Beiträge von ysa

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    Grüß Euch!


    Erschreckend, dass all diese Einsamkeit, das Ausgeschlossen-sein, diese Probleme bereits mit 12 Jahren begonnen haben. Dafür hast Du sehr lange ziemlich gut funktioniert! Ab welchem Alter hast Du gemerkt, dass irgendetwas nicht ganz so passt? War das 2003 oder hattest Du schon vorher einen Verdacht?
    Wie geht es Dir jetzt mit dem Gedanken an Deine Kindheit bzw an Deine Mutter? Ich nehme an, dass es in der Therapie immer noch Thema ist und immer wieder besprochen wird. Hast Du das jemals mit Deinem Vater besprochen?
    Eigentlich erstaunlich, dass Du bei dieser Vergangenheit eine glückliche Familie gründen konntest!




    ...genau das wollte ich ja vermitteln, dass ich da am Anfang meine Probleme damit hatte, zum Teil auch überheblich reagiert habe. Auch das ist ein Teil dessen, was man erst durch die ganz Therapie lernt. Über den Schatten springen, neues versuchen, den eigenen Tellerrand überschreiten. Dazu war ich aber beim Wechsel dorthin noch nicht bereit.


    Das Gefühl hatte ich beim Lesen auch, dass Du zum Teil recht überheblich reagiert hast. Nicht nur in den ersten Wochen der Therapie bis Du Dir selber eingestehen konntest, dass Du krank bist. Dann hat es ja noch einmal ein paar Wochen gedauert, bis Dir klar wurde, dass Du schwer krank bist! Sicher sind manche Therapien seltsam (wobei ich Deine Beschreibung der Tanztherapie ziemlich amüsant fand ;D), aber es schadet ja nix, sich manchmal auf etwas komplett Fremdes einzulassen. Und wenn es nur dafür ist, dass man dann genau weiß, warum man etwas nicht ausstehen kann! >:(


    Ich hab trotzdem den Eindruck dass diese Beschäftigungstherapie zum Teil auch wirklich gebraucht wird um wieder "runter zu kommen", zur Ruhe zu kommen. Hätte eine Gesprächstherapie in der ersten Zeit überhaupt Sinn? Oder hätte diese Konfrontation nicht einen negativen Effekt haben können?


    Julianes Aussage, dass jeder im Prinzip für sich selber herausfinden muss, was einem gut tut und was auf der Seele brennt, finde ich bemerkenswert! Wirklich großartig! Und keineswegs nur für depressive Menschen gültig! Dies sollte sich jeder immer wieder ins Bewußtsein rufen!


    Die Vorbehalte der Therapeuten gegen das Internet sind für mich unverständlich. Völlig sinnbefreit! Es ist ja schließlich eine weit verbreitete Möglichkeit, Kontakte zu halten, Gedanken auszutauschen, Infos zu bekommen. Ich versteh auch nicht so ganz, dass Du das so wiederstandslos hingenommen hast und Dich auch noch dran gehalten hast! Zumindest das hätte ich nicht gemacht! Erstaunlich!


    Ganz toll hab ich Eure nicht ganz geheim gebliebene Beschattungsaktion gefunden! Und glücklicherweis hat Sahra sie auch bemerkt! Es tut ja gut zu sehen, dass andere Leute aufmerksam sind und auf einen aufpassen! :five:


    Es ist schon klar, dass bei dieser Erkrankung und auch bei so langer Krankheitsdauer Existenzängste aufkommen. Es ist ja keineswegs selbstverständlich, einen so langen Krankenstand mit Arbeitsstelle zu überstehen! Ich fürchte, viele andere kämpfen dann auch noch mit ganz groben Existenzproblemen! Erfreulicherweise ist Dir Dein Chef zumindest diesbezüglich nicht in den Rücken gefallen! Wenigstens etwas...



    Wer weiß wie viele Menschen Depressionen haben, aber es gar nicht wissen? Da wird es bestimmt eine hohe Dunkelziffer geben.


    Hmmm... ich bin ja sicher, dass es tatsächlich viele depressive Menschen gibt, die sich darüber nicht ganz im klaren sind. Vor allem wenn man bedenkt, dass jeder Patient eine neue Form der Depression zeigt. Aber immer Therapie notwendig ist? Hängt das nicht eher vom persönlichen Leidensdruck ab?


    Damit das nicht zu lange wird... bis bald! :winken:

    So, mittlerweile bin ich mit diesen Kapiteln auch durch - und die meisten Fragen sind hier eh schon erörtert worden.


    Dass die Besuche so gut verlaufen sind, freut mich. Mich hat nur die ganze Zeit irritiert, dass Du eher darauf eingestellt warst, Vorwürfe zu kassieren - dieser Gedanke ist mir komplett fremd. Und Du schreibst ja ein paar Seiten später, dass die Depression den Blick auf Deine Umwelt verfälscht hat. Ist es in dieser Phase der Depression überhaupt möglich, das eigene Denken und Handeln auch nur ein klein wenig zu "überdenken"?


    Das interessiert mich auch in Bezug auf Eure Vorwarnliste - funktioniert das? Weil den Grundgedanken finde ich wirklich genial! Oder wird das vielleicht noch irgendwo erwähnt?


    Dass Du den Verlust des Tablets so ruhig hingenommen hast, finde ich toll - gratuliere! Ich glaube, ich hätte das nicht so locker genommen. Allerdings kann ich die Daten auch nicht löschen und dann ist die Situation ja auch etwas anders! :-[



    Ist das wirklich so, daß im... "normalen Leben" die Besorgnis eher dem "nicht funktionieren" gilt als dem Leben desjenigen der suizidgefährdet ist ?
    Das wäre ja echt schlimm.
    Ich war noch nie in einer Situation wo ich mir solcherart Sorgen um jemanden machen mußte. Kann mir aber nicht vorstellen daß ich da zuerst sowas wie "Warum kann der sich nicht normal benehmen" denken würde. *schluck*


    Das hat mir auch ordentlich zu denken gegeben. Und mir ist wieder klar geworden, dass ich wirklich in einer Insel der Seligen arbeite - jetzt. Ich hatte schon auch Kollegen, die hingebungsvoll den alltäglichen Wahnsinn kultiviert haben. :boxen: Aber aus dieser Szenerie hab ich mich selbst rausgenommen, bevor ich gesundheitlichen Schaden nehmen konnte!
    Und ich hoffe, dass ich mich als Kollegin korrekt und gut benehme - auch wenn manchmal Kritik geübt werden muss. ???
    Allerdings hab ich noch nie mit einem suizidgefährdeten Menschen zusammengearbeitet und ich vermute, dass ich dann Vorbehalte hätte, Kritik zu äußern. Einfach aus Angst, dass ich da etwas in Bewegung setze, das ich so nicht will. Schwierige Situation!


    Noch eine Frage... und ich hoffe, dass Du das nicht falsch auffasst...
    Du hast ja selbst irgendwo gesagt, dass Du ungefähr 4 Wochen gebraucht hast, um die Diagnose Depression zu akzeptieren. Wie war das mit Deinen eigenen Vorurteilen gegenüber der Psychiatrie - ich hab beim Lesen schon den Eindruck gewonnen, dass da einige vorhanden waren. Welche konntest Du revidieren? Welche haben sich für Dich bewahrheitet?


    Ich geh mal weiterlesen... damit ich etwas zeitnaher mitdiskutieren kann :lesen:


    ysa, internetfreies WE ? Kannst oder willst Du da am WE nichts mit zu tun haben ?


    Das hat sich einfach so ergeben - wir sind da viel draußen und unsere genialen und wundervollen Enkel- und Patenkinder haben mit PC und Internet noch nichts am Hut! Sie sind einfach noch zu klein dafür!
    Aber ich kann mir ein Leben ohne Internet nicht vorstellen!



    ysa: Das habe ich mir auch überlegt, etwas erklärend wissenschaftliches vornan zu stellen bin dann aber davon abgekommen. Zum einen kenne ich auch nur einen kleinen Ausschnitt des ganzen, zum anderen wollte ich explizit keinen medizinischen Ratgeber sondern meine Erlebnisse in der Psychiatrie vermitteln. Medizinische Fachbücher und Ratgeber gibt es schon einige, da wollte ich mich auf mein Erleben beschränken, gerade um jenseits der medizinischen Fachbegriffe zu berichten, wie es einem als Patient geht.


    Das mag an mir liegen, dass ich ganz gerne (auch bei Erlebnisberichten) eine kleine fachliche Basis mitbekommen möchte :angst: Die Aussage des Therapeuten, dass jeder Depressionspatient eine ganz eigene Form davon hat, war ganz extrem wichtig!
    Es geht da nicht um Schubladendenken sondern eher darum, die eigenen Vorurteile neu zu verhandeln 8)


    :winken:


    Mir sagte ein Therapeut, jeder neue Depressionspatient ist eine neue Form der Krankheit. Erst Gesprchäche und Diagnostik verfeinern das Bild. Bei mir war diese Agitierte Depression auch daran schuld, dass ich lang Zeit überhaupt nicht von einer Depression ausging, denn: "Ich hab ja gar nicht die Symptome"


    Das ist sehr interessant! Es war mir nicht klar, welche verschiedenartigen Krankheitsbilder als Depression gelten.


    Und das ist auch ein Kritikpunkt von mir an dem Buch: Nicht jeder weiß das alles und ich glaube auch nicht, dass dieses Wissen vorausgesetzt werden kann. Eine fachliche Erklärung zu Beginn des Buches hätte mir da viel weitergeholfen! Jetzt hab ich ein wenig nachgelesen über Dysthymie und viel dazu gelernt! Ich glaube auch, dass das ein weit verbreiteter Irrglaube bezüglich Depression ist - dass ein depressiver Mensch traurig und schlapp herumhängt und sich zu nix aufraffen kann.


    Oder hab ich da etwas überlesen :-[


    Damit verabschiede ich mich ins internetfreie Wochenende! Lasst es Euch gut gehen!
    :winken:

    Weil ich ein wenig spät dran bin mit dem Lesen, werden die wichtigen Fragen hier eh schon gestellt und auch immer schnell beantwortet! Danke!


    Uwe, ich finde es toll, dass Du hier so offen alle Fragen beantwortest und Dir wirklich Zeit nimmst für diese Leserunde! Das sind sehr wertvolle zusätzliche Erklärungen!


    Ich kann es schon auch bestätigen, dass sich Kinder sehr viele Gedanken und Sorgen über kranke Eltern machen. Deshalb ist Wahrheit (wohldosiert und wohlüberlegt!) ein wirklich guter, wenn auch nciht immer leichter Weg! Und die Wahrheit von den Eltern ist immer noch besser als irgendwelche schrägen Varianten von "Wer-weiß-woher".


    Ich kenne Depression eigentlich nur als ein Bereich einer bipolaren Störung und da auch nur in dem Extrem, dass diese Menschen dann "herumschleichen" und mit allen Losigkeitsgefühlen flach liegen. Dass depressive Phasen auch oft wie Attacken auftreten können, wußte ich nicht! Danke für diese Info! Mir war das vorher nicht so klar!


    Und eine Frage ist mir jetzt doch noch eingefallen: Du schreibst immer wieder, dass Du in den vielen "Wartezeiten" viel gelesen hast. Darf ich fragen welche Bücher? Hilfebücher oder einfach Bücher, die Dich interessiert haben?


    Über Deinen Begriff "Frösche-stechen" mußte ich herzlich lachen. Passend! Ich renne selber gerne mit den Stöcken durch die Gegend - Gehen hat für mich etwas Meditatives! Bewegung soll ja auch bei psychischen Erkrankungen viel positives bewirken - sofern sich ein Kranker dazu aufraffen kann! Und das ist - glaub ich halt - öfters ein Problem!


    Über die Therapien hab ich mich anfangs auch etwas gewundert, aber sie haben schon ihren Wert! Auch wenn man das nicht sofort so sehen kann!


    Und ich bin neugierig, wie alles zusammen weitergeht - mit Deiner Familie, den Therapien etc. :lesen:


    Glg! :winken:


    PS. Ich finde es übrigens sehr beruhigend, dass Lachen und Blödeln zwischendurch möglich ist. Auch wenn vieles davon Galgenhumor ist - Hauptsache man kann herzlich lachen!

    Da hast Du ganz sicher Recht/recht (ich weiß nie, wie man das richtig schreibt!)!


    Die Anzahl der "diagnostizierten " Fälle steigt an - ich weiß nur nicht, ob es damit zu tun hat, dass wir heute doch etwas offener mit diesen Problemen umgehen können oder ob es tatsächlich mehr Probleme gibt. Ich persönlich denke ja, dass es tatsächlich mehr Erkrankungen gibt, weil wir die Umwelt "lebensfeindlicher" gestalten - Arbeit etc. und auch weil wir nicht mehr in so festen Strukturen leben.


    Ganz liebe Grüße aus Wien (Eisregen und MINUS 8 Grad :urlaub:

    Guten Morgen!


    Außerdem drücken sich ja Depressionen verschiedenartigst aus - manche betrachten Suchtkrankheiten wie Alkoholismus oder Spielsucht auch "nur" als Variante der Depression. Daher ist es ja wirklich unmöglich klar abzugrenzen, wie viele darunter leiden. Bzw. wie viele dauerhaft darunter leiden!


    Ich wünsch Euch einen schönen Tag.

    Grüß Euch alle hier!


    Viele Eindrücke nach der Lektüre...


    Erstmal: Ich finde es sehr mutig von Dir Uwe, dass Du so offen Deine Situation beschreibst, Deine Gefühle preisgibst! Ich nehme an, dass Deine Offenheit es vielen anderen auch erleichtert, die eigenen Probleme anzusprechen!


    Dann: großes Kompliment an Deine Frau! Sie hat sich wirklich großartig verhalten. Und ich drück alle Daumen, dass sie die diversen Rechnungen, die noch offen sind, wirklich gut "begleichen" kann 8) Ich weiß genau, wie gut das tut!


    Und jetzt oute ich mich mal: ich bin nicht depressiv und ich hab auch kein gröberes Angstproblem. Ich bin mir bewußt, dass das nicht bedeutet, dass ich immer und ewig depressionslos bleiben werde! Aber momentan fehlt mir das grundlegende Verständnis für Depressionen. Daher bitte ich gleich mal um Entschuldigung, falls ich hier einmal etwas komplett Idiotisches von mir gebe - ich mein es nicht böse, mein Interesse ist ehrlich.


    Erst mal zu verschiedenen Themen hier im Forum:


    Liebe Darkage-Castle - zu Deiner Frage, ob ein Selbstmörder zu feige ist, sich dem Leben zu stellen... ist diese Aussage nicht irgendwie "daneben"?
    Ich vermute mal, dass jemand vor einem Selbstmordversuch in einer kompletten Ausnahmesituation ist, die mit Begriffen wie "feige" oder "mutig" nicht ausreichend charakterisiert werden kann. Müßte ich mich aber zwischen diesen Begriffen entscheiden, dann wäre ich eher für mutig... mutig, aber nicht fair (eben Ausnahmesituation - folglich nicht bewertbar...).


    Uwe, ich schätze Deine Art zu schreiben sehr. Humor, Sarkasmus und auch Galgenhumor machen alles zusammen wirklich verständlicher und vielleicht auch erträglicher!
    Für den Leser ebenso wie für die Betroffenen!


    Deine Chefs waren echt zum Vergessen! Sie haben sich so benommen, als hätten sie überhaupt keine Ahnung von Personalführung!!! :kommmalherfreundchen:
    Und dann immer die Aussage "zu Deinem Besten"... erschreckend!!!


    Erschreckend fand ich die Aussage, dass Du immer unter permanenter Existenzangst gelitten hast. Hast Du diese Angst nie in Zweifel gezogen? Hast Du mit anderen darüber gesprochen? Mit Freunden zum Beispiel?


    Das häufige Nachfragen in der Psychiatrie, ob Suizidgedanken vorhanden wären, hat glaub ich schon seinen Sinn. Ich erkläre mir das mal so: die Pfleger werden schon die Reaktionen auch umfassend registrieren - nicht nur die verbale Aussage. Außerdem ist das ja auch ein Gesprächsangebot: Suizidgedanken sind für die meisten ein Tabu und hier wird es offen angesprochen! Es kann also darüber geredet werden - was außerhalb der Psychiatrie eher selten möglich ist.


    Ich geh mal weiterlesen... :lesen:

    Ein schönes Thema!


    So genau kann ich mich nicht an ein allerserstes Buch erinnern. Irgendwie haben Bücher immer zu meinem Leben gehört.


    An zwei Bücher, die mich in den ersten Schulklassen wirklich beeindruckt haben, erinnere ich mich aber ganz genau:
    "Die Omama im Apfelbaum" von Mira Lobe
    "Professor, du siehst Gespenster" von Käthe Recheis


    Das Buch von K. Recheis war übrigens sehr lange vergriffen und als es dann vor ungefähr 3 Jahren endlich wieder zu kaufen war, hab ich es mir sofort geholt. Und natürlich meine beste Freundin gezwungen, es zu lesen. Es hat ihr gefallen, obwohl wir mit knapp 50 nicht mehr so ganz zur Zielgruppe gehören... :P


    Es gibt einfach Bücher, die einen ein ganzes Leben lang begleiten...


    ysa

    Ich möchte nicht in Clares Situation sein und stelle es mir einfach nur schrecklich mit einer Amnesie vor. Zum einen fehlt einem ja die Erinnerung an sein eigenes Leben, aber was es hier noch viel schlimmer macht, ist die Tatsache, dass Clare einfach nicht weiß, wem sie trauen kann. Das ist das schlimmste finde ich. Denn man ist ja schon bestrebt, seine Erinnerung wieder zu bekommen und dann werden einem falsche Erinnerungen suggeriert, die man einfach zwangsläufig glaubt und man muss später feststellen, dass diese falsch sind. Wer ist Freund und wer ist Feind?


    Das muss ganz schrecklich sein! Für mich persönlich ist jedoch die Tatsache am schlimmsten, dass jemand, der an Gedächtnisverlusten leidet, nie wirklich sicher sein, kann, wer er selbst ist und was er gemacht hat.
    Und Clare könnte diesbezüglich eigentlich ziemlich ins Grübeln kommen! Denn da ist ein ganz schön schweres Paket "Vergangenheit", das sie durchstöbern muss.


    PS. Eindeutig eine Folge dieses Thrillers ist, dass ich jetzt immer darauf achte, dass das Handy nicht offen herumliegt, sondern in einer Tasche oder Lade etc ist.... Paranoia lässt grüßen... oder doch nicht?


    :winken:

    Herzlichen Dank für diese spannende und interessante Leserunde!


    Meine Rezension...


    "Black Memory"
    Clare, eine junge Ärztin und die Hauptperson dieses Thrillers, leidet an Amnesie. So kann sie sich zwar an Fachliches erinnern, nicht jedoch an ihren Mann und ihre Tochter. Damit beginnt ihre Suche nach der Wahrheit. Wem kann sie vertrauen, wer belügt sie und welche Ziele verfolgen die einzelnen Personen in ihrer Umgebung? Welcher Mittel bedienen sie sich? Wo ist ihre Tochter? Was hat es mit der speziellen Begabung ihrer Tochter auf sich? Und nicht zuletzt: Wer ist sie selbst wirklich?


    Der Roman ist aus der Sicht Clares in Ich-Form geschrieben – der Leser ist also sofort mitten im Geschehen. Mit Clare gemeinsam zweifelt und hinterfragt der Leser, vertraut und misstraut um dann die eigene Meinung doch wieder komplett zu revidieren. Und das gleich mehrmals im Laufe der 381 Seiten.
    Die einzelnen Kapitel sind kurz und knapp, der Schreibstil flüssig und gut lesbar und von Anfang bis zum Ende wirklich spannend und nachvollziehbar!


    Eine temporeiche Geschichte, die aber auch viel Stoff zum Nachdenken liefert, denn Janet Clark thematisiert hier auch Möglichkeiten der Technik und Wissenschaft, andere Menschen zu manipulieren, Erinnerungen zu verändern, mittels Gentechnik Menschen sogar neu zu gestalten, zu „verbessern“ - eine gelungene Mischung aus Thriller, Psychothriller und ein klein wenig Scifi (hoffe ich wenigstens).


    Auch wenn man kein Verschwörungstheoretiker ist – man kommt ins Grübeln: Was vor 100 Jahren noch utopisch erschien, ist für uns heute Alltag.
    Gruselig, was so in einigen Jahren zum Alltag werden könnte!


    Auf alle Fälle hoffe ich auf eine Fortsetzung!

    Hallo Janet,
    danke für diese Infos!
    Wie läuft da eigentlich die Recherche? Vor allem, wenn in Deinem Bekanntenkreis kein Fachmann ist? Kontaktierst Du Fachleute? Sind sie hilfsbereit?


    Abgesehen von einer Fortsetzung von Black Memory... welche Pläne für zukünftige Bücher hast Du? Falls Du das verraten magst...


    Glg!
    ysa

    So... fertig gelesen!


    Das Ende ist dann recht rasch gekommen - aber bei einem Thriller passt so ein Show-down gut - und es ist so konzipiert, dass es eventuell noch eine Fortsetzung gibt. Alles in allem ist der Roman für mich schlüssig und logisch. Ich bin zwar keine passionierte Scifi/Thriller-Leserin, aber mit diesem vorläufigen Ende kann ich wirklich gut leben!


    Clare wurde gut dargestellt. Durch die Ich-Form lernt der Leser Clare und ihre Gedankenwelt recht gut kennen. Sie ist eine kluge, mutige und engagierte Mutter.
    Paul verblasst neben ihr. Er reagiert in vielen Bereichen unlogisch bzw unaufmerksam (warum hat er das Rätsel von Clares Nachricht an ihn) nicht gelöst? So schwer war das doch auch nicht!!! Paul sollte in der Fortsetzung vielleicht eine etwas bessere Rolle bekommen!


    Raphael... dass er in Clare verliebt ist, könnte vorher ein wenig bestimmter angedeutet werden. Es hat mich zwar nicht wirklich überrascht, aber sein Opfer war dann zu groß!


    Schade finde ich, dass Frau Torenzo auch ermordet wurde - sie könnte eine würdige Gegnerin und vielleicht später eine würdige Verbündete sein...
    Und der große Drahtzieher - Huntingdon - bleibt vorerst weiter im Hintergrund...


    Das Thema Genmanipulation mit allen Möglichkeiten scheint momentan ja ein ebenso aktuelles wie gruseliges Thema zu sein! Spannend - man sollte sich ein wenig besser darüber informieren!


    Liebe Janet - irgendwo hast Du ja geschrieben, dass es die Aufgabe von Autoren ist, möglicherweise zur Zeit Unmögliches darzustellen und damit zum Nachdenken anzuregen. Weil eben vieles was heute noch unmöglich erscheint, morgen schon fast eine Alltäglichkeit sein kann.
    Ich finde, es ist Dir ziemlich gut gelungen - nicht nur was das Thema Gen-Manipulation angeht, sondern auch die vielen Möglichkeiten, einen anderen Menschen auszuspionieren... Es sind gruselige Themen, vor denen man gerne die Augen verschließt!


    Ich denke, ich werde auch die Fortsetzung lesen...



    Glg!
    ysa