Beiträge von Ute Haese

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    Liebe schlumeline,
    da gucke ich nach langer Zeit noch einmal in die Leserunde, und schon gibt es noch eine positive Rezension zu "Holsteiner Blut". Prima, die nehme ich mit ins Wochenende. Dir ebenfalls ein schönes Wochenende!


    Mit herbstlichen Grüßen (Nieselregen, wie es sich für den Fast-Nordpol gehört)
    Ute

    Immerhin hat der Buchtitel meinen Freund heute auf eine ganz falsche Spur geführt. Ich zeigte ihm das Buch mit den Worten: Mein Leserundenbuch. Und was sagt er ernsthaft: Aha, ein Pferderoman :D


    @Ute
    Wieviel von Dir steckt eigentlich in Hanna? Die Gedanken und Beschreibungen zu diesen blutleeren Anwälten in ihrem gestylten Einheitslook fand ich äußerst echt und sehr passend.


    Donnerwetter, Hanna als Pferderoman? Nee, da ich allergisch gegen Pferde bin, wird das auch in Zukunft garantiert nichts werden. Oder höchstens per Fernbeobachtung und aus sicherer Niesentfernung.
    Tja, was nun von mir in Hanna steckt, ist die Frage, die mir hier vor Ort immer wieder gestellt wird. Viele sind einfach nicht von der Überzeugung abzubringen, dass ich als Ute ein überaus schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter haben muss, die bei uns um die Ecke wohnt. Wir kommen dabei "in echt" ganz gut miteinander aus, was man eigentlich hier auf dem Dorf auch weiß und sieht. Doch das reicht offenbar nicht. Nee, ich habe die nörgelnde Mutter Hanna angedichtet, weil so etwas einfach spannender und witziger ist als ein herzensgutes Exemplar, das ihrer Tochter permanent zuhört und sie lieb durchs Leben begleitet. Auf der anderen Seite schreibe ich natürlich selbst Liebesgeschichten und habe die Kritik daran in den Büchern verwurstet, weil ich mich eben in dem Genre auskenne. Und klar: Man kann Sachen recherchieren, aber es ist erst einmal leichter und gerät einem authentischer, wenn man auf das zurückgreift, was man ziemlich genau kennt. Der gute Gustav ist auch so ein Fall. Ich wollte Hanna ein außergewöhnliches Haustier mit auf den Weg geben (und ein Knuddeltier hätte zu ihrem Charakter nicht gepasst), also wurde es der Kröterich, bei dem ich Verhaltensweisen, von denen nicht allzu viele Leute eine Ahnung haben, aus eigener Anschauung genau beschreiben kann.
    Es steckt also schon eine Menge von mir in Hanna (sie hat allerdings eindeutig die größere Klappe), aber im Kern ist sie eine Kunstfigur, der ich Eigenschaften und Verhaltensweisen ganz bewusst angedichtet habe. Außerdem - und das ist ohne Zweifel der entscheidende Punkt - mag ich keine Cremeschnitten!


    Liebe Grüße
    Ute


    P.S. Die Anwälte, die Dir so gut gefallen haben, sind ausgedacht, aber solche geleckten und vor Selbstsicherheit platzenden Herren hat man ja schon früher an der Uni erlebt ...

    http://www.leserunden.de/Smile…mileys/default/smiley.gif
    Bei derartig geballtem Lob fängt die gebauchpinselte Autorin doch glatt das Strahlen an und kann gar nicht mehr aufhören! http://www.leserunden.de/Smileys/default/freu.gif Aber so viel positive Resonanz hat man wirklich gern (klar); ich danke Euch ebenso dafür wie für das ungebrochene Interesse an der guten Hanna. Und wenn noch weitere Fragen auftauchen sollten - ich guck natürlich noch weiter ins Netz -, beantworte ich die gern! Denn mir macht die ganze Sache ebenfalls ordentlich Spaß, nicht zuletzt weil durch Euch Aspekte erwähnt wurden, die ich so noch gar nicht gesehen habe. Das ist einfach spannend!


    Liebe Grüße
    Ute http://www.leserunden.de/Smileys/default/winken.gif

    Hmmm, ich senfe nun auch mal dazu: ich finde diese Passage tatsächlich für eine Lesung nicht sooo günstig. ;) Da gibt es bessere Szenen: z. B. der Identitäswechsel von Vivian LaROche zu Hanna Hemlokk.... :D ODER: Die Szene mit dem Interview :D


    Die Interview-Szene (du meinst doch den Anfang mit Hanna und Harry, oder?) habe ich mal gelesen, um die Personen vorzustellen; kam tatsächlich besser an, hatte ich den Eindruck. Aber da man als Lesende normalerweise ins Dunkle guckt, muss man solche Sachen aus dem Geräuschpegel ableiten oder aus den wenigen Fragen, die überhaupt konkret zum Punkt kommen. Und das ist manchmal nicht ganz leicht.


    Schöne Grüße von
    Ute

    Allerdings ist mir dann Bendix ungestüme Reaktion auf Seite 253/254 (z. B. sein Trinkspruch "Und auf dass diese Kreatur von Mörder ihrer verdienten Strafe nicht entgehen möge." und weiter hinten: "Der ist pervers und gehört schleunigst für den Rest seines Lebens in die geschlossene Psychiatrie!") noch ein bisschen rätselhaft - das sollte vermutlich ein Ablenkungsmanöver für Hanna und Harry sein.


    Nee, das ist wohl ein Missverständnis. Das sagt er in Hinblick auf den Geier, den er tatsächlich für schwer kriminell hält (und Bendix ist ein konservativer Mensch, der es mit Recht und Ordnung hat, da fallen dann solche Sätze). Dabei zieht er jedoch keinerlei Parallele zu seinem eigenen Verhalten, denn er hält sich selbst ja weder für kriminell noch für geistesgestört. Für ihn macht alles, was er tut, Sinn, ist schicksalhaft und moralisch gerechtfertigt. Er wäre ebenso ehrlich empört (deshalb habe ich den Schluss auch so konstruiert), wenn ihn jemand Mörder nennen würde - obwohl er das natürlich zweifellos ist.


    Und nochmals schöne Grüße
    Ute
    P.S. Morgen am Samstag kann ich nicht antworten (Schwiegermutter, Krankenhaus, Familie ...), aber am Sonntag geht's weiter!

    Na denn man tau!
    (habe ich als Schwäbin extra ergoogelt *stolzbin* - wobei mir das aus früheren Ohnsorg-Theater-Stücken irgendwie noch im Ohr war. ;) )


    Grüße von Annabas


    Na, darauf doch ein donnerndes Hallöle zurück in den Süden! Find ich ja toll, wenn Hanna glatt noch zur Verbreitung des Heidi-Kabel-Idioms beiträgt. Und weitermachen tu ich auch! Danke!
    Ute

    Bloß nicht! :o
    Ich denke, eine kleine Einleitung würde genügen, um die Leute auf die richtige Spur zu bringen - dann wissen sie auch, wer Vivien LaRoche ist und sind gewarnt. ;)


    Grüße von Annabas


    Mhm, ja, vielleicht versuche ich es noch einmal auf der nächsten Lesung so. Ist natürlich immer eine Sache mit solchen Erklärungen; peppig müssen sie schon sein, aber da wird mir wohl schon etwas einfallen. ;)


    Liebe Grüße von Ute

    Möglicherweise wirkt die Szene auch nicht so gut, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen wird, denn bei Lesungen
    gibts ja immer nur Textabschnitte zu hören. Oder es war vorher zu wenig von Vivian LaRoche die Rede.
    Möglich ist auch, dass das Publikum nicht damit klar kommt, warum die taffe Hanna auf einmal zum Weibchen mutiert. :)


    Ja, das könnte tatsächlich der / ein Grund sein. Habe ich mir so noch nicht überlegt, weil ich die Figur Hanna immer im Kopf habe. Aber bei den Leserinnen ist das natürlich nicht so, deshalb handelt die gute Hanna in dem Falle völlig überkandidelt. Mhm. Fliegt die beste aller besten Passagen also bei Lesungen raus. :(


    Schöne Grüße
    Ute, die soeben den ersten Smiley ihres betagten Lebens in eine Mail gesetzt hat!

    Wie jetzt?? Überziehen? Überkitschig?? Ich dachte, so wäre das wahre Leben! :o Beraube mich nicht meiner
    Illusionen! :o



    ;)


    Nee, nee, selbstverständlich betätige ich mich nicht als Illusionsräuberin (welch schöner Titel). Die Welt ist schließlich voller Förster, Rehe, fescher Mannen und zarter Heldinnen mit glutäugigen Augen. Man muss nur genau hinsehen. Da kann also schmalzheimerisch gar nichts passieren. Und was das Verhältnis zwischen Harry und Hanna betrifft ... tja, das ist bewusst als Cliffhanger aufgebaut, entwickelt sich also in den Folgebänden weiter. Vielleicht nicht ganz so wie in der Förster- und Rehlein-Welt, aber doch schon um manches bis einiges.


    Liebe Grüße
    Ute

    Das sind auch die Abschnitte, die ich besonders genieße (auch ohne Forsthaus Falkenau). ;D


    Grüße von Annabas :winken:


    ... und ich auch insofern, als ich bei den Hanna-Schmalzheimern-Passagen doch ein bisschen überziehe. In der überkitschten Form würde das kein Yellow-Press-Blatt nehmen. Doch es macht einfach ziemlich viel Spaß, weil ich eben nicht an die Form gebunden bin und das Genre einmal so richtig schön durch den Kakao ziehen kann. Entfesselt könnte man das wohl nennen, obwohl sowohl Hanna als auch ich unseren Brotberuf durchaus ernst nehmen.


    Nochmals liebe Grüße
    Ute

    Danke für die tolle Erklärung! Na, da liegen ja hoffentlich noch mehrere Leserunden vor uns, denn wenn Hanna ja in den nächsten Bänden weiter ermittelt, wollen wir das doch alle miterleben, oder???


    Na, ich bin dabei! Denn es macht einfach Spaß, als Schreiberin den Leserinnen in die Köpfe schauen zu können. Und außerdem ist es eine wahre Freude, wenn endlich einmal jemand einzelne Szenen so wie die, in der Hanna den Wissenschaftler Petrak an die Wand quatscht, so richtig gut findet. Bei Lesungen ernte ich dafür des Öfteren lediglich erstaunte Blicke und habe schon überlegt, ob ich vielleicht unter einem total seltsamen Humor leide ...


    Liebe Grüße an alle
    Ute


    Hallo miteinander,


    was ist eigentlich "plietsch"? (Seite 73) , Ich vermute, es ist so was wie "hübsch".
    Es gefällt mir, wie durch solche sprachlichen Einsprengsel das Ostsee-Feeling verstärkt wird - auch wenn ich sie nicht immer verstehe. Das Glossar der norddeutschen K-Wörter hat mir da schon geholfen - aber warum eigentlich nur "K-Wörter"?


    "plietsch" heißt schlicht und ergreifend intelligent, und in den anderen Büchern tauchen - als Running Gag - Glossare zu B- und D-Worten auf (in Band 3, Drachenhatz, gibt es so schöne Worte wie Dösbaddel, was auf hochdeutsch reichlich uncharmant Trottel bedeutet). Das Ganze ist entstanden, weil die Lektorin bei Band 1 sagte, kein Mensch südlich von Hamburgs wisse, was ein "Knick" sei. Ich habe hin- und herüberlegt, ob und wie ich das im Text erklären sollte, aber das ging einfach nicht. Das hätte den ganzen ersten Mord sprachlich kaputt gemacht. Also fanden wir diese Lösung ...
    Mit "bannig" (sehr) lieben Grüßen
    Ute

    Ihr Lieben oder auch Moin, wie man hier zu sagen pflegt,


    also ja, es gibt bislang erst 2 Hemlokk-Bücher auf dem Markt, das dritte erscheint im März 2011 zur Leipziger Buchmesse. Ich lese da gerade Korrektur, deshalb ist es wohl dermaßen präsent, dass es für mich einfach dazugehört. Hanna 3 erscheint aus verkaufstechnischen Gründen (die Wirtschaftskrise schlägt im Hardcoverbereich doch spürbar zu) gleich als Taschenbuch im Sutton-Verlag, wahrscheinlich unter dem Titel „Drachenhatz“.
    Und wo ich beim Thema Verlag bin, hier die Antwort auf die zweite Frage: Es hat ziemlich lange gedauert (und war dementsprechend frustig!), bis sich ein Verlag für Hanna erwärmen konnte. Einigen hat sie einfach so nicht gefallen, was nun einmal vorkommt, aber ich denke, es lag auch daran, dass die Reihe nicht in die normale Regionalkrimischiene hineinpasst. Dafür ist zu viel Roman in Hanna, was die Lektoren gar nicht so „schlimm“ fanden, scheitern tat sie dann mehrmals an den Verkaufsleuten, d.h. an den Verlagsvertretern, die gegenüber den Buchhandlungen jedes Buch mit einem ganz bestimmten Etikett versehen wollen (Regiokrimi, Golfkrimi, Genusskrimi ...). Deshalb habe ich in der Wartezeit auch eine andere Krimi-Reihe angefangen, die konventioneller ist.
    Zum Schreibstil: Nein, es fällt mir nicht schwer, den durchzuhalten, und ich merke meistens, wenn es mir nicht gelingt. Dann lege ich den Text weg und hoffe auf den nächsten Tag, denn erfahrungsgemäß bringt es überhaupt nichts, wenn man dann weiter daran herumwürgt. Es klingt dann alles furchtbar gestelzt. Aber sollte mir doch einmal etwas durchrutschen, was Hanna nie im Leben so sagen würde, dann merkt das bestimmt mein Mann, der hier im Haus als Erstlektor fungiert (und ziemlich pingelig ist).


    So weit erst mal und liebe Grüße
    Ute

    Wow, ist das ein Einstieg in den Montagmorgen! Ich finde Eure gesammelten Spekulationen, wer nun welche Motive haben könnte, klasse – zumal einige für mich dabei neu sind. Aber für mich als Autorin bedeutet das ja, dass ich offensichtlich gut im (auch falschen ...) Fährtenlegen bin ... Und das geht nun einmal runter wie Öl. Und auch dass Euch die Figuren durch die Bank weg gefallen, finde ich natürlich großartig. Denn klassische Krimikost ist Hanna eben nicht, die romanhaften Züge der Reihe sind ja unüberlesbar, was übrigens einige Leute gar nicht so gern haben: Die stehen mehr auf: Tod – Kommissar – Lösung.
    Bei Kommissar fällt mir ein: Ihr habt moniert, dass Julias Tod nicht jedenfalls einmal von der Polizei untersucht wird (doch, wird er ganz am Rande, die kommt aber sofort zu dem Schluss, dass es ein Unfall war). Ich habe es überlegt, wollte aber Hanna möglichst völlig polizeilos lassen (deshalb auch die ungewöhnlichen Mordmethoden, die eben immer auch ein Unfall sein könnten, die ich allerdings aber auch an sich peppiger fand als den Schuss in den Kopf). So kann sie dann gleich ohne amtliche Störungen auf ihre Weise ermitteln. Außerdem sollte sie sich von der Persönlichkeit her gegen ihre gesamte Umwelt stemmen müssen, um zu „reifen“. Deshalb ist also auch Julias Tod für alle anderen außer der plietschen Heldin klar als Unfall angelegt.


    So, und zu dem Liebesgeschichtengewerbe:
    Lesen könnt Ihr einen der echten Haese’schen Schmalzheimer (die unter mehreren Pseudonymen erscheinen) auf der Homepage von Hanna Hemlokk (http://www.hanna-hemlokk.de). Dort auf die Tür klicken, dann bei Hanna klingeln, im Büro im Regal auf den Ordner „Liebe“ mit deutscher Flagge klicken. Eine zweite Story findet sich im „Love“-Ordner - die (Rück-)Übersetzungen dort mittels eines Übersetzungsprogramms sind natürlich reiner Nonsens, aber der Ausgangstext ist ebenfalls ein altes Original.
    Beim Umfang der Liebesgeschichten wird nicht in Seiten-, sondern in Anschlagzahlen (Buchstaben plus Leerstellen) gerechnet. Das wechselt immer wieder, aber zur Zeit reicht die Spannbreite von 3000 bis 16.000 Anschlägen.


    Vorgaben gibt es direkt ausgesprochen nur die eine: Camilla und Richard MÜSSEN sich am Ende kriegen, sonst braucht man gar nicht zum Stift zu greifen. Aber bei manchen Zeitschriften ist zum Beispiel ein Held mit Bart nicht gern gesehen. Ich vermute mal, da ist die Leserschaft älter, und Bart, zumal Dreitage-, wirkt auf die lesenden Ömchen ungepflegt, meint die Redaktion. Konflikte – und sei es noch so unwahrscheinlich – lösen sich nach spätestens 16.000 Anschlägen völlig auf, und übrig bleiben Friede, Freude und Eierkuchen. Aber ich habe solche, wohlgemerkt nirgends klar ausgesprochenen, Richtlinien in die Hanna-Reihe mit eingebaut, die Liebesgeschichten-Sache also zum durchlaufenden Thema aller drei Bände gemacht. Da erfährt man also auch noch einiges über solche unausgesprochenen Vorgaben (Sex auf Küsse beschränkt; Ehebruch nicht im eigenen Haus ...).


    Den Ausschlag zum Krimischreiben hat zum einen gegeben, dass ich selbst gern welche lese – und außerdem wollte ich einmal ausprobieren, ob ich noch etwas anderes schreiben kann als Schmalzheimer und Wissenschaft (habe ich jahrelang gemacht), Denn es ist ja etwas anderes, ob man in der Wissenschaft gerade Sätze rauskriegt, bei den Liebesgeschichten mit Klischees arbeiten kann, oder ob es einem gelingt, Figuren Persönlichkeit zu geben, sie zum Leben zu erwecken und dem Ganzen obendrein noch eine Prise Spannung zu verleihen.
    Uff, das wäre es dann erst einmal, oder? Ach nee, kollernde Väter soll ich noch erklären. Also, das sind solche, die leicht gereizt und ein bisschen wichtigtuerisch an ihrem Nachwuchs rumerziehen (männliche Truthähne kollern ...)


    An alle die schönsten Grüße
    Ute