Beiträge von Valentine

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    Die Auflösung hat mich nicht so ganz hundertprozentig überzeugt, bei Krimis ist mir eine "deutliche" Aufklärung lieber.


    Aber letztendlich tut das dem Buch dennoch keinen Abbruch. Zwischen den Zeilen kam für mich einiges an Gesellschaftskritik herüber (das Timing der Abstimmung über die Reform, die Darstellung von Jürgen Hummel, der von seinem hohen Ross gut Verzicht fordern kann), und die zahlreichen Infos und Gedanken zum Thema Kaffee (und auch Tee) waren wunderbar in die Geschichte eingebettet, so dass man sie quasi im Vorbeilesen aufsaugen konnte.


    Ich habe mich immer wieder gefreut, wenn eine meiner Lieblingskaffeesorten erwähnt wurde und konnte die Überlegungen, was einen guten Kaffee ausmacht, sehr gut nachvollziehen. Ich bin auch der Ansicht, dass ein liebevoll hergestellter Kleinrösterkaffee ein ganz anderer Genuss ist als ein großindustrielles Massenprodukt. Und Gott bewahre uns vor künstlichem Kaffee *würg*


    Die Kaffeezeremonie gefiel mir auch gut, ich finde es herrlich, Kaffee so zu zelebrieren, und ich fand es auch witzig, dass Brioni das mit den Nelken gar nicht bemerkt hat ;D


    Ich muss sagen, dass ich Agathe und Brioni gerne mal wieder "treffen" würde :smile:

    Die heimlichen Filmaufnahmen fand ich auch sehr enttäuschend. Andererseits macht es Agathe auch gerade wieder glaubwürdig, weil sie eben nicht durchweg sympathisch ist und auch mal falsche Entscheidungen trifft.


    Jakobs Versteckspiele mit der Polizei fand ich auch sehr amüsant, insbesondere die Aktion beim Eishockeyspiel 8)


    Die ausgefeilte Sprache hat mir sehr gut gefallen, so was mag ich viel lieber als einen platten, phrasenhaften Krimi.


    Die Aromakammer war vielleicht ein wenig dick aufgetragen, aber allemal eine spannende Szene. Ich hatte schon allein beim Gedanken, in so einem Ding eingesperrt zu sein, Platzangst :o


    Mir ist bei den Gesprächen zwischen Agathe und Brioni gar nicht er als schroff und unhöflich vorgekommen, sondern sie als absolut unsensibel, indem sie immer wieder nachhakt, bei Dingen zu denen er sich gerade öffnen will, ohne, dass es ihr aufgefällt, immer nur ihre Story im Hinterkopf.


    Stimmt, später im Gespräch fiel mir das auch unangenehm auf, wobei ich ein bisschen das Gefühl hatte, dass Agathe meinte, als Journalistin so auftreten zu müssen.


    Dass Kaffee positiver wirkt, wenn man ihn in Ruhe trinkt und genießt, kann ich mir gut vorstellen. Es ist ja auch ein Unterschied, ob ich Schokolade oder Alkohol in Stresssituationen konsumiere, weil ich glaube, dass das Stress abbaut, oder ob ich aufmerksam hineinschmecke und jedes Stückchen oder jeden Schluck genieße. Die Definition als Genussmittel passt da wunderbar, und genau das sollte Kaffee oder auch ein guter Wein oder hochwertiger Tee auch sein.


    In ihrer Beziehung zu dem verheirateten Freund kommt sie mir auch nicht glücklich vor. Sie erinnert mich darin ein bischen an eine andere Frau in dem Buch , das ich gerade gelesen habe, die auch aus unbekannten, unverständlichen Gründen an so einer Beziehung festhielt, anstatt den Absprung zu schaffen. Ihr Freund ist mir jedenfalls nicht sehr sympathisch.


    An Vivien aus den "Frauen von London" musste ich auch denken, die habe ich ja mit fast denselben Worten wie oben charakterisiert ;)

    Nach längerem Zögern wegen der gemeinsam erlebten missglückten Liebesnacht hat Brioni Christine Savoy aufgesucht, die mir ziemlich undurchsichtig erscheint. Ich bin noch nicht sicher, ob sie tatsächlich vergessen hat, wer den Finanzierungsantrag für die Kaffee-Entzugs-Studie gestellt hat oder wie der merkwürdige Verein heißt.


    Dieser Verein kommt mir auch reichlich absurd vor, fast unrealistisch, dieser Entschleunigungsfanatismus. Andererseits auch ein gutes Lehrbeispiel, wie sich Fanatiker auf ganz merkwürdige Dinge einschießen können.


    Frage an Herrn Rekel: ist der Verein komplett erfunden oder gibt es ein Vorbild dafür?


    Die Lösung, dass der Verein mit den "Kaffeeanschlägen" zu tun hat, wäre mir aus momentaner Sicht ein wenig zu "glatt". Ich bin gespannt, welche Rolle genau die Zeitfanatiker noch spielen werden.

    Neben mir steht eine Tasse Galapagos-Kaffee aus meiner kleinen Lieblingsrösterei, die auch sofort vor meinem geistigen Auge erschienen ist, als Agathe Hans Brioni im Geschäft aufgesucht hat, ich konnte schon fast den Kaffeeduft riechen.


    Agathe kommt mir ebenfalls wie ein Mensch vor, der immer das Nachsehen hat bzw. in dessen Leben immer alles ein bisschen schwieriger zu sein scheint als bei anderen. Bei ihren verzweifelten Bemühungen, mit ihrer Reportage einen guten Eindruck zu hinterlassen und sich dadurch auch vor sich selbst zu rechtfertigen, weil sie ja eigentlich nicht durch Beziehungen an eine Stelle kommen wollte, tat sie mir schon ziemlich leid.


    Hans Brioni ist mir momentan noch ein bisschen undurchsichtig; nach dem ersten positiven Eindruck kam er im Gespräch mit Agathe sehr schroff und unzugänglich rüber - eigentlich ja klar, wer will schon von einer neugierigen Journalistin belästigt werden, wenn der eigene Sohn, das einzige Familienmitglied, das man hat, mit einer rätselhaften Vergiftung im Krankenhaus liegt.


    Ob die Menschen wirklich so bedröppelt durch die Straßen schleichen, weil ihnen der Kaffee fehlt? Oder hat Agathe das wirklich nur hineininterpretiert?


    Maurice ist mir jetzt schon ordentlich unsympathisch, ich bin gespannt, was wir von ihm noch hören werden.


    Meine persönlichen Erfahrungen - vom Plörre-Trinker, zum Magenkatarrh und schließlich zum Espressofan


    :D


    Plörretrinker war ich zum Glück nie, aber dass Kaffee sehr lecker sein kann, habe ich erst ziemlich spät gelernt, dafür aber von einem richtigen Liebhaber hochwertigen Kaffees.


    Ich schnuppere beim Lesen förmlich den Kaffeeduft...


    Schon mal vielen Dank für die Begleitung dieser Leserunde :winken:

    Ich habe gestern abend schon die ersten 25 Seiten gelesen. Da ist ja schon eine Menge passiert.


    Die liebevolle Schilderung, wie Hans Brioni sich seinen Morgenespresso kocht, hat mir sehr gut gefallen und mich an meinen Freund erinnert, der auch mit Hingabe sein Kaffeeritual pflegt ;)


    Der arme Jakob - endlich hat er sein Date mit Yazmina, und dann das! Dass auch die Frau mit den auffälligen Ohrringen im Krankenhaus landet und noch mehr Menschen mit Koffeinüberdosis eingeliefert werden, lässt auf einen Zusammenhang schließen, ich bin sehr gespannt!


    Wie Agathe ins Bild passt, weiß ich noch nicht so genau, mal sehen...

    Funny that you mention Pullman, I considered quoting him as an example in my last posting.


    Pullman's Dark Materials trilogy appears at Carlsen in Germany, a publisher of children's books. I think these books can also be read on different levels. Kids will primarily enjoy the story while older teenagers and adults will recognize his criticism of organised religion and the other subjects Herbie mentioned.

    I pretty much feel the same, especially about fantasy books. Most of the fantasy books/series I read in the last few years were published as children's or teenie books, while I am quite sure that all of them have a whole lot of grown-up fans.


    But it seems to me that it's OK again to read young adult books even if you're older than twenty (thanks to Harry Potter, maybe...)


    The interesting thing is that your perception of a book changes with age. When I first read "The Neverending Story" by Michael Ende at the age of nine or ten, it appealed to me as the fantasy story it is at first glance. I re-read the book a few years ago (I'm 27 now) and suddenly recognized another level within the book, an allegory to imagination (and the loss of it) in the modern world, and I thinks this holds true for many other fantasy books.


    Some of the jokes, implications and names in the Faerie books as well as many other fantasy novels and series wouldn't have been funny to me 15 years ago, but I would have loved the stories anyway.

    Ich bin kein großer Fan von Klischees. Mit einigen kann ich in Büchern ganz gut leben (etwa die mittelalterliche Powerfrau, die in ihrer Denkweise ihrem Zeitalter weit voraus ist), andere nerven mich (z.B. diese unglaublich schönen, intelligenten, durchsetzungsfähigen, bitterarmen, schicksalsgebeutelten Neunzehnjährigen in manchen Schnulzromanen ;D )


    Ich würde Peter hier auch widersprechen, dass Leser generell Klischees lieben - siehe oben, ich kann sie teilweise akzeptieren bzw. darüber hinweggehen, und die Charaktere müssen für mich nachvollziehbar bleiben, aber das fällt weniger unter Klischees als unter Glaubwürdigkeit.