Beiträge von Peter Lancester

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    Bei mir gibt es heute eine kleine große neue Nachricht:

    Schon seit einiger Zeit habe ich die Empfindung, daß in Band 4 meiner Anderwelt-Chroniken (DIE EISERNE HAND, ursprüngliches Erscheinungsdatum Mai 2006, äh ...) irgendwie der Wurm drin ist. Mich hat heute die Erleuchtung ereilt, was das ist. Es ist im Grunde genommen nicht eine Sache, es sind gleich mehrere.
    Die wichtigsten:
    - Monas Rolle war zu klein.
    - Eva war zu passiv.
    - Das Timing der Ereignisse sitzt schief, weshalb eine Reihe von Figuren auf Aktionen der anderen warten muß, und ich habe keinen Bock, mir dafür Begründungen (und Brückenszenen) auszudenken.
    Ich weiß schon, wie ich das alles in den Griff kriege, aber dazu müssen ein paar Umbauten im Ablauf der Geschichte erfolgen.

    Auf jeden Fall ist die bisherige Fassung des Romans 328 Seiten weit gekommen, und ca. 420 sind geplant. Davon kann ich jetzt ca. 200 Seiten wegschmeißen. Toll, was? *irrelach* Mein Alptraum ist wahr geworden.

    Aber es hilft nichts. Da muß ich durch. Und besser, ich merke es jetzt als später, wenn das Buch schon gedruckt im Laden steht.

    Da ich außerdem vorrangig meinen Dunkelelfen-Roman fertigstellen muß, wird das wohl nichts mehr dieses Jahr mit Band 4. Ich sehe schon meine Fans sich zum Lynchmob formieren.

    Ich fühle mich dennoch irgendwie befreit. Das ständig schwelende Gefühl der Unzufriedenheit. Daß irgendwas nicht richtig ist. Es ist weg. Jetzt wird alles gut.

    Ich muß zuvor nur noch einen anderen Roman schreiben, nämlich den mit den Dunkelelfen. Solange liegen DIE CHRONIKEN DER ANDERWELTEN erst mal auf Eis.

    Peter

    Danke für die Aufklärung, ich werde den Abschnitt dann doch nicht noch mal lesen sondern einfach fortfahren.
    In wenigen Tagen hab ich Block 2 voraussichtlich durch.


    Wie ich meine Meinung formuliere, daran müßt ihr euch leider gewöhnen. Daß niemand objektiv sein kann, ist für mich selbstverständlich, und das immer dabeizuschreiben zu ermüdend. Aber jetzt wißt ihr ja, woran ihr mit mir seid. Bzw. nein, ihr wißt es noch nicht. Ich nörgle an allem rum, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Und wenn mir etwas absolut nicht gefällt, dann werde ich ausgesprochen unausstehlich und gehässig. Es ist daher noch alles im grünen Bereich. :lesen:


    Peter

    Bedingt durch viel Arbeit (und wenig Geld) komme ich momentan ein wenig langsam voran. Das Schreckgespenst geistert in meinem Kopf, daß bis ich mich hier zu allem geäußert habe, die Leserunde längst vorbei ist.


    Also, ein erstes Zwischenfazit, nachdem ich diesen Abschnitt vorgestern beendet habe: Ich fand ihn etwas verwirrend und zäh zu lesen.
    Die Zähigkeit resultiert aus den vielen Adjektiven, die oftmals eine bedrohliche Atmosphäre herbeizureden versuchen. Es gibt ganze Sätze, die keine andere Aufgabe haben, als das zu tun. Dummerweise funktioniert das nicht, wenn ich die Szene nicht schon vom Setting und den Geschehnissen so empfinde, wie die Adjektive es wollen - und wenn ich die Szene passend empfinde, waren die Adjektive unnötig.


    Beispiel fürs Nichtfunktionieren:

    Zitat


    ... zeichneten sich die düsteren Umrisse des Waldes ab. Lauernd und bedrohlich lag er da, geradeso wie das sonderbare Gemäuer auf dem tiefgrünen Hügel. Etwas Beklemmendes ging von diesem verwunschenen Ort aus. Er schien unter einer unsichtbaren Glocke begraben, unter der sich die Aura der Furcht zusehends verdichtete.


    Ich lese die Behauptung, daß der Wald und alles irgendwie schlimm sind, kann es aber nicht nachvollziehen warum eigentlich. Die Amerikaner würden sagen: Show, don't tell!


    Beispiel für zuviel Text pro Informationseinheit:

    Zitat


    Ian O'Bryont stockte der Atem. Der Ire rang verzweifelt nach Luft. Etwas in ihm sträubte sich wild gegen das Unsagbare, das sich seinen Blicken bot. Auch wenn er wußte, daß es ein sinnloses Unterfangen war, weigerten sich sein Geist und sein Verstand schlichtweg, die Eindrücke, die seine Augen ihnen übermittelten, als Wahrheit zu akzeptieren:


    Okay, ihm stockt der Atem und er traut seinen Augen nicht. Daß dies erwähnt wird, ist okay, aber ich will das nicht doppelt und dreifach lesen.


    Da dieser überladene Stil den gesamten Roman kennzeichnet, will ich es an dieser Stelle einmal erwähnt haben und danach nie wieder.


    Meine Verwirrung ist etwas schwerer greifbar. Ich hatte oftmals Probleme, zuzuordnen, wer wer ist und von wem da gerade die Rede ist. Ein Ansatz einer Erklärung mag der sein, daß die Bezeichnungen für die Personen so vielfältig waren.
    Und ich hatte nicht ganz verstanden, was da nun eigentlich geschieht, bzw. warum es geschieht. Dieser O'Bryont kommt als neuer Nervenarzt in diese Irrenanstalt, dann ist da eine Geheimtür, er wird herumgeführt, Leute werden (wurden) umgebracht, ein Verbrannter stirbt nicht, eine Leiche hängt in der Luft, und dann wird alles rot und explodiert. Ach ja, und zwischendurch kommt der Mann mit der Kapuze, nur weiß ich nicht warum eigentlich. Ich glaube fast, ich werde den Abschnitt noch mal lesen müssen.


    Bevor nun Ascans Mundwinkel zu tief nach Süden wandern, will ich noch kurz Entwarnung geben: Interessanterweise wird es ab dem Kapitel "Sarabande" (das dem nächsten Block zugeordnet ist) schlagartig besser, und der Lesefluß kommt bei mir langsam ins Fließen. Ich melde mich wieder mit Details, wenn ich damit durch bin.


    Peter

    Ich glaube, es kommt auf so viele verschiedene Dinge an, daß man es nicht pauschal sagen kann.


    Mein zweites Buch wollte ich ursprünglich nicht schreiben, die Leser wollten es aber (aufgrund des ersten) haben. Als ich mich daransetzte, hatte ich kein Konzept und keine richtige Idee, ich schrieb einfach, was mir so einfiel. Die ganze Zeit über geplagt von der Sorge, wie ich bloß 300 Seiten füllen soll.
    Dann kam alles anders. So schnell wie das zweite Buch hab ich nie eins geschrieben. Nicht ganz 8 Monate für fast 400 Seiten, und ich schoß sogar übers Plansoll hinaus, weshalb die Schriftgröße reduziert werden mußte (sonst wären Seitenzahl und auch der Preis ein Problem geworden). Laut einigen Lesern ist es außerdem sogar noch besser geworden als das erste.
    Buch Nr. 3, das eigentlich die Nr. 2 hätte werden sollen, war dann wieder ein Werk, daß schon seit Jahren in der Schublade vor sich hin gereift hatte, und wo ich genau wußte, was ich schreiben wollte. Es wurde so lang wie das erste und brauchte auch so lange, trotzdem kommt es mir im Nachhinein vor, als hätte ich 5 Jahre dran gesessen. Mann, was das eine Quälerei. Immerhin ein Trost: Es hat Nr. 1 und 2 locker getoppt.
    An Nr. 4 sitze ich seit über einem Jahr, und die Quälerei hat sich noch gesteigert. Dazu gesellt sich das dumpfe Gefühl, nicht mehr so gut zu werden wie Nr. 3, egal wie ich es anstelle. Dazu kommt auch, daß ich es jetzt unterbrechen mußte, um Nr. 5 anzufangen. (Der Grund ist Geld. Nr. 5 bringt mehr als 1-4 zusammen). Wie das ausschaut, weiß ich noch nicht, ich habe dafür 9 Monate, dann MUSS es fertig sein, sonst rollt mein Kopf.


    So übern Daumen gepeilt würde ich daher sagen, daß trotz Zunahme der Schreibroutine und Verbesserung in Stil etc. der stetig steigende Anspruch jedes neue Buch nicht leichter sondern SCHWERER macht als das vorangehende. Ausgenommen Nummer zwei, wonach hier gefragt wurde. Deswegen dachte ich, schreib ich lieber übers Gesamtbild, weil sonst der Eindruck entsteht, es würde alles leichter. Wird es nicht.


    Peter

    Hm, zusammenrückende Wände folgen doch eigentlich meist dem Klischee, daß der Prota in letzter Sekunde gerettet wird (Die Grube und das Pendel, Krieg der Sterne ...). Ich habe noch NIE eine Geschichte gelesen oder gesehen, in der tatsächlich jemand ... - halt, doch, in Terminator wurde der Roboter am Ende zerpreßt.
    Ich nehme an, du würdest dich auch bei "The Descent" gruseln. Da klettern ein paar Frauen aufm Abenteuertrip in einer engen Höhle rum. Sehr klaustrophobische Szenen.



    Welche denn? Süße Fäulnis? Oder hast Du eine, die noch schlimmer ist?


    Ich hab zumindest keine, von der je einer gesagt hätte, daß sie schlimmer ist.
    Ich persönlich würde die folgenden als weit schlimmer erachten:
    http://www.kurzgeschichten.de/vb/showthread.php?t=11584
    http://www.kurzgeschichten.de/vb/showthread.php?t=18731
    http://www.kurzgeschichten.de/vb/showthread.php?t=17599


    Peter


    Lass dich überraschen, Peter.


    Ich lasse. :)


    Zitat


    Radcliffe habe ich übrigens nie gelesen, wusste gar nicht, dass es da einen Gruselmann namens Radcliffe gab. (Man lernt immer was dazu!)


    Eine Gruselfrau, um genau zu sein_
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ann_Radcliffe


    Zitat


    Wenn ich mich aber recht entsinne, und das ist schon wieder eine dieser merkwürdigen "Zufälle", die dieses Buch von Anfang an begleiten, kommt sogar jemand im Roman vor, der genau diesen Namen, "Radcliffe", trägt ...


    Vielleicht hast du kurz zuvor Harry Potter geguckt ... ;D
    http://www.danielradcliffe.de/ (Man fragt sich, was schauriger ist)


    Peter


    Daher halte ich persönlich diese "Ja, früher, als ich auch noch keine Ahnung hatte, habe ich diese Anfängerfehler auch gemacht"-Haltung


    Ich hoffe das ist dir nicht in den falschen Hals gegangen, denn ich meinte das nicht herablassend. Es ist nur tatsächlich so, daß ich das nicht mehr mache, weil ich irgendwann festgestellt habe, daß ich es als Leser nicht gern habe und bis zu einem gewissen Grad schreibt man sein Zeugs ja auch für sich selbst. ;D


    Zitat


    Äh, sachma eb'n ... wo genau war jetzt noch mal das Problem? ;D


    Daß ich solche Unterbrechungen nicht mag. ;)
    Bei Crichton mochte ich sie auch nicht. Bei Dan Brown auch nicht.
    Aber ich habe ja extra zur Diskussion angeregt, weil ich das Gefühl habe, daß das andere wahrscheinlich ganz anders sehen. Sonst wäre dieses Stilmittel ja längst ausgestorben.


    Peter

    Kann es sein, daß du eine Vorliebe für kleine Cliffhanger hast, Ascan? ;D


    Ich habe angefangen, was dazu im anderen Thread zu schreiben, aber dann festgestellt, daß die Sache ein allgemeines (und für die Allgemeinheit interessantes) Phänomen darstellt. Ich hab mir deshalb erlaubt, hier einen komplett neuen Thread dazu zu eröffnen, zu dem ich dich und alle hier einladen möchte, eure Meinung darzulegen:
    https://leserunden.de/forum/index.php?thread/1108.0


    Peter

    Ich lese gerade in der Leserunde "Die Legenden des Abendsterns" mit.
    Man merkt Ascan an, daß es ihm Freude bereitet, seine Leser auf die Folter zu spannen. Szenen brechen an ihrer spannendsten Stelle ab und werden später fortgesetzt, nachdem erst mal eine oder zwei Seiten lang ein anderer Handlungsstrang an der Reihe war. Um es zu verdeutlichen: Da ist eine Szene, in der jemand in ein düsteres Gewölbe geführt wird, eine Tür geht auf und: "Der Unterkiefer des Iren klappte haltlos herunter." Was hat er gesehen? Keine Ahnung, denn danach kommt erst mal eine Szene in einem Sumpf, in der irgenein Kapuzenträger von einem Fährmann übers Wasser gebracht wird. Danach wiederum geht die Szene mit dem Iren weiter und wir erfahren, warum sein Unterkiefer runtergeklappt ist.


    Ich habe früher auch mal so geschrieben, tue es aber inzwischen nicht mehr. Ich habe nämlich festgestellt, daß es zwar auch mir eine gewisse diebische Freude bereitet, etwas anzudeuten und den Leser dann zappeln zu lassen, aber wenn ich der zappelnde Leser bin, mag ich das plötzlich nicht mehr. Wenn ich gerade meine Nägel abkaue will ich keinen Zwischeneinschub, keine Werbeunterbrechung; ich will, daß es weitergeht.


    Der Cliffhanger ist ein Stilelement aus der Filmbranche. Sein Sinn lag weiland darin, die Zuschauer einer Serie gespannt zu halten, wie es in der nächsten Folge weitergeht. Deswegen sah man zu, daß die Folge mit irgendetwas Unerhörtem, Spannenden endete, das nicht aufgelöst wurde. Z.B. daß der Held an einem Felsvorsprung über einem Abgrund hängt und langsam abzurutschen beginnt (-> daher der Name Cliffhanger). Der Zuschauer sollte nägelkauend nach der Auflösung gieren und so auch nächste Woche wieder einschalten.


    Das kann ich gut verstehen. Ich kann es auch verstehen, wenn die Literatur dieses Stilmittel übernimmt und so ein Buch mit einem Cliffhanger endet und so den Folgeband unentbehrlich macht. Doch welchen Sinn hat ein solcher Cliffhanger INMITTEN eines Buches? Der Leser muß doch gar nicht dazu motiviert werden, die Fortsetzung zu kaufen, er hat sie schon in der Hand. Und was wird er tun? Er wird die eingeschobene Passage überblättern, um da weiterzulesen, wo er weiterlesen WILL. Okay, nicht jeder wird das tun, aber ICH mache das, hehe. Und ich kenne ganz ganz viele, die es auch noch machen. Und wenn sie es nicht machen, ärgern sie sich zumindest. Und/oder sie lesen den Text zwischen Cliffhanger und Auflösung nicht aufmerksam, weil sie in Gedanken woanders sind.


    Soweit zumindest meine Theorie und der Grund, warum ich keine Cliffhanger einsetze. Hab dennoch im letzten Werk einen Leser dazu gebracht, ein Kapitel zu überblättern (hat er jedenfalls in einer Amazon-Rezi geschrieben). Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage. Ich kann zu meiner Verteidigung nur sagen, daß mir gar nicht bewußt war, daß die Szene an der Stelle so spannend war.


    Was ich nun trotz und alledem nicht weiß: Gehöre ich mit meinem Geschmack einer Mehrheit oder einer Minderheit an? Gibt es Leser, die das gut finden, wenn eine Szene auf dem Höhepunkt ihrer Spannung unterbrochen wird?


    Peter

    Spinnen mag ich auch nicht, aber ihre schiere Präsenz bringt mich nicht zum Ausrasten; ich mag an diesen vielbeinigen Arthropoden vor allem die nicht, die irgendwelche Giftstachel haben.
    Ansonsten hab ich ziemlichen Respekt vor verstümmelnder Gewalt. Müßte ich eine Szene lesen, in der einer beim Zahnarzt ohne Betäubung den Nerv angebohrt kriegt oder in einem Gefangenenlager man mit einem Brecheisen in seinem Kniegelenk rumschnitzt, würde mir sicher etwas unbehaglich werden.
    Die für mich grauenhafteste Szene von allen vorstellbaren hab ich aber noch nie gelesen. Sie existiert nur in meinem Kopf und ich will sie vielleicht irgendwann einmal selber niederschreiben, aber im Moment kann ich das nicht. Mir graust dermaßen davor, daß ich sie noch nicht mal hier beschreiben kann.


    Im Moment reicht es mir, daß für viele Leute der schlimmste Horror, den sie je gelesen haben, eine Kurzgeschichte von mir ist.


    Peter

    Huhu, ich bin auch noch da.
    Bedingt durch meinen stressigen Alltag komme ich irgendwie nicht dazu, so schnell in diesem Buch zu lesen wie ich möchte. Es war außerdem tagelang im Auto eingeschlossen und das Auto in der Werkstatt.


    Was ich bislang schon anhand des Anfanges sagen kann, ist, daß ich es stilistisch im Bereich der Heftromane liegt, die ich früher sehr viel gelesen habe. John Sinclair, Tony Ballard, Professor Zamorra, usw. Hatte daher auch keine großen Probleme, mich da wieder einzufinden. Ein Problem dieses sehr adjektivlastigen Stils ist allerdings, daß die Textblöcke sich von der Länge sehr in die Länge ziehen und ich mich an einigen Stellen dabei ertappt habe, wie ich den imaginären Rotstift zücke und Wörter streiche.


    Das Setting ist an die klassische Gothic Novel angelehnt (verfallene düstere Örtlichkeiten mit finsteren Geheimnissen in den Kellern), auch hier fühlte ich mich einigermaßen rasch zu Hause. Natürlich hoffe ich, letzten Endes eine frische Geschichte zu lesen zu bekommen, denn der Grusel von Leuten wie Poe oder Radcliffe ist heuer ein wenig angestaubt.


    Peter