Beiträge von mamasein2009

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    Inhalt:


    Ella ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter allein da steht. Im Nachlass findet sie einen Zettel mit dem Namen eines Münchener Professors. Wie es der Zufall so will, läuft sie dort ihrem zukommen Ehemann über den Weg, für beide Liebe auf dem ersten Blick. Ein scheinbar glückliches Leben in der besseren Gesellschaft steht vor ihr, doch auch ein Welt von Intrigen, Geheimnissen und Oberflächlichkeiten.


    Fazit:


    Heidi Rehn schafft es nach "Der Sommer der Freiheit" mich mit einem weiteren Roman zu begeistern, ja in eine vergangene Welt abtauchen zu lassen.
    Ella ist mir sofort sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, sie lässt sich jedoch nicht hängen und geht ihren Weg. Mitunter scheint sie auch etwas zu gutgläubig zu sein, da sie nicht weiter nachfragt, was ihr Ehemann so geschäftlich allein zu klären hat bzw. sich mit lapidaren Aussagen zu frieden gibt. Aber dies ist ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit geschuldet und macht sie für mich noch sympathischer. Auch dass sie sich ihrer Schwägerin behaupten kann, beeindruckt mich, sie ist eine willensstarke junge Frau.


    Ihr Ehemann Jobst, jüngster Sohn der Kirchenreuths, ist für mich zunächst sehr unnahbar, zu undurchsichtig, irgendwie mehr ein draufgängerischer Junggeselle, der nichts von der Vergangenheit wissen möchte und nur in der Gegenwart lebt. Im Verlauf der Geschichte erfährt man auch warum er so ist und so reagiert.


    Seine Eltern sind erfolgreiche Besitzer einer Maschinenfabrik und passen ihre Meinung so an, dass sie weiterhin gut in der Gesellschaft dastehen und ja keine Aufträge durch mögliche neue politische Konstellationen verlieren. Mit der Zeit merkt man diese Oberflächlichkeit und wie das Ansehen der Familie im Vordergrund steht und nicht der einzelne.
    An Falk, dem ältere Bruder von Jobst konnte ich nichts finden, was ihn positiv erscheinen lassen könnte. Er ist für mich eine solche Person, was für meinen Sohn als Schimpfwort verboten ist.


    Schwägerin Viktoria hat in ihrer Art und Weise nicht meine Sympathie gewinnen können, doch ihr Leben ist nicht so golden wie zunächst gedacht und somit kann ich ihr Handeln zumindest im Rückblick besser verstehen, als Art Schutz.


    Besonders gelungen finde ich, dass die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit deutlich wird, dass sich die meisten nicht mit der deutschen Kriegsschuld einverstanden gaben. Was für mich beim Lesen noch viel deutlicher geworden ist, wie schwierig das Regieren bei den vielen Parteien gewesen sein muss. Erschreckend und mir bisher völlig unbekannt, dass die bessere Münchener Gesellschaft Hitler und seine NSDAP finanziell unterstützt hat und das in Berlin und Brandenburg die Macht der Braunen so starkunterschätzt wurde. All das konnte mir kein Geschichtsunterricht lehren und somit ist "Spiel der Hoffnung" für mich nicht nur ein Gesellschaftsroman über die Goldenen Zwanziger sondern ein solide recherchierter historische Roman. Eindeutig eine Leseempfehlung und mein Lesehighlight im Herbst.


    Hervorzuheben ist auch die gelungene Gestaltung des Taschenbuches, schon allein das Cover schickt mich in die Zeit der goldenen Zwanziger, Grammophon, extravagante Kleider und Tanzveranstaltungen. Schlägt man das Buch auf, wird man gleich von Heidi Rehn begrüßt, mit der Einladung mit ihr die Schauplätze des Romans in einem buchigen Spaziergang kennenzulernen, verlockend. Und natürlich das umfangreiche Glossar.
    Mein Dank gilt Heidi Rehn für die tolle Begleitung der Leserunde und dem weiteren Wissen, dem Team von Leserunden.de und dem Knaur-Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

    Ella kämpft um ihre Liebe, sie igelt sich nicht ein und möchte nochmal mit Jobst in München reden. Zum Glück läuft ihr Hubert Wolf erneut über den Weg und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Jobst.
    Endlich erfährt Ella auch was über seine Vergangenheit und dass er kein Problem mit Juden hat.
    Hubert ist ein wahrer Freund und bekomntvzum Glück in diesem Abschnitt endlich "mehr Aufmerksamkeit"


    Bei dem Selbstmörder musste ich gleich an Jobst denken und hatte gleich Wut. Warum kämpft er nicht und wirft sein Lebrb weg, da zeigt sich wieder wie benebelt Alkohol und Drogen machen können. Er hatte auch keinen Rückhalt, seine Familie ist unnahbar und nur auf das heile Ansehen in der Gesellschaft bedacht und dann ist noch Ella weg, niemand redet mit ihm bzw. will er auch nicht. reden.
    Ella drückt es zum Ende hin sehr schön aus, dass sie nicht richtig miteinander reden und oder zuhören.


    Nachdem Vorstellungsgespräch bei Gersons habe ich schon vermutet, dass sie schwanger ist und ganz toller Zug, ihn nach Constantin zu benennen.

    Gerade schwebt Ella noch im Glück und Glanz in der Stadt der Liebe, Paris, da kommt völlig überraschend Jobst mit den Fotos von Gersons in zwielichtiger Pose. Mir kam gleich der Gedanke, warum interessiert Jobst auf einmal Ellas Vergangenheit? Nur weil es von einem vermeintlichen Geschäfttspartner kam. Ist ihm die Liebe zu Ella so wenig wert, dass er sie unter die Karriere stellt.
    Warum verteidigt er sie nicht gegenüber seinen Eltern bzw. lässt sie zu Wort kommen.


    Sehr erschreckend finde ich, wie alle von den Kirchenreuths reagieren, als sie erfahren, dass Ellad Mutter eine Jüdin war. Werner ist gegen Hitler und will nicht mit welchen zu tun haben, die Hitler offen unterstützen und dann ist er so geschockt. Warum sitzt der Hass so tief bzw. warum haben sie Angst um ihr Ansehen.


    Warum steht Falk in geschäftlicher Sicht so schlecht bei Werner? Seite 366 "Es zählt sich immer aus, zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten im Gespräch zu sein. Das wirst du auch noch lernen " entgegnete Werner trocken.


    Jetzt ist eindeutig, dass die Unterlagen hochbrisant sind, wie werden ihr da Constanze und Grischa helfen können?


    Nun bin ich gespannt, wie es mit Ella und Jobst weitergeht, ob die sich ich aussprechen?!

    Viktoria ist wirklich kein Sympathieträger, aber sie ist wirklich clever. Nur durch ihren Missgunst und ihren Neid verliert sie den Fokus. Sie ist allerdings auch leichtsinnig, wo sie doch weiß, was ihr Mann Falk für ein Monster sein kann. Ich verstehe nicht, wie sie nicht daran denken kann, dass er sie vielleicht auch beobachten lassen könnte.


    Das habe ich mich auch die ganze Zeit gefragt, warum ist sie das Risiko eingegangen? Sie wusste von der Abmachung, dass sie dann alles verlieren würde. Sicher sie hat sich bestätigt gefühlt, dass sie auf andere Männer eine anziehende Wirkung hat und dass sie verliebt war und man da unüberlegt Dinge tut. Aber bisher habe ich sie als berechnend kennengelernt und vor allem nach der Situation im Borsts Büro hätte ich mich nicht an seine Brust geworfen.

    Dieser Abschnitt lässt mich mit bedrückenden Gefühlen zurück.


    Ella hat zwar viel über ihre Eltern heraus gefunden, doch ihr wird auch bewusst, dass ihre jüdischen Wurzeln gefährlich werden können, obwohl sie getauft ist.
    Von Esther Grün erfährt sie viel über die Kindheit ihrer Mutter. Esther ist mir in den kurzen Abschnitt sehr sympathisch geworden und man merkt ihr an, wie gern sie an Hannah zurück denkt.
    Interessant finde ich hier, wieviel man über die Herzlichkeit der jüdischen Gemeinde erfährt und auch, dass Ellas Eltern Géld für die Flucht von Polen nach Deutschland zurückgelegt haben.


    Falk wider mich immer mehr an. Zunächst einmal, dass er denkt er bekommt jede rum, wie er Rieke umgarnt, selbst die Zwillinge bekommen es mit. Wie er mit Viktoria umgeht und ihr offen droht, sich einfach scheiden zu lassen und ihr die Kinder zunehmen, weil sie eine Hure ist und er? Was sind dann seineFrauengeschichten? Aber das ist in seinen Augen was anderes.


    Falk hält in seiner Berliner Wohnung ein NSDAP-Treffen ab, er kennt Leute wie Goebbels. Mir schwant böses, wenn er erfährt, welche Abstammung Ella hat. Wie wird dann Jobst zu ihr stehen?


    Über Jobst Geschäftstermine macht sie sich auch Sorgen. Irgendwo berechtigt, warum will er auf einmal allein sein?


    Fragen über Fragen.
    Warum steht nicht Professor Lutz als Patentinhaber drin, warum Werner? Was steckt da dahinter. Und die Mappe wird immer wichtiger.


    Erschreckend finde ich die Tatsache, wieviele die Braunen unterstützt haben und trotz Verbot der NSDAP und SA in Berlin Brandenburg welche am Tage in der Uniform rumlaufen. Man hat sicherlich zum damaligen Zeitpunkt ihre beginnende Macht unterschätzt.

    Marianne ist immer noch ausgesprochen mundfaul - sieht sie Ella als Konkurrenz? Sie weiß doch sicher mehr!


    Sehr unnahbar und im Café habe ich wirklich gedacht, dass sie sich etwas öffnen und dann ist sie einfach aufgestanden und gegangen. Sie verurteilt Ella und behauptet, dass Ella den Professor an der Nase herum geführt hat. Ihr Verhalten ist einfach seltsam, Ella hatte ja keinen Nutzen vom Tod. Ist Marianne vielleicht eher auf Ellas Mutter eifersüchtig, weil der Professor sie immer in höchsten Tönen gelobt hat und ihr gegenüber dies nicht getan hat bzw. ihre Arbeit als Haushälterin nicht so geschätzt hat, wie sie es sich gewünscht hätte.

    Durch eine Erkältung kann ich mich jetzt erst wieder melden.


    Ella und Jobst in Berlin, ich bin immer noch überrascht, dass Werner zugestimmt hat, dass Ella mit unterstützen darf.
    Interessant fände ich gleich die äußerlichen Unterschiede zwischen Berlin und München. Werbung und Reklame bestimmen in Berlin das Bild und in München ist die verboten.
    Ella möchte nicht von alten Bekannten/ Freunden in Berlin erkannt werden und umgeht ihr bekannte Orte und ist auch froh, dass Jobst nicht mit ihr zu Gersons gegangen ist. Das Reisekleid hatte sie damals nur ausgeliehen, und schuldet es dem Modehaus. Hatte sie von Anfang an vor in München zu bleiben? Scheint so.


    Endlich erfährt sie einiges über ihre Familie und das ihre Mutter als Waise nach München gekommen ist und ihr Vater als Assistent bei Professor Lutz gearbeitet hat. 1905 sind sie dann nach Metz aufgebrochen, Constanze deutet an, dass es unfreiwillig geschah dass der Professor seinen besten Assistent verjagt hat. Die Mappe kann sich dazu einiges an Aufklärung geben, aber wer versteht diese?


    Endlich ist Rike aufgetaucht. Ich mag ihre lockere Art und ihre Berliner "Schnauze".
    Aber sie birgt auch viele Geheimnisse. Warum hat sie keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern und warum wohnt sie jetzt im Hotel? Sicher steckt da ein Liebhaber dahinter, woher soll sie sonst die Sacheb haben und sich das Hotel leisten können?


    Das man nochmal was von Marianne liest, freut mich, sie kann sicherlich noch einige der Geheimnise aufklären, wenn sie mag. Warum ist sie so unfreundlich gegenüber Ella, dass war noch zu Lebzeiten so. Sie war kurz davor sich Ella zu öffnen und dann hat die es sich anders überlegt und es wird deutlich, dass sie keine gute Meinung über die Kirchreuths hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


    Und warum wird Ella nicht schwanger? Liegt es an ihr oder doch an Jobst?

    Ich finde Ellas Idee, in der Firma mitzuarbeiten richtig gut – für damalige Verhältnisse und gerade in der konservativen Familie Kirchenreuth war das sicher ein schreckliches Vergehen ;D Sehr schön, dass Ella inzwischen aufgewacht ist und ihr Leben in die Hand nimmt. Allerdings wird das Viktoria noch saurer aufstoßen.


    Die Idee finde ich gut, dass sie mit arbeiten möchte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Werner zustimmt, er wird nicht einmal darüber nachdenken, er wird sofort Nein sagen.

    Das sich Ella langweilt und die gemeinsame Zeit mit Jobst vermisst ist nachvollziehbar. Jobst ist oft geschäftlich unterwegs, hier stellt sich mir die Frage, warum Werner ihn und nicht Falk schickt?! Obwohl er ja weiß, dass er ein Draufgänger ist und sehr wahrscheinlich nicht gut mit Geld umgehen kann (Kokain und Casino)


    Viktoria mag ich nicht wirklich, aber sie tut mir in der Ehe unter Falk leid, er schlägt sie, dass sie sichtbare Narben im Gesicht hat und unter seinen Frauengeschichten leidet.
    Warum hat sie die Vermutung, dass was mit Ella und Constantin nicht stimmt? Doch sicher nicht wegen ihrer Stellung in der Familie als Schwiegertochter, irgendwann musste doch Jobst heiraten.


    Der Kinobesuch von Falk mit den Beiden ist mir sehr in Erinnerung, vor allem die Szene in dem Restaurant und dem stinkenden Mann ( eine sehr lebhafte Beschreibung, ich konnte mir den richtig gut vorstellen). Erschreckend wie es schon 27 zuging und welche Typen empor gekommen sind. Hier wundert sich Ella, warum Falk den Mann Kamerad nennt, macht sich aber weiter keine Gedanken, die Poitik und Weltgeschehen scheinen ihr egal zu sein, oder?


    Man merkt auch langsam, die Feindschaft und Ausgrenzung der Juden, weil es der überwiegende Anteil macht, schlimm, oft ohne nachzudenken.


    Ella hat immer noch kein Kontakt zu Rike aufgenommen, obwohl es doch ihre einzige Freundin von früher ist. Zeit hat sie ja, das wundert mich, warum sie da so antriebsarm ist
    Und da fällt mir die Mappe von Constantin ein, was hat es damit auf sich, Zahlenreihen - zu was?

    Ich glaube, es wurde bei der Hochzeit auch erwähnt, wie ähnlich sich die Kirchenreuthmänner sehen, als sie alle Drei zusammenstanden - ich hoffe, ich habe das jetzt nicht völlig falsch im Kopf :-[


    Ja, es wurde bei der Hochzeitsfeier als Ella und Jobst zu den Gästen gestoßen sind, erwähnt, wie sich die 3 Kirchenreuth-Männer äußerlich gleichen.

    Brennend würde mich interessieren, in welchem Verhältnis Constantin Lutz zu Ellas Eltern steht, ein Onkel ist er ja nicht wirklich. Warum haben ihre Eltern nie etwas über ihn erzählt? Und ist das auch ein Grund dafür, warum sie so zurückgezogen gelebt haben?


    Das hat mich die ganze Zeit beim Lesen beschäftigt, warum weiß Ella nix über die Vergangenheit der Eltern und warum haben diese ohne Kontakt zu Verwandten gelebt?
    Wie passt da Constantin Lutz rein?

    Einstieg ins Buch ist mir gut gelungen. Ella ist mir sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, auch das sie kaum was über Verwandte weiß, warum werden ihre Eltern so abgeschieden gelebt haben, was mag da vorgefallen sein.


    Jobst ist nicht mein Fall. Zu draufgängerisch, unnahbar und egoistisch. Gut im Verlauf des 1. Abschnitts wird deutlich, dass die Stimmungsschwankungen mit seinem Drogenkonsum zu tun haben.
    Sein Bruder hält ja nichts auf hinsichtlich Geschäfte und Einbindung in die Firmengeschäfte, da ist sicherlich was vorgefallen.


    Viktoria lernt man ja gleich als Biest kennen, so wie sie Ella am Hochzeitstag gegenüber tritt. Doch hinter ihrer Verbitterung steckt die Abweisung und das Fremdgehen von Falk. Etwas sympathisch ist sie mir dann doch, dass sie Hitler durchschaut hat und auch nicht verstehen kann, was die bessere Gesellschaft an ihm findet.


    Besonders gelungen finde ich, dass bereits die gesellschaftliche Stimmung deutlich wird.


    So, dann schau ich mal was ihr geschrieben habt.

    So, meine Rezi ist nun auch geschafft:


    Die nächsten Tage stelle ich sie auf weiteren Seiten ein.



    Inhalt:


    Madagaskar im Jahre 1880
    Sie hat eine Art Rezeptbuch von ihrer Großmutter vererbt bekommen, in welchem die Zusammensetzung von Parfümen besprochen wird. Sie ist von den wenigen Zeilen in Bann gezogen und sie hat bereits in Jugendjahren sich daran ausprobiert. Paula lässt Deutschland und ihre Vergangenheit hinter sich und begibt sich auf Ahnenreise nach Madagaskar, um das Land zu besuchen, in welchem ihre Großmutter gelebt hat und mit dem Vanilleanbau glückliche Jahre verbracht hat. Paula wird auf ihrer Reise von drei Männern, Villeneuve, Lázlo, Morten und Noria, eine Übersetzerin begleitet. Doch jemand verfolgt keine guten Absichten.


    Fazit:


    Beatrix Mannel gelingt es geschickt, die Geschichte von Paula und Mathilde mit den Eigenheiten des Landes Madagaskar zu verbinden. Madagaskar war zu der Zeit, in welcher der Roman spielt, erst seit wenigen Jahren für Ausländer zugänglich. In kleinen oder großen Episoden wird dem Leser die damalige Zeit auf Madagaskar nahegebracht. Durch die bildhafte Sprache kann man sich den unwägbaren Dschungel vorstellen und nimmt die Geräusche der Vögel und Lemuren förmlich war. Als Leser ist man bei der Wanderung durch den Dschungel dabei. Und trotz der harten Strapazen schafft es Paula immer wieder, durch ihre bissigen Bemerkungen, dem Leser ein Schmunzeln auf die Lippen zu zaubern.


    Gelungen finde ich auch die Darstellung der Bräuche und Einflechtung dieser in die Geschichte. Am meisten ist mir der Brauch um die Toten in Erinnerung geblieben, denn nach einiger Zeit, werden die Gebeine wieder ausgegraben und durch das Dorf getragen, dass sich so die Verstorbenen, einen Überblick über das Fortwirken des Dorfes machen können. Aber es gibt auch grausame Bräuche, denn wenn ein Kind an einem Unglückstag bzw. –monat (für die Madagassen ) geboren werden, dann werden die Kinder im Dschungel ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen.
    Rückblickend denkt Paula oft an die Zeit zurück, als sie das Buch von Mathilde studiert hat und versucht hat, selber die Parfüme herzustellen. Sehr gut wird hierbei dem Leser die vielen Schritte der Parfümherstellung bildhaft erklärt, so dass man eine Vorstellung bekommt, warum Parfüm so teuer ist.


    Für mich war es das erste Buch von Beatrix Mannel, ihre bildhafte Schreibweise, mit welcher die Protagonisten lebendig werden, hat mich begeistert und somit habe ich eine Lieblingsautorin mehr.
    Vielen Dank für die ausführliche Begleitung der Leserunde, den Anekdoten aus der eigenen Reise durch Madagaskar, der Insel des Mondes und das wir als Leser soviel fragen dürften.


    [Der Tod von Mathilde geht mir sehr nahe :'(. Sie musste für etwas (Cholera) sterben, was sich die Dorfbewohner nicht anders erklären konnten und die Fremden dafür verantwortlich gemacht worden. Sie mussten von den Klippen springen


    Allen einen schönen Sonntag.


    :winken: hallo mamasein,


    als ich das gerade gelesen habe, musst ich unfreiwllig lächeln, "springt über die Klippen ... schönen Sonntag" oder war das ironisch gemeint?
    Wünsche euch allen auch noch einen schönen Sonntagabend!
    [/quote]


    Oh, da hab ich wohl die Satzzeichen vergessen - der Zusammenhang der sich so ergibt, war natürlich nicht gewollt/gemeint. *schäm*.

    :winken: Allen Frohe Ostern!


    Was für ein Ende und ich musste mehrmals die Luft anhalten, soviel Aufregung.


    Paula glaubt ihrem Ziel näher zu kommen, nachdem ihr Noria das Grabmal verraten konnte - doch dort ist nichts zu finden und Paula und Villeneuve werden entdeckt und werden in Arrest gesetzt - Paula muss sich dem Gottesurteil stellen, eigentlich seit dem die neue Königin regiert nicht erlaubt, aber bei wem will sich Paula beschweren. Sie muss Hühnchenfleisch essen, deren Haut mit Gift präperiert ist - *oh graus*
    Villeneuve setzt alles dran, sie nochmal zu sehen und er gibt ihr 5 Kerne auf die Zunge - er hat mit Rakotovao ausgehandelt, dass er nochmals Paula küssen darf und die Kerne bewirken, dass sie sich sofort übergeben muss. Der Plan gelingt.


    Nach und nach erfahrt Paula, dass Noria und Morten zusammengearbeitet haben. sie erfährt auch, dass Morten der Sohn von Beaumont ist und durch die Schande ihre Großmutter gehasst hat. Auch Noria ist nicht die, für die sie sich ausgegeben hat, denn sie ist die Tochter von Edmond, Edmond war noch mit einer anderen Frau zusammen.
    Noria hat in der Nachbetrachtung zugegeben, dass sie sich von Morten beeindrucken lassen, er hat zumeist bestimmt.


    Als Noria und Paula gerade entdecken, dass der Traum der Vanilleplantage wahr werden kann, da sie die ersten kleinen grünen Blättchen entdecken, da erscheinen Soldaten und setzen sie gefangen. Der Brief von Morten hat die Königin erreicht.
    Sie müss sich der nächsten Prüfung stellen - das die Königin enttäuscht ist, kann ich sehr gut nachvollziehen, doch sie ist weise und widersetzt sich dem Todesurteil zumindest soweit, dass sie die anderen "Jury"-Mitglieder überzeugt, dass sie noch eine Chance erhält, ein Parfüm zu kreieren. Ein Parfüm was sie Eigenschaft/Eigenheit von Madagaskar wiedergibt.
    Was für eine Aufgabe, Paula hat kaum noch Öle, Blüten oder andere notwendige Dinge übrig, doch sie macht sich trotzdem an die Aufgabe und begeistert ihre Mitgefangenen mit dem Duft. Doch wir kennen ja Paula, so schnell ist sie nicht zufrieden, denn sie will es perfekt hinbekommen und die Königin überzeugen.


    Villeneuve und Paula gestehen sich ihre Liebe, sie wollen die Zukunft gemeinsam gestalten. Ihr fällt es zunächst schwer über ihre Narbe und die damit einhergehende Kinderlosigkeit zu reden - doch Villeneuve ist Arzt, er hat ihre Narbe gesehen und weiß, was ihrem Körper angetan worden ist. Er vertraut ihr, er liebt sie und außerdem sagt er, dass sie bereits ein Kind haben - Nirina.


    Rezi folgt!