteiligten ersichtlich, sondern der Leser bekommt einen umfassenden Blick auf die vergangen Ereignisse und kann sich so ein besseres Bild machen.


    Die Figuren waren auch soweit alle gut getroffen, nur Mütze wirkte alles in allem ein wenig blass, trotz dass sie im Roman eine wichtige Rolle zugeteilt bekam.
    Auch Jan, der Erzähler, ist gut getroffen und auch seine privaten Probleme lassen ihn authentisch wirken.


    Mir ging es sicher wie dem einen oder anderen, ich konnte mich bis zum Schluss auf den Täter festlegen, da die Fährten so geschickt gelegt wurden, dass es am Ende jeder
    gewesen sein könnte, zwar konnte man sich an der einen oder anderen Stelle auf einen Verdächtigen festlegen, wurde aber mehrere Seiten später wieder verworfen.


    Auch das Ende, also der große Showdown im Wald, war logisch und wirkte nicht übertrieben bzw. an den Haaren herbeigezogen.


    Die Spannung ging zu keiner Zeit flöten, ich hatte dadurch keine Probleme bis zum Ende durchzuhalten.


    Zur Leserunde:


    Es hat mir wieder viel Freude bereitet, mit euch über den möglichen Täter zu spekulieren und ich war erleichtert zu lesen, dass ich nicht der Einzige war, der am Ende mit der Vermutung über den möglichen Mörder und Vergewaltiger daneben lag.


    Ein großes Dankeschön gilt natürlich auch Linus Geschke, dass er uns während der Leserunde begleitet hat.

    Meine Rezension wurde gestreut bei:


    - Lovelybooks
    - Amazon
    - Literaturschock & Großes Bücherforum
    - Büchereule

  • Oh ja, ich dachte ich hätte die Rezension schön geschrieben, aber ich kann sie hier nicht finden. Dann werde ich das mal nachholen.


    Köln 1986 und heute: Jan Römer ist Zeitungsreporter und soll eine Reportage über eine Mordfall im Bergischen Land aus dem Jahr 1986 schreiben. Bei einem Partywochenende im Bergischen Land starben damals 2 junge Menschen, der Fall ist bis heute unaufgeklärt. Was der Chefredakteur nicht weiss ist, Jan war damals dabei, ein Mitglied der Clique und für ihn war das Ereignis das Ende seiner Jungend und seiner alten Freundschaften. Jan fängt an, die alten Ereignisse aufzurollen und gerät dabei in grosse Gefahr.


    Die Geschichte wird uns aus 2 Perspektiven erzählt, einmal die Ereignisse 1986 und dann in der heutigen Zeit die Nachforschungen zu den Ereignissen durch Jan Römer. Besonders die Ausflüge in die Vergangenheit haben mir sehr gut gefallen, weil viel von der Stimmung der damaligen Zeit aufgenommen wird und an den Leser vermittelt wird. Dazu kommt noch eine gehörig Portion Lokalkolorit, was besonders für Freunde der Stadt Köln ein besonderes Schmankerl ist.


    Schritt für Schritt erfahren wir so, was 1986 aus der Sicht von Jan Römer passiert ist und gehen parallel dazu in der Gegenwart auf Recherche, suchen die alten Freunde auf, erfahren was aus ihnen geworden ist und kommen so dem auf die Spur, was damals wirklich passiert ist.
    Die Charaktere werden dabei sehr gut beschrieben. Dabei lernen wir nicht nur Jan Römer sondern auch die Mitglieder seiner ehemaligen Clique sehr gut kennen.


    Spannend ist das Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Die Handlung nimmt immer wieder überraschende Wendungen und führt die Handlung zu einem überraschenden, aber nachvollziehbaren Ende. Ich habe das Buch verschlungen und kann es nur jedem empfehlen, der einen gut zu lesenden, spannenden Krimi mit Bezug zu Köln und den 1980 Jahren mag.


    Vielen Dank, dass ich hier dabei sein durfte, die Runde hat mir viel Spass gemacht. Ich werden die Rezension noch streuen, u.a. bei Amazon, vorablesen, lovelybooks, Bücher.de, Thalia .....!

    Einmal editiert, zuletzt von Taubenschlag ()

  • :winken: Vielen Dank, dass ich hier mitlesen durfte und Jan Römer und Mütze bei ihren interessanten Ermittlungen und Ausflügen in die Vergangenheit begleiten durfte. Hier kommt meine Rezension:

    Jan Römer ist Journalist und erhält von seinem Chef den Auftrag in einer Mordsache zu recherchieren, die viele Jahre zurückliegt. Im Jahr 1986 kamen zwei junge Menschen im Bergischen Land während eines Wochenendes in einer Blockhütte ums Leben, ein Junge und ein Mädchen. Das Mädchen wurde sogar vergewaltigt. Der Täter wurde nie gefasst. Jan ist hin- und hergerissen. Einerseits reizt ihn diese neue Aufgabe, andererseits aber möchte er in Kürze seiner Frau und seinem Sohn in den Urlaub folgen und dann gibt es da auch noch die Tatsache, dass Jan den damaligen Sachverhalt nur zu gut kennt. Er selbst war Teil der Clique, die damals im Bergischen Land war. Er kennt bzw. kannte alle, die dieses Wochenende überlebt haben und auch die damaligen Opfer.

    Dennoch siegen in Jan wohl die berufsbedingte Neugier und sein Ehrgeiz, das was damals geschah nun endlich endgültig aufzuklären. Bei seinen Nachforschungen unterstützt ihn eine ehemalige Kollegin und Freundin, genannt Mütze. Schon nach den ersten Kontakten zu den alten Freunden, stellen sich gegenüber Jan und seiner Familie erste Bedrohungen ein und so ist schnell klar, dass sich hier jemand in die Enge getrieben fühlt. Jan aber gibt nicht auf und ermittelt weiter.

    Der Autor Linus Geschke entführt seine Leser in „Die Lichtung“ zurück in die 80er Jahre und lässt Erinnerungen an die Neue Deutsche Welle aufleben. In Rückblicken erfährt der Leser was damals geschah. Dabei werden alle Mitglieder der Clique beleuchtet und es bieten sich verschiedene mögliche Täter. Ganz geschickt lenkt der Autor so die Vermutungen des Lesers hinsichtlich der Frage wer der Täter ist mal in die eine und mal in die andere Richtung. Dabei entsteht ein hoher Spannungsbogen, der sich erst ganz am Ende der Geschichte auflöst. Das ist wirklich toll gemacht.

    Auch Jans Privatleben kommt hier nicht zu kurz, wobei ich ihm manchmal etwas mehr Entscheidungsfreude gewünscht hätte, was diese Dinge anbelangt. In seinen Nachforschungen erschien er mir da wesentlich geradliniger. Aber so ist eben auch jeder Mensch anders und wieso sollte der Protagonist einer Geschichte nicht auch seine Ecken und Kanten haben? Diese machen ihn schließlich zu dem, der er ist.

    „Die Lichtung“ ist ein spannendes Krimidebüt und ich hoffe schon bald mehr zu lesen von Linus Geschke und vielleicht spielen dabei ja auch Mütze und Jan wieder eine Rolle.


    Die Rezi ist jetzt auch hier zu finden:
    http://buchrezicenter.filmbesp…enres/krimi/die-lichtung/

    Lesen ist meine Leidenschaft

    Einmal editiert, zuletzt von schlumeline ()

  • Hallo!


    Ich habe an anderer Stelle an einer Leserunde zu diesem Buch teilgenommen, sogar mit selbstgekauftem Buch, weil es mich so sehr interessiert hat. Gern poste ich auch hier meine Rezension dazu:


    Die Lichtung


    Die Ehe von Jan Römer ist nicht mehr die beste. Seine Frau Sarah ist mit Sohn Lukas schon im Urlaub an der Nordsee. Jan hat vergessen, den Urlaub rechtzeitig zu beantragen und kann deshalb erst eine Woche später folgen. Doch dann bekommt er den Auftrag, einen Bericht über einen 27 Jahre zurückliegenden ungeklärten Mordfall zu schreiben. Jan kann es nicht fassen – nach all den Jahren holt ihn die Vergangenheit wieder ein: die beiden Mordopfer sind seine Freunde aus der Jugend gewesen. Jetzt will Jan die Wahrheit herausfinden und macht sich mit Mütze, einer ehemaligen Kollegin, die seit einer Erbschaft das Leben als Privatier genießt, auf die Jagd nach dem Mörder. Er trifft die alten Freunde wieder und die alten Gefühle kommen hoch ...


    Linus Geschke hat es geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Zeile an seinen Krimi zu fesseln. Mir wurde fast schon schwindlig, so lebendig und realtiätsnah hat er die Story von Jan und seiner Clique geschildert. Der Leser erlebt immer wieder Zeitsprünge von der Gegenwart ins Jahr 1986, wird aber nie davon überrannt. Es ist unbeschreiblich, wie leicht man Jans Gedanken folgen kann. Es ist, als erinnere man sich selbst daran. Ein bißchen ist das auch so, denn Geschke hat die 80er unglaublich gut eingefangen und lebendig werden lassen. Immer wieder mal eingestreute Songtitel und Namen von Musikern holen noch mehr das Feeling dieser Zeit zurück. Dabei ist die Dosierung perfekt – man wird es nicht satt, es passt genau.


    Die Protagonisten zeichnet er mit wenigen, aber exakten Pinselstrichen gerade so klar, dass dem Leser genug Raum für sein eigenes Kopfkino bleibt. Dabei hat jede Figur ihren ganz eigenen Charakter und ihre ganz eigene Persönlichkeit. Das wahre Leben wird hier widergespiegelt. Erste Liebe, Unstimmigkeiten unter Freunden, Pubertätsprobleme – es ist alles eingebaut und macht die Story umso lebendiger. Die eine oder andere Person möchte man am liebsten selbst kennenlernen. Oktay beispielsweise ist ein ganz besonderer Typ, der sich sicher auch in den 80ern pudelwohl gefühlt hätte. Und Mütze ist natürlich der Hit schlechthin! Schwimmt im Geld und lässt andere trotzdem gern die Restaurantrechnung übernehmen – aber sie ist wach und hört zu, hilft und ist einfach eine Powerfrau.


    Geschke kommt mit „nur“ zwei Leichen, von denen man sehr früh erfährt, sehr weit. Die Spannung baut sich sanft auf, hat immer wieder kleine und mittlere Spitzen, um im Showdown mit einem Überraschungseffekt ihren Höhepunkt zu finden. Bis dahin hat der Leser ein Kaleidoskop an Gefühlen durchlebt. Man spürt das Herzklopfen der Verliebten, trauert mit Jan um seine verlorenen Freunde, grübelt mit ihm über seine wackelige Ehe nach, staunt über so manche Figur und Handlung und lacht immer wieder, denn Geschke fängt auf wunderbare Weise Situationen so gut ein, dass man ihre Absurdität, der man selbst im wahren Leben immer wieder begegnet, geradezu genießen kann.


    Ich habe es sehr genossen, mit Jan die 80er wieder revuepassieren zu lassen und mich an meine eigene Clique und unsere gemeinsame Zeit, an das Lebensgefühl damals und die Jugend ansich zu erinnern. Mit ihm herauszufinden, wie es zu der Tat kommen konnte, wer zu dieser Tat fähig war und wie sich seine Freunde von damals entwickelt haben und wie und wer sie heute sind – das hat großen Spaß gemacht. Für mich ist „Die Lichtung“ mein Lesehighlight 2014!


    Von daher: Fünf blitzeblanke Sterne und eine dringende Leseempfehlung!

    Erst durch Lesen lernt man, wie viel man ungelesen lassen kann. (Wilhelm Raabe)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen