Beiträge von nirak

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    Ich bedanke mich an dieser Stelle, für die schöne Leserunde. Es hat Spaß gemacht, gemeinsam mit euch die Geschichte zu streifen.


    Hier kommt nun meine Rezension:


    Streifzug durch 1000 Jahre Geschichte


    5 Abschnitte oder doch eher 5 kleine Bücher, gebunden in ein Großes.

    Die Geschichte beginnt im Jahre 955 und erzählt von einer großen Schlacht gegen die Ungarn. Geht dann weiter durchs Mittelalter, um dann über den 30 jährigen Krieg bis 1813 in die Zeit Napoleons zu wandern. Um schließlich 1848, zur Zeit der Revolution, zu enden.


    Jeweils zu Beginn eines Abschnittes hat der Autor einen Prolog gesetzt, der die Ereignisse dieser Epochen zusammenfasst. Er erzählt dann kurze Lebensgeschichten seiner Protagonisten, und noch bevor der Leser sich richtig an die Charaktere gewöhnt hat, geht es in der Zeit auch schon weiter. Einziges richtiges Verbindungsglied zwischen den Zeiten ist ein alter Säbel und die Handwerkskunst des Schmiedens. Auch sind die einzelnen Charaktere immer irgendwie mit den vorangegangen verwandt. So gibt es bestimmte Handlungen zum Beispiel im 30. jährigen Krieg, die maßgeblich für das Leben der Menschen um 1848 verantwortlich sind.


    Mir hat dieser Streifzug durch die Geschichte gut gefallen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Protagonisten alle miteinander jeder für sich, ein eigenes Buch verdient hätten. Das Potenzial wäre sicher da gewesen, aber dann würde sich dieser Streifzug auch als langwierig erweisen. Mich hätte es nicht gestört, ich fand es aber auch so unterhaltend und hatte nicht das Gefühl, überhaupt 900 Seiten gelesen zu haben.


    Jede Szene hat mich mitgenommen in eine spannende Zeit. Ich fand es interessant, wie es Ulf Schiewe geschafft hat, die so unterschiedlichen Zeiten dann doch irgendwie miteinander zu verbinden. Der Säbel, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde und auch die Schmiede, die sich weiterentwickelt haben, prägen die Handlung. Und natürlich die einzelnen Charaktere und Familien.


    Der Erzählstil von Ulf Schiewe lässt sich dabei gut lesen und man spürt eben, dass er sich mit der Geschichte Deutschlands auseinandergesetzt hat. Er hat spannende Epochen ausgesucht und daraus kurzweilige Unterhaltung gemacht. Hat man „Land im Sturm“ gelesen, hat man einen schönen Querschnitt durch die Geschichte hinter sich und auch einiges Neues erfahren. Ich hätte durchaus auch noch mehr Epochen lesen können, zu interessant waren die Ereignisse, auch wenn ich mir manches mal ein anderes Ende, der jeweiligen Geschichte gewünscht hätte, am Ende hat aber alles zusammengepasst und ich ein spannendes Buch gelesen.


    :buchtipp:


    Und hier ist sie im Netz zu finden:


    Lovelybooks

    Hauptseite

    Forum

    Lesejury von Lübbe

    Büchertreff.de

    Bücherforum zur Buchrebellin

    Amazon

    Gut fand ich hier auch, dass man immer wieder die politische Situation mitbekommen hat. Nicht nur die Straßenkämpfe sondern irgendwie ja doch alles, was diese Zeit ausmacht.

    Ich bin erschrocken darüber gewesen, wie Menschen, die darauf gewartet haben, dass sich ihr König zeigt, so hinterhältig überfallen wurden. Sein Volk so zu verraten hat für mich etwas mit Schwäche zu tun. Das zeigt nichts von Stärke und Autorität,da muss man sich nicht wundern wenn es dann zum Volksaufstand/ Revolution kommt. Hinzu kommt, dass der König sich mit dieser Aktion unglaubwürdig gemacht hat.

    Ich fand es schon unfassbar, als ich vor Jahren davon gelesen hatte. Diese Szene hier noch mal zu lesen, hat mich nicht weniger schokiert.

    Aus solchen Gründen schreib ich meine Rezensionen (zumindest die längeren) in Word vor und nicht direkt online :unschuldig:

    Oh man ... ich hab meine Rezis immer in Word und kopier es mir erst dann an die entsprechenden Stellen ...

    Genauso mache ich es auch, alles andere wäre mir viel zu riskant. Ausserdem schreibe ich meine Rezis immer über mehrere Tage, weshalb ich auch immer was länger dafür brauche. Will damit sagen, meine Rezi kommt auch erst um den nächsten Tagen.

    Auch der letzte Abschnitt hat mir gut gefallen. Die Schmitt-Werke werden größer. Olga und Hedwig haben das wirklich gut gemacht. Sie zeigen einmal mehr, wozu Frauenpower fähig ist :unschuldig: Irgendwie haben die zwei logisch gedacht und schnell gemerkt, dass sie zusammen mehr erreichen können als allein. Auch wenn die Fischers im Moment vielleicht schlechter darstehen, aber am Ende eigentlich doch nicht. Mit der Verbindung zwischen Gisela und Ewald bleibt ja nun alles in der Familie und die Familien sind endlich vereint.


    Gut fand ich hier auch, dass man immer wieder die politische Situation mitbekommen hat. Nicht nur die Straßenkämpfe sondern irgendwie ja doch alles, was diese Zeit ausmacht.


    Insgesamt gesehen hat mir das Buch gut gefallen, es war ein spannender Streifzug durch die Geschichte. Meine Rezi folgt dann vermutlich zum kommenden Wochenende.

    Im Land gärt es, die Arbeiter sind unzufrieden, die Arbeitslosigkeit und Armut ist hoch, die Kommunisten sind im Kommen, und die Fabrikanten und der Adel wollen keine Veränderung.


    Die industrielle Revolution ist in vollem Gange.

    Ich finde diese Zeit ja besonders spannend. Der Umbruch der Gesellschaft und der Arbeitswelt geht Hand in Hand. Und die technischen Entwicklungen sind wahnsinnig spannend, auch weil sie mit so großen Schritten voran gehen. Und mit den Schmitts sind wir mittendrin. Das ist toll arangiert von Dir, lieber Ulf.

    Ich finde diese Zeit auch sehr spannend. Es ist auch hier wieder gut beschrieben. Ich kann mich nur anschließten, gut arangiert.


    Ich fand es schön, dass Olga nach all den Jahren einlenkt. Oft sind solche Familienstreitigkeiten ja nie mehr zu kitten. Um so schöner, wenn sich da ein Umdenken abzeichnet.

    Ja, hat mir auch gefallen. Wenn die beiden Frauen nicht so stur gewesen wären, hätte sie diese Einigung vermutlich schon viel früher haben können.

    Diesmal sind nur ein paar Jahre zwischen diesen beiden Abschnitten und wir dürfen erleben, wie die nächste Generation heranwächst. Auch wenn ich sehr traurig darüber war, dass Ewalt gestorben ist, fand ich es jetzt gut zu lesen, wie sein Sohn herangewachsen ist. Er hat studiert und will eine eigene Lock bauen. Diese Zeit ist wirklich sehr spannend. Hier kommt die Familie vom Waffen schmieden auf die Schienen. Natürlich ist die Konkurenz hat und will mit allen Mitteln dagegen halten. Dann kommt noch dazu, dass das Volk langsam unruhig wird. Der Kommunismus nimmt seinen Anfang. Mit Aron, dem Sohn von Jacob hat er einen intensiven Befürworter. Ich bin mal gespannt, wohin es noch mit unseren Protagonisten gehen wird.


    Ob Hedwig sich doch noch auf Jacob einlässt und die beiden ihren Lebensabend gemeinsam verbringen werden?


    Ewalt verliebt sich ausgerechnet in die Tochter seines wohl größten Gegners, aber sie erwiedert die Gefühle ja auch. Mal schauen ob aus den zweien etwas werden kann oder ob der Druck der Familien am Ende zu groß ist.


    Dann kommt es noch zu der Begegnung mit Olga von Billung. Sie hat sicher längst eingesehen, dass sie Fehler gemacht hat. Am Ende hat sie den Neffen ja verloren und siehe da, auch ohne Adelstitel und Vermögen ist aus ihm etwas geworden. Ich kann gut verstehen, dass er die Familie seines Vaters nun endlich auch kennen lernen möchte und vielleicht sind sie ja sogar eine Hilfe im Kampf gegen Fischer.


    Jetzt sind es nur noch wenige Seiten und dieser Streifzug durch die Geschichte ist beendet, sehr schade. Ich könnte ja noch ewig so weiter lesen. ;(

    Na jaaa, ich hätte schon gerne gesehen, wie Ewalt und Hedi sich gemeinsam durchs Leben schlagen, selbst wenn es sehr schwierig geworden wäre. *seufz* Schade, das Ewalt so sang und klanglos gestorben ist, aber so war der Krueg nun einmal ...

    Mit der Tabakfarm in Virginia? Und einer Schar Kinder? Das war doch ihr gemeinsamer Traum.

    Ja, warum nicht? Sie hätten wenigestens eine Chance gehabt.

    Ich fand diesen Abschnitt sehr Emotional. Nicht nur das Leben von Hedi wird ja geschildert, sondern vor allem ihr Schicksal. Die Mutter unheilbar Krank. Ich hatte hier auch erst auf Tuberkolose getippt (weil ist es ja meistens) aber dann war es doch Lungenkrebs. Wie schrecklich. Ewalt wirbt mit allen Mitteln um Hedi und mit Erfolg. Es hat mir gefallen, wie er sich für ihre Mutter eingesetzt hat und sie den Termin beim Chefarzt bekommen hat. Wenn auch leider mit schlechtem Ergebnis. Leider zeigt sich hier, dass das Verhältnis zu ihrer Dienstherrin doch nicht so gut ist, wie sie gedacht hat. Solange Hedi funktioniert und still ist, ist alles gut, aber wehe es gibt Probleme da ist ihre Geduld schnell dahin. Gut das Hedi sich ihrer Selbst bewußt ist und der Herrin die Meinung sagt. Jetzt kann sie sich um die Mutter kümmern und die zwei sprechen sich richtig aus. Welch ein trauriges Leben diese doch im Grunde geführt hat. Sie hat ihren Mann gar nicht geliebt, es war nur eine Zweckgemeinschaft, aber zu mindestens eine gute.


    Zwischen Hedi und Ewalt läuft es gut, sie lieben sich und dann kommt der Grausame Schluß, der wieder einmal zeigt, der Krieg macht vor niemanden halt. Ewalt fällt, nur Gero hat Glück. Den Tod von Ewalt fand ich hier furchtbar, nicht nur weil die zwei ja noch nicht verheiratet sind, sondern weil es mir um die zwei einfach Leid tut. Auch wenn Hedi mit einem Kind ja doch einen kleinen Trost hat. Der Säbel hat jetzt seinen Weg zum Amboß gefunden und kann weitergehen.


    Mich hat auch überrascht, das Ewalt tatsächlich Hedwig heiraten will. Ich muss gestehen, am Anfang dachte ich, er meint es nicht ernst. Allerdings, Ulf Schiewe , das fand ich gemein, dass Ewalt fällt. Hätte nicht jemand anders sterben können? ;( Hedwig hätte ich das Glück echt gegönnt.

    Ich freue mich jetzt sehr auf das letzte Kapitel, denn die Industrialisierung ist ein Thema, das mich sehr interessiert.

    Ja, ich war auch überrascht, hatte so gedacht es würde eine Liebelei geben und dann würde er sie fallen lassen. Ich frage mich aber auch, wie ihre Ehe hätte funktionieren sollen. Olga hat schon gezeigt, wie es in ihrer Zukunft ausgesehen hätte. Jetzt hat Hedi wenigstens die Möglichkeit sich ihr Leben so einzurichten, wie sie es möchte. Gero wird sicher nichts dagegen haben, dass sie auch weiterhin die Bücher der Schmiede führt.

    Jetzt geht es weiter in der Zeit. Napolion ist an der Macht und Preußen am Boden, aber der Widerstand wächst. Schon bald wird der nächste Krieg kommen. Die ersten Szenen hier sind ein bisschen ruhiger, wie die vorhergehenden aber nicht weniger interessant. Im Gegenteil. Hier spürt man jetzt, dass es langsam ein umdenken im Volk gibt. Die Menschen wollen mehr vom Leben als nur arbeiten. Auch Hedwik ist so eine Frau, auch wenn sie nur ganz zackhaft versucht mehr von der Welt mitzubekommen. Sie intersiert sich mehr für die Politik und hört aufmerksam zu, wenn die Herren sich unterhalten. Sie ist ein schlaues Mädchen, dass die Zusammenhänge schnell durchschaut hat. Dann taucht der Freiherr von Billung in ihrem Leben auf und die Liebe hält Einzug. Ich bin mal gespannt ob die beiden Familien jetzt zu einer verschmelzen.


    Jakob gefällt mir, auch wenn er Kopf und Kragen für seine Überzeugungen riskiert. Die Zensur war damals ja noch strikt, und er scheint Glück gehabt zu haben, noch mal so davongekommen zu sein.

    Jakob ist ein Freigeist der mit seinem Leben spielt. Auch wenn die meisten Menschen ihm Recht geben heißt es noch lange nicht, dass er diese Meinung auch frei äußern darf. Diesmal hat er noch Glück gehabt, aber beim nächsten Mal kann es schon ganz anders aussehen. Als Charakter mag ich ihn auch. Er ist ein bisschen naiv, wie er so um Hedi wirbt. Zumal er ja weiß, dass sie nichts für ihn empfindet.

    Nicht nur, dass Ulf ein völlig anderes Setting geschaffen hat, in dem wir auch mal etwas von den höheren Schichten mitbekommen, nein - er lässt es ruhig anlaufen und beschreibt wirklich detailliert die Veränderungen in der Welt. So wird mir vor Augen geführt, was sich eigentlich im Laufe der Jahrhunderte alles getan hat. Sehr schön! und sehr gelungen =) Ein bisschen fühlte ich mich an Downton Abbey erinnert, obwohl es ja ein gutes Jahrhundert später spielt.

    Ja, das ganze Buch ist gelungen und an Downton Abbey mußte ich auch ein wenig denken. Aber auch an Charity, als davon die Rede war, dass es jetzt Ärtze gibt, die sich für die Armen einsetzten.

    Gestorben wurde ja im Kapitel davor, dann finde ich jetzt ein Happy End viel besser, egal wie unwahrscheinlich es ist.

    Sehe ich auch so. Jetzt war mal ein Happy End fällig. Vor allem war es ja auch ein sehr kriegslastiger Abschnitt, da war das bisschen Zwischenmenschliche am Schluss sehr wohltuend. Also mir hat es gefallen.

    Ich fand es auch gut, dass es mal ein kleines Happy End gab.

    Und hurra, der Säbel ist wieder da und kann die Reise mit uns weitermachen.

    Säbel und Ambos reisen durch die Zeit :P


    Da sehe ich auch so. Wenn das Glück vorbeikommt, muss man aufspringen

    Manchmal muß man das Glück eben beim Zopf packen

    Frage nur, ob sie die Möglichkeit auf dem Schirm gehabt hätten. Ich glaub ja eher nicht.

    Die Diebe beklauen den Dieb^^

    Bei wem hätten sie denn Klage einreichen sollen? Beim Oberkommandierenden, Feldmarschall von Werth? Oder beim Kaiser oder dem Kurfürsten von Bayern? Und das in Kriegszeiten? Bei diesem Durcheinander?

    Wäre schwierig geworden, sicher, aber sie hätten es können :unschuldig: