Beiträge von ysa

    Herr Jakob träumt


    Hr. Jakob ist ein Mann Mitte 50, von Beruf Bibliothekar ohne große Karriereambitionen, geschieden, mit seltenen, aber konfliktreichen Kontakten zu Exfrau und Töchtern. Er ist von der Schnelllebigkeit und dem Alltagsstress restlos überfordert und genervt. Folglich zieht er sich immer mehr zurück bis seine andauernde Müdigkeit zu einem Winterschlaf wird.


    Die reale Welt und die Traumwelt des Hr. Jakob verschmelzen im Laufe der Geschichte immer mehr und sind manchmal nur schwer zu unterscheiden. Man muss sich auf diesen ständigen Wechsel einlassen können – auf philosophische Hühner, seltsame Privatdetektive und schrecklich schnelle Putzfrauen.


    Die Autorin A.S. Dowidat versteht es, durch ihre ruhigen, unaufdringliche und leicht distanzierte Art, Hr. Jakobs Geschichte zu erzählen, eine tiefe Sehnsucht nach Langsamkeit und Achtsamkeit zu vermitteln. Kann sich nicht jeder in gewisser Weise mit Hr. Jakob identifizieren?


    „Hr. Jakobs träumt“ ist eine märchenhafte Darstellung des Bedürfnisses nach dem „Anhalten“ einer viel zu schnellen und hektischen Welt. Schon das Lesen war ein bemerkenswertes Erlebnis für mich: ich vermute, dass ich noch nie ein Buch so langsam gelesen habe. Es wirkte entschleunigend und damit hat dieses kluge Buch einen fixen Platz in meiner Bücherapotheke bekommen! Also Vorsorge für stressigere Zeiten!



    heyn.at

    lovelybooks

    amazon

    Ich hatte schon ein wenig den Verdacht, dass Hr Jakob mit Vornamen Jakob heißt... also Hr. Jakob Jakob....

    Und irgendwie würde es sogar zu ihm passen!:blume:

    . Ich glaube schon die Intension dieser Szenen, die Kritik an unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft, zu verstehen, aber das war mir persönlich zu sehr mit der Holzhammermethode.

    So genau hab ich mir das gar nicht überlegt :o - ich fand diese Szene nur "unpassend". Also danke für diesen Hinweis!



    Das Ende fand ich dann wieder schön, wie beide gemeinsam in das "Traumdorf" fahren... ein gelungener Abschluss.

    Stimmt! Dieses Ende war einfach hübsch!



    Die Sache mit der Kontaktanzeige klappt nun doch nicht, weil seine Wünsche und Erwartungen nicht erfüllt werden können

    Dabei dachte ich eigentlich, dass Hr. Jakob so überhaupt nicht der Typ für Partnersuche per Kontaktanzeigen ist! Das passt irgendwie nicht zu ihm!


    Wenn ich mich anfangs schwer getan habe, Realität und Traum/Schlaf auf eine Reihe zu bringen, habe ich mich im Nachfolgenden gar nicht mehr darum bemüht, dieses zu unterscheiden.

    Das hat für mich auch den eigenen Zauber der Geschichte ausgemacht - dass die genauen Grenzen zwischen Traum und Realität irgendwie verschwimmen. Was in diesem Fall ja eigentlich nur logisch ist!

    Und mich wieder dran erinnert, dass meine Traumwelt für mich ja auch irgendwie real ist...

    :blume:

    Jetzt habe ich das Buch endlich auch zu Ende gelesen - ich muss sagen, dass ich selten ein Buch so langsam gelesen habe. Entschleunigt es den Leser ganz automatisch? Bei mir scheint es so gewesen zu sein!

    Auf alle Fälle habe ich mir wieder mehr Gedanken über Alltagshetze und Rückzug gemacht! Mit der Erkenntnis, dass ich mich - trotz aller Gegenmaßnahmen - immer noch viel zu leicht vereinnahmen lasse. Die Idee eines Winterschlafes finde ich jedenfalls sehr reizvoll! Und wenn es nicht der Winterschlaf sein kann, so kann ich mich doch immer wieder ein klein wenig vom Alltag distanzieren und das Hamsterrad von außen betrachten! Hilft auch schon ein wenig!


    Hr. Jakob wacht schön langsam wieder auf - sein erster Winterschlaf ist beendet. Es gefällt mir auch, dass er in seinem Tempo aufwacht und zur für ihn richtigen Zeit. Vieles hat sich in ihm zum Positiven gewandelt: er ist geduldiger, gelassener und ruhiger - sogar mit seiner Exfrau ist ein verständnisvolles Gespräch möglich! Seine Töchter profitieren auch davon. Vielleicht sollten wir tatsächlich alle einen Winterschlaf halten? Denn es stimmt schon: wenn ich so richtig ausgeschlafen bin, bin ich geduldiger und wahrscheinlich auch netter:unschuldig: (auch wenn ich natürlich auch sonst redlich versuche, einigermaßen nett zu sein... nicht immer mit Erfolg)


    Alles in allem ist mir das Ende aber etwas zu rasch gekommen - zu viele Handlungsgedanken wurden nicht wieder aufgenommen bzw verliefen sich irgendwie. Zum Beispiel Frau Rettig und ihre Vermutungen oder der Privatdetektiv - da hätte ich schon gerne mehr erfahren.


    Die Idee mit den "Schläferzellen" fand ich ganz witzig, auch wenn die Realität diesbezüglich alles andere als lustig ist! Und die gähnenden Beamten? Die Vermutungen wegen dem Schlafvirus? Das waren für mich realistische Einsprengsel, die - für mich - nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Über Schläferzellen und gähnende Beamte konnte ich wenigstens noch lächeln. Wie gesagt: andere Bereiche hätten mich mehr interessiert!


    Die Apothekerin? Na ja... früher hat im Märchen der Prinz die Prinzessin wachgeküsst - heute gähnen sie sich inbrünstig an und legen sich zum Winterschlaf. ;) 

    Der Abschluss im Traumdorf war wirklich perfekt gewählt und hat mir sehr gut gefallen. "Das Dorf lag wieder in vollkommener Ruhe" - ein guter letzter Satz :blume:


    Alles in allem ein märchenhaftes, ruhiges Buch zum Träumen und den kleinen Winterschlaf zwischendurch!

    Herzlichen Dank!

    Guten Abend!


    Hr Jakob genießt seinen Winterschlaf und nur Fr. Rettig scheint ihn ein wenig zu vermissen bzw die ganze Situation seltsam zu finden. Hr. Jakobs Freund nimmt das zeitweilige Verschwinden recht gelassen hin! (Ich würde doch gerne wissen, wo sich meine Freunde befinden!).


    Die kleine Skulptur hat eine seltsame Wirkung auf den Betrachter: der eine schläft ein, andere wollen sie unbedingt haben. Symbolisiert sie so sehr den Wunsch nach Ruhe und Gelassenheit? Und warum will Hr. Jakob sie eigentlich nicht verkaufen? Eigentlich spricht ja gar nichts dagegen.

    Neugierig bin ich natürlich, ob der Detektiv erfolgreich sein wird (aber ich hoffe, dass Hr. Jakob es schafft, seinen Winterschlaf in Ruhe zu beenden).


    Interessant ist natürlich, dass die reale Welt ihn bis in seine Träume hineinverfolgt. Der Mann schleicht ums Haus und Hr. Jakob spürt einen Schatten in seinem Traum. Aber manchmal "spürt" man einfach mehr, als man erklären kann. So ist das für mich keineswegs überraschend oder realitätsfremd.

    Ich glaube sogar, dass es manchmal auch umgekehrt so sein kann - dass also ein Traum in das reale Leben wirkt!


    Ähm, ehrlich gesagt, beim Schreiben dieser Szene hatte ich die ganze Zeit Matula aus "Ein Fall für Zwei" vor meinem inneren Auge


    Matula? Ach je... in meiner Phantasie ist es eher ein detektivischer Monsieur Hulot....rotwerd


    Überhaupt finde ich es toll, wie Hr. Jakobs Traumerleben und die reale Welt immer wieder aufeinander Bezug nehmen, manchmal sogar miteinander verwoben sind.

    Völlig verständlich, dass die Welt ihm in seiner kurzen Schlafpause unnötig schnell und hektisch vorkommt: die Menschen laufen zu schnell, sprechen zu rasch! Sie sind für ihn nicht mehr verstehbar und er wird für alle anderen unverständlich.


    Aber all die Fragen - wie Hr. Jakob den Virus auffangen konnte, ob er nicht essen müsste oder wie seine Stoffwechsellage sein könnte stelle ich ir hier überhaupt nicht: es ist für mich eine märchenhafte Darstellung einer persönlichen Sehnsucht nach Ruhe, nach einem "Anhalten der Welt", weil alles zu schnell wird und somit nicht mehr fassbar ist. Hr. Jakob ist das personifizierte "aus der Welt fallen", das ich mir selber manchmal wünsche.


    Ich bin schon neugierig, wie sein Winterschlaf weitergehen wird...:blume:

    Manchmal weiß ich gar nicht, ob sich Herr Jakob gerade in einem Traum befindet oder ob er in seiner Umgebung nicht mehr zurecht kommt!

    Ich mag diese "verschwommenen" und hin und wieder auch sehr überraschenden Übergänge! Dadurch sind "Traumwelt" und "Realität" nicht einander gegenüber gestellt, sondern miteinander verwoben!

    (Auch wenn ich manchmal erst nach 2 oder 3 Zeilen draufkomme, dass wir wieder mal die Realität gewechselt haben!


    Winterschlaf zu halten, um wieder zur Ruhe zu kommen, abzuschalten, um den Zwängen des Lebens zu entfliehen, ist eine gute Idee.

    Da bin ich ganz Deiner Meinung! Ich könnte mich sofort dafür begeistern!


    Hr. Jakob gefällt mir übrigens immer besser - er sehnt sich nach Ruhe und das ist ja nicht unbedingt trendy!

    ;) Aber wir alle spüren, wie gut sie einem täte... wenn wir nicht noch so viel zu tun hättenrotwerd

    Für einen Winterschlaf reicht meine Zeit leider nicht aus, aber mit dem Lesen steigt meine Sehnsucht nach etwas mehr Zeit!


    Irgendwie dazu passend : "Man sollte nicht Zeitvertreib, sondern Zeitgenuss sagen" (Jean Paul)


    :)

    Ich finde die Umgebung die sich Herr Jakob erträumt wirklich interessant - ein ruhiges, abgeschiedenes Dorf mit einem einfachen Haus, eine nette alte Dame und ein Baum, Wiesen, Felder, Blumen. Alles ganz idyllisch, für mich fast ein wenig zu idyllisch. So ist Dorf eigentlich nicht...aber gut es ist ja irgendwie auch nur ein Traum.

    Und ganz besonders gut haben mir die mehrfachen Hinweise von Hr. Jakob gefallen, dass er nichts tun möchte, was die Ruhe des Ortes auch nur irgendwie stören würde! Das passt so ganz zu ihm, dem alles Laute, Schnelle, Hektische und Grobe stört (so empfinde ich das jedenfalls).


    Gelungen finde ich die Beschreibungen des Erzählers, wie sich das Haus und der Schlafende für einen außenstehenden Betrachter zeigen. Der Erzähler sagt uns auf diese Weise was Realität zu sein scheint. Aber wie realistisch ist es, dass ein Mann tage-, ja wochenlang schläft.

    Realistisch ist es sicherlich nicht - aber es steht (für mich) symbolhaft für Ruhe und Entspannung, für das Besinnen auf sich selbst.


    Und ungefähr so geht es mir beim Lesen auch: ich lese relativ langsam und entspannt und so manche Seite doppelt, weil meine Gedanken einfach abschweifen... ein ziemlich entspannter Zustand!



    Ich frage mich, ob sich Herr Jakob auch für seinen Winterschlaf entschieden hätte, wenn Frau Wanke nicht gestorben wäre? Ich hatte so den Eindruck, dass sie ihn noch am besten verstanden hat. Schön fand ich den Eindruck vom Antlitz der toten Frau Wanke, dass der Tod wie ein freundlicher Weggefährte erscheint, der die Tote in eine anderes Land geführt hat - eine sehr schöne Vorstellung.

    Fr. Wanke hat ihn sicher als einzige hier gut verstanden - vielleicht weil sie sich selber schon mitten im Sterbeprozess befand, Abstand von der Welt hatte. Außerdem ist der Tod eines Menschen immer auch ein Anlass, das eigene Leben zu überdenken (und kein Sterbender hat je gesagt: "Hätte ich doch bloß mehr gearbeitet")

    Die Vorstellung vom Tod als freundlichen Weggefährten hat etwas sehr beruhigendes und gefällt mir somit sehr gut! Danke dafür!


    Wobei, Herr Jakob fragt danach das Huhn, ob er geschlafen hätte und das Huhn antwortet, er wäre zumindest eine Weile woanders gewesen. Hm.

    Ich muss gestehen, dass ich diese Passage nicht ganz verstanden habe - und sie noch einmal lesen werde. Wie gesagt... die Gedanken schweifen manchmal ab. Auch ohne Huhn.

    Der grundsätzlichen Idee eines Winterschlafes kann ich viel abgewinnen...


    :blume:

    Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, richtig abzuschalten, an nichts zu denken. Und ich muß sagen, je älter ich wurde, desto besser ging es.

    Das ist beneidenswert! Es tut mir nur leid, dass Du das anscheinend aus der Not lernen musstest! Das war sicher nicht einfach!

    Ich hab es noch lange nicht geschafft - allerdings rettet mich die Tatsache, dass ich, je älter ich werde, immer weniger als wirklich wichtig ansehe. Damit fällt auch recht viel stressiger Ballast ab! Und gleichzeitig ist mir in den letzten Jahren wirklich aufgefallen: meine Sehnsucht nach Ruhe wird immer stärker!


    Es mag daran liegen, dass ich philosophische Hühner noch nicht hatte

    Ich kannte bis jetzt auch noch nie ein philosophisches Huhn - allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass mein Hund ein großartiger Philosoph (und noch dazu Menschenfreund) ist!


    Auf alle Fälle bin ich neugierig, wie es jetzt mit Hr. Jakob und seinen Problemen und Sehnsüchten weitergehen wird, bzw wie weit sich da Träume und Realität vermischen werden...

    da stellt sich natürlich die Frage: wo ist da die Trennlinie? Und was davon ist denn nun Realität? Und was nicht? Denn eigentlich sind meine Träume für mich doch auch real... oder?


    Nachtdienstliche Grüße!

    :verlegen:

    Ich denke, sein Zustand geht schon ein wenig Richtung Burn-out, oder was meint ihr?

    Diesen Eindruck hatte ich auch! Dass Hr. Jakob schon sehr in diese Richtung schlittert! Die rasch voranschreitende Überlastung und der zunehmende Rückzug sprechen schon dafür!

    So eine "Welt", wie die mit dem Huhn, wünscht sich doch jeder, oder nicht? Dass man einfach seinen Gedanken nachhängen kann bzw. mal gar nichts denken muss und einfach nur "abhängt". Aber selbst, wenn man die Möglichkeit hätte, müsste man es erst lernen, damit umzugehen, da hat das Huhn schon recht.

    Ich denke, das ist ein schwieriger Lernprozess - vor allem, dass man sich dieses Nichts-tun auch erlaubt, ohne Bedenken und ohne schlechtem Gewissen (die Arbeit rennt deshalb eh nicht davon!)

    Dabei bestätigen doch immer mehr Studien/Untersuchungen und gescheite Leute, dass Pausen ebenso wichtig sind wie Arbeitszeit....


    Mit lieben Grüßen von einer, die gleich wieder in den Nachtdienst entschwindet...:abinsbett:

    Grüß Euch! Jetzt kann ich endlich wieder mitlesen und mitschreiben - ;). Ich hatte jetzt eine Pause und ihr habt mir wirklich gefehlt!


    Hr. Jakob (ist das eigentlich der Vorname oder der Familienname? Möglich wäre ja beides!) - in vielen Bereichen kann ich ihn sehr gut verstehen! Die langsame Überlastung, das "Nicht mehr mit dem Alltag zurechtkommen können", weil alles immer unverständlicher wird. Bei Hr. Jakob sind das halt die Unterhaltsforderungen der Ex und der Töchter, die Rechnung der Stadtgemeinde und auch die Aufträge für Skulpturen, die er zwar annimmt, dann aber damit überfordert ist. Alles zusammen braut sich zu einer gewaltigen Überlastung aus.

    Sein Verschlafen im Zug oder zu Hause - das sind Ruhemomente, die der Körper für sich erzwungen hat. Für mich ist das zumindest so - immer wenn mir alles zu viel wird, dann leiste ich mir Fehlleistungen, die zumindest kurzzeitig für Ruhe sorgen:)


    Hr. Jakob fällt ein klein wenig aus der Zeit, vielleicht sogar aus seinem Leben. Hmmm... Aber seine Abenteuer in dieser Traumwelt sind wirklich amüsant. Das philosophische Huhn, die verlorene Nase, der Mann mit dem Zylinder, das Eichhörnchen und die meditative Nuss - habt ihr das irgendwie interpretiert?


    Der Schreibstil gefällt mir übrigens sehr gut, die einzelnen, zum Teil skurrilen Szenen lassen mich schmunzeln - allerdings neige ich dazu, gedanklich ein wenig abzudriften, was mir zwar gut tut, aber ich komme dadurch nur sehr langsam weiter.:blume:


    Ich bin neugierig, wie es mit ihm weitergeht....

    Zum Glück wurde er von dieser Schwärmerei geheilt.

    Ich finde es auch gut dass das Ende in Bezug auf Mareijke recht offen ist.

    Ja! Das hat mich wirklich beruhigt! Mareikje ist eindeutig die passendere Partnerin! Und die Gefühle für Anneke sind ja rasch abgekühlt - logisch, Pieter hat sie ja eindeutig bei Frans Munting gesehen. Ich denke, das war ein sehr heilender Moment.


    Und Mareikjes Idee, Wolf wieder zu finden ist einfach nur entzückend! Das zeigt deutlich, wie wichtig ihr Pieter ist! Ein schönes Ende, weil es gleichzeitig ein hoffnungsvoller Ausblick ist!


    buchregal123 schrieb:



    kessi69 schrieb: Schon als ihm von der Köchin der Brei mit extra viel Honig angeboten wurde, hatte ich die Vermutung daß damit bestimmt etwas nicht stimmt. Nicht das ich sie in Verdacht hatte, aber es kam mir komisch vor.

    Da dachte ich auch gleich: Iss ihn bloß nicht!


    Das kam mir auch komisch vor, allerdings hatte ich die Köchin nie als Mörderin im Visier. Erschreckt hat es mich erst, als sie sagte, dass Laurens Pieters Portion schon fast wegessen wollte. Er war also dabei! Und da war für mich auch klar, dass Pieter dieses Essen keinesfalls zu sich nehmen darf!

    War schon wirklich spannend geschrieben - weil auch zu diesem Zeitpunkt war Judith nur am Rande verdächtig für mich!

    Ein Glück dass Pieter logischer denkt!


    Es war sehr schön, Pieter kennenzulernen und ich hoffe, wir lesen wieder von ihm.

    Es war auch sehr schön, mit Euch allen zu rätseln und spekulieren!

    Und natürlich war es ganz toll, immer wieder von Dir, liebe Eva zusätzliche Infos zu bekommen!

    Herzlichen Dank Euch allen! :danke:

    Herzlichen Dank an Eva und alle Mitleserinnen für die tolle Runde!


    Tulpengold


    Amsterdam, 1636: Das Tulpenfieber grassiert. Spekulationen führen dazu, dass der Wert von Tulpenzwiebeln ins Unermessliche steigt. Viele Menschen verschulden sich um von dieser Manie zu profitieren. Und dann platzt diese sonderbare Blase und lässt zahlreiche Menschen finanziell ruiniert zurück. Es ist keine Fiktion, es ist die erste gut dokumentierte Spekulationsblase der Geschichte und bildet den Hintergrund für Eva Völlers neuesten Roman.


    In dieser Zeit lebt aber auch Rembrandt van Rijn (der selbst auch mit Tulpenzwiebeln spekuliert hat), malt fieberhaft an großen Werken, die die Jahrhunderte überdauerten sollten, führt gleichzeitig seine Werkstatt und bildet mit strenger Hand mehrere Lehrlinge aus.


    Einer dieser Lehrlinge ist Pieter van Winkel, der extrem sympathische Protagonist dieser Geschichte. Er ist ein besonderer Mensch, heute würde man wahrscheinlich ein Asperger Syndrom diagnostizieren. Zu Rembrandts Zeiten war er nur ein sonderbarer Zeitgenosse mit zahlreichen Begabungen: neben einem phänomenalen Gedächtnis, zeichnet ihn ein besonderes Talent zur Malerei und die Liebe zur Mathematik aus. Seine Mitmenschen sind für ihn jedoch oft recht rätselhaft. Er erklärt sich seine Umwelt mittels mathematischer Logik.


    Mehrere Morde, die in unmittelbarer Umgebung von Rembrandt geschehen, wecken sein Interesse und er begibt sich auf Mördersuche ganz so wie es seinem Naturell entspricht – mittels Logik und Wahrscheinlichkeitsrechungen.


    Aber nicht nur Malerei und Mathematik bestimmen sein Leben. Anneke und Mareikje lassen ihn erkennen, dass nicht alles immer so einfach berechenbar ist.


    Eva Völler ist hier eine großartige Mischung gelungen: ein historischer Roman, der gleichzeitig ein fesselnder Krimi ist. Somit ist die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend und informativ. Dazu kommt noch die liebevolle Darstellung der einzelnen Personen, allen voran natürlich Pieter, die mir wirklich gut gefallen hat. Sie wachsen einem sofort ans Herz und man muss einfach weiterlesen.

    Detailreiche Beschreibungen vermitteln ein gutes Bild der Zeit. Die Geschichte ist logisch aufgebaut und endet trotzdem mit einer Überraschung!


    Wirklich gut hat mir aber auch gefallen, dass die Autorin in einem kurzen Nachwort noch über ihre persönlichen Gründe für dieses Buch geschrieben hat und besonders erwähnenswert ist auch die liebevolle Gestaltung des Covers.


    Fazit: ein spannender, informativer und gleichzeitig unterhaltsamer Roman – empfehlenswerter Lesespaß!



    https://literaturschock.de/lit…ostID=1004425#post1004425


    https://www.heyn.at/rezension?uid=1031466


    https://www.lovelybooks.de/aut…/Tulpengold-1503716039-w/


    https://www.weltbild.at/artike…ngold_23794965-1#comments


    https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=B0774TSVMS

    Spannung bis zum Schluss!

    Es waren also Laurens und Judith - eine Kombination, die ich nicht wirklich berücksichtigt habe. Aber alle bekommen ihre Strafe!


    Obwohl - als Laurens Pieter so offensiv Pieter beschuldigt, dachte ich mir schon, dass es eigentlich eine logische Erklärung wäre und dass Pieter dadurch in sehr großer Gefahr ist (nicht nur Rembrandt), vor allem wenn man bedenkt, wie intelligent Vroom handelt! :wand: 


    Laurens Argumente waren zumindest schlüssiger als Annekes Ausführungen, dass Saskia Rembrandt loswerden möchte! Das war so absolut an den Haaren herbei gezogen! Glücklicherweise hat Pieter ja verstanden, was da wirklich besprochen wurde.


    Wie sehr Pieter sich im Laufe der Geschichte entwickelt hat, wieviel er dazu gelernt hat was die zwischenmenschlichen Beziehungen angeht, wird am Schluss auch klar - seine ganze Schauspielerei bei Judith und Laurens hätte er vor ein paar Monaten keinesfalls geschafft.


    Sein Pate überlebt glücklicherweise die Pest und kann die Tulpen noch bestmöglich verkaufen und damit Pieter eine wirklich sorgenfreie Existenz gewährleisten.

    Mareikje und Pieter werden ein Paar und Mareikje findet auch Wolf - also: Ende gut, alles gut!

    Oder werden wir noch mehr von Pieter lesen können? Es ist ja sicher noch viele andere Geheimnisse, die im Dunkel der Zeit verschwunden sind... nicht nur den Mann mit dem Goldhelm.;)

    Annette : diese Frage stelle ich mir auch schon einige Zeit! Warum Vroom so gerne Rembrandt als Täter überführen möchte! Wir wissen aber überhaupt nichts über eine gemeinsame Vorgeschichte der beiden. So eine Vorgeschichte finde ich eh nur bei Laurens...


    Aber Vroom ist der einzige, der in meiner Verdächtigenliste noch fehlte! Und ihm traue ich durchaus zu, dass er sich mit Laurens verbündet. Allerdings scheint auch der Hauptmann nicht wirklich dazu geeignet zu sein, das Hirn einer Unternehmung zu sein.... So unsympathisch er auch ist - als Täter oder gar als Drahtzieher sehe ich ihn nicht.


    Und damit wünsche ich Euch allen einen schönen Sonntag und freu mich auch die nächsten Kapitel!

    Avila - damit könntest Du natürlich recht haben! So hab ich das noch nicht betrachtet! Vor allem, weil ich eigentlich in erster Linie Laurens verdächtige und noch ein "Gehirn dahinter" such... und dafür kommt Anneke nicht in Frage.

    Als Handlangerin wäre sie allerdings richtig perfekt. Und wenn der Drahtzieher ihr noch Liebe vorgaukelt, dann würde sie sehr viel machen. War vielleicht doch Quaeckel der Drahtzieher und ist dann "zufällig" auch gestorben? Jetzt werden meine Spekulationen abenteuerlich!


    Aber welche Rolle spielt Laurens? Als Drahtzieher kann ich mir ihn auch nicht so wirklich vorstellen!

    Habe ich mich vielleicht in ihm so getäuscht?

    Anneke ist für eine derart durchdachte Intrige viel zu naiv - ich trau es ihr intellektuell nicht zu! Sie ist zwar kein wirklich netter Mensch, aber auch nicht bösartig.


    Gertruyd... ob sie sich im letzten Abschnitt als mordende Köchin entpuppt? Welche Motive hätte sie? Ohne Rembrandt und Saskia würde auch sie ihre Arbeit, ihr Heim, eigentlich ihr ganzes Leben verlieren.


    Liebe Eva... Du hast uns hier ein tolles Rätsel gestellt! Spannend!:geil:

    Den Doktor, Mareikje und Cornelis schließe ich eigentlich auch aus - aber als einzigen Grund dafür kann ich nur sagen, dass sie mir sympathisch sind. Und dass ich ihnen solche Untaten nicht zutrauen kann bzw mag.


    Ich überlege mir aber schon die ganze Zeit, wen ich eventuell vergessen habe. Alle anderen vorkommenden Personen sind ja schon tot, oder? Hab ich irgendwen vergessen?

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    Caren

  3. Freitag, 13. April 2018 - Sonntag, 29. April 2018

    Dani79

  4. Freitag, 13. April 2018, 09:59 - Sonntag, 29. April 2018, 10:59

    Avila