Beiträge von Bernard

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    Liebe und Tod sind die einzigen Themen, die sich für große Literatur eignen. Das sagte der von mir sehr geschätzte Autor Ernest Hemingway.
    Ich bezweifle, dass es eine Mythengestalt gibt, die Liebe und Tod stärker repräsentiert als der Vampir.
    In meinem Buch betone ich den Aspekt „Tod“. Welchen Preis ist man bereit, für die Unsterblichkeit zu zahlen?


    "Sanguis B. Vampire erobern Köln" ist ein apokalyptischer Vampir-Thriller.


    Bei den Behandlungen des Vampirthemas sind verschiedene Grundannahmen allgemein üblich. Vampire sind unsterblich oder zumindest sehr langlebig, sie ernähren sich von Menschenblut, sie "entstehen" aus gewöhnlichen Menschen. Einige andere Parameter tauchen häufig, aber nicht immer auf: Angst vor Kreuzen oder anderen heiligen Symbolen, Abneigung gegen Knoblauch, tödliche Wirkung von Sonnenstrahlen und dergleichen mehr.


    Viele dieser Elemente machen den Reiz des Genres aus. Dennoch habe ich mich immer öfter gefragt, wie sich die Geschichten, die zu meiner liebsten Lektüre gehören, entwickelten, wenn man einige dieser Grundannahmen aufhöbe. Insbesondere die Abschluss-Szene aus "Tanz der Vampire" hat mich nicht mehr losgelassen. Dort entkommt der Held in einem Schlitten aus Transsylvanien, weiß aber nicht um die Tatsache, dass mit ihm im Schlitten ein Vampir sitzt. Dieser beißt ihn und die Stimme im Abspann erklärt: "So verbreitete sich der Vampirismus um die ganze Welt". An dieser Stelle hört der Film auf.


    "Sanguis B." beginnt hier, nicht wirklich mit Bezug zum Film, aber mit dem Weiterdenken dieses Ansatzes. Was passiert, wenn sich der Vampirismus wirklich "über die ganze Welt" ausbreitet? Wohin führt es, wenn man die Grundannahme, dass es irgendeinen Mechanismus gibt, der die Ausbreitung des Vampirismus stoppt, aufhebt? Wenn man zugleich auch das Szenario aufgibt, dass die Untoten seit Jahrhunderten in einer Schattengesellschaft mit strengen Regeln leben, in der die Älteren die Neugeschaffenen in ihre neue Existenz einführen?


    Was geschähe, wenn jetzt (in der Gegenwart) und hier (in Köln) ein Vampir auftauchte und jemanden infizierte, um ihn dann allein zu lassen? Was täte derjenige dann? Was empfände er in seiner Lage? Wenn er nun, von seinem neuen Trieb überwältigt, ebenfalls jemanden anfiele, der sich verwandelte, so gäbe es in der nächsten Nacht schon zwei orientierungslose Vampire. Und in der Nacht danach …
    Wie würde die Gesellschaft darauf reagieren? Es ist kein Verbrechen, mit einer Krankheit infiziert zu werden. Aber wie sieht die Therapie aus, wenn der Patient das Blut eines lebenden Menschen braucht, um zu überleben?
    Besonders reizvoll an einem solchen Szenario erscheint mir auch die Überlegung, dass die Gegner in einem kontinuierlichen Strom die Seiten wechseln – allerdings nur in eine Richtung. Ein vernichteter Vampir existiert nicht mehr, aber ein Mensch, der gegen die Untoten zu Felde zieht, verwandelt sich eventuell selbst in einen Vampir, wenn er unterliegt. Welche Halbwertszeit haben Pläne, wenn das Wissen um ihren Inhalt so rasch und so vollständig zum Feind überwechseln kann?


    Vampirismus ist in diesem Buch eine Krankheit, eine Sucht, die Menschen zu Bestien macht. Die Geschichte ist aus der Sicht einiger der ersten Betroffenen erzählt, sie ist sehr düster, berichtet, wie verschiedene Charaktere ihre eigene Position in einer sich dramatisch verändernden Welt finden müssen. Einige wollen einen Rest Menschlichkeit retten, obwohl ihre neuen Instinkte ihn zu vernichten suchen, anderen ist das egal oder es erscheint ihnen sogar begrüßenswert. Und nur Wenige stellen sich der Tatsache, dass "immer weniger Menschen" auch "immer weniger Nahrung" bedeuten.


    Ich hoffe, dem Genre mit der Sichtweise auf den Vampirismus als einer Gefahr, welche die Menschheit in ihrer Existenz bedroht, einen neuen Aspekt hinzugefügt zu haben.
    Wer weitere Informationen haben möchte, kann diese auf http://www.bernardcraw.net/ bekommen. Dort kann man auch das erste Kapitel herunterladen.


    Verlag : Aaken, Johannes van
    ISBN : 3-938244-09-7
    Einband : Paperback
    Seiten/Umfang : 416 Seiten, 3 schwarz-weiß Zeichnungen - 21,5 × 13,5 cm
    Gewicht : 510 g
    Preisinfo : 9,95 Eur[D] / 10,30 Eur[A]


    Hallo!


    Ich bin Bernard Craw, wurde 1972 geboren und lebe nach einigen Umzügen heute in Köln am Rhein.


    Mit 16 bin ich in einen Fantasy-Club eingetreten und schreibe seitdem regelmäßig. Insgesamt hatte ich bislang gut 150 Veröffentlichungen, wenn man so gnädig ist, Fan-Magazine, bei deren Herstellung ich mich im Copyshop selbst gegrillt habe, mitzuzählen. Den Schwerpunkt bilden dabei Fantasy-Stories.
    Meine professionellen Veröffentlichungen sind deutlich übersichtlicher - einige Kurzgeschichten in Anthologien und ein Roman. Bei letzterem ergab sich für mich die traumhafte Situation, dass der Verlag nach einer Kurzgeschichte, die auf positive Resonanz stieß, auf mich zu kam und mich fragte, ob wir nicht etwas Längeres zusammen machen könnten. Angesichts der vier vollständigen, mehrfach überarbeiteten, aber unveröffentlichten Manuskripte in meiner Schublade konnte ich da natürlich gern behilflich sein. Ich wählte mein Lieblingsprojekt aus, einen apokalyptischen Vampir-Thriller, der seit Dezember 2005 auf dem Markt ist.


    Am häufigsten schreibe ich Texte im Bereich der fantastischen Literatur - Horror, Fantasy, auch Science Fiction. Ich habe allerdings auch einen "ganz normalen" Entwicklungsroman geschrieben (bisher unveröffentlicht) und ein Manuskript mit Erinnerungen zu meiner Weltreise ist ebenfalls fertig. Den größten Kontrast zum Schwerpunkt meines Schaffens bildet wohl das Buch "Betriebswirtschaftliche Formeln, Schemata und Tabellen", das ich gemeinsam mit einem Kommilitonen nach dem Studium veröffentlicht habe. Weitere Informationen zu meiner schriftstellerischen Tätigkeit und einige Leseproben habe ich unter http://www.bernardcraw.net/ ins Netz gestellt.


    Da ich in der Einführung zu diesem Forum gelesen habe, dass dies nicht von vornherein klar ist, möchte ich hiermit allen Forenbenutzerinnen und Forenbenutzern das Du anbieten.


    Alles Gute,


    Bernard