Beiträge von Manuel

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    Hallo, Likimeya!


    Schade, daß Du abbrechen mußt! Hat mich aber sehr gefreut, daß Du wenigstens am Anfang der Leserunde mit dabei warst. Danke für Deine Beiträge, ob nun kritisch oder begeistert - beides wird gleichermaßen geschätzt! :klatschen:


    Viele Grüße, auch von Fischkopf,
    Manuel

    Hallo zusammen,


    oh, das sind ja einige Fragen in so kurzer Zeit! Danke für Euer Interesse und all die guten Wünsche. :winken:


    Also, vielleicht erst zum Thema Lesen: Prinzipiell lese ich alles gerne, was mich gut unterhält und wo die Sprache (für mich) stimmt. Dazu zählt sehr vieles - von der epischen Fantasy über die klassische Literatur bis hin zum zeitgenössischen Gegenwartsroman. Ansonsten lese ich auch Erzählungen, Lyrik oder was mich sonst irgendwie anspricht.
    Die phantastische Literatur hat dabei natürlich seit jeher einen besonderen Stellenwert - früher wahrscheinlich, weil sie mich einfach am meisten fasziniert hat, heute wohl (auch) weil ich in "meinem" Genre natürlich den bestmöglichen Überblick haben möchte. :)


    Meine aktuelle Lektüre (neben STREUNER ... ;)) umfaßt Susanne Gerdoms Nebelkönig (jüngst beendet - ich kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen! :)), Donna Leons Erstling Venezianisches Finale (wollte einfach mal wissen, was das Faszinosum der Brunetti-Krimis ausmacht, so ganz dahintergestiegen bin ich leider noch nicht), Der Löwe von Uruk von Harald Braem (eine Art historisch-phantastische Version des Gilgamesh-Epos, inhaltlich natürlich opulent und auch sprachlich ein Fest!) sowie einen aktuellen, episch breiten Fantasyroman, den ich aus verschiedenen Gründen wohl abbrechen werde.


    Autoren, die mein Schreiben beeinflußt haben, geschweige denn "Vorbilder" gibt es eigentlich nicht. Da ich schon recht lange schreibe (seit 1996), mögen zu Anfang noch die großen Autoren wie Tolkien oder Michael Ende auf die eine oder andere Weise inspirativ gewirkt haben; spätestens nach dem zweiten fertigen Romanmanuskript kristallisierte sich jedoch für mich heraus, wo ich selber hin will. Seither versuche ich, in meinen Texten meine ganz eigene "Handschrift" zu verwirklichen, sowohl auf sprachlicher wie auch auf inhaltlicher Ebene. Das ist, wie ich betonen möchte, ein Prozeß, der nach wie vor andauert, weshalb ich nicht ausschließe, daß sich meine aktuellen Manuskripte anders lesen als noch STREUNER. Hoffen wir, daß es dereinst Rezensenten gibt, die im Vergleich werden sagen können: "Charisius ist besser geworden." :D


    Bestimmte "Rituale" beim Schreiben habe ich übrigens nicht - vielleicht, weil mir Rituale in jeglicher Form suspekt sind. Aber es gibt natürlich manche Gewohnheiten. So brauche ich immer einen Schluck Wasser in Reichweite, meistens (aber nicht immer!) läuft beim Schreiben Musik, und meine Aufzeichnungen (Karten, Skizzen, Ideen, wichtige Festlegungen) liegen stets auf Papier neben dem Bildschirm bereit. Ganz ohne Papier und Stift geht's trotz Computer nämlich nicht!



    Wie hast du denn den Schreibwettbewerb „Schreiben Sie einen magischen Bestseller!“ des Heyne Verlags erlebt?


    Das ist ne lange Geschichte. ;) Als ich das Manuskript hinschickte, war ich vom Buch- und Verlagsbetrieb schon ziemlich desillusioniert, so daß ich mir eigentlich keine großen Hoffnungen machte. Trotzdem stieg bis zur Ankündigung der Finalisten natürlich die Aufregung ins schier Unermeßliche. Als dann der Anruf kam, ich sei im Finale, war ich natürlich erfreut, aber nicht wirklich überrascht, eher verwundert. Die folgenden Tage standen ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf die öffentliche Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse, die ich sehr aufgeregt, aber doch mit Spaß an der Sache und ohne allzu große Pannen absolvierte. Daß es dann "nur" für einen der dritten Plätze reichte, ernüchterte mich zunächst. Spätestens als Heyne für die Streuner trotzdem ein Angebot machte, war dieses Gefühl aber wieder wettgemacht. :)



    Hast du eine besondere Beziehung zu Wölfen?


    Mit Wölfen und Raubkatzen, besonders Löwen, beschäftige ich mich schon seit langem. Aufgewachsen sind meine Schwester und ich mit einem großen roten Kater; daher vielleicht die Prägung. Danach hatte ich fast zehn Jahre lang eine Husky-Hündin, die leider erst letzten August gestorben ist. Kurzum - die Faszination für Fellwesen mit einem spannenden Fantasy-Plot zu verbinden, lag bei der Planung von STREUNER nur nahe.
    Übrigens hat mich mal jemand gefragt, ob ich ein Furry sei. Nachdem ich mich kundig gemacht hatte, was das überhaupt ist, fühlte ich mich durch die Frage irgendwie geschmeichelt, obwohl ich sie nicht definitiv beantworten kann. Im Furry-Fandom bin ich jedenfalls nicht aktiv, da mir dafür u. a. die Zeit fehlt. Muß aber ne lustige Community sein, nach allem, was man so hört. ;)



    War Streuner direkt auf eine Fortsetzung ausgelegt?


    Nein, das Projekt war sogar explizit als abgeschlossener Roman geplant. Erst während des Schreibprozesses hab ich daran gedacht, daß es nicht schaden kann, hier und da in der Geschichte gewisse Dinge zu "säen", die ich in einer Fortsetzung möglicherweise würde "ernten" können. Dies jedoch ohne jeden Zwang und vor allem ohne am Ende wichtige Fragen offen zu lassen. Daher ist STREUNER nach wie vor ein in sich geschlossener Roman, an den eine Fortsetzung allerdings nahtlos - und auf dankbare Weise - andocken könnte.


    So, ich hoffe, ich hab keine Eurer Fragen übersehen. Vielen Dank für Eure Geduld, ist ja doch ein längerer Beitrag geworden ... :winken:


    In Lesh-Tanár gibt es also auch Elben, die erste Beschreibung von ihnen hat mich jetzt noch nicht umgehauen - aber wer weiß, was noch passiert... Vielleicht steckt hinter ihnen ja noch mehr als sich melodiös unterhaltende Kleiderständer für feine Gewänder.


    ;D Oje, ich fürchte, um das zu beweisen werde ich mehr Lesh-Tanár-Fantasy veröffentlichen müssen; dazu war in STREUNER leider schlicht zu wenig Platz. :-[ Aber Lacríma und Elben, das ist natürlich eine heiße Spur ...



    Ob sie wirklich hinter der Warnung an den König steckt?


    Wer sagt, daß sie überhaupt dahintersteckt ...? :winken:

    Und warum macht er die Botschaft der Taube nicht sichtbar, wenn er doch anscheinend weiß wie das geht!?
    Nur um Misstrauen zwischen Zilber und Wolf zu säen?


    Ja, ich denke, in der Situation ist es ihm wichtiger, einen Keil zwischen die beiden zu treiben, als tatsächlich den Inhalt der Nachricht zu erfahren - wozu er außerdem mindestens eine offene Flamme und ein bißchen Zeit bräuchte.



    Bei den Brieftauben hast du dir wohl eine kleine dichterische Freiheit erlaubt - Manuel ;)
    Zumindest die bekannten Arten hier bei uns fliegen nur zurück in ihren Schlag - denen kann man kein anderes Ziel vorgeben. ::)


    Ja, das entspricht ungefähr auch meinem Wissensstand.
    In Lesh-Tanár werden Brieftauben immer von einer Nachrichtenstation zur nächsten geschickt, d. h. die Flugrichtung ist pro Taube immer dieselbe (= zurück in ihre Heimatstation). Wenn Zilber also eine Brieftaube losschicken will, befestigt der Stationsleiter dessen Nachricht an einer Taube, deren Heimatstation dem Bestimmungsort der Nachricht näher ist als seine eigene. Der dortige Stationsleiter muß die Nachricht entnehmen und einer anderen Taube übertragen, die sie wiederum dem Zielort ein Stück näher bringt. So wird die Nachricht alle paar Dutzend Meilen über eine andere Station weitergeleitet, bis sie schließlich am Zielort eintrifft. Die Tauben müssen natürlich zu Pferde o. ä. wieder in die jeweils "fremden" Stationen zurückgebracht werden, bevor sie den nächsten Einsatz fliegen können.
    Meinst Du das mit "dichterische Freiheit"? Meine Absicht war nämlich nicht, daß es im Text so wirkt, als verschickte Zilber immer dieselbe Brieftaube. ;)



    Während des Lesens des letzten Kapitels kamen mir etwas ketzerische Gedanken:
    Was wäre, wenn Wolf der Verräter wäre?
    Diese Beschwichtigungen wenn es bei Streitgesprächen in die Tiefe geht; die Folter von Falbe - obwohl Wolf doch eigentlich mehr wissen müsste; ...


    Spannende Theorie! Wer weiß, ob was dran ist ... :winken: :lesen:

    Hey, Tammy,


    gern geschehen. :) Ja, zur Zeit arbeite ich an einem neuen Fantasyroman, der ebenfalls in Lesh-Tanár spielt, allerdings einige Jahre nach STREUNER. Auch ist das Setting ein anderes, es geht weniger humorvoll und insgesamt um einiges düsterer zu. Ansonsten beschäftigt mich auch eine direkte Fortsetzung von STREUNER. Beides sehr faszinierende Projekte. Mal schauen, was der Verlag dazu meinen wird. Ich hoffe natürlich, alle Fans der Streuner baldmöglichst mit guten Neuigkeiten überraschen zu dürfen! :winken:


    Gruß,
    Manuel

    Hui, es ist wirklich spannend, Eure Leseeindrücke hautnah miterleben zu dürfen! :winken:



    Das mit den Pelzjägern verstehe ich nicht so ganz. Dürfen die einfach Mitbewohner töten, um deren Pelz zu verkaufen? Also die Rechtsauffassung in Lesh-Tanar entzieht sich mir immer mehr ???


    Die Pelzjäger stelle ich mir als eine Art mafiös operierende Untergrundorganisation vor. Natürlich wird ihr Treiben nicht geduldet, aber das Geschäft ist wohl zu lukrativ und die Strafen vielleicht zu lasch - wenn sie überhaupt mal erwischt und verurteilt werden -, als daß sich das Übel komplett ausrotten ließe. Noch dazu agieren die Hintermänner, also die Pelz-Hehler, im Dunkeln und finden für jeden Pelzjäger, der im Kerker oder am Galgen landet, drei neue, die bereit sind, gegen entsprechende Entlohnung das fraglos immense Risiko ihres brutalen Geschäfts auf sich zu nehmen.


    Auch darf man dabei nicht vergessen, daß es in Lesh-Tanár keine flächendeckende polizeiliche Infrastruktur gibt. Innerhalb der Städte sorgt zwar das Militär (Garden, Patrouillen) einigermaßen für Recht und Ordnung, aber dessen Möglichkeiten und Ressourcen sind nicht unbegrenzt, d. h. längst nicht alle Räuber und Mörder werden auch verfolgt und bestraft.


    Die Schergen des Schnitters sind in der Tat größtenteils Söldner, wie bei dem Treffen in den Yolánischen Katakomben deutlich wird. Diejenigen von ihnen, die Tánatos als ihren Anführer betrachteten, dem sie ihre alleinige Loyalität entgegenbrachten, sind nach dessen Tod natürlich aufgebracht und wütend, weil für sie weder die Könige noch der Schnitter, sondern einzig und allein ihre Bezahlung im Vordergrund stand. Der Glatzköpfige sieht das anders - und ist schlau genug, ihnen einen neuen Anführer vor die Nase zu setzen (Patwan), der nicht zuletzt als "Puffer" zwischen ihnen und dem Schnitter zu fungieren hat.

    Die Streuner schlagen sich ungefähr in westlicher Richtung durch, müssen demnach, zumal nichts anderes gesagt wird, südlich der Straße bleiben. Wie dann ein Pfad, der in südwestlicher Richtung verläuft, drei Meilen später auf die Straße führen kann (Seite 134), ist mir unter den Umständen ein ziemliches Rätsel, denn sie müßten sich in der Richtung doch von der Straße entfernen ...


    Augenblick! :winken: Vom Wasserfall aus geht es zunächst, wie Du richtig sagst, parallel zur Straße in Richtung Westen los (s. u. a. S. 119). Dann aber suchen sie eine Siedlung, um besseres Wetter abzuwarten, und wechseln die Richtung (S. 131), und zwar nach "rechts von ihnen" (selbe Seite), das heißt, sie wenden sich nach Norden! Sie überqueren den Wall und folgen "für den Rest des Tages der neuen Richtung" (S. 132), d. h. es geht für einen halben Tagesmarsch directement in Richtung Straße. Dann stoßen sie auf den Pfad (S. 134), der "in südwestlicher Richtung" durch den Wald führt, d. h. von Nordosten (genauer: von der Straße aus) nach Südwesten. Sie gehen dann natürlich nicht nach Südwesten, sondern halt nach Nordosten. ;) Drei Meilen später erreichen sie die Straße.
    Hoffe, es ist jetzt klarer ... :)



    Nach dem nächtlichen Überfall in Krottenried ergibt die Befragung des sterbenden Streunerattentäters, daß zehn Tage später der Anschlag auf den Westkönig stattfinden soll. Am nächsten Abend übernachten sie bei Kámahi, von wo sie am nächsten Morgen überstürzt verschwinden. Dank Balders Zauber legen sie eine immense Entfernung zurück. Am nächsten Morgen berichtet Zilber von seinen Erkundigungen im Ort. Man sei noch drei Tagesmärsche von Téan Hu entfernt. Angesichts der Beschleunigung vom Vortag, an dem sie durch den Zauber die Entfernung mehrerer Tagesreisen zurückgelegt haben, mag das ja sogar sein. Warum aber damit auch der Tag des Anschlags nur noch vier und nicht – ausgehend von den zehn Tagen, die der Attentäter nannte – acht (oder je nach Zählung vielleicht auch sieben) Tage entfernt ist, hat mich irritiert. Sind die Streuner nicht nur schneller gelaufen, sondern hat sich auch die Zeit um sie herum beschleunigt?


    Auch hier ist leider ein Mißverständnis passiert. :-[
    Der Anschlag auf den Westkönig passiert nicht zeitgleich mit dem Treffen der Schergen des Schnitters - das sind zwei voneinander unabhängige Ereignisse. Das Treffen ist natürlich vor dem Mordanschlag angesetzt - letzterer muß ja geplant werden. Auf S. 178 heißt es eindeutig: "In vier Tagen war das Treffen der Schergen des Schnitters" - also nicht der Anschlag! ;)


    Elben und Scherenschrecken fanden, wie übrigens auch die Menschen, ihren Platz in diesem Buch, weil es mir gerade die Unterschiede ihrer Kulturen, die unterschiedlichen Interaktionen (denkt z. B. an die verschiedenen Arten, sich zu begrüßen) usw. im Vergleich mit den Streunern erlaubten, letztere umso einzigartiger darzustellen.
    Stellt Euch mal vor, es gäbe in diesem Buch wirklich nur Streuner. Wäre das nicht ein bißchen langweilig? Sind nicht Szenen wie die in Krottenried, wo nicht nur schon die Begrüßung fast völlig in die Hose geht, sondern auch die Eigenheiten der Streuner beim Essen bzw. in bezug auf das Gastrecht deutlich werden, es wert, die Streuner im Kontrast zu uns (eher) vertrauten Wesen (wie hier den Menschen - aber auch den Elben) zu erleben?
    Zumindest beim Schreiben hatte ich an solchen Szenen wie eben der Begrüßung zwischen Wolf und Mauran oder dem ungehobelten Auftreten der vier in dessen Gästehaus einigen Spaß. Tja, die Streuner sind nun mal keine demütigen Kuschelbären, die ihre Portion Blutwurst mit unterthänigstem Dank entgegennehmen! :P


    Nochmal zurück zu den Elben und Scherenschrecken. Ich verspreche jetzt einfach mal, daß sie beide noch eine wichtige Rolle spielen. Mit S. 195 haben wir ja noch nicht einmal die Hälfte des Buches erreicht. ;) Also, freut Euch auf die Enthüllung so einiger dunkler Vergangenheiten, und auf ein Wiedersehen mit Rikkulin. :)




    Hat der Schnitter sich also ausnehmend dämliche Handlanger ausgesucht, oder hat er sie nicht unter Kontrolle?


    Vielleicht ... beides? :lesen:


    EDIT: Tippfehler ...

    Schön, daß Euch der Fortgang der Geschichte gefällt! :winken:


    Was das Thema Decknamen anbelangt - ja, es gibt einige Figuren, die in Wahrheit anders heißen. Vielleicht klärt sich da ja noch einiges im Laufe der Handlung ... Soviel kann ich allerdings verraten: Fischkopf gehört definitiv nicht zu ihnen! :D


    Wolf als Anführer - da bin ich selber im Zweifel. Die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt; laut dem Erzähler (also mir ;)) fühlt er sich ab einem bestimmten Punkt als Anführer. Beobachtet man aber das Gruppenverhalten der vier im weiteren Verlauf, merkt man durchaus, daß Balderdachs sich nicht einfach so "entthronen" läßt. Zunächst bestimmt er die Richtung (Téan Hu), dann zeigt er Wolf die kalte Schulter (indem er sich, weit hinter ihm zurückbleibend, allein mit Zilber berät).
    Was sagt uns das? Daß die "Rudelführung" wohl nicht ganz so eindeutig geklärt ist, wie Wolf vielleicht annimmt - und daß es womöglich irgendwann zum großen Knall kommt ...

    Zum Thema Saï schaut mal bei Wikipedia, das Bild dort trifft's ganz gut. Tatsächlich ist das japanische Sai das Vorbild für Wolfs Nahkampfwaffen! :)




    Und er heißt doch sicher nicht zufällig Vulkhan, oder?


    Nein. ;D Inspiriert ist der Name durch den Gott Hephaistos (röm. Vulcanus/Vulkan, der ziemlich gut schmieden konnte. ;) Überhaupt gibt es zahlreiche lateinisch und griechisch inspirierte Figurennamen in STREUNER. Na, wer findet sie alle? :winken:


    Was Zilbers Speer anbelangt, so dachte ich, er könnte ja mit der Gondel und den Streunern den Wasserfall heruntergefallen sein - ob Zilber ihn festgehalten hat oder nicht, würde dann ja keine Rolle spielen. Am Fuße des Wasserfalls wird's natürlich trotzdem ein ziemliches Habseligkeiten-Chaos gegeben haben ...

    Ein Soldat, der kaum aus seiner Heimatstadt kommt? Das muß ja wirklich ein sehr friedliches Leben in Lesh-Tanár sein, oder fungiert das Heer da nur als Stadtwache? ;)


    Tatsächlich hat man als Soldat in Tanár einen sehr überschaubaren Wirkungskreis - es gibt die Palastwache, die Stadtpatrouille und natürlich das reguläre Heer, das sich in Friedenszeiten mit Übungseinsätzen "fit" hält. Du hast ja schon weitergelesen, daher verweise ich ganz frech auf S. 125/126, wo Balderdachs kurz anreißt, wie lange die letzten Kriege zurückliegen und welche Bedeutung sie - im Vergleich zu einem Konflikt, den die Ermordung aller Könige heraufbeschwören würde - haben bzw. hatten.




    In dem Zusammenhang irritiert mich auch die Namensgebung etwas. Oder ist es im Gegensatz besonders naheliegend, seinen Ursprungsort im Namen zu tragen, wenn man eh nur unterwegs ist? *grübel*


    Meinst Du z. B. Wolf von Tanár? Namen wie dieser kommen zustande, weil Nach-/Familiennamen in Lesh-Tanár zu Wolfs Zeit noch (eher) unüblich sind. Daher folgt auf den Rufnamen einfach "von + Geburtsort". Oft wird auch noch das Volk ergänzt, zu dem der Namensträger zählt, also z. B. Fischkopf Streuner von Orilac oder Vulkhan Menschensohn von Tanár.


    In aller Kürze zu den Elegien - dem Mythos zufolge erlangten die Elben irgendwann das Wissen einerseits um die Unsterblichkeit, andererseits um die Magie (die ursprünglich nur von ihnen beherrscht wurde). Demgegenüber galten die Menschen in grauer Vorzeit als eine Art Tierwesen ohne Verstand geschweige denn Seele, die erst mit der Zeit - aus Mitgefühl entweder der Elben oder einer mythischen Gottheit, da gibt es zwei widersprüchliche Quellen - Vernunft erlangten (= "Erwachten").

    Hallo, Tammy!


    Gerne erzähl ich ein bißchen mehr zum Schreiben und zu der Idee der Streuner an sich.


    Wie viele hier bin ich seit jeher, also seit frühester Jugend, eine echte Leseratte. Irgendwann als Teenager hatte ich die Idee zu einer phantastischen Geschichte, die ich anfing, in Textform auszuarbeiten. So entstand im Laufe von anderthalb Jahren mein allererster Roman. Ich wußte natürlich nicht, daß er nicht perfekt ist, hielt mich aber (zum Glück) trotzdem nicht allzu lange damit auf, sondern schrieb weiter. Zwei Romane sind danach für die Schublade entstanden - wo sie auch besser bleiben. :-[ ;) Relativ früh machte ich mir auch Gedanken zum Thema Veröffentlichen. Doch erst nach jahrelanger weiterer (Schreib-)Übung, Tausenden von unveröffentlichten Seiten, Hunderten von Kontaktversuchen zu Verlagen und fast ebenso vielen, mitunter sehr bitteren Rückschlägen schaffte ich es, mit STREUNER bei Heyne Fuß zu fassen.


    Heute sind für mich Lesen und Schreiben Teile eines einzigen, größeren Prozesses, ohne den ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen könnte. Ich bin gespannt, wohin er mich führt - und was das Ende dieser "Suche" verheißen mag, wenn sie denn überhaupt ein Ende hat.


    Die Idee zu STREUNER umfaßte übrigens zunächst nur die Verschwörungsthematik: Jemand sollte zufällig Wind von einem großangelegten Komplott bekommen und sich dazu entscheiden, den Verschwörern Einhalt zu gebieten. Außerdem wußte ich, daß der Mitwisser eine Art Mischwesen zwischen Mensch und Werwolf sein sollte. Alles weitere ist dann erst während der Entstehung des Manuskripts hinzugekommen.


    Was Fischkopf angeht, so traf ich ihn, als ich gerade mit Wolf (und jemandem, den Ihr, Du und die anderen Leserundenteilnehmer, noch kennenlernen werdet) in Orilac in einer Kneipe saß und bei einem Krug schäumenden Starkbiers überlegte, was nun weiter zu tun sei. ;) Fischkopf, seine Neugier und Aufgeschlossenheit waren es schließlich, die uns die Richtung wiesen.
    So, aber mehr wird nicht verraten, sonst verdonnert mich Seychella wegen Spoilerei zu mindestens zwei Stunden Foren-Abstauben. :D


    Ein Frage an Fischkopf:
    Gibt es eigentlich Beziehungen zwischen Streunern und Menschen oder ist das ein Tabu?
    Ich bin im Prolog über die Stelle gestolpert wo der König des Nordens über den "Wurf" seiner Hofdame nachdachte. Heisst das seine Hofdame ist ein Streuner ... !?


    Nee. :D Das heißt nur, daß der König relativ unverschämt über seine Hofdamen denkt. Ich hoffe, Du bist mir nicht böse, daß ich anstelle von Fischkopf antworte, aber das Thema "Beziehungen zwischen Streunern und Menschen" spielt im Roman noch eine wichtige Rolle, so daß wir es uns vielleicht bis dahin aufsparen, okay? Wollen ja nicht allzu viel vorwegnehmen ... :winken:


    Was die Scherenschrecke anbelangt - Eure Skepsis ist berechtigt; vielleicht hilft es ein wenig, wenn Ihr sie eher als Beiwerk, als Zuckerguß auf der Torte anseht, die das phantastische Umfeld in etwa genauso konstituiert und bereichert wie eine fremdartige Blüte, die eigene Währung oder ein spezielles Konzept von Magie. Abgesehen von ihrer Rolle als Figur in der Geschichte natürlich. ;)


    Alle, die General Várun verdächtigen, kann ich nur zu gut verstehen, Ihr solltet dabei nur nicht vergessen, daß Wolf bereits vor dem Gespräch mit selbigem eine vermummte Gestalt an der Palastmauer aufgefallen ist ...

    Hui, da ist ja schon einiges zusammengekommen an Rückmeldungen. Cool! :winken:


    Freut mich, daß Euch die Karte so gut gefällt. Ich finde sie auch großartig. Übrigens hat Frau Daub sie 1:1 nach einer Skizze von mir angefertigt, d. h. die Abstände und Verläufe von Flüssen, Straßen, Küstenlinien etc. stimmen wirklich bis ins Detail! Der Rahmen entstand nach ihrer Phantasie, darin eventuelle Bezüge zur Geschichte zu erkennen, ist durchaus erlaubt und willkommen. ;) Was die Entfernungen angeht, so liegen (wie wir eventuell noch werden nachvollziehen dürfen) zwischen Tanár und Téan Hu mindestens 15 Tagesmärsche (zu Pferde wären es weniger), was einer Entfernung von mehreren Hundert Meilen entspricht. Lesh-Tanár ist ein großes Land! ;D


    Schön auch, daß das "Motto" ein wenig Beachtung gefunden hat! Hierzu ist vielleicht interessant zu wissen, daß das Mythen-Epos, das in Lesh-Tanár als Elegien So?urds bekannt ist, wohl entweder von einem Streuner oder - was wahrscheinlicher, aber eben nicht überliefert ist - von einem Menschen stammt; denn genau wie in unserer Welt verbargen sich die wahren Urheber von Texten von Anbeginn des Schrifttums an gelegentlich hinter - sogar real existierenden - Pseudonymen (so bei uns etwa in den mittelalterlichen Artuslegenden; z. B. weisen Teile des Prosa-Lanzelot einen gewissen Walter Map als Schreiber aus, was er aber der literaturwissenschaftlich Forschung zufolge nicht gewesen sein kann).
    Gleichwohl ist die mythische Figur des So?urd in der Tat ein Streuner - und beschreibt als solcher den Anbeginn der Zeit natürlich aus streunerhafter Perspektive (selbst wenn der Dichter in Wahrheit ein Mensch gewesen sein sollte!). Für die Streuner (!) waren demnach tatsächlich die Streuner zuerst da - und zwar als unsterbliche Wesen -, während die Elben noch als "unwissende" und die Menschen als "unerwachte" Völker galten. Was das bedeutet und wie sich diese Völker (aus Streunersicht!) ihrerseits entwickelten, sind in den Elegien jeweils eigene, Hunderte von Versen umfassende Geschichten, auf die die großgeschriebenen Verben quasi verweisen, die nachzuzeichnen hier jetzt allerdings zu weit führen würde. ;)
    Warum ich ausgerechnet diese Stelle als "Motto" ausgewählt habe, hat übrigens einerseits mit einer späteren Passage im Roman zu tun - bis dahin müßt Ihr Euch noch ein bißchen gedulden -, andererseits erschien sie mir besonders passend, um auf eine archaische, mittelalterlich angehauchte und von einem uralten Mythos durchwehte Fantasy-Welt einzustimmen. :winken:


    Nun noch ein paar Worte zu Leben und Gewohnheiten der Streuner. Ja, sie leben fast überall in Lesh-Tanár, seit der Entwicklung von Städten und der damit verbundenen "sicheren" Lebensweise sind sie jedoch sehr viel weniger nomadisch eingestellt als noch, sagen wir, tausend Jahre vor der Handlung des Romans (das Stichwort Ewige Wanderung wird noch eine Rolle spielen). Dadurch bedingt hat auch Wolf seine Heimatstadt noch kaum je verlassen und kennt sich mit Dialekten, fremden Städten und Kulturen nicht allzu gut aus.
    Streunerpaare leben oftmals zusammen, gerade wenn sie Familie haben oder im Rahmen der Gilden leben (auch hierzu gibt es später im Buch noch ein paar Hintergrundinfos). Es gibt aber auch genug Beispiele, wo die jeweiligen Partner in unterschiedlichen Bereichen arbeiten und dadurch bedingt nicht zusammenleben können oder wollen. Bei Wolf und Lúpa ist es praktisch ein Extremfall, da er weder von seiner ersten eigenen Hütte noch von seinem gewohnten Umfeld unter anderen Streunern weg will und da sie schon so lange unter Menschen wohnt, was ihm irgendwie suspekt ist, obwohl sie als Heilerin in Axthill ein großes Ansehen genießt - und natürlich nicht schlecht Geld verdient.
    Zur Körperphysik der Streuner sag ich jetzt mal nicht allzu viel ;D, bis auf daß sie tatsächlich (auch) über das Fell schwitzen können - im Gegensatz zu Hunden und Wölfen, denen die Wärmeabfuhr i. d. R. nur über Zunge (Hecheln) und Pfoten möglich ist.

    Der Vollständigkeit halber nach meiner Vorstellung auch noch kurz was zu meinem Buch, wenn Ihr mögt. :)


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    Klappentext:
    Das Land der Sieben Königreiche ist in Aufruhr: Der König des Nordens wurde ermordet! Für Wolf vom Volk der Streuner – halb Mensch, halb Tier – ist das noch kein Grund zur Aufregung. Doch als er zufällig ein Gespräch der Verschwörer mit anhört, muss er erkennen, dass alle sieben Reiche von Lesh-Tanár in großer Gefahr schweben. Zusammen mit drei anderen Streunern beschließt Wolf, den Attentätern das Handwerk zu legen. Für die tapferen Streuner beginnt das Abenteuer ihres Lebens ...


    Das Buch ist klassische Fantasy mit einem eigenen, erfundenen Volk, den titelgebenden Streunern (aufrecht gehende Pelzwesen mit guten Nasen und Ohren). Der Plot ist thrillerähnlich und soll auf spannende Weise unterhalten.


    Eine Leseprobe findet Ihr auf der Verlagsseite zum Buch. Außerdem gibt's auch einen aufwendigen Video-Trailer.


    So, jetzt wünsche ich Euch viel Spaß - und eventuell habt Ihr ja Lust bekommen, an der übermorgen startenden Leserunde teilzunehmen? Soweit ich weiß, sind noch genügend Plätze frei! ;D


    Gruß,
    Manuel

    Hallo zusammen!


    Nachdem meine erste Leserunde ja kurz bevorsteht, möchte ich es nicht versäumen, mich nochmal extra vorzustellen. :)


    Also, ich bin Manuel Charisius, 1979 geboren und schon von Kindesbeinen an eine echte Leseratte. Am meisten interessiert mich Fantasy, aber wenn mir ein Buch gefällt, ist mir das Genre eigentlich ziemlich schnuppe. Als Jugendlicher stellte ich irgendwann fest, daß mir auch das Schreiben Spaß macht, dies allerdings, von einigen Versuchen in anderen Gattungen und Genres abgesehen, fast ausschließlich im phantastischen Bereich.


    Da man als angehender Autor natürlich auch gerne gelesen wird, hab ich mich relativ früh um Möglichkeiten der Veröffentlichung bemüht - lange Zeit erfolglos. Letztes Jahr schaffte ich endlich den Sprung in die Verlagswelt; vergangenen Juli ist mein Roman STREUNER bei Heyne erschienen.


    Neben dem Schreiben bleibt kaum Zeit für meine zahlreichen weiteren Interessen, wovon klassische Musik, lange Wanderungen, Film/Kino und alles, was mit Sprache zu tun hat, nur einige wenige sind.


    Mehr über mich und meine Arbeit als Autor erfahrt Ihr sowohl auf meiner Homepage als auch in einem Interview des Fantasy-Blogs Feenfeuer.


    Freue mich, hier dabei sein zu dürfen, und natürlich besonders auf die erwähnte Leserunde! :)


    Gruß,
    Manuel

    Mal schnell ausprobieren, ob Sonderzeichen der spezielleren Art richtig dargestellt werden.
    (Hoffe, das ist in diesem Unterforum erlaubt!)


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    Ja, sieht gut aus! :)

    Danke fürs Verlinken der Leseprobe, Seychella! Und willkommen an alle, die sich noch angemeldet haben. Wir, d. h. der Streuner, der die Leserunde ebenfalls begleitet, und ich, freuen uns auf Euch! :) Übrigens wird er sich in Kürze selber hier vorstellen ...


    Gruß,
    Manuel

    Ja, mich natürlich auch! :D


    Da fällt mir ein - neben der geplanten Leseprobe gibt es bereits einen Buchtrailer, außerdem werde ich in Kürze bei Twitter auf das Buch einstimmen.


    So könnt Ihr Euch schon mal vorab einen Eindruck von der Welt der Streuner machen. :)


    Gruß,
    Manuel

    Hallo zusammen!


    Erst einmal freut es mich sehr, daß sich hier schon Interessenten für eine Leserunde formieren. Herzlichen Dank, Seychella, für den netten Vorschlag! :)


    Wie nimue schon angemerkt hat, werde ich als Autor die Leserunde begleiten und Euch Rede und Antwort stehen - vor allem natürlich im Hinblick auf Fragen zum Schreibprozeß, zu den Hintergründe der Buchentstehung und allem, was Ihr sonst noch so wissen wollt. :winken:


    Damit's dann nicht zu trocken wird, wenn es um Ereignisse in der Geschichte, Macken der Figuren und so weiter geht, wird mir hier sozusagen ein Kollege zur Seite stehen, der selbige besonders gut kennt: eine Nebenfigur aus dem Roman! Soviel kann ich schon verraten: Er ist ein junger, liebenswerter, manchmal etwas aufmüpfiger Streuner, der den gleichen Beruf hat wie Wolf, der Protagonist des Romans. (Wolf persönlich war übrigens aufgrund von Zeitmangel leider nicht für diese Leserunde zu gewinnen ... ;D)


    Gerne werde ich Euch demnächst mit der Figur bekanntmachen - Ihr dürft gespannt sein!


    Saltanah, die Leseprobe zum Roman ist in Arbeit. Wenn Ihr wollt, gebe ich hier bekannt, sobald sie verfügbar ist. :)


    Liebe Grüße und bis bald,
    Manuel