Beiträge von Mobi

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    Hallo ihr Lieben,


    danke für die Erinnerungsmail, diese Leserunde habe ich total verschwitzt... :-[ Zum Glück war ich ja auch nur als unsicherer Teilnehmer eingetragen, denn ich werde es im Moment auch nicht schaffen, hier teilzunehmen, weil ich grad mitten im Prüfungsstress bin.
    Schade, aber vielleicht bald mal wieder bei einer anderen LR!


    LG, Mobi


    Gewundert hat mich Thiudgifs Haltung auch. Aber ich nehme an, dass ihr die Position als Sklavin (und auch später als Freigelassene) einen gewissen Schutz innerhalb ihrer römischen Umgebung gibt. Sie nimmt - zurecht? - an, dass sich wohl keiner an Annius' Eigentum vergreifen wird, an einer alleinstehenden germanischen Frau vielleicht aber schon.


    Genau so habe ich das auch verstanden. Es gibt doch eine Szene, in der zwei Männer sie 'angreifen' (also sie mitnehmen wollen oder so...) und da schreit sie ja nur: Ich bin die Sklavin von Titus Annius! und dann wird sie doch relativ schnell in Ruhe gelassen.


    LG, Mobi


    Sollte es so gewesen sein, könnte man also annehmen, dass Arminius' Erwartungen (oder das, was die Römer in ihm geschürt hatten) enttäuscht wurden? Und sein "Verrat" an Varus war die Folge persönlicher Enttäuschungen bzw. krankhaften Ehrgeizes?
    Ich versuche immer noch seine Motivation nachzuvollziehen. Dass er sich gegen die Römer stellt, macht mir dabei nicht so sehr Probleme. Aber dass er anscheinend keinerlei Probleme damit hat, Männer, die er persönlich kennt, auf grausame Weise hinrichten ("opfern") zu lassen, weist für mich doch auf besondere "Gründe" hin. Oder liege ich da falsch? :-\


    Das ist mir auch kurz durch den Kopf gegangen. Den einzigen Anhaltspunkt den wir haben, ist eigentlich seine Rede ganz am Anfang (als es um das Verhalten der germanischen Stämme geht und um die Ehre). Ich tippe darauf, dass er sein Volk nicht unterdrückt sehen will.
    Allerdings erklärt das wirklich nicht, warum er so einen Hass auf die Offiziere und Varus hat (ich finde, Hass trifft es schon ganz gut, Wut eines Hitzkopfs ist es natürlich eher nicht).
    Warum will er die Offiziere überhaupt opfern? War er sich seines Plans nicht sicher, so dass er die Hilfe eines Gottes brauchte?


    LG, Mobi

    Hi Myriel,



    Dass Varus den Boten unbedingt am Leben lassen will, um gemeinsam mit seiner Aussage und der von einigen anderen Gefangenen später die Reichweite von Arminius Verrat aufzudecken, ist äußerst realitätsfern. Hat Varus denn zu dem Zeitpunkt immer noch geglaubt, er könnte sich irgendwie aus dieser Misere winden? :-\


    Ja, mich hätte auch wirklich interessiert, wann Varus kapiert hat, dass es aus ist.



    Dass sie schon früher im Wald sammeln war, wurde glaube ich sogar schonmal erwähnt, als sie stolz sagte/dachte, dass sie immer darauf geachtet hat, sich von den Jungen fernzuhalten, die den Mädchen nachstellten.


    Ach ja, da war doch was? War das im Wald??



    Na noch sind sie nicht in Sicherheit, sondern haben bestimmt noch einen weiten Weg vor sich. ;)


    Ups sorry, ich weiß ja schon, wohin die beiden gehen und meinte den gesamten Weg. :-[


    LG, Mobi


    Es ist halt eine Schlacht und Schlachten sind, vermute ich mal, auch in der Wirklichkeit nicht übersichtlich und es wird ja auch beschrieben, dass die Anführer selber irgendwann den Überblick verloren haben. Mir persönlich hat die Beschreibung sehr gut gefallen: Zum einen wurde mir klar, wie geordnet die Römer versuchen vorzurücken, aber auch, wie es die Germanen schaffen, dass komplettes Chaos ausbricht und sich keiner mehr zurecht findet. Das ist ja wie in Filmen: Da sieht man irgendwann auch nichts mehr und hofft einfach nur, dass der Held überlebt! ;D ;)


    Das stimmt schon und es macht mir auch nichts aus, wenn ich gegen Ende der Schlacht 'zusammen mit den Figuren' die Übersicht verliere, weil die Schlacht an sich zu einem einzigen Chaos wird. Hier konnte ich mir aber schon die Aufstellung am Anfang nicht so recht vorstellen, das meinte ich damit.



    Sich vom Schlachtfeld zu retten ist ja auch das eine, sich ca. 200 km durch weitgehend unwegsames Feindesland zu schleichen, das andere ...


    Annius und Thiudgif haben 200 km zurückgelegt jeweils?? Wahnsinn, ist das weit und das durch den dichten Wald. Irgendwie ist mir der Weg im Buch nicht so lang vorgekommen.


    LG, Mobi

    Hallo zusammen,


    na dann will ich auch mal. Ich muss schließlich meine aktuelle Lust aufs Rezischreiben ausnutzen, schließlich habe ich seit Wochen keine Lust drauf.


    Meine Meinung:


    Dies war mein erstes Buch über die Varusschlacht und dementsprechend wenig wusste ich darüber (unter anderem, weil ich vorher Informationen gezielt gemieden habe, um mich nicht zu spoilern). Auch sonst habe ich über diese Region und die Zeit eigentlich nichts gelesen, insofern war das Thema für mich komplettes Neuland.
    Dadurch fiel es mir teilweise schwer, die Zusammenhänge zu erkennen oder etwas zu verstehen, einfach weil mir die Hintergrundinfos fehlten. Die hat Iris dafür sehr ausführlich in der Leserunde geliefert, aber idealerweise hätte ich sie gerne im Buch selbst gelesen.


    Bei einem Buch mit diesem Titel ging ich eigentlich davon aus, dass sich das Buch um Varus dreht. Das ist aber nicht der Fall, denn Varus ist eigentlich nur eine Nebenfigur. Leider erfährt man sehr wenig über ihn, obwohl seine Entscheidungen natürlich eine riesige Tragweite haben.
    Er ist mir leider überhaupt nicht nahegekommen, ich konnte zum Beispiel überhaupt nicht verstehen, wie er Arminius so blind vertrauen konnte. Auch fragt er seine Offiziere um Rat, nur um dann das komplette Gegenteil zu machen und mit offenen Augen in die Falle zu stolpern. Dadurch kam er bei mir inkompetent und teilweise sogar dumm an. Iris hat uns zwar anschaulich erklärt, was er eigentlich für ein kompetenter Mensch gewesen sein muss, der in Palästina große Erfolge hatte, aber gerade dann ist es noch unglaublicher, dass so etwas passieren konnte.
    Die Figur des Varus ist mir jedenfalls ein großes Rätsel geblieben, was ich sehr schade finde.


    Natürlich wird in diesem Buch viel gekämpft und die Kämpfe sind echt spannend beschrieben. Teilweise hat man das Gefühl, als ob man sich mitten im Kampfgetümmel befindet und sich am besten irgendwo versteckt. ;D
    Leider waren die Kämpfe und die Schlacht etwas undurchsichtig beschrieben, so dass ich oft nicht wusste, wer gerade wo kämpft und mir die Aufstellung der Krieger nicht genau vorstellen konnte.
    Hier noch eine Warnung an zartbesaitete Leser: Die beschriebenen Grausamkeiten sind teilweise echt heftig! Natürlich war das einfach so und es werden auch keine unnötigen Details beschrieben, aber teilweise musste ich schon ziemlich schlucken, obwohl ich damit normalerweise wenig Probleme habe.


    Neben den vielen römischen Offizieren (deren Namen alle mit C anfangen *G*) haben es mir Annius und Thiudgif als Figuren besonders angetan. Der römische Schreiber gewinnt Thiudgif bei einem Würfelspiel von einem Sklavenhändler. Ich fand es schön zu beobachten, wie es langsam anfängt zwischen den beiden zu knistern. Als sie sich dann aus den Augen verlieren, hab ich mit beiden gezittert und gehofft, dass sie wieder zusammenfinden. Die kleine Liebesgeschichte hat die Handlung schön aufgelockert und mir hat es eigentlich am meisten Spaß gemacht, über die beiden zu lesen. Außerdem ist es schön, wenn eine Liebesgeschichte mal völlig ohne Kitsch auskommt.


    Insgesamt hatte ich einige schöne und spannende Lesestunden mit Charakteren, die ich teilweise echt gern mochte. Leider wurde ich in Bezug auf Varus etwas enttäuscht, was sicher auch an meinen Erwartungen lag, die durch den Titel hervorgerufen wurden.


    Zur Leserunde:


    Erstmal herzlichen Dank an Iris, ich fand es echt toll, wieviele zusätzliche Informationen du für uns parat hattest. So habe ich noch mehr als sowieso schon über die Zeit lernen können! Ich fand es schön, mit deinem Roman mal Neuland zu betreten, wo ich sonst eher in bekannten Gefilden unterwegs bin.
    Lieben Dank auch an alle anderen Teilnehmer für die interessanten Diskussionen! Ich bin natürlich weiterhin noch da, um zu diskutieren, ich wollte nur die kurze Pause meiner Rezi-Unlust ausnutzen. ;D


    LG, Mobi

    Hallo Yklamyley,



    Komisch, ich war mir beim Lesen gar nicht so sicher, ob Caldus es wirklich geschafft hat, sich umzubringen! Es könnte sein, dass er durch den Aufprall nur betäubt / ohnmächtig war...


    Stimmt natürlich, mir war es vor allem wichtig, dass er das Ganze nicht bei vollem Bewusstsein miterleben muss. Aber du hast schon Recht, es steht nicht da, dass er an dem Aufprall gestorben ist.



    Die wollten Annius doch helfen? Und am Schluss, kamen dann andere, die das Gegenteil bezweckten? Haben sie ihm das Pferd gebracht oder hat er es ihnen entwendet? Aber vielleicht sind diese Spekulationen hier gar nicht so schlecht, denn Annius wusste wohl selbst nicht genau, woran er war....


    Ich glaube auch, dass sie ihm helfen wollten, aber warum? Schließlich hat er das Haus ihrer Herren angezündet. Ich bin mir allerdings recht sicher, dass er das Pferd entwendet hat. Versucht nicht einer der Junge noch, ihn daran zu hindern?



    Oh, da hab' ich mich geärgert! Das war ein unnötiges "Bauernopfer" - möchte ich fast sagen, obwohl ich mich mit Schach nicht wirklich auskenne und deshalb nicht weiß, ob der Begriff komplett zutreffend wäre -


    *G* ich hatte ganz kurz den Begriff Kanonenfutter im Kopf... :-[



    Ich dachte der wäre schon viel weiter vorne gefallen, da war doch diese Schlachtszene, von der Thiudgif Amra und Sura wegführt. Ich dachte daraufhin er wäre tot, aber vielleicht konnte ich das zu dem Zeitpunkt gar nicht wissen... :-\


    Hm, Amra fürchtete, dass er tot ist, aber sie wusste doch nichts Eindeutiges, oder?


    LG, Mobi

    Hallo Iris,



    War es das etwa nicht?


    Unter vorher angelegt verstehe ich, dass vorher irgendwo ein Hinweis kommt, dass Thiudgif z.B. in der Wildnis Feuer machen kann, essbare Pflanzen und Wurzeln von nicht essbaren unterscheiden kann, etc.
    Wenn das vorher schon erwähnt wird, ist es eben dann in der aktuellen Situation fast wie ein Aha-Erlebnis. So nach dem Motto: Ach stimmt, das kann sie ja (obwohl ich es schon wieder vergessen hatte, weil mir die Bemerkung in der anderen Situation unwichtig erschien).


    Alles woran ich mich noch erinnern konnte, war eine Bemerkung, dass Thiudgif immer Gänse gehütet hat. Stattedessen hätte sie ja genauso gut mit irgendwem Wurzeln/Beeren/irgendwas sammeln gehen können, dann wäre mein Aha-Erlebnis dagewesen.


    Deine Erklärung in Bezug auf das Dorf ist einleuchtend, allerdings finde ich, dass man dieses Wissen nicht voraussetzen kann. Für mich zumindest ist es das erste Buch über die Varusschlacht und auch sonst habe ich über diese Region in der Zeit sogut wie nichts gelesen. Ich glaube mein letztes Buch über die Römer war 'Gaius ist ein Dummkopf' oder so kommt es mir jedenfalls vor. Du kannst dir bestimmt vorstellen, wie alt ich da war... ;)
    Wenn du schreibst, Thiudgif kommt aus einem Dorf, kommen bei mir eben nicht sämtliche Assoziationen, die du aufgelistet hast. Für mich bestand ihre Aktivität eben aus Gänse hüten (und von mir aus noch Kühe melken oder sowas. Hatten die da überhaupt Kühe?? ??? Na, du siehst schon...).


    Ich hoffe, das ist etwas klarer geworden.



    Zu Beginn der Handlung ist sie durch die Verschleppung in eine Situation geworfen, die ihr vollkommen fremd ist und in der sie weder irgendwelche Rechte hat noch weiß, wie sie sich helfen kann. Das lähmt gewaltig.


    Das ist absolut logisch und dass sie dann auftaut, hat mir ja gut gefallen. Gegen die Veränderung an sich hab ich ja nichts.



    LG, Mobi


    Wobei sie mir natürlich in dieser Rolle um einiges besser gefällt. ;)


    Sie gefällt mir so auch gut und ich finde es schön, dass sie sich gegen die anderen Frauen durchsetzt. Trotzdem fand ich es etwas... naja, erstaunlich und ich hätte es besser gefunden, wenn das vorher angelegt gewesen wäre.


    LG, Mobi

    Hallo apassionata,



    Wieso Fürstentochter? Ich dachte sie ist die Tochter eines Kriegers. ? S.284 "Mein Name ist Thiudgif, Tochter des Sahsmers vom Volk der Brukterer. Ich lebe in einem Dorf an der Lupia., und meine Mutter lehrte mich, Früchte des Waldes zu erkennen..." Auf diese Art stellen sich eigentlich alle Frauen im Buch vor. Amra ebenso. Sie hatte auch erwähnt, dass sie mit der anderen Dorfmädchen zusammen Handarbeiten erledigte.


    Ja stimmt, ich glaube eine Fürstentochter ist sie wirklich nicht, hatte ich wohl falsch im Kopf. Trotzdem hätte ich ihr die Kenntnisse nicht zugetraut. Ich finde es eben geschickter, wenn solche Fähigkeiten vorher mal nebenbei erwähnt werden. Dann wundert man sich an der Stelle nicht, warum jemand plötzlich was kann (natürlich immer was, das absolut essenziell ist).



    Schön zu spüren war die gegenseitige Sorge Annius und Thiudgifs, dem anderen könnte etwas passiert sein. Ich muss sagen, hier im hinteren Teil des Buches taue ich etwas auf und dies liegt nicht zuletzt an Thiudgif, Annius und Caldus selbst. Die Drei schaffen es mit jeder Seite, mich mehr für sie zu gewinnen.


    Mit den beiden hab ich auch echt gezittert! Sie gefallen mir als Charaktere echt gut.



    Und so gehen Ring, Brief, Schwert und (was nicht geplant war) der Dolch auf eine Reise. Eine Reise der Flucht... Wird sie gelingen?


    Das Schwert bleibt dort. ;) Schließlich soll es so aussehen, als hätte Varus sich damit umgebracht (auch wenn kein Blut dran ist). So ein Schwert ist wahrscheinlich auch ziemlich unhandlich, wenn man es versteckt transportieren muss. ;D


    LG, Mobi

    Hallo zusammen,


    ich habe das Buch gestern abend noch beendet und weil morgen schon die nächste LR anfängt, will ich meine Gedanken schon mal festhalten (sonst vergesse ich die Hälfte).


    Ich war echt sprachlos, als ich gelesen habe was mit Caldus und den anderen Offizieren passiert. Was für eine Grausamkeit, ich konnte es zuerst garnicht glauben. Wenigstens konnte sich Caldus durch seinen Selbstmord noch vor diesem Ende 'retten'.
    Es ist doch immer wieder unglaublich, was Menschen einander mit der Rechtfertigung ihrer Religion antun können.


    Schade fand ich, dass Aliso nicht auf der Karte eingezeichnet ist, ich hätte Thiudgifs Weg dann doch gerne mitverfolgt. Zum Glück sind sie im Wald nur auf die Frauen gestoßen, die ihnen dann sogar noch geholfen haben. Das hätte auch echt ins Auge gehen können!


    Bei Annius und Sabinus ist es auch spannend, dem Schicksal ihrer beiden Gefährten sind sie ja auch nur ganz knapp entronnen. Was für eine Verletzung hat Sabinus denn wegen dem Gerangel mit Annius davongetragen? Irgendwie sind ein Fausthieb und ein blöder Sturz zu wenig, um gleich daran zu sterben oder?


    Thiudgifs Entscheidung, nach Aliso zu gehen obwohl die Stadt belagert wird, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Zwar erwähnt später jemand, dass genügend Vorräte vorhanden sind, aber das konnte sie ja nicht wissen. Und man weiß ja nie, wie lange so eine Belagerung dauert und ob die Vorräte nicht doch irgendwann ausgehen. Ich habe erst letztens so eine Belagerungsgeschichte gelesen, das muss wirklich nicht sein!
    Oft denkt man ja auch, dass Verstärkung kommt (was Thiudgif ja auch nicht wusste) und dann kommt die eventuell doch nicht.
    Man sieht ja, wie gefährlich der Plan ist, daran dass die zwei Männer bei der Flucht in die Stadt ums Leben gekommen sind.


    Auch bei Annius' Entscheidung die Hütte anzuzünden, konnte ich nur den Kopf schütteln. Es war doch so klar, dass noch jemand in der Nähe ist! Aber selbst wenn es nur die Jungen gewesen wären, hätte er es mit den Sachen, die er bei sich hat, eigentlich nicht riskieren dürfen. Komischerweise denkt er genau darüber nach und zündet dann im nächsten Augenblick die Hütte an.


    Das Ende hat mir sehr gut gefallen, wirklich schön ohne kitschig zu werden. Ich fand es auch total süß, dass Thiudgif die Initiative ergreift und ich glaube, dass die beiden echt glücklich miteinander werden können.
    Ich fand es echt rührend, als Thiudgif vor ihrem alten Dorf steht und merkt, dass sie dorthin nicht mehr zurück kann. Trotzdem hatte die Szene etwas von einer Entscheidung, also so als ob sie sich gegen ihr Dorf und für Annius entscheidet.


    Ist eigentlich rausgekommen, was mit Amras Mann ist, hat er überlebt? Vielleicht habe ich es ja überlesen, aber sonst wäre es schon schade, wenn wir das nicht mehr mitgekriegt hätten.


    Insgesamt hat mir das Buch trotz meiner Kritikpunkte gut gefallen, eine Rezi kommt natürlich noch. Und zum Diskutieren bin ich natürlich auch noch ein Weilchen da.


    LG, Mobi

    Hallo zusammen,


    die Kämpfe fand ich sehr spannend beschrieben, ich habe richtig mit Annius mitgefiebert. Ich fand es echt toll von Caldus, dass er Annius aus der Gefahrenzone 'schickt'. Dem wird das zwar nicht gepasst haben, dass sein Pferd durchgeht und er damit weg von Caldus ist und dieser festgenommen wird, aber wer weiß, ob er das sonst überlebt hätte.
    Caldus vertraut sehr darauf, dass er aus der Gefangenschaft mit heiler Haut wieder rauskommt. Irgendwie habe ich nach den bereits beschriebenen Grausamkeiten und der Aussage des Boten, dass alle getötet werden, da meine Zweifel.


    Der Handlungsstrang um Thiudgif und Amra ist auch sehr interessant, ich habe mich allerdings gewundert, dass sich Thiudgif so gut in den Wäldern auskennt. Wurde das schon mal erwähnt? Irgendwie habe ich mir sie, schließlich die Tochter eines Fürsten, eher als behütetes Mädchen, das ihre Zeit drinnen verbringt, vorgestellt.


    Was für ein Mist, dass Annius auch noch dafür bestraft wird, dass er Caldus retten wollte. Seine Kameraden im Stich gelassen... ja genau! ::) Diese starre Hierarchie immer!
    Ein Gutes hat seine Strafe ja: Immerhin muss er jetzt nicht kämpfen und ist damit ein bisschen aus der direkten Schusslinie.


    Die Schlacht an dem Wall fand ich wieder ziemlich unübersichtlich, ich hatte vorher schon nicht den rechten Überblick, aber hier habe ich ihn dann ganz verloren. Ich weiß, es wurde schon mal angemerkt, deswegen will ich damit jetzt nicht nochmal anfangen, aber ich habe eben gern ein bisschen Durchblick in dem Durcheinander, das normalerweise bei einer Schlacht herrscht. Also halt genug Informationen, damit ich mir ungefähr vorstellen kann, wie die Aufstellung von oben aussehen würde.


    Die Situation im Lager ist dann echt aussichtslos, ich muss schon sagen, Arminius und Segestes haben ganze Arbeit geleistet. Ich denke mal, spätestens als die Römer den Wall angegriffen haben, war wirklich alles zu spät.
    Eigentlich kein Wunder, dass sich Varus lieber selbst umbringt, anstatt in die Hände der Feinde zu fallen. Ich hab so etwas den Verdacht, dass er nicht wirklich seine Soldaten retten wollte (ich glaube eh nicht, dass da sein Tod was nützt), sondern dass er Arminius nicht in die Hände fallen will. Wer weiß, was der schließlich mit ihm anstellen würde!


    Ich finde es echt krass, dass die Germanen sogar die Unterhändler, die über den Abzug verhandeln sollen, einfach umbringen. Ist doch wahnsinnig, oder?


    Dass Annius und Co. unbehelligt fliehen konnten, fand ich leicht unrealistisch. Wenn es wirklich so viele Germanen waren, dass sie die Römer besiegt haben, dann müsste es doch von denen gewimmelt haben? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie sich da noch rausschleichen konnte, vor allem wenn die Germanen sich als Ziel gesetzt haben, alle zu töten.


    LG, Mobi


    Ja und nein. Mitlerweile empfinde ich bei genauerer Betrachtung immer mehr die germanischen Aufständischen im Recht. Also bei allen Gräueltaten (diese sind ja nun wirklich auf beiden Seiten zu finden), sie sind schließlich jene, denen eine fremde Besatzungsmacht ihre eigenen Rechte und noch viel mehr aufdiktiert hat.


    Naja, wenn man bedenkt, dass die Römer überhaupt erst nach Germanien gekommen sind, weil die Germanen das heutige Oberitalien bedroht haben (wie Iris uns erzählt hat), dann ist die Sache schon wieder nicht mehr so klar. >:D
    Grundsätzlich hast du natürlich Recht, aber dass die Römer 'angefangen' haben, kann man auch nicht so wirklich sagen.


    LG, Mobi


    Arminius spielt ja hier ein ziemlich riskantes Spiel, als er seinen echten Plan vermutlich recht genau vor Varus ausbreitet, im Vertrauen darauf, daß dieser den Anschuldigungen des Segestes nicht glauben wird.


    Da war ich auch ziemlich überrascht. Ich dachte, er wird einfach alles abstreiten.



    Dann schon eher Marcus Caelius und sein Optio - mir scheint, daß auf Seite 118 diesbezüglich etwas angedeutet wird...


    Ach stimmt, das ist mir auch aufgefallen, aber dann habe ich es beim Posten vergessen.


    LG, Mobi

    Hallo zusammen,



    Hoffentlich beginnen wir nicht, aneinander vorbeizuschreiben, wo wir vielleicht konsequent übereinstimmen. Natürlich kann das keiner wissen, aber die Mutmaßungen werden eben deshalb ja angestellt. Ich möchte in einem historischen Roman wie du lesen, "warum Varus sich so oder so entschieden hat oder was in seinem Kopf vorgegangen ist", im spekulativen Sinne. Wie hätte sich eine historische Figur unter Berücksichtigung dessen, was wir über sie wissen, in einer bestimmten Situation verhalten können. Derlei Überlegungen werden doch tagtäglich unter den Bedingungen unvollständiger Informationen angestellt.


    Genauso sehe ich das auch. Eigentlich sind wir uns doch einig, oder?



    Meine Romane sind keine Doku-Dramen. Es ist nämlich der Vorzug der Literatur vor der non-fiktionalen Geschichtsschreibung, dass sie allgemeinmenschliche und zeitlose Aspekte aus dem Faktengewühl herausarbeiten kann.


    Genau deswegen lese ich auch Histos und keine Sachbücher.



    Man kann es sich leicht machen und Varus die entsprechende Kompetenz absprechen und als Versager abstempeln. Auf den ersten Blick erscheint das naheliegend, vielleicht sogar logisch.


    So kommt es durch seine Außenwirkung im Buch (leider?) auch rüber. Es ist ja offensichtlich, dass du ausführlich recherchiert hast und Varus mag ja wirklich tolle Leistungen in Palästina vollbracht haben, aber das kommt im Buch bei mir einfach nicht an (außer dass diese Leistungen ein-/zweimal erwähnt werden).



    Es war dieser krasse Widerspruch, der einen besonderen Reiz ausmachte, als ich der Frage nachging, wie das, was geschah, geschehen konnte.


    Und genau diese Frage ist (für mich) eben nicht schlüssig erklärt worden. Auch wenn die Wissenschaft dazu nichts Eindeutiges sagen kann, hätte ich mir im Sinne einer Mutmaßung/Spekulation eben eine Erklärung gewünscht.



    Nicht einmal die versiertesten Wissenschaftler, die sich heutzutage mit dieser Schlacht beschäftigen, haben eine simple Antwort, und auch ich bin der Überzeugung, dass es diese simple Antwort nicht gibt.


    Was ist denn diesbezüglich deine Meinung? Gerne auch kompliziert... ;)



    Die Frage ist doch, wie gingen die Opfer mit dieser ganz speziellen Situation um? Wann erkannten sie, dass sie in eine Falle tappten? Welche Möglichkeiten hatten sie überhaupt?


    Das hätte mich eben auch speziell in Bezug auf Varus interessiert. Checkt er z.B. wirklich erst, dass Arminius ihn verraten hat, als ihm die Feine ihren Schlachtruf entgegenbrüllen? Oder hatte er schon vorher Zweifel? Wenn ja, wann? Nach der ersten Anschuldigung, als der Bote kommt oder nach den ersten Angriffen?



    Der Hinweis auf die Karte bezog sich darauf, dass die nächsten -- kleinen -- Garnisonen zwei Tagesmärsche entfernt waren, die Region des Hinterhalts befand sich zwar auf einem alten Handelsweg, dem Hellweg, aber fernab von jeder Möglichkeit, Entsatz durch frische Truppen zu rufen. Im Falle einer Einigelung wären sie auf sich allein und auf ihre Vorräte angewiesen. Centurio Marcus Caelius schlägt das vor, aber ist es wirklich realistisch, dass der Feind sich dann dem Kampf stellt oder abzieht? Sind die Vorschläge der anderen Offiziere wirklich tauglich?


    Und warum bringt Varus dann nicht genau diese Argumente? Gut, vielleicht muss er seine Entscheidungen vor seinen Offizieren nicht rechtfertigen, aber dann wäre eben doch die Perspektive aus seiner Sicht nötig (also z.B. wie er in Gedanken seine Alternativen abwägt und Vor- und Nachteile vergleicht).



    Und noch etwas: Muss man die Leser in den Kopf einer Figur blicken lassen, um sie zu verstehen?


    Nein natürlich nicht, es funktioniert ja zum Beispiel bei Arminius auch blendend ohne. Ich kann sehr gut nachvollziehen, warum er den Aufstand anzettelt und Varus verrät.
    Varus verstehe ich so eben nicht und hätte mir deshalb seine Perspektive gewünscht. Es muss auch nicht unbedingt ein Blick in seine Gedanken sein, Gespräche sagen ja auch einiges aus.



    LG, Mobi

    Hallo,



    :o Auf den Gedanken, das Nachwort vor dem Roman zu lesen, würde ich doch nie kommen! Aber wenn das so ist, kann ich mich natürlich noch gedulden ;)


    Ich habe das Buch gestern beendet. ;) Ich würde auch nie ein Nachwort vorher lesen, da spoilert man sich bloß.



    Aber ich denke, dass wir eben dies nicht mehr erfahren, und dass Varus, wenn auch titelgebend, nur eine Nebenfigur bleiben wird, d.h. auch seine Motivierung nicht mehr einsichtig wird.


    Damit hast du leider Recht und das finde ich ziemlich schade.



    Naja, trotz allem ist es ein historischer ROMAN und kein Sachbuch. Und da erscheint es mir durchaus legitim, historische Figuren, von denen im Zweifelsfall wenig mehr als ein Skelett bekannt ist, so mit Fleisch auszustatten, dass sie über Schemen hinauskommen. Der Reiz besteht doch auch darin, das wenige Wissen über Mutmaßungen so zu erweitern, dass das Wissen in den Mutmaßungen erhalten bleibt und gleichzeitig ein ausgefeilter Charakter entsteht.


    Nichts anderes habe ich eigentlich gemeint. :-[ Damit ich hinterher sage, ok so kanns gewesen sein, muss das was du schreibst, gegeben sein. Hier fehlt in Bezug auf Varus aber leider das, was du Mutmaßungen nennst. Keiner kann wissen, warum Varus sich so oder so entschieden hat oder was in seinem Kopf vorgegangen ist. Ich hätte aber eben gern eine Erklärung gehabt, auch wenn die natürlich nur 'Spekulation' von seiten des Autors sein kann.


    LG, Mobi

    Hallo Yklamyley,



    Das hast du aber schön gesagt! :) Ich finde es schade, weil die Motivierung vermutlich nie geklärt wird. Ich denke auch, dass es schwerer ist, eine historische Person als Buchcharakter komplett auszustatten; das wenige Wissen, das man über die Motivationen hat, ist entweder schon Fiktion oder eben so gering, das alles, was man darüber sagen kann, wildeste Spekulation ist. Trotzdem muss man einer wirklichen Person gerecht werden, die eigenen Figuren dagegen kann man freier zeichnen. So erscheint es mir auch in "Varus"...


    Tja, das ist aber bei den vielen Histos der Fall und ich finde es echt schade, dass Varus so wenig charakterisiert wird. Natürlich ist es nur Spekulation des Autors, wenn er über historische Persönlichkeiten schreibt, weil man nie so viel überliefert hat, dass man genau weiß, warum wer was wieso gemacht hat.
    Aber wenn ich hinterher sage, ok so könnte es durchaus gewesen sein, dann ist für mich das Ziel eines Histos erreicht. Und wenn ein Buch schon 'Varus' heißt, dann möchte ich eben auch wissen, warum der Mann so handelt, wie er es tut und was in ihm vorgeht.


    LG, Mobi

    Hallo,


    um nicht zu spoilern, hier nochmal zu Varus und seinen Entscheidungen:


    Ich finde, dass es überhaupt nicht zusammenpasst, dass er in Palästina so erfolgreich war und dann hier solche Entscheidungen trifft. Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum er sämtliche Ratschläge von erfahrenen Leuten in den Wind schlägt. Gerade wenn er auf seinem Gebiet (Rechtssprechung etc.) so gut ist, könnte er doch ohne Weiteres zugeben, dass er bei der Kriegsführung halt keine Ahnung hat.
    Auch wenn ein paarmal erwähnt wird, dass die Versetzung nach Germanien für Varus sozusagen eine Belohnung für Palästina war, kommt er bei mir einfach inkompetent rüber (also in den Szenen, in denen er auftritt und nicht, wenn er beschrieben wird).


    LG, Mobi