Beiträge von ysa

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    wenn wirklich Ludwig Merk - der ja offenbar ein - zumindest für die Zeit - sensibler und feinfühliger Mann war und vor allem selbst sehr stark gelitten hatte unter dem Mobbing (denn anders kann man das kaum nennen) in Velda, der Vater von Jürgen Loose ist, dann hat er möglicherweise eine Art Samen in ihm gepflanzt. Bspw. in die Richtung, dass er den Vorfall, unter dem dann ja auch seine Familie gelitten hat, weiter verfolgt und möglichst klärt. Vielleicht war das ja sogar eine Art Auftrag.

    Das sind sehr interessante Mutmaßungen! Ich hab auch schon in diese Richtung gedacht - denn neben den Kindern war Ludwig Merk derjenige, der wirklich gelitten hat unter den Geschehnissen. Seine Familie war ja auch stark betroffen. Er hat nicht nur unter dem Mobbing in Velda gelitten, sondern auch unter der Tatsache, dass er Johanna erschossen hat. Damit wurde er auch nicht fertig, auch wenn es im Endeffekt ein Unfall war. Es war für ihn der einzige Ausweg, dass er aus Velda geflüchtet ist.


    Ich vermute auch, dass Ludwig Merk der Vater von Jürgen Loose ist - mir fällt ansonsten kein anderer passender Vater ein. Aber damit wird dann auch Jürgens Verhalten klarer: denn so eine Familiengeschichte führt schon dazu, dass alles was mit den Ursachen zusammen hängt, interessant ist. Für ihn als Jusstudent noch einmal mehr.

    Der fremde Nachname kann viele Gründe haben. Jedenfalls war das bei meinen Diskussionen mit mir kein wesentliches Gegenargument!

    Auch über den armen Thomas erfahren wir noch mehr aus seiner trostlosen Kindheit im Heim. Was waren das denn für Schwestern, die da auf die Kinder losgelassen wurden? Man kommt ja nicht umhin im gleichen Gedankenzug an KZ Wärterinnen zu denken!

    Eine oberflächliche Suche im Internet hat ein erschreckendes Ergebnis geliefert: eigentlich waren diese Zustände keineswegs die Ausnahe, eher die Regel. Es war also völlig normal, Menschen zu misshandeln und zu brechen. Systematischer Sadismus - ich frage mich, wie Menschen, die in der Kindheit so etwas erlebt haben, dann als Erwachsene leben und wie sie Partnerschaft und Familie erleben.

    Ich glaube, das Gertrud Regine totgeschlagen hat, vielleicht nicht mal mit Absicht, aber ich glaube nicht. dass es ihr den Schlaf geraubt hat.

    Das fürchte ich auch. Gertrud hat sie zwar totgeschlagen, aber sie hat es sicher geschafft, diese Tat irgendwie vor sich selber zu rechtfertigen und damit sich selber verzeihen. Als Nonne hatte sie sowieso die Verzeihung von ganz oben...

    Und ich fürchte fast, dass Regine von niemandem vermisst wurde und dass es da nie irgendwelche Nachforschungen oder gar Konsequenzen gegeben hat - ein Kind weniger, mehr nicht!


    @Senara: was hälst Du eigentlich von Jürgen Loose? Glaubst Du, dass da noch mehr dahinter steckt oder interpretiere ich zuviel in Nebensätze?

    aber leider für mich an manchen Stellen kaum auszuhalten gewesen. Wenn Thomas von seinem Heimaufenthalt berichtet. Auch wie Henni alles gegeben hat um ihre Geschwister durch zu bringen , damit sie alle zusammen bleiben können und nicht ins Heim mussten, hat mir ganz schön zugesetzt. Und dann der tragische Tod von Johanna und die Folgen.

    Da geht es mir auch so: es ist wirklich kaum auszuhalten und ich lese das Buch immer mit einem schrecklichen Gefühl der Hilflosigkeit und auch Wut!


    Ihr Vater wollte sie ja nicht bei sich zu Hause haben.

    Das habe ich auch noch als speziell gemein empfunden! Er wußte doch sicher, dass Henni nur dann aus der Besserungsanstalt darf, wenn sie einen Platz hat, wohin sie gehen kann! Es ist so ungerecht, dass er alles, was Henni für ihn und die Familie gemacht hat, übersieht. Es fällt ihm keine Sekunde ein, dass es eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre, für Holz und warme Kleidung zu sorgen...


    Dieser Abschnitt hat mich ganz schön aufgewühlt und ich habe die Befürchtung, dass da noch einiges auf uns zukommt.

    Ja... ein schrecklicher Abschnitt und ich hatte auch mehr als einmal Tränen in den Augen!

    Kann man dieses Buch ohne Tränen lesen?

    Interessant finde ich, dass Elsa auf dich alt wirkt. Das höre (sehe ;) ) ich jetzt zum zweiten Mal. Aber im Grunde stimmt deine Wahrnehmung. Elsa führt in diesem Dorf das Leben einer alten Frau (die Witwe Brennecke) und sie erwartet für sich nichts Großes mehr. So eine Haltung kann ja auch frei machen, und Elsa nimmt sich diese Freiheit.

    Hallo! Ich wollte nur sagen, dass Elsa zwar alt auf mich wirkt, dass ich das aber keinesfalls negativ auslege, denn ich bewundere ihre Geradlinigkeit und ihre Haltung was Henni und diesen Prozess angeht.

    Ich merke ja selbst, dass es wirklich Vorteile hat, "alt" zu sein auch in puncto "was denken die anderen von mir?"!;) Und Elsa hat diesbezüglich wenig Probleme - sie steht zu ihrer Meinung. Ich bin neugierig, was sie uns noch zeigen wird in den folgenden Abschnitten!

    Im ersten Abschnitt wird noch gut weiterdiskutiert, der zweite Abschnitt ist aber nicht weniger interessant! Und vor allem wieder sehr emotional.


    Gleich zu Beginn: welche Rolle spielt nun Jürgen Loose wirklich? Wer ist er? Es gibt da ein paar Andeutungen und Nebensätze, die mich stutzig gemacht haben. Ich vermute, dass er mit der ganzen Geschichte enger verbunden ist, als bis jetzt angenommen. Ich weiß nur noch nicht wie!


    Die Ereignissen überschlagen sich - die drei Erzählebenen erhöhen die Spannung enorm!


    Hennis Brief nach Aachen zeigt Wirkung und ihr Vater wird jetzt wenigstens für seine Arbeit bezahlt. Den Pastor hat sie sich zum Feind gemacht und der Vater droht mit der Trennung der Geschwister - ihrer größten Sorge.


    Henni beginnt also mit dem Schmuggeln und anfangs geht ja auch noch alles gut. Sie sorgt für die Familie, ihr Vater nimmt es erst einfach hin, kümmert sich gar nicht darum. Ich vermute jedoch, dass er es später dann doch gewußt hat. Oder hat er tatsächlich geglaubt, dass sie im "Eifelblick" als Küchenmädchen so viel verdient, dass die ganze Familie gut durchkommt? Weltfremd wie er ist, kann das natürlich auch möglich sein! Frau Witler, die Nachbarin kümmert sich eindeutig mehr um Henni und ihre Geschwister als der Vater.


    Die Beschreibung, wie die Schmuggler organisiert waren, ist wirklich bemerkenswert, denn eigentlich gab es so etwas wie guten Zusammenhalt in dieser Gruppe. Leo trägt ja auch Hennis erste Schmugglerware, weil sie nicht an einen Rucksack gedacht hat. Und dann werden sie überrascht, einer aus der Dorfgemeinschaft wird erschossen. Die Reaktion von Frau Kopisch am Friedhof finde ich beachtlich - obwohl sie ihren Mann verloren hat, verliert sie nicht die Realität aus den Augen: es waren ja nicht Gruska oder Merk, die ihn erschossen haben. Aber da hat sie Größe bewiesen.


    Das Problem ist ja, dass für Henni der Schmuggel überlebenswichtig ist. Der Weg übers Hohe Venn ist ihre Idee, sie führt die anderen. Auch ihre Geschwister - bis zur großen Tragödie, die die Geschwister trennt. Der Pastor rächt sich grausam. So ein ....

    Die Beschreibung von Hennis Leben in der Besserungsanstalt - wie grausam, dass sich überall Hierarchien bilden, wo mit Genuss Macht ausgespielt wird.


    "Da war sie fünfzehn Jahre alt und fest davon überzeugt, dass das Leben es gut mit ihr meinte.! (Seite 115)

    Es sind Sätze wie dieser, die ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.

    Hatte Henni je eine wirkliche Chance?

    Eine Eileiterschwangerschaft ist ja auch eigentlich kein Todesurteil, aber wie das wohl in der Nachkriegszeit war? Und Antibiotika gab es ja noch nicht. Und dann eine Entzündung im Bauch überleben..

    Antibiotika gab es an sich schon, immerhin haben Fleming (seit 1928), Chain und Florey 1945 den Nobelpreis für ihre Forschungen mit Penicillin bekommen. Es wurde intensiv geforscht, weil es für die Soldaten überlebenswichtig war. Die Zivilbevölkerung profitierte erst nach und nach davon.


    Ich befürchte nur, dass Hennis Mutter keine große Überlebenschance hatte - einerseits kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Dorfarzt Penicillin zur Verfügung hatte und außerdem waren Eileiterschwangerschaften eine wirklich häufige Todesursache bei jungen Frauen.


    Ich hab irgendwo geschrieben, dass sich Hennis Vater überhaupt nicht um die Bedürfnisse seiner Frau und seiner Kinder gekümmert hat, dass er sie nicht gesehen hat, denn sonst hätte er sehen müssen, wie schlecht es seiner Frau ging. ABER: auch Hennis Mutter war eine erwachsene Frau, mit Verantwortung für sich selber und für ihre Familie. Ich fürchte, sie hat die Situation einfach unterschätzt, so nach dem Motto "ist von selber gekommen, wird auch wieder verschwinden"....

    Und so waren ihre letzten Worte wahrscheinlich tatsächlich nicht als "letzte Worte" gedacht, sondern nur bis sie wieder zu Hause ist - so wie Mechtild das gesagt hat.


    Es ist so bedrückend, Hennis Geschichte zu lesen und gleichzeitig so spannend. Denn, auch wenn Henni und ihre Geschwister eine Erfindung von Mechtild sind, es hat solche Schicksale gegeben.

    Im Krieg sind viele Menschen gefallen, aber er hat auch zahllose Opfer unter den Überlebenden gefordert.

    a, der Pastor ist ein ganz besonderes Prachtexemplar seiner Zunft :teufel: . Ich könnte mir vorstellen, dass wir von ihm noch einiges erwarten können.

    Das befürchte ich leider auch...

    Vielleicht war Maria gar nicht von ihm schwanger und er ist deswegen verbittert. Der Pastor scheint ja auch sehr auf ihn einzuwirken.

    Das hätte ich mir so eigentlich nicht gedacht, ich finde, dass es keinen Hinweis in diese Richtung gibt. Wohl stimmt es aber, dass er überhaupt nicht auf seine Familie achtet und ihre Bedürfnisse nicht wahrnehmen will/kann. Der Pastor ist da auch keine Hilfe!

    Ich finde, das die Mutter mit ihrer letzten Bitte, das Henni sich um die Geschwister kümmern soll, der Henni eine unerträgliche Last aufgebürdet hat. Wie soll ein junger Mensch mit solch einer Verantwortung umgehen?

    Diese letzte Bitte der Mutter war für Henni sicher eine unheimlich schwere Last! Aber eine "letzte Bitte" zählt halt besonders und aus ihrer Liebe zu ihrer Mutter und zu ihren Geschwistern heraus, will Henni diese Bitte auch erfüllen. Egal wie alt sie war: am Todestag der Mutter ist Henni schlagartig erwachsen geworden und hat alle Verantwortung übernommen.

    Ich hoffe auch sehr für Elsa, dass sie nochmal einen Mann findet. Warum eigentlich nicht? Sie ist eine liebenswerte Frau! Sie bräuchte vielleicht ein bisschen mehr Selbstwertgefühl. Eine kleine körperliche Behinderung ist doch nichts, für das man sich schämen müsste.....

    Elsa ist ein sehr eigener Charakter - in meinem Kopf ist sie eine alte Frau und nicht die 38jährige, die eigentlich mitten im Leben steht. Das mit der körperlichen Behinderung, für die man sich nicht schämen muss, war - glaub ich halt - 1970 noch nicht so einfach. Damals war es eher noch ein Makel. Abgesehen vom Bein, ist es ja auch ihre Armut, die sie ein wenig isoliert und dann: anscheinend ist die einhellige Meinung im Dorf gegen Henni. Nur Elsa stellt sich gegen diese öffentliche Meinung. Da ist sie wirklich eine starke Persönlichkeit!

    Ich brauche für meine Bücher immer gut ein Jahr zur Recherche und in dieser Recherche waren es die Gespräche mit den ehemaligen Heimkindern, die mir sehr zugesetzt haben. Im späteren Schreibprozess ist es dann so, dass ich meine Eindrücke verarbeite indem ich meine Sprache dafür finde.

    Ich stelle mir diese Gespräche extrem bedrückend und belastend vor. Wie geht es den ehemaligen Heimkindern jetzt mit diesen Erlebnissen? Zum Teil wird das ja jetzt ein wenig aufgearbeitet oder zumindest wird anerkannt, dass es diese Misshandlungen gegeben hat. Lange ist das ja totgeschwiegen worden! Wie hast Du es überhaupt geschafft, mit ihnen in Kontakt zu kommen?

    Sie ist dazu bereit, dem Jurastudenten Jürgen Loose, alles an Informationen über Henni und die gesamte Lebenslage zu erzählen. Ich hoffe, dass Loose etwas erreichen kann.

    Ich weiß nicht, ob Loose tatsächlich versuchen wird, vor Gericht etwas zu erreichen. Momentan geht es ihm eher um eine Art Semesterarbeit. Momentan ist er hier auch Beobachter und Sammler der Erinnerungen. Aber ich frage mich, was er dann noch mit ihnen anfangen will.


    Was mich bei Henni noch wirklich stark beeindruckt hat,war ihr Brief nach Aachen, wegen der Stelle des Küsters. Die anderen aus dem Dorf dürften auch nicht so begeistert vom Pastor gewesen sein, denn sie stellen sich ja auf Hennis Seite.

    der Pastor scheint eh ein Paradebeispiel für einen korrupten, fiesen und nur auf seinen Vorteil bedachten gottesdiener zu sein.

    Leider! Und ich fürchte, er wird Hennis Vater auch weiter in seinem Sinne beeinflussen. Da kommt nix Gutes raus dabei, was meint ihr?

    Eines habe ich nicht ganz verstanden. Fried sagt zu Thomas.....

    »Henni hat es geschafft. Es wird wegen Matthias eine Anhörung im Amtsgericht Aachen geben. Du musst kommen und aussagen.«


    Ich denke es wird da noch eine Auflösung geben, aber es hieß doch, Henni äußert sich nicht und arbeitet nicht mit ihrem Anwalt zusammen. Oder habe ich etwas überlesen? Wie hat sie es also geschafft?

    Ich glaube, das wird sich im Laufe der nächsten Seiten noch auflösen - hoffe ich halt.

    Das erste Gespräch fand ja im Frühjahr 1970 statt und der Prozess gegen Henni, wo sie sich überhaupt nicht äußert, findet im Herbst 1970 statt. Es wird sehr spannend zu erfahren, was im Frühsommer tatsächlich passiert ist. In welchem Zusammenhang Henni zu den zwei Toten steht und warum sie deshalb angeklagt wird.


    Das ist für uns Außenstehende natürlich schlimm zu lesen aber der arme Mann kann nichts dafür. Leider gab es damals noch keine Psychotheraphien für diese seelischen Verletzungen. Man kann froh sein, dass er die Familie nicht schikaniert und schlägt. Das gab es sehr häufig.

    Damit hast Du natürlich recht, gagamaus, viele Männer litten unter diesen Traumata. Aber ich finde diese Vernachlässigung der Familie nicht weniger schlimm als beispielsweise Schläge. Wer in diesem Zusammenhang völlig versagt, ist der Pastor. Anstatt ihm zu helfen, nützt er Hennis Vater auch noch aus.

    Dass Henni von außen ganz anders gewirkt hat und als Querulantin und schwierig galt, tut mir richtig weh. So schnell ist der Ruf ruiniert - ganz grundlos.

    Tja... da muss sich jeder von uns bei der eigenen Nase nehmen - neigen wir nicht alle dazu, unsere Vorurteile gewissenhaft zu hegen und zu pflegen?

    Das tut mir leid, dass ihr noch auf die ebooks wartet. Manchmal funktioniert halt alles zusammen nicht ganz so, wie man es möchte!


    Auf alle Fälle kann ich noch warten, bis alle Interessierten bei der Diskussion mitmachen können! Es ist einfach schöner! Es hängt allerdings auch davon ab, ob Mechtild auch Zeit hat...

    :blume:

    gagamaus und dubh

    Danke für Eure Hinweise! Mut zur Lücke hab ich und wenn ich irgendwo überhaupt nicht klar komme, frag ich halt nach. Außerdem wäre es ja nicht die erste Reihe, die ich mittendrin anfange! Ich werde es einfach probieren, denn ich bin einfach zu neugierig!

    Eine Gefahr besteht allerdings: es könnte es sein, dass Du hinterher das dringende Bedürfnis hat, die ersten Fälle auch noch zu lesen.

    Das befürchte ich auch schon, nachdem ihr alle hier so begeistert seid. Bruni hat sich ja auch anstecken lassen!

    :)


    Noch ein Nachtrag:

    Und wenn ich auch von dieser "Sucht"befallen werde, habe ich wenigstens 6 Bände, die mir die Wartezeit auf den den 8. verkürzen;)

    Hmmm... wie schon gesagt: es ist/wäre mein erster Fall von Gereon Rath.

    Jetzt ist es aber bereits der 7. Band.

    Muss ich die vorangegangenen Fälle kennen, oder kann ich mitten drin einsteigen? Fehlt mir zuviel Vorwissen?

    Ich schaff es nämlich sicher nicht, bis dahin alle "Vorgänger" zu lesen...

    Schönen Sonntag Euch allen!

    gagamaus : natürlich warte ich auf Euch - es soll doch eine Diskussion sein und ich selber mag es auch nicht, wenn andere vorpreschen. Ich hab nur den allgemeinen Teil nicht gelesen und somit nicht gewußt, dass die ebooks noch nicht verschickt wurden.

    Jetzt warte ich mal auf die nächsten Einträge und freu mich auf die Diskussion.

    Schönes Wochenende!

    :blume:

    Ich bin wirklich ganz fertig nach diesem ersten Teil, es ist ungeheuerlich, wie passiv sich der Vater verhält, dass er gar nicht um seine Kinder kämpft! Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass jemand auch innerlich so kraftlos ist, dass er den Kopf in den Sand steckt, wenn es um die eigenen Kinder geht. Aber der Krieg hat wohl so viele verschiedene grauenhafte Folgen gehabt, dass dies nur eine kleine Facette davon ist

    Das Verhalten des Vaters ist wirklich ungeheuerlich. Er verfällt dem Glauben bzw der Kirche und kümmert sich um sonst gar nix mehr. Und Beten wärmt wirklich keine Stube. Dass er dann aber so freiwillig seine Kinder hergeben will, das ist wirklich grausam. Natürlich ist es eine der grausamen Folgen des Krieges, das weiß ich schon auch - verstehen kann ich es trotzdem nicht!


    Und es scheint ein Opfer gegeben zu haben, einen von Hennis Brüdern, weswegen Henni offenbar angeklagt ist - wobei wir wahrscheinlich in der Geschichte noch voranschreiten müssen, um die vollständigen Zusammenhänge zu begreifen.

    Ich bilde mir ein, etwas von zwei Mordopfern gelesen zu haben. Ich weiß allerdings nicht, ob der Brand bzw die Brandstiftung 2 Todesopfer gefordert hat oder ob da zwei andere Morde gemeint sind.


    Es ist fürchterlich spannend, wenn die einzelnen Kapitel zu Puzzleteilchen werden und wir so nach und nach immer mehr Fakten und Aspekte erfahren.

    Guten Abend liebe Mechtild, liebe Mitleserinnen!


    Eigentlich sagt das vorangestellte Zitat von Goethe schon fast alles "...sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksale gezogen". Genau so kommt mir diese Geschichte vor! Sie hat Sogwirkung und alles läuft auf ein, möglicherweise zwei große Ereignisse hin.


    Es ist eine geniale Idee, auf drei verschiedenen Zeitebenen zu erzählen: 1945 und später, Frühjahr 1970 und Herbst 1970 und auch die Perspektiven ändern sich: einerseits Elsa und andererseits Thomas. Und beide berichten bzw denken an Ereignisse und Erlebnisse, die alles andere als einfach und gut waren. Es sind die perfiden Grausamkeiten denen Thomas ausgeliefert war, die Art, wie Kinder "gebrochen" wurden - und das Wissen, dass es nicht nur Geschichten sind, sondern ein Kapitel Zeitgeschichte... wie schrecklich.

    Elsa hingegen berichtet bis jetzt aus der Position der Beobachterin, was alles vor und dann rund um den Tod von Hennis Mutter passiert ist. Sie ist die subjektive Beobachterin, die Partei ergreift.


    Henni - die eigentliche Hauptperson. Kämpferisch und mutig wird sie beschrieben, ein junges Mädchen, das sagt was sie denkt. Immer und ohne Rücksicht auf Verluste. Ihre Vorstellung im Prolog hat mir extrem gut gefallen. So traurig der Satz "...indem sie jedem Gramm Lebensfreude das doppelte Gewicht zusprach. Zum Schluss hat auch das nicht gereicht."


    Der erste Abschnitt ist gelesen und er lässt mich unheimlich traurig zurück, es ist eine zutiefst emotionale Geschichte und Mechtild versteht es wirklich, Gefühle zwischen den Zeilen fassbar zu machen.


    Liebe Mechtild, ganz zu Beginn schreibst Du von der Anhörung in Sachen Matthias Schöning und dem Prozess gegen Henni Bernhard. Waren das reale Personen? Oder sind die Personen fiktiv, die Schicksale jedoch gelebt?

    Und wie bist Du auf dieses Thema gekommen? Könntest Du uns dazu ein paar Informationen geben - das wäre nett von Dir!

    :)


    Und noch etwas (weil so eine Leserunde etwas besonderes ist und auch besondere Möglichkeiten bietet)... ich wurde beim Lesen schon wirklich traurig, so trist und beklemmend schilderst Du die Lebensgeschichten. Wie ist es Dir beim Schreiben damit ergangen? Wenn das zu persönlich ist, dann bitte einfach ignorieren...

    Grüß Euch!


    Ich war heute vormittags in der allerbesten Buchhandlung, hab dieses Buch gesehen, mir einen Kaffee geholt (es ist wirklich die beste Buchhandlung) und ein wenig reingeschaut. Es hat nur ein paar Sätze gebraucht und ich war gefesselt. Daher: ich möchte auch noch mitlesen und mitdiskutieren!

    Und es ist grausam schwer, jetzt nicht sofort weiterzulesen...


    Bis bald...

    Weil ich schon lange ein Buch dieser Reihe lesen möchte, freut es mich, dass hier eine Leserunde stattfindet. Deshalb möchte ich auch gerne mitlesen! Es klingt wirklich toll! Ich bin schon sehr neugierig! :verlegen: