Beiträge von ysa

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    Ein trauriges Ende - und die Gewissheit, dass es mindestens noch einen Folgeband geben muss!


    Fritze wird abgeholt - Rademann hat seinen Willen durchgesetzt und Fritze muss jetzt zu seiner neuen Pflegefamilie. Schlimm finde ich das Verbot, Charly und Gereon wiederzusehen - das ist einfach bitter.

    Ich bin leider sicher, dass Rademann sehr auf die Einhaltung dieser Regelung achten wird.

    Und wie wird Fritze sich in seiner neuen Familie einleben? Er hat ja auch Interessen, die in der HJ nicht wirklich gut angesehen werden - das Lesen zum Beispiel. Ich vermute mal, dass die politische Ausrichtung dieser Familie ihn zum Nachdenken und vielleicht sogar Ablehnen bringen wird.


    Gereon hat Marlow ans Messer geliefert - Berufsrisiko. Und Marlow hat sofort durchschaut, wer Drahtzieher hinter diesem Verrat war. Dass dann allerdings ausgerechnet der dämliche Döring ohne es zu wissen zu Raths Lebensretter wird, ist doch irgendwie komisch!

    Dass der Streit von Gereon und Charly abgehört wurde, war zu erwarten - und damit sitzt Gereon jetzt noch tiefer in der Patsche. Jetzt ist er der SD verpflichtet - kein guter Partner!


    Marlow hat klug und vorausschauend alles für eine mögliche Flucht schon vorbereitet. Es war ihm klar, dass es eines Tages notwendig werden könnte. Ich bin mir sicher, dass ihm diese Flucht auch gelingen wird - genauso sicher bin ich, dass es noch zu einer wichtigen Konfrontation zwischen Marlow und Gereon kommen wird.

    Vielleicht nach Köln, weg aus Berlin. Das sollten die drei meiner Meinung nach sowieso - also zum Ende der Reihe. Nach Köln gehen und einen Neuanfang starten. Ich spekuliere schon mal in die Zukunft.

    Das mach ich auch gerne - in die literarische Zukunft spekulieren. In diesem Fall wäre aber Köln viel zu nah - Amerika? Oder Südafrika? Auf alle Fälle weg aus Deutschland, dem ja keine gute Zeit bevorstand.

    Aber ich fürchte, sie werden den richtigen Zeitpunkt verpassen.


    (Ich mag es ja, wenn die Bösewichte so eine große und bedrohliche Rolle spielen. Wenn sie facettenreich und interessant sind und nicht einfach nur die Bösen.)

    Stimmt! Genau so geht es mir auch. Und da ich nicht die ganzen Vorgeschichen und vorangegangenen bösartigen Taten kenne, sind weder Marlow noch Kuen Yao nur die Bösen.

    Sie haben aus verschiedensten Gründen diese Karriere eingeschlagen und das bestmögliche daraus gemacht.

    Und vielleicht waren aus ihrer Sicht die Morde keine moralische Frage, sondern eine berufliche Notwendigkeit. Und da geht es um Geschäft und um das eigene Überleben. Und das haben Marlow und Kuen Yao klug und erfolgreich gemacht!


    Es mag schon sein, dass Marlow Gereon im Endeffekt unterschätzt hat, aber ich fürchte auch Gereon war sich nicht klar, gegen welche Gegner er da jetzt antritt. Denn ansonsten hätte er nicht so viel vor Charly verheimlicht und sie vor ihm - sie müssten ihre Kräfte bündeln, anstatt so herumzueiern.


    Ich bin neugierig, ob sich meine Sympathien hier ändern werden, wenn ich die anderen Bände gelesen habe:o

    Ich hab mir auch schon gedacht, dass - im realen Leben - es eine enorm hohe Dunkelziffer an Mördern bzw Todesfällen gegeben hat. Marlow hat das System wirklich perfektioniert!

    Und wenn Wrede bei seiner Diagnostik etwas flexibler gewesen wäre, wäre Böhm nie hellhörig geworden! Und Marlow hätte weitermachen können und wäre nie aufgefallen. Obwohl - es war schon seltsam, dass alle Beteiligten im Fall Bruck tödliche Unfälle hatten.


    dubh : danke für Historie der Klassifikation der Tumore - ich finde solche Informationen immer sehr interessant.

    War es dann Zufall, dass der Pathologe tatsächlich ein Glioblastom fand? Ich vermute schon fast, dass es so war. Dass also die Patienten nach anderen Kriterien für Marlow rekrutiert wurden - nach dem Grad der Aussichtslosigkeit, Armut und Verzweiflung?

    Was das ganze für mich noch ein Stück grausamer macht - weil es dann nicht Selbstmord und Mord ist sondern zweifacher Mord.

    Aber die Idee zu diesen Morden ist fast perfekt!


    Meinten bei Lehmann nicht alle Kollegen und auch seine Frau, dass er eigentlich gesund war? Allerdings halt auch, dass man wegen Kopfschmerzen doch nicht zum Arzt geht.

    Sprachstörungen und epileptische Anfälle sind ja doch auffällig, Kopfschmerzen lassen sich doch eher verbergen. Und Sehstörungen sind oft Begleiterscheinungen von Kopfschmerzen.

    Somit vermute ich, dass Du recht hast dubh und dass hier Diagnosen rein nach Anamnese gemacht wurden - und dabei wurde auf das Schlimmstmögliche getippt bzw den Patienten eingeredet.

    Grausam.


    Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag!:blume:

    Na ja... die Frage ist ja immer, wie sicher ein Diagnoseverfahren ist bzw welche Rolle dann auch Erfahrung und Vermutung des Arztes spielten. Wieviel in der Medizin dann eigentlich "Versuch und Irrtum" war.


    Auch im alten Ägypten wurde schon am Gehirn operiert.

    Ich vermute ja, dass das Diagnoseverfahren damals die Röntgenstrahlen waren. Das hätte auch damals funktionieren können, wenn das Glioblastom eine deutlich ander Dichte/folglich Härte hat als das umliegende Nervengewebe. Diesbezüglich muss ich mich noch schlau machen.

    Fast alles Blödsinn!

    Ich war gerade bei der Mammographie und die dortige Radiologin war natürlich die perfekte Ansprechperson!

    Sie meinte, dass ein Glioblastom nur dann mittels Röntgen diagnostiziert werden könnte, wenn bereits die knöchernen Strukturen angegriffen wären. Dann ist es allerdings schon sehr weit fortgeschritten.

    Also nix mit Röntgen. Ihrer Meinung nach, war es im Jahre 1927 bzw 1935 eine Verdachtsdiagnose - folglich recht unsicher, da die Symptome eher unspezifisch sind.


    So gesehen war es ein ziemlicher Zufall, dass Lehmann tatsächlich ein Glioblastom hatte - es hätten auch "normale" Clusterkopfschmerzen sein können (eh schon schlimm genug). Nach welchen Kriterien haben Wrede und Marlow ihre Kandidaten ausgesucht? Armut? Verzweiflung? Beeinflussbarkeit?


    Es würde mich interessieren, warum sich VolkerKutscher für das Glioblastom entschieden hat.

    Ich dachte nur, wenn sie zu dem Zeitpunkt schon Gehirntumore operiert haben, dann hatten sie auch gewisse Diagnosemöglichkeiten. Wie sich die dann waren, sei dahin gestellt.

    Na ja... die Frage ist ja immer, wie sicher ein Diagnoseverfahren ist bzw welche Rolle dann auch Erfahrung und Vermutung des Arztes spielten. Wieviel in der Medizin dann eigentlich "Versuch und Irrtum" war.

    Auch im alten Ägypten wurde schon am Gehirn operiert.


    Ich vermute ja, dass das Diagnoseverfahren damals die Röntgenstrahlen waren. Das hätte auch damals funktionieren können, wenn das Glioblastom eine deutlich ander Dichte/folglich Härte hat als das umliegende Nervengewebe. Diesbezüglich muss ich mich noch schlau machen.

    ;)

    Ich denke, dass er Gehrke komplett unterschätzt hat und dachte, dass er den einfach mal so "nebenbei" ausfragen kann. Dass hinter dem Eigenbrötler mehr stecken könnte, hat er nicht bedacht, oder wie? :rolleyes:

    Das denke ich auch! Gereon ist was Gehrke angeht, völlig naiv und unüberlegt ans Werk gegangen. Zumindest hätte er in Erwägung ziehen sollen, dass Gehrke nicht nur schlampig ermittelt hat, sondern ganz bewusst vieles nicht in seine Ermittlungen miteinbezogen hat.


    Gereons "Ausflug" mit Marlow ist beängstigend. Marlow sagt ja ganz deutlich, dass Rath nur deshalb noch lebt, weil Marlow sich einbildet, dass er ihn eventuell noch brauchen kann. Die Rückblicke auf vergangene Konfrontationen mit Marlow, zum Beispiel die Geschichte mit der getöteten Hündin, charakterisieren ihn so, wie er tatsächlich ist: konsequent brutal, wenn es darum geht, seinen Willen durchzusetzen.

    Es ist eine eindeutige Warnung für Rath.


    Das Versteck der Brunner-Akten war wirklich klug gewählt, der Übergabeort ebenso. Gereon erweitert diese Protokolle um einige Hinweise über Dr. M - also Marlow. Damit werden die Akten endgültig zu einer Bombe.

    Aber Gereons Schachzug diesbezüglich ist klug und effizient.

    Göring reagiert wie erwartet und Marlow und Kuen Yao werden in eine Falle gelockt. Marlow kann flüchten, aber Kuen Yao muss sterben (und auch wenn er ein Mörder ist - irgendwie tut es mir leid um ihn. Vor allem nachdem er jetzt erfahren hat, dass Marlow sein Vater ist.)


    Übrigens... was ich vorher nicht wußte, war, dass der Begriff Pastor ein Titel ist für Geistliche im Dienste einer Kirche, egal ob katholisch oder evangelisch. Für mich waren bis jetzt Pastor und Pfarrer konfessionelle Konkurrenten:verlegen:

    Marlow ist doch nicht dumm. Ich denke schon, dass der genau weiß, wer ihn da reingeritten hat.

    Ich fürchte auch, dass Marlow ganz genau weiß, wer ihm das eingebrockt hat. Außerdem braucht das Buch noch einen Abschluss - auch wenn der vermutlich einige Fragen noch offen lässt.

    Absolute Ehrlichkeit ist für die beiden ein Fremdwort. Dadurch bringen sie einander oder sich selber immer wieder mal in gefährliche Situationen. Und ein ums andere Mal denke ich mir, dass sie so manches Rätsel schneller lösen würden, wenn sie sich mehr aufeinander einlassen würden

    Sie lieben einander, aber sie könnens nicht besser! Und ein wenig nervig ist diese Herumtanzerei dann schon....:tse:

    buchregal123

    Der Link ist wirklich interessant - danke!


    Aber mir geht es nicht um die Geschichte der Neurochirurgie, sondern um die Diagnosemöglichkeiten im Jahre 1927. Ein Glioblastom zu diagnostizieren war damals sicher nicht so einfach. Ist es ja auch heute nicht. Ich frage mich wie das dieser seltsame Doktor geschafft hat. Und er wird sicher nicht chirurgisch zu Werke gegangen sein.

    Und nach welchen Kriterien die Patienten dann für Marlow ausgesucht wurden ist mir auch ein Rätsel?(

    Aber eigentlich ist das schon fast der perfekte Mord - wenn es nicht zu viele Mitwisser gäbe. Aber Marlow ist ja diesbezüglich nicht zimperlich!

    Ich hatte mich schon gefragt, wo Gereon die Akten versteckt hat. Schlau mit dem postlagernden Versand und ihm fällt sogar die Laube von Pastor Warszawski ein

    Ja! Da hab ich schon herumgerätselt - auch als Draxler das Auto und sein Gepäck untersucht hat. Gereon ist klug und er schätzt die SS richtig ein, denn ansonsten würde er nicht zu diesen Vorsichtsmaßnahmen greifen lassen. Glücklicherweise versteckt er die Akten auch nicht zu Hause - das wäre fatal gewesen!

    Fritze hat in diesem Abschnitt einiges mitzumachen: erst noch das Ende es Reichsparteitages in Nürnberg. Schon da ist für ihn die Luft raus, er hat momentan wenig Lust auf Uniform, Zelte und HJ. Der Wechsel von der vollkommenen Überzeugung zum "wenig Lust haben" geht ein wenig rasch. Die Rede zur Rassenfrage macht ihn sehr nachdenklich, denn in seinem Vorleben gab es ja auch Hannah, die er sehr gerne mochte. Sein Vorleben, das ihn geprägt hat.


    Zu Hause dann ist sein Verhältnis zu Atze getrübt und zu Hause ist erst das Fräulein Peters wieder eine Bedrohung für ihn und dann kommt noch die SS zur Hausdurchsuchung - alles zusammen schon sehr schwierig für einen Jungen in seinem Alter. Und zu schlechter Letzt kommt es bei einem Ausflug mit Rademann zu einem Gespräch, das Fritze nur noch mehr verunsichern muss. Rademann ist Gereon und Charly sehr negativ eigenstellt, von ihm gehen die Nachforschungen des Jugendamtes aus und er bietet seine Familie als Pflegefamilie an. Er versucht Fritze zu manipulieren - bin neugierig, wie weit seine Versuche noch gehen werden bzw wie weit sich Fritze tatsächlich beeinflußen lassen wird. Keine leichte Zeit für Fritze!


    Gerade in diesen Kapiteln spielt das Vorleben wieder eine große Rolle und ich stelle wieder einmal fest, dass mir viel Vorwissen fehlt - es war doch keine wirklich intelligente Idee, mit dem 7. Band zu beginnen:wand: Eigentlich hätte ich es wissen müssen°:elch:


    Gereon und Charly reden sich wenigstens endlich aus. Das war ja höchste Zeit und damit ergänzen sie ihr Wissen, können einander weiterhelfen.

    Charly ist ja zur Zeit vor allem mit KuenYao beschäftigt, allerdings eher mit seiner Rolle bei der Gasexplosion, bei der ihr Vater zu Tode kam. Und bei Gereon ist der Fall Lehmann/Brunner noch immer aktuell.


    Irene Schmeling ist in der Zwischenzeit auch bei einem Unfall verstorben. Drahtzieher war sicher Marlow, ausführende Kraft KuenYao.


    Das Verhör von Gereon war spannend - Sowa und er sind würdige Gegner!


    Marlow ist der Drahtzieher hinter den Morden an Lehmann und Brunner.

    Aber was Kuen Yao angeht ist er ein sehr loyaler und sensibler Vater - ohne dass er das auch offen sagen könnte. Er weiß, dass Kuen Yao ihn verlassen will und spricht ihn auch darauf an.


    Alles in allem spitzt sich die Situation auf allen Ebenen zu und ich bin schon sehr neugierig auf die nächsten Abschnitte.

    Ein paar Gedanken muss ich hier noch einfügen:

    erschreckend war das Gespräch zwischen Gereon und Fritze, in dem klar wird, wie sehr Fritze bereits im System der Nazis verhaftet ist. Wie er zum Beispiel sagt, dass er ja eigentlich nichts gegen Juden hat - nur dass sie keineswegs in die deutsche Volksgemeinschaft gehören. Gereons Antworten hat er nicht wahrgenommen und Gereon hat es dann ja auch aufgegeben.


    Wie erschreckend, dass ganz ähnliche Sätze heute wieder in Diskussionen auftauchen:kommmalherfreundchen:


    Aber an Fritze gefällt mir, dass er gerne liest und sich dabei aber im klaren darüber ist, dass das bei der HJ kein wirkliches Ansehen genießt. Er freut sich auch über das geschenkte Buch - obwohl es von Erich Kästner ist.


    Außerdem wird hier ein ganz wichtiger Aspekt, warum das System so gut funktionieren konnte, dargestellt - der Junge, der beim Eingang zum Lager den Ausweis kontrolliert. Gereon denkt dazu ganz richtig "Kleine Mistkerle, die ihre Macht genießen". Genau dieses plötzliche "Macht-haben" war damals ganz wichtig und auch in "DieWelle" wurde das gut dargestellt.

    Volker bringt diesemal ziemlich oft Auszüge aus Zeitungen o.ä., die die ganze Perversion des Regimes aufzeigen. Die Strümer-Artikel, die Reden, die Gesänge.

    Genau das mach das Buch wirklich interessant! Dazu die Beschreibung der Stimmung, der Hysterie - alles zusammen vermittelt ein vermutlich authentisches Bild der Zeit!


    Draxler und seine Frau sind sehr klischeehaft dargestellt. Sehr hilfsbereit aber auch sehr neugierig. Sie essen am liebsten "Drei im Weggla" und er schläft sogar noch mit ZIpfelmütze. Ich musste an "Der arme Poet" von Spitzweg denken. :totlach:

    Der Vergleich ist gut - abgesehen von der Tatsache, dass der Draxler meiner Phantasie locker 50kg mehr auf den Rippen hat:)

    Marlow ist ja ein ambivalenter Charakter, finde ich. Zumindest in den Vorgängerbüchern war er immer nicht nur Ganove und böse sondern auch irgendwie sympathisch, wenn er Gereon hilft. Aber er ist sehr gefährlich.

    Ich kenne ja die ersten Bände dieser Serie nicht, aber Marlow ist als sehr interessanter Charakter beschrieben. Einerseits die konsequent brutale Seite des Gangterbosses und andererseits sein Verhalten Chen Lu gegenüber oder seine Loalität Kuen Yao gegenüber. Er hat auch sympathische Seiten - allerdings vermute ich mal, dass diese sympathischen Seiten nur so lange wirken, solange alles so läuft, wie er es haben will. Kuen Yao will ja seine Heirat auch im Geheimen durchziehen und er wird genau wissen warum er sie unbedingt vor Marlow verheimlichen will.

    Was für ein interessanter Abschnitt!

    Beeindruckend finde ich die Beschreibung, dass sich auch Gereon von dieser Massenhysterie mitgerissen wurde. Auch wenn er sich dann vor sich selber geekelt hat, aber er hat genau so wie tausende andere mitgerufen und Männchen gemacht. Genau dieses Massenphänomen, dem sich nur die wenigsten entziehen konnten, wurde schon von mehreren Seiten beschrieben und ich finde es wahnsinnig interessant. Denn im Rückblick, wenn ich also Aufnahmen von Hitlers Reden sehe, dann kann ich genau diese Hysterie um ihn absolut nicht verstehen - hohler Pathos, ein Brüllaffe eben. Aber er hat Massen mobilisiert.


    Gereons Einbruch im Büro von Seitz gelingt ja - es war eine ganz schön mutige Aktion. Was wäre gewesen, wenn er erwischt worden wäre? Hätte er noch eine Ausrede gefunden? Aber er hat ja nun die Akten - bis ins kleinste Detail wurde das Leben Görings beschrieben (inklusive Gerüchte und Vermutungen). Welche Rolle spielte Irene Schmeling in dieser Geschichte? Hat sie diverse Infos unabsichtlich weiter gegeben? Hat sie die Fotos gemacht, die Görings Morphinsucht dokumentieren? (Er muss übrigens eine Rossnatur gewesen sein - von 1923 bis vermutlich 1945 eine Morphinsucht zu überleben, ist keine leichte Sache!) Neugierig bin ich ja, wen Irene da treffen will. Ich tippe mal auf Marlow, nur kann ich bis jetzt diesbezüglich keinen wirklichen Sinn erkennen.


    Auf alle Fälle arbeitet Göring mit Marlow zusammen - bekommt Morphium und gibt Infos über Firmen, die demnächst übernommen werden können. Eine grausame Praxis und sicher weit verbreitet.

    In einer Art Zwischenkapitel erfährt man auch wieder mehr über Marlow - wie Magnus Larson zu Johann Marlow wurde und dass er von Anfang an äußerst brutal und konsequent gearbeitet hat. Von Bülow, der sich ihm in den Weg gestellt hat, wurde brutal ermordet. Ich vermute mal, dass das die notwendige Mentalität ist, um ein Unterweltsboss zu werden.


    Charly ist in der Zwischenzeit mit Kuen Yao beschäftigt und forscht wegen seiner Familie nach - entweder Vater oder Sohn Larsen ist sein Vater. Wer legt jetzt noch Blumen auf das Grab? Marlow? Kuen Yao ist ja ein kluger Mann, folglich bin ich neugierig, ob er einen Verdacht hat wegen seiner Herkunft.

    Der Besuch des Fräuleins (!) vom Jugendamt ist nur mäßig gut verlaufen. Gereon hätte seine Frau vorwarnen sollen. Wie kann man nur auf so etwas wichtiges vergessen! Leider bin ich fast sicher, dass das noch ein Nachspiel haben wird.

    Den Begriff Asphaltliteratur kannte ich übrigens vorher noch nicht - über solche Wissenszuckerl freue ich mich immer!


    Der Schluss ist dann sehr dramatisch - Charly würde ihre Vergangenheit am liebsten ausblenden, aber das geht halt nicht. Sie wird sich dem stellen müssen. Aber wenigstens bringt ihr Zusammenbruch Gereon und sie wieder ein wenig näher zueinander. Die beiden verheimlichen einander viel zu viel!

    Das scheint ja ein ausgeklügeltes System zu sein. Der Arzt attestiert einen unheilbaren Gehirntumor (wobei ich eher vermute, dass das nicht stimmt, sondern den Leuten nur gesagt werden, damit sie mit dem Leben abgeschlossen haben) und dann tun die Kranken, was man von ihnen will.

    Diesen Verdacht hatte ich auch schon! Ein Gehirntumor einerseits und eine finanzielle Unterstützung für die Familie andererseits sind schon starke Argumente für Menschen, die faktisch nichts haben. Aber wer beeinflußt die Menschen in dieser Richtung? Wer steht hinter dieser Geschichte und wer sucht die "Attentäter" aus? Irgendwie ist das dann doch sehr kompliziert. Aber funktionieren könnte es.
    Warum sonst hat sich Lehmann so darum bemüht, dass Brunner in sein Taxi steigt? Und woher hat Frau Lehmann das Geld für die neue Wohnung? Wo sie doch zuerst dachte, dass sie vor dem Nichts stehen würde!


    Wrede, der Arzt ist mit Marlow verbunden. Der getötete Gefangene könnte ja Konkurrenz gewesen sein, die dringend entfernt werden musste. Aber Brunner? Könnte das ein Gefallen für Göring gewesen sein. Brunner hatte ja die brisanten Akten. Aber welche Rolle spielt da Dr Reincke, der Gerichtsmediziner, der das Glioblastom bei Lehmann diagnostiziert hat?


    Ziemlich viele Unklarheiten...

    Nein, Rath hat sich vor einiger Zeit schon dort beworben, denn er sieht in seiner alten Abteilung für sich kein Vorwärtskommen, da ihn Gennat nach dem letzten Fall ziemlich kaltgestellt hat.

    Genau so hab ich es auch gelesen: Rath hat die Versetzung schon vor längerer Zeit beantragt. Es ist mir nur seltsam vorgekommen, dass es ausgerechnet jetzt funktioniert und er ins LKA kommt. Es kann natürlich Zufall sein, dass er damit auch den Fall Lehmann/Brunner abgeben muss, aber irgendwie passt es doch ein wenig zu gut. Gibt es Verbindungen zwischen Nebe und Sova? Vielleicht bin aber auch nur ich jetzt wieder Verschwörungstheoretikerin ;)

    Und es ist so typisch Gereon Rath, dass er zwar Hitler als den größen Brüllaffen ansieht (eine sehr treffende Beschreibung), aber auch kein Problem hat, unter dem überzeugten Nazi Arthur Nebe zu arbeiten; so etwas würde Charly im Traum nicht einfallen. Rath ist einfach zu bequem und versucht, sich mit denen gegebenen Umständen zu arrangieren.


    Dieser Vergleich ist wirklich passend - leider hat es aber vermutlich sehr viele wie Gereon gegeben, die sich zumindest anfänglich irgendwie arrangieren wollten. Charly ist diesbezüglich sensibler und realistischer - sie kann und will sich mit der Situation nicht arrangieren. Und eigentlich ist Gereon ja auch ihrer Meinung - eigentlich. Außer wenn er irgendwie davon profitiert....

    Die Beziehung der beiden ist recht interessant, auch weil ich die Anfänge nicht kenne und die Entwicklung der beiden als Paar nicht mitverfolgt habe - aber momentan habe ich eher den Eindruck, dass sich die beiden mehr verheimlichen, als sie einander anvertrauen.

    Ob das wirklich gut gehen kann?


    Habe ich das richtig verstanden, das Marlow die Chinesin mit einer Überdosis Morphium von ihrem Leiden erlöst hat? Quasi Sterbehilfe - auf Verlangen - geleistet hat?

    Ja, Magnus, der dann zu Marlow wurde, hat ihr diese Überdosis gegeben. Auf ihren Wunsch hin. Aber er hatte dann noch recht viel Morphium übrig. Auf alle Fälle genug, um eine dubiose Karriere zu beginnen! Außerdem hat er die Gelegenheit genutzt und das Haus seines Vaters abgebrannt. Hat sein Vater überlebt oder ist er bei dieser Gelegenheit gestorben?

    Viele Fragen und einige interessante Verbindungen.

    Übrigens ist Fritze einer der Personen, die mich dazu anregen, mich immer wieder bei der Lektüre zu fragen, wie ich wohl gedacht und gehandelt hätte. Eine müßige Frage, schon klar - aber stellt Ihr sie Euch auch?

    Natürlich stelle ich mir diese Frage auch oft. Und ich verstehe Fritze und die Jugendlichen, die sich von diesem System einfangen ließen, recht gut - Gemeinschaft, große Ziele etc genau das zieht doch in einem gewissen Alter! vor allem, wenn die betreffende Person vorher abseits der Gemeinschaft stand.


    Ob ich in meinem Alter auch noch so anfällig für derartige ideologische Normung wäre? Ich hoffe, dass ich es nicht wäre und auch heute nicht bin!

    Aber egal wie sehr man darüber nachdenkt - solange man nicht in so einer Situation ist, kann man es nicht wirklich sagen. Allerdings finde ich die Sensibilisierung diesen Mechanismen gegenüber, die ich durch dieses Buch und auch durch andere Bücher erfahre, wichtig.


    Allerdings stellt sich mir die Frage, warum der alte Larsen die Mutter mit ins Deutsche Reich genommen hat... Ich denke, da kommt noch einiges auf uns zu. :)

    Stimmt! Larsen spricht zwar von Scherben, die der Sohn hinterlassen hätte, aber egal was da war - warum hat er Chen Lu mit nach Deutschland genommen. Das war sicher nicht üblich damals!

    Fritze hat nicht nach Hause geschrieben, aber intensiv zuseiner „Oma“. Die fühlt sich von seinem Enthusiasmus angesteckt und will auchnach Nürnberg.

    Das fand ich auch erstaunlich - allerdings kenne ich ja die Vorgeschichte nicht und somit weiß ich auch nicht, wie ich diese gegenseitige Liebe einschätzen soll. Denn eigentlich finde ich es ja nett, dass Frau Ritter ihrem "Enkel" nachfährt... störend ist halt die Tatsache, dass es der Parteitag ist und auch, dass Frau Ritter tatsächlich nicht die Hellste ist.


    Marlow hat gedacht, er hätte alles im Griff, aber dasAnsinnen von Sowa ist schon ziemlich heftig.

    An Marlow gefällt mir, dass er völlig loyal zu Kuen-Yao ist. Chen-Lu hat ihm zwar dieses "Sei ihm ein guter Vater" mitgegeben, aber hat Marlow das richtig verstanden? Wahrscheinlich schon...

    Sowas Methoden sind heftig, aber waren damals (und nicht nur damals) durchaus üblich. Menschen ausspionieren, vor allem in zweifelhaften Situationen und sie dann erpressen. Ich bin neugierig, wie Marlow darauf reagieren wird. Denn irgendwie gefällt mir Marlow - wohlgemerkt: ich kenne die vorangegangenen Bücher nicht! Folglich können sich meine Sympathien auch noch ändern!
    :nachdenk:

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