Beiträge von ysa

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    Wurde eigentlich irgendwo erwähnt, wo in etwa die Insel liegt? Ich habe nur mitbekommen, dass es nicht Deutschland ist...


    Stakkey - ich glaube, dass es eine der Kanalinseln ist. Allerdings eine von den extrem fürchterlich kleinen!


    Der Unfall bereitet mir auch Kopfzerbrechen. Was ist tatsächlich passiert? Wer war Schuld? Wenn Liv direkt vom Krankenhaus nach Aranea Hall geschickt wurde und das Internat nur Schüler mit "besonderen" Fähigkeiten aufnimmt, hat sie den Unfall vielleicht selbst verursacht? Wie geht es Tom? Da stimmt doch irgendetwas nicht. Sie kann ihn nicht erreichen und die Reaktion vom Schulleiter war auch sehr ausweichend.


    Außerdem werden die besonderen Fähigkeiten nicht näher definiert - spannend! Und noch mehr irritiert mich die Tatsache, dass ich es keine Verbindung zur Außenwelt gibt - weder Internet noch Telefon! Mich würde das wahnsinnig machen!


    Nebenbeibemerkt ist Aranea Hall ein wunderschöner Name. Könnte ich mir auch als einen Namen einer Detektivin vorstellen ;D.


    Aranea bedeutet in der Zoologie Webspinne... als Name für eine Detektivin nur in einer Fantasygeschichte und wenn sie Arachnophobikerin ist :stopp:


    Und die Szene auf der Pinie über dem Abgrund - NIE, NIE, NIE wäre ich da hinaus geklettert!!! Aber es ist ja glücklicherweise eine Fantasygeschichte...


    Ich hab ja schon mal gesagt, dass ich nicht so der Fantasyprofi bin. Es wundert mich allerdings ein wenig, dass ich beim Lesen hier immer wieder den Realitätsvergleich anstelle, was man bei Fantasygeschichten eher nicht machen sollte!
    Aber es liest sich gut!


    :winken:

    Die ganze Struktur der Schule, mit diesem Einweihungsrätsel usw. läuft für mich auf einen Geheimorden (Sekte) hin. Alle müssen sich auf die Philosophie des Ordens einlassen um in die höheren Stufen aufzusteigen usw.


    Damit hast Du völlig recht: die ganze Schule ist irgendwie wie ein Geheimorden aufgebaut. Deshalb wirkt sie auf mich so gespenstisch! Und die Begeisterung der Schüler... seltsam und auch ein wenig unheimlich!
    Und von Gehirnwäsche zu sprechen ist nicht übertrieben!


    Ich würde es gut finden, wenn es weiter in Richtung Mythologie geht.


    Ja! Das würde mir auch sehr gefallen! Und ich glaube, wir haben diesbezüglich gute Chancen! ;) Warum sonst sollte Zeus und Arachne erwähnt werden?


    Irgendwie sind wir bei den Göttern gelandet... und ich komme nicht drumrum, an Percy Jackson zu denken. (Auch wenn ich eigentlich versuche, solche Vergleiche zu vermeiden)


    Warum eigentlich? Ich finde solche Vergleiche ziemlich interessant!




    Am unheimlichsten finde ich aber gerade ihre Stunden bei Schulleiter - wenn er sie ohne ihr Wissen hypnotisiert (oder so) ist das ja nicht gerade die feine Art !


    Nicht die feine Art??? Das ist ganz grob! Das ist auch der Grund, warum mir Herr Nygren immer unsympathischer wird. Ich weiß zwar nicht, warum er das tut, aber sich Wissen so zu erschleichen... das kann doch nicht zu einem guten Ende führen, oder?


    Es ist auf alle Fälle spannend zu lesen und das Herumspekulieren macht mir wirklich Freude!


    :winken:

    Guten Morgen!


    Natürlich hab ich gestern sofort weiter lesen müssen :vogelzeigen:


    Viele, viele Infos und eigentlich fast gar keine Antworten - bis jetzt zumindest. Vor allem die Kognitionsstunde mit der Hypnose war überaus verwirrend. Warum sieht der Schulleiter aus wie ihr Vater? Und was hat Zeus mit all dem zu tun?


    Im ersten Teil fand ich die Schule an sich noch sehr interessant - mittlerweile kommt sie mir ein wenig gespenstisch vor. Auch die allgemeine Begeisterung.


    Allerdings gefällt mir die "Aufnahmeprüfung in den inneren Kreis" (was ist das nun schon wieder???) in Form eines Rätsels! Wichtig in diesem Zusammenhang ist für mich das Buch, das ihr der Bibliothekar zu dem Thema gibt. Da werden Gegensätze einander gegenübergestellt, mit der Erkenntnis, dass das eine ohne dem anderen nicht existieren kann. Und in dem Buch finden sich ja auch einige solche Gegensatzpaare: Jayce und Malik, Kaj und Liv zum Beispiel. Und die Ritter am Fensterbild sowieso.
    Und da ist ja auch noch das Thema der Quantenverschränkung - ich bin kein Mathematiker oder Physiker, aber ich hab das so verstanden, dass die Summe vieler Teile mehr ergibt oder andere Eigenschaften ergibt als die Einzelteile selber (War das nicht auch irgendein Satz aus Harry Potters Zaubertrankunterricht? :-\)
    Nur wie ordnet man da eine Bibliothek? Mathe ist wirklich nicht meine Stärke!!!! :verrueckt:


    Ist Liv jetzt in einer Parallelwelt gelandet?


    Stutzig machen mich auch die Hinweise auf Livs Unfall. Die Stimmen, die sie da hörte. Sie war danach alleine unter Fremden?? Wo war da ihre Mutter? Es ist ja eine Fantasygeschichte und vielleicht sollte ich da nicht so sehr nach dem Realitätsgehalt fragen - aber irgendwie drängt sich das hier schon auf! Egal! Vielleicht wird das ja noch aufgelöst!


    Dass Miki das Arachnet knacken will und kann imponiert mir sehr - Revolution! 8)
    Aber dass Liv Tom nicht erreichen kann, ist traurig. Als die Verbindungdann getrennt wird und sie, Tom betreffend, mit den Worten "Weißt Du es nicht?" alleine bleibt, ist die ganze Situation einfach nur grausam. Zwischen den Zeilen spürt man Livs schreckliche Einsamkeit in diesem Moment!


    Und dann ist ja noch die Bienenkönigin da - Livs Spiegelung. Wie kommt es eigentlich, dass sie die Chefin im Pausenhof ist? Ist das eine normale gruppendynamische Entwicklung? Dass es immer so eine Bienenkönigin gibt?


    Noch etwas - vielleicht hab ich es ja überlesen, aber Liv sagt zumindest 2x, dass sie bereits mehrmals bei Schulpsychologen war. Warum eigentlich? Nach dem Unfall, der eine psychologische Betreuung eventuell erforderlich gemacht hätte, kam sie ja sofort nach Aranea hall. Was war los, dass Psychologen notwendig waren?


    Hmmm... viele Fragen...


    Ich wünsche Euch allen einen schönen Ostermontag!
    :winken:

    Als sie das Gespräch belauschen konnte, hab ich auch in die Richtung überlegt, das es mit ihrer Gabe zu tun haben könnte.
    Der Schulleiter erscheint zwar auf den ersten Blick ganz Nett, aber irgendwas stimmt nicht an ihm und mich würde mal interessieren, warum er sie gefragt hat, ob sie einige Zeit auf die Kette verzichten könnte?


    Genau! Und warum duzt er sie da plötzlich und ohne ersichtlichen Grund? Kennt er sie schon?


    :winken:

    Es wurde ja schon einiges spekuliert hier...
    Ein Punkt fehlt mir aber noch. Erinnert Ihr Euch an das "belauschte Gespräch" in der Bibliothek? Wo Liv nicht sehen konnte, wen sie da unfreiwillig belauschte?


    Könnte es sein, dass das irgendetwas mit ihren Fähigkeiten zu tun hat? Ich meine nicht der Inhalt des Gesprächs, sondern eher die Tatsache, dass sie es hören konnte?


    ??? ??? ???


    Und was haltet Ihr vom Schulleiter? Auf den ersten Blick ist er mir sympathisch... aber mit Vorbehalt! So ganz sicher bin ich mir nicht!


    :winken:


    Spaß macht mir das Lesen ganz bestimmt! Man soll ja hin und wieder fremdes Gebiet erforschen (auch wenn es von der Couch aus ist!). Und ich finde den Austausch mit Euch allen wirklich interessant und bereichernd! Danke!


    Und diese Theorie, dass Livs Mutter eigentlich nicht wollte, dass Liv ihre Fähigkeiten erkennt und nützt, ist spannend! Und der Unfall war dann ausschlaggebend dafür, dass sie erkannte, dass die beste Möglichkeit mit diesen Fähigkeiten umzugehen ist, sie beherrschen zu lernen? :boxen:


    Ist dann dieses Tetradrachmon (ich habs nachschlagen müssen :-[) eine Art Schutzschild?


    Spannend!!!! :sabber:

    Noch ein Nachtrag zum Cover... wird das Schulwappen nicht als rotes Spinnennetz auf schwarzem Grund beschrieben? Das hätte mir als Coverfarbe besser gefallen - wahrscheinlich!


    Ich mag Susannes Schriebstil auch total gerne !!
    Was für Wörter sind das denn, Kanya ? Ich habe bislang noch nicht gestockt.


    Dem kann ich mich wirklich anschließen: ich mag den Schreibstil sehr gerne - man landet mitten in der Geschichte, spürt die Stimmung und wird neugierig!
    Vereinzelte Wörter hab ich auch nachschlagen müssen - Noob zum Beispiel... ich bin halt schon etwas älter.... aber halt noch nicht so alt, dass ich Komtur verwenden würde....
    Unbestreitbar: Lesen bildet!


    Bis bald!

    Guten Morgen liebe Susanne, guten Morgen liebe Mitleserinnen,


    ich gebe gleich zu Beginn zu: Bücher dieser Art sind an sich nicht mein Beuteschema, aber im Rahmen eine Challenge sollen verschiedene Kriterien erfüllt werden - und schließlich schadet es ja auch überhaupt nicht, hin und wieder ein klein wenig über den Tellerrand hinauszulesen 8)


    Der Schutzumschlag gefällt mir recht gut, obwohl ich mit Pink nicht so wirklich viel anfangen kann... aber pink, blau und schwarz passen gut zusammen!
    Das Pink des Buches selber ist schon etwas heftig - normalerweise nehme ich den Schutzumschlag beim Lesen weg, hier lass ich ihn lieber drauf!


    Susanne, das hat aber nicht zwingend mit dem Alter zu tun. In der Gegend von meinen Eltern habe ich mal eine süße ältere Dame mit pinkgefärbten Haaren und dazu passendem Outfit gesehen :D.


    Nein... mit dem Alter hat das nicht zwingend zu tun. Barbara Cartland hat ja in Sachen Pink eine bewundernswerte Kompromisslosigkeit gezeigt.


    Bis jetzt ist es recht spannend zu lesen: Liv kommt in eine neue Schule - Aranea hall. Der Begriff Kampfküken beschreibt sie wirklich gut (außerdem gefällt mir der Ausdruck). Und anfangs war sie mir zwar nicht unsympathisch, aber so richtig nett konnte ich sie nicht finden. Allerdings ist mir schon klar, dass das keine sehr leichte Zeit für Jugendliche ist! Aber das war nur anfangs so - sie hat mein Herz gewonnen, weil sie Bücher liebt und eine Leseratte ist (so hat halt jeder seine Vorurteile :-[). Entzückend finde ich auch, dass sie ihren Bruder trotz allem von Herzen liebt! Das zeigt schon Größe!


    Seltsam finde ich, dass ihre Mutter vorher nicht mit ihr über den Aufenthalt in Aranea hall gesprochen hat. Ohne Vorwarnung einfach so verschickt werden - logisch, dass man dann nicht dort bleiben will!!! Diese Situation stelle ich mir übrigens wirklich schrecklich vor. Das hat nichts mit "Dolly"-Romantik zu tun. Die Jugendbücher ändern sich halt auch...


    Immer wieder erwähnt wird ihre Freundschaft zu Tom. Wer ist er? Wo ist er? Wie kommt Liv eigentlich zu Freunden, die so ganz anders sind, als sie selbst. Sie sagt ja einmal, dass sie eigentlich die einzige war, die ein zu Hause im üblichen Sinne hatte!


    Aranea hall? Ich bin schon sehr neugierig, was da noch alles passieren wird. Es scheint ja eine besondere Schule für besondere Schüler zu sein - nur was es jetzt wirklich mit den besonderen Begabungen auf sich hat, wurde noch nicht genauer erklärt. Was steckt hinter der Fassade dieser Schule?


    Jayce und Malik sind interessante Charaktere und ich bin mir sicher, dass sie noch einiges bieten werden - abgesehen von riskanten Kletterpartien.


    Immer wieder tauchen die Hinweise auf eine Doppelgängerin auf und es wundert mich, dass Liv diesbezüglich nicht neugieriger ist. Ich wäre fürchterlich neugierig!


    Ich bin schon neugierig, wie es mit dem Kampfküken weitergeht... es sind schon viele Fragen aufgetaucht!


    :winken:

    Es tut mir leid - der Mai wird für mich beruflich etwas turbulenter. Folglich möchte ich meine Bewerbung für ein Freiexemplar zurückziehen. Wenn es sich ausgeht, werde ich mitlesen, allerdings kann ich das nicht verlässlich zusagen! Tut mir leid!


    Glg!
    ysa

    Liebe Iris, liebe Mitleserinnen,


    Auch wenn ich meine Rezension nicht überall posten kann - die Gründe dafür wurden ja bereits erörtert - so möchte ich doch noch sagen, dass ich dieses wundervolle und wichtige Buch überall weiterempfehle - in Foren und auch im Freundeskreis. Es muss gelesen werden!


    Euch allen möchte ich noch ein herzliches "Dankeschön" sagen für diese großartige Leserunde! Es war wirklich toll!


    iris: welche literarischen Pläne hast Du jetzt? Wann kommt Dein nächstes Buch?


    Alles Liebe!
    ysa :winken:


    kessi69: ich hoffe, es geht Dir und Deiner Familie gut. Ich drück jedenfalls alle Daumen! :trost:

    Die silberne Spieldose
    Mina Baites


    Dieses Buch erzählt uns die Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal. Beginnend mit Johann, Silberschmied aus Hamburg der für seinen Sohn Paul eine silberne Spieldose anfertigt. Als Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig für den Kriegsdienst, um für seine Heimat zu kämpfen. Johann stirbt und die Spieldose begleitet Paul und seine Familie weiterhin. Sie ist das verbindende Element zwischen Generationen und Jahrzehnten. Sie begleitet die Familie durch Zeiten wirtschaftlicher Veränderung, zunehmendem Antisemitismus und Krieg bis in die 1960iger Jahre.

    Mina Baites/Iris Klockmann beschreibt den Alltag dieser jüdischen Familie in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus. Es sind weniger extreme Gräueltaten, sondern vielmehr der grausame „Alltag“, der die Situation der Blumenthals fassbar macht. Die Freunde und Nachbarn, die sich plötzlich abwenden, Gesetze, die das Leben erst schwer, später dann unerträglich machen. Auch die Mitglieder der Familie Blumenthal müssen alles versuchen, diese Zeit zu überstehen.


    Es ist eine sehr berührende Geschichte, deren sympathische Protagonisten einem sofort ans Herz wachsen. Und es ist dieses emotionale Element, das die Geschichte zu etwas ganz Besonderem macht. Wir haben alle einiges über diese Zeit gelernt, aber in diesem Buch ist man mit Herz dabei – was dem Ganzen eine zusätzliche Qualität gibt.
    Die Autorin schafft es, ein schwieriges Kapitel Zeitgeschichte ohne erhobenem Zeigefinger und ohne Moralpredigt zu behandeln. Es ist die emotionale Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist, die lange nachhallt, zum Nachdenken anregt und informativ ist. Ein wichtiges Buch! Unbedingt lesen!!!



    https://literaturschock.de/lit….msg960401.html#msg960401


    https://www.lovelybooks.de/aut…e-Spieldose-1433887602-w/


    https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=B01MA6BSQS

    Und wieder ein Zeitensprung - auch wenn ich sie sehr gelungen finde und denke, dass sie die Handlung "verdichten" und somit intensivieren... diesmal wollte ich fast so etwas wie "IRIS!!! Das darfst Du nicht mit mir machen! Ich will wissen, wie es mit Paul, Clara und Margarethe weitergeht!!!" hier schreiben (Natürlich alles in Großbuchstaben, was ich sonst nicht mache :-[)


    Der Zeitensprung war trotzdem genau richtig, ich gebs ja zu! ::)


    In diesem Abschnitt werden alle offenen Fragen über die einzelnen Schicksale beantwortet - ich gestehe: ich hatte fast durchgehend Tränen in den Augen!


    Clara hat ihr Leben eigentlich für ihre Kinder geopfert.
    Paul musste sie dann den Kindertransporten nach England anvertrauen, in der Hoffnung auf Sicherheit.
    Paul musste alleine auswandern - ohne Kinder.
    Gregor starb während des Krieges und somit war die Verbindung nach Kapstadt unterbrochen.
    Max hat sich umgebracht, wie sicherlich sehr viele andere Juden, für die diese Situation untragbar geworden ist. (Welche Enttäuschung, wenn sich die eigenen Nachbarn und Freunde brutal gegen einen wenden....)
    Wie schön, dass Alma Rückgrat bewiesen hat und auch weiterhin für ihn da war!
    Die hübsche Liebesgeschichte zwischen Lilian und Sam lockerten diesen letzten Abschnitt ein wenig auf.


    Die silberne Spieldose war das verbindende Element zwischen Johann, Peter, Margarethe und Lilian (wie klug von Margarethe, sie weiter zu geben!!!). Ohne diese Spieldose wäre Lilians Suche im Sande verlaufen. Sie hat das Wiederfinden der Familie ermöglicht.


    Deshalb noch einmal: Titel und Cover sind perfekt!



    Herzlichen Dank für diese überaus interessante und lehrreiche Leserunde! Liebe Iris, danke für alle Buchtipps zwischendurch - ich werde diesbezüglich sicher weiterlesen.


    Mit Euch allen gemeinsam zu lesen, ist Lesen mit Mehrwert! Danke!
    :winken:

    Ich bin da ganz bei Dir, was Deine Einschätzung der Nazis und des größten Teils der deutschen Bevölkerung angeht. Allerdings glaube ich, dass Hitler sehr wohl eine große Ausstrahlung hatte. Er war ein begnadeter Redner, der die Massen mit seinem rasenden Gebrüll und seinen wilden Gesten irgendwie angesprochen hat. Wir ordnen ihn heute anders ein, weil wir seinen Charakter und seine "Utopien" kennen, aber ich denke doch, dass er sich sehr geschickt angestellt hat.


    Das ist die Einschätzung die wir heute von Hitler haben (nämlich dass er "einen an der Waffel hatte") - aber ich habe in vielen Zeitzeugenberichten etc oft gehört, gesehen und gelesen, dass Hitler ein sehr guter Redner war, dass er ein fast schon charismatisches Wesen hatte (wie ungern ich das schreibe!!!) - aber unter seinen Fans und Unterstützern (durchaus finanziell) waren sehr, sehr viele Frauen. :'( Auch wenn das für uns unverständlich ist - damals war es so...


    Aber immer, wenn ich an Hitler denke, fällt mir auch automatisch "Der große Dikator" ein, der mit dem Erdball spielt...


    Aus Wikipedia:
    1940: Der große Diktator


    Am 15. Oktober 1940 war die Premiere von Chaplins erstem Tonfilm Der große Diktator (The Great Dictator). Chaplins satirische Parodie auf den Faschismus richtete sich symbolisch auch gegen die US-Staatsmacht und den Militarismus allgemein. Diesen Anti-Hitler-Film wollte die US-amerikanische Zensurbehörde zuerst nicht genehmigen. Die Enkeltochter Laura Chaplin gab als Grund an, die Deutschen hätten mit Wirtschaftssanktionen gedroht.[23] Die Konservativen Amerikas unterschätzten anfangs Hitlers Machtwahn und hielten ihn für einen großartigen Politiker, da er quasi ein Verbündeter in Europa gegen den Bolschewismus Stalins war. Chaplins Film passte ihnen also gar nicht ins Konzept. Präsident Roosevelt selbst wollte den Film; für Chaplin wäre ein akut drohendes Verbot des Streifens letztlich zu riskant gewesen. Der Film war für Chaplin wirtschaftlich besonders erfolgreich.[24]


    Ganz wenige unsrer klugen Köpfe haben es vorhergesagt. Der Moralist Erich Kästner zum Beispiel! Da empfehle ich mal einige seiner Gedichte aus den zwanziger Jahren... Gehört hat niemand auf diese Handvoll Visionäre! Und - Kästner bekam ja sehr bald Schreibverbot und seine Werke befanden sich unter jenen, die da öffentlich verbrannt wurden ( er selbst stand am Rande der gaffenden und geifernden Masse - man stelle sich nur vor, wie ihm zumute gewesen sein mag! )


    Das war eine grausame Szene - Kästner wurde ja von den Nazis, die die Bücher verbrannten, erkannt!


    Es stimmt, dass viele ältere Juden sich, wie Onkel Max, weigerten, ihr Heimatland zu verlassen! Die Klugen unter ihnen aber waren keineswegs so naiv zu glauben, dass ihnen schon nichts passieren würde! Im Gegenteil! Sie dachten wie Max, sie wollten nicht verpflanzt werden. Dafür nahmen sie den Tod in Kauf.... Das ist auch eine Art von Mut!
    Das ist innerer Widerstand, dem ich meinen ganzen Respekt zolle!


    Auch diesbezüglich stimme ich Dir voll und ganz zu! Max war sicher nicht naiv - dazu hat er eben auch schon zu viel erlebt. Was dann kam, ob er damit gerechnet hat? Aber es ist sein Widerstand, seine persönliche Einstellung, sein "sich nicht vertreiben lassen" die mir imponieren! Dass es keine leichte Zeit würde, das hat er sicher gewußt. Und die Enttäuschung, die er bzw Menschen wie er über ihre Mitmenschen empfunden haben musste, die bedrückt mich heute noch!


    Ich schließe mich Deinen Worten an. Am Schlimmsten fand ich z.B. auch, wieviele Nazigrößen untertauchen konnten - und unbehelligt in Südamerika unter einem neuen Namen ein wunderbares Leben führen konnten!


    Auch Posten wurden - wie wir alle wissen - wiederbesetzt, auch in der deutschen Justiz. Vielleicht konnte sich manches NSDAP-Parteimitglied (und Schlimmeres) sich die Plakette kaufen, die dann das Entnazifizierungsprogramm mit sich brachte...


    Ja! Das ist schrecklich und unverständlich. Aber es wundert mich nicht, dass diese Ideologie weiter besteht... (aber es erschreckt mich!)


    Liebe Iris, mit Deinem Buch hast Du hier eine sehr interessante Diskussion ermöglicht... Danke!


    :lesen:

    Ich denke auch das es Brigitte war, die vielleicht einfach nur der Neid, der falsche Freundeskreis oder sonst was getrieben hat. Ihren Arbeitgeber hat sie ja auch gleich mit ans Messer geliefert.
    Ich bin mir sicher, dass es Brigitte war, denn Paul hat sie ja aus dem Augenwinkel gesehen. Mir ist einfach unverständlich, was sie davon hat, jemanden zu denunzieren.


    Ja, ich bin mir auch sicher, dass Brigitte diejenige war, die Paul und seine Familie verraten hat. Aber... glaubt ihr nicht, dass auch jene, die einen anderen Menschen denunziert haben, oft in erster Linie Angst hatten? Weil sie ja selber immer in Gefahr waren - vor allem als "Mitwisser". Mit dieser Angst hat ja das System funktioniert...
    Und oft war es ja auch nicht die Angst um sich selbst, es war ja auch immer die Angst um die Lieben...
    Missversteht mich bitte nicht: ich finde es schrecklich, was passiert ist, aber ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass ich jetzt lebe und meine Menschlichkeit nicht unter diesen extremen Voraussetzungen beweisen muss!


    ysa :winken:

    Schön, dass Lotte sich traut, Kuipers für die Führung durch Kapstadt zu 'engagieren' ;) Dass sie noch um Johann trauert, sieht man an ihrem "Zwiegespräch" mit ihm...


    Ach ja, Lotte... darauf hab ich jetzt fast vergessen: natürlich freut es mich, dass sie schön langsam in Kapstadt ein neues Leben anfangen kann. Und Antoon Kuipers scheint ein recht netter Mensch zu sein - hoffe ich wenigstens!


    Johanns Tagebucheinträge finde ich immer wieder schön zu lesen. Er begleitet die Familie auch nach seinem Tod und ist irgendwie immer mit dabei, genauso wie die Spieldose. Er ist wie der rote Faden… 8)


    Wobei ich es doch sehr interessant finde, dass Johann an der Existenz eines Gottes zweifelt! Bei all den Erlebnissen in den Schützengräben kommt sicher einmal der Gedanke, dass kein Gott der Welt etwas derartiges wollen kann!



    Auch ich habe diesen Abschnitt geradezu verschlungen, das ist wieder so ein Buch mit Sogwirkung, man muss einfach weiterlesen, denn die Protagonisten liegen mir schon so sehr am Herzen, dass es mich ganz nervös macht, nicht zu wissen, was mit ihnen passiert.


    Das hast Du toll gesagt, Dreamworx und ich kann mich dem nur anschließen! Mir geht es genauso und deshalb werde ich gleich weiterlesen!


    :winken:

    Endlich beschließen Paul und Clara auszuwandern. Sie fühlen sich zwar Max und Dr. Fisch gegenüber verantwortlich, wollen sie in diesem schrecklichen Chaos nicht alleine lassen, aber sie haben ja auch Verantwortung gegenüber Margarethe! Max sagt es ihnen ja auch recht deutlich! Ich mag diesen sturen Herrn einfach gerne ;)


    Dass es eine Reichsfluchtsteuer gab, wußte ich vorher auch nicht! Das ist ja nur eine andere Bezeichnung für Enteignung! Wie schrecklich!


    Besonders traurig fand ich die Geschichte rund um die Freundin von Clara, die sich erhängt hat. Und dann noch der Pfarrer, der Mitglied der NSDAP war... Es sind zwar nur ein paar Sätze - aber die haben es in sich!


    Die Flucht selber, die neuen Namen - alles zusammen muss mit einem kleinen Kind fürchterlich riskant sein. Diese permanente Angst, entdeckt zu werden, kommt zwischen den Zeilen sehr gut rüber! Claras Schwangerschaft erschwert die ganze Flucht natürlich. Am Schluss dieses Abschnitts werden dann alle Pläne und Träume zerstört: kein Schiff nach Kapstadt...wohin jetzt? Werden sie die Ausreise nach Amerika versuchen?


    In diesem Grauen ist es aber gut, zu sehen, dass Paul und seine Familie nicht ganz alleine sind: Gregor und August helfen wo sie können - und riskieren dabei auch viel. Und auch Friedrich Lückemeier, der sich nicht von der allgemeinen Grausamkeit anstecken lässt. Glücklicherweise gab es auch solche Menschen!


    Und überall mit dabei ist die Spieldose - und immer sehe ich diesen witzigen Vogel vor mir, der zwitschert und der Deckel, der so rasch schließt...