Beiträge von ysa

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    Ich musste da wie ihr beide auch direkt dran denken, dass Lars Gedanken und Erinnerungen irgendwie nach Eden hochgeladen wurden. Wenn er sich dort vorstellt sein Handy versteckt zu haben und Kontakt zu seinen Freunden aufzunehmen, dann wäre das möglich

    Aber wo bleibt dann sein Körper? Und was passiert mit dem Körper, wenn die Existenz in Eden "gelöscht" wird?

    Was passiert mit den Gedanken und Erinnerungen einer Existenz in Eden, wenn der Körper stirbt? Können die weiter existieren? Ich dachte eigentlich, dass die untrennbar miteinander verbunden sind. Was, wenn nicht?


    Knoten im Hirn!:ohnmacht:

    Fehlgeschlagene Experimente, die sowohl versteckt werden sollen als auch weiter geforscht wird? Oder sind das gar keine fehlgeschlagenen Experimente, sondern ist das alles so gewollt?

    Das habe ich mich auch gefragt! Oder ist für Futuria jedes Experiment auch irgendwie ein Möglichkeit? Vieles wird ja nur durch Zufall oder als Nebenwirkung entdeckt!

    Ich frage mich auch, wer dieses Projekt Menagerie angezettelt hat, wer es fördert etc. Wer also dahinter steckt!

    Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es in diesem Labor keine speziellen Überwachungssysteme gibt, folglich vermute ich, dass diese Aktion keinesfalls unentdeckt bleiben wird.


    Denn ich frage mich, ob die Polizei wirklich Drogen finden wollte oder eigentlich etwas ganz anderes gesucht hat? Es ist schon ein komischer Zufall, dass sie ausgerechnet an diesem Abend da war.

    Außerdem frage ich mich woher der Tipp gekommen ist. Denn ohne wirklich stichhaltiger Informationen, wird kein Polizist eine Wohnung verwüsten, schon gar nicht, wenn die Wohnungsbesitzerin Journalistin ist!

    Wer hat also - abgesehen von Fabio - Interesse dran, dass Sophia Schwierigkeiten hat?

    Natürlich kann es sein, dass Fabio Rache üben wollte - aber der hätte doch die Drogen eher selber genommen, oder?

    Ich habe sicherlich noch irgendetwas vergessen, aber das ergibt sich sonst sicherlich noch im Laufe der Diskussion hier. :)

    Das ist das Gute an den Diskussionen hier: man wird immer wieder dran erinnert, was noch alles wichtig war...:daumen:

    Es wird immer verzwickter!;)


    Lars ist also doch noch nicht tot (zumindest zu Beginn dieses Abschnitts). Warum wurde er verarztet und gepflegt? Ich denke, dass die Transplantation von Haut dann nicht mehr das große medizinische Problem darstellen wird. Sie funktioniert ja heute schon zum Teil wirklich gut. In 20 Jahren werden auch alle kosmetischen Aspekte diesbezüglich besser sein. Irgendwie wirkt das ganze Szenario um Lars und Dr. Rodenthal "unecht".

    Woher weiß Lars beim Aufwachen Dinge wie "die gutmütigen Augen, die nicht lügen können". Gemeint waren da die Augen von Rodenthal. Ist ihm das suggeriert worden?Ich habe mich gefragt, ob er vielleicht in einer VR ist? Und welche Folgen hätte die Ermordung einer VR-Existenz auf die Existenz in der realen Welt? Lars' Ende erscheint mir auch eher in eine VR zu passen, denn schließlich wird er ja "gelöscht".

    Und weil es hier keine Seitenfüller gibt (Lars hätte ganz einfach umgebracht werden können) bin ich schon gespannt, was jetzt tatsächlich hinter dieser Löschung steckt und welche Rolle Rodenthal ev noch spielen wird.


    Dass Paris allerdings von Wüste umgeben sein soll, kann ich persönlich nur schwer verkraften:(


    Jossuls kurze Pause in der kleinen Kapelle ist reichlich informativ. Er merkt, dass er duch seine Informanten auch für Futuria instrumentalisiert wurde. Delora hat ja schon so etwas vermutet und hatte völlig recht damit :blume:! Edzel benützt sie also für seine eigenen Pläne - fraglich nur, was genau das bedeutet.

    Aber auch wenn Jossul die Unsterblichen momentan noch einmal am Leben lässt, der Papst muss sterben. Und das will er selber erledigen. Hmmm...


    Und dann ist da noch die Tatsache, dass vor drei Jahren gleich zwei wichtige Personen von Futuria "verschwunden" sind. Leclerq und Casper (jetzt kommt keine wilde Theorie von mir über deren aktuelle Existenz:P) sind seit diesem Zeitpunkt nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Zumindest Casper lebt noch und ich vermute, dass auch Leclerq noch am Leben ist (wozu sonst sollte man sich sonst so viel Mühe geben mit einer Fälschung eines Unfallfotos?) Was geschah vor 3 Jahren? Sind die beiden die Prototypen der Unsterblichen?


    Sophia und Borris ihrerseits erkunden in einer nächtlichen Aktion ein Areal, das das Projekt M beherbergt.

    Der Gedanke, dass seltsame Mischwesen künstlich gezüchtet werden, Aquarien voller bizarrer Geschöpfe ein unterirdisches Labor bevölkern ist wirklich gruselig. Ebenso die Gläser mit menschlichen Föten und das Kind im Aquarium.

    Und endlich beginnt Sophia wirklich zu zweifeln. Sie ist in erster Linie entsetzt, dass Futuria anscheinend gegen nationales und internationales Recht verstößt. Ich persönlich würde in dieser Situation weniger nach Recht, sondern mehr nach Ethik fragen.


    Ein bißchen stümperhaft haben sich Borris und Sophia schon verhalten - zählen erst tief im Labor, wieviel Männer gekommen sind und wieviel wieder gefahren sind um dann klar zu erkennen, dass noch einer hier irgendwo sein muss. Ich fürchte, daran hätte sogar ich wesentlich früher gedacht (und meine Einbruchserfahrungen sind minimal).

    Und Aussagen wie "jetzt will ich schlafen und morgen denke ich dann darüber nach" (oder so ähnlich) sind einer gnadenlosen Journalistin nicht würdig...


    Möglicherweise hat Fabio die Drogen in ihrer Wohnung platziert oder platzieren lassen. Ob er es aus persönlicher Rache oder auf "Anregung" anderer hin gemacht hat, bleibt vorerst noch einmal offen.

    Es geht jedenfalls extrem spannend weiter!


    Ach ja... Stefan Lautner:barbar:

    Obwohl der Gedanke, unsterblich zu sein und immer mehr auf dieser Welt zu werden, auch erschreckend ist. Das erinnert mich an einen Film, wo Menschen zur Vermeidung von Überbevölkerung sich dann zum Sterben einfinden mussten.

    Für mich ist dieser Gedanke schon erschreckend - ewig dauert halt doch ein bißl lang...

    Was mich dabei auch interessieren würde: wer "darf" unsterblich werden, wer bleibt sterblich? Und wer entscheidet das? Wer darf bzw muss dann Kinder bekommen?

    Werden die Sterblichen dann zu einer Art menschlicher Arbeitsbienen?


    Mir fiel bei meinen Recherchen zu "Ewiges Leben" - und auch bei denen zu "Das Erwachen" - vor allem auf, dass uns ein ethischer Kompass fehlt. Die technologische Entwicklung ist rasant, sie kommt immer schneller voran und wird unser Leben und unsere Welt in wenigen Jahren völlig umkrempeln. Aber sie findet noch immer nach den alten Richtlinien statt: was möglich ist, wird ausprobiert; und wenn es Geld und Macht verspricht, gibt es kein Halten mehr. Bei Künstlicher Intelligenz und der Gentechnik Crispr/Cas9 sind ethische Diskussionen dringend erforderlich,

    Da sagst Du was...!

    Nur - woher soll jetzt so ein ethischer Kompass kommen? Ethikkommissionen, Religionen etc haben sich bis jetzt als wenig effektiv erwiesen. Der Mensch funktioniert leider nicht so - da sind Geld und Macht wesentliche Faktoren.

    Ratlose Grüße!

    Delora

    Das ist ein guter Gedanke - allerdings hat Futuria sicher genug Möglichkeiten, unliebsame Personen selber aus dem Weg zu räumen.

    Und Jossul muss auch nicht noch mehr "angeschwärzt" werden. Sein Ruf bzw der der Cherubim ist schon schlecht genug!

    Außerdem hat der Bischof seine Infos über den Tod des stellvertretenden Premierminister vom MI6 folglich vermute ich da schon recht valide Informationen.

    Und bei diesem Toten ist ja auch die veränderte DNA gefunden worden - hätte Futuria nicht großes Interesse gehabt, genau dies vorerst noch zu verheimlichen? Denn noch behauptet Futuria, dass es diese Unsterblichkeit noch nicht gibt.

    Stimmt. Die Frage ist: Was wäre vorzuziehen, biologische Unsterblichkeit oder ein ewiges Leben in einer virtuellen Realität, in der man sein kann was man will?

    Hmmm... kann die virtuelle Existenz überhaupt weiter verbleiben, wenn der reale Körper stirbt? Geht doch nicht!

    Denn so wie die VR hier geschildert wird, gehen die Protagonisten für eine bestimmte Zeit in diese gewünschten und konstruierten Welten. Der Körper bleibt doch in der realen Welt und muss dort atmen etc, also zumindest jede Art von Stoffwechsel muss weiter funktionieren.

    Weil es den allgemeine Fragenbereich bei einer Leserunde nicht mehr gibt, stelle ich hier meine Fragen...

    Andreas Brandhorst

    Was mich sehr interessieren würde: was ist Dein nächstes Buchprojekt? Kannst Du schon ein wenig darüber erzählen?


    Und außerdem: gibt es irgendwelche Neuigkeiten von den Babys in China? Außerdem ist da ja noch eine Frau schwanger - weiß man da irgendetwas? Bzw. Neuigkeiten über He Jiankui?


    Mit lieben Grüßen!

    Was ist denn das für ein Unfallfoto mit Pascale? Anscheinend ist es eine Fälschung, aber warum? Es scheint einen Grund zu geben, warum Pascale nicht mehr in der Öffentlichkeit erscheint und es gibt jemanden, der ihn für tot erklären wollte. Aber da das Foto eine Fälschung ist, lebt er anscheinend noch. Das macht es alles noch verworrener.

    Stimmt! Aber ich bin sicher, dass diesr Pascal Leclerq noch irgendwo auftauchen wird. Und ich hoffe, dass er sich als wissenschaftlicher Gegner von Futuria entpuppt (ich bin manchmal etwas hartnäckig in meinen Gedanken...)

    Dass der Erfinder erkennt, welche Lawine er da losgetreten hat. Aber kann man eine Lawine aufhalten?


    Auch wenn er Unsterbliche benennt, bin ich mir nicht sicher, ob er nur Unsterbliche nennt oder auch sterbliche Menschen zu Unsterblichen macht, die er aus dem Weg haben will. Ich denke da an Casper. Klar, Casper könnte unsterblich sein, aber wenn Edzel ein Aussteiger aus Futuria ist und Casper ggf. ebenfalls, aber beide etwas unterschiedliche Ziele haben, dann könnte Edzel Jossul dazu benutzen, Casper loszuwerden. Wobei Edzel selbst nicht genau zu wissen scheint, wer Casper ist. Was Casper für Edzel sicherlich noch gefährlicher macht. Immerhin ist Jossul ebenfalls auf der Hut und traut Edzel nicht uneingeschränkt.

    Casper und Edzel sind Gegenspieler von Futuria, die irgendwo in Futuria selbst tätig sein müssen. Beide haben so viele Insiderinformationen, dass kein anderer Schluss möglich ist.

    Allerdings hab ich mir schon überlegt, ob Edzel und Casper nicht vielleicht eine Person sind?! Ist der Gedanke abwägig?

    Das war wieder ein sehr ereignisreicher Abschnitt!


    Bemerkenswert sind sicher die hohen Investitionen von Futuria in den Bereich der VR. Wird das als Möglichkeit gesehen, die Unsterblichkeit real umzusetzen? Ich bin fast sicher, dass es zwischen diesen Bereichen eine inhaltliche Verbindung gibt. Vielleicht weil die VR ins Unendliche erweiterbar sein könnte?

    Aber ist so eine VR irgendwie kontrollierbar? So wie es im Internet auch das Darknet gibt, kann es doch auch in der VR Welten geben, die keineswegs Sonne-Strand-Meer-Idylle vorspielen, oder?

    Schließlich ist es von Menschen erdacht und genutzt.


    Sophias Exmann taucht in ihrer Wohnung auf, was zeigt wie verletzlich auch ausgeklügelte Sicherheitssysteme sein können. Mir ist nicht ganz klar, warum Andreas diesen Herrn auftauchen ließ. Welche Rolle wird er noch spielen? Denn Seitenfüller braucht dieses Buch keine. Dass Sophia sich dann plötzlich Borris zuwandte fand ich allerdings völlig unmotiviert und zusammenhanglos.


    Zu den Menagerien gab es bis jetzt wenig Hinweise, aber ich bin überzeugt, dass sie noch eine wichtige Rolle spielen werden.


    Jossul trifft den Informanten Edzel in der VR. Es ist seltsam, dass diese Welt als "Garten Eden" bezeichnet wird über den eine "Mutter" wacht. Damit werden Assoziationen gefördert, die tiefe menschliche Bedürfnisse bedienen. Klug!

    Und die Cherubim heißen auch nicht umsonst so - schon in der Bibel waren sie eine Art "special forces" zum Schutz des Baumes des Lebens. (Ich mag solche inhaltlichen Verweise! Danke!)

    Ebenso gefällt mir das Symbol der Triskele. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!


    Edzel verrät die Unsterblichen. Die Frage ist, wie er selbst zu diesen Informationen kommt und warum er sie weiter gibt. Wirklich vertrauenswürdig ist er nicht. Allerdings ist in diesem Buch bis jetzt eigentlich niemand so richtig vertrauenswürdig (nein! Auch Sophia ist es nicht!).


    Der Papst? Er erscheint sympathisch, aber alles in allem rückgratlos. Um die eigene Institution zu bewahren, befürwortet er die wissenschaftlich erzeugte Unsterblichkeit?! Hält er den Menschen für fähig, diese seelige Unsterblichkeit überhaupt auszuhalten?


    Und dann war da noch der Besuch in einer Futuria-Zentrale. Ehrlich, diese Huwyler ist doch ein rechter Schleimer! Und Borris findet heraus, dass er hhöchstwahrscheinlich ein Unsterblicher ist. Spannend - wie viele gibt es davon schon? Und wo sind die fehlgeschlagenen Versuche diesbezüglich? Denn die hat es zweifelsohne gegeben!

    Aber dieser Ausflug in die Zentrale ist eine perfekte Zusammenfassung der Geschichte der Gentechnik, der Genmanipulation. Das hat mir einiges an Recherche erspart - Danke! Ich nehme Dich mal als vertrauenswürdige Quelle, Andreas Brandhorst und werde nur noch ein wenig über Gaudelli nachlesen...


    Und hier wird auch eine ganz wichtige Frage gestellt, nämlich wie sich diese Unsterblichkeit auf den Geist und die Psyche des Menschen auswirkt. Könnte ein Mensch das überhaupt aushalten?

    Das finde ich wieder sehr spannend in diesem Buch, dass man Jossul nicht rundherum verurteilen kann, sondern seine Skepsis gegenüber Futuria durchaus berechtigt ist.

    Das ist wirklich ein ganz besonderer Aspekt hier! Jossuls Methoden sind radikal - nur welche friedlichen Methoden wären sinnvoll und zielführend? Jossuls religiöses Getue ist nervtötend - aber seine Bedenken wegen Futuria sind vernünftig und für mich logisch nachvollziehbar. Wie schon mehrfach gesagt... ich stecke in zahlreichen Dilemmata fest.

    Wie auch schon gesagt - es tut mir leid, dass sich bis jetzt keine Wissenschaftler gegen Futuria mobilisiert haben.

    Ich denke eher, dass er verschwunden ist, so wie dieser chinesische Wissenschaftler. Möglicherweise sind ihm Bedenken gekommen, und seine Compagnons haben ihn ruhiggestellt?

    Ich glaube ja auch nicht dran, dass Leclerq als Jossul wieder auftaucht. Der Gedanke war ein "Befreiungsschlag" für meine Gehirnzellen, die vor lauter Dilemmata nicht wissen, was sie denken sollen!;) Dann tut utopisches oder ziemlicher Unsinn manchmal gut!

    Dass er eventuell Bedenken bekommen hat, wäre schon eher möglich. Oder aber dass er sich voll und ganz der virtuellen Welt widmet.


    Prinzipiell hört es sich gut an, aber hier geht es um mehr, wenn ich das richtig verstanden habe. Ist nicht auch ein Schulterschluss mit Futuria geplant?

    Ja, ich hab das auch so im Gedächtnis - es geht um die Vereinigung aller Religionsgemeinschaften und auch um den Schulterschluss mit Futuria, denn nur so kann Religion als für eine Gesellschaft wichtiger Faktor, bestehen bleiben. Wenn Futuria die Unsterblichkeit erfinden, wozu dann noch Gott? Der wird dann völlig überflüssig und mit Gott auch sämtliche Würdenträger der religiösen Institutionen. Es wäre also letzte Rettung für sie.

    Dass der Attentäter nicht in dem Grab liegt, hat mich verwundert, ich hatte damit gerechnet, dass Futuria ihn so schnell wie möglich hat loswerden wollen. Wo ist er und was haben sie mit ihm gemacht bzw. was haben sie noch mit ihm vor?

    Ja, ich war fest davon überzeugt, dass Lars tatsächlich tot ist, allerdings hab ich nicht geglaubt, dass er an seinen Verbrennungen verstorben ist, sondern ermordet wurde. Jetzt frage ich mich natürlich, wo er jetzt tatsächlich ist. Wird er zu einem menschlichen Versuchskaninchen für Futuria? Oder wird er "umgedreht"?

    Hmm, die virtuelle Welt bietet so viele Möglichkeiten -- unter anderem, die Menschen schon mal in eine Abhängigkeit zu führen. Lies mal 'Ready Player One' von Ernest Kline.

    Danke für den Tipp, klingt spannend!

    ;)

    Das ist mein erster Roman von Andreas Brandhorst und in der Thriller-Schiene bin ich nicht so häufig unterwegs - bei Dystopien schon eher. Genau deswegen hat das Buch mich auch inhaltlich angesprochen und bisher bin ich sehr begeistert.


    Ich bin auch keine wirkliche Brandhorstbücher-Kennerin:o, aber mir hat die Leserunde "Das Erwachen" extrem gut gefallen, weil Andreas sich wirklich viel Mühe gemacht hat, unsere Fragen zu beantworten und auch weil aktuelle Themen (so wie hier auch) beleuchtet und besprochen werden. (Jedenfalls hat diese Leserunde damals meine ehemals legere Einstellung zum virtuellen Selbstschutz radikal verändert!)


    Auch wenn man das möglicherweise als Dystopie lesen mag, eigentlich ist die Wissenschaft und Forschung schon sehr weit, vermutlich weiter als wir denken! Und auch da gibt Andreas immer wieder interessante Infos!

    Es ist auf alle Fälle ein interessanter Blick in die Zukunft - und zwar in unsere Zukunft, da die Chancen durchaus gut stehen, dass ich in 20 Jahren noch immer lebe!


    Irgendetwas geht bei Futuria also nicht mit rechten Dingen zu und Sophias Neugierde ist geweckt, aaaaaber sie vergöttert Futuria.

    Natürlich sind Sophia und Borris sympathische Protagonisten und ihre Einstellungen werden glaubhaft transportiert. Aber Sophia braucht noch ein wenig Zeit um die Dankbarkeit gegenüber Futuria abzulegen und tatsächlich zur gnadenlos wahrheitssüchtigen Journalistin zu werden, die sie eigentlich ist. Was dann aber sicher moralische Dilemmata bringen wird. Gut so! Ich als Leser hocke schon zwischen den Stühlen, sollen es wenigsten die Protagonisten auch!;)

    Heilung von Krankenheiten ist für mich auch nochmal ein anderes Thema als Perfektion und Unsterblichkeit

    Perfektionierung (wer bestimmt denn nun, was perfekt ist?) bzw die Möglichkeiten dazu, sind für mich lukrative Nebenerscheinungen der Erforschung von Krankheiten und Medikamenten bzw Therapien.


    Ohhh, tolle Theorie - wie in "The Circle"!

    Das war nur ein momentaner Gedanke, keineswegs gut überlegt, eher ein "Befreiungsschlag" gegen die zahlreichen Zwiespältigkeiten in mir, mit denen ich hier gerade konfrontiert werde! Coole Geschichte!

    Allgemein sollte bei aller Gentechnik man genau ein Auge drauf haben und ich habe hier eher das Gefühl, dass die Kritik in der allgemeinen Euphorie völlig verloren gegangen ist.

    Da muss ich mich noch schlau machen, wer tatsächlich ein Auge drauf hat. Es gibt ja ein sog Moratorium diesbezüglich, aber was ist das tatsächlich wert? He Jiankui hat vermutlich tatsächlich die Genmanipulationen vorgenommen und Lulu und Nana sind jetzt auf der Welt. Und welchen Wert hat das Verbot, diese Forschungen fortzusetzen? Gibt es nicht immer irgendwo irgendwen, der genau da weitermacht? Das Wissen ist vorhanden!

    Jossul hat meiner Meinung nach eine ganz schöne Schraube locker, wenn er den Glauben vorschiebt und Mord damit zu rechtfertigt. Ein Fanatiker, der gefährlich und unbelehrbar ist.

    Wenn ich es mir genau überlege, hast Du schon recht: auch Jossul selber ist stark religiös motiviert in seinen Handlungen. Auch er ist ein Fanatiker. Ich hab momentan nicht mehr an "Sünde riechen" etc gedacht - sorry!

    Und auch wenn ich dem religiösen Gedanken wenig abgewinnen kann: ich verstehe das Ziel, Futuria in der aktuellen Form zu verhindern. Und was soll man mit Unsterblichen machen?


    Andererseits sind auch Verheuven udn Montero auf ihre Art Fanatiker - gefährlich und unbelehrbar.


    Ich sags ja: der Mensch ist nicht vernunftbegabt.

    Guten Morgen!


    dubh - Danke fürs Einrichten hier!


    Andreas Brandhorst : wie schön, dass Du diese Runde wieder begleitest! Ich bin sicher, dass es wieder extrem spannend wird.


    Das war ja ein interessanter erster Abschnitt!

    Nachdem die Crispr/cas Methode 2012 erstmals wissenschaftlich dokumentiert wurde, nehme ich mal an, dass Sophia und Borris sich irgendwo in den 2030iger Jahren befinden. Und dieser Gedanke ist für mich persönlich, wenn ich meine Zukunft bedenke, recht erschreckend. Für diesen Thriller ist es aber eine geniale Zeitvorgabe: in naher Zukunft, aber doch nicht gleich morgen. Das macht es noch mal spannender und interessanter!


    Der Prolog? Dass der Vater stirbt - Dignitas-unterstützt - mag für Pascal Leclerq der Grund gewesen sein, dass er seine Forschungen intensiviert um im Endeffekt Unsterblichkeit zu erreichen. Aber wie kann er nur glauben, dass diese Unsterblichkeit ein wünschenswertes Ziel ist? Gibt es da nicht zahlreiche Probleme, die erst gelöst werden sollten? Wohin mit all den Menschen? Und ist der Tod nicht ein funktionaler Teil des Lebens?

    Du siehst schon: ich gehöre noch immer zu denen, die die Unsterblichkeit nicht wünschen!

    Und wohin ist Pascal verschwunden? Eigentlich wünsche ich mir fast, dass Pascal Lelerq gegen seine eigene Firma arbeitet, an der Seite von Jossul oder dass er selber Jossul ist!;)


    Sophia und Borris - eigentlich wirken die beiden sympathisch. Es ist auch verständlich, dass Sophia von Futuria recht begeistert ist, da diese Firma ihr ein normales Leben ermöglicht, schließlich hat sie ja ein extremes Paket an Erkrankungen mitbekommen. Damit ist sie allerdings auch befangen, was Futuria angeht. Umso sympathischer ist es allerdings, dass sie sich gleich von Borris zu dem Ausflug auf den Friedhof überreden lässt und damit ist bei ihr zumindest mal ein erster Zweifel gesät. Wohin ist übrigens dieser Lars verschwunden?

    Und wer ist dieser Casper? Er scheint ja Futuria auch skeptisch gegenüberzustehen.


    Und damit war ich als Leser sofort in einem gehörigen Dilemma, denn die Heilung von Krankheiten kann man ja nur positiv, wünschenswert und erstrebenswert finden. Der Wunsch nach Perfektion und Unsterblichkeit? Das ist wieder ein sehr zweifelhafter Wunsch, aber ein unumgänglicher Nebeneffekt. Wer entscheidet, was perfekt ist? Wer entscheidet, wer unsterblich sein soll? Wie weit darf der Mensch eingreifen?
    Ich halte den Menschen zwar für intelligent, aber nicht für vernunftbegabt. Daran scheitert er!


    Ein wenig leid tut es mir, dass Futuria erst mal religiös anmutende Kontrahenten gegenüber gestellt werden. "Sie versündigen sich am Werk der Schöpfung" ist für mich kein Argument. Eine Gruppe von Wissenschaftlern wäre mir persönlich lieber als Gegner!


    In der ersten Variante hier hab ich noch geschrieben, dass mir Jossul selber nicht so sehr vom religiösen Gedanken getragen erscheint. Das war ein Fehler! Irgendwie hab ich seine Äußerungen in dieser Richtung ausgeblendet! Sorry! Er riecht Sünde etc. Damit tut es mir noch mehr leid, dass Futuria bis jetzt keine Wissenschaftler als Gegner hat.

    Es ist mir noch nicht ganz klar, welche Ziele genau er verfolgt und was sein Antrieb ist. Angenommen er gewinnt? Was macht er dann mit dem Wissen?


    Damit liegen wieder zahlreiche Fragen vor mit, denn abgesehen von dieser "Zukunft der Medizin"-Fragen, werden ja auch noch Klimafragen, religiöse Fragen und wirtschaftliche Fragen erwähnt. Es spielt alles zusammen - ein gordischer Knoten?


    Was ist übrigens ein biokybernetisches Interface?


    Ein spannender und nachdenklich machender Start ins Buch - ich bin begeister!

    Ein trauriges Ende - und die Gewissheit, dass es mindestens noch einen Folgeband geben muss!


    Fritze wird abgeholt - Rademann hat seinen Willen durchgesetzt und Fritze muss jetzt zu seiner neuen Pflegefamilie. Schlimm finde ich das Verbot, Charly und Gereon wiederzusehen - das ist einfach bitter.

    Ich bin leider sicher, dass Rademann sehr auf die Einhaltung dieser Regelung achten wird.

    Und wie wird Fritze sich in seiner neuen Familie einleben? Er hat ja auch Interessen, die in der HJ nicht wirklich gut angesehen werden - das Lesen zum Beispiel. Ich vermute mal, dass die politische Ausrichtung dieser Familie ihn zum Nachdenken und vielleicht sogar Ablehnen bringen wird.


    Gereon hat Marlow ans Messer geliefert - Berufsrisiko. Und Marlow hat sofort durchschaut, wer Drahtzieher hinter diesem Verrat war. Dass dann allerdings ausgerechnet der dämliche Döring ohne es zu wissen zu Raths Lebensretter wird, ist doch irgendwie komisch!

    Dass der Streit von Gereon und Charly abgehört wurde, war zu erwarten - und damit sitzt Gereon jetzt noch tiefer in der Patsche. Jetzt ist er der SD verpflichtet - kein guter Partner!


    Marlow hat klug und vorausschauend alles für eine mögliche Flucht schon vorbereitet. Es war ihm klar, dass es eines Tages notwendig werden könnte. Ich bin mir sicher, dass ihm diese Flucht auch gelingen wird - genauso sicher bin ich, dass es noch zu einer wichtigen Konfrontation zwischen Marlow und Gereon kommen wird.

    Vielleicht nach Köln, weg aus Berlin. Das sollten die drei meiner Meinung nach sowieso - also zum Ende der Reihe. Nach Köln gehen und einen Neuanfang starten. Ich spekuliere schon mal in die Zukunft.

    Das mach ich auch gerne - in die literarische Zukunft spekulieren. In diesem Fall wäre aber Köln viel zu nah - Amerika? Oder Südafrika? Auf alle Fälle weg aus Deutschland, dem ja keine gute Zeit bevorstand.

    Aber ich fürchte, sie werden den richtigen Zeitpunkt verpassen.


    (Ich mag es ja, wenn die Bösewichte so eine große und bedrohliche Rolle spielen. Wenn sie facettenreich und interessant sind und nicht einfach nur die Bösen.)

    Stimmt! Genau so geht es mir auch. Und da ich nicht die ganzen Vorgeschichen und vorangegangenen bösartigen Taten kenne, sind weder Marlow noch Kuen Yao nur die Bösen.

    Sie haben aus verschiedensten Gründen diese Karriere eingeschlagen und das bestmögliche daraus gemacht.

    Und vielleicht waren aus ihrer Sicht die Morde keine moralische Frage, sondern eine berufliche Notwendigkeit. Und da geht es um Geschäft und um das eigene Überleben. Und das haben Marlow und Kuen Yao klug und erfolgreich gemacht!


    Es mag schon sein, dass Marlow Gereon im Endeffekt unterschätzt hat, aber ich fürchte auch Gereon war sich nicht klar, gegen welche Gegner er da jetzt antritt. Denn ansonsten hätte er nicht so viel vor Charly verheimlicht und sie vor ihm - sie müssten ihre Kräfte bündeln, anstatt so herumzueiern.


    Ich bin neugierig, ob sich meine Sympathien hier ändern werden, wenn ich die anderen Bände gelesen habe:o

    Ich hab mir auch schon gedacht, dass - im realen Leben - es eine enorm hohe Dunkelziffer an Mördern bzw Todesfällen gegeben hat. Marlow hat das System wirklich perfektioniert!

    Und wenn Wrede bei seiner Diagnostik etwas flexibler gewesen wäre, wäre Böhm nie hellhörig geworden! Und Marlow hätte weitermachen können und wäre nie aufgefallen. Obwohl - es war schon seltsam, dass alle Beteiligten im Fall Bruck tödliche Unfälle hatten.


    dubh: danke für Historie der Klassifikation der Tumore - ich finde solche Informationen immer sehr interessant.