Beiträge von Lilach

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    Liebe Tagtraumelfe,


    ich weiß gar nicht so recht. Ich fang an zu schreiben und spinne dann so vor mich hin, und die Geschichte selber zieht mich mal in diese, mal in jene Richtung. Und irgendwie entwickelt sich dabei dann die "richtige" Richtung, mit allem Möglichen, was dazu gehört. Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass ich mir irgendwas ausdenke oder irgendwelche Ideen habe. Die Geschichten sind ja schon da, so fühlt sich das an. Ich muss ihnen nur richtig zuhören und sie aufs Papier bringen.
    Musik und Bilder und eigene Erinnerungen können dabei schon helfen. Man muss bloß immer aufpassen, dass sie nicht zu viel "Eigenes" mitbringen, was die Geschichte dann stört oder sogar "überschreibt".


    Viele Grüße!
    Lilach

    Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht mehr so genau, woher ich das mit dem Pateran weiß ... Ich muss bei der Zinkenrecherche darüber gestolpert sein, aber wo ...? Im Buch macht eines von den Tatermädchen, glaube ich, sogar eine Bemerkung dazu. Hm, vielleicht, wenn Du erstmal googlest und guckst, was da so auftaucht? Viel wird es wahrscheinlich nicht sein.
    Ich erinnere mich auch noch daran, dass dieser Name, Pateran (es gibt ihn in Variationen), vielen Roma selber gar nicht geläufig war - sie hatten einfach kein bestimmtes Wort für diese Zeichen.

    @ Tagtraumelfe, nee nee, ich studier nicht mehr. Ich gehöre zur anderen Seite (haha, zur "dunklen", nicht wahr ... ;-)), die die armen Studenten quält. Jedenfalls so halb. Bin Mitarbeiterin an der Uni (Jura) und werkel daran, vielleicht mal irgendwann eine Professur zu kriegen. Ist zwar wirklich ein sehr steiniger Weg bis dahin, aber auf das Schreiben möcht ich mich da einfach nicht verlassen. Erstens kriegt man eh grundsätzlich nicht so sehr viel Geld dadurch, und zweitens ... Es wäre mir, glaube ich, schrecklich, wenn ich wirklich darauf angewiesen wäre, davon leben zu können. Das schränkt einen so sehr ein, stelle ich mir vor. Und das möchte ich nicht.
    Außerdem, naja. Ich bin nun auch schon sehr lange Juristin, und ich hänge auch an diesem Beruf. Und am Uni-Leben. Gibt einfach kein schöneres Umfeld zum Arbeiten.


    @ Literaturjunkie, ich glaube, die Zinken bei den Fünf Freunden sind Pateran-Zeichen, jedenfalls, wenn sie, wie Du schreibst, "gelegt" werden - Du meinst, so mit Stöckchen und Steinen, nicht? Das ist sogar nochmal was Eigenes, was die Roma lange Zeit benutzt haben. Man weiß aber extrem wenig darüber, natürlich vor allem, weil sowas sich halt nicht so gut hält wie irgendwelche Kerben.
    Übrigens, als ich "Fünf Freunde" gelesen habe, hatte ich doch gleich wieder die Titelmusik von den Hörspielen im Kopf, hihi ...

    Hi Jasmin,
    schön, wenn es Euch was bringt! Ich finde das selbst auch so spannend mit den Zinken, insofern war es eine enorm interessante Recherche. Mal gucken, wann ich es schaffe, wieder neue hochzuladen. Im Moment frisst mich die Prüfungsphase an der Uni ziemlich auf ... Nu ja. Ist wohl immer so. Liebe Grüße!

    Naja, mit dem Schlüssel ... Es kann auch in Märchen nicht immer alles genau so sein, wie man es erwartet, finde ich. Und der Schlangenkönig ist nunmal eine Schlange, es hätte nicht zu ihm gepasst, Mina zu etwas zu verhelfen, was ihr so direkt hilft. Übrigens sollte der Schlüssel ganz ursprünglich mal eine kleine goldene Wiege sein; so ist es, wenn ich mich richtig erinnere, auch in einer der alten Sagen. Die sollte dann nachher, im Epilog, in Oma Minas altem Puppenhaus stehen. Aber mit dem Schlüssel war es doch wesentlich praktischer und naheliegender ;-)

    Sorry, das sich mich erst jetzt wieder melde, hatte bissl viel zu tun in den letzten Tagen. Hab's aber nicht vergessen!


    Hm, das mit dem Verlag ist schon etwas merkwürdig, aber es scheint irgendwie so üblich zu sein. Bin mir im Ganzen noch nicht hundertprotzentig sicher, ob mir das alles so gefällt, wie's gehandbabt wird. Naja, man wird sehen.


    Was die Zinken betrifft, ich glaube, ich guck nachher wirklich mal, ob endlich welche von den alten hochlade. Ich geb dann Bescheid, okay?


    EDIT: Habe das jetzt erledigt und wenigstens ein paar alte Zinken in den Blog geladen, mit Erklärungen dazu. Guckt Ihr hier, wenn Ihr wollt:


    http://lilachmer.blogspot.com/…nken-aus-vergangenen.html

    Jasmin,


    keen Problem, zum Fragenbeantworten bin ich doch hier ;-)
    Was die Auflage angeht, wie ich es verstanden habe, wurde inzwischen jedenfalls nachgedruckt. Man kriegt das aber so genau auch gar nicht gesagt vom Verlag, es kommen einfach nur neue Belegexemplare von der Auslieferung. Wovon das alles immer genau abhängt - keine Ahnung. Ich bin ja noch ganz neu in dem Geschäft, tapse also selber etwas hilflos durch die Gegend.


    Zu den Zinken, hm, ich muss wirklich endlich mal gucken, dass ich ein paar Originale auf die Webseite stelle; ich komm bloß immer nicht dazu. Also, die echten alten Zinken sind natürlich sehr viel weniger "künstlerisch", bei denen ging es nicht darum, dass sie auch nett aussehen sollten. Sie sind also von der Machart her meistens sehr schlicht. Auf der anderen Seite gab es aber viele, die dafür inhaltlich wahnsinnig komplex waren. Ich habe versucht, mich vor allem an die Grundstrukturen zu halten, wie zB mit den Herzen, den Pfeilen etc., den unterschiedlichen kleinen "Häkchen" für die verschiedenen Familienmitglieder und dergleichen. Das war mir sehr wichtig, ich wollte nix machen, was komplett anders gewesen wäre.

    Das Schwänchen hat auch ausschließlich mit den Grimm-Märchen zu tun, habe ich ja an anderer Stelle schon mal geschrieben; die sind meine absoluten Lieblinge aus der Kinderzeit. Auch wenn sie wirklich grausam sind, da hast Du schon recht. Aber viele haben einfach so eine magische Atmosphäre, der man sich selbst später, als Erwachsene, nicht mehr entziehen kann ... Das finde ich großartig. Bechstein ist mir immer bissl zu, hm, romantisch vielleicht? Kann ich gar nicht so genau sagen. Und Andersen hat wunderschöne traurige Märchen, aber auch entsetzlich "pädagogische". Na, die Grimms sind einfach die besten! ;-)

    Sookie,
    mir hat der Doktor auch leid getan - aber es musste eben auch gerecht zugehen, gerade, weil es ja eine Art Märchengeschichte ist. Das half nun alles nix. Und wenn man sich überlegt, was aus den kruden Hirnen solcher Leute wie dem Doktor später noch alles Fürchterliches erwachsen ist - dann schwindet auch das Mitleid ein bisschen. Bei mir jedenfalls ...

    Literaturjunkie,
    also, Deine Interpretation zu der Taterkuhle gefällt mir noch fast besser als das, was ich mir eigentlich so gedacht hatte ;-) - Was die "Horrorelemente" angeht, meinem Gefühl nach müssen Märchen einfach auch ordentlich gruselig sein, sonst fehlt einem doch irgendwie etwas. Ich grusel mich auch selber leidenschaftlich gern. Das ist für mich allerdings auch ein Grund, warum ich nie so eine klassische Horrorszene im Keller schreiben könnte, wie Du sie ansprichst; ich würde mich einfach beim Schreiben zu Tode fürchten. Insofern kam Keller von Anfang an nicht in Frage ;-)

    Nun muss ich Viorel nochmal wieder in Schutz nehmen, er will ja Mina nicht ernsthaft etwas tun. So ein Typ ist er nicht. Und, mal ehrlich, man macht schon schreckliche Dinge aus Liebe, ich glaube, das ist uns allen schon mal so gegangen. Er ist halt noch ein unreifer Blödmann, der erst lernen muss, was es wirklich bedeutet, ein erwachsener Mann zu sein. Na, Rosa wird es ihm schon beibringen ... ;-)

    Das hast Du toll ausgedrückt -ja, ich glaube, genauso meine ich es. Wobei das eigentliche Wesen der Dinge wahrscheinlich für jeden Menschen etwas anderes ist. Aber genau dadurch ist die Welt ja so wunderbar bunt und vielfältig, schätze ich.

    @ Literaturjunkie, ich selber denke es mir eher wie die "Realität hinter der Realität" - das, was man meistens nicht sieht in den alltäglichen Dingen, sondern nur gelegentlich erahnen kann. Weißt Du, was ich meine?

    @ Yoda, "Pug" ist so eine alte norddeutsche / skandinavische Bezeichnung. Viele der Sagen in Schleswig-Holstein sind ja übernommene, abgewandelte Sagen aus Dänemark - nu ja, ist klar, wegen der Besetzung etc.

    Ihr Lieben,


    ich schreibe es einfach an dieser Stelle hin, es passt woanders nicht so recht: Mir hat es auch unglaublichen Spaß mit Euch gemacht - und macht es immer noch. Ich finde es nicht so schlimm, dass das Ganze zeitlich etwas auseinanderfranst; man hat ja die älteren Diskussionsbeiträge trotzdem dort stehen, so dass der Zusammehang nicht verloren geht. Ich freu mich jedenfalls über all Eure interessanten / hinterfragenden / neugierigen / verwirrten / faszinierten Posts und kann gar nicht genug davon bekommen ;-) Und natürlich auch über die schönen Fazits (Faziten? Fazitae?). Mein Schwänchen fühlt sich bei Euch seeeehr wohl!

    @ Seychella, nee nee, Du spekulierst genau in die richtige Richtung ;-)


    Was Viorel und Mina angeht - das Mitleid ist Minas große Gabe. Ich selber fänd es wahrscheinlich auch reichlich schwer, diesen Blödmann zu verstehen; man wäre "in der Wirklichkeit" ja auch ziemlich gekränkt, dass er einen nur benutzen wollte. Aber Mina ist da ein bisschen anders, vielleicht liegt es auch daran, dass sie noch nicht richtig Frau ist, eher Mädchen: sie denkt noch gar nicht in diesen Kategorien.

    @ Literaturjunkie, oh Mensch, es tut mir so leid, dass Dein Töchterchen Dir so sehr den Schlaf raubt! Muss fürchterlich sein, wenn das so lange anhält. Ich schlaf selber nicht sehr gut (sogar ohne Tochter ;-)), ich kenn das: Wenn man eine gewisse Zeit hintereinander IMMER zu wenig Schlaf kriegt, wird das Leben wirklich unerträglich. Die einfachsten Sachen fallen einem so schwer ... Ich drück die Daumen, dass es sich bald bessert!!!


    Den Campbell kenn ich natürlich, der hat mir viel geholfen für den Einstieg in Minas Geschichte - als ich noch ganz planlos war, ist ja schließlich mein erster Roman. Nach den ersten paar Kapiteln brauchte ich ihn allerdings nicht mehr, da hatte sich schon eine eigene Struktur ausgebildet. Aber ich guck zwischendurch immer wieder gern rein, ist ein sehr kluges Buch.


    Zum Soundtrack, ich habe noch ein bisschen mehr gesammelt, was ich zum Schwan verwendet habe, guckstu hier:


    http://lilachmer.blogspot.com/search/label/Soundtrack


    Ist noch nicht so arg viel, aber ich fülle es nach und nach. Und, ja, oft lief die Musik auf Endlosschleife, während ich die entsprechende Szene geschrieben habe. Es war meistens so, dass ich nach der Uni-Arbeit geschafft nach Hause kam, den Kopf voll mit Jura, und dann nur begrenzt Zeit hatte, um noch mein Seitensoll für den Tag zu schreiben. Also brauchte ich ein Hilfsmittel, um möglichst schnell umschalten zu können, damit die "Erst wieder reinkommen"-Phase nicht so lange dauerte. Und Musik war das allerbeste Mittel. Wenn sie gut ist, packt sie einen sofort, oder? Direkt im Bauch, man braucht gar nicht mehr bewusst umdenken oder irgendwas. Und schwupps, war ich wieder bei Mina, und es konnte weitergehen ;-)


    Vielen Dank übrigens auch für das Lob zum Teufel etc., hach, ich kann sowas gar nicht oft genug lesen ;-)