Beiträge von Nicole C.

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    Diesen Eindruck hatte ich auch, Lucrezia, bzw ihre Stimme verlieh dem Buch eine gewisse Eigendynamik, dass musste einfach raus.
    (Ich habe es auch in die Rezi mit eingebaut..)


    ... und da ist es mir auch ganz warm ums Herz geworden. Danke dafür! :herz:



    Sorry aber manchmal spielt einem die Erinnerung einen Streich und da ich das Buch mit einem "Hach" beendet hatte, wollte ich nicht mehr darin herumkramen..wenn es also nicht stimmt, bitte sagen, dann ändere ich es.
    Tatsächlich war ich mir seltsamerweise beim Schreiben der Rezi nicht mehr ganz sicher, wie Browning auf Lucrezia aufmerksam wurde, war es nachdem er in der "Knochenkammer"den grünen Stein fand oder sah er ein Gemälde. Da war ich so fasziniert von Lucrezia, aber ausgerechnet da, finde ich einen "Blinden Fleck" anstatt einer konkreten Erinnerung..


    Dieser blinde Fleck ist gar nicht blind: Der grüne Stein in der Knochenkammer hat bei Browning die Erinnerung an das Porträt in Grün wachgerufen. Und das wiederum war in seiner Vorstellung immer mit Lucrezia verbunden - und mit der Zeit, als er so produktiv war und glaubte, nach den Sternen greifen zu können.


    Irgendwo muss Browning damals, bevor er "My Last Duchess" schrieb, von der Legende um Lucrezia gehört haben - möglich, dass es tatsächlich während seiner ersten Italienreise war.
    Und auch wenn jeglicher Beleg dafür fehlt - ich fand den Gedanken aufregend, dass Browning womöglich wirklich die Dame in Grün in jenen Jahren gesehen hat, als sie in England weilte, bevor sie dann auf Umwegen ins Städel nach Frankfurt kam. Grundsätzlich wäre das möglich gewesen ...

    Liebe Sagota,



    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Gemma und Sisley - so sie ihre "Landkarten des Lebens" neu gestaltet haben ;D - weitere Abenteuer miteinander bestehen!


    Dieser Gedanke ist mir tatsächlich auch schon durch den Kopf geschwirrt ...



    (Ich denke, es gibt eine Menge Leute, die ganz ähnlich wie Gemma oder Sisley "gestrickt" sind - und die Botschaft (versteckte) ist für mich hier auch, mit Menschen, die "anders" sind, empathisch umzugehen :winken:


    Das ist tatsächlich etwas, von dem ich gehofft habe, dass es zwischen den Zeilen des Romans durchschimmert. :)


    Dir auch ganz herzlichen Dank für Deine wunderschöne Rezension - ich freu mich! :winken:


    Tragisch ist, dass Clifford Bernstein seine Familie damals unwissentlich in Gefahr gebracht hat. Ich kann nachvollziehen, dass sein wissenschaftlicher Drang so groß war, dass er einem Schatz auf die Spur gekommen ist und gebe ihm keine Schuld an den Geschehnissen in Italien. Aber dass er Gemma dann im Stich lässt, sie ihren schrecklichen Eindrücken und Ängsten überlässt, finde ich unverzeihlich. Ja, klar, er weiß sie in den guten Händen der Großmutter - aber trotzdem, der eigene Vater ist nicht einfach so zu ersetzen. Zumal ich mir fast sicher bin, dass sich Gemmas Angststörungen nicht so entwickelt hätten, hätte sie nur geahnt, dass nicht nur sie alleine dem Feuer entkommen ist.


    Das hätte für sie sicher einen Unterschied bedeutet, ja.
    Für mich war das eine ganz spannende Thematik, dass Clifford sich derart in seine Schatzsuche verbissen hat, dass er trotz dieser fatalen Folgen nicht loslassen kann. Und wie es dann für Gemma ist, mit dieser Wahrheit und den dadurch erlittenen Verletzungen umzugehen.




    Ich weiß gar nicht, was genau ich vor der Lektüre erwartet habe. Nicoles Romane sind für mich keine Frage - und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. "Die Farben der Erinnerung" hat mich überrascht, mich spannend unterhalten und am Ende trotz allem glücklich gemacht. Denn auch wenn Gemma mit ihrem Leben zu kämpfen hat, am Ende gibt es ein realistisches, gutes Ende. Ein toller Roman!


    Dankeschön. :-[


    An dieser Stelle muss ich einige Wissenslücken offenbaren. Die Medici sind mir natürlich ein Begriff, aber die Este nicht. Im Grunde schon fast amüsant, denn wenn man Lucrezias Ehemann Alfonso II d'Este Glauben schenkt, ist das Adelsgeschlecht Este ja deutlich älter und gewichtiger als die Dynastie seiner ersten Frau.


    Mir ging es bei der Recherche genauso! Und ich habe es natürlich überprüft - die Ahnenlinie der Este ist tatsächlich länger und bedeutsamer als die der Medici. Und trotzdem haben die Medici einen ungleich größeren Platz im kollektiven Gedächtnis als die Este.
    Etwas Ähnliches ist mir neulich noch einmal passiert, als ich ein bisschen über die Fugger nachrecherchierte und dabei auf die Welser stieß - nicht minder reich und erfolgreich, aber obwohl ich den Namen schon einmal gehört hatte, sagten sie mir im Vergleich zu den Fugger so gut wie nichts.
    Das finde schon spannend, wie manche Namen der Geschichte für uns bedeutsamer und wichtiger wirken als andere ...



    Auf jeden Fall hoffe ich, dass sich für Gemma noch etwas zum Besseren wendet. Sisley ist ja definitiv schon mal ein Anfang! ;D Übrigens ist das ja auch bei Lucrezia und Elizabeth - zumindest in Ansätzen - so: Lucrezia kann sich zumindest über die Zeit mit Sandro erfreuen, Elizabeth hat ihren Robert und ihren gemeinsamen Sohn Pen. Das entschädigt beide Frauen nach all den Enttäuschungen und Schicksalsschlägen.


    Ja, da gibt es durchaus Parallelen. :)



    Übrigens fand ich es sehr spannend, quasi nebenbei zu erfahren, dass ein Gedicht Brownings unter anderem Stephen King als Inspiration diente!


    Das habe ich auch so ganz nebenbei bei der Recherche aufgelesen - und fand es ebenfalls so spannend, dass ich es unbedingt im Roman haben musste.

    Toll, dass Du das so offen und ehrlich erzählst, Nicole! Ich stelle mir das unheimlich schwierig vor. Wenn ich daran denke, dass ich manchmal nach Abschluss einer größeren Aufgabe bei der Arbeit nervös bin und hoffe, dass ich keine klitzekleinen Fehler eingebaut habe, über die ich dann nachher stolpere oder - noch schlimmer - über die andere mit lautem Getöse fallen... Wie aufgeregt wäre ich wohl bei einem solchen Herzensprojekt wie einem Buch, in das man so viel Recherche, Herzblut und Schreibstunden gesteckt hat? Da zolle ich Dir meinen ganzen Respekt!


    Eine Lektorin erzählte mir einmal von einem Autor, der damit gar keine Mühe hat: sobald alle Arbeiten getan sind, das Manuskript in Druck geht, ist es ihm egal, was damit wird, er kümmert sich schlicht nicht mehr darum. Was definitiv stressfreier und gesünder ist für einen Autor ... Aber so ist eben nicht jeder gestrickt.
    Klar, auf der Verstandesebene weiß ich, dass es unmöglich ist, ein perfektes Buch abzuliefern, keine Fehler zu machen, überhaupt ein Buch zu schreiben, das jedem gefällt. Aber im Gefühl kommt das eben nicht immer an ...
    Ich glaube, das ist auch ein (sehr mühseliger) Lernprozess, den man als Autor durchmachen muss.



    Aber was mir da einfällt: übergibst Du immer direkt ans Lektorat oder hast Du auch Vertraute, an die Du zum "Testlesen" gibst?


    Das ist über die Gesamtheit meiner Romane unterschiedlich. Bei vielen hatte ich zwei Testleserinnern, die die Manuskripte während des Schreibens parallel gelesen haben. Beim "Botaniker" waren es die beiden Lektorinnen, die mitgelesen haben, die eine durchgehend parallel, die andere in größeren Abschnitten. Die Farben waren ein kompletter Sonderfall: meine Verlagslektorin hat den Text bis zum letzten Frankfurt-Kapitel bekommen und mir dazu Feedback gegeben - was mir wichtig war, weil ich wissen wollte, ob ich auf dem richtigen Weg bin. (Fiona verdankt ihre Existenz übrigens meine Lektorin: sie fand, Gemma bräuchte wenigstens eine einzige Freundin, und noch während des Telefongesprächs tauchte Fionas Gesicht vor meinem inneren Auge auf.)
    Danach bin ich ins stille Kämmerlein abgetaucht und habe allein vor mich hingeschrieben. Was viel mit dem Aufbau des Roman zu tun hatte, da ich zwar parallel an den drei Handlungssträngen gearbeitet habe, aber in drei separaten Dateien - und vieles, was ich über Lucrezia und die Barrett Brownings schrieb, verschob ich immer mal wieder in eine jeweils andere Datei.
    Erst als alle drei Ebenen fertig waren, habe ich sie zusammengesetzt - buchstäblich, in der ausgedruckten Papierversion auf dem Boden ausgebreitet. Und dann erst ging das komplette Manuskript an Verlagslektorin, Außenlektorin und an meinen Agenten.


    Das klingt wirklich großartig! Mich fasziniert die Vorstellung, dass sich die Figuren während des Schreibens entwickeln, sich Raum nehmen und entwickeln dürfen. Ich weiß natürlich, dass das nicht bedeutet, dass sie einfach von alleine kommen und ein Buch nur so flutsch... Aber ich bilde mir ein, dass man beim Lesen durchaus ein Gefühl dafür bekommen kann, ob ein/e Autor/in ihren Charakteren Raum gelassen haben und sie haben reifen lassen - oder ab sie vom Reißbrett abgerissen wurden oder bis ins letzte Detail durchgeplant wurden. Die einen sind durch und durch glaubhaft, die andern mindestens hölzern.


    Für mich ist das die eigentliche Kunst: ein Gespür dafür zu bekommen, wo ich ganz analytisch planen und auch ackern muss und wo ich die Dinge einfach kommen und geschehen lassen kann (und auch muss). Es gibt diesen einen Moment bei jedem Manuskript, an dem ich beim Schreiben plötzlich das starke Gefühl habe: "es lebt". Das ist ein wunderbares Gefühl, ein Teil der Magie des Schreibens.

    Liebe Anne H., liebe Klusi, liebe Murxksi,


    von ganzem Herzen danke für die schönen Worte, die ihr für das Buch gefunden habt - und danke, dass ihr auf dieser Reise mit dabei wart! :)




    Während viele von Euch bereits Rezensionen geschrieben habt, bin ich, weil ich den Roman gerade ein zweites Mal lese, noch nicht soweit. Da aber ansonsten noch recht eifrig diskutiert wird, muss ich mich noch nicht unter Druck gesetzt fühlen, oder?!


    Von mir ganz bestimmt nicht, liebe Ulrike - nimm Dir ruhig die Zeit, die Du brauchst! :winken:


    Liebe Nicole, dann ist das bei dir auch so, dass deine Protagonisten mit der Zeit ein Eigenleben entwickeln? ;) Das habe ich schon manchmal von Autor(inn)en gehört, dass es ihnen mit ihren Helden so ergeht, ich finde das faszinierend.


    Ja, das ist definitiv so, und ich finde, bei aller gründlichen Vorarbeit brauchen sie auch diesenn Freiraum, um sich ganz entfalten zu können.
    Besonders staunenswert sind dann immer die Nebenfiguren, wie hier Nellie, Gina und Nonna oder Cesare. Da lege ich immer nur ein paar Basics fest, die sich auf ihre Rolle innerhalb der Handlung beziehen - und dann sind diese Personen auf einmal da, ganz rund und fertig. Ich sehe und höre sie und brauche sie dann nur noch zu schreiben.


    Liebe Grüße, SABO


    *schmunzel*


    Hallo SABO,


    ich hätte schrecklich gerne ein grünes Cover gehabt! Am liebsten mit der Dame in Grün darauf, in welcher Form auch immer.
    Aber der Botaniker war ja schon grün! Und zwei Romane im selben Jahr, die bei zwei verschiedenen Verlagen erscheinen und auch inhaltlich so weit auseinanderliegen in der gleichen Coverfarbe - das hielten wir dann für keine gute Idee. Und weil die Dame in Grün zu sehr nach einem historischen Roman ausgesehen hätte, wurde auch da nichts draus - sondern ein Cover, das so un-grün ist wie nur möglich.


    Hallo Sagota,


    sehr gerne - und danke für Deine guten Wünsche! :)


    Der nächste Roman von mir wird wieder bei HarperCollins erscheinen, und darin macht sich meine Heldin auf, das spurlose Verschwinden ihrer Mutter dreizehn Jahre zuvor aufzuklären. Was wahrscheinlich mehr nach Krimi klingt als es tatsächlich ist - es geht mehr darum, wie sie sich auf dieser Spurensuche selbst neu kennenlernt und verändert. Und Schreiben und Bücher und ihr Wechselspiel mit dem Leben spielen ebenfalls eine große Rolle darin.


    Die Projekte danach sind noch ungelegte Eier: Ideen, die ich gerade in Exposé-Form zu fassen versuche (was für mich immer eine mühevolle Puzzlearbeit und Bastelei ist). Eine Geschichte ist dabei, die in Asien und auf Hawaii spielt - und eine, mit der es nach Südosteuropa gehen soll, an einen fast märchenhaften und in Vergessenheit geratenen Ort.
    Mal schauen, was daraus wird ... :)


    Ich finde es schön, dass Gemma und ihr Vater doch in gewisser Weise aufeinander zugehen konnten. Ihr wird hier noch einmal viel Stärke abverlangt, aber ich denke, sie kann ihm vergeben. Wieviel ihr an dem (fast) fremden Mann doch liegt und dass sie sich um ihn sorgt, hat sie wohl gemerkt, als sie ihn, bei dem Treffen mit Linda, dort verletzt vorfindet.


    Wie Du so treffend geschrieben hast: es ist unverzeihlich, wie er sich Gemma gegenüber verhalten hat. Das weiß er, und Gemma empfindet es auch so. Und dieser Moment oben am Diamond Head, als sie ihn verletzt vorfindet - der wird dann auch wirklich für Gemma zu dem Punkt, an dem sie ihm gegenüber einen anderen Kurs einschlagen kann.



    Ich frage mich nur, war es nicht leichtsinnig, diese Fanatikerin einfach gehen zu lassen? Sie könnte ja immer wieder in Gemmas Leben aufkreuzen und Unfrieden stiften, und sie ist ja der Meinung, Gemma hätte den Schatz. Dass Gemma diesen längst aus ihrem Umfeld entfernt und sicher untergebracht hat, weiß Linda ja nicht. Ich denke, da können wir uns selbst noch ein wenig zusammenspinnen.


    Mit Sicherheit war das leichtsinnig - ich meine aber auch: großmütig. Und meinem Empfinden nach ist es genau das, was Linda einknicken lässt ...


    Zusammenspinnen fände ich ganz toll! Ich stelle mir ja Lindas Gesicht vor, wenn sie irgendwann in der Presse vielleicht über die prächtige Ausstellung von Lucrezias Juwelen liest, die Cesare in den Uffizien organisiert hat ... (Und ob Linda dann vielleicht einen ähnlichen Coup plant wie die Gauner neulich mit den Maharaja-Juwelen in Venedig?)



    Dieses Weiterspinnen der Geschichte wird mir aber besonders mit Gemma und Sisley Spaß machen, denn die Beziehung der beiden steht ja noch ganz am Anfang. Liebe Nicole, das hast du wunderbar in Worte gefasst, mit dem neuen Land, das Gemma und Sisley betreten und von dem sie nicht wissen, was sie dort vorfinden werden.


    Dankeschön. :)



    Bei mir gibt es ja immer ein allgemeines Ranking. Also, wie gefällt mir das Buch im Vergleich zu anderen seines Genres.
    Und dann noch das spezielle. Wie gefällt mir das Buch im Vergleich zu den anderen Romanen der AutorIN.


    Mein Liebling bleibt weiterhin "Unter dem Safranmond" gefolgt vom "Botaniker". Die haben bei mir die volle Punktzahl bekommen.


    Beim Genrevergleich tue ich mir diesmal etwas schwer, weil ich da zögere, wo ich es einordnen soll. Ich vergleiche es also kurzerhand mit Dan Brown. Und da schneidet es gut ab, denn sowohl historisch als auch spannungsmäßig ist es vorne dabei. Und im Gegensatz zu Dan Brown, der das Zwischenmenschliche nicht so drauf hat, ist bei Nicole ja eine wunderschöne Liebesgeschichte mit dabei. Also... bei mir alles gut. ;)


    Ach. Wow. Was ein Kompliment - danke! :-[


    (Und die "Farben" sind ja durchaus auch in jeder Hinsicht Meilen vom Safranmond und dem Botaniker entfernt ...)


    Ich habe sie gestern besucht, die grüne Dame - und obwohl das Städel übervoll war, wie immer an Sonntagen, hat sich vor ihr niemand gedrängelt. Umso besser für mich!


    Das ging mir auch jedes Mal so, wenn ich sie besucht habe.



    Aber ich bin mir wieder einmal bewusst geworden, dass Kunstwerke keinen Namen brauchen, um zu wirken. Und wer letztendlich der Künstler ist, ist so wichtig nicht....


    Ja, das empfinde ich auch so. Und unabhängig von diesem Roman kann ich das auch gut für mich stehen lassen, ob der Maler nun Kempeneer hieß oder einen anderen Namen trug.



    So gesehen hat er, Bernstein, alles richtig gemacht? Er musste diesen seinen Weg gehen, wie zweifelhaft auch immer er war, um zu einem ganz besonderen Frieden und Glück zu finden? Wie gesagt, meine Gefühle sind da so zwiegespalten wie diejenigen, die ich Bernstein entgegenbringe.


    So meinte ich das nicht. Er hat sogar sehr viel falsch gemacht, indem er diesen Weg ging - aber er hat genau das begriffen und daraus (oder dadurch) gelernt.




    Bei Gemma löste sich ein Knoten, sie hat in den letzten Tagen so viel auf die Beine gestellt und durchgestanden, sie war schon ganz unten, sortiert sich jetzt neu.
    Ich glaube nicht, dass dadurch alle ihre Probleme gelöst sind, aber es ist schon ein wenig wie ein "Reset-Knopf", ein "Reboot"..


    Nein, sie hat noch einen ganz schön langen Weg vor sich (zumal Zwänge sich als sehr hartnäckig erweisen) - aber der Anfang ist jetzt gemacht, durch und nach dieser Reise.



    Ihr Vater fand einen Weg um sich an ihrem Gemahl zu rächen..


    Das fand ich ein ganz spannendes Detail, wie Cosimo Alfonso die begehrte Braut für Lucrezias Bruder wegschnappte. Was natürlich nicht mit Lucrezias Tod zusammenhängen muss - aber mir gefällt diese Vorstellung ...



    In drei Ehen schaffte es der "nasse Fisch" nicht sich fortzupflanzen, ich denke, er war impotent. Wo doch soviel auf dem Spiel stand, frage ich mich nur, warum er keinen "Ersatz-Zeuger" gesucht hat, das hätte ja keiner gemerkt..für so gerissen halte ich ihn schon..Aber wer weiß..


    Ich könnte mir vorstellen, dass ihm da sein Stolz im Weg stand - allein wenn ich mir vorstelle, das hätte jemand im Castello mitbekommen, Renaissance-Höfe hatten tausend Augen und Ohren ...



    Wegen Lucrezias Ich-Form:
    Soll ich die Frage jetzt noch einmal stellen, oder sie mir selber geben?
    Lucrezia war der Ausgangspunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist hat das Buch und seine Leser gelenkt. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es wie ein letzter Atemzug.


    Ja, so war es - und sehr sehr, schön von Dir gesagt, SABO.
    Ich hatte von Anfang an Lucrezias Stimme im Ohr und wusste: so muss ich sie schreiben, diese Stimme muss ich in Worte fassen.



    Riposa in pace, Lucrezia


    :herz:



    Auch die Beweggründe von Clifforth fand ich nicht gerade sympathisch. Irgendwie ein komischer Kauz.


    Ja, das ist er, ganz zweifellos.




    Ehrlich gesagt fand ich das auch etwas unglaubwürdig. Wenn man so versessen auf einen Schatz ist, gibt man nicht einfach auf, auch wenn es an dieser Stelle sicherlich vernünftig war. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es einen weiteren Anlauf ihrerseits geben könnte.


    Für den Moment hat sie aufgegeben, ja, weil ihr in der Situation nichts anderes übrig blieb. Für mich schwang da auch mit, dass damit aus ihrer Sicht noch nicht aller Tage Abend ist.



    Auch wenn ich mit dem einen oder anderen ein wenig Schwierigkeiten hatte, so gefiel mir das Buch durchaus ganz gut. Die anderen Bücher, die ich von Nicole gelesen habe, haben mich allerdings wesentlich mehr in den Bann gezogen. Vielleicht lag es am Thema, Kunst und Kunstgeschichte sind so gar nicht mein Ding.


    Das tut mir natürlich sehr leid, dass die Thematik und auch die Umsetzung nicht so deines war! :winken:


    Dass Malachit dermaßen giftig ist, wusste ich auch nicht. Ich habe gleich mal ein wenig dazu in meiner Steine-Lektüre geschmökert, und da findet man ausdrückliche Hinweise, den Malachit nicht als Wasserstein zu verwenden. Wenn man den Stein nur bei sich trägt, dürfte sich das aber eigentlich nicht auf die Gesundheit auswirken. Ein komisches Gefühl bleibt jedoch. Ich habe eine Azurit-Malachit-Kette, die sehe ich jetzt auch mit anderen Augen und weiß nicht, ob ich den Stein nochmal direkt auf der Haut tragen werde. :o


    Ich bin da alles andere als ein Experte - aber mir wäre es jetzt glaube ich auch mulmig mit Malachitschmuck ...
    (Ich persönlich komme ja seit der Recherche nicht drüber hinweg, wie schnell so ein Zimmer- oder Hausbrand vonstatten geht; das ist ein mulmiges Gefühl, das ich aus dem Buch für mich mitnehme.)


    @ Nicole


    Ganz am Anfang dieser Leserunde habe ich ein Buch erwähnt, mit dem ich bis zum Schluss nicht warm geworden bin, bei dem ich aber das Gefühl hatte, es unbedingt noch einmal lesen zu müssen. Von Anfang an hatte ich dann einen anderen Zugang - und besagter Roman war dann ein Leseerlebnis der besonderen Art.
    Ein ähnliches Gefühl beschleicht mich bei Deinem Roman, was im Klartext heißt, dass ich ihn, bevor ich ihn endgültig beurteilen kann, noch einmal lesen werde - mit jenen offenen Sinnen, die es sicher braucht, um ihm gerecht zu werden und die mir während der Runde zeitweise verschlossen blieben. Vielleicht trug ich aber auch nur Scheuklappen... ;)


    Ich finde es toll, dass Du einen zweiten Anlauf wagen willst, liebe Ulrike - und ich bin sehr gespannt, wie es Dir dann mit den "Farben" geht! :winken:


    Das hast Du schön ausgedrückt, Emmy - so habe ich das auch empfunden und denke, es ist ein großer Reichtum für ihn gewesen.


    Ich empfinde es auch so - und auch als Befreiung von seiner Besessenheit, was akademischen Ruhm im Allgemeinen und Lucrezias Schatz im Besonderen angeht.



    Was hätte sie machen sollen? Entlarvt war sie, enttarnt - und hätte sich wegen Mordversuchs anklagen lassen müssen. Da ist es doch besser, zu verschwinden. Aber man könnte die Geschichte auch noch weiterspinnen ( was ich gerne immer mal mache ) - und dann zu dem Schluss kommen, dass Morgan weitere Versuche startet....


    Ich persönlich traue ihr da auch nicht über den Weg, ebenso wenig wie Gemma es tut. Ich finde es deshalb beruhigend, dass sie bezüglich des (doppelten) Schatzes so widerfährt, wie sie es dann tut.




    Die Aufschlüsse fand ich echt interessant: Die Malachit-Brosche hat der Vater Gemma geschickt, die E-Mails stammt von Morgan Andicott, aha.


    Das hatte für mich einen besonderen Reiz, zwei Absender zu haben, die Gemma aus ihrer Komfortzone aufbrechen lassen. :)




    Ein schöner, stimmiger Abschluss, begleitet von dem Gefühl der Freude, dass zwei solch' eigenwilliger, aber auch liebenswerter und charakterstarken "Solitäre" durch diese Reise in ein gemeinsames Leben starten können, während die "Dame in Grün" weiterhin geduldig wartet, ihren Namen wieder zu bekommen...


    Dass dieses "Outro" jetzt so am Schluss steht - das ist übrigens meiner wunderbaren Lektorin zu verdanken. Ursprünglich stand es am Anfang des Romans, und sie kam auf die geniale Idee, es ganz ans Ende zu stellen.



    Traumort Hawaii:
    "Wollen wir heute den Tag in der Buchhandlung verbringen?"
    Da habe ich gedacht, ja, Sisley ist irre geworden, er ist an einen der schönsten Orte der Welt und er will ihn drinnen verbringen und das, wo sie nur wenige Tage haben..Normalerweise können mich auch keine 10 Pferde von einer Buchhandlung fernhalten, aber auf Hawaii würde ich noch nicht mal ein Buch mit zum Strand nehmen..einfach da sitzen und schauen..Eindrücke sammeln, wie ein Bär "Kalorien" für den Winter..
    :urlaub:


    ... aber es ist so ein toller Barnes & Noble. :-[



    Eigentlich konnte ich das Vater/Tochter-Treffen kaum abwarten, doch als Gemma so auf ihn zulief, konnte sie auch nicht in seine Arme rennen, also habe ich auch ganz langsam mitgelesen..
    Ja, Berstein wollte seine Tochter schützen, doch wollte sie das? Er ist einfach zum Fenster raus und ist mit dem "Schatz" abgehauen? Das klingt noch schlimmer, als ich es mir gedacht habe, da hätte er ruhig lügen dürfen..
    Warum hat es so lange gedauert? Was hat Gemma geschützt indem er sich nicht meldete? Verlorene Zeit für immer und ein vom Trauma bestimmtes Leben..ich wäre auch wütend. Trotzdem fände ich es schade, wenn sie sich nie wieder sehen würden. (weil Sisley ja danach fragte und er ihn ja letztendlich nicht mal die Hand schütteln konnte)


    Ich mochte da auch dieses Ambivalente zwischen Clifford, der einfach so viel verbrochen und verbockt hat an und mit seiner Tochter, und Gemma, die zwar ihren Vater wiederhat, was aber trotzdem mit Schmerz und vor allem viel Zorn verbunden ist.



    Ich frage mich, wie kam Morgan auf seine Fährte? Kann man sich das so vorstellen, das er schon die ganze Zeit, Brotkrumen verstreut hat, aber sich nicht entschließen konnte sich zu melden? Also, wenn Gemma es nicht konnte, wie kam Morgan darauf?


    Linda/Morgan hatte im Gegensatz zu Gemma den Vorteil, dass sie von dem Schatz wusste und überhaupt wesentlich mehr Vorlaufzeit hatte, um nach Spuren zu suchen. Dass sie dabei auf die Fährten stieß, die Clifford für Gemma ausgelegt hatte, war nicht von Clifford beabsichtigt. Gemma bekam den Anfangsfaden für diese Spurensuche ja dann von zwei Seiten - von Linda/Morgan (weil diese bei ihrer Spurensuche nicht weiterkam) und von Clifford (der mitbekam, dass jemand nach ihm suchte).



    Aber eine Frage, die ich habe, wie ist Bernstein an den Ehering seiner Frau gekommen, als er wieder hineinging war doch der Weg zu Küche versperrt? Oder lag der im Schlafzimmer?


    Er hat ihn ihr abgezogen, als er bemerkte, dass sie tot ist. Danach hat er Gemma aus dem Haus gebracht und wollte das eigentlich auch mit Sylvia tun - da kam er aber schon nicht mehr zurück in die Küche.



    Und: Was meinte er mit "Dunkle Mächte"? Böse Typen oder hat er auch dem Teufel eine Seele versprochen, nur das jener dieses Mal schlauer war..
    :lesen:


    Sowohl als auch - Typen, denen nicht zu trauen ist als auch das Wissen, dass er damals seine Seele verkauft hat: den Schatz über alles zu stellen, damit Unheil heraufzubeschwören und noch nicht einmal dann, als er dadurch seine Frau verloren hat, davon ablassen zu können.

    Hallo Sigrid,


    im eigentlichen Sinne zu Recherchezwecken war ich für dieses Buch in New York. In Frankfurt war ich häufiger, das war ja mein eigener Ausgangspunkt für diesen Roman - und das Hotel, in dem Gemma und Sisley ihre ersten Spuren auswerten, gibt es übrigens tatsächlich, mit eben diesem Königslilien-Tepppichboden! San Francisco und Hawaii kannte ich von früheren Reisen, da konnte ich auf meine Beobachtungen und Erlebnisse damals zurückgreifen (Hurrikan "Ana", die sich 2014 glücklicherweise zu einem Tropensturm abschwächte, bevor sie auf die Inseln traf, inklusive).
    Schreiben ist tatsächlich mein Hauptberuf - und wirkliche Schreibrituale habe ich nicht. Ich sehe zu, dass alles, was es sonst an einem Tag zu tun gibt, schon erledigt ist, damit ich den Kopf frei habe. Ich habe ganz gern eine Tasse Tee neben mir, wenn ich schreibe - meistens ab der Mittagszeit bis zum frühen Abend. Wenn es gut läuft und ich diesen Flow auch nicht unterbrechen will, fange ich auch mal früher an und/oder schreibe länger. Ich erinnere mich z.B. noch, dass ich für die Szenen in Florenz schon morgens am Schrebitisch saß, und bei denen in Texas saß ich bis zum späten Abend daran.
    Zwischendurch gehe ich zum Sport oder an die frische Luft - wie Browning finde ich einen flotten Spaziergang hilfreich, um auszulüften und wieder die Stimme meines Textes zu hören. Manchmal nehme ich dann auch meine Kamera mit - Fotografieren ist meine kleine kreative Auszeit zwischendurch.