Beiträge von Brigitte

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    Ja, liebe Nimue, das Gelübde ist ein authentischer Text ...


    Bisher nahm man an, dass die Arbeit in den Bergwerken unter Tage gegen Mitte des 10. Jahrhunderts n. Chr. begann. Inzwischen musste man sich korrigieren: Funde belegen, dass schon 1500 Jahre vorher, also noch in keltischer Zeit, im Bauch der Berge nach Edlem gegraben wurde ...



    Unzter Otto I. wurde das Bergwerkswesen sehr gefördert - denn er brauhcte jede Menge Silber. Um 1000 kam das meiste Silber in Europa aus den Minen des Harzes ...


    Liebe Grüße
    Brigitte

    Ihr Lieben,


    über den Reliquienkult des frühen Mittelalters könnte man Bände füllen - und er hat beinahe etwas Kannibalistisches. Die Verehrung für die "heiligen Knochen" ging soweit, dass es als besonders "fromm" galt, wenn jemand aus religiöser Rührung seine Zähne (sic!) in einen der alten Knochen schlug, um ihn ganz in sich einzuverleiben - so geschehen und für heilig befunden, ich schwöre!


    Ohne eine "richtige" Reliquie keine Kirchen- oder Klostergründung, d.h. die heiligen Knochen (oder die unzähligen "Kreuzsspiltter) waren wertvoller als Gold.
    Und natürlich wurde wie wild gefälscht uns gehandelt.
    Wenngleich nicht alle dieser Händler solche ausgekochten Burschen waren wie der Strick ... aber doch, wie sich denken lässt, nicht gerade die feinsten Charaktere ...


    Von Otto I. weiß man, dass er besonders reliquiensüchtig war - und es scheint sich auf wundersame Weise auf seine Nachkommen übertragen zu haben. Sein Enkel Otto III. drang in die Gruft von Karl dem großen ein, als dessen Nachfolger er sich fühlte, küsste die Mumie/Reliquie und tat in der Stille der Gruft etwas mit ihr, über das die meisten der Chronisten schweigen - ganz schön schaurig, oder?
    Alles, damit die Heiligkeit auf ihn überging ....
    Leider hat er nocht einmal seinen 20. Geburtstag erlebt!
    Ist heute schwer vorstellbar, aber damals so im Denken und Fühlen der Mneschen, dass es beinahe wie Atmen war ...



    Schade, dass Sie alle heute nicht in Münchens ein können: In der Schmiede von Ralf Ehlerst stelle ich den Roman vor - und danach macht er eine kurze Schmiedevorstellung.
    Bitte Daumen halten, dass alles gut läuft - wir rechnen mit einem übervollen Haus!


    Liebe Grüße - und falls es weitere Fragen gibt - immer sehr gerne!
    Birgitte Riebe


    Nächste Woche bin ich in Bad Gandersheim und Hildesheim (bitte meine homepage ansehen!).
    Vielleicht ist je jemand von Ihnen in der Nähe?
    Würde mich sehr, sehr freuen!

    Liebe Bianca,


    das war ein hartes Stück Arbeit! In Monaten kann ich es gar nicht genau sagen, weeil ich ja stets lange mit den Ideen "Schwanger" gehe und eigentlich bereits ab diesem Moment "on duty" bin - aber alles in allem waren es bestimmt 1,5 Jahre.
    Ich weiß ja einiges über das Mittelalter (dachte ich zuminmdest), aber ich musste mich bei der Zeit vor 1000 in vielem korrigieren. Unser Ma-Bild ist sehr vom Hochmittelalter bestimmt; nach allem, was ich zu diesem Roman erforscht habe, hat die Ottonische Zeit noch mehr gemein mit den Zeiten der Völkerwanderung.
    Es gab zwar ein reich, aber keine Residenz oder Hauptstadrt - deshalb MUSSTE der König ständig von Pfalz zu Pfalz reiten. Die Unwegsamkeit des Geländes, die Illiteralität (dass Otto erst so spät schreiben und lesen gelernt hat, ist historisch verbürgt!), die Rauheit der Kriegerkaste (deshalb stammt mein Raymond aus Lotharingen, damit er wenigstens noch eine Spur Schliff hat), die Unfähigkeit, Krankheiten so heilen (Ottos Söhne starben alle, bevor sie 30 waren, sein genial-verrückter Enkel Otto III. mit 18!), die Gefahren einer Geburt für Mutter und Kind, die Enge und der Dreck der Burgen - das hatte mit dem starhelnden, gloriösen Hochmittelalter, wie wir es kennen, sehr wenig zu tun.


    Und doch hab ich im Lauf der Schwierigkeiten, die ich hatte, gelernt, diese Zeit sehr zu mögen; manchmal kommt es mi vor, als sei ich gerade deswegen besonders tief eingedrungen.
    Bisweilen bin ich auch so vorgekommen, wie im Tross des Königs ...


    Freut mich, dass man das beim Lesen "schmeckt"!
    Alles Liebe
    Ihre Brigitte

    Schön, dass Sie schon so weit sind!
    Ja, ein Eisenring rostet schrecklich im Lauf der Zeit und ist natürlich alles andere als schön ...


    Freut mich, dass Ihnen die Namen helfen, die Zeitmaschine besser zu bewältigen! Ist immer ein Spagat im historischen Roman, wie weit man "altertümelt" (wenn jeder Name und jede Stadt so klingen, kann es manchmal auch zuviel werden oder an Schulbuch erinnern) und wie modern man einsteigt. Kommt auf die richtige Mischung an, finde ich.
    Und ob die Stimmt, das entscheiden Sie, die LeserInnen!


    Das zweite Buch ist schon etwas heftig, aber die Protagonisten müssen ja auch "wachsen", wenngleich manche von Ihnen unter ziemlich scheußlichen Bedinungen - sorry, wo war es damals!
    Ich war übrigens selber im Rammelsberg, weit unter Tage, und wenn Sie der Weg dort einmal vorbei führt (Weltkulturerbe!), dann gönnen Sie sich das bitte auch ...
    Lange Zeit dachte man, der Bergbau hätte dort vor 1000 begonnen, also der Zeit des Romans; inzwischen haben Funde ergeben, dass man bis zu 1800 Jahre zurück datieren muss: Die Kelten haben also dort auch schon unter Tage geschürft - Wahnsinn, oder?


    Alles Liebe Ihre Brigitte

    HGallo, Ihr Lieben,
    soviele Fragen ...
    Oda ist einer der gebräuchlichsten Frauennamen im alten Sachsenreich (es gibt ja noch kein "Deutschland". Auch die Gründerin des Stiftes Gandersheim hieß so.


    Ja, Raymond hat wahrlich Ecken und Kanten und er zwingt die Schmiedfamilie unter seine Herrschaft,m aber er braucht diesen Schmied so dringend wie die Luft zum Atmen. Er ist alt, die Knochen tun ihm weh und auch dem König wäre es manchmal lieber, es gäbe ihn gar nicht mehr ...


    Sigmar wird noch manche Überraschung bereiten ... lassen wir es mal dabei ...


    Ragna ist ein Geschöpf des Stricks (nicht alle Frauen, die sich mit Kräutern auskannten, waren übrigens gut!, der auf die ihm eigene perfide Weise Rache an der ganzen Familie nimmt ... Ihr werdet schon noch sehen, weshalb ...


    Und eine Kindstötung ist natürlich immer eine schreckliche Sache - die schrecklichste -, aber sie geschieht immer wieder, auch und vor allem durch die Hände der eigenen Mutter. Habe mir lange überlebt, ob ich die Geshcichte so führen soll, mich aber doch dafür entschieden. Kind der oder keine Kinder, das wird für Oda zum Wahn und das ist auch ein ungelöstes Thema ziwschen ihr und Raymond, der sich verzweifelt an ihr "abliebt".


    Freut mich, dass ihr die Verschiedenheit der beioden Mädchen mögt und was das Ende des Kapitels betrifft: Jetzt wird es richtig spannend ...


    Ich möchte gerne noch einmal auf mein Nachwort hinwiesen: Für diesen roman könnte der historische Background wichtiger denn je sein ...


    Bis ganz bald und liebe Grüße
    Brigitte

    Also, ein bisschen Geduld.
    Wer sich einen Ägyptenroman wünscht, darf sich schneller freuen. Ich habe gerade abgeschlossen "Auge des Mondes", spielt in Bubastis im 6. Jahrhundert und hat als Heldin die Geschichtenerzählerin Mina, der in einer Mondnacht eine zugelaufene Katze das Leben rettet, weil sie eine Speikobra attackiert (ihre Spucke macht blind). Plörtlich wird Mina zur Katzenbesitzerin, aber ebenso plötzlich scheinen auch alle Katzen auf unerklärliche Weise aus der Stadt der Katzengöttin bastet zu verschwinden ...


    Hat großen Spaß gemacht, wird im Feburar als Erstausgabe im Diana-Taschenbuch erscheinen und ist ausnahmsweise mal nicht ganz so dick (circa 300 Seiten!).


    Die Niederlande hab ich ganz und gar nicht aus den Augen verloren, aber jetzt sind erst einmal zwei italienische Themen dran:
    "Der Kuss des Salamenders", mit dem ich gerade angefangen habe: Siena 14. Jahrhundert ...


    Und dann finde ich, wir wissn jetzt genug über Jesus und Magdalena, finden Sie nicht?
    Habe mir eine andere Liebegeschichte vorgenommen, die sich sehr unkatholisch und frisch erzählen werde: Den hl. Francesco und seine Clara: "Barfuss im Herzen" .
    Und danach könnte man dann nach Norden gehen ...

    Hallo, Ihr Lieben, jetzt bin ich endlich online - vielen Dank an Bianca. Alle Bemerkungen, die ich gelesen habe, sind klug und einfühlsam und treffen genau ins Zentrum.
    Ja, Raymond soll ein Ritter sein, der vom üblichen Klischee abweicht, dafür ist er zu alt (und braucht eben besonders gute Schwerter, um das auszugleichen!) und hat zuviel gesehen und dann trägt er eben auch sein Geheimnis mit sich herum ...
    Mir war die Sache bzw. der Erzählstrang mit den Schmieden besonders wichtig. Was war schon ein Ritter ohne seinen Schmied? Das Schwert verbeult oder geborsten - da ging dann schnell gar nichts emhr. Deshalb reisten Schmiede immer im Kriegstross mit und mit privisorischen Feldessen, wo sie schnelle Reperaturen durchführen konnten.
    Dieses Schmiedethema hat mich im letzten Sommer halb um den Verstand gebracht: Ich hatte dutzenweise Schmiedebücher ausgeliehen und gelesen, aber bitte sollte man sich das alles genau vorstellen?
    In meiner Verzweiflung bin ich zu einem Bauernhofmuseum in der Nähe v. München gefahren, wo mir ein sehr vierschrötiger, sehr bayerischer Typ (Schmied) sagte: "Wie es früher gewesen sei, wisse er auch nicht" (In ordinärstem Bayerisch).
    Noch betretener bin ich nach Hause gerauscht - und dann die Wandlung!
    Habe per Internet und einen glücklichen Zufall in Ralf Ehlers nicht nur einen Schmied und Metalldsigner (aus Golslar - direkt neben dem Rammelsberg!) als wissenschaftlichen Berater gefunden, sondern jemanden, der sich mit ma Schmiedekunst bestens auskennt.
    Kleines Beispiel: Kann man in einem Roman us dem frühen Ma eine Klinge "Damaszenerklinge" nennen (also von Damaskus hergeleitet), wo man kaum bis ins nächste Dorf kam?
    Zumindest schwierig, finde ich.
    Aber "wurmbunte Klinge", weil sich die Schichten von Eisen (gibt nach) und Stahl (bleibt hart) wie ein Määndermuster abwechseln?
    Das kommt doch gleich gut rüber!
    Ralf hat mir "vorgeschmiedet", ich konnte mit eigenen Augen alles sehen und einen Ring aus Eisen (der wird noch wichtig im Text) haben wir auch zusammen geschmiedet.
    Dies nur als kleiner Werkstattbericht - aber war f. mich für die Authenzität des Romans sehr wichtig (ich weiß jetzt, weshalb in vielen anderen steht: "Er ging in die Schmiede und arbeitete."
    War alles nämlich eine Heidenarbeit, das rauszufinden, aber auch ein Riesenspaß! :D
    Also, wenn es Fragen gibt: Bin zu allem bereit!
    Herzlichst
    Brigitte