Beiträge von odenwaldcollies

    Lucie Flebbe - Jenseits von Wut (1. Fall für Eddie Beelitz)


    Kaufen* bei

    Amazon
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links



    Hier geht es zur Buchvorstellung durch Lucie


    Wer hat Interesse an einer gemeinsamen Leserunde? Es wäre schön, wenn es wieder klappen würde, denn sowohl die Bücher als auch die Leserunden mit Lucie waren immer toll. Gebt auch an, wann es zeitlich bei euch passen würde.


    Interessenten:

    odenwaldcollies (ab dem 17.08.)

    mowala (Mitte August/Anfang September)

    Annette B. ?

    kessi69 ?

    Ich war ja schon ziemlich gespannt, wie das "Damals" weitergehen würde: Daniel ist tatsächlich nochmal zu dem bewusstlosen Mädchen zurückgekehrt, um "seinen Spaß mit ihr zu haben" X(


    Mich hatte es ja stutzig gemacht, dass Daniel einerseits feststellt, dass sie immer noch bewusstlos ist, andererseits aber das Kopfkissen zwischenzeitlich über ihren Kopf gezogen haben soll. Die anderen Punkte, dass z.B. das Licht nicht mehr brannte, sind mir auch nicht aufgefallen.

    Meine Befürchtung, dass das Mädchen den nächsten Morgen nicht mehr erlebt, hat sich leider bewahrheitet, wobei ich eher davon ausgegangen bin, dass Daniel zu ihrem Mörder werden würde. Dass er sie vielleicht vergewaltigt, sie dabei zu sich kommt und er dann Panik kriegt und sie umbringt.


    So ist es jetzt aber noch spannender, denn wer ist dann der Mörder? Daniel können wir ausschließen. Wer wusste noch davon, dass sich das Mädchen in ihrem Zimmer befand? Johannes und Ingrid Holters (allmählich fügen sich die ersten Puzzle-Teile zusammen), die zufälligerweise zur gleichen Zeit auf Kreta war wie die Große-Daltrups und die Hagemanns. Dann gibt es noch Hinweise, dass das Mädchen das Appartement nicht alleine bewohnt hat. Darüber wissen wir momentan auch noch nichts.


    Könnte Johannes der Mörder sein? Aber warum hätte er das tun sollen? Am ehesten würde ich auf den Mitwohner der Toten tippen, aber das ist wahrscheinlich zu naheliegend. Es könnte aber auch einfach irgendein Psychopath sein, der zufälligerweise entdeckt hat, dass die Verandatür offen war und die Chance ergriffen hat.


    In jedem Fall ist Daniel in einer ziemlich miesen Situation; und ich gebe zu, ein wenig gönne ich ihm das schlechte Gewissen sogar, dafür, was er mit dem Mädchen vorgehabt hatte.


    O.k., Ingrid Holters war damals auf Kreta, evtl. hat sie irgendwann noch von dem Mord erfahren und hat sich nochmal die Begegnung mit den beiden Jungen, die das Mädchen zu ihrem Bungalow brachten, durch den Kopf gehen lassen. Vielleicht kommen die Ermittler über Fingerabdrücke in dem Appartment auch noch nach Deutschland, wer weiß.

    Aber wie zum Geier passt Peter Gausling hier rein? Welche Beziehung hat er zu Ingrid Holters oder dem toten Mädchen? Kurz dachte ich, ob das tote Mädchen vielleicht gar keine Engländerin und in Wirklichkeit Peters Schwester ist; aber das glaube ich nicht wirklich. Lt. Frau Lohmann gibt es keine Geschwister von Peter. Sie ist also die Tante von Peter - das Schicksal ihrer Schwester ist ganz schön tragisch, kein Wunder, dass sie Schuldgefühle hat. Aber hat sich Peter denn nie gefragt, warum seine Chefin ihn so "bemuttert"? Stimmt es, was die Lohmann behauptet, dass sich Ingrid Holters so intensiv um Peter bemüht hätte und nicht andersrum?


    Statt "Toter Bauer" meinte Peter wahrscheinlich "Totenbauer" und das wäre örtlich gesehen heute der alte Hagemann, der Vater von Daniel - oder auch Daniel selbst.


    Das Bauunternehmen von Hagemann ist also den Bach runtergegangen und ausgerechnet Daniel ist in die Firma eingestiegen. Er kümmert sich inzwischen auch um seinen Vater, während Johnny kein so gutes Verhältnis mehr zu seinen Eltern zu haben scheint, fast so, als hätten die beiden jungen Männer seit 2012 die Rollen getauscht, was ihre Eltern angeht.

    Wann fingen eigentlich Holger Hagemanns Alkoholprobleme an? Mit dem Niedergang seiner Firma oder vielleicht kurz nach dem Urlaub auf Kreta? Könnte er etwas mit dem Tod des Mädchen zu tun haben? Aber warum?


    Die Knochenmühle, die auch der Tatort für Peters Tod ist, gehörte zufälligerweise Ingrid Holters? Das sind jetzt eindeutig zu viele Zufälle. Ob die Bodenverschmutzung eine Rolle spielt? Ich glaube es eher nicht, allmählich weist alles immer mehr in Richtung Kreta.


    Na super, Michaela versucht tatsächlich, Bertram erneut zu verarschen - nur gut, dass Tenbrink das Gespräch mitbekommt.
    Ey, Maik hat echt keinen Arsch in der Hose, ganz ehrlich, den Kinnhaken von Martina hat er sich verdient und zwar dafür, dass er rumstammelte, dass das alles nicht so wäre, wie es aussieht :teufel:

    Allerdings ist Martina auch nicht mehr ganz knusper und ich hoffe sehr, dass sie Maik jetzt endlich in Ruhe lassen wird und ihn nicht weiter sexuell belästigt. Was das allerdings für berufliche Konsequenzen für Maik nach sich ziehen wird, bin ich gespannt; Martina erscheint mir doch leicht rachsüchtig zu sein.


    Tenbrink dagegen erinnert sich auch an immer mehr Einzelheiten von Karins Tod bzw. der Zeit kurz davor. Ich habe irgendwie ein ganz blödes Gefühl bei der Sache und hoffe nur, dass Tenbrink nicht irgendwie am Tod seiner Frau beteiligt war, dass er sie vielleicht geschubst hat, evtl. versehentlich.


    Seine Tochter ist ja auch lustig, wie sie ihm den kleinen Hund aufs Auge drückt. Ist ja nett, das sie das Tier nicht einfach ins Tierheim abschieben will, aber sie fällt ja bei ihrem Vater regelrecht mit der Tür ins Haus.

    Die im Prolog beschrieben Szene hat 1:1 genau so stattgefunden, genau zu dieser Zeit und genau an diesem Ort! Ich weiß, es klingt unglaublich, im realen Leben gibt es aber manchmal solche Wunder.

    Wahnsinn, was es für Zufälle gibt, ich habe selber schon solche Zufäll erlebt. Hier ist es ein richtiger Gänsehaut-Zufall. Ich habe eben nochmal im Prolog nachgelesen, ich war hier falsch dran: ich dachte, Werner hätte im Prolog erwähnt, dass seine Mutter Hedwig nicht mehr leben würde, was völliger Quatsch war. Daher dachte ich, der Prolog wäre Fiktion, weil du ja keinen Kontakt mehr zu Werner hattest, seit Hedwig tot ist. Frag mich jetzt nicht, warum ich falsch dran war rotwerd

    Ein weiteres "Wunder" war, dass eine Frau sogar in Königsfeld lebte, also ganz in der Nähe von Rottweil - und sie haben so lange nichts voneinander gewusst.

    Das ist wirklich auch ein kleines Wunder.


    Hedwig starb im Februar 2000. Als dann alles geordnet war, brach der Kontakt zu Werner ab.

    Siehste, da war ich völlig falsch dran.


    Früher verachtete ich ihn regelrecht wegen seines Lebens und vor allem Dingen wegen seines Alkoholabusus, heute weiß ich jedoch, dass viele Menschen dieser Kriegsgeneration später Alkohol und Drogen verfielen, um die immer wieder kehrenden Erinnerungen zu unterdrücken. Eine psychologische Betreuung oder gar Therapie gab es ja keine. Die Menschen wurden mit all dem, was sie erleben mussten, allein gelassen.

    Das ist so, man legt allzu leicht heutige Maßstäbe an, dabei können wir (glücklicherweise) nicht nachvollziehen, welche Narben und Langzeitwirkungen der Krieg bei den Menschen hinterlassen hat. Auch bei Max könnte ich mir vorstellen, dass er ohne den Krieg einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen hätte.


    Das hatte niemand und es zeigt einmal wieder mehr: Es gibt sie noch - diese Wunder.

    Augustes Überleben war eines der größten Wunder für mich in diesem Buch.


    Leider ist dieser Handlungsstrang keine Fiktion. Margarethe bewahrte allerdings zwei Briefe auf, die Max ihr aus dem Gefängnis schrieb und darin um Verzeihung bat. Verziehen hat sie ihm zwar nie, auch hat sie ihm nie zurückgeschrieben, aber seltsamerweise diese Briefe aufbewahrt ... Heute befinden sie sich in meinem Besitz.

    Später gab es dann aber keinen Kontakt mehr zwischen den beiden, oder? Das hätte ja auch nichts mehr gebracht, besser einen Schlussstrich ziehen. Aber ich finde es dennoch ein wenig versöhnlich, dass Max deine Mutter um Verzeihung gebeten hat.

    Max war allerdings indiskutabel in seinem rücksichtslosen Verhalten. Er bestiehlt die Frauen, lügt, säuft und landet schließlich im Knast wegen eines versuchten Banküberfalls. Hat ihn der Tod seiner Schwester so aus der Bahn geworfen oder wäre er auch ohne dieses Unglück auf die schiefe Bahn geraten?

    Er war ja schon vorher schwierig und hatte es nicht eilig, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Auch hatte er bereits zuvor Hedwig bestohlen. Der Tod seiner Schwester war sicherlich aber ein weiterer Schubs in die völlig falsche Richtung.


    Es gibt es ja häufig, dass Kinder die Geschichten ihrer Eltern wiederholen. So wundert mich Gretes Leben kaum. Auch sie wäre heutzutage besser aufgehoben gewesen...

    Ja, das ist leider allzu oft wahr.

    Was für ein Ende mit nochmal einigen Höhen und Tiefen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Für mich passt das Ende des Buches, genau so wie es ist.


    Aber erstmal zum Anfang dieses Abschnitts: nie und nimmer hätte ich erwartet, dass Auguste den Angriff auf dem Haff überlebt hat! Was muss das für eine Freude für Hedwig und Margarethe gewesen sein, als sie davon erfuhren. Ebenso haben Paula, Anna und ihr Mann überlebt. Von Fritz kommt später auch noch ein Lebenszeichen. Es haben mehr Familienmitglieder überlebt, als ich gedacht habe. Allerdings ist Paula durch die Hölle gegangen - wäre sie nur schon früher geflüchtet.

    Umso trauriger war es dann aber, dass sich die Schwestern gegenseitig in den verschiedenen Zonen nicht besuchen durften. Und Hedwig so auch ihre Mutter nicht nochmal wiedersehen konnte.


    Die Intrige der Gräfin, bei der Hedwig und Margarethe untergekommen sind, finde ich ziemlich gemein, war aber froh, dass Hedwig nicht so zornig, wie sie war, zu ihr gegangen ist - ich glaube auch nicht, dass das gut für sie ausgegangen wäre. Als erstes hätte ich in jedem Fall die Preise für die Damen angezogen. Ich fand es clever von Hedwig, diesen Trumpf zur passenden Zeit auszuspielen.


    Nach dem Prolog hat Werner eher einen seriösen Eindruck auf mich gemacht, aber er hat auch eine recht stürmische Zeit hinter sich. Und er gleicht wirklich sehr seinem Vater. Rebecca: da du im Nachwort schreibst, dass du mit Werner seit dem Tod der Großmutter keinen Kontakt mehr hast, vermute ich mal, dass der Prolog nicht real ist, oder?


    In jedem Fall hat er eine Frau wie Lotte gebraucht, genauso wie auch sein Vater eine starke Hand gebraucht hat, die ihm gesagt hat, wo es langgeht - erst als Hedwig ihm die Pistole auf die Brust gesetzt hat, ist Albert ja bei seiner Familie geblieben.


    Puh, Margarethe hat aber auch überhaupt kein Glück mit ihren Ehemännern gehabt, dabei machten beide zuerst so einen guten Eindruck. Das Schicksal von Kordula Wilke war ebenfalls sehr tragisch und traurig.


    Ich muss ja gestehen, als wir und Grete erfahren, was Antonio für ein durchtriebener Dreckskerl ist, dachte ich, das ist jetzt aber ganz schön heftig, was Rebecca der armen Magarethe zumutet und ob das im realen Leben wirklich so geschehen würde. Um dann im Nachwort zu erfahren, dass es genau so geschehen ist, was mal wieder zeigt, dass das Leben die unglaublichsten Geschichten erzählt.

    Toll ist, wie Hedwig ihrer Tochter dann wieder zur Seite steht, das lässt die beiden Frauen nochmal enger zusammenrücken.


    Von der Abneigung gegenüber den Flüchtlingen hat mir meine Mutter auch erzählt, sie kommt aus Schlesien. Wobei mein Großvater das Glück hatte, ziemlich schnell eine anständige Arbeit zu bekommen und eigenhändig ein Haus für die Familie bauen konnte.

    Sehr positiv fand ich dass, Hedwig keine Abneigungen gegen Tonio hatte, weil er Ausländer war. Das war bei meiner Großmutter aus Schlesien leider nicht so.


    Glücklicherweise ist Hedwig so stur bei den Rottweiler Behörden geblieben und hat sich nicht mit der Bruchbude weit ab vom Schuss abspeisen lassen. Die Behörden sollten doch froh sein, wenn schon jemand eine Geschäftsidee hat, mit der er/sie direkt loslegen will und kann.


    Ich war absolut überrascht, als ich im Nachwort erfahren habe, dass das vorliegende Buch die Lebensgeschichte deiner Mutter und Großmutter erzählt - vielen lieben Dank, dass du diese spannende Geschichte mit uns teilst, liebe Rebecca :*


    Und dann hatte die Geschichte mit Antonio doch sein Gutes: nämlich Ursula bzw. dich, welche so tolle Geschichten erzählen kann.


    Ich muss gestehen, mich interessiert die Heimat meiner Mutter und Großmutter so gar nicht rotwerd Was wahrscheinlich auch daranliegt, dass meine Großeltern 400 km von uns entfernt wohnten und mein Großvater, der ein sehr angenehmer Mensch war, gestorben ist, als ich noch ein Kind war. Meine Oma dagegen war etwas speziell, die ein Händchen dafür hatte, Unfrieden innerhalb der Familie zu stiften, was zur Folge hatte, dass ich während ihrer letzten Jahre so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihr hatte.


    Meine Mutter war damals 10 Jahre alt, als sie Schlesien 1946 verlassen mussten. Entsprechend rosagefärbt sind ihre Erinnerungen. Vor ein paar Jahren ist sie mit meinem Bruder nach Polen gefahren, um die alten Orte zu besuchen und hat sich darüber aufgeregt, dass diese oder jene Bäume oder Gebäude nicht mehr stehen würden. Dass sie nach all den Jahrzehnten vielleicht eh nicht mehr dagestanden hätten, blendet sie immer aus.

    Und was mich auch immer abgestoßen hat: wenn sie von früher erzählte, kam unweigerlich der verbitterte Vorwurf, dass die elendigen Russen und Polen ihnen alles genommen und rausgeworfen hätten (die schlimmeren Beschimpfungen führe ich hier nicht auf). Dass der junge russische Offizier und seine Frau, die im Haus der Familie meiner Mutter einquartiert wurden, noch ein Jahr lang seine schützende Hand über sie gehalten hat, solange er konnte, so dass sie erst 1946 ausreisen mussten, wird höchstens mal am Rand erwähnt.

    Ebenso wird ausgeblendet, dass es ja nicht grundlos war, warum es damals Krieg gab. Das alles hat bei mir unweigerlich einen inneren Widerstand ausgelöst, den ich bis heute nicht überwinden kann.


    Mein Schwiegervater kommt auch aus Ostpreußen, aber er hat selbst kein Interesse an der damaligen Heimat, weil er noch jung war, um sich an vieles von damals zu erinnern. Er ist in Tübingen aufgewachsen und das ist für ihn seine Heimat.

    Wenn er jetzt auch noch ein "glücklicher" Schattenherr geworden wäre , wäre mir das zuviel des Bösen gewesen.

    Nee, das wäre echt nichts gewesen.


    Ich fand sie als kleidertragenes Anhängsel dann zum Schluss auch eher langweilig.

    Stimmt, Kiretta hat am Ende viel von ihre Biss verloren, so ganz ohne Schiff.


    Irgendetwas meldet sich bei mir im Hinterstübchen, auch schon beim Lesen dachte ich, die kenne ich, aber ich komme nicht drauf. Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

    Mowala hat richtig getippt.


    Ist das so ...? So ganz klar ist Velons Rolle ja nicht ...

    Irgendwie muss er aber etwas geahnt haben, ansonsten wäre es ein ziemlicher Zufall gewesen, dass er Bren gerade zu dem Zeitpunkt auf die Ghoule und deren Meister aufmerksam gemacht hat.

    Da habe ich versucht, den Faden in etwa da wieder aufzunehmen, wo er bei Lióla in Feind durchtrennt wurde.

    Sehr gut gelungen - auch wenn ich seiner Entscheidung, ein Unsterblicher zu werden, kritisch gegenüberstehe, habe ich gehofft, dass diesmal keinen solchen Zwischenfall wie bei Lióla gibt. Wobei ich bei Lióla sehr zufrieden darüber war, dass sie von Helion getötet wurde. Aber wie diese Umwandlung vonstatten geht, hat mich ebenfalls interessiert.


    Denkst Du, den Menschen ginge es besser, wenn sie von den Fayé beherrscht würden, als wenn sie unter den Schatten leben müssten?

    Hier könnte man sicherlich auch die Frage stellen, ob Pest oder Cholera.

    Oder Bren entscheidet sich um und will doch kein Osadro mehr werden, brennt mit Kiretta durch und versteckt sich im Odenwald :totlach:

    Stimmt - der Odenwald gilt ja allgemein als Zufluchtsort für Generäle und Piratinnen! :err:

    Dark Fantasy im Odenwald ... ich weiß dann schon wohin ich nicht mehr in Urlaub fahre

    Tztztz, so schlimm geht es bei uns gar nicht zu ... das bisschen Mord und Totschlag ... :totlach:




    Sie spürten gar nichts, waren lediglich angetrieben von dem Wunsch, zu überleben, und auch irgendwie abgestumpft. Sie funktionierten einfach, wie Roboter, setzten einen Fuß vor den anderen, immer in der Gewissheit, dass es jeden Moment vorbei sein könnte. Keiner, der das erleben musste (früher und leider auch noch heute ...) kann meiner Meinung nach wirklich die Gefühle und Empfindungen dieser Menschen vollständig nachvollziehen.

    Ich denke, anders kann man solch eine Tortur auch nicht durchstehen, wie wenn man (bzw. das Unterbewusstsein) alles ausblendet.


    Daher berührt es mich so sehr, dass Du/Ihr ähnlich empfindet, dass es mir gelungen ist, das Schreckliche auf eine Art rüberzubringen, die auch Euch aufwühlt. Danke.

    Ohja, die Szenen sind sehr aufwühlend - nach diesem Abschnitt habe ich erstmal eine Verschnaufpause gebraucht, bevor ich überhaupt hierzu etwas schreiben konnte.


    Gerade in der Szene, als Werner wieder da ist, weist sie Grete zurecht und ist auch von Werners Plan nicht angetan, so sein Geld zu verdienen, wie es ihm Spaß macht. Oder ist es nur, weil es sie so sehr an Albert erinnert?

    Ich denke auch, dass es die Erinnerungen an Albert sind, die sie hier etwas überreagieren lassen.

    Für Hedwig und Margarethe aber ein Glück, dass Grete so schwer krank wird ... Für die junge Frau und ihre Tochter allerdings nicht. Es gab zwar Überlebende des Untergangs, Hedwig hat der Gedanke, die Frau und das Kind in den Tod geschickt zu haben, indem sie ihnen ihre Karten schenkte, niemals wieder losgelassen.

    Zu all dem Unglück, dass die Flüchtenden damals mitmachen mussten, kommen dann noch solche Gedanken, obwohl dafür ja keiner etwas kann. Dass die Gustloff untergeht, wusste niemand - aber dennoch macht man sich Vorwürfe, was normal ist.

    Es ist immer wieder unglaublich, wie lang das Nazi-Regime den Leuten erzählt hat, dass sie den Krieg noch gewinnen werden bzw. den Menschen im Osten verboten haben, ihre Städte und Dörfer zu verlassen und sie damit den Übergriffen und dem Tod durch die gegnerische Armee aussetzten!


    Paul und Johanna kann man echt nicht mehr helfen, so weltfremd wie sie sind. Vielleicht wollen sie aber auch einfach nicht ihr verfallenes Gut verlassen und hoffen einfach, dass alles nicht so schlimm werden wird. Wenn Johanna überlebt, gehört sie garantiert nachher zu denjenigen, die am lautesten schreien, dass sie gegen Hitler gewesen sei, um ihren Hals zu retten. Ich war jedenfalls froh, dass Hedwig nach der Absage von Alberts Eltern endlich die Flucht angetreten und sich nicht wegen Alberts Bitte weiterhin verpflichtet fühlte. Andersrum hätten sich die Schwiegereltern sicherlich nicht so um sie gekümmert.

    Hedwig und Margarethe lassen alles, aber auch wirklich alles hinter sich: ihre bisheriges Leben und Zuhause, ihre Träume und Hoffnungen.


    Die Flucht ist eindeutig das Schlimmste, was Hedwig und ihre Familie bisher durchmachen musste. Auch wenn ich weiß, was die Flüchtlinge erwartete, fand ich es dennoch schrecklich, es nochmal zu lesen. Dieser Wettlauf gegen die Zeit bzw. das Vorrücken der Roten Armee, die Flucht durch die Frontlinien, der Angriff auf dem Frischen Haff, bei dem auch Auguste ums Leben kommt (ich glaube jedenfalls nicht, dass sie das überlebt hat :() - und keine Zeit zu trauern. Und dann der Hoffnungsschimmer durch die Wilhelm Gustloff - wir Leser wussten, dass das Schiff kein gutes Ende nahm, aber für die Menschen war es die verheißende Rettung. Ich fand es toll, dass Hedwig die Gräfin wieder getroffen hat und diese ihr die Karten überlassen hat. Wenn Grete nicht so krank gewesen wäre und der Arzt darauf bestanden hätte, dass sie im Krankenhaus bleiben muss, würden die beiden Frauen nicht mehr leben.


    Und endlich schaffen die beiden es bis nach Norddeutschland, wo ihre Flucht endet und sie erstmal unterkommen, auch wenn die Verhältnisse unterirdisch sind. Aber die Mahnstein-Frauen sind wirklich sehr stark und starten tatkräftig in ein neues Leben, welches sie sich von ganz unten aufbauen müssen. Die Verbesserungen durch den Umzug zu der Gräfin sind zwar geringer als erhofft, aber wenigstens stinkt es nicht mehr so furchtbar wie vorher.

    Und sobald Hedwig die Möglichkeit wieder hat, zu nähen, ergreift sie sie. Ich will nicht wissen, welche Schmerzen sie eigentlich durch die Erfrierungen hat, das hört sich richtig böse an.


    Und dann kehrt Werner heim! Was für eine Erleichterung muss das für Mutter und Schwester gewesen sein, die keine Ahnung haben, ob überhaupt noch jemand von ihrer Familie überlebt hat. Werner hat es eigentlich ganz gut getroffen, dass er und seine Truppe so schnell wie möglich nach Westen verfrachtet wurden.


    Werner erinnert Hedwig in seiner unbeschwerten Art an Albert, aber wer kann es ihm eigentlich verdenken. Die ganze Kindheit und Jugend von ihm und seiner Schwester waren geprägt durch die Nazis und durch den Krieg. Dass sie jetzt endlich mal das Leben genießen wollen, nachdem dieser unsägliche Krieg vorbei ist und wie es für junge Menschen in ihrem Alter normal wäre, finde ich absolut verständlich. Außerdem ist Werner ungebunden, er muss sich noch nach niemanden richten. Und da er ein Mann ist, wird es für ihn auch deutlich einfacher sein wie für seine Schwester.


    Nun bin ich sehr gespannt auf den letzten Teil: wie die Mahnsteins schlussendlich nach Süddeutschland kommen und wer von ihrer Familie überlebt haben wird.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    Dani79

  2. Dienstag, 10. Juli 2018, 21:40 - Dienstag, 24. Juli 2018, 22:40

    odenwaldcollies

  3. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 29. Juli 2018

    Caren

  4. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    odenwaldcollies