Beiträge von Heimfinderin

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    Hallo, entschuldigt, wenn ich hier mal kurz reinschneie, obwohl ich aus Zeitgründen nicht mitlese. Aber ich wollte dir, Tom, kurz schreiben, dass ich gerade von der Insel Pellworm zurückgekommen bin, wo wir Urlaub gemacht haben - falls du gerne "Vermittlungsgebühr" vom dortigen Fremdenverkehrsamt einfordern willst. ;) Ohne deinen Krimi und die damalige Leserunde dazu, wäre ich schließlich nie auf die Idee gekommen, dort Urlaub zu machen. :totlach:


    Und "Mordstrand" liegt dort in einem Souvernirladen auch schön dekorativ direkt an der Kasse zum Verkauf :)

    So, hier ist nun auch mein Fazit, das ich noch bei Amazon und Co. im Netz verteilen werden. Ich bedanke mich wieder ganz herzlich bei dir, Susanne, dass du uns wieder so toll begleitet hast. Ich denke immer wieder gerne an den ersten Teil zurück, mit dem wir hier gemeinsam die Reihe begonnen hatten - und wir lesen immer noch gemeinsam :) Danke auch an alle Teilnehmer der Runde, es hat viel Spaß gemacht, auch wenn ich leider etwas hinterherhinkte. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall!


    Inhalt

    Berlin 1928: In einem Schuppen auf dem Hof eines Gymnasiums wird ein Toter gefunden, dessen Identifizierung sich für Kriminalkommissar Leo Wechsler und sein Team als sehr schwierig erweist. Keiner scheint den Toten zu kennen oder sich für ihn zu interessieren. Die Befragung der Schüler und Lehrer des Gymnasiums bringt die Beamten ebenso wenig weiter wie die Aussagen der Mitarbeiter des unmittelbar daneben liegenden Gruseltheaters. Obwohl Leo Wechsler das Gefühl bekommt, dass einige der befragen Personen etwas zu verbergen haben, kommt er nur schleppend mit den Ermittlungen voran. Erst eine junge unbekannte Russin bringt Bewegung in den Fall, als sie in dem Theater nach ihrem verschollenen Freund fragt...


    Meine Meinung

    Dies ist nun also der sechste Fall des sympathischen Kriminalkommissars Leo Wechsler und seines ebenso sympathischen Teams. Man kann das Buch sicherlich auch lesen, ohne die vorherigen Fälle zu kennen, ich persönlich würde aber dazu raten, die Reihe von vorne zu beginnen (der erste Fall: Leo Berlin), da man dann die Figuren und ihre Schicksale nach und nach besser kennenlernt. Neben den jeweils abgeschlossenen Kriminalfällen wird nämlich auch die persönliche Geschichte Leo Wechslers und seiner Familie und auch die seiner Kollegen spannend weitergeführt. Entsprechend gut kann man dann auch mit diesen Figuren mitfiebern, die für mich ganz besonders lebendig und liebevoll geschildert werden. Von Buch zu Buch sind sie mir mehr ans Herz gewachsen und ich zittere nun schon etwas vor dem Schicksal, das sie in ein paar Jahren, wenn der Zweite Weltkrieg beginnt, ereilen wird. Ganz besonders bange ich natürlich um Leos jüdischen Kollegen Sonnenschein. In diesem Buch habe ich mir ganz besonders um Leos Sohn Georg Sorgen gemacht, der den Verlockungen der Hitlerjugend erliegt und sich dieser anschließt.


    Eine große Stärke der Romane ist die ausführliche Recherche der Autorin, die mit vielen Details und Begebenheiten der damaligen Zeit und mit der Einbettung historischer Personen in die Handlung für ein authentisches Lesegefühl sorgt und die damalige Zeit ganz besonders lebendig werden lässt. Hier findet sich z. B. der außergewöhnliche Schönheitschirurg Dr. Joseph, auch Nasenjoseph genannt, der für viele vom Krieg entstellte Soldaten die letzte Hoffnung auf ein neues Leben bedeutete. Beim Lesen fühle ich mich immer wieder glaubhaft in diese frühere Zeit versetzt.


    Was den Krimi betrifft, war auch dieser Fall wieder sehr spannend geschrieben. Es machte mir sehr viel Spaß, mit Leo Wechsler und seinen Kollegen die Puzzleteile zusammenzuführen, was alleine schon der damaligen Zeit geschuldet eine langwierige und aufwändige Recherche bedeutete. Ohne Internet und Co. sahen die Ermittlungen natürlich ganz anders aus als heute und das war sehr interessant zu lesen. Und auch, wenn ich recht früh einen Verdacht hatte, so waren die Hintergründe dazu und der Weg zur Lösung spannend und boten auch am Ende noch eine Überraschung. Und alleine das gruselige Theater nach Pariser Vorbild sorgte nicht nur beim dort ermittelnden Leo Wechsler für Gänsehaut, sondern auch gewaltig bei mir beim Lesen!

    Ich bin auch fertig mit dem Buch und mein Gedanke, dass hier ein Identitätsklau stattfand, hat also tatsächlich gestimmt. :) Aber auch mich haben die Umstände überrascht, nämlich dass es sich "einfach so" ergeben hat und nicht von Lemasque geplant wurde, also von seiner Seite anfangs nichts Kriminelles passiert ist, um diese Identität in den Händen zu halten. OK, mal davon abgesehen, dass es natürlich schon ein Verstoß war, der aber zu Beginn nicht von Lemasque ausging, sondern von Theodor, der sich den stillen Lemasque für seinen kleinen Betrug ausgesucht hat. Tja, dumm gelaufen für Theodor, dass er bei seinem Ausflug verhaftet wurde .....


    Anfangs hatte ich also schon auch Verständnis für Lemasques Stillschweigen, eben weil der annahm Theodor wäre tot und er nun endlich mal in einer besseren Lage, aber dann hörte mein Verständnis für das Stillschweigen schnell auf, denn was Lemasques dann im weiteren Verlauf unternommen hat, um die neu erworbenen Bequemlichkeiten zu erhalten und zu behalten, macht ihn einfach nur kriminell und zum Mörder. Schnell wurde er zu einem kalten und skrupellosen Menschen. Echt erstaunlich, zu was der kleine "Streich" sich entwickelt hat und welche Auswirkungen er am Ende hatte!


    Richtig geschockt hat mich der Selbstmord Jelenas. Mir ist die junge Frau doch sehr ans Herz gewachsen und ich hatte für sie im letzten Abschnitt ja noch die Hoffnung, dass sie in einer der Gruppierungen Unterschlupf und neue Menschen findet, zu denen sie sich irgendwann zugehörig fühlen kann, aber dazu ist es nun nicht mehr gekommen, diese Möglichkeit hat sie erst gar nicht ausprobiert. Wie traurig ....


    Optimischer werde ich dagegen, was Georg betrifft. Er hat sich dem Jungen gegenüber, der von seinen Nazifreunden ins Visier genommen wurde, gut verhalten. Aber erst mal ganz geheim, was sicherlich nicht verkehrt war. Eine offene Konfrontation hat er sich verständlicherweise (noch) nicht getraut, denn wie diese Nazijungs ticken, hat er ja erlebt und entsprechend handelt er lieber mal nicht gegen sie. Ich denke, Georg ist hier in einer blöden Lage, was er selber spürt, denn wenn man Angst haben muss, sich gegen eine Gruppe zu stellen, der man gerade angehört und dies aber nicht mehr möchte, dann ist das für einen Jungen eine enorme Last. Hier bin ich echt gespannt, wie es weitergeht. Wird er bald offen aussteigen? und werden die anderen das überhaupt zulassen? Was werden die tun, wenn er raus will? Oder wird er drin bleiben und dabei so viel wie möglich versuchen, von den üblen Dingen, die die anderen anstellen, wieder gut zu machen oder zu helfen, etc. (so wie jetzt dem hinkenden Jungen) also quasi versuchen, intern und im Geheimen zu kämpfen? Das dürfte nicht lange gutgehen. Oder wird er doch seinen Vater zu Hilfe bitten oder dessen Beruf als Kriminalkommissar irgendwie als Druckmittel für einen reibungslosen Ausstieg benutzten (wo wie wieder bei derFrage wären, ist es gut oder schlecht für ihn, dass sein Vater bei der Kripo ist). Ich bin gespannt, was sich Susi für Georg einfallen lässt.


    Mir hat der Fall wieder sehr gut gefallen und natürlich auch besonders wieder das ganze "Drumherum" wie die lieb gewonnen Personen und die vielen Details für die so toll authentisch spürbare Atmosphäre der damaligen Zeit. Ich freue mich schon jetzt auf einen neuen Fall!

    Puh, ich mache mir so Sorgen um Georg. Ich fürchte auch, es wird für ihn immer schwieriger, auszusteigen. Und ich könnte Leo bei jedem einzelnen seiner Gedanken mit dem Wort "später......" wenn er an Georg denkt, und daran, dass er mal mit ihm sprechen will, schütteln. X( Klar, Leo weiß natürlich nicht, was wir wissen und sieht keine Dringlichkeit. Aber ich könnte ihn trotzdem jedesmal schütteln und mich aufregen, dass er schon wieder einen Gelegenheit ungenutzt hat verstreichen lassen. Hoffentlich ist es nicht bald zu spät dafür.

    Meinst Du, weil sich dann Georgs Weltbild schon gefestigt haben könnte oder meinst Du die Tatsache, dass die anderen ihm dann Probleme machen?

    Irgendwie ein bisschen von beidem. Ich habe zwar auch Vertrauen in Georgs Charakter, aber er ist trotzdem ein Teenager und die sind nicht immer berechenbar, bzw. da kann auch viel passieren, wenn vielleicht zu viel Zeit verstreicht und sie alleine gelassen werden in kritischen Momenten. Nicht, dass er aus einem Wunsch heraus ein Weltbild festigt, aber sich mehr und mehr "genötigt" fühlt oder es "normal" wird, mit den anderen rumzuhängen. Zumindest mache ich mir diese Gedanken hier an der Stelle. Und natürlich verfestigt sich vielleicht auch der Druck durch die anderen, je länger Georg mitzieht und eben kein Gespräch stattfindet. Er war dann vielleicht schon zu viel und zu oft dabei, als dass die anderen ihn noch einfach so "loslassen".

    Puh, hier ist wieder vieles passiert. Was mir besonders schwer im Magen lag, war die Sache mit Georg und dass Leo sein Gespräch immer wieder verschob. Nun endlich kam es dazu und wie Leo mit seinem Sohn umgegangen ist, war echt toll. Er hat ihm gezeigt, dass er ihn ernst nimmt und hat ihn zu nichts gezwungen, keinen Aufstand gemacht, sondern seinem Sohn die Verantwortung zum Handeln und Nachdenken übertragen. Leichter wäre es wohl fast für Georg gewesen, wenn er Druck bekommen hätte, dann hätte er einfach aus Trotz weitermachen können (wie es Teenager ja gerne tun und dabei sich gefühlt selbst aus der Verantwortung nehmen). Nun hat er plötzlich die Freiheit der Entscheidung und damit auch die eigene Last. Kann aber auch so gut zurückrudern, ohne das Gesicht zu verlieren. Jetzt bin ich extrem auf seine Entscheidung gespannt. Die Frage bleibt aber, ob "die anderen" seine Entscheidung akzeptieren, wenn er sich zum Austritt entscheidet....


    Was den Fall betrifft, bin ich immer noch der Meinung, dass sich Lemasque als Fjodor ausgibt. Vor allem jetzt, wenn es heißt, dass Fjodor aus gutem Hause war. Damit hätte Lemasque evtl. auch noch ein Einkommen erschwindelt. Da Fjodor nur allein aufgrund des Zeitungsartikels sich überwunden hat, nach Deutschland zurückzugehen, muss es ja etwas Gravierendes sein - und Identitätsklau ist ja schon eine große Sache. Ansonsten war ja niemand auf dem Foto abgebildet und das Cabaret selbst kann ja auch nicht der Grund gewesen sein heimzukehren, zumindest nicht das Gebäude, sonst hätte er die Adresse ja nicht suchen müssen. Wenn also im Text nicht noch ein anderer Name erwähnt wurde oder niemand klein versteckt in einem Fenster oder so zu sehen war, muss Lemasque der Grund sein. Andererseits erscheint der mir teilweise doch unwissend, wenn es um Fjodor geht. Spielt er so gut oder steckt doch jemand anderes hinter dem Mord?. Mir persönlich erscheint auch der Fund des Schlüssels so, als wollte jemand Lemasque auflaufen lassen. Ich glaube kaum, dass er sich selbst verdächtig machen will. Wenn also jemand - der Täter - den Schlüssel platziert hat, dann ist Lemasque vielleicht nicht der Mörder, auch wenn der Identitätsklau bestehen bliebe. Vielleicht möchte jemand anderes nicht, dass die Sache auffliegt. Jemand, der gut lebt, so wie die Situation nun ist. Da würde mir Fleurette einfallen oder auch "der Meister". Immerhin wurde der auch mal erwähnt und der scheint sehr ehrgeizig zu sein. Vielleicht hat Berti ja was beobachtet und traut sich nicht zu reden? Der erschien ja mal in einer kurzen Szene als sehr ängstlich. Vielleicht ist Fjodor gar nicht zu Lemasque durchgedungen? Hmmmm, klingt alles sehr vage und eigentlich erscheint Lemasques tatsächlich als derjenige welche. Ich bin jedenfalls sehr auf die Auflösung gespannt!


    Zu den Träumen Fjodors, die das weiße Haus und den Löwen betreffen, war auch mein erster Gedanke, dass es sich dabei um sein Familienanwesen handeln könnte. Vielleicht ist es aber auch eine Erinnerung zu einem Vorfall im Krieg, der mit seinem Zusammentreffen mit Lemasques im Krieg zu tun hat. Vielleicht war bei einer Zusammenkunft in einem derartigen Anwesen etwas vorgefallen, vielleicht sogar etwas, das zu Fjodors Schicksal geführt hat und woran Lemasques beteiligt war.


    Die Geschichte von Fjodor und Jelena hat mich sehr berührt. Die junge Frau ist mir richtig ans Herz gewachsen in ihrer Hilflosigkeit und ihrem Kummer. Ich hoffe, sie findet nun irgendwo in einem der russischen Viertel Anschluss und neue Freunde.


    So und nun ab zum Finale!

    Puh, ich mache mir so Sorgen um Georg. Ich fürchte auch, es wird für ihn immer schwieriger, auszusteigen. Und ich könnte Leo bei jedem einzelnen seiner Gedanken mit dem Wort "später......" wenn er an Georg denkt, und daran, dass er mal mit ihm sprechen will, schütteln. X( Klar, Leo weiß natürlich nicht, was wir wissen und sieht keine Dringlichkeit. Aber ich könnte ihn trotzdem jedesmal schütteln und mich aufregen, dass er schon wieder einen Gelegenheit ungenutzt hat verstreichen lassen. Hoffentlich ist es nicht bald zu spät dafür.


    Die Szenen mit Jelena fand ich sehr emotional und berührend. Ich habe richtig mit der jungen Frau mitgelitten, das war toll beschrieben, wie es ihr erging. Überhaupt will ich gerne mal wieder betonen, wie toll ich alles wieder beschrieben finde. Ich kann mich sehr gut in die Zeit und die Umgebung hineinfinden, alles wirkt so authentisch und die Figuren sind so lebendig und einfühlsam beschrieben, dass ich einfach gar nicht anders kann, als mit ihnen mitzufühlen und mitzufiebern. Es ist wirklich wie ein Wiedersehen mit lieb gewordenen Bekannten. Darunter natürlich auch besonders Sonnenschein, den ich sehr mag und um den ich mir schon seit einiger Zeit Sorgen mache und gar nicht darüber nachdenken will, was auf ihn noch zukommen wird...


    Was den Fall betrifft, lagen wir mit Fjodor und Jelena bisher richtig. Mysteriös sind aber die Umstände und Hintergründe, die die beiden hierher und Fjodor in den Tod geführt haben. Wobei Fjodors Identität ja nicht klar ist, ein Deutscher soll er also sein. Vor was hat er sich bei Jelena versteckt? Warum ist er nie nachhause gefahren, woher die Angst vor der Zugfahrt. Und vor allem, warum wollte er nun unbedingt nach Deutschland und in dieses Cabaret?


    Die Angst vor der Zugfahrt und den Schlägen kann man wohl am ehesten mit einer Kriegsgefangenschaft erklären. Bei dem Grund für seine Reise nach Deutschland fällt die Spekulation schon schwieriger. Was mir durch den Kopf ging war folgendes: in dem Zeitungsausschnitt hat er wohl diesen Lesmasques als Eigentümer des Cabarets wiedererkannt, zumindest stand ja dessen Name bei dem Bild. Dazu kommt seine Aussage, dass es ihm und Jelena wohl bald besser gehen wird. Er hat also irgendwie aufgrund des Zeitungsausschnitts eine Möglichkeit gesehen, zu Geld zu kommen. Einfach als Schauspieler dort anzuheuern wird es wohl nicht gewesen sein, auch wenn dort laut Aussage der Putzfrau, immer wieder Leute eingestellt werden. Um einen Job dort anzunehmen, wird er ja wohl kaum so eine weite Reise gemacht haben. Dazu die Angst vor Ort, dass sie ihn wieder schlagen könnten o. ä. Mein erster Gedanke war deshalb, dass er aufgrund des Fotos herausgefunden hat, dass er erstens diesen Lesmasques kennt und zweitens feststellen musste, dass dieser sich seine Identität geklaut hat und eigentlich "Fjodor" derjenige war, dem das Cabaret gehören sollte. Vielleicht war es "Fjodors" Name, der unter dem Bild stand. Dieses wollte er sich wieder zurückholen und seine Identität richtigstellen, also Lesmasques damit konfrontieren, nur leider hat Lesmasques dabei nicht mitgespielt, sondern sich des Gegners gleich entledigt. Eine falsche Indentität anzunehmen, wenn das Gesicht durch eine Verletzung nicht mehr erkennbar ist, sollte ein Leichtes sein. Diese "natürlich Maske" kann da schon mal sehr hilfreich sein, wenn man sich als jemand anderes ausgeben will .... Und wenn man weiß oder sogar selbst dafür gesorgt hat, dass der andere nicht mehr so schnell in Deutschland auftaucht, weil man für seine Verurteilung, Gefangenschaft o. ä. gesorgt hat, muss man auch nicht viel befürchten. Vielleicht gehörte Lesmasques sogar selbst zu den Leuten, die "Fjodor" misshandelt hatten. Und so wie es aussieht wäre "Fjodor" ja wohl nicht mehr heimgekommen, wenn er nicht den Zeitungsausschnitt gesehen hätte. Eine andere Variante wäre, dass er über den Zeitungssausschnitt die Französin wiedererkannt hat, falls diese namentlich erwähnt wurde, und er mit ihr eine Vergangenheit hatte, die er jetzt klären wollte und sie hat sich ihn vom Hals geschafft....


    Nun ja, wilde Spekulationen, aber wer weiß ^^

    Die Erwähnung, dass Leo Kriminalkommissar ist, fand ich ebenfalls beunruhigend. Es könnte aber auch eine Chance für Georg sein, doch noch ungeschoren aus der Sache zu kommen, denn die Braunen werden es sich vllt. zweimal überlegen, ob sich sie mit der Kripo anlegen - 1928 sag es ja glücklicherweise noch etwas anders aus als 5 Jahre später.

    Stimmt, vielleicht ist es auch eher hilfreich. Hoffe ich jetzt einfach mal.

    Entschuldigt, ich war die Woche nicht so fit und hänge nun maßlos hinterher... Aber es war so schön, endlich wieder Leo und seine Familie und Kollegen zu treffen. Ich war auch ganz gerührt von der Szene mit Leo und Clara in dem wunderschönen Kleid, sie sind so herzlich und liebevoll miteinander..... und dann tauch dieser Malchow wieder auf. Ob wir den jemals loswerden?! X(


    Um Leos Sohn mache ich mir Sorgen. Es zeichnete sich ja im letzten Buch schon ab, dass er die falschen Bekanntschaften machte und das gruselte mich. Nun zeigt sich, dass die Angst berechtigt ist, denn ich fürchte, Georg kommt nicht so einfach aus der Sache wieder raus, nachdem er sogar schon offiziell von diese Trunkenbolden begrüßt wurde.

    Allerdings fühlt er sich schon gleich unwohl und damit zeigt sich, dass er doch genug Menschenverstand hat, was auch beruhigend ist. Aber wer weiß, was sie ihm androhen, falls er gehen will oder geht (wenn sie das überhaupt noch zulassen). Es gefällt mir auch nicht, dass ihnen bekannt ist, dass sein Vater Kriminalkommissar ist. So wie das extra betont wurde, kommt da bestimmt noch was nach. Ich hoffe trotzdem, er vertraut sich Leo oder Clara bald an, damit die gewarnt sind und ihm helfen können.


    Als ich den Prolog gelesen hatte, grauste es mich gewaltig. Filme und Bücher mit solchen Horrorthemen hatte ich das ein oder andere Mal geschaut oder gelesen, aber mir das hier nun vorzustellen, verursachte doch leichte Übelkeit. Später, nachdem ich das Theater kennengelernt hatte, wurde aus dem Horrorgefühl erstmal Erleichterung, da mir dann klar wurde, dass diese Szene ja eine Theatervorstellung gewesen sein könnte. Während dieser Veranstaltungen scheinen die Leute ja auch dauernd zu schreien und Türen schlagend das Gebäude zu verlassen. Puhhhh ..... aber .... natürlich ...misstrauisch wie ich bin, kamen nun doch wieder Zweifel, ob Susanne uns hier nicht täuschen will und diese Szene zwar wie ein Theaterstück aussehen soll, aber in Wirklichkeit eben tatsächlich neben den Vorstellungen, wie dubh auch schon spekuliert, auch "Sondervorstellungen" aufgeführt werden, die real sind. Heute gibt es dafür ja auch Gestörte, die einen echten Mord oder irgendwelche Quälereien filmen und dann "zur Belustigung" ins Internet stellen.... Also langer Rede kurzer Sinn: ich HOFFE, der Prolog war nur Show, bin mir aber nicht sicher.


    Entsprechend denke ich ähnlich und schließe mich der Vermutung an, dass sehr wohl diese Verbindungstür immer mal wieder benutzt wird, um die "Requisiten" einer Realshow nebenan zu entsorgen. Dass der Schuldirektor damit zu tun haben könnte, kann ich mir vorstellen, aber andererseits kann er auch harmlos sein und einfach nicht wissen, was hinter seiner Wohnung passiert. Ich habe noch niemanden richtig in Verdacht bisher.


    Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Fjodor der Tote ist, den wir ja erlebt haben, als er genau zu diesem Platz bzw. dem kirchenähnlichen Gebäude des Cabarets ging. Jemand schrieb, er könnte in eine Falle gelockt worden sein. Diesen Gedanken hatte ich auch, denn vielleicht werden für solche Realvorstellungen ganz bewusst Leute "benutzt", die keiner oder kaum jemand vermisst. Und Fjodor wird wohl nur von Jelena vermisst und vielleicht ist sie die nächste Tote bzw. wir haben sie im Prolog bereits kennengelernt? :o


    Ich muss nun aufholen, aber einholen werde ich euch wohl nicht mehr.

    Hier wird es ruhig, wir sind alle durch und die Runde kann bald beendet werden. Ich bedanke mich schon mal bei allen Teilnehmerinnen und ganz besonders bei dir, Claudia, dass du uns so nett begleitet hast. :bussi: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Buch gemeinsam zu lesen!

    Vielen Dank für die Rezensionen, die schon da sind. Bitte nun auch die restlichen Rezensionen bald einstellen, auch meine eigene fehlt noch und wird spätestens am Wochenende geschrieben.

    Das war noch mal spannend am Ende und bei all meinen Überlegungen hat zumindest gestimmt, dass die Mutter ihre Finger bei der Einsendung von Maelys Bild im Spiel hatte. Dass sie es erst abkaufen musste, damit hatte ich aber nicht gerechnet, da habe ich den Leuchtturmwächter doch "netter" gemacht, als er war. ;D


    Und dass die Mutter auf keinen Fall zulassen wird, dass Claire bei ihr im Dorf versauert, das war auch richtig. Überhaupt: die Mutter, die anfangs so weinerlich und zerbrochen wirkte und dann im Krankenhaus so wenig verständnisvoll auf Claire reagierte, war für mich die ganze Zeit so eher im Hintergrund und nicht präsent. Ich dachte mir zwar auch, dass sie die Gelegenheit beim Schopf packen und die beiden Schwestern wieder zusammenbringen will, aber dass sie so gerissen und ausgefuchst das Ganze in Gang gebracht hat und hinter den Kulissen die Fäden zog, hat mich echt überrascht. Wieviel Unterstützung sie dabei von Valérie hatte, erfährt man nicht, aber ich glaube fast, Valérie hatte damit gar nichts oder kaum etwas zu tun, denn sie sagte ja zu Yvonne etwas in der Art, dass diese doch ein ganz schön ausgebufftes Frauenzimmer sei (ich weiß den Wortlaut nicht mehr, aber so was in der Art). Das klingt für mich eher so, als wäre sie nicht eingeweiht gewesen. Mit der Versendung des Bildes scheint sie ja auch nichts zu tun gehabt zu haben, sonst hätte sie ja vom Museum aus nicht so überrascht Claire angerufen und von etwas erzählt, worüber "sie ihren Augen nicht trauen konnte" (es sein denn, das gehörte schon zum Plan, dies Claire zu erzählen. Aber wer weiß das schon und im Grunde ist es auch egal, denn Valerie und Yvonne haben mit ihren Handlungen so oder so endlich den Fluch entfernt, der schwer auf Claire, Maelys und Yvonne lag und sie so trennte)



    Ansonsten gab es wieder eine Reihe herrlicher, skurril anmutender Szenen, die mir viel Vergnügen beschert haben, wie die Kündigung, die einfach nicht an ihre Bestimmung geraten wollte oder Claires Entschluss, nachdem es ihr gelungen war, ihr Schreiben Sebastian doch noch in die Hand zu drücken, es sich wieder zurückzuholen. Alles konnte ich mir bildlich und in den buntesten Farben vorstellen, und so hatte ich dann meinen Spaß daran!


    Ja, der Humor war echt toll, ich sah diese Szene auch wie einen lustigen Film vor meinen Augen ablaufen. Das war wirklich amüsant zu lesen. Und auch die gefühlvollen Szenen haben mir sehr gefallen, z. B. die Szene mit dem harten Kuchen, das war so süß und romantisch von Sebastian. :herz: Überhaupt finde ich, konnte man die Emotionen der Figuren sehr gut spüren, ich zumindest hatte das Gefühl, besonders Sebastians Anspannung fast greifen zu können, so als müsste ich selbst die Luft anhalten vor lauter emotionalem Druck, als Claire ihm z. B. die Kündigung hinterhertrug und dann auch am Tisch im Restaurant.


    Mir hat das Ende, das ganze Buch, sehr gut gefallen. Ob jetzt alles realistisch war oder nicht, stört mich nicht besonders. Ja, vielleicht hätte Claire einfach ihr Studium neben der Arbeit regulär beenden sollen, anstatt dass irgendwas gemauschelt wurde, aber andererseits ist mir das nicht wichtig genug, um mich daran zu stören, denn mir bleiben die vielen anderen humorvollen, emotionalen und spannenden Szenen im Kopf, die mir sehr viel Spaß gemacht haben. Die Lebendigkeit der Figuren, besonders auch Maelys, aber auch Valérie und sogar die turbulente Sasha... dazu die stimmungsvollen Gegend und die skurrile Dorfgemeinschaft..... Doch, das Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht :)


    Damit hätte sie sich aber auf sehr dünnes Eis begeben, denn so etwas kann leicht schiefgehen, zumal sie Sebastian noch gar nicht kennt. Würde sie ein solches Wagnis eingehen? Schließlich wird sie ihrer Nichte kaum schaden wollen.


    Ja, das stimmt. Aber vielleicht hat sie im Gespräch mit Sebastian ja ein Gefühl für ihn und die Situation bekommen. Sie kann doch gut Menschen "lesen" und entsprechend mit ihnen umgehen. Aber das ist auch nur so ein Gedanke, weil sie schon Gwenaelle damals so gut durchschaut und "gelenkt" hatte. Es kann natürlich auch einfach dumm gelaufen sein, keine Frage.



    Hatte er Kontakte zur großen Kunstszene? Mir kam das eher so vor, als wäre er ein Hobbymaler. Und dann ist er ja auch eher ein Einsiedler, der es nicht so mit seinen Mitmenschen hat.


    Kontakte zur Kunstszene eher nicht, denke ich. Ich habe das missverständlich ausgedrückt und meinte damit, dass er durch sein Interesse an Kunst sich vielleicht damit beschäftigt und wissen könnte, welche Adressen es gibt oder sie herausfinden kann. Wenn ich Maelys Mutter wäre und versucht hätte, meine Tochter in ihrem Talent zu unterstützen, wäre ich wohl erst mal zu der Person im Ort gegangen, die noch am ehesten etwas mit Malerei zu tun hat. Und wenn man seinen Worten glauben kann, dass oft mehr hinter jemandem stecken kann, als andere glauben, kann er damit ja auch angedeutet haben, dass man ihn unterschätzt und er gar nicht so "unwissend" ist und sehr wohl Kontakte pflegt, aber eben weniger im Ort, als vielleicht außerhalb? ;) Vielleicht ist er auch ein guter Freund von Maelys Vater gewesen und es ist ihm daher wichtig gewesen, Maelys zu helfen. Nun ja, wer weiß, vielleicht ist auch alles ganz anders. Ich kann mir jedenfalls außer der Mutter kaum jemanden vorstellen, der so gut von Maelys Talent weiß, wenn sie ihre Bilder ja quasi im Haus versteckt. Es sei denn, vielleicht noch der Postmann, falls sie ihm von ihren Bildern erzählt hat und dem Wunsch, zu malen. Dann könnte auch er sich das Bild gemopst und dem Leuchtturmwächter gebracht haben. Dieser scheint es ja eingeschickt zu haben, irgendwie muss er ja drangekommen sein. Oder sollte Maelys bei ihm oder mit ihm zusammen gemalt haben?

    Puh, da sah es kurzzeitig so gut für Claire und Hellwig aus, aber wie befürchtet, war es auch schnell wieder vorbei. Hellwig kann eben auch nicht immer alles verzeihen und darüber hinweggehen. Vielleicht nimmt es ein gutes Ende mit beiden, mit etwas Abstand oder so. Aber momentan kann ich sehr gut nachvollziehen, wie verletzt er sich fühlen muss, nachdem er weitere Lügen und Täuschungen erkennen musste, obwohl er Claire vertraut hatte und dies auch von ihr geglaubt hatte. Der Vertrauensbruch ist wirklich groß...


    Ich fürchte ja ein bisschen, dass Valerie hier nicht aus Versehen als Elefant in den Porzellanladen getrampelt ist, sondern sehr wohl erkannt hat, wer Hellwig ist und es nur nicht mehr länger mitansehen konnte, dass Claire ihr Leben auf einer Lüge aufbaut. Immerhin wurde doch ihre sehr gute Menschenkenntnis vorher schon erwähnt, so tollpatschig kann sie doch kaum agieren. Vielleicht baut sie darauf, dass die Liebe der beiden groß genug ist, um die Beziehung weiterführen zu können, wenn die beiden (vor allem Claire) gezwungen werden, klar Schiff zu machen. Ist nur so ein Gefühl, könnte natürlich auch sein, dass Valérie es wirklich nicht wusste, glaube ich nur irgendwie nicht...


    Lustig fand ich aber das gelbe Auto und ich glaube, das hat Hellwig selbst auch gefallen. ;D


    Toll finde ich, dass Claire nun wirklich Maelys die Möglichkeit verschafft, ihren Traum vom Malen zu verwirklichen, bzw. ihre Kunst zu zeigen und ein Studium zu beginnen. Das freut mich für sie und irgendwie glaube ich auch, dass sie am Ende mit ihrem Postmann zusammen kommt. Denn Kunst kann man auch in der Heimat machen und dort fühlt sie sich ja schon sehr wohl bzw. passt sie einfach auch sehr gut hin.



    Dass sie sich nun allerdings um die Mutter "kümmern" will, halte ich für übertriebenes Pflichtgefühl. Nichts lässt mich bisher darauf schließen, dass ihre Mutter hinfällig wäre.


    Ich glaube auch nicht, dass man sich um die Mutter "kümmern" muss. Maelys hat dies getan, weil sie es ihrem Vater versprochen hat und hat ja auch gleichzeitig der Mutter das Gefühl gegeben, dass diese sich um Maelys kümmern muss. Soweit ich das verstanden habe, hat Claire ja Mealys sogar darauf angesprochen, dass diese die Hilflose spielt, damit die Mutter sich kümmern kann, also irgendwie ein gegenseitiges "Kümmerngefühl" aufrechterhalten wird. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Mutter das auch durchschaut und vielleicht am Ende ihren Töchtern klar macht, dass man sich nicht um sie kümmern muss und auch sie sich nicht um ihre Kinder, sondern diese ihr eigenes Leben leben sollen. Mal sehen....


    Jedenfalls kam mir bei dem Leuchtturmwärter, der sich so abweisend verhielt der Gedanke, dass dieser vielleicht das Bild zwar verschickt hat, aber dies auf Wunsch der Mutter getan haben könnte, weil er die Kontakte hatte und die Mutter nicht mehr länger mit ansehen wollte, wie sich Maelys für sie "aufopferte", anstatt in die Welt hinauszugehen. Und weil der Alte eben die Mutter nicht verraten wollte, hat er so abweisend und kurz angebunden Claire gegenüber reagiert, damit er nicht am Ende doch noch aus Versehen die Sache verrät. ;)



    Was mich sehr traurig gemacht hat, war, als ich erfuhr, wie der Vater auf seinem Schiff umkam. Und Maelys, die dabei war, konnte ihm nicht helfen. Wie kann man mit so einer Situation nur fertig werden?


    Das fand ich auch total traurig. Meine Güte, wie sehr muss man darunter leiden, dass man zwar da war, aber nicht die Kraft hatte, den eigenen Vater zu retten und deshalb hilflos zusehen musste, wie er starb. :'(



    Sebastians Büro und vor allem der Balkon haben sich grundlegend verändert. Er selber ist nicht da. Ich gehe davon aus (hoffe!!), dass er ebenfalls gekündigt hat zu Gewn in die Bretagne geht.


    Mein erster Gedanke war auch, dass er selbst dieses Büro wohl gar nicht mehr nutzt und seinen Posten dort aufgegeben hat. Aber Claire sah ja auf dem Schreibtisch ein Bild von ihm als Kind ("seine Augen") , also wird er wohl doch noch dort arbeiten, denke ich. Aber vielleicht hat sein Abenteuer in Frankreich und vor allem die Enttäuschung bewirkt, mal grundlegend aufzuräumen, vielleicht auch sein ganzen Leben "aufzuräumen". Die Frage ist nur, was hat er dabei alles "entsorgt" und "herumgeräumt". Was oder wer wird weggeworfen und was oder wer behalten?


    Um das rauszufinden muss ich jetzt aber schnell weiterlesen. Ich bin gespannt auf das Ende!


    Ansonsten muss aber jeder Autor einfach damit rechnen, dass das Buch manchmal auch in falsche, hier völlig unromantische und gerade nicht märchenhaft aufgelegte Hände fällt!


    Genau, es kann nicht jedes Buch zu jeder Leserin/jedem Leser passen, dafür gibt es ja zum Glück so viele tolle unterschiedliche Bücher. :) Hier darf jeder in den Leserunden seine ehrliche Meinung freundlich vertreten und es ist daher völlig in Ordnung, dass du schreibst, warum dir das Buch nicht gefällt.


    Mir persönlich gefällt es immer noch sehr gut, aber ich lese auch grundsätzlich sehr gerne solch etwas überspitze Geschichten, die mich innerlich mit den Augen rollen lassen, über das Verhalten der Protagonisten, aber gleichzeitig eben auch mitfiebern lassen, wie sich die von ihnen erzeugten Knäuel wohl wieder auflösen. Dazwischen der Humor und eben auch die lebendigen und teils schrägen Figuren, das macht mir einfach Spaß zu lesen. :)


    Und natürlich kam es wie ich einen Abschnitt vorher noch befürchtet habe: alle stürzen sich auf den armen Hellwig und Luik und sein Kollege stellten wirklich Schlimmes an auf See. Sie lassen ihn zwar nicht kentern, aber fast. Die Insel ist nun wirklich nicht besonders viel Boden unter den Füßen. Meine Ahnung hat sich also bestätigt, dass Claire da mit ihrer Geschichte ziemlich viel Mist gebaut hat.



    Doch erstaunlicherweise ist er im Großen und Ganzen Herr der Lage. Weder ergreift er die Flucht vor diesem Dorf und seinen unmöglichen, wildgewordenen Bewohnern, noch empört er sich über die Behandlung, die ihm zuteil wird. Amüsiert er sich gar? Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass er, nachdem er von der Insel gerettet wurde und die Möglichkeit hatte, sich auszuruhen, ein stilles Vergnügen an der Tragikkomödie hatte, die sich da auf seine Kosten abspielte!


    So ein bisschen kam es mir stellenweise auch vor. Allein schon, dass er dorthin in Urlaub gefahren ist, nachdem Claire ihm alle negativen Aspekte der Gegend aufgezählt hatte, hat mir das Gefühl gegeben, dass er gerade diesen Kontrast, dieses Raue und ungemütliche (unbewusst) gesucht hat. Vielleicht ist ihm sein Leben zu "glatt", zu sehr in Bahnen vorgegeben, zu sehr auf Profit und Ansehen ausgelegt, zu sehr geregelt und langweilig? Irgendwas in der Art - weshalb für ihn jetzt dieses Abenteuer und diese gegensätzliche Lebensart gerade spannend und "lustig" vorkommt? Und dazu natürlich Claire, in die er offensichtlich verliebt ist und die er nicht im Stich lassen will.



    Und großartig, wie er am Schluss des Abschnitts mit seiner Rede das gesamte Dorf, bis auf Nicolas natürlich, auf seine Seite zog, wie er genau den Nerv der Leute traf! Eine männliche Ausgabe der Tante Valerie aus Paris, kommt mir dabei in den Sinn.
    Summa summarum - ich finde keine andere Erklärung für seine Langmut als Liebe! Liebe zu Claire, die er am Schluss laut herausposaunt, denn als er da mit den vielen verschiedenen Blautönen begann, hat er das, davon bin ich überzeugt, vollkommen ernst gemeint!


    Das hat er auf jeden Fall ernst gemeint, das hat sich für mich sofort so angefühlt und ich hätte Claire schütteln können, als sie dabei an eine Lüge von ihm dachte, nur, um aus der Sache rauszukommen. Ja, ich hatte hier auch den Gedanken, dass Hellwig sich gut mit Valérie verstehen würde. Was sie kann, kann er auch: den Leuten das geben, was sie sich wünschen und damit seine Ziele erreichen. ;D



    Während Gwenaelle/Claire jetzt eine sehr originelle, redlich verdiente Lektion verpasst bekommt für ihre Schwindeleien, die nun, notgedrungen, eine nach der anderen ans Licht kommen ( und wie schwer sich Claire damit tut, wie sie sich innerlich und äußerlich windet und tausend Ängste durchlebt, ist amüsant und mitleiderregend gleichzeitig ). Doch nein, alle Lügen deckt sie nicht auf! Sie gibt nur zu, was sie nicht mehr länger aufrecht erhalten kann. Wie einst Scarlett O'Hara verschiebt sie den Rest auf morgen...


    Guter Vergleich! Nur das Nötigste zugeben und den Moment verstreichen lassen, in dem man die ganze Wahrheit hätte sagen können. Auch hier hätte ich Claire schütteln können. Jetzt hatte sie die Chance auf Ehrlichkeit und "Klar Schiff machen" und auch besonders das Angebot auf Vertrauen und missbraucht es sofort. Oh menno, ob Hellwig später auch noch das so schnell verzeihen kann, wenn er es herausfindet?



    zuerstmal ist da Tante Valerie in Paris - in Polizeigewahrsam, wenn ich das richtig verstanden habe! Was um Himmels Willen hat sie denn da wohl in der Ausstellung angestellt? Dass sie wirklich etwas stehlen wollte, sie, die doch alles hat, was sie für das Leben, das sie führt, braucht, sie die perfekte Lebenskünstlerin, glaube ich auf keinen Fall. Es sei denn, sie war kurzfristig geistig umnachtet, wofür aber keine Anzeichen sprechen. Was sonst mag da geschehen sein?


    Mein Gedanke war hier, dass sie etwas, ein Bild, genommen hat, was sie wiedererkannt hat, und rechtens ihr oder Claire oder jemand anderem gehört. Vielleicht sogar das Bild von Marlene, das damals in der Galerie war, zu der sie Gwenaelle mitgenommen hatte, um ihr zu zeigen, dass sie nachts putzt. Ich musste nämlich wieder an das abgehackte Telefonat denken, als sie Claire gegenüber erwähnte, sie hätte "ihren Augen nicht getraut" als sie irgendwen gesehen hatte. Und vielleicht war es nicht irgendwer, sondern irgendwas Ich kann mich an die genaue Worte nicht erinnern, dachte nur, sie hat eine Person damit gemeint. Aber vielleicht hat sie ein Bild damit gemeint und resolut wie sie ist, hat sie es versucht zu nehmen und wollte damit zur Polizei, um zu melden, dass es geklaut ist oder so etwas. Und dabei wurde sie dann als Diebin festgenommen. So kann ich mir das vorstellen. ;D



    Maelys war dabei, wie ihr Vater ums Leben gekommen ist? Habe ich das richtig verstanden? Rührt daher auch ihre Sprachlosigkeit? Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat sie gesprochen, bis ihr Vater gestorben ist.


    Ja, so habe ich das auch verstanden.


    Außerdem kommt es mir seltsam vor, dass sie jeden Tag einen Kuchen bäckt, um ihn dann wieder wegzuwerfen. Mir war nicht ganz klar, warum sie das eventuell macht, bis ich das bretonisch-französiche Glossar gefunden habe. Ich vermute mal, dass der Postbote der Grund für ihre Kuchenbäckerei ist?!


    Ah, darauf bin ich jetzt gar nicht gekommen. Ich hatte das Gefühl, sie versucht einen Kuchen von früher, aus der Zeit als der Vater noch lebte, nachzubacken. Denn als Claire ihn probierte, wusste diese ja gleich, was fehlt, weil sie den Kuchen mit der Mutter früher schon gebacken hatte. Ich dachte, Maely versucht, ein Stück Vergangenheit in Form des Kuchens, zu finden und weil er nicht so schmeckt wie früher, wirft sie ihn weg.



    Zum anderen findet sich die Protagonistin aber langsam wieder in ihren Heimatort ein, den sie durchaus verändert vorfindet. Sie gleitet hinein, besser gesagt, ohne dass sie es vielleicht möchte.


    Das hast du gut gesagt, so empfinde ich es auch. Mehr und mehr rutscht sie wieder in die Heimat hinein und es fühlt sich gar nicht immer schlecht an. :)



    Mich wundert, dass Maelys alle Familienmitglieder portraitiert hat, nur Gwenaelle nicht. Oder hat sie deren Bilder nur weggeworfen, weil sie wütend war?


    Vielleicht hat es sie zu sehr geschmerzt, ihre Schwester zu malen, so dass sie es lieber nicht gemacht hat, um sich dabei nicht selbst noch mehr weh zu tun, als ihr der Verrat der Schwester schon weh tat?

    Ach du meine Güte, nun reitet sich Claire aber immer weiter rein! Dass ihr Chef nun auftaucht, war ja zu erwarten und natürlich versteckt sie sich weiterhin vor ihm. Aber dann erzählt sie auch noch allen möglichen Leuten, dass sie gerade vor ihrem Ex-Freund flüchtet, der ihr wunder was alles angetan hatte, während tatsächlich ein Mann aus Deutschland im Dorf auftaucht und auch noch aus derselben Stadt. ::) Für wen die Dorfbewohner ihn bald halten werden, wenn sie merken, wie seltsam Claire sich dem Fremden gegenüber verhält, kann man sich gut vorstellen. Was, wenn die Bewohner ihn sich vorknöpfen wollen, um Claire zu "schützen"!


    Und das zweite, was mich entsetzt: was hat sie mit den Bootsführern besprochen, was diese mit Hellwig unternehmen sollen, damit er das Dorf verlässt? Soll das Boot kentern, damit er sich erkältet oder zu Tode erschreckt und heimfährt? Gerade Claire, die ihren Vater offensichtlich durch das Meer verloren hatte und, so wie ich es zumindest herauslesen konnte, das Wasser verantwortlich macht, lässt ihren Chef (den sie doch eigentlich mag) aufs Wasser raus und heckt dabei auch noch irgendeinen Plan aus, der ihr selbst ein bisschen Bauchschmerzen bereitet?! :o Was, wenn er verunglückt auf See?


    Oh je, oh je, ich ahne Übles. Und ebenso ahne ich Übles, wenn ich Nikolas beobachte. Claire sollte auf ihr Gefühl hören, nachdem sie selbst schon Unbehagen verspürt hatte, als sie ihn im Umgang mit Luik und Co. erlebt hatte. Maelys hat es wohl schon gut erkannt: "er hat sein Herz ein Amerika gelassen". Nikolas ist mir nicht geheuer....


    Wo Claire aber ein gutes Gespür hatte und toll gehandelt hat, ist bei ihrer Schwester. Mit den Bildern das hat nicht geklappt, aber beim Backen hat sie endlich wieder ihre Nähe gefunden. Der erste Schritt in die richtige Richtung - ich glaube, sie können sich wieder annähern. :)


    Aber warum scheint Maelys nach außen hin die Hilflose zu spielen, wenn sie doch andererseits so gut zurechtkommt?


    Und dann Valérie, zu der Claire mangels Telefon keinen Kontakt mehr aufbauen kann. Wen hat diese gesehen, bei dem oder der "sie ihren Augen nicht trauen konnte?" Welche Schwierigkeit hat sich da wohl gerade aufgebaut? Jemand aus Claires Vergangenheit in Paris? Es muss ja einen Grund gegeben haben, warum Claire z. B. nach Berlin gegangen ist und nicht mehr in Paris wohnt. War dort irgendwas vorgefallen, was eine Flucht notwendig machte und "der Auslöser" ist in der Ausstellung aufgetaucht, den/die man lieber vergessen wollte oder der/die Claire gar gefährlich werden kann?


    Puh, das ist alles ganz schön verzwickt gerade und mir tut ganz besonders Hellwig leid, wenn ich daran denke, was vielleicht nun bald auf ihn zukommen könnte.... :( Wobei ich mich frage, ob er nicht vielleicht Claire schon erkannt haben kann, als sein Blick etwas länger auf ihr ruhte?


    So, ich gehe jetzt erst mal mit meiner Hündin raus und dann lese ich noch eure Kommentare. :winken: