Beiträge von Peter Lancester

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    Zum Cover: Immer noch Bondar. Dieses Bild ist einfach herrlich, ich könnte es mir stundenlang ansehen.
    Keine konkrete Szene aus dem Buch, eher symbolisch zu verstehen.


    Die traurige Rothaarige ist Mona, die zweite Hauptperson. Sie hat in diesem Band ihr Debüt, genauer gesagt, ist dieser Roman ihre Lebensgeschichte. Eva und Co. kommen nicht vor. Das hat viele Leser zuerst befremdet, aber die meisten waren am Ende der Ansicht, Band 3 sei der beste bislang. Vielleicht liegt es daran, daß Mona meine heimliche Lieblingsfigur ist.
    Mona ist ein Anai-Nin bzw. eine Anai-Niwith. Das dämonenhafte Wesen im Spiegel ist ihre wahre Gestalt. Anai-Nin bedeutet in der Sprache des Alten Volkes der Anderwelt soviel wie "fliegendes Monster". Sie haben viele Namen, denn jede Kultur gibt ihnen ihren eigenen bzw. versucht sie in ihr Mythologieschema zu pressen: Flugteufel, Harpyien, Vampire, Dämonen ...
    Wir sind solchen Wesen in Band 1 und 2 schon begegnet, es sind unangenehme Zeitgenossen. Nachtjäger, Fleischfresser. Entfernt menschenähnlich, aber sie haben keine Sprache und wenig Verstand, sind am ehesten mit gefährlichen Dschungelraubtieren zu vergleichen, denen man besser nicht begegnet.
    Allerdings haben sie eine besondere Eigenschaft: Sie können sich in Menschen verwandeln, zumindest, was die äußere Erscheinung angeht. Warum sie das können, scheint schwer zu sagen, es scheint offenbar damit zusammenzuhängen, daß sie sich gerne mit Menschen paaren. Jedenfalls wird diese Eigenschaft Mona zun Verhängnis, sie wird in ihrer menschlichen Gestalt für jemand anders gehalten und gerät über einige Irrungen und Wirrungen in unsere Welt.


    Der Roman beginnt (wenn wir den Prolog mal außen vor lassen) damit, daß Mona in einer Wohnung in Hamburg hockt, einkaufen geht und auf ihren Freund wartet, der am Abend dann auch nach Hause kommt. Wir schreiben das Jahr 1987.
    Das gemütliche Beisammensein wird jedoch aufgemischt, ein Rollkommando stürmt die Wohnung und entführt Mona.
    Sie erwacht in einem modrigen Verlies. Ein dubioser Greis im Rollstuhl stellt ihr seltsame Fragen und Silvana, ein kleines Mädchen mit spitzen Ohren, erzählt ihr, daß sie in Wirklichkeit gar kein Mensch ist sondern ein Monster.
    Mona will davon nichts wissen. Sie hat mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen und die Erinnerungen daran verdrängt. Eine erzwungende Hypnosesitzung ändert dies.
    Nach und nach erinnert Mona sich daran, wer sie wirklich ist, bricht aus und flieht in die Berge. Bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen säumen ihren Weg, doch ihre Verfolger bleiben ihr auf den Fersen, denn sie besitzt etwas, das für ihre Entführer weitaus wertvoller ist als ein paar Menschenleben.


    Die wiederkehrenden Erinnerungen werden in Rückblenden geschildert, der Roman hat somit mehrere verschachtelte Zeitebenen, die - wie ich gehört habe - viele Leser anfangs etwas verwirren. Bis sie merken, daß die Kapitelanfänge Datumsangaben besitzen, hehe.


    An einigen Stellen wird es ziemlich grausam. Der Roman hätte anstelle von Fantasy auch als Horror durchgehen können.


    Man fragt sich, wieso es möglich ist - wie in vielen Rezensionen zu lesen - daß hier einerseits ein Monster beschrieben wird, das auch bis zuletzt eins bleibt; eines, das Menschen verletzt und auch tötet. Andererseits aber der Leser Mitleid für die "geschundene Kreatur" empfindet. Ich denke, das liegt an Monas Persönlichkeitsentwicklung. Sie lernt in unserer Welt Respekt vor dem Leben anderer, sie entwickelt menschliche Gefühle - und dadurch beginnt sie sich auch irgendwann unweigerlich selbst zu hassen.
    Gelegenheit zum Weinen hätte sie oft in der Geschichte, aber das ist eine menschliche Eigenschaft, die ihr fehlt. Auch dafür haßt sie sich. Man mag sich nun fragen, wieso der Titeldes Romans "Dämonentränen" lautet. Vielleicht gibt dieser Brief in Kapitel 31 darüber Auskunft:


    Ach ja, Band 3 ist gerade passenderweise Buchtipp Juli auf dieser Webseite: http://www.hysterika.de/


    Peter

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    Für Cover 2 bis 5 ist das ukrainische Genie Vladimir Bondar verantwortlich. Ich hab hier anstelle des Buchcovers mal das Originalbild eingestellt. Mehr dazu am Ende des Postings.


    Eva, Otto, Friedrich und Ander sind auf dem Weg nach Unterhessen, der Stadt jenseits des Portals. Ihr Weg führt durch eine nicht enden wollende Tropfsteinhöhle, durch die allerdings eine Straße gehauen ist.
    Unterhessen (der merkwürdige Name hat einen guten Grund) liegt unterirdisch, es ist Bergwerk und Bergarbeitersiedlung in einem. Um in die Anderwelt zu gelangen, muß man da durch. Bereits der Weg dorthin ist nicht zwischenfallfrei.
    Gleich nach der Ankunft gibt es eine Audienz beim Großadministrator, bei der Friedrich sich überschätzt und prompt inhaftiert wird. Otto und Eva wird ein Quartier zugewiesen, sie dürfen Unterhessen nicht verlassen, Ander wird aus dem Verkehr gezogen.
    Während Friedrich im Gefängnis zumindest verköstigt wird, haben Otto und Eva enorme Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten, sie sprechen die Sprache nur unzureichend, kommen mit Sitten und Gebräuchen nicht zurecht und geraten mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Schließlich tritt Eva in die Garde ein (=Polizei); ein Job, der neben Geld zum Leben auch Respekt und gewisse Privilegien verspricht. Doch neben der unmenschlich brutalen Grundausbildung sind auch die Kameraden nicht sehr nett, um es mal vorsichtig auszudrücken.
    Zugleich wird Friedrich Bestandteil einer großangelegten politischen Intrige und soll hingerichtet werden.
    Otto, Eva und Friedrich gelingt im letzten Drittel des Buches die Flucht aus Unterhessen; allerdings nicht nach Hause, sondern in die Anderwelt, schlecht ausgerüstet und völlig unwissend, was die örtliche Flora und Fauna angeht. Und damit fangen die Probleme erst so richtig an.


    Zum Cover: Eine Lagerfeuerszene. Wir sehen Friedrich, Otto und Eva in der Anderwelt. Die beiden alten Herren sind mitgenommen und abgehalftert, Eva noch ganz ansehnlich in ihrer "Soldatenuniform". Eine rotbraune Hand ragt ins Bild. Etwas hat Evas Aufmerksamkeit erregt, sie zieht ihr Schwert ...


    Leseproben!
    http://www.eldur-verlag.de/books/DMond/lp1_ud.pdf
    http://www.eldur-verlag.de/books/DMond/lp2_ud.pdf
    http://www.eldur-verlag.de/books/DMond/lp3_ud.pdf (Exklusiv nur hier und jetzt.)

    [Blockierte Grafik: http://www.eldur-verlag.de/books/Portal/3937419012.jpg]


    Fangen wir mit dem Cover an. Es zeigt Eva, vor einem Tor in die Anderwelt stehend. Die Szene kommt so tatsächlich in Kapitel 7 vor. Leider sieht Eva auf diesem Bild irgendwie aus wie eine gelangweilte Nutte, das Handtäschchen sollte eine zerschlissene Werkzeugtasche sein, in der sie u.a. eine Lampe und Proviant mit sich führt, und der Rahmen mit den Schriftzeichen sieht nicht gerade sehr keltisch aus, zumal er im Roman auch als mit Pflanzenmustern überzogene Reliefplastik beschrieben wird.
    Aber zumindest der Rest stimmt einigermaßen:
    Das Blau, das es zu durchschreiten gilt, ist eine wasserartig wabernde Fläche, die leuchtet. Wird im Roman mit einem in der Sonne glitzernden Swimmingpool verglichen. Und die gotische Säulenhalle dahinter steht tatsächlich auf dem Kopf.


    Für meinen Seelenfrieden hier ein paar Skizzen, wie Eva im Buch beschrieben ist:
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    Zum Inhalt:
    Ich zitiere aus einer Rezension:

    Zitat


    Los gehts mit einem Alkoholiker, der plötzlich im Keller - auf der Jagd nach der nächsten Flasche - Pferde zu sehen meint. Wie sich herausstellt sind tatsächlich Pferde im Haus unterwegs.


    Es gibt eine Leseprobe dazu, ihr findet sie hier: http://www.eldur-verlag.de/books/Portal/dbp_leseprobe1.pdf
    Der Alkoholiker ist Friedrich von Grauenfels, Evas Onkel. Die Familie lebt unter einem Dach, in einer alten Burg nahe der Stadt Frankenberg (Oberhessen). Eine Familie, in der jeder für sich lebt, jeder in seiner eigenen Welt.


    Die berühmt-berüchtigten Pferde von Band 1 sind keine normalen Pferde. Sie haben anstelle von Hufen Hände und Füße und sie können sprechen. Sie kommen, wie sie sagen, aus einer Stadt namens Unterhessen, wo ihre Rasse von den dortigen Menschen unter sehr harten Bedingungen in Sklaverei gehalten wird. Sie sprechen übrigens Mittelhochdeutsch, was zu Beginn ein paar Kommunikationsschwierigkeiten mit sich bringt.


    Darauf also läuft Band 1 hinaus.
    Doch bis es soweit ist, gibt es noch einige Verwicklungen zu überstehen. Den Pferden ist ein Trupp Soldaten aus Unterhessen gefolgt, um sie wieder einzufangen. Und diese Leute verstehen in der Tat keinen Spaß.


    Zwischendurch findet Eva in einer kleinen Bibliothek auf der "anderen Seite" Tagebücher. Es sind die in Mittelhochdeutsch abgefaßten Aufzeichnungen von Wilhelm, einem Vorfahren der Familie, der seinerzeit das Portal schon einmal entdeckt hatte. Nach und nach werden diese Auszeichnungen entschlüsselt und enthüllen einige überraschende Fakten über das Portal, über Unterhessen - und über die Pferde.
    Die Wilhelm-Passagen machen ca. 30% des Buches aus, bilden einen Roman im Roman, wenn man so will, einen historischen Mittelalterroman, um genau zu sein. Auch hierzu existiert eine Leseprobe:
    http://www.eldur-verlag.de/books/Portal/dbp_leseprobe2.pdf


    Am Ende brechen Eva, Otto und Friedrich auf, um die neue Welt zu erforschen. Sie werden begleitet von Ander, einem der Soldaten. Er hat die Seiten gewechselt und ist nun der Fremdenführer der Expedition. Na, ob das mal gut geht ...


    Mit Rezensionen kann ich euch geradezu überschwemmen:
    http://www.media-mania.de/index.php?action=rezi&p=1&id=427
    http://www.media-mania.de/index.php?action=rezi&id=842 (Das ist von Alisha Bionda, die läuft doch auch hier im Forum rum!)
    http://www.hysterika.de/html/db_lancester__peter_1.html
    http://www.fantasyguide.de/1004.0.html
    http://www.bibliotheka-phantastika.de/anderwelten1.htm
    http://www.corona-magazine.de/…orona135.html#kunterbunt3
    http://www.r-i-b.net/xzine_rezi.id_5646.htm
    http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=1507


    Ach ja, eins noch: Das Buch wurde 2005 für den deutschen Phantastik Preis nominiert. Gewonnen hat dann leider Lycidas, aber immerhin.


    Peter

    Rezensionen gibt es inzwischen Wagenladungsweise, die meisten davon verraten auch ziemlich viel über den Inhalt, ich will an dieser Stelle mal exklusiv für euch ein paar Aspekte beleuchten, die ihr (vorerst) woanders nicht findet.


    Kenner und Fans der Kelten werden beim Stichwort "Anderwelt" aufhorchen, ist dies doch die Bezeichnung für das Jenseits bzw. das Land der Feen, Elfen und anderer Sagengestalten. Und tatsächlich meint meine Fantasywelt ebendieses. Plural übrigens nicht allein deshalb, weil sich das besser anhört, sondern weil in der Geschichte angedeutet wird, daß es tatsächlich mehrere Welten gibt. Möglicherweise unendlich viele, von der unsere Welt und die Feenwelt nur zwei sind.


    Beworben werden die Bücher allerdings nicht damit, denn es dauert sehr lange, bis von der Anderwelt etwas zu sehen ist, und noch viel länger, bis wirklich alles von ihr zu sehen ist und überhaupt klar wird, daß es sich bei der Anderwelt um DIE Anderwelt handelt. Weite Teile der Geschichte spielen in unserer Welt, vorwiegend in Deutschland, aber nicht nur. Ich hab auch Prag, Rom und London im Angebot. In Band 1 bekommt der Leser von der Anderwelt vorwiegend ein Höhlensystem mit unterirdischer Ansiedlung zu Gesicht, in Band 2 eine Wildnis mit seltsamen Geschöpfen und in Band 3 fast nichts. Erst in Band 4 und 5 geht es ans keltische Eingemachte.


    Was diese Geschichte definitiv nicht ist, ist der übliche Fantasy-Mainstream mit Gut gegen Böse, Prophezeihungen und siegreichen Helden. Aber was ist sie dann?
    Es ist vor allem die Geschichte von Eva, einem abenteuerlustigen und exzentrischen, aber zugleich zur Melancholie neigenden Mädel, das sich im Laufe der Geschichte durch die ihr widerfahrenden Ereignisse mehrfach recht stark verändert. Zu Beginn eine etwas nervige 15-jährige Göre mit grünen Haaren und losem Mundwerk, zum Ende ein verbitterter tödlicher Racheengel.
    Die zweite Hauptperson ist auch weiblich, aber kein Mensch, obwohl sie gerne einer wäre. Mona taucht erst in Band 3 auf, dafür hat sie ihn für sich alleine.
    Die dritte Hauptperson ist Wilhelm. Leider lebte Wilhelm im 15. Jahrhundert und kommt daher nur in Rückblenden von Band 1 und 5 vor. Nichtsdestotrotz, ich rechne ihn zu den Hauptpersonen.


    Die Stimmung der Erzählung schwankt zwischen Spannung, Ironie und Tragik. Ich wollte "das richtige Leben" abbilden, das nun einmal Hoch- und Tiefpunkte hat. Und ich habe mich neben komplexen glaubwürdigenCharakteren vor allem um Stringenz und Logik bemüht, und da die Feenwelt die unsere berührt, kommt es auch mal vor, daß ein Wissenschaftler versucht, Dämonen-DNS zu analysieren. Wenn auch mit wenig Erfolg.
    Ich glaube, wegen der strengen Logik der Handlung und weil ich trotz des mystischen Themas nicht einfach jedes Problem mit Magie löse sondern stattdessen immer mal wieder wissenschaftliche Erklärungsversuche für das Unmögliche einflechte, wird diese Geschichte auch von solchen Leuten gemocht, die sonst bekennende Fantasyhasser sind.

    Danke erst mal für die nette Begrüßung.


    Literaturschock also. Zu dumm, daß in der FAQ steht, daß keine Rezensionsexemplare mehr angenommen werden. Na ja, ich kann ja hier was in die Buchvorstellungen schreiben, wenn es gewünscht ist.


    Peter

    Hallo, Tirah!


    Ich bekomme das gar nicht unter einen Hut, der Hut bekommt mich ...


    Wunschzettel ist gut, jetzt braucht es nur noch einen Schenker.


    Da du ja noch nie davon gehört hast, bist du prädestiniert für folgende Frage: Wo hättest du am ehesten erwartet, davon zu erfahren?


    Peter

    Hallo an alle!


    Nach der freundlichen Einladung habe ich mich gleich registriert und wühle mich durch die Beiträge. Wie schön, lauter Bekannte hier zu treffen. :)


    Ich bin Autor von (Dark) Fantasy und Horror. Darüberhinaus bin ich auch Arzt, Softwareentwickler, Verleger und alleinerziehender Vater, aber wenn möglich, möchte ich hier alle Persönlichkeitsanteile, die nicht mit meinen Büchern zu tun haben, ausblenden, so spannend sie auch sein mögen.


    Zur Zeit bastele ich an einem fünfbändigen Fantasyroman namens Die Chroniken der Anderwelten, 1-3 sind schon erschienen, 2 more to go. Puh.


    Habt ihr Fragen, die ihr schon immer stellen wolltet aber nicht zu stellen wagtet? Dann ist JETZT der beste Zeitpunkt dafür, ich bin gerade in geschwätziger Laune.


    Peter