Beiträge von Tanzmaus

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Zu Beginn musste man zunächst die ganzen Protagonisten sortieren. Dank des Prologs, fiel mir das recht einfach. Auch kannte ich die Vorgeschichte von vielen schon und fand mich gut ein.


    Der Vater des Hauses ist schwer erkrankt, sein Tod ist zu befürchten, so dass die Hausherrin mit dem schlimmsten rechnet, während der Neffe sich schon mal die Hände mit Dollarzeichen in den Augen reibt. Nur Finja behält einen kühlen Kopf und kümmert sich um das Gut, denn das Leben muss ja weitergehen und der Hof bestellt werden.

    Schade nur, dass sie so wenig Rückhalt hat. Gerade in Bezug auf Käthe wäre ein wenig Unterstützung beim Gesinde nicht schlecht gewesen.


    Christine Limbach und ihr Vater tauchen auf. Neu im Ort, soll der Vater den Platz des Dorfarztes einnehmen. Schade, dass sie ihr Studium nicht beenden kann. Welche Möglichkeiten hat sie nun noch? Kann sie irgendwas nachholen oder muss sie als Assistentin ihres Vaters und irgendwann Nachfolgers dahindümpeln?


    Clemens Curtis kehrt verletzt heim, aber er taucht bei Lennarts Familie auf. Finjas Mutter nimmt ihn gleich als willkommenen Doppelgänger auf. Wie lange kann diese Scharade gut gehen? Wird Lennart irgendwann doch noch heimkehren? Was wurde aus ihm und wieso sieht Clemens ihm zum Verwechseln ähnlich?

    Ich will jetzt nicht sagen, dass man das Buch ohne die Vorgeschichte gelesen zu haben, nicht lesen kann. Aber ich finde schon, dass es das lesen des Buches einfacher macht. Man hat schon ein Gespür für die Protagonisten, kennt die - im Buch nur angedeuteten - Hintergründe und versteht die Handlungsweisen deutlich besser. Von daher bin ich froh, dass ich zunächst die Vorgeschichte gelesen habe.

    Hamburg 1890. Die Zwillinge Dorothea und Daniel sind ein Herz und eine Seele. Während allerdings Daniel im väterlichen Fotostudio mitarbeiten soll, verzehrt sich Thea danach, selbst Fotografien anfertigen zu können. Bei gemeinsamen Ausflügen, bei denen Daniel Auftragsarbeiten anfertigen soll, übernimmt Thea seine Rolle und bietet Daniel die Möglichkeit, sich seiner geliebten Malerei widmen zu können.

    Doch dann soll Daniel in die deutschen Südseegebiete geschickt werden, um Bilder von exotischen Orten und Menschen zu machen. Aber Thea lässt ihren Bruder nicht alleine gehen …


    Zeitgleich versucht der Hamburger Reeder Leopold Saarner seine Trauer um seine Mutter zu bewältigen und ins Geschäft seines Vaters einzusteigen. Dazu unternimmt er eine Fahrt nach Polynesien. Sein Vater nutzt die Chance und bittet seinen Sohn, den bislang verschwiegenen unehelichen Sohn zu suchen und mitzubringen. Leopold ist fassungslos und überlegt, wie er den unliebsamen Halbbruder aus der Welt schaffen kann …


    Auf Polynesien versucht der junge Baptist herauszufinden, wer er wirklich ist. Er gehört weder den Weißen an, die ihn als Adoptivsohn zu sich nahmen und aufgezogen haben, noch zum Stamm seiner Mutter, die er regelmäßig besucht. Auf der Suche nach sich selbst lauern viele Gefahren …



    Die Geschichte teilt sich in 5 einzelne Bände auf und wird immer abwechselnd erzählt. Als Leser erfährt man daher die Geschichte von Thea, Leopold und Baptist. Schnell war in der Geschichte gefangen und habe mit Thea, Daniel und Baptist mitgefiebert.


    Dir Protagonisten waren mir bald sympathisch und ich konnte sie mir auch gut vorstellen. Anders war dies bisweilen bei verschiedenen Umständen, wie z.B. bei der Rettung von Baptists Mutter. Die Stimmung, die die Autorin mit ihrem schönen Schreibstil geschaffen hat, konnte mich jedenfalls gefangen nehmen und so flogen die Seiten nur dahin. Trotz der vielen Protagonisten verlor ich nicht den Überblick, denn jeder hatte seinen eigenen Charakter, welcher auch gut herausgearbeitet war.


    In dem Buch geht es aber nicht nur um die vier Personen, sondern auch um die Ansichten und Meinungen, die zur damaligen Zeit vorherrschten. Angefangen beim Vater von Thea, der das Talent seiner Tochter für die Fotografie ebenso wenig wahrhaben möchte, wie das Talent seines Sohnes für die Malerei. Darüber hinaus waren die Ansichten der Mönche auf Polynesien, wie auch die der Familie Oudebooms realistisch und nachvollziehbar, dabei aus heutiger Sicht unverständlich.


    Fazit:

    Mir hat die Geschichte recht gut gefallen. Das Cover erzeugt gleich die richtige Stimmung und auch wenn das Ende viel zu schnell kam, war es doch ein toller Ausflug nach Polynesien mit Thea, Daniel, Leopold und Baptist.


    Carmens Bücherkabinett

    Lovelybooks

    Was liest du?

    Amazon

    Goodreads

    Was für ein Wahnsinn. Wegen der Engstirnigkeit der Mönche,ist ein Matrose schwer verletzt und auch Daniel trifft es. Fast wäre noch vielmehr passiert.

    Aber sie haben Baptiste nur gefangen genommen und wollen ihnvor Gericht bringen.

    Irgendwie witzig fand ich ja, dass sie alle rumgestanden und zugeschaut haben und erst über Baptiste hergefallen sind, als die 2 mit ihrem Liebesspiel fertig waren. Bei der Dringlichkeit hätte ich erwartet, dass sie ihn von Thea runterzerren .... aber scheinbar hat es ihnen dann doch zu gut gefallen, was sie sahen ... ?



    Naja, Thea hat halt nicht um Hilfe geschrieen, sondern aus Lust. Da sahen die wohl auch keinen Grund, einzugreifen. Eher, um ein wenig auf ihre Kosten zu kommen... ;-)

    Im letzten Teil überschlagen sich die Ereignisse.


    Thea und Baptist werden beim Großvaterbaum erwischt und es gibt eine Schlägerei. Zum Glück geht es gut aus für alle, nur der Baum muss leiden. Aber auch hier … er wird nicht gefällt, sondern muss seine Narben flicken.


    Leopold will seinen Halbbruder zunächst beiseiteschaffen, aber dann scheint er sich an den Gedanken zu gewöhnen. In Hamburg jedoch bleibt Baptist ein Fremder. Wie soll das auch nach 20 Jahren so schnell sich ändern?


    Dorotheas Vater ist immer noch erbost und macht ihr das Leben schwer. Kein Wunder, dass Thea flieht, zumal die Aktion beim Großvaterbaum nicht ohne Folgen geblieben ist. Wie soll sie da noch in Hamburg bleiben können?

    Interessant fand ich, dass Daniel Dorothea die Fotoausrüstung da gelassen hat. Hatte er doch noch Hoffnung, dass sie genesen wird? So kann Thea einige Fotografien anfertigen, was ihr sehr zupass kommt. Motive findet sie wahrlich genug.

    Diese Frage habe ich mir auch getellt. Entweder glaubte er nicht daran, dass sie tatsächlich sterben wird oder er wollte sich von unnötigem Ballast befreien, weil er sich sicher war, dass er keine Fotos machen wird?


    Ich denke eher, dass er tief in seinem Herzen die Hoffnung nicht aufgegeben hat, dass Thea überleben wird.

    Oh nein! Ernst ist tatsächlich tot. Der arme Daniel. Sein Gelübde ist zwar gut und schön, aber ich glaube nicht, dass er sich dran halten kann. Wenn mal der Richtige verbeiläuft, hat er es gewiss bald wieder vergessen.



    Thea und Baptiste kommen sich näher. Die Szene mit dem Tauchgang ist zwar schön, aber man hätte hier noch etwas mehr auf die Wunderwelt eingehen können. Sie durch Theas Augen zeigen können. So wurde alles irgendwie nur kurz angeschnitten, was ich sehr schade fand. Immerhin machen solche Momente den Zauber einer Geschichte aus.



    Der Sturm und ihre Rettung war atemberaubend, auch die Zerstörung danach. Als sie nach Naian gesucht haben, habe ich manchmal Probleme gehabt, mir das alles vorzustellen. Wo war Naian wie begraben? Das schien ja endlos zu sein. Und dann befürchtet Thea schon, dass sie mit Bruder Francois zu spät kommt (NächstenliebeX(, ich erwähne es nur!). Aber Naian überlebt, wie auch immer. Ich dachte wirklich, sie schafft es nicht mit ihren Verletzungen und dem Blut spucken.



    Leopold hat einen regelrechten Hass auf seinen unbekannten Halbbruder. Immer wieder hofft er, dass andere ihm eine Entscheidung abnehmen. Dass er ihm ja nie begegnen muss oder er ihn ja nicht sprechen muss. Aber weder der Sturm noch andere tun ihm diesen Gefallen.

    Leopold und Daniel haben Dorothea alleine gelassen. Beide scheinen fest davon auszugehen, dass sie stirbt. Aber sie überlebt und wird wieder ganz gesund.


    Überrascht war ich ein wenig, als Naian zu Thea geschickt wird, um ihr zur Hand zu gehen. So lernt sie also Baptiste das erste Mal kennen. Klar, dass sie überrascht ist, ihn dann auch bei den Oudebooms zu treffen. Und dann auch noch mit einem anderen Namen J.


    Die Oudebooms gefallen mir auch nicht, da kann ich Thea schon verstehen. Der Schneider ist auch etwas merkwürdig. Auf der einen Seite scheint ihm der Name Oudeboom etwas zu sagen, auf der anderen Seite will er aber erst schneidern, wenn er Geld gesehen hat. Auch seltsam fand ich, dass Baptiste die Sachen gleich mitnehmen kann. Ich dachte hier ehrlich gesagt, der Schneider nimmt maß, spricht über Stoffe und Schnitt und fertigt dann in aller Ruhe die Kleidungsstücke an und Baptiste holt sie einige Tage später ab. Gerade bei der Menge.


    Die Predigt des Bruders fand ich auch hart. Was hat denn Gläubigkeit mit der Hautfarbe zu tun? An ihrer Hautfarbe können die Menschen doch nichts rütteln, wohl aber an ihrer Einstellung.


    Und dann der Schreck… Ernst wird vermisst und gilt als tot. Ich hoffe noch, dass es ein Irrtum ist. Daniel hat es schwer getroffen. Erst seine Schwester, von der er getrennt ist und von der er annimmt, dass sie auch tot ist und dann sein Freund.


    Interessant fand ich, dass Daniel Dorothea die Fotoausrüstung da gelassen hat. Hatte er doch noch Hoffnung, dass sie genesen wird? So kann Thea einige Fotografien anfertigen, was ihr sehr zupass kommt. Motive findet sie wahrlich genug.

    Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob Baptiste sich dauerhaft für ein Leben in der Zivilisation entscheidet. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass seine Wurzeln stärker sein könnten als alles andere.

    Das glaube ich auch, dass die Wurzeln stärker sind und das finde ich gut.


    Ich bin auch der Meinung, dass seine mütterliche Wurzeln stärker sind. Auch wenn er in beiden Welten nicht richtig dazugehört.

    Da hat Daniel Dorothea tatsächlich als blinden Passagier an Board geschmuggelt. Ob das aber auf Dauer gut gegangen wäre? Fast schon kann man sagen, wie gut, dass Leopold die beiden entdeckt hat. So war wenigstens die restliche Reise erträglicher für Thea. Nur jetzt liegt sie auf den Tod danieder. Hoffentlich geht es ihr bald wieder gut und hoffentlich ist sie bald wieder mit Daniel vereint.


    Also ist da doch mehr zwischen Daniel und Ernst! Ich hatte da schon einen gewissen Verdacht, wollte es aber nicht recht glauben. Jetzt ist es ja wohl eindeutig. Tse. Das wird ihm gewiss noch Probleme bereiten.


    Baptiste tut mir immer mehr Leid. Er ist so zesrissen. Keiner Welt scheint er wirklich anzugehören und egal was er tut, eine Welt scheint er immer zu kränken L.

    Nur, dass der Vater derart heftig reagiert, damit hätte ich nun nicht gerechnet.

    Zur damaligen Zeit war das aber gar nicht so unüblich, dass Väter so reagieren. Und wenn er dann noch ein Chloleriker ist (wo ich ihn tatsächlich einordnen würde), dann eskaliert das schon mal.


    Gut, zu einem Choleriker würde es passen. Klar, er reagiert darauf nicht gerade erfreut, aber das hatte ja schon was rasendes an sich .. :o

    Dorothea fühlt sich ja schuldig, weil ihr Vater so krank ist. Ich finde nicht, dass sie schuldig ist, er ist selbst schuld.

    Schuldig sein und sich schuldig fühlen, sind ja zweierlei. Es gibt ja oft Menschen, die sich wegen irgendetwas schuldig fühlen, obwohl sie von der Logik her keine Schuld haben.


    Die Schuldgefühle kann ich gut nachvollziehen. Immerhin hat Dorothea etwas "Verbotenes" gemacht. Ihrem Vater haben sie nichts davon gesagt und dann kam es durch einen dummen Zufall heraus. Hätte die Frau nicht so von Dorothea geschwärmt, wäre es vielleicht gar nicht erst aufgefallen. So aber ..

    Nur, dass der Vater derart heftig reagiert, damit hätte ich nun nicht gerechnet.

    Im ersten Teil kommen ganz schön viele verschiedene Protagonisten vor.

    Dorothea und Daniel, die beiden nicht den Vorstellungen ihres Vaters entsprechen. Thea würde lieber fotografieren und scheint auch Talent dafür zu haben. Daniel möchte viel lieber malen, aber das wird nicht gerne gesehen.


    Leopold, der schwer unter dem Verlust der Mutter leidet und dann doch wieder eine neue Aufgabe in der Arbeit seines Vaters findet. Doch dann kommt ein Familiengeheimnis auf den Tisch und Leopold erhält einen neuen Schlag …


    Baptiste ist sehr zerrissen. Zum einen lebt er in der Welt seiner Adoptiveltern, zum anderen kann er aber auch seine Wurzeln nicht verleugnen oder gar ignorieren. Hier prallen buchstäblich zwei Welten aufeinander, was man an der Prüfung deutlich erkennen kann.


    Ich bin mal gespannt auf den zweiten Teil und wie es mit den vier Protagonisten weiter gehen wird. Immerhin haben sie ein gemeinsames Ziel und werden sich über kurz oder lang alle kennen lernen.


    Der Schreibstil ist übrigens angenehm und auch die Wechsle zwischen den einzelnen Protagonisten bereiten mir keine Probleme. Der erste Teil war daher schnell gelesen, nachdem nun alles einigermaßen funktioniert. Jetzt geht es weiter.

    Wir waren übers Wochenede weg, Da wollte ich eigentlich lesen, aber mein Reader hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, Ging nicht mehr an, Restart nicht möglich und auch keine Aufladung. Vorgestern, kurz bevor ich mir einen neuen bestellen wollte, fand ich im Netz ein Update. Das habe ich über Umwege aufgespielt und installieren können. Jetzt scheint er wieder zu gehen, aber ich überlege, mir dennoch einen neuen zu bestellen. Bin mir nur noch nicht schlüssig, welches Modell ... :-/ Wenn man mal etwas schief geht .... :argh: