Beiträge von *Sternenstauner*

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    Hallo,


    da ich nach einer Woche ohne ordentlichen Internetanschluss und mit Null-Lesezeit nun leider nicht mehr allzu viel Neues beisteuern kann, wird mein Beitrag wohl etwas kürzer ausfallen.
    Wobei ich auch gar nicht genau weiß, wo ich anfangen soll, denn letztlich habt ihr genau die Punkte, die auch mich beschäftigt haben, schon angesprochen.


    Die ungerechte Behandlung von Carl und Caroline hat auch mich vor Wut kochen lassen und Rurik kann mir fast schon nicht mehr unsympathischer werden. Wie kann sich Lili von ihm nur so blenden lassen?
    Christians Mutter fand ich ebenso unmöglich wie die Ärzte, die ihm nicht glauben wollten, dass die Cholera in der Stadt ist und Lilis Vater wird doch wohl nicht sterben, oder? Auch wenn ich seine Einstellung zum Thema Ehe ja nicht so doll fand.


    Etwas verwundert hat mich übrigens das Auftreten dieses Gipsers. Ich konnte ihn in der Szene, in der er Christian anspricht und von diesem als verwirrt bezeichnet wird, nicht mit dem Mann in Verbindung bringen, der wenige Seiten vorher bei der Geburt eines Kindes geholfen hat. Und woher weiß er von Christians Vorliebe für Zahlen? Sehr seltsam. Ebenso wie der wieder auferstandene Tropenforscher. Ob der noch eine Rolle spielen wird?


    Den Titel finde ich übrigens auch großartig gewählt.


    Liebe Grüße,
    **stauner

    Ein bisschen zuviel Zufall, auch für mich, weshalb ich im ersten Moment fast versucht war, sogar auf Christian als Täter zu tippen. Aber nur ganz, ganz kurz. ;)


    Irgendeine Rolle _muss_ Christian doch spielen. Es kann doch kein Zufall sein, dass er diese Zahlencodes zugesteckt bekommt. Irgendeinen Zusammenhang wird es bestimmt geben.


    Zu der Reaktion der Eltern: Ich persönlich wäre an ihrer Stelle wahrscheinlich ausgerastet und fast gestorben vor Sorge - immerhin gibt es da einen Mörder, der Lilis Doppelgängerin auf dem Gewissen hat. Aber vielleicht sind sie einfach lockerer drauf, weil sie Lili vertrauen und diese ja auch gerade erst ein halbes Jahr im Ausland war. Da sehen sie sowas womöglich entspannter. Könnte ich mir vorstellen.


    Dunkles Geheimnis, naja ich denke er ist einfach nur ein Mistkerl ;D


    Ich glaube, der Bursche ist mehr als nur ein Mistkerl. ;) Warum hätte er sonst so heftig auf die Wahrsagerin reagiert? Ich glaube auch nicht, dass da irgendwelche mystischen G'schichten am Werk waren, sondern dass Rurik womöglich einfach einen schlechten Ruf in der Szene hat, von dem Lili nichts weiß.



    Dass Christian am nächsten Morgen jedoch sogleich annimmt, dass sie bei Rurik übernachtet hat, ist nicht gut! :o
    Die Eltern Winterberg reagieren auch (zu) sehr entspannt darauf, dass ihre Tochter die Nacht auswärts verbracht hat, finde ich... :-\


    Das hat mich auch gewundert. Die Familie scheint zwar recht locker zu sein, aber so eine Nacht außer Haus... Das ziemte sich damals doch bestimmt nicht. Andererseits steht die Familie ja eh schon im gesellschaftlichen Aus. Da kann Lilis nächtlicher Ausflug das Ansehen doch eigentlich gar nicht mehr groß verschlechtern, oder?


    Christian könnte übrigens wirklich mal etwas deutlicher werden, was seine Gefühle für Lili angeht. So wird das doch nix. ;) Etwas überraschend fand ich es, dass er zufällig zur Stelle war, um Lili zu retten. Zum Glück natürlich, aber irgendwie... Hm.
    Sehr lustig allerdings war der gemeinsame Umtrunk anschließend. Echt toll, wie viel Humor in dem Buch steckt, was man bei dieser ganzen Bestatter-Mord-Sache ja vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte.


    Wirklich schlimm, ja. Leider damals wie heute nicht wirklich eine Seltenheit. :(


    Ich mag gar nicht daran denken, dass es solche Leute wirklich gab/gibt. Da fehlen mir die Worte. :(



    Hmm, ich will es nicht behaupten, doch die Nuancen sind hier für mich ganz leicht zu verwischen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass Maiken dies in völliger Absicht so gestaltet hat und sei es nur um uns (mich) eventuell auch eine falsche Spur locken zu können (oder eben nicht). Zumindest bei Magdalena könnte ich mir serh gut vorstellen, dass sie zumindest in Sibylle verliebt gewesen ist. Ich könnte dir jetzt wahrscheinlich sogar ein paar Stellen im Text heraussuchen... aber ich möchte jetzt eigentlich viel lieber weiterlesen. ;D


    Das ist ja interessant. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Magdalena bezeichnet Lili - die ja wie Sibylle aussieht - zwar als hübsch, aber mehr habe ich nicht rauslesen können. Für mich ist ihre Freundschaft schon alleine aufgrund ihrer schweren Situation etwas Besonderes. Da halten sie eben eng zusammen, aber mehr wie Schwestern. Denke ich zumindest.


    Jetzt denke ich aber nicht mehr weiter, sondern lese. ;D

    Huhu,


    ich muss mich entschuldigen. Ich hinke - wie befürchtet - hinterher. Am Buch liegt es aber ganz sicher nicht. Das ist ja wohl wirklich verdammt spannend!


    Behnecke kannte Sibylle? Rurik ist doch nicht der feine Kerl, für den Lili ihn gehalten hat und Magdalena möchte gemeinsam mit ihr Sibylles Mörder finden, der - wenn es denn derselbe Mann war - einen Anschlag auf Lili geplant hatte. Und dann ist da wieder diese Chiffrierscheibe und ganz nebenbei bricht in der Stadt offensichtlich eine Epidemie aus. Meine Herren, da ist wirklich einiges los! 8)


    Lili wird mir übrigens auch immer sympathischer. Ihre forsche Art gefällt mir. Wie sie Magdalena gleich mit Fragen überhäuft hat, da musste ich ganz schön grinsen. Wie schön wäre es, wenn sie in ihr endlich eine Freundin finden würde. Aber ich denke, den beiden jungen Frauen steht erstmal noch einiges bevor...


    Deswegen wühle ich mich jetzt ganz flott durch eure Kommentare und mache mich dann gleich wieder ans Lesen. :winken:


    LG,
    **stauner

    Hallo Maiken,


    Danke für diese ausführliche und interessante Antwort! Ich hatte ja im Einleitungs-Thread schon geschrieben, dass das Buch - für mich aus Laiensicht - erstklassig recherchiert scheint - was deine Ausführungen hier nur noch mal bestätigen. Respekt! Das alte Hamburg erwacht direkt vor dem geistigen Auge des Lesers zum Leben und nebenbei lernt man auch noch viele spannende Dinge.


    Obwohl ich mich jetzt nicht übermäßig für Bestattungen o.ä. interessiere, hat mich das Thema komischerweise auch gleich gereizt. Wahrscheinlich, weil es einfach mal was ganz anderes ist und Einblick in einen Bereich gewährt, von dem man sonst nichts weiß.
    Dass du während der Schreibzeit hier und da schlecht geträumt hast, kann ich mir übrigens sehr gut vorstellen. Aber auch dein Fazit ist gut nachvollziehbar und irgendwie ist es ja auch schön, wenn man am Ende der Arbeit etwas für sich mitnehmen kann.



    Dass mein Name aus dem Hebräischen stammt, wusste ich übrigens auch noch nicht. Meine Eltern haben ihn mir gegeben, weil es wohl auch ein alter norwegischer Name ist und wir in der Familie viele norwegische Namen tragen...


    Dann lag ich ja gar nicht so verkehrt mit meiner Vermutung. :)


    Liebe Grüße,
    **stauner <- Genau genommen eine Staunerin, die nur ihren Ava verbaselt hatte ;)


    Ich denke Lili hat einfach angefangen Geschenke zu verteilen, weil sie die Tote noch nicht so richtig wahrgenommen hat. Sie ist ja immer mit dem Tod aufgewachsen und für sie ist es wohl etwas Normales, wenn eine Leiche im Raum ist und die wird sie dann zu Beginn noch nicht richtig wahrnehmen, wie die Tote aussieht.
    Außerdem war der Empfang nicht emotionaler, weil alle noch unter Schock stehen. Zuerst denken sie ihre Tochter ist tot und dann steht sie vor ihnen. Also ich würde da auch noch etwas verhalten reagieren, da das Ganze doch schon eine sehr komische Situation ist.


    Nachvollziehbar wäre es, wenn die Familie unter Schock stehen würde, jedoch kam es auf mich einfach nicht so rüber. Insbesondere, weil sogleich über den neuen Konkurrenten gesprochen wurde. Das passte für mich nicht ins Bild bzw. mir haben einfach 2-3 weitere Sätze gefehlt.




    Sprachschatztechnisch und mit herrlichen Dialekteinflüssen ins damals Zeitliche untermalt fühlte ich mich sofort in die beschriebene Epoche versetzt.


    Das gefällt mir auch wahnsinnig gut. Man ist gleich mittendrin und hat vor allem das Gefühl, dass hier auch sehr sorgsam recherchiert wurde. Das finde ich richtig toll.




    Woran ich mich jetzt nicht gestört habe ist die Tatsache, dass Lili selbst die Tote nicht gleich als ihr völliges Ebenbild wahrnimmt. Ich würde mich wohl auch nicht gleich erkennen, wenn ich mich (Gott behüte) in einem Sarg vor mir liegen sähe. Es ist ja doch auch so, dass man sich nicht unbedingt selbst und sofort auf einem unbekannten und unvorbereiteten Video selbst auf Anhieb erkennt. Also ohne Vorwarnung meine ich.


    Dass die Eltern sie verwechseln, nachdem sie 6 Monate in England war, kann ich mir noch erklären, aber dass sie sich selbst nicht auf Anhieb erkennt? Nee, das kann ich nicht verstehen. Selbst wenn sie Leichen im Haus gewöhnt ist - die langem roten Haare sind doch ein Eyecatcher. Und sie sagt ja auch »Meine Gute, die sieht ja wirklich aus wie ich« (oder so ähnlich, S. 21/22), aber es schockiert sie irgendwie nicht wirklich. Finde ich komisch.




    Irgendwie drollig finde ich hingegen Lilis kleine Geschwister Carl und Caroline. Auch wenn die beiden mit dem Beerdigen von toten Tieren doch ein eher seltsames Hobby pflegen...


    Die beiden finde ich auch drollig. Wobei es vielleicht auch ihre Art ist, damit umzugehen, was sie als Bestatterkinder zu Hause erleben.




    Ihre Familie scheint sehr nett zu sein, obwohl die Mutter, mit ihren Verniedlichungen, eine Kandidatin dafür ist, mir auf den Nerv zu gehen ::)


    Geht das also nicht nur mir so. ;)


    Was das Cover angeht: Das Bild der Wasserleiche finde ich eigentlich noch ganz gut, weil man aufgrund der roten Haare gleich an Lili denkt, aber insgesamt ist es mir viel zu dunkel und der obere Teil in s/w passt für mich nicht. Ich muss gestehen, wenn ich es im Buchladen gesehen hätte, hätte ich kaum danach gegriffen.


    Und hätte sicher was verpasst, denn bislang gefällt mir das Buch doch ziemlich gut. Es scheint eine gute Mischung aus Historikschmöker, Kriminalfall und Liebesgeschichte zu werden. Ich bleib dran! :)


    Beste Grüße,
    **stauner

    Hallo ihr Lieben,


    nun finde ich endlich auch die Zeit, ein paar Worte zum restlichen Abschnitt dazulassen.


    Dieser Behnecke ist ja wirklich ein ganz unangenehmer Bursche. Trotzdem bleibe ich dabei: Es wäre zu einfach, wenn wir mit ihm gleich den Mörder präsentiert bekämen. Sehr grauselig fand ich übrigens, wie er der Toten die Perücke an den Kopf gehämmert hat. Klar, irgendwie muss das, aber so lieblos? Fieser Kerl!


    Erschreckend fand ich auch, wie ungerecht die Menschen damals (vor gar nicht sooo langer Zeit) behandelt wurden. Es muss schlimm gewesen sein, selbst als Kind gemieden zu werden, nur weil der Vater Bestatter ist.


    Ich vermute ja, dass die Chiffrierscheibe, die Christian an sich genommen hat, eine Rolle spielen wird. Was ich mich allerdings frage: Warum versucht er nicht gleich, sie zu entschlüsseln, sondern macht erstmal munter mit seiner Schatzsuche weiter? Ich bin gespannt...


    Jetzt lese ich aber erstmal Eure Kommentare nach und melde mich dann gleich wieder. :winken:

    Liebe Maiken,


    wahrscheinlich keine originelle Frage, aber: Wie kommt man auf die Idee, ein Buch in der Bestatterszene spielen zu lassen? Da war die Recherche doch sicher so manches Mal ziemlich düster, oder? Ich zumindest stelle mir das zwar wahnsinnig spannend, aber teils auch sehr bedrückend vor.


    Liebe Grüße,
    **stauner


    PS: Ich hätte jetzt gedacht, der Name 'Maiken' wäre typsich nordisch, aber Google sagt mir, dass er aus dem Hebräischen kommt. Habe ich vorher noch nie gehört, den Namen, aber gefällt mir. :)

    Moin moin, liebe Leserunde, liebe Maiken! :winken:


    Ich habe soeben die ersten beiden Kapitel verschlungen und nutze die Zeit vor dem Frühstück gleich für einen ersten Eindruck, für den - wenn ich mich kurz fassen wollte - ein Wort genügen würde: Spannend!!
    Ich mag es, wenn gleich Fragen aufgeworfen werden, und der Leser mitspekulieren kann. Wie kommt die Uhr an den Arm der Toten? Wie ist es möglich, dass sie Lili so ähnlich sieht? Was hat es mit der Chiffrierscheibe auf sich? Was sollte die Aktion am Bahnhof, als der Kutscher Lili weismachen wollte, dass sie ihren Koffer selbst getragen hätte? ...


    Über ein paar Kleinigkeiten habe ich mich allerdings auch gewundert, etwa, als Lili zu Hause eintrifft. Dafür, dass sie anhand der schwarzen Tücher vor den Fenstern vermutet, dass etwas anders sein muss als sonst und dafür, dass die Eltern sie für tot gehalten haben, hätte ich ein emotionaleres Wiedersehen erwartet - auf beiden Seiten. Dass Lili erstmal in aller Ruhe Geschenke verteilt, kam mir unpassend vor. Außerdem hätte ich eine heftigere Reaktion erwartet, als sie die Leiche entdeckt hat. Wenn jemand mir zum Verwechseln ähnlich sehen würde, würde ich das nicht bloß mit einem »Huch« quittieren. ;)
    Auch dass sie sich nicht wundert, wo plötzlich ihre Uhr herkommt, finde ich seltsam. Immerhin hat sie in London noch ausgiebig nach ihr gesucht. Da muss man sich doch mal ein/zwei Gedanken drüber machen statt nur über die neue Konkurrenz und Automobile zu reden. ???


    Im zweiten Kapitel bin ich darüber gestolpert, dass Christian dem Fotokunden Vorwürfe macht, weil er den Onkel nicht so schnell zum Fotografieren hätte bringen dürfen. Aber wenn er noch länger gewartet hätte, hätte die Leichenstarre doch vorher eingesetzt, von daher war es doch eigentlich die Schuld des Fotografen, der sich mit dem Fotografieren zu lange Zeit gelassen hat, oder?
    Außerdem frage ich mich ja, ob jemand, der nachts von einem Auto überrollt wurde, früh am Morgen schon wieder so fotogen ist, aber gut. Mathis sprach ja auch von Retuschierkunst. ;)


    Abgesehen davon habe ich aber nichts zu mäkeln, sondern bin ziemlich angetan von der farbenprächtigen Darstellung des damaligen Hamburgs. Eine tolle Kulisse, die vor meinem inneren Auge gleich zum Leben erwacht ist - so seltsam das klingt, wenn der Umgang mit Toten in dem Roman zum Alltag gehört.
    Aber auch die Charaktere scheinen interessant, wenngleich mir die Mutter mit ihren Herzchen, Fräglein und Göttchen auf lange Sicht hin auf den Zeiger gehen könnte.


    Jetzt geht's auf jeden Fall erstmal Frühstücken und danach möchte ich wissen, wie es weitergeht und warum der Vater plötzlich als Verdächtiger gilt. Will ihm jemand den Mord in die Schuhe schieben? Vielleicht der Konkurrent, der gleich im nächsten Kapitel eingeführt wird? Aber das wäre doch zu einfach...


    Liebe Grüße,
    **stauner


    ---
    Ganz vergessen. Ich wollte ja noch etwas zu dem Titelbild sagen/fragen: Ist das Bild der Frau ein Gemälde? Ich hätte aufgrund dessen ja vermutet, dass uns Lilis Ebenbild als Wasserleiche präsentiert wird, aber so kann man sich täuschen. ;)

    Huhu,


    nach langer Abwesenheit war ich ganz überrascht, als gestern die Erinnerungs-PN kam. Eigentlich trifft es sich zeitlich auch leider alles andere als gut, da mich Uni und Arbeit momentan seeehr einspannen, aber da mich das Buch interessiert und ich schon ewig an keiner LR mehr teilgenommen habe, werde ich mir das Buch gleich noch schnell besorgen.


    Ich kann zwar nicht versprechen, dass meine Beiträge eine bestimmte Mindestlänge haben werden, aber ich werde versuchen, mein Bestes zu geben.
    Ich hoffe, das geht in Ordnung. :winken:


    Liebe Grüße,
    **stauner

    Liebe Susanne,
    mein Buch ist heute angekommen. Ganz ganz lieben Dank dafür! :-* Das sieht ja auch wieder toll aus! 8) Wie gesagt, bei einer Leserunde wäre ich - je nach Termin natürlich - sehr sehr gerne dabei. Am liebsten würde ich zwar gleich mit dem Lesen anfangen, aber so halte ich mich noch etwas zurück. ;)


    Beste Grüße,
    **stauner

    Schade! Ich bin zwar am 17. auf der Buchmesse, aber zur BuchmesseCon werde ich es leider nicht schaffen. Trotzdem bin ich total gespannt, wer diesmal das Rennen um den Phantastik-Preis macht. Ich habe mich mit meiner Stimmvergabe nämlich recht schwer getan. ;)

    Hui, da ist es ja endlich! :klatschen: Ich habe gestern zufällig entdeckt, dass es nun so weit ist und freu mich schon drauf. Dass ich damals meinen berühmten Ausfall hatte ( :-[ :-[ :-[ ) lag nämlich ganz sicher nicht am Buch!! Ich hab immer mal wieder daran denken müssen und mich gefragt, wann es denn erscheint. Und siehe da, nun ist es soweit.


    ?lichen Glückwunsch, Susanne, und viel Erfolg damit!


    Beste Grüße,
    **stauner


    PS: Gibt es schon einen LR-Vorschlag? ;)

    Dann will ich mal den Anfang machen. :)


    Rezension
    Als Tochter eines Oberstaatsanwalts ist Lilas Karriere schon bis ins kleinste Detail durchdacht. Allerdings nicht von ihr selbst, denn die rotzfreche Lila, die aus Prinzip gegen alles ist, was ihre Eltern ihr vorgeben, hat andere Pläne: Statt wie erwartet ihr Jurastudium in Bielefeld anzutreten, bleibt sie auf dem Weg in ihr neues Zuhause einfach im Zug sitzen, fährt weiter bis nach Bochum und kommt dort bei Privatdetektiv Danner unter.
    Während dessen gutmütiger Vermieter Molle Lila auch gleich einen Job als Kellnerin in seiner Wirtschaft anbietet, ist Ben Danner ein selbstverliebter, eigenbrötlerischer Macho, der Lila so schnell wie möglich wieder vor die Tür setzen will, um ungestört seinen aktuellen Fall ad acta legen zu können. Als Sportlehrer getarnt versucht er zu klären, ob die 16jährige Eva sich tatsächlich – entsprechend dem polizeilichen Verdacht – selbst das Leben genommen hat oder ob jemand anderes für ihren Sturz aus dem 5. Stock verantwortlich war. Da er jedoch immer mehr auf der Stelle tritt, schleust er Lila als Schülerin in die ehemalige Klasse des toten Mädchens ein, wo sie ihren Mitschülern und besonders Evas Freundeskreis auf den Zahn fühlen soll.
    Lila scheint in ihrem Element...


    «Der 13. Brief» ist der erste Roman von Lucie Klassen (mittlerweile Flebbe) und hat sogleich den Friedrich-Glauser-Preis 2oo9 in der Sparte ‚Debüt’ eingeheimst. So ganz überzeugen konnte mich die Geschichte dennoch nicht.
    Die Ausgangsposition – Lila undercover in der Schule – bietet zwar durchaus Raum für einen interessanten Plot und die dort angesiedelten Szenen vermitteln einen guten Eindruck der mittlerweile doch recht gewöhnungsbedürftigen Situation an unseren Schulen. Leider werden aufmerksame Leser aber nicht darum herumkommen festzustellen, dass auf dem Weg dahin die Grenzen der Realität und vor allem die des rechtlich Möglichen sehr weit ausgedehnt bis überschritten sind. Überhaupt gibt es einige Ungereimtheiten, die – sofern man darauf achtet – das Lesevergnügen deutlich trüben.


    Auch zu den nicht immer nachvollziehbar handelnden Figuren findet man nicht gleich einen Draht. Vor allem Lilas rebellische Art wirkt zunächst aufgesetzt und eher wie der berühmte Sturm im Wasserglas. Mit der Zeit jedoch erfährt man mehr über sie und ihre Vergangenheit und ihr Charakter erhält mehr Tiefe. Auch wenn sie am Ende leider etwas zu sehr zur Superheldin mutiert und es eher unglaubwürdig ist, dass sie ohne weiteres sowohl als 16- als auch als 26Jährige durchgeht.


    Letztlich hat mich auch der Ausgang des Kriminalfalls kaum überrascht. Größtenteils wurden meine recht frühen Vermutungen auch bestätigt.
    Und trotzdem bin ich nicht abgeneigt, die kommende Fortsetzung zu lesen. Warum? Zum Teil aufgrund des flapsigen, humorvollen Erzählstils, aber auch – ja, trotz der anfänglichen Kritik – weil ich gerne wissen möchte, wie es mit Lila, Danner und Molle weitergeht. Der erste Fall des neuen Ermittlerduos ist zwar abgeschlossen, es bleiben aber dennoch genügend Fragen für die mindestens vier weiteren geplanten Teile offen.


    FAZIT: Ein etwas holpriger Auftakt zu einer Reihe, die trotz all der Kritik zweifellos Potential hat.


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    Zur Leserunde
    Auch wenn ich die Einzige war, die mal wieder was zu mosern hatte :-[, hat mir die Leserunde großen Spaß gemacht; vor allem, da mal wieder deutlich wurde, wie unterschiedlich die verschiedenen Leser lesen. Die Diskussionen fand ich lebhaft, das Lesetempo zügig, aber angenehm. Dafür ein herzliches Danke an alle Teilnehmer!
    Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an Lucie für die Beantwortung von Fragen und die sympathische Art, mit Kritik umzugehen.
    Trotz der nicht ganz so positiven Rezension würde ich mich freuen, wenn eine LR zur Fortsetzung zustande kommt und wäre dann auch gerne wieder mit von der Partie. Ich würde dann einfach versuchen, mit einer anderen Einstellung an das Buch ranzugehen, um manche Dinge vielleicht nicht ganz so ernst zu nehmen.


    Beste Grüße,
    **stauner

    Hallo Lucie,


    vielen Dank für die ausführliche Antwort! :) Da hast du dir ja wirklich ordentlich Arbeit gemacht. Und hab trotzdem noch so viel zu meckern. :-[



    Und es hat mich echt Mühe gekostet, heraus zu finden, ob ein Rollstuhl durch den Mittelgang eines ICE passt (ein winziges Detail, dass ich auch hätte weglassen können, aber es war mir nun mal wichtig und da musste ich es rausfinden)
    Erstaunlicherweise kann kaum ein Angestellter der Deutschen Bahn Auskunft darüber geben! >:(


    Typisch Bahn! Man sollte meinen, so etwas zu wissen wäre selbstverständlich.

    Der Gedanke mit den Fenstern kam mir, weil es bei uns damals so war. Deswegen dachte ich, das wäre eine allgemeine Sicherheitsmaßnahme. Wenn dem nicht so ist, ziehe ich meinen Einwand natürlich umgehend zurück. ;)


    Dass Eva aus Angst über weiteren Ärger mit ihrem Vater auf ihn wartet, ist wirklich gut möglich. Das erklärt ihren Sprung aus dem Fenster eigentlich auch ein bisschen besser. Nämlich dass sie wirklich panische Angst vor ihm hat und ihm nach wie vor alles recht machen will. Wirklich tragisch. :(


    Ihre Reaktion im Klassenraum kann ich gut verstehen. Immerhin erwartete sie ja ihren Vater, der sie abholen wollte. Und als das Licht ausging und sie nur schemenhaft jemanden erkennen konnte, hatte sie bestimmt gleich an ihren Vater gedacht und wurde panisch. Ich glaube nicht, dass sie die Jungs erkannt hat.


    Aber wie panisch kann man werden, wenn man mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt ist? Stand sie eigentlich schon am Fenster als die Jungs den Raum betreten haben? Außerdem, sind Fenster in Schulen - gerade in höher gelegenen Räumen - aus Sicherheitsgründen nicht oft auch fest verschlossen?
    Ok, hier bin ich vielleicht besonders pingelig. Aber selbst wenn ich über diese Dinge hinweg sehe, frage ich mich immer noch, warum Eva - nach all dem, was ihr Vater ihr angetan hat - überhaupt noch auf ihn wartet. Ich würde doch versuchen, ihm so gut es geht aus dem Weg zu gehen und mit dem Bus nach Hause fahren. Zur Not würde ich sogar zu Fuß gehen, um mit diesem Scheusal nicht noch im Auto fahren zu müssen.

    Hallo,


    ich schulde euch ja noch die Erklärung, weshalb mich das Ende überrascht hat.


    Für einen kurzen Moment dachte ich an Missbrauch in der Familie, einfach weil das so eine Standard-Überlegung ist, wenn man von einem Mädchen liest, das sich umgebracht haben könnte. Da sich aber eigentlich keine Hinweise darauf finden ließen, habe ich diesen Gedanken ziemlich schnell wieder verworfen. Aus dem Grund hätte ich mit der Auflösung so wirklich nicht gerechnet.
    Dass die Jungs irgendetwas mit dem Tod von Eva zu tun hatten, der sich - wie ich ja auch vermutet hatte - als Selbstmord entpuppt hat, hatte ich erwartet. Dass es aber eigentlich nur ein tragisches Missverständnis war, hat mich ziemlich erschüttert. Auch wenn ich mir die Reaktion schwer vorstellen kann, zumal Eva ja auch unter dem Einfluss von ziemlich starken Beruhigungsmitteln stand. Aber gut, leid getan hat mir das Mädchen trotzdem.


    Der Tod von Jendrick war also tatsächlich kein Selbstmord. Davon war ich ja auch ausgegangen. Die Erklärung mit dem 13. Brief und der Erpressung, die dazu geführt hat, dass Ahrend den Jungen ermordet hat, fand ich gelungen. Jedoch finde ich erstaunlich, wie schnell die Polizei hier einen Selbstmord hingenommen hat. Gut, Spuren eines Kampfes wird man in der Chaosbude von Jendrick kaum entdecken können und körperlich dürfte Ahrend seinem Opfer auch weit überlegen gewesen sein. Aber wäre es nicht angebracht gewesen, den Abschiedsbrief näher unter die Lupe zu nehmen und zumindest einen Schriftvergleich zu machen? Auch wenn ein Selbstmord vermutet wird, sichert man sich doch ab. Gerade, wenn es sich um einen Jugendlichen handelt, oder nicht?
    Außerdem muss Ahrend Jendrick ja irgendwie aufgehängt haben. Würde man dann nicht irgendwo ein seinem Körper Spuren von Gewalteinwirkung finden? Auch wenn Ahrend kräftig ist, muss er Jendrick doch z.B. die Handgelenke gefesselt/zusammengehalten haben.
    Ehrlich, für die Geschichte ist das passend und spannend, aber wenn die Polizei im wahren Leben auch so arbeitet... Na dann, gute Nacht!


    Komischerweise bin ich auf die falsche Fährte mit den Bildern und dem Grapscherlehrer so gar nicht angesprungen, weswegen mir dieser Teil etwas hektisch vorkam. Außerdem mutiert mir Lila am Ende etwas zu sehr zur Superheldin. Erst rettet sie Danner, dann tötet sie Ahrend. Das ist mir irgendwie zu viel auf einmal.


    Auch dass ihre Eltern nicht nach ihr suchen, erscheint mir unrealistisch. Irgendwann muss dem Vermieter ja mal aufgefallen sein, dass niemand in der Wohnung wohnt und die Eltern informiert haben, oder?


    Trotz allem kann ich noch nicht mal sagen, dass ich das Buch schlecht fand. Ich mochte den flüssigen Schreibstil und fand die Szenen in der Schule sehr realistisch. Ich fand auch die Charaktere nicht uninteressant, nur leider konnte ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen.
    Es mag sein, dass ich kritischer lese als andere. Vielleicht auch zu kritisch. Immerhin gibt es ja auch so etwas wie dichterische Freiheit. Wenn aber Dinge in der Realität einfach nicht möglich sind oder keinen Sinn machen, dann kann ich da aber einfach nicht drüberweg lesen.
    In gewisser Weise bin ich aber schon neugierig, wie es mit Lila weitergeht, von daher schließe ich nicht aus, die Fortsetzung zu lesen. Gerne auch wieder mit euch zusammen. Wenn ich denn noch darf. ;)


    Könnte ja sein. Immerhin ermittelt er ja sowieso auf eigene Faust...


    Aber lässt sich ein Direktor zu so etwas hinleiten, wenn ein einziger Polizist - ohne entsprechenden Wisch von Oben - ihn darum bittet? Will man nach dem Tod einer Schülerin nicht erstmal wieder Ruhe in den Schulalltag reinbringen statt einen Fremden bzw. gleich zwei einzuschleusen? Und, darf der Direktor überhaupt selbst entscheiden, welche Lehrer - noch dazu von außerhalb - er einsetzt? Ich denke nicht.


    Aber gut, ich will da auch nicht drauf rumreiten. Sorry!