Beiträge von Lucie

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    Ich habe gestern Abend mal meine Gedanken einfach wandern lassen: nehmen wir an, Zombie und Eddie haben über ihre Kinder in Zukunft immer mal wieder Kontakt, man kommt sich näher und vielleicht denkt sich Rheinhart irgendwann, dass es kein Schaden ist, ein wenig auf Eddie aufzupassen - er weiß ja um ihren Unwillen, sich mit der Waffe zu wehren.

    Und dann kommt Philipp und will Eddie das Leben schwer machen ... jetzt stelle ich mir gerade vor, wie Eddie zusammen mit ihrem neuen Kumpel Zombie bei Philipp auftaucht, um ein Gespräch mit ihm zu führen ... und dann stelle ich mir Philipps Gesicht vor :totlach::totlach::totlach:

    oh ja , Karin. Das ist ein wirklich sehr sehr schönes Bild, das du da malst:totlach::totlach:

    :totlach::totlach::totlach:

    Lucie

    Waaah, Lucie, da hast Du den bisher spektakulären Enden Deiner Krimis noch einen draufgesetzt. Das Allerallerheftigste war Zombies aka Rheinharts Tattoo, ich bin sowieso kein Fan dieser Bildchen, doch die Vorstellung dieses Designs jagte mir kalte Schauer über den Rücken und tut es noch! Nie im Leben wäre ich auf ihn als Zombie, geschweige denn auf seine Familienkonstellation gekommen, das war ein echtes Meisterstück, dieser Abschluss.

    :* Vielen Dank, ich freue mich riesig, dass es Spaß gemacht hat!

    Und wie Eddie Adrian privat über die Klinge springen ließ, das hatte wirklich Klasse ... Da hat Eddie das einzig Richtige getan, ihm einmal klarzumachen, dass es so nicht weitergeht.

    Und von der dämlichen "Prinz-auf-weißem-Pferd"-Idee hat sie sich auch endlich verabschiedet :lachen:. Da ist der Schlamassel zumindest zu irgendwas gut.

    LG, Lucie

    Die Aufösung der Morde war wirklich unerwartet, Lucie, Respekt und Glückwunsch:blume:

    Die Leseprobe hat uns Zombie in einer unerwarteten und eher sympathischen Rolle präsentiert. Obwohl wir Überraschungen ja inzwischen gewohnt sein sollten:)

    Ich bin gespannt, Zombiemäher kennen zu lernen und zu erleben, wie Eddie ihr neues Leben meistert, in dem sie jetzt wohl zwei selbstverliebte arrogante Kerle an der Backe hat. Bietet Jo einen Ausgleich? Eddie hat ja schon sein Interesse geweckt.

    Ich bin soooo gespannt.

    Danke schön :blume:.

    Lucie

    Jetzt bin ich echt platt: im Leben nicht wäre ich auf Rheinhart als Zombie gekommen, obwohl ja sein imposantes Äußeres durchaus öfters erwähnt wurde. Dieses Tattoo ist ja echt speziell. Gibt es dafür womöglich eine Vorlage?

    Ich habe ähnliche Tattoos bereits an Oberarmen oder Waden gesehen, das kann durchaus anatomisch korrekt und gut gemacht sein, wie bei Zombie, gibt aber auch echt schlechte Varianten. Außerdem gibt es den sogenannten "Zombie-Boy" (ist kürzlich verstorben, glaube ich), der die Sache total übertrieben hat.

    Lucie

    Natürlich war Eddies Entwicklung ein Stück weit voraussehbar, nicht aber, das sie so schnell vonstatten geht. Ich war davon ausgegangen, das sich das über die gesamten drei Bücher erstrecken würde. Aber mal schauen, was Lucie mit ihr noch so alles vor hat. :totlach:

    Hey! Da kommt natürlich noch was! Das war doch erst der Anfang ...

    Genau, Zombie ist eher der Klassiker "Harte Schale, weicher Kern", hier ändert sich ja tatsächlich nicht der Charakter an sich, sondern unsere Sichtweise auf ihn, da hast Du absolut recht.

    :) Auch Zombie hat noch viel Potential ...

    Lucie

    Die Entwicklung von Eddie war voraussehbar, oder?... Zombie macht hier noch keine wirkliche Entwicklung durch.

    Rhea : :boah: Ich kann nicht glauben, dass Du das so kristallklar erkennst und auf den Punkt bringst! Eigentlich verliere ich über das dramaturgische Skelett der Geschichte keine großen Worte, denn es ist absolut irrelevant, was ich mir beim Schreiben so alles gedacht habe. Wichtig ist nur, dass Euch das Lesen Spaß macht :)!


    Allerdings bringst Du hier auf den Punkt, was ich mir gedacht habe:

    1. Eddie ist eine klassische Protagonistin einer dramatischen Geschichte. Wir haben in einem früheren Abschnitt schon darüber gesprochen, dass sie ihre Probleme erkennt und aktiv wird: Sie sucht sich eine Wohnung und versucht den Wiedereinstieg in den Job hinzukriegen, sie versucht auf die Beine zu kommen. Als LeserIn mögen wir, wenn die Figuren so heldenhaft sind und trotz aller Wiedrigkeiten kämpfen.


    2. Zombie macht genau das nicht.

    Im Gegenteil: Er weigert sich vorsätzlich, darüber nachzudenken, warum Freddie, die Osterhasenakte, die Augen der Katze und die Tote vor dem Jobcenter ihm Angst machen (weil sie ihn mit der Nase auf die Drogenprobleme seiner Schwester stoßen). Er greift einfach auf sein altes Muster zurück und verdrängt die Angst mithilfe von Aggression. Zombie weigert sich strikt, das Problem zu erkennen, aktiv zu werden und sich weiterzuentwickeln. Er steigert sich nur immer weiter in seine Wut und seine Mordfantasien (dabei ist es ihm letztendlich völlig egal, gegen wen sich diese Wut gerade richtet).


    Die Entwicklung verweigern, das machen klassischerweise die Protagonisten in Tragödien und - ebenfalls ganz klassisch - führt Zombies Verhalten in dieselbige. Natürlich sind tragische Geschichten zz. nicht sonderlich populär - aber sie kommen in der Realität durchaus vor. Mit der Kombination dieser beiden erzählerischen Ansätze habe ich die Grenzen des Genres "Krimi" dieses Mal wohl ganz schön strapaziert :). Und ich habe so richtig gezittert, weil ich keine Ahnung hatte, ob das überhaupt funktionieren kann.


    Umso mehr freue ich mich, dass Ihr in dieser Leserunde bereit ward, Euch nicht nur auf Eddie, sondern auch auf eine Figur wie Zombie einzulassen! :* :*:* Ich habe da so viel Arbeit reingesteckt und ihr habt tatsächlich so aufmerksam gelesen und Euch Gedanken gemacht, dass Euch selbst der kleinste Hinweis nicht entgangen ist! GANZ GROßES KOMPLIMENT AN ALLE!!!


    Lucie

    Mit der Nacht mit Adrian hat sich Eddie ja ein ziemliches Ei ins Nest gelegt, das ihr in den weiteren Teilen wohl noch einige Probleme bereiten wird.

    Ja, ich denke auch, dass das ihren Arbeitsalltag in Zukunft nicht vereinfachen wird ...



    Puh, was für ein Finale mit einer absolut genialen Auflösung.

    Lieben Dank:)! Freut mich, wenn die Überraschung gelungen ist.

    Lucie

    Ich finde es ja in Ordnung, wenn jemand nicht einfach Leute erschießen kann, aber im Notfall muss es Eddie können. Daran muss sie wirklich arbeiten...

    Da bleibt die Frage offen, was passiert wäre, wenn Zombie Eddie die Entscheidung, ob sie schießen soll, nicht abgenommen hätte ... Nun ja, vielleicht kommt sie irgendwann ja noch einmal in eine ähnliche Situation ... ;)

    Lucie

    Liebe Lucie, vielen Dank für diesen Schluss.
    Ich habe ja gesagt, dass Zombie im Buch für uns eine Entwicklung durchmacht. Da steckt viel dahinter, Wut auf den Vater und Wut auf die Drogen und eine absolute Hilflosigkeit gegenüber dem was mit seiner kleinen Schwester los ist. Entgegen seiner Sprache (ich erinnere an Pest und Cholera) ist er ein liebevoller Vater.

    Gern :). Zombie hat diese brutale Art von Sprache (Stichwort Kommunikation ;)) schon in der Familie erlernt - und dann vermutlich auch alles daran gesetzt sie zu perfektionieren. Seine sexistische Grundeinstellung ebenfalls - und das mit zwei Töchtern :o. Das alles prägt sein gesamtes Denken, aber dass Mordfantasien für ihn eine Art Zeitvertreib sind, bedeutet ja nicht zwingend, dass er auch einen Mord begeht. Nun ja, was nicht ist, kann ja noch werden :lachen: ... Ich werde Euch jedenfalls nicht vorenthalten, wie seine Geschichte weitergeht ...


    Zuletzt nur eine Frage. hat Flos Vater sich das Leben genommen mit einer Plastiktüte? Da ist ja ungewöhnlich und warum? Weil sie ihn anzeigen wollte? Oder weil er begriffen hat was er getan hat?

    Den Grund kann er uns nicht mehr verraten. Ich tippe aber mal, dass er gewusst hat, dass nun herauskommen würde, was er getan hat. Begriffen hat er schon früher, sonst hätte er Flo wohl nicht derart unter Druck gesetzt, damit sie nichts erzählt.

    Die Plastiktüte ist gar nicht mal so selten ...


    Lucie

    Das Adrian auch noch sagt, dass musst du in den Griff bekommen, fand ich nicht so doll. Die Bemerkung von ihm, ob sie nicht einfach Freunde sein wollen, und so weiter.....nehme ich ihn irgendwie nicht ab. Ich weiß nicht warum, aber bei läuten die Alarmglocken.

    :boah:

    Lucie

    Ich frage mich immer wieder, warum Eddi zur Polizei gegangen ist. Sie kann kein Blut sehen, sie kann nicht auf Menschen schießen was hat sie sich unter Polizeiarbeit vorgestellt? Wenn es hart auf hart kommt, kann es für ihre Partner gefährlich werden. Sie sieht aber immer nur die Gefahr verspottet zu werden, als sei das Training Selbstzweck. Woher kommt dieser Wunsch, wenn man aus einer Künstlerfamilie stammt und eigentlich mit Gewalt nichts am Hut hat? Gibt es da auch einen Grund in ihrer Vergangenheit oder war es einfach Protest?

    Eine wichtige Frage. Allerdings ist Eddie weit davon entfernt, sich an die Antwort darauf zu erinnern.

    Aber sie hat ja noch ein bisschen Zeit, ist ja eine Trilogie, die wir hier lesen ...

    ;) Lucie

    .. Ich kann nur sagen, dass ich genug junge Leute getroffen habe, die null Bock hatten, aber ohne ersichtlichen Grund. Einzig, weil sie sahen, dass die Eltern ohne Arbeit doch gut über die Runden kommen. Ich hoffe mal, dass das nicht alles auf diese Weise misshandelte Kinder sind ...

    Ich hoffe auch, dass das nicht alles misshandelte Kinder sind!

    Ich glaube aber schon, dass eine Null-Bock-Einstellung ganz gut geeignet ist, Selbstzweifel zu vertuschen. Die müssen ja nicht von einem so mies manipulativen Vater kommen wie bei Flo, oder vom geltungssüchtigen Ehemann (wie bei Eddie ;-), jedeR von uns begegnet wohl Menschen, die sich selbst größer fühlen, wenn sie andere klein machen können. Und auch heute witzeln sich sogar einige Lehrer noch mithilfe von Dauersarkasmus durch den Unterricht ...


    Außerdem ist die Angst, den Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht zu genügen, auch nicht ganz unbegründet. Jemand Flo bräuchte sicherlich eine Menge Unterstützung und Aufmerksamkeit, um überhaupt noch im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Doch gerade im Bereich der unteren Lohngruppen (wo sie ohne Ausbildung landen würde) werden fleißig Organisationsuntersuchungen durchgeführt, Arbeitsprozesse verdichtet oder ganze Arbeitsbereiche gleich outgesourct. Eine sorgfältige Einarbeitung/Betreuung ist schwierig, und sobald jemand körperlich, geistig oder psychisch nicht so leistungsfähig ist, das Tempo mitzugehen, wird aussortiert, statt integriert.


    Eine schöne Frage, wenn ich für meine Bücher in Betrieben recherchiere, ist übrigens, ob die Gebäudereinigung von einer Fremdfirma übernommen wird ;-). Ist immer interessant zu wissen, wie die Putzfrauen behandelt werden.


    Lucie

    Die Passagen zum Mord am Jobcenter lesen sich noch ein Stück eindringlicher, wenn man dabei nur kurz den Kopf zur Seite drehen muss, um genau auf das dort beschriebene Arbeitsamt in Bochum schauen zu können. So nahe war ich dem Schauplatz eines literarischen Mordes bisher auch noch nicht.

    :boah: Ist ja spannend! LG, Lucie

    Sie hat sich ja nicht einmal ordentlich bei der Zeit-Erfassung ausgestempelt. Nach so vielen Jahren im Dienst der Agentur für Arbeit einen solchen Fehler??? Wenn das einem ihrer Kunden passiert wäre... Sie hätte ihm doch sofort die Leistungen gekürzt! ^^

    :totlach:



    Was mir aber sehr positiv in diesem Abschnitt aufgefallen ist, dass ist die tolle Art mit der Lucie unsere unkomplizierte Art des Miteinander und Füreinander eingefangen hat hier in Bochum.

    Besonders Mütze zeigt deutlich, wie hier ohne viele Worte und Fragen aufeinander zugegangen wird. Wir leben hier wirklich mit unheimlich vielen verschiedenen Menschen zusammen und jeder hat so seine Eigenart und Lebensstil, aber irgendwie funktioniert das Miteinander...

    Das ist vollkommen richtig. Es ist einfach unglaublich, wie viele Menschen mir in Bochum völlig grundlos bei der Arbeit an meinen Büchern helfen ^^. Und irgendwie passen meine Geschichten da wunderbar rein: Wo sonst sollte sich denn Molles Kneipe befinden? Oder wo sonst könnte Mütze wohnen? Ich glaube, dass meine Geschichten in keiner anderen Stadt spielen können.


    Und was ich eben schon im ersten Abschnitt geschrieben habe, Zombie wird durch die Einschübe in diesem Abschnitt, schon fast zu einem interessanten Typen. Auf der einen Art kann er einem wirklich leid tun und ich kann auch nachvollziehen woher die Wut in ihm kommt. Er selbst weiß auch sehr genau woher die Wut kommt. Er ist nicht dumm und er spürt sehr genau, dass er diese Wut bald nicht mehr kontrollieren kann, aber warum zum Teufel zieht er jetzt nicht die Notbremse? Er weiß doch schon sehr genau das er bald wieder in eine Falle läuft!


    Hammer, dass Du das so wahrnimmst! In Bezug auf Zombies Wirkung beim Lesen der Geschichte war ich mir nämlich sehr unsicher. Am meisten habe ich befürchtet, er könnte so sehr nerven, dass die LeserInnen seine Passagen einfach überblättern. Das Risiko bin ich mit der Figur eingegangen.


    Tatsächlich ist es so wie beschrieben: Zombie registriert in besseren Momenten, dass er in der bekannten Gedankenspirale feststeckt. Trotzdem kommt er aus dem alten Verhaltensmuster nicht raus.

    Ich glaube, dass das auch in Wirklichkeit manchmal vorkommt. Natürlich mögen wir Menschen, die aktiv werden, wenn sie ihre Probleme erkennen, aber das schafft nicht jeder. Und ja, Menschen, die das nicht schaffen, können nerven ...

    Zombie weiß, dass er eigentlich etwas unternehmen müsste, und kriegt es trotzdem nicht hin.

    Obwohl er in dieser Geschichte ja wirklich nicht zu den Guten gehört, finde ich, dass ihn gerade dieses 'Nicht-Hinkriegen' nun wieder sehr menschlich macht ...

    Obwohl so ein Verhalten natürlich in der Realität wie auch fiktiv direkt in die Katastrophe führen kann :o.


    Hm? Ist irgendwie kompliziert ausgedrückt, oder?

    Lucie

    Von Eddies Seite scheinen durchaus noch Gefühle da zu sein (zumal sie erkennt, dass Philipp frappierend an Adrian erinnert), aber wenn Adrian nach wie vor kein Kostverächter ist, was Frauen angeht, dann sehe ich eher schwarz für eine Beziehung der beiden. Aber vielleicht hat er sich ja auch inzwischen die Hörner abgestoßen ^^

    ;)

    Zombie ... meine Güte, in seiner Vergangenheit ist ja echt einiges ziemlich schief gelaufen und ich muss sagen, ich habe mit dem Teenager, der Zombie einmal war, echt Mitleid, wie er gemobbt und immer wieder von anderen schikaniert und verprügelt wurde.

    Vielen Dank für die Bereitschaft, sich auf Zombies Gedankenwelt einzulassen - und das trotz der Müsliszene :lachen:. Immerhin schreibe ich ja über Wut und so gestört er auch ist, irgendwo kommt die Wut ja her.

    :* Lucie