Beiträge von Brigitte

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    Bersarin, der russische Stadtkommandant, hätte mit dem besiegten Berlin auch ganz anders umgehen können, als er es getan hat. Er war dafür, dass es in Berlin bald wieder "Kultur" gab, Musik, Filme,halbwegs normales Leben ... Lebensmittelmarken f. die Besiegten!

    Denkt bitte nur daran, was ein deutscher Kommandant mit einem besiegten Moskau angestellt hätte ... das möchte man sich lieber gar nicht vorstellen!!!!

    Ja, es gab schreckliche Untaten auch auf russischer Seite, die will ich keinesfalls kleinreden, aber wir "Westler" übersehen dabei oft, dass die Rote Armee nicht nur als als Sieger, sondern auch als Befreier vom Hitler-Joch gekommen ist.

    Liebe Gagamaus,

    es gab jede Menge Frauen in der russischen Armee, nicht ganz oben, da waren nur Männer, aber ein paar Ränge durften sie schon erklettern. Die Frau im Stalinismus sollte ja Ihren "Mann" stehen, auch an der Werkbank und bei der Verteidigung der vaterländischen Ehre erst recht. Ich hab ganz bewusst auf die übliche Vergewaltigung durch Rusen verzichtet (es gab übrigens auch Vergewaltigungen dirch die westlichenAlliirten und das gar nocht so selten,nur weniger bekannt) , weil die ja schon zur Genüge beschrieben wurden. Diese Soldatin hat einen realen Hintergrund: sie entspringt den Erinnerungen der 90jährigen Tante eines Freundes, die Ähnliches in Berlin nach 1945 selbst erlebt hat ...

    Meine Lieben, in wenigen Tagen erscheint der erste Band meiner Berliner Trilogie. "Die Schwestern vom Ku'damm- Jahre des Aufbaus", für mich nach "Marlenes Geheimnis" im vergangenen Jahr bisher der wichtigste Roman. Begleitet mich ins zerstörte Berlin von 1945 und erlebt zusammen mit mir und den ganz und gar unterschiedlichen Thalheim-Schwestern den Wiederaufbau in schwierigen Zeiten.

    Verspreche euch: vieles habt ihr so noch nie gelesen ...


    Voller Vorfreude eure Brigitte

    P.S. eine große Bitte: Lasst uns die Runde zeitlich nicht zerfleddern! Die einen preschen weit vor, die anderen zuckeln weit hinterher ...

    Euch und auch mir macht es mehr Spaß, wenn wir lesemäßig enger zusammenbleiben !

    Liebe Kati, das hab ich schon bei deiner Rezension beantwortet ...
    noch etwas Schreibtechnisches: wenn man schon die Fiktion eines Tagebuchs bemüht, dann wird es immer so sein, dass manches drin steht, anderes aber eben auch nicht ... was der imagierte, (d.h. vorgestellte) Schreiber nicht sagt, wissen wir als Leser dann eben auch nicht.
    Wenn man es anders will, muss man einen ordentlich auktorial erzählen Roman (Fachbegriff, d.h. der kluge Erzähler weiß alles) schreiben ...
    Und genau so einen werde ich im nächsten Herbst veröffentlichen - gleich in drei Bänden ... jedes Jahr eine Fortsetzung ...
    Ich hoffe, du bist dann wieder mit an Bord! 8)
    Alles Liebw von Brigitte

    danke, liebe Kati, gründlich und kritisch wie immer so mag ich es! Das Ende hat Ulrike ja auch schon ein bisschen bemängelt, aber ich konnte kein anderes schreiben: Was sollte nach den Enthüllungen von Hermann Bentele noch kommen? Ich hätte keine weiteren Worte dafür gehabt ... ich hab mich viel mit verdrängten Erinnerungen beschäftigt und dazu auch einige Therapeuten befragt. Die sagen: wenn es lange weg war (aus zutiefst nachzuvollziehbaren Gründen), dann kommt es oft als Sturzbach zurück ...
    und genauso habe ich es erzählt ...


    Noch kurz zu dem "Freemdworten" - sind für mich keine, sondern wunderbare Bestandteile unserer vielseitigen Sprache
    alles Liebe von Brigitte :P

    Liebe Kati, wie toll, dass du dabei bist! Ich Wünsche dir so viel Kraft und Gesundheit ... und ja, die Erfahrungen, die du mit den "Fluchtgepäck" gemacht hast, sind schon sehr eindringlich .... Viele hatten ja null Zeit. bevor sie gehen mussten. Meine Familie hatte es ein bisschen besser. Meine hübsche blonde Tante Evi (17) hatte einen süßen tschechischen Verehrer, der hat ihnen gesteckt, dass sie bald weg müssen ... aber 20 Kilo blieben trotzdem nur 20 Kilo - und die Kleine wollte auch noch oft getragen werden ...
    Damit fliegen wir heute in die Ferien. damals sollte es f. ein neues Leben reichen ...
    Hab keine Angst, dass es gar zu gruselig wird - du weißt ja, ich erzähle immer lieber vom Entkommen, als vom Verbrennen, aber Geschichte zu "biegen" kann und will ich auch nicht ...


    Alles wird gut. Versprochen!!!! ;)

    eine lange, Vorbereitungszeit mit einer Unmenge von Literatur. Ich glaube, ich habe fast 200 Bücher in der Hand gehabt ... In Reichenberg (heute Liberec) war ich schon einmal, ist allerdings Jahre her, aber die Bilder waren noch lebendig ... sonst natürlich Landkarten ... ich habe viel mit meiner Mama geredet, die 89 ist, aber ein immens gutes Gedächtnis hat, und auf einmal waren ihre Geschichten, bei denen ich früher auch mal weggehört habe (weil ich dachte, die kenne ich schon alle) ganz wichtig und lebendig für mich ... in allen hier aufgeführten Lagern war sie auch, zusammen mit ihrer damals lungenkranken Mutter, ihrer Schwester, die ein Jahr jünger als sie ist und dem vierjährigen Nesthäkchen ... auch die Fabrik in Werdau + Zwangseinweisung ist sehr authentisch, ebenso wie Direktor Vogel, der meiner bildschönen Mama eifrig nachgestellt hat
    Schnaps brennen konnte sie allerdings nicht ...
    Board habe ich keins, aber ein Regal mit vielen Fächern für viele verschiedene Themen ... und unzählige kleine Zettel, die ich beschrifte, wenn mir etwas zum Thema einfällt und dann Stück f. Stück abarbeite ...
    den Rest macht der Kopf
    Zufrieden? Alles Liebe von Brigitte

    Das Gefühl kenne ich, liebe Ulrike.
    Sie haben es so unendlich schwer gehabt, als sie jung waren - im Gegensatz zu uns, die wir in Frieden und Freiheit und relativem oder wirklichem Wohlstand (gemessen an den Generationen vor uns) aufwachsen konnten. Als Mädchen war Bildung frei f. uns zugänglich, auch eine tolle Neuerung (in den 30er Jahren gingen nur wenige Mädchen aufs Gymnasium, war einbfach nicht im Rollenbild vorgesehen).
    Trotzdem waren es andere Probleme, die uns gedrückt haben - Aufarbeitung von Gestern, Identitätsfindung, Ausprobieren neuer Lebensformen (war f. mich z. B. sehr wichtig, ich hab einige Jahre in WGs gelebt und bin für dieser Erfahrung sehr dankbar).
    Und für die Jungen heute steht wieder Neues an ...
    Unsere Eltern haben Großes geschultert. Wir tun es auch. Ebenso wie unsere Nachkommen...
    alles Liebe von Brigitte :winken: