Beiträge von ysa

    Entschuldigt bitte meine Verspätung - momentan geht es einfach turbulent zu bei mir!


    Noch einmal: herzlichen Dank für diese tolle Leserunde Melanie und allen Mitleserinnen hier! Mit Euch zu lesen bringt mir immer wieder neue Aspekte und Gedanken - es ist großartig!<3


    Meine Rezi:


    Hamburg 1945: der Krieg ist vorbei. Aber das Leben in der Nachkriegszeit ist schwer, es mangelt an allem: zu wenig Nahrung, zu wenig Kleidung, keine Medikamente, wenig Heizmaterial, wenig Wohnraum in der zerbombten Stadt.


    In dieser Zeit kämpfen die Ärzte Richard und Paula, deren Familien sowie deren Freunde Fritz und Arthur um ihr Überleben. Sie sind zwar in durchaus privilegierten Stellungen, haben Arbeit, Einkommen und Wohnung, aber einfach ist es für sie trotzdem nicht, ganz im Gegenteil! Auch sie sind manchmal gezwungen am Rande der Legalität zu agieren, um überleben zu können. Verständlich, denn Lebensmittelmarken, die den Bezug von 5gr (!) Fleisch erlauben, sind oft sinnlos, da es kein Fleisch gibt – der Schwarzmarkt blüht. Jeder muss irgendwie überleben.


    Melanie Metzenthin beschreibt wirklich spannend und authentisch die Zustände, die die Menschen in den ersten Jahren der Nachkriegszeit meistern mussten. Darüber hinaus greift sie zahlreiche Themen der Zeit auf, wie zum Beispiel die Diskussion um die Euthanasie von Behinderten im Krieg, die Art wie die Prozesse diesbezüglich geführt wurden und die Tatsache, dass die Seilschaften aus der Nazi-Zeit auch in der Nachkriegszeit perfekt funktionierten. Viele der wichtigen Posten nach dem Krieg wurden von jenen besetzt, die im Krieg überzeugte Nazis waren und dann versicherten, dass sie sowieso immer im Widerstand waren. Außerdem wird die Beziehung zu den alliierten Besatzungsmächten immer wieder beschrieben, die Verbote, die Vorurteile, die auf allen Seiten herrschten und das Zusammenleben bestimmten.


    Alle Themen zu nennen, würde den Rahmen dieser Besprechung sprengen. Aber in diesem Zusammenhang möchte ich auf die Facebook- Autorenseite von Melanie Metzenthin verweisen. Dort findet man noch viele geschichtliche und private Hintergrundinformationen und Fotos!


    Soviel sei verraten: die Protagonisten meistern diese schwere Zeit mit viel Lebensmut, Mitgefühl, einer guten Portion Humor und einer Freundschaft, die Rückhalt gibt und es ermöglicht, von einer besseren Zukunft zu träumen. Mehr noch: die es ermöglicht, alles zu tun, damit diese bessere Zukunft Wirklichkeit wird.


    Die Autorin versteht es, die einzelnen Protagonisten in allen ihren Facetten lebensnah und glaubwürdig zu charakterisieren. Ihr Kampf ums Überleben, ohne dabei die eigenen Überzeugungen über Bord zu werfen, ist so detailreich und informativ beschrieben, dass die knapp 500 Seiten rasend schnell gelesen sind, ohne auch nur einen Moment der Langeweile.


    Sie beschreibt emotional berührend und historisch fundiert, welch grausame Folgen Nationalsozialismus und der Krieg für alle Menschen hatte. Ein Buch, das zu denken gibt – nicht nur als Roman, der in der Vergangenheit spielt, sondern als wichtiges Buch in Zeiten wo Rechtsextremismus und Menschenverachtung wieder salonfähig gemacht werden!

    Unbedingt lesenswert!


    LB

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    Ich bin schon wieder verspätet, aber momentan ist einfach so viel zu tun, dass die Lesezeit zu kurz kommt, was mir sehr leid tut, denn das Buch ist eine gute Mischung aus Spannung und Information!

    Friedrich wird der Winterkönig genannt. Also haben wir schon mal ein Rätsel des Titels gelöst. Da Froni die Hauptfigur ist, denke ich ja, dass sie die Spionin sein soll. Aber bisher spioniert sie nicht für den König. Ob das noch kommen wird? Und wenn wird sie dann ausspionieren? Die Katholiken oder gar die Dissenter und damit Marek?

    Eigentlich habe ich es bis jetzt als selbstverständlich angenommen, dass Froni die Spionin ist, aber jetzt überlege ich mir, ob sie sich überhaupt dazu eignet. Sie ist naiv und ohne Hintergedanken ziemlich ehrlich und das sind ja nicht gerade die Qualitäten, die ein Spion benötigt. Jane wäre diesbezüglich -meiner Ansich nach - eher geeignet. Aber es stimmt schon: Froni ist die Hauptfigur!


    Zumindest hat die Lage sich in Prag weiter zugespitzt und Froni muss mit Elizabeth fliehen. Ich frage mich ja, wohin sie wollen, wenn überall Truppen stehen und wie weit sie wohl kommen werden. Ich sehe da zurzeit nicht allzu viele Möglichkeiten, aber ich bin gespannt.

    Das wundert mich auch: wohin wollen sie denn eigentlich jetzt? Die Pfalz ist ja verloren gegangen, oder? Und warum können sie überhaupt fliehen, wenn rund um Prag die Armee des Habsburgers steht? Die werden doch damit gerechnet haben, dass Friedrich und Elizabeth die Stadt verlassen werden.


    Schlimm finde ich dagegen, dass die königlichen Truppen Dörfer plündern und niederbrennen, weil sie ihren Sold nicht erhalten. Daran sieht man ja, dass das Geldproblem von Anfang an vorhanden war und man schon zu Beginn keinen Unterschied zwischen Freund und Feind machte.

    Es sind Söldner, die nicht aus Überzeugung kämpfen, sondern für Geld. Schlimm dabei finde ich eher die Tatsache, dass Friedrich und Elizabeth trotzdem ihren gewohnten Lebensstil mit Festen und Luxus weitergelebt haben, anstatt die Söldner (die schließlich ihr Leben riskieren im Krieg) zu entlohnen.


    Ich finde, Tereza bringt ziemlich deutlich zum Ausdruck, dass Friedrich überhaupt nicht weiß, was überhaupt geschieht und warum. Er lässt sich (mehr schlecht als recht) beraten und vertraut völlig darauf. Eigene Gedanken macht er sich kaum oder versteht er wirklich nichts von alledem? Das kann ich mir ja schwer vorstellen. Friedrich ist ein Tagträumer!

    Ja, Friedrich ist sehr anschaulich charakterisiert - seine Unfähigkeit, selbständig und vorausschauend zu denken und zu handeln und seine Überzeugung "berufen" zu sein. Das Bewusstsein der Verantwortung des Herrschers den Menschen gegenüber, war zu jener Zeit noch nicht sehr ausgeprägt.

    Es ist sehr interessant, Geschichte so zu erfahren.

    Ist Friedrichs Bad in der Moldau historisch belegt oder war das dichterische Freiheit?


    Bei der Geschichte um Henry und seiner Krankheit hab ich über mich selber lachen müssen: ich hab nämlich erst an Vergiftung und Attentat gedacht. Und was war es im Endeffekt: Blähungen:lachen:


    Marek... er interessiert Froni ja ganz offensichtlich sehr, auch wenn diese Verbindung von vorn herein als unmöglich weil unpassend eingestuft wird. Ich bin neugierig, wie sich das noch entwickeln wird. Irgendwas muss sich da noch ergeben! Aber in diesem Zusammenhang ist mir wieder aufgefallen wie wenig ich über diesen Krieg weiß: ich hatte keine Ahnung von "Böhmischen Brüdern" oder Dissenten. Ich wußte nur, dass religiöse Gründe ausschlaggebend für die langen und grausamen kriegerischen Auseinandersetzungen waren. Wie viele verschieden Splittergruppen da mitmischten war mir jedoch nicht klar.

    Das Problem an den damaligen religiösen Konflikten ist tatsächlich, dass Protestanten und Katholiken sich hinsichtlich Intoleranz das Wasser reichen konnten. Wo der Protestantismus Einzug hielt, kam es immer wieder zu einer Zerstörung von teilweise sehr wertvollen Kultgegenständen. Man tat sich damals noch schwer damit, eine andere Religion zu respektieren. Für die Zerstörung des Cranach-Bildes soll Friedrichs Hofprediger verantwortlich gewesen sein. Friedrich hätte es selbst vielleicht nicht gewollt, schaffte es aber (wie üblich) nicht, sich durchzusetzen.

    Es ist wirklich schade um diese Kunstschätze. Mir war nicht klar, dass Friedrich so wenig Durchsetzungsvermögen hatte - zumindest was seine nähere Umgebung, wie zum Beispiel diesen Hofprediger, angeht. Dann war es ja eigentlich erstaunlich, dass er gegen den Rat der Protestantischen Union handelte, die böhmische Krone anzunehmen. Oder fühlte er sich tatsächlich von Gott berufen?

    Froni wirkt immer noch leicht naiv auf mich. Obwohl sie eine doch sehr feine Beobachtungsgabe besitzt und ihre einige Ungereimtheiten auffallen, schafft sie es dann doch selten noch einen Schritt weiter zu denken und Elizabeth oder Friedrich infrage zu stellen.

    Stimmt! Ich halte sie auch für reichlich naiv. Aber andererseits lebt sie ja am Hof in einer Art "Blase", wo wenig von außen eindringen kann und auch wenig Platz für kritische Auseinandersetzung ist. Jane, ihre neue Zimmerkollegin wird zur Freundin und ich finde, sie hat einen wirklich positiven Einfluss auf Froni - zumindest macht sie ihr klar, wie wichtig es ist, die Sprache des Landes, in dem man lebt zu lernen. Außerdem gefällt mir ihre ruhige Art sehr. Sie beobachtet und macht sich zu allem ihre Gedanken.

    Und auch mit der Zofe hast Du recht: sie ist wirklich ein Glücksgriff. Erst sie ermöglicht es den beiden, ein wenig in die reale Welt zu blicken! Und die sieht dann doch etwas anders aus, als es am Hof angenommen wird.


    Jane hat ziemlich schnell verstanden, dass die Sprache der Schlüssel ist. Elizabeth hapert es allerdings an dieser Erkenntnis. Ich weiß nicht genau warum, eigentlich macht sie in Prag kaum etwas anders als damals in Heidelberg, aber ihre ignorante Art nervt mich wirklich sehr. Natürlich kann ich verstehen, dass sie sich ihrem Volk nicht unterordnen möchte, aber zwischen unterordnen und sich darüber lustig machen, bzw. völlig ignorieren liegt ja auch nochmal ein großer Unterschied. Aber dieses feine Gespür fehlt Elizabeth vollkommen, weshalb sie für mich nicht zur Herrscherin geeignet ist. Wie schön und charmant sie auch sein mag, das sind keine Eigenschaften, die eine (erfolgreiche) Führungspersönlichkeit vorrangig benötigt.

    Das hast Du perfekt auf den Punkt gebracht: Elisabeth hat wenig Erkenntnis, was das Volk braucht. Allerdings war es damals zu Beginn des 17. Jh. eher nicht üblich, dass Herrscher sich großartig um das Volk gekümmert haben. Nachdem Elizabeth immer in diesem Glauben an die eigene Großartigkeit gelebt hat und dies auch immer von ihrer Umgebung unterstützt wurde - woher sollte sie denn ein anderes Denkmodell haben? Ein einziger leichter Kritiker war in ihrer näheren Umgebung (ich weiß allerdings momentan nicht mehr genau, wer das war), der ihr zu Bedenken gab, dass Kleider durchaus mehrmals getragen werden können und dass ihre Ausgaben für die Garderobe und ihre Festlichkeiten bedenklich hoch sind. Ansonsten wurde sie immer nur hofiert. Sie ist zur Herrscherin erzogen worden, nicht zu einer Führungspersönlichkeit.


    Ihr Verhalten gegenüber den Frauen, die ihr das Gebäck in Form von Blumen brachten war völlig deplaziert und passte auch nicht so ganz zu der Persönlichkeit, die bis jetzt hier geschildert wurde: sie war zwar von sich selbst eingenommen, aber sie war immer höflich. Diese Eigenschaft hat sie hier wirklich im falschen Moment verlassen. So dumm und undiplomatisch kann man doch nicht reagieren!


    Das mit dem Blumengebäck ist historisch belegt. Es war eine der ersten Aktionen, durch die Elizabeth es sich mit ihren neuen Untertanen verdarb.

    So viel Dummheit und Ignoranz hätte ich ihr nicht zugetraut...:(

    hofft trotz gegenteiliger Berichte darauf, dass sie Friedrichs Mätresse werden kann. In einer Zeit, in der so ein Lebensmodell überhaupt nicht anerkannt wird

    Fronis Hoffnungen diesbezüglich waren eher theoretisch - so war zumindest mein Eindruck. Ob es als Lebensmodell anerkannt war? Hochoffiziell wahrscheinlich nicht, aber Mätressen waren eigentlich auch sehr einflußreich und anerkannt. Zumindest solange bis sie "verstoßen" oder ersetzt wurden. Aber es gab auch recht kluge Damen, die ihren Einfluß wohl zu nutzen wußten!

    Froni ist zwar klug, aber ich glaube nicht, dass sie sich zur Mätresse eignen würde.


    Obwohl ich mich immer etwas schwer tue,mit Mädchen die schon mit 12 wissen, dass sie ihren Traummanngefunden haben. Für Froni wird es in diesem Punkt keine Zukunftgeben, dass ist ihr schnell klar geworden. Die Szene in dem Baum fandich aber trotz allem niedlich.

    Stimmt! Dieses Problem habe ich auch. Auch wenn ich mir dann immer wieder vor Augen halte, dass die Kindheit damals viel, viel kürzer war als heute!

    Elizabeth ist wohl recht verwöhnt, aber kein Wunder, wenn ihr immer alle Wünsche erfüllt werden und sie es gar nicht anders kennt.

    Dennoch finde ich sie nicht unsympathisch, sie ist halt ein Produkt ihrer Zeit und ihres Umfeldes und zumindest scheint sie nicht bösartig zu sein, wie sie sich zB nicht am Gelästere ihrer Hofdamen gegenüber Froni beteiligt.

    Das hast Du perfekt ausgedrückt: sie ist halt ein Produkt ihrer Zeit und ihres Umfeldes. Abgesehen davon war sie ja noch ziemlich jung und wahrscheinlich nicht gut vorbereitet auf die möglichen Konflikte. Bösartig erscheint sie mir nicht, manchmal ein wenig unverantwortlich zum Beispiel im Umgang mit ihren Tieren, aber eigentlich auch recht klug und überlegt, schließlich lässt sie sich von dem Geläster nicht anstecken. Das ist ja eigentlich nicht immer leicht.

    Friedrich war auf den ersten Seiten sehr sympathisch, aber spätestens, als Froni erfährt, dass sie längst nicht die einzige Hofdame ist, der er nahegekommen ist, war es bei mir damit vorbei. Der scheint kein Kostverächter zu sein.

    Er war der Kurfürst. Dass er außerdem noch hübsch und charmant gewesen sein soll, war nur eine positive Draufgabe. Konnte er den weiblichen Avancen überhaupt ausweichen?


    Ich war schon sehr gespannt, wie ihr alle auf Karl reagiert. In einer anderen Leserunde zu dem Buch haben fast alle Teilnehmerinnen von ihm geschwärmt und es auch bedauert, dass Froni ihn verschmäht. Da habe ich wohl völlig ungeplant eine Art Traummann geschaffen. :)


    Ein ungeplanter Traummann :totlach:! Aber sein Benehmen und seine klugen Ansichten sprechen schon sehr für ihn und ich denke mir gerade sein zotteliges Aussehen auch verhübscht!

    Es wäre ein sicheres und ruhigeres Leben für Froni geworden, aber das interessiert sie momentan noch nicht. Zu interessant ist es für sie, nahe des Zentrums zu sein, nahe bei Elizabeth und Friedrich. Ich bedauere es nicht, dass sie sich gegen Karl entschieden hat - schließlich wäre dann die Geschichte schon zu Ende....;)

    Guten Morgen!


    Hier ist ja schon sehr viel los! Mit etwas Verspätung steige ich jetzt auch in diese Leserunde ein. Ich vermute mal, dass eigentlich schon alle wichtigen Punkte hier zur Sprache gekommen sind (ich hab die Diskussion noch nicht gelesen).


    Ich bin ganz leicht in das Buch reingekommen: von der ersten Seite an befindet man sich mitten im Geschehen. Die einzelnen Personen werden gut charakterisiert und die historisch/politischen Hintergründe sind interessant. Bis jetzt wirklich ein Vergnügen!

    Was mir allerdings besonders gut gefallen hat, war die teilweise genaue Bescchreibung der damaligen Mode! Die steifen Krägen aus Spitze ind verschiedenen Größen (als Statussymbol) die blass geschminkten Gesichter und auch dass sich Männer durchaus auch schminkten. Und die Beschreibung des Alltags von Elizabeth und welche Auswirkungen er auf die Menschen in ihrer Umgebung hatte - sehr interessant!


    Es verspricht wieder ein sehr spannender Geschichtsunterricht zu werden - und ich mag das wirklich gerne! Bis jetzt war dieser Krieg für mich eigentlich eher Teil von überaus langweiligen Schulstunden gewesen. Aber nicht einmal meine Profs haben es geschafft, mein Interesse für Geschichte ganz zu vernichten;)

    Okay - dann gehen wir dem im nächsten Jahr zusammen auf den Grund - da bin ich auch wirklich gespannt auf euer Feedback, denn das ist auch eine sehr emotionale Geschichte, in der es zugleich auch um die Psychiatrie-Geschichte geht und sich die ersten düsteren Ausläufer dessen zeigen, was wir in "Im Lautlosen" in seiner vollen Ausprägung erleben.

    Ich lasse mir diese Leserunde sicher nicht entgehen! Denn auch wenn die Bücher an sich schon spannend sind, so ist das Lesen in einer Leserunde ganz eindeutig Lesen mit Mehrwert. So viele Gedanken und Informationen - das schaffe ich nie alleine!

    Zwar werde ich jetzt bald die Lautlosen lesen, aber halt ohne Leserunde...

    Für diejenigen von euch, die vorher bei Mina Baites Leserunde dabei waren - hättet ihr Arthur dort wieder erkannt, wenn ihr "Die Stimmlosen" zuerst gelesen hättet?

    Ich glaube, mir wäre dieser Zusammenhang nicht aufgefallen, wenn ich nicht von vorn herein davon gewusst hätte. In den "Träumen aus Silber" kommt er mir souveräner und irgendwie "erwachsener" vor. :)


    Krüger wird seine Approbation verlieren. Für Sexualstraftaten verliert man sie übrigens noch heute. Das entscheiden aber nicht Gerichte, sondern die können nur an die standesrechtlichen Institutionen - also Ärztekammer und alles, was dazugehört - verweisen. Aber 1949 war man als Arzt unter solchen Umständen untragbar. Er muss künftig auf andere Weise seine Brötchen verdienen - ursprünglich hatte ich mal überlegt, ob er später Selbstmord begeht, aber ich bin mir nicht sicher. Krüger wird vermutlich eher illegal als Arzt in den alten Nazi-Verbindungen arbeiten und den Kriegsverbrechern bei der Flucht helfen - die waren ja bis in die 50er Jahre gut vernetzt ...

    Gut das der Kerl seine Approbation los ist. Auch wenn es aus dem falschen Grund geschieht - das Resultat stimmt!

    Mir gefällt übrigens die Idee sehr gut am Beispiel von Krüger aufzuzeigen, wie lange diese Nazi-Verbindungen bestand hatten, wie Kriegsverbrecher weiter gelebt haben. Das erscheint mir ein interessantes Thema! Und es würde zu den Büchern passen.

    Für diese Leserunde melde ich mich glatt schon an....


    Was mir auch noch sehr gut gefallen hat war, dass bei all diesen schweren und oft grausamen Themen auch immer wieder Humor durchblitzen konnte. Fritz' Kommentare waren da immer auch für ein Lächeln gut. Das hat gut getan und war auch ein Symbol für das Durchhalten und den Mut, der dafür nötig war.

    Weil ich nicht genau weiß, wohin ich mit dieser Frage soll....


    Liebe Melanie, Du hast ja schon mehrere Thriller unter dem Pseudonym Antonia Fennek geschrieben. Ich gestehe, dass ich da noch keinen gelesen habe, aber Dein Name hat mich schrecklich neugierig gemacht: warum Fennek? Wüstenhund?


    Liebe Grüße!

    Die Träume gehen in Erfüllung - wie schön! Es ist ein rundum versöhnlicher und positiver Abschluss, ein schönes Ausklingen eines aufregenden, spannenden, informativen und emotionalen Buches.


    Mir gefällt die Aufbruchstimmung die auch zwischen den Zeilen richtig gut spürbar ist! Sogar Arthur wird ein wenig davon angesteckt. Seine Hochzeit mit Lottchen war ein wunderschöner Anschluss an die Familienfeiern vor dem grauenhaften Krieg.


    Fritz und Julia heiraten auch. Natürlich gefällt mir besonders gut, dass Fritz ein so liebevoller Vater für alle seine Kinder ist! Und er kann jetzt endlich sein Interesse für die technischen Neuerungen ausleben. Er schafft es auch, seine Mutter wieder in sein Leben zu lassen und sie auch tatsächlich gern zu haben. Das ist großartig von ihm! Ich mag ihn besonders gerne. Eigentlich nicht nur, weil er ein großherziger und großzügiger Mensch ist, sondern, weil er seine Ecken und Kanten hat, weil er eben nicht immer Fassung bewahrt und höflich bleibt.

    Richard hingegen ist mir schon fast etwas zu perfekt gezeichnet - ohne diese Ecken. Seine einzige "Schwäche" war die Leica auf Raten.


    Georg findet trotz anfänglicher Probleme seinen Weg, auch wenn der den Umweg über die Tischlerlehre geht. Wird er seinen ursprünglichen Traumberuf erreichen? Ich denke, er könnte gehörlosen Kindern viel beibringen, was über Verständigungsmöglichkeiten hinausgeht.


    Krüger wird wegen seiner Homosexualität verurteilt und das hat doch einen seltsamen Beigeschmack. Als ob Homosexualität schlimmer wäre als die Morde. Richard hat da ganz recht mit seiner Aussage zu den Fehlleistungen der Justiz!

    Ich hab den Abschnitt in der Nacht recht hastig fertig gelesen. Ist er jetzt seine Arbeitsberechtigung als Arzt los oder wird das erst die Ärztekammer entscheiden? Das wäre mir persönlich schon fast wichtiger als sein Freiheitsentzug: dass er NIE NIE NIE wieder als Arzt arbeiten darf!


    Später mehr, aber es steht schon jetzt fest, dass ich 1) den ersten Teil bald lesen werden und 2) die Bücher meinen Freunden schenken werde! Denn dieses Buch gehört sicher zu den Bemerkenswerten des heurigen Jahres!


    ;)

    Hier geht es mir wie dir und Caren: ich habe auch Angst, dass wir womöglich wieder verpassen, wenn die Notbremse gezogen werden muss.

    Deshalb sind Bücher wie "Die Stimmlosen" wichtig. Damit immer wieder erinnert wird, welche Folgen Hass, Vorurteile, Menschenverachtung und Kriege haben.

    Geschichten wie diese vermitteln Mitgefühl und Leidenschaften und das ist immer berührender (und folglich lernbarer) als Fakten in Geschichtsbüchern.:blume:

    Ein wenig chaotisch... Gedankenhüpfer halt...

    Ich denke mal, heute sind das Problem nicht mehr die alten Nazis - die sind ja nun alle an Altersschwäche gestorben. Aber ich denke, was aus der ehemaligen DDR aufzuarbeiten ist, könnte - wenngleich in wesentlich geringerem Umfang - vielleicht an anderer Stelle vergleichbare Situationen schaffen.

    Das stimmt, da liegt auch noch einiges im argen. Die alten Nazis bei uns sind zwar ausgestorben, aber es drängt sich doch bei der einen oder anderen Affäre der Verdacht auf, dass die Nazis, die den Vorgänger des BND und später den BND selbst geleitet haben, bis heute ihren Einfluss dort ausüben, auch wenn sie nicht mehr unter den Lebenden weilen.

    Ich fürchte, dass zwar die alten Nazis ausgestorben sind, die Ideologie sie aber überlebt hat. Gerade heute scheinen viele junge und auch ältere Menschen von diesem Gedankenschrott angezogen werden. Ich habe manchmal das Gefühl, dass all das eine Art Renaissance erlebt und die Anfänge ganz einfach toleriert werden.


    Vielen Dank. Bin gerade nur am Smartphone, deshalb so kurz. Nächstes Jahr kommt ein Roman, der 1920 spielt - auch deutsche Psychiatrie-Geschichte. Da hat Richard als 19-jähriger kurz nach dem Tod seines Bruders Georg einen kurzen aber wichtigen Gastauftritt.

    Wie spannnend! Ich melde mich jetzt schon für eine Leserunde an...:unschuldig:



    Ja, Fritz dachte sich, seine Kinder haben so viel verloren - eine gut betuchte Oma schadet nichts, wenn sie sich mit Geschenken schon unbedingt ins Leben drängen will

    Stimmt! Gewisse Vorteile hat diese reiche Oma ja auch und außerdem ist sie ja auch genügend weit weg... ich versteh Fritz schon, dass er sie nicht radikal aus seinem Leben und dem seiner Kinder streichen möchte. Außerdem - vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Art Versöhnung. Möglich ist ja vieles.


    Was sogar besonders gruselig ist - 1963 gab der Bundestag eine Untersuchung hinsichtlich der Entschädigung von Zwangssterilisierten bei einer Expertenkommission in Auftrag - ich habe die Original-Protokolle. Die Experten waren die gleichen Ärzte, die unter den Nazis den Erbgesundheitsgerichten vorsaßen und deshalb sagten, das sei alles rechtlich okay gewesen und den Zwangssterilisierten sei ja kein Schaden entstanden ...

    Wenn ich so etwas lese, frage ich mich, warum das niemand öffentlich angeprangert hat? Ist das stillschweigend hingenommen worden, weil viele ja tatsächlich die gesamte Vergangenheit am liebsten vergessen hätten und nicht mehr dran erinnert werden wollten? Waren die überlebenden Seilschaften noch immer so gut, dass da gar kein Widerspruch laut werden konnte? Gruselig!

    Melanie - danke noch einmal für die Zusammenfassung von Helens Leben. Ich hab es gerade in meinen Notizen gesucht. Irgendwie hab ich das - wahrscheinlich aus lauter Zorn auf diese Person - einfach verdrängt.


    Man lebt schon sehr mit den Protagonisten mit... :blume:

    Fandet ihr eigentlich die Art, wie sich Fritz und Thomas dann doch noch näher kommen, glaubwürdig?

    Die Art fand ich wirklich glaubwürdig. Vor allem, weil sie eigentlich erst ein logisches Verständnis füreinander beweisen. Und Alkohol ist ja manchmal wirklich kontaktförderlich.


    Was mir allerdings nicht ganz einleuchtend ist (oder was ich wahrscheinlich überlesen habe) - warum wollte Helen eigentlich, dass Thomas unbedingt Arzt wird? Wußte sie, dass Fritz Arzt geworden ist? Ansonsten hätte es ja eigentlich keinen Grund für diesen Berufswunsch geben können.

    Wann ist Helen nach England gegangen und nicht mehr zurückgekommen? Ich muss noch einmal nachlesen...

    Fritz und seine Mutter. Es ist ja wirklich mutg von Frau Mitchell, dass sie einfach so auftaucht und ein rührendes Familienessen erwartet?! Wenigstens hat Fritz die Gelegenheit, seiner Mutter einmal die Meinung zu sagen - das erleichtert ungemein. Und er hat wirklich recht mit seiner späteren Aussage, dass es Helen nie um Fritz ging, sonder nur um sich selbst. Um ihre Sicherheit und um ihre Absolution.

    Der positive Nebeneffekt dieses Theaters ist die beginnende Freundschaft der Halbbrüder. Na ja... anscheinend sollte man streitende Männer in eine Kneipe setzen mit ein paar Bier und viele Probleme werden gelöst ;)

    Dass es keine Taxis für Deutsche gab, war mir nicht klar!


    Eigentlich finde ich es ja schon sehr freundlich von Fritz, dass er ihr die Chance gibt, Großmutter zu sein. Ich weiß nicht, ob ich so großzügig sein könnte.


    Bruno lernt Eddy kennen, den ich übrigens sehr nett finde und ein wirklich gelungener Charakter in dieser Geschichte. Arthur sollte vielleicht ein wenig von Eddys Lockerheit übernehmen.

    Lachen musste ich beim ersten Rendezvous von Eddy und Bruno, weil Bruno wegen der Kerzen fragte, ob auch die Briten Strom sparen müssen.:totlach:

    Schade, dass Eddy wieder nach London musste!


    Aber mit der Währungsreform normalisiert sich das Leben schön langsam wieder. Für Richard ist die neue Leica ein Zeichen für sein neues Leben! Auch die anderen Träume nehmen langsam Gestalt an. Das Doppelhaus für die große Familie. Es ist ein schöner Gedanke, dass sie mit Mut und Zusammenhalt die schweren Zeiten gemeistert haben und ihre Träume dabei nicht verlorgen gingen. Ganz im Gegenteil - viele dieser Träume sind in den schweren Tagen entstanden.


    Aber Bruno liefert dann auch entscheidende Informationen wegen Krüger. Krüger ist schwul und geht dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Allerdings bin ich etwas zwiegespalten, was die Idee angeht, einem Beamten der Sitte bezüglich Krüger einen Tipp zu geben. Ist doch eigentlich auch eine Art von Denunziation.

    Aber wahrscheinlich hab ich diese Bedenken nur weil ich als Leser irgendwo "daneben" stehe... an Paulas Stelle zum Beispiel wäre ich sofort für so einen Tipp. Krüger hat es ja wirklich verdient, endlich mal zu schwere Probleme zu bekommen.


    Ich bin wie es weitergeht!

    Krüger wird freigesprochen. Ich war richtig entsetzt, seine Rede zu lesen! Dass es für diese Rede ein reales Vorbild gibt, macht es nur noch entsetzlicher! Seelenlose menschliche Hüllen und Ballastexistenzen - wie kann man so etwas denken, wenn man sich einmal mit schwerstbehinderten Kindern befasst hat? Das ist mir unverständlich! Besonders abstoßend finde ich auch die Bezeichnung "Unterbrechung des Lebens". Was soll das denn? Krügers Freispruch war wirklich notwendig, um die ärztlichen Tötungen zu legalisieren. Dass hier ein Präzedenzfall notwendig war lässt eigentlich vermuten, dass der sog. "Gnadentoderlass" Hitlers von vielen ernst genommen wurde - entweder aus Überzeugung oder aus hirnlosem Gehorsam.


    Krüger verdankt seinen Freispruch natürlich der noch immer funktionierenden Seilschaft aus Nazis, die auch nach dem Krieg noch wichtige Positionen inne hatten! Wenn ich es mir so überlege, müssen eigentlich fast alle wichtigen Posten der Rechtssprechung mit ehemaligen Nazis besetzt gewesen sein. Woher hätte man denn plötzlich so viele Richter etc. nehmen sollen?

    Auch nach dem Krieg hatten die Opfer keine Stimme!


    Die Nebengeschichten - wie zum Beispiel der Hinweis auf die Gründung der "Zeit" - finde ich wirklich gelungen. Ich freu mich über jede Info dieser Art!


    Als Krüger nach Ende der Verhandlung dann auch noch Richard anzusprechen wagt - ehrlich, an Richards Stelle hätte ich ihm einen Kinnhaken verpasst!
    Diese Verhandlung war erschütternd. Ich stelle mir vor, wie es den Menschen ergangen ist, die solche Prozesse verfolgen mussten um dann zu sehen, dass sich viele Nazis in die neue Zeit hinüberretten konnten.

    Die Diskussion ist ja sehr interessant weitergegangen!


    Liebe Karin - es tut mir leid, was Du, Dein Vater, Deine Familie mitgemacht habt. So sollte es wirklich nicht sein.

    :(


    Melanie, Du versorgst uns hier so großzügig mit Zusatzinformationen aus Deinen Recherchen, die das Buch für mich noch wertvoller und informativer machen! Herzlichen Dank! Ich finde es wirklich toll, dass Du uns so engagiert begleitest!
    In diesem Zusammenhang auch herzlichen Dank für die interessanten Links!


    Dabei hat sie so recht mit ihrer Argumentation, dass es Zeit ist, dass man aufeinander zugeht und nicht immer noch weiter den gegenseitigen Hass schürt. Ich denke, es war für sie ein wirklich glücklicher Zufall, dass sie auf Kruckenberg gestoßen ist. Ich hoffe sehr, dass er sich genauso für den Artikel erwärmen kann und er dann doch noch veröffentlicht wird.

    Das hoffe ich auch wirklich! Einerseits für sie und für Fritz und andererseits ist es aber auch eine ganz wichtige Information für alle Menschen. Diese Passage hat mir sehr gut gefallen und Ellinor ist mir sofort wesentlich sympathischer geworden. Ich finde es auch sehr gut dargestellt, dass dies keineswegs populäre Gedanken waren, weil alle die Welt immer noch gerne in Sieger und Verlierer eingeteilt haben. Und irgendwie hat sich das nicht wirklich geändert...


    Lottchen ist eben auch eine Frau, die weiß, was sie will und was nicht. Ich musste ja lachen, als Richard und Fritz Arthur empfehlen, die Frau seines Herzens zu fragen, was sie sich für ihre und seine Zukunft vorstellen würde, wenn er selber keinen Plan hat, denn Frauen würden das immer ziemlich gut wissen :totlach:

    Und sie haben sooo recht damit - Fritz und Richard einerseits und die Frauen sowieso;)

    Dieser Krüger ist doch echt ein Ekelpaket X( Das, was er Richards Nichte unterstellt, dass es ihre "Dienstleistungen" sind, die den Helmers und Fritz Vergünstigungen durch Arthur bringen, ist einfach eine bodenlose Frechheit. Aber wenigstens wird nun doch Anklage erhoben und sie lautet auf Mord. Nun hoffe ich sehr, dass er endlich seine gerechte Strafe erhält.

    Diese Art, Informationen weiterzugeben, zu verdrehen und Gerüchte in die Welt zu setzen ist einfach nur schrecklich (wenngleich auch erschreckend aktuell!) und dagegen kann man sich kaum wehren. Das hängt leider auch mit jenen zusammen, die sich diese Gerüchte anhören. Ich hoffe auch, dass er endlich seine gerechte Strafe erhält, fürchte aber, dass er wieder einen ihm wohlgesinnten Richter bekommt. Aber man kann doch den Mord an 22 Kindern trotzdem nicht plötzlich "wegreden", oder?

    Dass er Berufsverbot hat und bei den Trümmerfrauen arbeiten muss, hat mir sehr gut gefallen! Da kann er ruhig bleiben.

    Es geht ja spannend weiter!

    Fritz liegt mit Scharlach im Bett und seine Aussage "Kaum taucht die Mutter auf, kommen auch Kinderkrankheiten daher" ist schon wirklich witzig!

    Arthur macht sich wirklich Sorgen um ihn und seine medizinische Versorgung. Mittlerweile kann ja die Aachener Firma Penicillin herstellen und Robert verrät, welche Rolle sie in dieser Geschichte spielten. Ich kann ihre Beweggründe gut verstehen. Aber auch hier beweist er seine Freundschaft! Er verrät sie nicht , er rechnet nicht auf sondern hilft wo er kann. Glücklicherweise überlebt Fritz die Erkrankung ohne nennenswerte Folgen.


    Was Ellinor angeht, muss ich auch zugeben, dass ich sie eindeutig unterschätzt habe. Die Geschichte ihrer Brüder ist wirklich interessant. Ich hoffe, dass sie veröffentlicht wird. Besonders gut hat mir in diesem Zusammenhang folgender Satz gefallen "...aufhören die Welt in Gut und Böse zu teilen. Wir haben die Verantwortung uns als Menschen ständig zu hinterfragen." Auch heute gültig.

    Und eigentlich bin ich ja sicher, dass Ellinor sich diesbezüglich durchsetzen wird bzw einen Weg finden wird, ihre Geschichte zu publizieren! Ellinor und Fritz sind nicht umsonst Halbgeschwister, auch wenn die Mutter eigentlich wenig von ihrem Durchsetzungsvermögen und ihrer Kraft zu haben scheint!


    Die Geschichte mit Krüger ist wirklich böse! Er hetzt die Frauen auf und Richard landet schwer verletzt im Krankenhaus!

    Was Krüger angeht... er ist zweifelsohne ein widerwärtiger und grausamer Mensch, er ist egoistisch und von sich maßlos überzeugt. Aber er ist wenigstens - im Gegensatz zu vielen anderen - bei seiner Meinung geblieben. Viele haben dann ja behauptet, dass sie immer eigentlich schon im Widerstand waren, was glatt gelogen war. Sie haben dem Nazi-Gedankenschrott auch nicht aus Überzeugung abgeschworen, sondern nur weil es gerade für sie besser war. Krügers steht wenigsten dazu. Die Frage ist jetzt, ob er verurteilt wird, ob er von einer neuen Ordnung zur Rechenschaft gezogen wird, oder ob die neue Ordnung eigentlich hauptsächlich aus jenen besteht, die "immer schon im Widerstand" waren und ihre Überzeugungen doch nicht verleugnen können.

    Und was dieses "Es war ja eine Erlösung für die armen Kinder" angeht - gibt es diese Argumentation nicht heute noch, wenn es um Euthanasie geht? Egal ob behinderte Kinder, Komapatienten oder demente Alte - sie haben ja nix vom Leben. Und das ist ja ein kontrovers diskutiertes Thema. Ich gestehe ja, dass ich das mit mir selber schon kontrovers diskutiere!


    Arthurs Heiratsantrag war wirklich mehr als unglücklich. Irgendwie passt diese seltsam unromatische Art gar nicht zu ihm. Wurde er durch das Verlassen-werden durch Lisa so seltsam? Richard gibt ihm einen guten Ratschlag, wie er dieses Lottchen-Heiratsantrag-Desaster eventuell wieder bereinigen könnte. Gemeinsame Pläne, gemeinsame Aufgaben und Ziele sind die Dinge, die eine Beziehung zusammenhalten, sie fördern und stärken. Damit hat er absolut recht. Ich bin überzeugt ,dass er seinen Fehler wieder gut machen kann.


    Arthurs Freundschaft zu den Deutschen wird ganz schlecht angesehen. Es wird vermutet, dass er ausgenutzt wird. Wie schön, dass er trotzdem zu seinen Freunden steht! Arthur ist schon in Ordnung und Lottchen weiß das ja eigentlich auch.


    Mit Bruno kommt jetzt auch noch das Thema Homosexualität dazu. Irgendwie dachte ich, dass es eigentlich ein wenig zu viel sei (auch weil Richard schon wieder so unsagbar toll reagiert), aber es geht ja um eine Familie und da kommt alles vor! Folglich passt es und es ist wichtig, zu wissen, dass Homosexuelle auch während des Krieges wirklich viel zu leiden hatten. Während des Krieges und lange danach auch noch.

    Den Ausdruck "Sabbelbüdel" kannte ich noch nicht, aber er gefällt mir ausgesprochen gut!


    Oskar Strehlau ist tot und das wird für Richard und seine Familie und Freunde sicher negative Folgen haben. Aber zumindest Richard ist noch optimistisch.

    Die Erklärung, dass lt Lebensmittelkarten, Menschen gerade mal 600 kcal pro Tag bekamen oder (wenn sie bessere Karten hatten) 1000Kcal hat mich wirklich schockiert. Das ist nichts anderes als langsames Verhungern! Der Schwarzmarkt war da lebenswichtig (auch wenn Teile des regulären Lebensmittelhandels auch dort gelandet sind).

    Auch diesbezüglich wird Arthur die Wahrheit zugemutet - er hat es schwer! Aber ich glaube, er verkennt die Situation komplett. Ihm ist nicht klar, wie groß die Not wirklich ist!

Anstehende Termine

  1. Freitag, 3. August 2018 - Sonntag, 19. August 2018

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 3. August 2018, 17:15 - Sonntag, 19. August 2018, 18:15

    JanaBabsi

  3. Freitag, 10. August 2018 - Freitag, 24. August 2018

    odenwaldcollies

  4. Freitag, 17. August 2018 - Freitag, 31. August 2018

    odenwaldcollies