Beiträge von irismaria

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    Ganz herzlichen Dank für das tolle Buch und die wieder sehr schöne und lebendige Leserunde!



    So, hier ist meine Rezi, die ich auch auf amazon etc. poste


    "Im Reich der Löwin" von Silvia Stolzenburg ist ein fesselnder historischer Roman rund um Richard Löwenherz und seinen Kampf um die Herrschaft in England und Europa, die vor allem im Konflikt mit König Philipp von Frankreich und seinem Bruder John ausgetragen wurde. Auch Richards Mutter, Alienor von Aquitanien spielt eine wichtige Rolle. Neben den historisch belegten Herrschern agieren aber auch wie im Vorgängerband "Schwerter und Rosen" liebevoll gezeichnete erfundene Charaktere, deren Schicksal ich gespannt verfolgt habe wie etwa das der jungen Adligen Jeanne de Maine, die mit dem viel älteren Arnauld de Touraine verheiratet wird, aus dieser Ehe flieht und sich in Richards Knappen Roland verliebt.
    Schonungslos erzählt Stolzenburg von den Schlachten und politischen Ränkespielen, denen das Wohl der Untergebenen und des Volkes geopfert wird. Macht scheint für die hohen Herren und Damen der Hauptantrieb zu sein.
    Durch die gut gestalteten Charaktere und die Einbindung historischer Personen bekommt die erzählte Geschichte ein Gesicht, der Stil ist bildhaft und spannend und viele der Hauptpersonen sind mir gleich ans Herz gewachsen
    Das Glossar und das Personenverzeichnis, in dem die wichtigsten Personen, die im Buch eine Rolle spielen, aufgeführt sind, sowie ein schön gestaltetes Cover und eine Karte tragen zum sehr guten Gesamteindruck des Buches bei.
    Mir hat "Im Reich der Löwin" sehr gut gefallen und ich kann das Buch jedem, der historische Romane mag, sehr empfehlen.


    Ich hatte schon darauf gehofft und war mir eigentlich fast sicher, dass es ein Happyend für Roland und Jeanne geben wird, daher konnte ich die Turnierszene entspannt lesen. Sie war wirklich eine Höhepunkt-Szene des Buches. Was mich gewundert hat, war, dass beim Turnier so viele Kämpfer ums Leben gekommen sind. Ich hätte Todesfälle beim Turnier eher als seltene Unfälle vermutet. Wie auch immer, ein schönes Ende für unser Paar!


    Was mir weniger gefällt: John Lackland hat sich durch seine gerissenen Manöver am Ende durchgesetzt und ist König. Aber so war eben der Verlauf der Geschichte.


    :o Was für ein gruseliger Abschnitt. Hier hat man das Gefühl jeder beteiligte will irgendwie immer nur andere leiden sehen. Die Männer sind das allerletzte. Mercadier ist ein regelrechtes Schw.... :stopp: (solche Wörter besser nicht). Die Foltermethoden sind richtig gruselig. Sogar bei Bösewichten muss das dann doch nicht unbedingt sein. Merkwürdigerweise hat unser Freund Guillaume ja mal wieder Glück im Unglück. Ihm ist ein schneller, einfacher Tod vergönnt. Harold ist wohl ganz froh darüber, er passt auch nicht in das typische Männerbild der damaligen Zeit mit seinem weichen Herzen.


    Jeanne tut mir furchtbar leid. Momentan sehe ich keine große Chance mehr für ihre Liebe zu Roland, außer dieser würde seinem König vielleicht das Leben retten und dafür große Dankbarkeit von diesem erfahren. Ich dachte schon genau ein solcher Moment wäre gekommen als der König verwundet wurde, aber es sieht ja noch nicht wirklich danach aus.
    Die Nonnen sind übrigens keinen Deut besser als die kriegerischen Männer. Was die da abhalten mit Jeanne und der Küchenmagd finde ich wirklich unmöglich. Aber so war es wohl früher in kirchlichen Institutionen egal ob unter Nonnen oder unter Mönchen. >:(


    Ich bin gespannt wie das Spiel um die Thronnachfolge nun weitergehen wird und ob die Königinmutter noch entscheidend Fäden in dieser Angelegenheit ziehen wird.


    Ich finde die Brutalitäten auch furchtbar. Ob es auch mit daran lag, dass viele der Männer vorher auf dem Kreuzzug waren und nichts außer Kämpfen kennen?


    Was mir auch noch aufgefallen ist: Richard und Berengaria sind das Königspaar von England - aber Regieren oder sich dem Volk zeigen ist ihnen scheinbar nicht wichtig... War Berengaria überhaupt schonmal auf der Insel? Kein Wunder, wenn die Loyalität der Menschen zu ihren Herrschern da sehr gering ist.


    Dass die Nonnen zu Jeanne so streng sind, wundert mich nicht. Sie wird ins Kloster gesperrt, weil sie ihrem ersten Mann davongelaufen ist, den zweiten abgelehnt hat und zudem noch eine verbotene Liebschaft und in den Augen der Nonnen zeigt sie keine Bereitschaft zur "Besserung". Wie ein Häftling, der gleich wieder Ausbruchspläne schmiedet... Zudem würden die Nonnen auch großen Ärger bekommen, wenn Jeanne wirklich mit Roland durchbrennen würde. (Außer der König oder sein Nachfolger überlegt es sich anders.)


    Sie ist halt eine Frau mit zwei kleinen Kindern und somit erpressbar ohne Ende. Denn auf Hilfe ihrer Dienerschaft konnte sie bei diesem Machtgefüge nicht hoffen. Also selbst ist die Frau und die Flucht der Einzige, wenn auch gefährliche Weg weiterem Unglück zu vermeiden. Nur weg aus dem Dunstkreis dieses Mannes. Der gedanklich ja auch nicht vor ihrem Körper halt gemacht hätte :(.


    Harold ist schon irgendwie lustig/naiv/dumm oder? Als keine Briefe mehr kamen hatte er gedacht Catherine hätte ein Liebhaber. Und das nach alldem was beide schon durchgemacht machen. Da kann man doch nur den Kopfschütteln ::). Wieso nur kommen die Männer immer nur auf solche Gedanken als erstes, frage ich mich da schon.


    Zumindest hoffe und bete ich mal, dass sich Harold kein zweites Mal von seinem Halbbruder so einwickeln lässt. Nachdem die Sache mit dem plötzlich Tod/Reitunfall auch auf die Kappe von Guillaume geht.


    Ja, das fand ich schlimm, dass Harold die fehlenden Briefe so fehlgedeutet hat.
    So, wie manche Personen immer erstmal negativ denken und andere ihren eigenen Vorteil immer im Blick haben, ist Harold wohl einer, der eher vom Guten ausgeht und daher eher von Unfall als von böser Absicht ausgeht und auch anderen eine zweite Chance gibt. Nur wäre das beinahe für ihn, seine Frau und die Kinder zur Katastrophe geworden.

    Spannend geht es weiter:


    Catherine und ihren Kindern gelingt die Flucht vor Guillaume. Wie furchtbar, dass sie sich solchen Gefahren aussetzen muss und es ihr nicht möglich war, den miesen Schwager zu stoppen.


    In London verbünden sich alle Bösewichte des Romans und hetzen die Bevölkerung gegen den König auf. Bei dem Frust über die Steuern ist das durchaus realistisch, wird aber in der Folge wieder zu Leid und Elend führen.


    Jeanne ist in diesem Abschnitt wieder eine meiner Lieblingsfiguren. Welches Wechselbad der Gefühle sie durchleiden muss! Zuerst die Hoffnung auf die Annullierung der Ehe, dann die Liebe zu Roland, die zuerst erfüllt und dann zerstört wird. Die Arme! Und das alles, wie sie (wie die anderen Frauen) nicht als Mensch mit eigenen Bedürfnissen, sondern als Spielsteine auf dem Spielfeld der Macht angesehen werden...

    Ja, ich vermute auch, dass Aliénor ihre Kinder besser kennt, als jeder andere und ich vermute auch, dass sie John einfach an der langen Leine laufen lässt. Irgendwie furchtbar: Frauen konnten nur über ihre Männer oder Söhne regieren, die das natürlich wussten. Also mussten sie wenn dann so Einfluss nehmen, dass es noch geduldet wurde bzw. auf sie auch gehört wurde. Muss manchmal echt zum Durchdrehen gewesen sein, wenn du als Frau genau weißt, dass du es besser machen könntest, aber gar keine Chance hast! AHHHH! Und dann auch noch 2 so unterschiedliche Söhne zu haben, macht die Sache natürlich nicht besser!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


    Ich denke auch, dass Alienor ihre eigene Position sehr wichtig war und John ist zwar ein mieser Typ, aber vermutlich sieht sie lieber ihn als König von England (falls Richard etwas zustößt, was bei den dauernden Kriegen ja leicht sein kann) als einen anderen, der nicht ihr Sohn ist.


    Vielleicht wurden solche Kinder aber auch als adlige Bastarde anerkannt? Die diversen Plantagenets im Buch sind doch auch Halbbrüder des Königs (allerdings mit adliger Mutter?). Oder habe ich das falsch verstanden?
    Die Verwandtschaft in den britischen Herrscherfamilien finde ich immer recht kompliziert...

    Für Jeanne hat es mich sehr gefreut, dass sie nun dank ihre Tante und der Königin wieder ein angenehmes Leben führen kann und sogar hoffen darf, dass die Ehe vielleicht annulliert wird. Ich wünsche es ihr und hoffe einmal, dass sie tatsächlich noch irgendwann dem Knappen Roland über den Weg läuft. Dieser hat sich ja, ohne die junge Frau real zu kennen, in sie verguckt und ich glaube die zwei passen hervorragend zusammen. Dieses Paar erinnert mich schon jetzt an Harold und Catherine im Vorgängerband.


    Ich hoffe auch, dass es für Jeanne eine neue Partnerschaft geben wird und tippe auch auf Roland!


    Humphrey und Guillaume sind echt zwei miese Typen! Immerhin soll ersterer ja aus dem Gefecht gezogen werden, damit er nicht noch mehr Unheil anrichtet. Hoffentlich gelingt es Catherine irgendwie Harold von ihrer Lage zu berichten. Vielleicht kann ihr der Verwalter helfen...

    Ja, auch mir fiel der Einstieg diese Mal wirklich leichter, denn Mischung ist sehr gut gewählt. Man stößt auf alte Bekannte und neue Figuren in der Geschichte und das finde ich, war schon mal klasse gemacht.


    Jeanne de Maine, glaube ich ist so ein typische Mädchen/Frauengeschichte ihrer Zeit besonders im Anfangsstadium. Der Vater bestimmt über das weitere Leben seiner erst 14 jährigen Tochter und dieses Bestimmen hat rein egoistische/selbsterhaltende Motive. Der Vater will so seinen Grund/Macht mit einem möglichen Verbündeten sichern. Aber Jeanne de Maine ist zwar erst die folgsame Tochter zeigt, aber dann Herz und Mut um ihre Geschicke selber in die Hand zu nehmen, was ich schon für sehr mutig erachtet habe. Außerdem würde mir die Sache mit der Eifersucht ihrer Mann, außer das er schrecklich alt ist zusätzlichen Kummer machen. Dieses hat ihr ja eine "verwelkte Schönheit" , welche nette Umschreibung ;) schon mal zusteckt.


    Also jemand der im betrunkenen Zustand seine Frau aus dem Fenster stürzt. Nun das könnte möglicherweise auch mal Jeanne de Maine Schicksal werden oder? Deshalb erscheint mir diese Flucht nicht das schlechteste so sein :). Klar stellt sich die Frage wohin, aber erst einmal weg, denke ich mir war Jeannes
    erster und einzige Gedanke. Wir werden sehen, was die Zeit bringt ;).


    Hallo in die Runde!
    Ich hatte letzte Woche viele Termine, aber gestern zum Glück Zeit zum Lesen. Ich habe mich schon sehr auf das Buch gefreut und mit dem ersten Abschnitt geht es mir wie euch - ich bin gut reingekommen und finde es eine gelungene Mischung zwischen bekannten Figuren, die wieder auftauchen und neuen, die wir kennen lernen.


    Wie euch anderen berührt mich besonders der Erzählstrang um Jeanne. Wie schrecklich, mit 14 zwangsverheiratet zu werden und dann noch mit so einem Ekel... Ich befürchte allerdings auch, dass ihre Flucht keine gute Idee war, denn sie hat ja keinen, bei dem sie unterkommen kann.
    Aber auch die anderen Erzählstränge, seien es Berengaria oder der Schwager, der die Frauen auf dem Landgut kontrollieren will, bieten ja einiges an Potential für spannende Geschichten!

    Das ist schade - aber ich denke auch, dass du es in zehn Tagen schaffen könntest. Ansonsten kannst du ja nach dem Urlaub noch etwas nachtragen. Es würde mich jedenfalls freuen, wenn du mitmachst.


    Viele Grüße


    Tereza


    Ich schau mal, ob ich mich kurzfristig in die Leserunde einklinken kann. Denn in diesen Tagen ist auch noch Pfarrfest und Schulfest und da bin ich jeweils involviert...
    Wenn möglich, kaufe ich mir das Buch und lese mit euch mit, wenn nicht, dann lese ich es eben einfach so im Urlaub.


    Auch hier würde ich sooo gerne mitlesen, aber ich fahre Anfang Juli in Urlaub :'( Ich freue mich natürlich auf den Urlaub, aber trotzdem bin ich gerade ein bisschen traurig über den Termin. Ich werde dort kein Internet haben und deshalb werde ich schweren Herzens auf diese Runde verzichten.


    Mir geht es leider genau so, dass sich Urlaub und Leserunde überschneiden. Sehr schade, denn ich liebe Bücher von Tereza. Wir fahren am 11. Juli, so könnte ich nur 10 Tage sicher mitmachen, danach ist es mit dem Internet unsicher.

    Herzlichen Dank an Thilo, das Leserunden-Team und alle in der Runde! :)


    Hier ist meine Rezi, die ich auf Amazon, Literaturschock und Lovelybooks posten werde.


    „Quadriga“ von Thilo Scheurer ist ein historischer Roman, der um 1813 in Frankreich und Deutschland spielt. Napoleons Truppen sind auf dem Rückzug und preußische und russische Truppen ziehen gegen Frankreich. Im Mittelpunkt der Handlung stehen einerseits die zwei preußischen Agenten Leopold Berend und Carl von Starnenberg, zum anderen die junge adlige Französin Isabelle. Während die beiden Preußen mit einer Vorausabteilung Kosaken versuchen, die Telegrafenlinie von Mainz nach Metz und damit die französische Kommunikationsmöglichkeiten zu zerstören, geht Isabelle in die Tanzschule und Kleider und Bälle stehen im Mittelpunkt ihres Denkens. Diese Gleichzeitigkeit von Krieg und Zerstörung und sorglosem Leben der Oberschicht wird als starker Kontrast deutlich. Doch letztlich holt der Krieg alle ein.
    Für mich stand in dieser Geschichte nicht die titelgebende Berliner Quadriga im Mittelpunkt, die 1806 von den Franzosen verschleppt und von Leopold und Carl gesucht wird, sondern die Schrecken des Krieges und was er mit den Menschen macht. Das hat der Autor Thilo Scheurer gut dargestellt. Die Geschichte ist spannend und die Personen gut gezeichnet.
    Mein Fazit: ein empfehlenswerter historischer Roman aus einer Zeit, über die ich noch kein Buch gelesen habe.


    So, nun habe ich das Buch auch beendet. Und ich muss meine Gedanken noch ein wenig ordnen.


    Unheimlich fand ich die Szene in den Katakomben von Paris. Eine sehr gruselige Vorstellung, dort unten plötzlich alleine zu sein und den Weg zum Ausgang nicht mehr zu finden. :o
    Aber auch so ist die Vorstellung von den vielen Toten, den Knochen und Schädeln sehr unheimlich.
    Beim "Lumpenmann" musste ich ja kurz an Gollum denken von "Herr der Ringe". Armer Kerl! Wie kann man denn dort untern (über-)leben!?


    Die Katakombenszene fand ich auch spannend und gruselig. Für mich hätte die Quadriga und die Suche danach einen breiteren Stellenwert im Buch einnehmen können.


    Er versucht es zumindest zu erklären. Ich weiß, ist schon eine schwache Aktion von ihm.


    Aber wenn ich an Leo und den einen Soldaten denke, dem er mehr oder minder den Hals umgedreht hat, wie einem Tier :o. Kann ich mir auch nicht richtig vorstellen, wie er dieses Verhalten/Tun möglichen Verwandten/Hinterbliebenen des Soldaten einigermaßen plausibel erklären will oder?


    Ich fand die Szene und vor allem ihr Ende tragisch. Wieder einmal trifft es eine unschuldige Frau und ihre Kinder am härtesten.
    Leo hatte seine Rache, aber ob er damit glücklich wird?
    Und ihr habt natürlich Recht, wenn alle Angehörigen von Leuten, die z.B. Leo im Krieg getötet hat, hinterher Rache üben wollten - wo würde das hinführen? Das ist ja das Schlimme am Krieg, so viel Leid und Unrecht...