Beiträge von Bernard

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    Hm, es wird gar kein mehr Nachname erwähnt, oder? Weder Egron noch Itara, dem sie ja glücklicherweise den Laufpass gegeben hat.


    [quote author=Seite 490]
    »Du hast dir Zeit gelassen, mich zu begrüßen!«, fauchte Rila Egron. »Aber das ist wohl ohnehin eine ungewöhnliche Höflichkeit gegenüber einer Gefangenen.«[/quote]
    ;)


    Bernd, ich bin total überrascht, so ein rosarotes Ende, das ist ja absolut unerwartet.


    Motto: "Schock die Leser!" >:D



    Der Ausbruch dann wegen des Entschlüsselungscodes den fand ich ziemlich daneben. Ist die mit den Nerven am Ende?


    Vermutlich ist sie als ranghöchste Militärin der SQUID nicht gewohnt, dass man mit ihr wie mit einer Gleichrangigen spricht ...



    Das Ende bietet aber noch Raum für eine Fortsetzung. Ist da etwas in Planung?


    Ich will das nicht gänzlich von mir weisen. ;)
    Was wäre Euch denn am liebsten?
    Eine Geschichte darüber, wie es auf Cochada weitergeht?
    Oder würdet Ihr lieber dem Schwarm folgen?
    Oder wäre ein Prequel interessant, das schildert, wie der Krieg mit den Giats begann und sie die Erde zerstört haben?


    Die Weltraumschlacht war sehr spannend, die MARLIN ist ja sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Ich dachte schon, dass sie zum Schluss als Wrack im Weltraum treibt.


    Weit davon entfernt ist sie ja auch nicht. ;)



    Kara, keine Ahnung, die ist mir aber auch immer noch egal.


    :D



    Die ganze Zeit während der Angriffe habe ich mich gewundert, dass Rila so gar nicht an Amida gedacht hat (ein schöner Name, finde ich, auch sein Ursprung), ...


    Bei mir persönlich liegt der Ursprung des Namens im großen Konglomerat nutzlosen Wissens. Ich habe als Teenager "Shogun" von James Clavell gelesen. In diesem dicken Schinken kommen kurz die Amida Tong vor, ein Mörderbund, der sich auf den gütigen Buddha Amida beruft. Das fand ich damals schon so skurril, dass ich es mir gemerkt habe. :D



    Das grüne Leuchten, welches von dem Syntho-Uterus ausging und zu dem Knall und der Schockwelle führte, stammte das von Amida, auch wenn er danach ganz friedlich in seiner Kugel trieb?


    Eine naheliegende Annahme, oder? ;)



    Ich war schon erleichtert, bis dann das Giat-Großkampfschiff auftauchte und ich beinahe wieder einen Herzinfarkt bekommen hätte.


    ;D



    Aber für Ugrôn/ihr Kind tut sie alles, selbst, wenn sie dabei schwere Verletzungen einstecken muss.


    Dieser Punkt ist in der Diskussion bislang ein wenig untergegangen: Die SQUID hat zwar das Giat-Großraumschiff zerstört, aber sie hat sich nicht als unverwundbar erwiesen. Wenn weitere Großraumschiffe sie attackiert hätten, hätte am Ende möglicherweise eine Niederlage gestanden. Allerdings sicher auch mit weiteren Verlusten aufseiten der Giats.



    Nein Bernd, das ist doch jetzt nicht wahr, oder? die Squid zwingt den Giats wirklich Frieden auf? Mein Wunsch geht in Erfüllung?


    Man muss die Leserinnen auch mal mit einer unerwarteten Wendung schocken, habe ich mir gedacht. ;D



    ... sie werden einen Weg finden dieses Mischlingskind aufzuziehen und seine Kräfte zu steuern. Die Kräfte sind ja gewaltig (so interpretiere ich den Lichtangriff in der Sanistation).


    ... und kein Mensch hat Erfahrung mit diesen Kräften. Der Umgang mit dem Kind wird durchaus gefährlich sein - insbesondere, solange es selbst noch nicht abzuschätzen vermag, was es anrichten kann.



    eine intelligente Rasse zu züchten, um sie als Sklaven zu nutzen, finde ich ethisch nicht vertretbar.


    "Sklaven" ist eine sehr negative Sichtweise. "Handelspartner" wäre auch nicht falsch ...



    Das wäre aber eine Strafarbeit für die Squid. Kreisen wie ein Satellit, willst du das wirklich einem so netten Raumschiff zuordnen?


    Nachdem Mutter die Bewohner einer untergehenden Kolonie gerettet und deren Nachfahren über Generationen am Leben gehalten hat, könnte ihr wohl niemand verübeln, wenn sie einfach alle absetzen und dann ihrer Wege ziehen würde ... Oder wie seht Ihr das?


    DA ich mir selten Namenmerken kann, finde ich es immer schön, die Personen an Eigenschaften wiedererkennen zu können. Ich bin Autoren dankbar, wenn sie mir die Chance dazu geben.


    Das ist genau der Grund: das optische Wiederekennen (in der Vorstellungswelt des Lesers) zu ermöglichen. In einem Film hat man optische Eigenheiten stets präsent - wie etwa spitze Ohren oder einen Rauschebart. In einem Buch ist es schwierig, wenn so etwas zu lange nicht mehr erwähnt wird - dann gerät es in Vergessenheit, und das Bild geht verloren. Im Film gibt es ein ähnliches Problem mit Namen, das man wiederum im Buch nicht hat, weil in einem Buch die Namen ständig genannt werden, wenn eine Figur agiert.



    ... und man hat bei Adoptiv-Eltern-Kind-Beziehung in Studien gesehen, dass die genauso eine stark sein kann wie bei biologischen Eltern-Kind-Beziehungen.


    Im Grunde hat bei diesem Verfahren die Mutter eine ähnliche Möglichkeit, Bindungen zum Kind aufzubauen, wie der Vater. Und auch die Vater-Kind-Bindung ist ja in der Regel sehr stark.


    Möglicherweise macht sich der Schwarm jetzt ja auf die Suche nach diesen Menschen.


    In der Tat ist die (mögliche) Existenz eines menschlichen Reiches, das nicht von den Giats zerstört wurde, eine Sensation für den Schwarm, der sich ja schon seit Generationen als letztes Überbleibsel wähnt ...



    Hoffentlich springt Starn nicht wieder zur nächsten, die ihm gefällt. Er hat bei mir im Buch den Eindruck hinterlassen, potentiell immer willig zu sein und eine Sexualpartnerin zu suchen :)


    Hm, ich frage mich, woher dieser Eindruck rührt. Zusammen war er ja nur mit Kara, und da ging die Initiative von ihr aus. Sicher, er bemerkt Ignids Attraktivität - er ist ja nicht blind. Aber angebandelt hat er nicht mit ihr. Insgesamt war Erok deutlich mehr auf Freiersfüßen unterwegs.



    ... oder dass Ugrôn von dem Kind übernommen wird.


    Ich glaube, diese Theorie hatten wir noch gar nicht. Könnte es sein, dass Ugrôn nicht gebiert, sondern umgewandelt wird?



    Woher kommt aber das männliche Sperma? Ist das von Ugrôn oder schwebte es im Rotraum und hat sich dann an/in Ugrôn festgesetzt, als er dem Rotraum ausgesetzt war?


    Jedenfalls scheint Ugrôn nach sehr langer Zeit der erste brauchbare Träger zu sein ...



    Prijatu und Starn: verführt sie ihn, weil sie ihn begehrt oder weil sie vermeiden möchte, dass er die Geheimnisse der ESOX ausplaudert? Dass die ESOX gegen die Auflagen verstößt?


    Was Ihr meinen Figuren alles unterstellt! >:( Keine Liebe mehr in den Leserunden ... Ich bin hier der letzte Romantiker zwischen lauter kühl berechnenden Leserinnen ...



    Was ist menschlich. Ich finde es schon sehr komisch, dass auf der einen Seite diskutiert wird wie egoistisch der Mensch ist und wie arrogant anderen Wesen gegenüber und nicht in der Lage Frieden zu halten, aber dann verlangt man von einer fortschrittlichen Zivilisation sie solle menschlich sein. Da ist doch ein ziemlicher Widerspruch.


    Da ist etwas dran! Vermutlich gehört die dunkle Seite ebenso zum Menschsein dazu wie die helle - sonst wären wir ja Engel ...



    Sie können sich freiwillig koppeln aber bei den "Zwillingen" ist es da freiwillig?


    Das ist wirklich fraglich: Könnte eine solche Kopplung erst im Erwachsenenalter erfolgt sein? Falls nicht - wer hat dann eine so weitreichende Entscheidung für die Zwillinge getroffen?



    Das mag so stimmen, aber ich sehe das bei Ugron nicht allein deshalb so. Er ist die ganze Zeit am Zweifeln, er eigentlich niemanden, dem er sich verständlich machen kann, was mit ihm geschieht ist für ihn nicht fassbar, keine Vergleiche.


    Ja, wer als Erster einen Weg geht, ist zunächst immer allein ...



    Davon bin ich überzeugt. Ich gehöre zu denen, die davon überzeugt sind, dass nur eine Gesellschaft in den Weltraum vordringen kann und sinnvoll nutzen, die als geeinte Gesellschaft auftritt und die Forschung und das Wissen höher schätzt als Eigennutz.


    Das ist ein valider Gedanke, den auch viele Wissenschaftler teilen: Wenn wir es schaffen, dauerhafte Kolonien auf dem Mond oder gar dem Mars zu errichten, dann bedeutet das zwingend, dass die Menschheit vorher ihre Streitigkeiten überwunden haben muss. Ansonsten lassen sich die Ressourcen für so etwas nicht aufbringen. So gesehen ist die Erforschung des Weltraums ein echtes Friedensprojekt.
    Interessanterweise ist das in Ansätzen heute schon zu beobachten. Es ist ja bekannt, dass die Beziehungen zwischen den Russen und dem Westen derzeit problematisch sind. Aber die Weltraumfahrt gehört zu den ganz, ganz wenigen Bereichen, in denen das nicht zutrifft. Derzeit sind die Russen die einzigen, die bemannte Raumflüge durchführen können. Sprich: Alle Astronauten, die zur Internationalen Raumstation aufbrechen - ob Europäer, Amerikaner, Australier oder Russen -, tun das von russischen Startfeldern aus.



    Deine Überlegungen finde ich auch ziemlich interessant, aber was wissen wir, was passiert? Ich befürchte, dass noch nicht einmal die Squid weiß was passiert.


    Damit könntest Du recht haben. Auch für diese Lebensform dürfte es das erste Mal sein, dass ein menschlicher "Wirtskörper" den Nachwuchs austrägt.



    Das ist eine schöne Überlegung, die mir ebenfalls gefallen würde.


    Mir auch - jedenfalls die Idee, dass die SQUID zweigleisig fährt, um auf Nummer sicher zu gehen, dass es auch wirklich zu einem Kind kommt. :)

    Wir puzzeln gerade die Termine für Leserunden zu Grünes Gold und Silberflamme zusammen. ;)


    Falls jemand nach dieser Leserunde auf den Geschmack gekommen ist, weitere Science-Fiction von mir zu lesen, kann ich einen Abstecher ins BattleTech-Universum empfehlen, wo ich unter Bernard Craw geschrieben habe. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um Soldatengeschichten. Die meisten Figuren haben also einen militärischen Hintergrund. Damit ist aber noch nicht alles zu BattleTech gesagt. Dort findet man ...
    ... LosTech: Die Menschheit hat viel ihres technischen Wissens verloren. Deswegen kann man echte Hochtechnologie kaum noch herstellen. Wer ein überlichtschnelles Raumschiff zerstört, begeht ein Kriegsverbrechen ...
    ... richtig abgedrehte Religionen: Wegen des mangelnden Technikverständnisses kann man kaum Funkbotschaften zwischen den Sternsystemen verschicken. Das Monopol darauf hat ComStar - und für die niederen Ränge dieser Organisation ist die Betätigung einer Hyperfunkmaschine schlicht eine Beschwörung. Dass sie mit ihren Gesten bestimmte Schaltfelder betätigen, wissen nur die Eingeweihten.
    ... coole Gesellschaftssysteme: Zum Beispiel ein Sternenimperium, in dem eine Mischung aus Maoismus und Kastenwesen herrscht. Oder ein Matriarchat, in dem alles käuflich ist (Plutokratie).
    ... Agenten und Intriganten, uralte Fehden und Liebe, die zwischen den Sternen blüht.


    Bei BattleTech gibt es (praktisch) keine Aliens, die meisten Planeten sind mehr oder minder erdähnlich, und die Technik ist in vielen Bereichen nicht allzu weit von dem entfernt, was wir kennen.


    Wer neugierig geworden ist:


    Karma ist mein BattleTech-Erstling. Ein vergleichsweise kurzer, abgeschlossener Roman über einen Überfall auf eine Vakuumwelt.


    Präludium ist der Auftakt der Andurienkriege-Reihe. Kein kompakter Roman, sondern ein Kaleidoskop vieler Episoden, von denen manche zusammenhängen. Dadurch bekommt man einen schönen Eindruck von der Vielfalt dieses Universums.
    Zorn dreht sich um die Invasion eines Planeten und den Versuch, diesen unter Kontrolle zu bekommen (was sich als wesentlich schwieriger erweist als die eigentliche Eroberung). Die Print-Version ist beim Verlag ausverkauft, aber einige Händler haben sie noch, und das eBook bekommt man natürlich auch noch.
    Gier ist mein romantischster Roman überhaupt, mit einer Liebesbeziehung mit vier Beteiligten in ungünstiger Kombination. Es ist zwar der dritte Teil der Andurienkriege-Reihe, lässt sich aber gut eigenständig lesen - vor allem, wenn man vorher die kleine "Lese"probe aus Präludium anhört, die ich als Audiodatei auf meine Andurienkriege-Seite gestellt habe.


    Wenn sich eine Handvoll Interessenten findet, würde ich natürlich auch dazu bei einer Leserunde dabei sein. ;)


    Zum Thema: Können Maschinen Freude empfinden? Da kenne ich eine schöne Geschichte aus dem "Kult"Manga "Astro Boy". Astro Boy (der halt ein Roboter ist, also dementsprechend emotionslos) bedauert es, dass er die menschlichen Gefühle und Empfindungen der Menschen nicht hat und lässt sie sich einpflanzen. Das Ende der Geschichte ist die Erkenntnis, das positive Dinge wie Freude und Glück zwar schön sind, man aber sowas wie Schmerz oder Trauer nicht so gerne empfinden möchte...


    Das Thema ist ein Evergreen der Science-Fiction - die sehr beliebte Figur Data in "Star Trek: The Next Generation" lebt davon.

    Die Eigenart, das eigene Wesen und seine Stellung im Universum zu reflektieren, wird von Philosophen oft als Alleinstellungsmerkmal des Menschen vorgeschlagen.


    So völlig ohne Relevanz ist diese Frage auch nicht: Daran, wen und was man als Mensch sieht, hängt unmittelbar die Entscheidung, ob demjenigen Menschenrechte zugebilligt werden.
    In der Antike zum Beispiel galten Frauen nicht als Menschen, oder zumindest nicht als vollständige Menschen. Deswegen galt für sie in manchen Belangen eher ein Rechtebegriff, wie er sonst auf Sachen oder auf Haustiere angewendet wurde.
    Die Folgen davon, die "vollwertige Menschlichkeit" an der Hautfarbe festzumachen, hat man in den Zeiten des Sklavenhandels gesehen. Nach der Entdeckung Amerikas bedurfte es einen - zum Glück sehr schnell erlassenen - päpstlichen Beschlusses, um festzustellen, dass auch die Indios Menschen sind.
    Heute beschäftigen sich Tierschützer mit dieser Frage, und manche von ihnen sind der Meinung, dass viele Tierarten unserer Empfindungsfähigkeit so nahe kommen, dass ihre Angehörigen eigenständige Rechte haben sollten - dass etwa das Harpunieren eines Wals ein Tötungsdelikt sei.
    Und in der Science-Fiction sehr heiß diskutiert wird die Frage, wann eine intelligente Maschine nicht nur intelligent ist, sondern ein Bewusstsein entwickelt, sich also ihrer selbst bewusst wird. Computer haben inzwischen menschliche Champions unter Live-Bedinungungen im Schach geschlagen, im Go und in Jeopardy (einer Quizsendung mit frei formulierten Fragen). Aber können sie diese Siege wertschätzen, Freude darüber empfinden, und traurig sein, wenn man ihnen zum Beispiel Speichermodule abtrennt? Noch nicht - aber es wird irgendwann der Fall sein, und dann, so eine naheliegende Meinung, wird es ein Verbrechen sein, einen solchen Computer abzuschalten ...


    Wollt ihr meine Antwort auf die Frage hören? Hoffnung ohne Vernunft? -> Kara. :D


    Ja, die hätte diese Antwort ebenfalls geben können. ;)



    Ob er wirklich eine neue Squid schafft, das wird noch interessant. Und mit welcher bleibt er dann verbunden? Mit beiden? Das wären dann schon ganz schön viele Stimmen im Kopf.


    Wie schätzt Ihr seine Chancen ein, eine solche Geburt zu überleben?



    Rilas Raumkampf erinnerte an den ersten Abschnitt, war aber weitaus angenehmer zu lesen.


    Glaubt Ihr, das liegt daran, dass diese Szenen anders beschrieben waren - oder daran, dass Ihr durch ein paar hundert Seiten Feuer der Leere gestählt seid?



    Ob Rila Ugron noch lieben kann? Keine Ahnung, aber ihr eigenes Kind kommt anscheinend ja auch nach dem Vater, sie muss also in gewisser Weise eh damit leben, wenn sie ihr Kind nicht verstößt, was ich nicht glaube.


    Eine andere Frage ist, inwieweit sie ein solches Kind erziehen kann, das Fähigkeiten besitzen wird, die ihr völlig fremd sind.



    Koichis Aktion wirkte ziemlich dumm, dafür dass er so intelligent war.


    Intelligenz ist keine generelle Fähigkeit, sondern bezieht sich immer auf einen Kontext. Es gibt ja auch viele hochintelligente Leute, die dennoch Kettenraucher sind - obwohl man leicht einsehen kann, dass das Kettenrauchen nicht eben schlau ist. Koichy ist ein mathematisch-logisches Genie, aber vom Soldatenberuf mit seinen Kampfeinsätzen hat er keine Ahnung.



    Ich hatte schon Angst, dass Robert diesmal ein Buch ohne Gemetzel geschrieben hat ;)


    In dieser Hinsicht besteht keine Gefahr. ;D


    Und ich fand das erst eine recht harmlose Idee und irgendwie passend, dass ein kalmarähnliches Wesen im Ozean baden möchte


    Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. :jakka:
    Ich hatte gehofft, dass die Absicht, ein Bad zu nehmen, harmlos klingt. Ist sie ja auch - das Problem liegt nur in den Dimensionen der SQUID. Erst diese Kombination führt zur Katastrophe.



    Bei den Szenen, in denen beschrieben wird, wie der Gigant aus dem Wasser in den Himmel aufsteigt, hatte ich wieder gewaltiges Kopfkino; die Szene habe ich mir zweimal durchgelesen, um sie mir auf der Zunge zergehen zu lassen.


    :freu:



    Interessant finde ich seine Überlegungen, was mit Ugrôn geschehen sein könnte, ob Mutter etwas in ihm geweckt hat, das in jedem Menschen schlummert.


    Davon hängt ja auch ab, ob Ugrôn sich von seinem Menschsein entfernt - oder ob er im Gegenteil den Weg zum "wahren Menschsein" konsequent beschreitet, wie eine Kaulquappe, die zu einem Frosch wird, weil es in ihr angelegt ist.



    Warum wendet sich der Gischama-Konzern jetzt plötzlich gegen die Menschen?


    Eine berechtigte Frage ... nicht alles ist, wie es scheint. ;)



    Wobei mich schon überrascht, dass die Erhebung planetenweit erfolgt, d.h. würde ja bedeuten, dass sich die Konzerne diesmal womöglich einig sind.


    Er sagt: "Wir haben planetenweite Unruhen." Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass es eine koordinierte Aktion ist - es könnte auch sein, dass an vielen Stellen unabhängig voneinander Widerstand aufflammt.


    Wie gesagt, diese zwei Punkte Empathie und kreatives Denken /Kreativität sind für mich die Hauptmerkmale des Menschseins.


    Demnach wären also auch die exotischeren Figuren, wie Ugrôn und Prijatu, Menschen.
    Frage: Sind die Bewohner der ESOX "mehr" Menschen als etwa die auf der MARLIN? Die Empathie zwischen Xitara und Xeramel etwa geht weit über das Maß hinaus, das wir heute empfinden können. Was der eine X-Zwilling fühlt, fühlt auch der andere ...
    Und ist Ugrôn dabei, noch menschlicher zu werden, als er es vorher war - weil seine Möglichkeiten des kreativen Denkens sich erheblich erweitern? Er nimmt Dinge wahr und kann Dinge gestalten, die ein Mensch ohne seine "Rotraum-Sinne" niemals wird erfassen können ...
    Auf die Spitze getrieben: Wären wir "Normalmenschen" in der Welt von Feuer der Leere defizitär und minderentwickelt im Vergleich zu den Bewohnern der ESOX und der SQUID - so etwas wie Neanderthaler, die auch auf dem Gebiet des "Menschseins" abgehängt wurden?

    Habt Ihr Lust auf ein Abschluss-Statement der etwas anderen Art?
    Vielleicht kann jede/jeder von Euch nach Lektüre des Romans eine kurze Definition dazu abgeben, was für sie oder ihn der Begriff "Mensch" bedeutet - oder, anders ausgedrückt, was ist "Menschsein"? ;)
    Natürlich werden wir die ultimative Antwort, die für jeden gilt, nicht finden. Bei so grundsätzlichen Dingen gibt es kein Richtig oder Falsch (so, wie es in der Schwerelosigkeit kein Oben und Unten gibt). Aber interessant fände ich es trotzdem. :)

    So, das hier bin ich noch schuldig:

    Sehr gern.


    In dem Stadium des Exposés, das Piper angekauft hat, gab es bereits den Schwarm, die Giats und Cochada sowie die Kirche des Void. Die SQUID gab es noch nicht, und auch nicht Ugrôn.
    Nach der Zerstörung von G'olata ging es auch in dieser Fassung ein bisschen durch die Galaxis, Starn erntet Himmelskörper ab, man erreicht Cochada.
    Nach dem Abschuss der Fähre (bei der Starn an Bord ist, nicht Rila) wird man von Menschen rausgehauen, die noch auf Cochada leben. Sie sind die Nachfahren der ehemaligen menschlichen Kolonie, aber sie sind barbarisiert, haben sich also in der Zivilisationsstufe zurück entwickelt. Ihre herrschende Kaste kontrolliert wichtige Technologie, insbesondere Medikamente, die Menschen nehmen müssen, um auf Dauer auf Cochada leben zu können. Starn und Co werden von Rebellen befreit, die gegen dieses System aufbegehren. Eine dieser Rebellinnen war im ersten Exposé noch eine Hauptfigur, die ist dann rausgeflogen. Die Rebellen haben ein rudimentäres historisches Wissen und haben daher immer auf eine "Rettung von den Sternen" gehofft. Das spielt Starn in die Karten, als er den Aufstand organisiert (eine im Schwarm umstrittene Aktion).
    Es kommt zum Angriff der Giats, währenddessen Starn hilft, die Diktatur in der menschlichen Kolonie zu stürzen.
    Auch diese Kolonie hat Tarnvorrichtungen, so wie die Basis in der Endfassung des Romans. Der Schluss ist dann wieder so wie im Buch: Waffenstillstand, der Schwarm zieht ab, Starn bleibt auf dem Planeten.


    Sehr schön, dass sie sich diesen neuen Gedankengängen öffnet und "Andersartige" nicht mehr als "minderwertig" oder "bedrohlich" empfindet, sondern auch die Vorteile einer "Veränderung" sehen kann.


    Da waren viele von Euch hier in der Leserunde ihr bereits voraus. Die MARLIN sollte Euch als Berater-Team engagieren. ;)



    Das Universum, das Leben...ein gigantisches, buntes Mosaik, in dem jeder von uns "nur" ein Teilchen ist und dennoch etwas beiträgt zum großen Ganzen!


    Das ist aus unserer Warte sicher richtig, und man kann es auch gern so aus dem Buch mitnehmen. Aber auch der zweite Gedanke sollte präsent bleiben: Das Universum, schon unsere Galaxis, ist so riesig, dass die Dimensionen unser Vorstellungsvermögen sprengen. Unsere Erde ist ein Staubkorn im Nichts. Egal, was wir damit anstellen - ob wir sie zum Blühen bringen oder sie zerstören ... es ändert absolut nichts am großen Bild. Nicht nur "die Erde wird sich weiterdrehen (selbst, wenn ihre Oberfläche durch thermonukleare Explosionen unbewohnbar würde)" - eine winzige Distanz von uns entfernt wird man noch nicht einmal Notiz davon nehmen, was hier geschieht. Schon Venus und Mars werden völlig ungerührt ihre Bahnen weiter ziehen, der Sonne ist völlig egal, ob es eine Erde gibt oder nicht - und das komplette Sonnensystem ist im Kontext der Milchstraße schlicht irrelevant. Die Einzigen, auf die wir überhaupt Einfluss haben, sind wir paar kleinen Menschlein. Auf das Universum haben wir weniger Einfluss, als eine Mikrobe auf den Pazifik.
    Manche Leute beunruhigt diese Erkenntnis der völligen Bedeutungslosigkeit, mich beruhigt sie: Egal, was wir an Blödsinn anstellen - wir können nichts Relevantes kaputtmachen. :)



    Die Giats sind auch friedlich, sie scheinen die Cochader ja mehr routinemäßig zu kontrollieren, als alles andere. Sowas wie ein vertragsgebundener Waffenstillstand also...


    Eher so etwas wie eine zielgerichtete Ausbeutung mit Tributzahlungen. Aber immerhin zerstören sie Cochada (noch) nicht.



    Es ist für Menschen wohl sehr schwer zu akzeptieren, dass jemand "anders" ist. Aber Kommunikation würde helfen, Barrieren zu überwinden...


    Ich glaube, die Schwierigkeit besteht vor allem dann, wenn man sich selbst infrage stellt.
    Bei den Cochadern zum Beispiel kann man leicht sagen: "Die sind eben anders." Bei den Bewohnern der SQUID ist es damit nicht getan. Sie sind Menschen, oder zumindest waren ihre Vorfahren das (je nachdem, wo man die Grenze zieht). Die anderen Menschen könnten nie wie die Cochader werden, selbst, wenn sie es wollten. Diese Frage stellt sich nicht. Aber die Bewohner der SQUID, und insbesondere Ugrôn, stellen allein durch ihre Existenz schon die Frage: "Kannst du/ willst du den Weg gehen, den wir gegangen sind? Wenn du uns anschaust - siehst du dann deine Zukunft?" Das erfordert zumindest eine implizite Entscheidung.



    Es ist natürlich ein Ende, das den Leser aussöhnt gewissermaßen, aber ich bin da etwas im Zwiespalt, ob das Ende genauer betrachtet, nicht zu harmonisch ausfällt für solch ein Abenteuer.


    Ich glaube, auch das ist eine Frage der Perspektive.
    Einige von Euch haben sich in den vorigen Leseabschnitten gewünscht, Rila könnte Ugrôn von seinem Pfad abbringen, und ihn zurück in sein früheres Menschsein führen. Das Gegenteil tritt ein.
    Die Admiralin verliert ihre beiden Kinder (wie Ihr ja auch anmerkt).
    Cochada ist zwar nicht zerstört, aber es wird von den Giats ausgebeutet.
    Der Schwarm hat heftige Verluste eingesteckt, einige Großraumschiffe sind zerstört, andere schwer beschädigt, die SQUID ist verletzt. Die Giats haben dem Abzug zugestimmt, aber wenn ihre Flotten nochmals auf den Schwarm treffen, sollte dieser besser erheblich aufgerüstet haben - oder er kann sich direkt ergeben, und seine Bewohner gehen in die Sklaverei auf einem Planeten wie G'olata ...



    ... und schwupp sind die Giats ruhig und es kommt zu einem Waffenstillstand.


    Aus Sicht der Giats gesehen - was haben sie durch diesen Waffenstillstand verloren?
    Sie wurden mit einer Waffe konfrontiert, die sie schlicht nicht einschätzen können - die Graviatations-Manipulation der SQUID. In dieser Situation ziehen sie es vor, zunächst die Gefechtsdaten auszuwerten und dann eine solide Kampfstrategie zu entwickeln. Die Zeit dazu bekommen sie.
    Das Cochada-System mit seinen Promethium-Vorräten bekommen sie obendrein geschenkt.
    Das einzige Zugeständnis, das sie dafür machen müssen, ist der freie Abzug des Schwarms. Das ist ein gewisses Risiko, denn er könnte in einem für die Giats wichtigen System (wie G'olata) auftauchen und dort Ärger machen. Aber zumindest fürs Erste sind die meisten menschlichen Großraumschiffe ramponiert und nicht voll kampffähig.
    Warum also nicht die Vorteile nutzen, Späher ausschicken, den Kurs des Schwarms nachvollziehen, und später zuschlagen, wenn man eine Antwort auf die Waffen der SQUID hat? Und vielleicht sogar eine Möglichkeit, die SQUID gefangen zu nehmen und an das Geheimnis dieser Waffen zu kommen ...



    So kann man eigentlich mit ziemlich jedem Charakter verfahren. Es ist immer irgendwo ein Kompromiss dabei, ein Lernprozess, eine Erfahrung und Charakterentwicklung. Das mochte ich eigentlich ganz gerne.


    Ich auch (beim Schreiben) :)



    Im Bezug auf die SQUID denke ich, dass sie ja doch sehr deutlich ihre Macht demonstriert hat.


    Zweifellos. Allerdings wurde sie auch selbst verwundet (dieser Begriff passt bei ihr ja eher als "beschädigt").



    Gestört habe ich mich eher daran, dass die Giats plötzlich nicht so gerne auf den Planeten runter möchten, weil ihnen das Tragen der Anzüge so unangenehm war. Da hatte ich mir die Giats anders vorgestellt. Bzw sie anders eingeschätzt.


    Die Frage ist eben, was sie davon hätten, auf Cochada zu landen.
    Stell dir vor, in der Antarktis würden intelligente, aber primitive Pinguine leben, die dort nach Gold schürfen. Für ein paar Peanuts tragen sie dir das Gold zum Rand des Packeises und geben es dir. Wieso solltest du selbst eine Arktisexpedition unternehmen?
    Für die Giats ist Cochada eben eine unwirtliche Umgebung, sie lassen lieber die Cochader arbeiten und greifen den Ertrag ab.



    Das Ende ist aber meiner Meinung nach auch so konzipiert, dass nichts wirklich sicher ist, dass viele Dinge unausgesprochen bleiben.


    Ja, das ist Absicht. Mir gefällt es immer gut, wenn am Ende der Geschichte noch ein bisschen übrig bleibt, das man selbst weiterdenken kann, wenn man mag. ;)



    Über die Veränderung Rilas im Rotraum kann ich nur spekulieren. Hat sie diesen gefährlichen "Ausflug" überhaupt überlebt?


    "der Rotraum brach über Rila herein und ihr Leben wurde ein anderes." - Klingt das für Dich danach, dass sie stirbt? Dann wäre es ein recht kurzes anderes Leben. :D



    Umso größere Anerkennung muss ihre Haltung verdienen. Sie fügt sich in das Unvermeidliche und ordnet sich den Prioritäten unter, die eben dem Überleben der Flotte und damit der verbliebenen Menschheit in all ihren Variationen dienen muss


    Ja, die gute Admiralin ... In den frühen Leseabschnitten oft geschmäht, doch am Ende huldigt man ihr. :D



    So macht sich der Schwarm in unbekannte Welten auf, um sich vor den Giats in Sicherheit zu bringen, die ja eigentlich durch einen Waffenstillstand gebunden sind... Aber man traut ihnen nicht - und ich halte das für realistisch.


    Da stimme ich Dir zu: Ein Waffenstillstand ist kein Friede. Der Schwarm hat freien Abzug aus dem Cochada-System. Mit mehr würde ich nicht rechnen:
    [quote author=Seite 482f]
    Der Waffenstillstand erlaubte dem Schwarm, den Planeten weiter abzuernten, aber sie wussten, dass die Giats die Zeit nutzten, um die angrenzenden Sternsysteme zu › impfen ‹. Bestimmt befanden sich schon Späher in den ersten von ihnen, die sofort Meldung machen würden, wenn der Schwarm dort auftauchte. Und je länger sie warteten, desto mehr Kampfflotten würden diese Späher ersetzen. Zudem lief bestimmt eine Analyse der militärischen Möglichkeiten, die die SQUID offenbart hatte.[/quote]



    Offenes Ende, kein rundes, zufriedenstellendes...


    Ich weiß nicht, ob "offen" es trifft. Es gibt etwas zum Weiterdenken, ja.
    Aber ein Roman ist zu Ende, "wenn alle legitimen Fragen zu Ende verhandelt sind". Dass überhaupt noch Fragen offen sind, ist dagegen kein Kriterium - denn das ist bei jedem Roman möglich, der nicht mit dem Weltuntergang endet. Wie wird es dem Mörder in der Haft ergehen? Wie wird das Liebespaar, das am Ende heiratet, sich fühlen, wenn die beiden Großeltern werden? Etc.
    Am Ende von Feuer der Leere haben die drei Perspektivfiguren - Rila, Ugrôn und Starn - eine neue Position gefunden und ihr Verhältnis zueinander definiert, ihre Konflikte (innere, interpersonale, äußere) sind entschieden. Bei Rila und Starn war das primär ihre Beziehung zur Menschheit, zum Schwarm, und ihre Rolle darin; bei Ugrôn seine Position im Kosmos mit den Antworten, die die Kirche des Void oder die Verehrer der Gütigen Mutter anbieten.
    Da nicht alle tot sind und das Universum weiterhin existiert, können natürlich neue Konflikte aufkommen - aber das wäre dann tatsächlich, wie schon die Märchenerzähler im Orient immer sagten, eine andere Geschichte. ;)


    Aber ist nicht jedes Leben wertvoll? Für Ugron gilt das offensichtlich nur für Rila und seinen Sohn.


    Ist nicht genau das zutiefst menschlich? Ein Mann sorgt sich zuvorderst um seine Frau und sein Kind. Ein Computer, dem man einprogrammiert: "Alle Leben sind gleich", wird nach seinem Algorithmus anders entscheiden - denn er hat keine menschlichen Bindungen.



    Es geht über mein Fassungsvermögen hinaus, mir vorzustellen, dass Rila in einem sich weiter verändernden Ugron ( er verliert ja zusehens sein menschliches Aussehen! ) noch den Mann sehen kann, in den sie sich zu Anfang des Romans verliebt hat. Andererseits - Liebe kann Grenzen sprengen.


    Oh ja. In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es jemanden mit einem Geschlechtsidentitätsproblem. Derjenige lebt in einer Partnerschaft, und der Partner sagt: "Ganz egal, ob du dich für eine Geschlechtsangleichung entscheidest oder nicht - ich liebe dich, und ich bleibe bei dir. Dein Geschlecht ist mir egal." Ich glaube, diese Haltung können nur wenige einnehmen - aber sie ist im Wortsinne "menschenmöglich".



    Nach wie vor sehe ich in der SQUID ein gütiges Wesen....


    Ich weiß nicht, ob man sie in solche Kategorien einordnen kann. Sicher, sie hat in dieser Schlacht den Waffenstillstand erzwungen, zuvor eine menschliche Kolonie aufgenommen und deren Nachfahren über Generationen hinweg in ihrem Innern am Leben erhalten ... Aber sie hätte die Menschen an Bord auch allesamt getötet, als einige von ihnen Ugrôn gefangen genommen hatten, und das Bad auf Cochada hat den Planetariern auch wenig Freude bereitet. Als Ameise geht man einem Menschen wohl lieber aus dem Weg, auch wenn dieser Mensch gern ab und zu einen Brotkrumen fallen lässt. Wenn man sich als Mensch mit einem Wesen wie der SQUID einlässt - sollte man sich vielleicht ein Beispiel an der Ameise nehmen?
    Andererseits kommt man auch nicht vorwärts, wenn man jeder Gefahr aus dem Wege geht, und Ugrôn hat sicher ein Verständnis des Universums erreicht, das kein anderer Mensch jemals errungen hat.



    Das ist wirklich SEHR prosaisch - und desillusionierend! Ich möchte mir diesen Hintergrund nur ungern vorstellen, und doch passt er, ist realistisch. Nicht Schönheit und Ästhetik, sondern Nutzen, Zweckmäßigkeit, Gier, Profit!


    Ich frage mich, ob man das so schwarz/weiß sehen muss.
    In meinem Geschichte-Leistungskurs haben wir natürlich über den Marshallplan gesprochen. Der Lehrer ist mit uns alle Vorteile durchgegangen, die die USA von diesem Plan hatten - er hat die eigenen Exporte angekurbelt, einen Absatzmarkt für US-Produkte in Europa geschaffen, das von den USA dominierte NATO-Bündnis gestärkt, etc.
    Und am Ende meinte er: "Die USA haben also auch aus Eigennutz gehandelt. Und wisst ihr was? Das ist sehr beruhigend. Vertraut niemals jemandem, der behauptet, er handele rein altruistisch. Vermutlich hat er seine wahren Motive nur gut verborgen."
    Entscheidend ist eher, dass der Marshallplan der jungen Bundesrepublik extrem geholfen hat.
    Den Cochadern hat das Eingreifen der Menschheit Intelligenz und Zivilisation gebracht. Vermutlich haben sie nun eine erheblich höhere Lebenserwartung und -qualität. Ja, die Menschen haben davon profitiert (oder wollten es) - aber wenn die Cochader hätten entscheiden können - hätten sie diese Intervention abgelehnt und lieber als Tiere weitergelebt?


    Aber irgendwie auch ein bisschen deprimierend, wenn wir für alle Zeiten die Egoisten im Universum bleiben müssen, um das Überleben unserer Spezies zu retten.


    Nun ja, so ganz ohne Egoismus gibt es auch keinen Überlebenstrieb. Wenn ich mehr Mitleid mit dem armen hungrigen aus dem Winterschlaf erwachten Bären habe, als mit mir selbst - dann lasse ich mich bei erster Gelegenheit fressen. Möglich, dass es so selbstlose Vertreter unserer Spezies mal gegeben hat - aber die konnten ihre Gene dann nicht weitervererben. ;D
    In der alten Star-Trek-Serie gibt es eine interessante Folge, in der Captain Kirk durch einen Unfall verdoppelt wird. Kirk A hat nur die positiven und menschenfreundlichen Eigenschaften des Originals, Kirk B nur die negativen und aggressiven. Kirk B ist natürlich der Schurke, den man wieder einfangen muss, das ist klar. Aber Kirk A, und das ist das Interessante an der Folge, ist zu nichts zu gebrauchen. Er tut zwar keinem was, aber sehr schnell überzeugt Mr. Spok ihn, dass er zur Führung des Schiffs nicht mehr taugt, weil ihm der notwendige Durchsetzungswille fehlt. Brav wie ein Lämmchen legt er dann sein Kommando nieder.



    Mich persönlich hat kein einziger der Charaktere des Romans in helle Freude versetzt, keinem fühle ich mich nahe.


    Das ist interessant, da es Dir ja in früheren Leseabschnitten noch anders ging - sowohl mit Rila als auch mit Ugrôn, wenn ich mich recht entsinne.



    Es sei denn, sie werden "optimiert" und zwar nicht im technischen Sinne sondern auf der emotionalen Ebene....


    Auch dazu gibt es interessante Science-Fiction-Geschichten. Meistens wird den Menschen ihre Aggressivität dabei allerdings durch brutale Diktaturen - oft ausgeübt von Maschinen - aberzogen.
    Grundsätzlich besteht immer die Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit. Ich kann eine total sichere Gesellschaft schaffen, indem ich die Freiheit minimiere. Im Extrem darf niemand mehr seine Wohnung verlassen - dadurch kann er schon allein deswegen niemand anderem mehr schaden, weil er schlicht niemandem mehr begegnet. Je mehr ich von diesem Extrem abrücke und Freiheiten zulasse, desto mehr Möglichkeiten eröffne ich, dass man sich auch "nicht wünschenswert entscheidet" - also dumm, unmoralisch, oder sich oder andere schädigend.


    Aber irgendwie war das Schicken in den Rotraum so was wie das Pendant zu "ich stelle Dich meinen Eltern vor"


    Der große Horror für jeden Macker. :D



    Ich finde es sehr schön, dass Robert hier dann doch die menschliche Seite der Esoxer ein bisschen mehr herausstellt. Okay... die Blaster-Erweiterung ist doch wieder eher technisch, aber durchaus sinnvoll ;)


    Merke: Bei aller Menschlichkeit muss immer noch Platz für eine ordentliche Kanone bleiben. ;D



    Und vor allem: hat Cochada überhaupt eine Zukunft?


    Memento G'olata ...



    Der Hammer, wie sich der Erwählte doch plötzlich für die Belange der Menschen interessiert. Was doch so eine kleine Verschiebung der Perspektive so ausmachen kann. Da ist plötzlich ein kleines Wesen, dass seiner Hilfe bedarf und schon sieht er die großen Zusammenhänge.


    Ja, unser emotionales Gerüst ist auf sinnlich erfahrbare Einzelfälle ausgelegt. 1 Toter ist eine Tragödie, 1 Million Tote sind nur eine Zahl ...



    Ob sich die Menschen jemals ändern werden?


    Ob es die Menschen überleben würden, wenn sie sich ändern würden?


    Ist das so eine Art "Corvus-Insider"? Eine Anspielung auf einen anderen Roman?


    Ja, Ohm Follker ist ein Skalde in der Phileasson-Saga.
    Von diesen Anspielungen gibt es immer mal wieder welche in meinen Büchern. Die Rauschpflaster nehmen zum Beispiel Titel meiner älteren Bücher auf: "Taladur" (Die Türme von Taladur), "Dornrose" (Im Schatten der Dornrose) ... Und der Verweis auf meinen Erstling Sanguis B. findet sich in beinahe jedem meiner Romane - in diesem Fall auf Seite 82.



    Ich habe gestutzt und dachte, dass es ein Fehler war... Heißt das, durch die Blume ausgedrückt, dass sich Rila von Reck getrennt hat?


    Ja, natürlich: Sie ist "glücklich geschieden". :) Das bahnt sich in der vorherigen Szene an:
    [quote author=S. 485f]
    In diesem Moment beschloss sie, mit Reck zu sprechen. Das Leben war zu wertvoll, um es an den falschen Mann zu verschwenden.[/quote]


    .., auch wenn für Bernds Verhältnisse relativ wenige Verluste zu beklagen sind, die dem Leser am Herzen liegen.


    Ich bitte zu würdigen, dass die Luftquallen überlebt haben und wohlauf sind. ;D
    Noch eine Sache, die man vermutlich leicht überliest: Habt Ihr auf Rilas Nachnamen in ihrer letzten Szene geachtet? Da fehlt jetzt etwas, das vorher immer da war ... ;)