Beiträge von Seychella

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Meine Rezension:


    Nandus Tormeno hat große Pläne für seinen jüngsten Sohn Milan: Der Junge soll ebenfalls Erzpriester werden und dabei weiter kommen als er selbst, also bis in den höchsten Kreis aufsteigen. Doch Milan missfällt, dass sein eigenes Leben von seinem Vater so verplant wird. Er wird aufsässig und stellt das Handeln von Nandus ständig in Frage. Als er die Diebin Felicia kennenlernt, erkennt er, dass sein Verständnis von Gerechtigkeit nicht das seines Vaters ist und will sich den Rebellen aus dem Schwertwald anschließen. Und dann ist da noch diese alte Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird …


    Die Geschichte spielt auf Cilia, einer Insel in der mittelalterlich wirkenden Welt Azuhr, wo sich verschiedene Mächte begegnen. Dort ist keine Magie spürbar, bis Milan erlebt, dass etwas Wirklichkeit wird, wenn genug Menschen daran glauben. Und die ersten Mären Wirklichkeit werden … Die Magie erwacht langsam – dazu passt auch, dass die Mären anfangs nur spärlich und angedeutet vorkommen, im Verlauf der Handlung aber immer mehr Raum einnehmen. Eine von ihnen hat mich ganz besonders am Haken, vielleicht ja auch weil mich diese tragisch-romantische Mischung wieder mitten ins Herz getroffen hat.


    Milan ist relativ behütet aufgewachsen und kennt nur die Sichtweise der Liga, daher habe ich bei ihm die größte Entwicklung erwartet. Diese Erwartung wurde nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen – er hat mich mehrfach positiv überrascht und wirkt auf mich am Ende des ersten Bandes nicht nur sehr viel reifer, sondern auch so, als ob er am Beginn seines ganz eigenen Weges steht. Seinen Vater mochte ich (als Erwachsenen) ja zuerst überhaupt nicht, aber er hat Seiten von sich gezeigt, die zeigen, dass er doch ein Herz hat. Einige Dinge haben mich auch beeindruckt, aber als sympathisch würde ich ihn insgesamt dann doch nicht bezeichnen. Dafür gibt es noch einige andere Figuren, die mein Herz berührt haben, allen voran Felicia, der Bogenschütze Rainulf und die Konkubine Nok, die mehr ist als sie zu sein scheint.


    Wer so wie ich etwas zarter besaitet ist, dem stehen aber auch ein paar Herausforderungen bevor. Oder Mutproben? Vor allem der Prolog hat es in sich, der ist einfach ziemlich fies – gerade, weil da auf sympathische Figuren nicht verzichtet wurde. Und in der Haupthandlung, die 53 Jahre später spielt, gab es ein Ereignis, das mich völlig fertig gemacht hat. Ich habe zwischendrin sogar gezweifelt, ob ich nicht die falsche Leserin für das Buch bin, aber … Durchhalten! Unbedingt! Die Geschichte und diese faszinierende neue Welt möchte ich auf keinen Fall missen.


    Das Buch ist sehr abwechslungsreich, es gibt sinnliche und düstere, humorvolle und unheimliche, tragische und romantische, mystische und realistisch wirkende Szenen. Gerade die Themen „Gestaltung der Wirklichkeit“ und Zivilcourage sind ja aktueller denn je – und man hinterfragt sich da auch selbst. Es geht um Mut und Verantwortung, aber auch darum seinen eigenen Weg zu finden und sich treu zu bleiben.


    Mir gefällt, dass man so wunderbar spekulieren kann – daran habe ich ja immer viel Spaß. Die Geschichte reißt einen mit, überrascht immer wieder und bietet Spannung auf den verschiedenen Ebenen. Sie ist sehr komplex aufgebaut und ich bin unheimlich neugierig, wohin uns die Reise noch führen wird. Einigen angedeuteten Mären fiebere ich ja schon entgegen, selbst den unheimlichen … Aber natürlich hoffe ich auch auf ein Wiedersehen mit meinen bisherigen Lieblings-Mären, neben dem Krähenmann also vor allem mit einer neugierigen Hexe, deren Auftritt mich ziemlich beeindruckt hat. Ich würde zu gerne mehr über sie erfahren …


    „Der Verfluchte“ war für mich eine fesselnde und abwechslungsreiche Lektüre, die mich total begeistert hat und noch lange nicht loslässt. Ich liebe den Stil von Bernhard Hennen, der neben der schönen Sprache nicht nur eine dichte Atmosphäre, sondern auch intensive Bilder und Emotionen erschafft. Und diese neue Welt, die mich sehr fasziniert hat und die ich (auch als Weichei) auf keinen Fall missen möchte!



    Links:
    Blog
    Literaturschock-Hauptseite (noch nicht freigeschaltet)
    Literaturschock-Forum
    LovelyBooks
    Amazon


    Hallo, Seychella.


    Zum Myranor-Band ... Man muss sich auf Fantasy einlassen können - und das kannst du ja :-) - dann kann man ihn auch ganz ohne Vorkenntnisse zum Rollenspiel lesen. Übrigens hat sich der Kollege Thomas Finn sehr ins Zeug gelegt, um die Geschichten leicht zu vernetzen und man liest eine frühe Geschichte von T. S. Orgel darin. Ich finde es lohnt sich.


    Huhu. :) Das klingt vielversprechend, und nach einem Buch für mich. Lieben Dank für die Antwort!
    Mir gefällt auch, dass die Geschichten leicht miteinander vernetzt sind, das macht es für die Leser ohne Vorkenntnisse vielleicht auch ein wenig leichter, in die Welt zu finden. Ich bin gespannt ...

    Mich hatte ja der Name Nandus ein wenig verwirrt, weil er nicht nur in den Chroniken von Azuhr vorkommt, sondern auch in der Phileasson-Saga. Gibt es dafür einen Grund oder ist das eher Zufall?


    Und dann habe ich auf deiner Webseite letztens den Myranor-Kurzgeschichtenband entdeckt. Kann man den eigentlich auch als Nicht-Rollenspieler lesen?


    Nandus hat tatsächlich eine Hexe gefunden, die seinen Freund gerettet hat. Was hat er ihr am Ende versprochen?


    Sie hat ja eine Phiole von seinem Blut, damit kann man als Hexe ja allerhand anfangen ... :hexe:



    Nok ... puh. Irgendwie mag ich sie im Moment nicht so wirklich. Sie ist irgendwie kein wichtiger Charakter geworden und sehr undurchsichtig. Allerdings ist es ein Unterschied ob es undurchsichtig langweilig oder undurchsichtig mystisch ist. Im Moment ist sie für mich ersteres. Bin gespannt ob sich das noch ändert ...


    Sie wird ja auch ganz schön ausgebremst, ich bin ja gespannt was da auf der "Atem des Himmels" los ist! Bzw. was die "übergeordneten" Befehle sind. Aber ich gehe mal stark davon aus, dass sich das im 2. Band ändert, einfach weil dann alle Mächte auf den Plan treten müssten. Für mich ist sie undurchsichtig mystisch. ;)



    Nandus. Ist immer mehr ein Charakter der spannend ist und wohl noch einiges zu tun hat. Er zeigt ja immerhin Gefühle für Milan, als er sich die Worte der Hexe noch einmal durch den Kopf gehen lässt!
    Aber ich glaube das bringt beide nicht weiter. Ich würde es ja gut finden, wenn am Ende die beiden zusammen auf einer Seite stehen und kämpfen.


    Das kann ich mir momentan nicht vorstellen, weil Milans Weg ja nicht der der Liga ist. Und Nandus ist in erster Linie Erzpriester, auch wenn wir jetzt noch andere Seiten von ihm kennengelernt haben. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja einzelne Kämpfe gegen einen gemeinsamen Feind, wo beide auf einer Seite stehen?



    Nun zum Titel - ich sehe Milan nicht als 'verflucht'. Warum, weil er ein Fleischweber ist? Aber das weiß er ja Zeit seines Lebens gar nicht, bis Nok ihm das offenbart. Oder war es Felicia? *grübels*


    Felicia. Für mich ist Milan der Verfluchte, weil er davor ja relativ behütet aufgewachsen ist und nun die verschiedensten Dinge auf ihn einprasseln. Eine Gabe ist auch immer ein Fluch - und vor allem ist er ja wahrscheinlich mehr als "nur" ein Fleischweber. Da ist ja noch die Sache mit der alten Seele.



    Gideon ist zwar ein bisschen einfälltig, aber er hat das Herz am richtigen Fleck. Und ich bin sehr gespannt was es mit der weißen Königin auf sich hat.
    Was meint er damit, dass sie in seinem Kopf und damit immer im Wald ist? *grübels*


    Sie ist ja vielleicht auf so einer Art Traum-Ebene in seinem Kopf. Und da er ja immer im Wald ist, ist es die Königin ja auch, wenn sie in seinem Kopf ist.

    Die Schwarze Schar erzählt Geschichten über Matteo, in dem er zu ihrem Fluch wird. Er muss aufpassen, dass das nicht Wirklichkeit wird und er dabei sein eigentliches Ziel aus den Augen verliert - die Rache an Lucio Tormeno. Er kehr also zurück nach Arbora und wartet auf die Rückkehr von Lucio/Nandus. Mich würde ja nur mal interessieren, wovon Nandus träumt und welche Rolle Arbora dabei spielt. Die Stadt halte ich ja tatsächlich für die Stadt der Toten ...


    Das mit der Rattenkammer ist ja perfide. Hua, ich würde da sicher keine Stunde aushalten. Da wird auch deutlich, wie unterschiedlich die beiden Schwestern sind. Und doch tat mir Lucille ein wenig leid, als ihr Eifersucht und Dummheit als Handlungsmotivation unterstellt wurden.


    Umbaldo erkennt, dass Nandus und Milan Fleischweber sind - und ich schnalle endlich, dass die Mären sich vor allem in der Nähe der beiden in Fleisch kleiden. Da ich meine, dass am Anfang von einer lebendig gewordenen Mär, die weiter weg war, die Rede war, muss Fleischweber Nummer 3 auch weiter weg sein ... Aber so ganz sicher bin ich mir nicht mehr.


    Der Besuch auf der Seefalke hat mir sehr gefallen und ich hoffe, dass wir Ferrus nicht zum letzten Mal begegnet sind ... Ich bin ja allein schon davon beeindruckt, dass er die Begegnung mit der "Atem des Himmels" überlebt hat.
    Und Andeutungen über die Meerhexe, die an einer spannenden Stelle aufhören. Da habe ich zwischen "Neeein, Zombies?" und der Neugier, wofür sie genau Rache nehmen, geschwankt.


    Der Nebelwolf ist zum Leben erwacht! Und diese drei Vertiefungen im Altarstein ... Da stand sicher die Silberscheibe - also die "echte". Felicia sagte ja, dass sie nur in den Wald gehört.
    Gideon und der Baumeister, das hat mir sehr gefallen. Trickreich, aber nicht unfair. Und über die Bezeichnung Dornenwichte musste ich einfach kichern ... Sehr treffend aus Gideons Sicht. ;)


    Milan hat die Taten des Krähenmanns beeinflusst, er tut jetzt Dinge die er früher nicht getan hat ... Die geraubten Kinder sind alle noch beim Krähenmann und helfen ihm durch ihre Anwesenheit, die Einsamkeit zu ertragen. Kinderlachen und Unschuld sind da sicher positive Begleiter - kein Wunder, dass er sich vorstellt, wie die Welt sein könnte ... Was Milan ihm wohl versprochen hat?


    Nandus hat also eine besondere Verbindung zu Milan, da er einen Schmerz gefühlt hat, als der Krähenmann Milan "erwischt" hat. Vielleicht ja sogar zu all seinen Kindern ... Eine Verbindung, die er genau wie seine Gefühle für sie gut versteckt.


    Die Schwarze Vedora war eines meiner Highlights dieses Abschnitts, ein sehr genialer Auftritt! Und selbst sie will, dass Felicia Gerechtigkeit widerfährt. Darum glaube ich auch nicht, dass Nandus keine Rede über Felicia halten muss, nur weil Vedora jetzt eine Phiole Blut von ihm hat - die ist ja für die "direkte" Heilung von Lorenzo. Bin gespannt, was da noch kommt ...


    Mir gefällt das Ende sehr, auch weil es voller Hoffnung ist (nach dem Prolog hatte ich ja ganz anderes befürchtet). Lorenzo wird gesund werden. Milan arbeitet daran, dass Felicia zurückkehren kann. Er hat aber auch von der Weißen Königin geträumt ... Und mit Rainulf hat Milan einen verlässlichen Freund an seiner Seite. Nok schickt Kang zur "Atem des Himmels" aus, da muss sich dann doch auch endlich mal was rühren.


    Ich halte zwar von Juliano nicht sehr viel, hoffe aber doch, dass er nicht seinen Kopf verliert. Zumal ich nicht glaube, dass Nandus sich von dem Kopf seines Sohnes abhälten lässt, selbst wenn es dann noch um Milans Kopf geht.


    Juliano ist mir völlig egal, aber ich glaube auch, dass sich Nandus davon nicht von seinem Weg abbringen lässt. Allerdings würde mich interessieren, was mit Fabricio ist ... Stellt er sich einfach unauffällig und dumm, oder tut er auch was? Und damit meine ich nicht seine nächtlichen Aktivitäten. ;)



    Dann haben wir noch diesen seltsamen Wunsch der Weißen Königin, dass das Volk vom Schwertwald niemanden von den Mären erzählen dürfte. Warum nicht? Und wird sie wirklich demnächst zurückkehren? Sie ist ja eigentlich auch eine Märengestalt.


    Ich finde den gar nicht so seltsam, denn wenn den anderen nichts bzw. kaum etwas von den Mären des Schwertwalds bekannt ist, wissen sie bei der Rückkehr auch nicht, was sie so alles erwartet. Ich glaube schon, dass die Weiße Königin zurückkehrt - aber erst, wenn ihr Gefolge auch wiedergekehrt ist. Also z.B. erst nach dem Nebelwolf und dem Einhorn. Möglicherweise spielt auch die Rückkehr der Silberscheibe eine Rolle? Wenn sie ihr Volk retten will, sollte sie damit aber nicht mehr allzu lang warten ... Aber da der nächste Band "Die Weiße Königin" heißen wird, habe ich da Hoffnung - zumindest dass es auch um sie gehen wird. ;)

    Die kurze Rückkehr nach Arbora hat mir sehr gefallen, nicht nur weil damit ein Bogen zum Prolog geschlagen wird, sondern weil es für mich auch einfach eine äußerst gelungene "Geistergeschichte" war. Bei Cato war ich mir allerdings nicht sicher, ob er auch zu einem Geist geworden ist oder Nandus sein Maunzen vielleicht "nur" hört, weil er auch von vielen Erinnerungen begleitet wird und den Kater ja mochte.
    Es scheint ja auch nur rachsüchtige Geister zu geben, so als ob sich die Toten hätten entscheiden müssen, ob sie ins Licht gehen und ggf. wiedergeboren werden oder als Geister bleiben, weil sie unbedingt Rache nehmen wollen. Ich hoffe, Milan geht nie nach Arbora - irgendwie hätte ich da Angst, dass die Geister seine alte Seele sehen können. Die Seele, die auch in seinem Großvater war ...


    Mit Wolfhard taucht eine Figur auf, die zu einer weiteren Macht auf Cilia werden will. Seine Motive sind viel nachvollziehbarer als die von Nok, die als Spionin für den Khan arbeitet, dabei aber relativ undurchsichtig bleibt - gerade was ihre eigenen Ziele betrifft. Wolfhard dient dem, der das bessere Angebot für ihn hat. Und ihm würde die Herrschaft über eine der Städte Cilias gefallen ...


    Matteo ist zu einem untoten Wesen aus Matsch geworden, zu dem keine Mär bekannt ist. Er scheint auch erst mit der Rückkehr eines Tormeno nach Arbora "erweckt" worden zu sein. Geboren aus dem Wunsch nach Rache an dem Erzpriester und seiner Familie ... Aber nicht nur seinem, sondern auch denen seiner Verwandten und Nachfahren, deren Gefühle er in sich trägt. Oder haben die Racheträume einfach ein gewisses Maß überschritten?


    Juliano wurde übel mitgespielt, aber er hatte es nicht anders verdient ... Natürlich finde ich den letzten Schritt eklig, aber alles andere hat mich doch irgendwie zufrieden gestellt. ;) Bei den vorherigen Andeutungen über Lucilles Gemüt hat mich aber überrascht, dass sie Julianos Benehmen bei seiner Ankunft "nur" mit Worten begegnet ist - aber die hatten es in sich. Ganz schön schlagfertig. :)


    Lucille wirkt im ersten Moment ganz anders als ihre Schwester, aber wir lernen sie auch in einer ganz anderen Umgebung kennen. Außerdem hatte sich Felicia ja in Milan verliebt ... Der größte Unterschied zwischen den beiden Schwestern ist für mich momentan, dass Lucille sich nicht auf die Weiße Königin verlässt - auf ihr rechtzeitiges Erscheinen, um ihr Volk zu retten. Felicia hingegen hatte auch Dinge vor, die der Weißen Königin dabei helfen sollten, zu erwachen. In der Hinsicht ist Lucille vielleicht eher wie Rainulf. ;)


    Nok glaubt, dass entweder Milan oder Nandus ein Traumweber ist. Vielleicht sogar beide. Insgesamt soll es drei geben, die neue Wirklichkeiten erschaffen können. Bleibt also mindestens einer, der noch zu finden ist ... Wird diese Gabe über die Blutlinie vererbt oder ist sie "gleichmäßiger" verteilt (also je ein Traumweber in der Liga, im Schwertwald und im Khanat)? Auf jeden Fall bedeuten Traumweber Macht ...


    Gideon ist also der Erste, der für die Weiße Königin in den Kampf zieht. Und daher wahrscheinlich auch der Erste aus ihrem Gefolge, der "erwacht". Mir tat er ja sehr leid ... Auch wenn mich Nandus durch seinen Mut und seine Tricks beeindruckt hat, hoffe ich doch, dass es Gideon soweit gut geht und ihm bald aufgeht, was für ein unfaires Spiel da mit ihm getrieben wurde.


    Es tauchen immer mehr Mären auf, angedeutete und lebendig gewordene. Das nimmt mich total gefangen. Es beginnt, ist also "nur" der Anfang und fasziniert mich trotzdem jetzt schon sehr. :) Gerade auch die etwas anderen Mären wie das Einhorn als Scharfrichter der Weißen Königin. Es ist nicht "mein" Einhorn, aber ich kann mir das gut vorstellen und vor allem gefällt mir, dass es ganz ohne Glitzerdingens ist. ;) Und ich frage mich, welche Mären wohl noch falsch verbreitet wurden ... Und ob der Nebelwolf wohl irgendwann auf den Wolf(hard) trifft.


    Lorenzo war zwar mutig und tapfer, aber auch irgendwie dumm. Die Mär besagt doch eindeutig, dass nicht er derjenige ist, der den Krähenmann aufhalten kann. Jetzt bezahlt er wohl mit seinem Leben dafür. Sein armer Neffe :-(


    Ich fand ihn nicht dumm, sonder sehr tapfer. Zu wissen, dass er den Krähenmann nicht aufhalten kann und sich dennoch für die Kinder seiner Stadt einzusetzen ... In meinen Augen wäre das die Aufgabe von Nandus gewesen, um den Brückentroll hat er sich ja auch "gekümmert".



    Die Silberscheibe im Tempel scheint nicht das echte Exemplar zu sein. Nandus hat sie eventuell an einem sicheren Ort verwahrt. Oder er hat sie umfunktioniert und trägt sie in irgendeiner Form bei sich. Hat sie eine verborgene Kraft in sich, könnte ich mir das vorstellen.


    Wenn Nandus es geschafft hat, von der Silberscheibe Antworten zu bekommen, könnte ich mir vorstellen, dass er sie bei sich trägt. Wenn sie nicht mit ihm "redet", ist sie vielleicht an einem Ort, wo es andere versuchen. Oder ganz einfach in Sicherheit.



    Selbst Nandus rettet seinen Freund Lorenzo ohne auf sich selbst zu achten.


    Oder tut er es, weil es eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre und er vom Weg abgekommen ist? Sowas in der Richtung hat er ja zu Lorenzo gesagt ...



    Dann haben wir noch den Erzählstrang mit dem Krähenmann. Auch nicht uninteressant, aber ich denke eher eine Randgeschichte. Er hat ja Mario auch bei Lorenzo gelassen. Man braucht ihn sicher noch für die silberne Prinzessin oder so.


    Für mich ist die Geschichte zwischen der Silbernen und dem Krähenmann einer der großen Aufhänger ... Außerdem: Wenn der Krähenmann eher eine Randgeschichte ist, warum ist dann eine Krähe auf dem Cover? Rein aus optischen Gründen?

    Nandus hatte Felicia also schon einmal gefangen, und sicher bereut er, sie nicht schon damals getötet zu haben. Immerhin hat sie ihm nun auf eine gewisse Weise Milan genommen - den Sohn, auf den er so große Hoffnungen gesetzt hat. Und je größer der Bruch zwischen Vater und Sohn wird, desto deutlicher wird für uns phasenweise die Wertschätzung, die Nandus seinem Sohn entgegenbringt. Das erste Bild, das ich von ihm als Vater gewonnen hatte, bricht also etwas auf.


    Wenn die Stiefel Milan nicht verraten hätten, hätte Nandus ihn also gar nicht verdächtigt. Da habe ich wohl die Rebellion, die Nandus seinem Sohn zutraut, überschätzt. ;)
    Dem siebten Zirkel gehören also die Hüter der Geheimnisse an. Kein Wunder, dass es davon so wenige gibt, wenn nur alle 10 Jahre ein neuer dazukommt bzw. die letzten Prüfungen überlebt.
    Falce hat also wahrscheinlich überlebt, wirklich sehr schwer umzubringen ... Ob Lorenzo damit richtig liegt, dass Nandus ihn wiedersehen wird, auch wenn er ihn wie besprochen bezahlt hat?


    Der Krähenmann reizt mich noch immer sehr, für mich eine großartige Figur im grauen Bereich, über die ich viel spekulieren kann. Und jetzt wissen wir ja auch, warum er Silber stiehlt ... Momentan glaube ich ja, dass er die Kinder nicht gleich umbringt, sondern sich eine Weile von ihrer Unschuld nährt. Aber irgendwann ist keine Unschuld mehr da, dann sind sie (viel zu früh) erwachsen. Und da er sie angeblich davor bewahrt, erwachsen zu werden, wäre das doch der Zeitpunkt ... Oder wie stellt ihr euch das so vor?


    Felicias Tod hat mich eiskalt erwischt - zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt. Und natürlich hat es wieder die Figur erwischt, die mir am meisten am Herzen liegt ... Das hat mich dann doch so sehr geschockt, dass ich nicht nur einen Tag Lesepause brauchte, sondern gerade auch ziemlich unsicher bin, ob ich die Bücher von Bernhard noch weiterlesen kann ... Aber die Entscheidung verschiebe ich jetzt einfach. ;)


    Jedenfalls hat mich trotz :'( beschäftigt, warum Nandus auf den Triumph verzichtet hat, die größte Feindin zur Strecke gebracht zu haben. Es ist natürlich ein taktischer Schachzug, weil er mit Befreiungsversuchen gerechnet hat. Aber nicht nur, denn dadurch sorgt er auch dafür, dass "nur" Felicia stirbt und nicht auch noch Milan. Zumindest wenn er nicht verrät, wer Felicia wirklich war - wofür er erstmal sorgt. Das hat natürlich auch egoistische Gründe, aber bei mir ist es auch so angekommen, dass Nandus ihre Liebe ernst nimmt. Er ist hart zu Milan, aber man merkt auch, dass er - gut verborgen - ein Herz hat. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich ihn sympathisch finde. ;)


    Noks Gedanken über den Mann des Feuers und den Sohn des Lichtes, die mit ihren Taten ein ganzes Zeitalter formen würden, finde ich sehr spannend! Zu Nandus passt die Bezeichnung ja unheimlich gut und bei Milan könnte ich mir vorstellen, dass die Bezeichnung auf die alte Seele in ihm anspielt. Aber damit diese für die Sache von Nok gewonnen werden kann, darf er das Kloster nicht erreichen ... Ich nehme also mal an, dass sie danach so mit der Sache der Liga verbunden wäre, dass alle anderen Wege verloren wären. Auch der Schwertwald. Daher bin ich gespannt, wie sich Nok entscheidet. Oder ob Rainulf vielleicht versucht, Milan unterwegs zu befreien, um Felicias Plan fortzuführen und Milan in den Schwertwald zu bringen.


    Als nächstes geht es nach Arbora, ich bin ja sooo gespannt! Über die Tote gibt es viele Mären und angeblich hat niemand überlebt. Auch keine "Kanalratte"?
    Die Meerhexe und ihr Heer aus Ertrunkenen klingt aber auch sehr spannend! :)

    Das hat mich auch ein wenig traurig gemacht. Auch wenn er irgendwie auf der "falschen" Seite steht, da er ja im Auftrag von Nandus handelt, fand ich ihn super spannend und fast schon sympathisch. Er ist zwar auf seine Art und Weise eiskalt, aber auch raffiniert.


    Sympathisch wäre jetzt übertrieben, aber ich empfand ihn als sehr spannende Figur, die neugierig auf mehr gemacht hat. Er hatte ja so einige Tricks drauf, die mich teilweise schon beeindruckt haben.



    Das Milan und Felicia nun sowas wie eine Liebesbeziehung haben, find ich jetzt nicht so grandios. Für mich muss das nicht unbedingt in einem Fantasy-Roman dabei sein. Ist mir schon etwas viel Lakenwälzen.


    Mir ist das viel lieber als einseitige Schmachterei, außerdem gab es ja nicht sooo viele Details (und ich denke auch, dass das nicht ewig so weitergehen wird). Für mich passt es bisher gut, aber jede(r) hat ja einen anderen Geschmack. Ich habe dafür oft ein Problem, wenn die Liebesgeschichte das zentrale Thema eines Buchs ist und der Rest nur schmückendes Beiwerk. Aber das ist hier ganz eindeutig nicht der Fall. :)



    Nandus ist nun also wieder zurück und weiß, dass jemand in seiner Schreibstube war. Ich denke auch, dass er nicht so blöd ist, dass er nicht 1 und 1 zusammenzählen kann und herausfindet, dass es nur Milan gewesen sein kann.


    Es könnte auch jemand anderes gewesen sein, mit der richtigen Fingerfertigkeit ... Aber er wird Milan sicher auch verdächtigen.


    Ich glaube ich hätte die beiden nicht zurückgelassen, andererseits was sollen sie denn großartig anstellen? Hätten alle 3 das Spielfeld verlassen, hätten sie auch keinen Einfluss auf die Entscheidung nehmen können.


    Ich befürchte ja eher, dass dieser Nicolo einen hinterhältigen Plan hat, um die beiden loszuwerden und damit Nandus zu schwächen. Und/oder als Rache an der Familie Tormeno. Ich teile also ausnahmsweise mal Nandus Gefühl ...

    Nok schützt sich davor, dass jemand ihr Herz berührt - aber Milan ist es doch gelungen. Sie liebt ihn also vielleicht nicht, aber er steht ihr nah. Und soll ihr dabei helfen, ihren Weg des Phönix zu gehen - bzw. seine alte Seele.


    Aber warum ist Cilia so wichtig für den Khan? Ich dachte erst, dass es um Macht und Geld geht. In diesem Abschnitt wird aber deutlich, dass es etwas mit den wieder lebendig werdenden Mären zu tun hat, die der Beginn von etwas sind. Mit der Silbernen, die einmal in tausend Jahren zurückkehrt, um dem Krähenmann einen Kuss zu schenken und ihm zu beweisen, dass das einzig Unvergängliche die Liebe war. Vielleicht ist es nur so, dass die ersten zurückgekehrten Mären wieder auf Cilia auftauchen - aber warum sollte dann eine Flotte nach Cilia aufbrechen, zum Beobachten reichen Spione. Also vermute ich, dass es da auch einen Zusammenhang mit dem Zeitpunkt gibt, in dem die alten Seelen etwas verändern. Oder sie nutzen diese besondere Zeit, um ihre eigenen Mären zu schaffen und lebendig werden zu lassen? Das ist also alles noch etwas wirr bei mir. ;)


    Die Mär von der silbernen Prinzessin fand ich jedenfalls wunderschön! Und ihre Tragik und Romantik hat mich voll erwischt. :herz: Und die Weiße Königin taucht dort auch auf ...


    Zwischen Felicia und Milan entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Sie verdrängt Nok überwiegend aus Milans Gedanken, außerdem stellt er fest, dass Felicia viel direkter und leidenschaftlicher ist. Felicia will tiefere Gefühle für ihn nicht zulassen, will sich selbst schützen. Auch weil sie ihm das Herz brechen wird. Und schon geht das wilde Spekulieren los. ;)


    Jetzt wurde schon (mindestens) zweimal ein Einhorn zusammen mit dem großen weißen Wolf bzw. der Weißen Königin erwähnt. Es scheint also auch eins ihrer Mären zu sein, oder was meint ihr? Ich frage mich auch wieder, warum das Mosaik in der Stadtwache erhalten geblieben ist, während die Statuen der Brücke an der Wolfsklamm zerstört wurden ...


    Warum spricht man über einen Brückentroll? Oder ist an ihm doch mehr dran, als ich bisher vermute? Mehr als dass er diejenigen töten, die keinen Zoll entrichten? Da war doch diese Mär, zu der Nandus in dem Moment keine Details eingefallen sind ...


    Nandus will aber unter allen Umständen jegliche Gerüchte, dass sich der echte Krähenmann in Dahlia befindet, im Keim ersticken. Warum nur ist ihm das so extrem wichtig? Weil das zu massiven Störungen im Alltagsleben von Dahlia führen könnte? Oder weil er an Olmo sieht, wie die Angst vor vermeintlichen Hirngespinsten selbst gestandene Kämpfer einschüchtert und lähmt?


    Weil er weiß, dass die Mären einst lebendig waren und sie wiederkommen können, wenn man zur falschen Zeit zu viel über sie spricht. Und die falsche Zeit ist eindeutig die, in der bestimmte Sterne verschwinden ... Er weiß nicht so viel wie Felicia, nichts von den Fleischwebern - sondern "gröber". Also welche Gefahr besteht, es fehlen die Details ...



    Ich wünsche Milan, ehrlich gesagt, dass es sich früher oder später von allen lösen kann. Vom Vater sowieso, aber auch von den Damen. Ich habe Bauchgrimmen, wenn ich daran denke, dass jede die Liebe benutzt, um den jungen Mann zu benutzen. >:(


    Das sehe ich anders ... Felicia fordert ihn ja dazu auf, seinen Verstand zu benutzen und Entscheidungen zu treffen. Und Nok hat ihm etwas von seiner Schüchternheit genommen und herausgefunden, dass seine Seele alt ist. Beide sprechen nicht von Liebe ... Was natürlich nicht heißt, dass Milan nicht empfänglich für weibliche Reize wäre - es wirkt auf mich nur ganz anders als es bei dir klingt.



    Milan ist also ein Fleischweber. Coole Bezeichnung finde ich. Allein durch seine Gedanken konnte er den rothaarigen Seemann Gestalt annehmen lassen. Sehr beeindruckend. Ob es diese Fähigkeit allein ist, die Milan so interessant für Felicia und Nok macht?


    Bei Felicia sehe ich das so, immerhin glaubt sie daran, dass er in den Wald gelangen muss, damit die Weiße Königin zurückkehrt und ihrem Volk beisteht. Bei Nok bin ich mir nicht so sicher ... Es klingt nach dem, was die alten Seelen in großer Not tun können. Vielleicht ist diese Gabe also ein Teil der alten Seelen, aber warum hat man davon nichts bei seinem Großvater gemerkt? Hängt es also auch von dem einzelnen Menschen ab? Oder kann man sich gegen diese Gabe "sperren"?

    Vielleicht hat die Tatsache, dass er ein Fleischweber ist, sie anders handeln lassen...ich überlege jetzt gerade, ob sie überhaupt von Milans Gabe weiß - und stehe völlig auf dem Schlauch ::)


    Als sie ihn nach der Bestrafung besucht hat, hat sie ihn direkt gefragt, wann er sich vorgestellt hat, den Seemann zu töten (oder so ähnlich). Irgendwann hat sie aber auch gesagt, dass sie nicht seine Beine sondern sein Herz will. Ich glaube zwar, dass sie auch etwas für ihn empfindet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nur deshalb zu ihm geht. Daher habe ich das mit dem "nicht mehr gebrauchen" auf einen ihrer Pläne bezogen (Beschaffung von Informationen), abgesehen davon wäre es aber ein großes Zeichen, wenn er zu ihnen überläuft. Und natürlich musste sie rausfinden, ob er ein Fleischweber ist - ob ihr Verdacht stimmt. Das ist für mich auch ihre Motivation, ihn in der nächsten Nacht zu "holen". Weil er dabei helfen könnte, dass die Weiße Königin wieder erscheint und ihrem Volk beisteht.

    Es wird eine Zeit des Alten Volks erwähnt - ist damit das Volk aus dem Schwertwald gemeint oder noch ein anderes? Ich gehe momentan vom ersteren aus, auch weil die Städte der Liga auf den Ruinen der Städte des Volks erbaut wurden, das nun im Schwertwald lebt.


    Es war Jacobo, der Nandus zuerst vom Dunkel, das die Sterne verschlingt, erzählt hat. Später, als Erzpriester, weiß er dass die Sterne warnen. Dass die Zeit der alten Schrecken kommt, wenn sie verschwinden. Und doch will er als erstes von Jacobo wissen, was er jetzt tun muss, nicht vom Kloster - sicher auch, weil er Dahlia nicht ohne seinen Schutz lassen will, aber nicht nur. Jacobo sagt ihm, dass sich die Schrecken, die wir in uns tragen, in Fleisch kleiden werden. Also dass die Mären, an die sich noch erinnert wird, lebendig werden.


    Der verfluchte Giovanni Villani - so bezeichnet Felicia den Helden, der bei der Blutbrücke einen triumphalen Sieg errungen hatte. Und erzählt Milan die längere Fassung. Beim titelgebenden Verfluchten könnte als auch er gemeint sein ... Ich suche ja immer nach der Verbindung zum Buchtitel und das wäre jetzt schon die 3. Möglichkeit. ;)


    Milan beneidet Felicia um die Gewissheit, für die richtige Sache zu streiten. Im fehlt diese (noch?), er muss seinen Weg noch finden. Mir gefällt, dass Felicia ihn nicht einfach plump auf ihre Seite ziehen will, sondern dass sie ihn wachrüttelt, herauszufinden auf welcher Seite er steht. Und woher sein Verständnis von Gerechtigkeit kommt - gehorcht er seinem Blut oder seinem Herzen?


    Das Bodenmosaik in der Stadtwache stelle ich mir wunderschön vor ... Ich habe mich aber auch gefragt, warum es nicht zerstört wurde bzw. ob es einen Grund dafür gibt, dass es überlebt hat. Auch wegen dem großen weißen Wolf, der ja auf die Weiße Königin hindeutet.


    Nandus ist im Roten Kloster nicht weiter als in den fünften Zirkel gekommen, aber erst im sechsten und siebten Zirkel werden die großen Geheimnisse dieser Welt gelüftet. Darum hofft er also auch, dass Milan weiter als er selbst kommen wird. Nandus weiß also nicht, wie konkret die Bedrohung ist. Aber er weiß, dass die Mären einst lebendig waren und sie wiederkommen konnten, wenn man zur falschen Zeit zu viel über sie sprach. Das war also ein weiterer Grund für Milans harte Strafe - jetzt sprach die ganze Stadt über Milan, nicht über den Krähenmann.


    Jetzt, wo der Bruch zwischen Nandus und Milan da ist, gibt es tatsächlich Stellen, bei denen so etwas wie väterliche Gefühle zu spüren sind. Und sogar Stolz - der natürlich nicht gezeigt werden darf, damit es dem Sohn nicht zu Kopf steigt ... An der Stelle habe ich mich ziemlich aufgeregt, aus ganz persönlichen Gründen. Wertschätzung nicht gezeigt zu bekommen, kann Auswirkungen haben, die lange andauern.


    Felicia weiß mehr über die Rückkehr der Mären, die Stärke der Gefühle spielt auch eine Rolle. Und sie kennt Geschichten über Märengebärer und Fleischweber. Die einen lassen scheinbar Mären entstehen, während die anderen die Mären ins Fleisch kleiden können. Milan könnte also ein Fleischweber sein ... Und Felicia will, dass er in den Wald kommt, weil sie glaubt dass dann die Weiße Königin zurückkehren wird.


    Ich bin ja so erleichtert, dass Rainulf noch lebt! Puuuh. Und dann zeigt er in diesem Abschnitt auch noch einiges von sich ... Ich empfinde ihn als sehr bodenständig und als gelungene Ergänzung zu Felicia, trotz der Eifersucht. Und ich hab jetzt schon Bammel wegen der folgenden Nacht, wenn Milan "geholt" werden soll. Da hab ich ein ganz schlechtes Gefühl, Nandus ist sowieso nicht zu unterschätzen und jetzt erst recht nicht, wo er über Spione aus dem Schwertwald unterrichtet wurde ...


    Und dann wurde auch eine Mär über eine Meerhexe erwähnt, da bin ich doch riesig gespannt, ob dazu noch mehr kommt ...


    Fragen warf auch die Leiche auf. Es ist genau der Schlägertyp, den Milan beschrieben hat. Hat Milan Rainulf beschrieben und ist dieser nun tot? Wenn ja, wer hat ihn umgebracht? Ich glaube Nandus ja fast, dass er es nicht war. Meine erste Vermutung war, dass er von Noks Schiff kommt - aber da er Milans Seemann so ähnelt, würde ich eher auf Rainulf tippen. Da würde es auch passen, dass ihn bisher niemand gesehen hat.


    Neeeein! Nicht Rainulf! :o Wo ich doch sooo neugierig darauf bin, mehr über ihn zu erfahren. Er ist mir ziemlich sympathisch, und er tat mir ganz schön leid bei dem was Felicia über sie beide gesagt hat ... Jedenfalls: Hatte er nicht schwarze Bartstoppeln oder ist das gerade eine Wunschvorstellung von mir?


    Milan verhält sich alterstypisch und genre-gerecht, denke ich. Etwas zu wagemutig, sehr rebellisch und sofort in jede Frau verliebt, die ihm schöne Augen macht. ;D Ein typischer Held für eine Fantasyreihe, oder was sagt ihr?


    Bisher sehe ich ihn nicht als typischen Helden, er ist für mich eher jemand, der seinen Weg noch finden muss und nun allerlei "Einflüssen" ausgesetzt ist. Sein Vater hat sein Leben schon komplett durchgeplant, wogegen er (erfreulicherweise) rebelliert. Für mich passt es gut, dass er teilweise ziemlich naiv und Frauen gegenüber schüchtern ist. Er muss herausfinden, was er selbst will - Felicia und Nok haben ja auch eigene Pläne mit ihm. Die eine will ihn auf ihre Seite ziehen und die andere sieht in ihm etwas Wertvolles, das dem Khanat "zugeführt" werden soll ...



    Was hat es mit der Silberscheibe auf sich, warum spricht Nandus zu ihr? Und Felicia scheint ihre Frage, ob die Scheibe jemals geantworte habe, ernst zu meinen.


    Die Scheibe kann Antworten geben, aber nicht jedem. Ich bin ziemlich neugierig, was das für eine besondere Silberscheibe ist ... Dazu gibt es sicher auch eine Mär.



    Momentan kommt es mir noch so vor als hätten wir eigentlich nur einen wichtigen Charakter - nämlich Milan. Ich konnte bisher noch keinen anderen, zwingend notwendigen Charakter erkennen :D Alles irgendwie so Schmuck zur Hauptgeschichte.


    Für mich sind Felicia und Nok nicht weniger wichtig (oder weniger spannend). Sie erweitern seine bisher eher behütete Welt, lassen ihn über seinen Tellerrand gucken. Die beiden stehen für mich auch für Einflüsse und Ansichten, die sein Leben verändern und ihn seinen Weg finden lassen könnten. Bisher deutet es sich eher an, ich kann also auch völlig falsch liegen. Aber momentan empfinde ich das so, daher sind die beiden für mich auch wichtige Figuren. Und ja, sie machen mich auch ziemlich neugierig.

    Die Geschichte von den Sternen und vom Herrn des Himmels hat mir gefallen, Sonne und Mond mal anders ... Und sie passt für mich auch gut zu Nandus, weil auch er von seinen Kindern enttäuscht ist. Er stellt immer weitere Forderungen an sie, deren Erfüllung als gegeben hingenommen wird - und bei Nichterfüllung folgen empfindliche Strafen. Im Gegensatz zu seinem Vater wirkt er auf mich, als ob er kein Herz hat, sondern nur Ziele erreichen will. Möglichst viele Erzpriester, um die Macht zu stärken ... Seine Entwicklung hat mich zwar erst traurig gemacht, aber sie ist nachvollziehbar. Zumindest denke ich, dass er um jeden Preis die Pläne seines Vaters für ihn erfüllen wollte. Dieser war ja fest davon überzeugt, dass Nandus es weiter bringen kann als er selbst ...


    Felicia ist also eine Schwertherzogin, womit ich sie dem Schwertwald zuordne. Sie will Milan ja auch so beeinflussen, dass sie ihn später leicht auf ihre Seite ziehen kann. Ihr Vater hatte sich nichts mehr als einen Sohn gewünscht, aber zwei Töchter bekommen. Beim Versuch, ihm diesen Sohn zu ersetzen, ist etwas mit Felicias Hand passiert ... Und ich denke durch diesen Hintergrund ist ein Teil ihrer Härte entstanden. Sie ist undurchsichtig und hat ihre ganz eigenen Pläne mit Milan.


    Genau wie Nok. Sie ist eine der Weißen Tigerinnen, die die Seelen der Geschöpfe des Zwielichts in sich trugen. Sie erkennt in Milan eine alte Seele, von denen es nur wenige gibt. Sie sind dieser Welt verbunden und bei großer Gefahr werden sie eine Macht entfalten, die alles verändern kann. Das klingt für mich ähnlich wie die schlafende weiße Königin, auch wenn es hier um Seelen geht. Aber beides habe ich als Macht verstanden, die bei großer Gefahr für ihre Welt kämpft bzw. etwas verändern kann.


    Die alte Seele, die Milan in sich trägt, war also zuletzt in seinem Großvater. Und die Bilder, die Milan gesehen hat, waren ja nicht nur von den letzten Stunden seines Großvaters ... Da waren auch Bilder von Schlachten und Ungeheuern wie aus Mären. Und der Feuervogel, dem er sich hingegeben hat und in seinen Schwingen zu Asche geworden ist, um stärker als zuvor aufzuerstehen. Da musste ich auch an den Buchtitel denken, denn eine alte Seele zu sein, kann ein Fluch sein. Oder die Seele wurde durch einen Fluch zu einer alten Seele ...


    Der Tote sieht so aus, wie Milan seinem Vater den Mann beschrieben hat, der ihn verprügelt hatte. Nandus wollte immer mehr Details und so wurde das Bild von dem Mann immer deutlicher - für beide. Ob diese sehr deutliche Vorstellung und Milans Emotionen zu diesem "Bild" irgendwie dafür gesorgt haben, dass es lebendig wurde? Zumindest ist das für mich momentan am Wahrscheinlichsten, immerhin hat außer den beiden auch niemand diesen Mann gesehen. Also irgendeine Art von Magie ... Und wenn ich dabei bleibe, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass die Mär vom Krähenmann irgendwann "lebendig" wird, schließlich ergänzt Milan diese ja immer weiter ...


    Da ist eine starke sympathische Frau mit zwei tollen liebenswerten Kindern, die man sofort ins Herz schließt... zack... tot.


    Und ich fand es ja schon romantisch, dass sie ihrem Held begegnet ist, als sie schon lange nicht mehr an Helden geglaubt hat. Das tröstet mich bei ihr ein wenig ...



    Es ist auch ein bisschen George Martin in übersteigert. Ob man will oder nicht wird man als Fantasyautor gerade immer mit George Martin verglichen. Ein Gedanke beim Prolog war: Ich treibe das jetzt mal auf die Spitze und danach mache ich es dann ganz anders ... Ihr werdet ja sehen :-)


    Der wird noch mein ganz persönlicher Fluch ... Da mache ich einen großen Bogen um ihn und dann kommst du! :o



    Würde mich interessieren, wie Ihr Iljas Handeln bewertet.


    Ilja hat das in beiden Fällen ja getan, um einen durch ihn verursachten Schaden wieder auszugleichen. Das Essen als Ausgleich für den entgangenen Botenlohn, den Elisa durch seine Einmischung ja nicht bekommen hatte. Und der Versuch, sie und ihre Kinder aus der Stadt zu bringen, weil sie ohne ihn ja schon längst draußen gewesen wären ... Natürlich weiß er nicht genau, was geplant ist, er ist ja "nur" ein Waffenknecht. Aber er ist ein guter Beobachter und weiß, dass da draußen keine Eherne Horde ist und es irgendwas mit dem Schiff zu tun haben muss.



    Er hat zwar aus edlen Motiven heraus gehandelt, aber er selbst wusste trotzdem, dass es auch Menschen gibt, die - aus welchen Gründen auch immer (also natürlich kennen wir sie heute ;) ) - die Pest überleben. Aber auch die immunen Menschen wurde so von ihm getötet. Und wer weiß schon, ob die beiden Mädchen auch wirklich schon infiziert waren... Von daher kann ich seine Entscheidung kaum gut heißen. Allerdings will ich auch nicht in seiner Haut stecken. Eine schwierige Entscheidung, wenn man Leben gegeneinander aufrechnen muss.


    Das hängt sicher vor allem davon ab, in welchen "Bahnen" man denkt. Sind es kleinere, also auf die Stadt bezogen, hätten ein paar Menschen überlebt. Sind es größere, also auf die ganze Insel bezogen, muss man die immunen Menschen der Stadt opfern, um die Pest daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. Es geht weniger darum, welche Leben wertvoller sind, sondern um die Anzahl. Und ich persönlich finde, dass man als Erzpriester in größeren Bahnen denken muss ... Auch wenn ich es sonst nie mit Erzpriestern habe. ;)

    Hallo zusammen,


    als erstes hat mich ja die Frage beschäftigt, ob der Pfauenmörder ein normaler Kater war. Also ob er besonders groß oder wild war - oder vielleicht die Katzen auf Cilia generell ein wenig anders sind als hier. Es kann natürlich auch sein, dass so etwas auch hier schon passiert ist und ich das nur nicht mitbekommen habe. ;)


    Viele der Figuren waren mir nicht nur sympathisch, sondern auch nah bei mir. Was hier überhaupt gar nicht gut war, aber ich lerne es in diesem Leben wohl nicht mehr, Figuren von Bernhard nicht in mein Herz zu schließen. :-[ Am schlimmsten war das für mich bei Iljas Tod, neben Lucio mag mochte ich ihn am liebsten. :'( An dem Punkt habe ich auch überlegt, ob ich für das Buch vielleicht zu schwach bin und aufhören sollte, aber es ist einfach auch so fesselnd und ich bin schon wieder so neugierig ...


    An Ilja mochte ich sein Herz und sein Ehrgefühl. Nicht nur, dass er Elisa vor weiteren Schlägen geschützt hat. Als er erfährt, dass ihr durch seine Einmischung der Botenlohn entgangen ist, will er ihn durch ein Essen ersetzen. Und er will sie und ihre Kinder später ja auch unbedingt aus der Stadt bringen, weil sie es ohne ihn noch geschafft hätten, die Stadt zu verlassen und in Sicherheit gewesen wären. Und er war sich sicher, dass es da draußen keine Eherne Horde gab, sondern es etwas mit diesem Schiff zu tun hatte ... Er war also auch noch ein aufmerksamer Beobachter und hat die richtigen Schlüsse gezogen.


    Lucio hat mich ganz anders beeindruckt: Er hat das Wohl der Insel über das der Stadt gestellt und seine Entscheidung getroffen, die er bis zum Ende durchgezogen hat. Dafür muss man ein starkes Herz haben, das auch kalt hätte sein können. Nur seines war es nicht ... Das hat man an mehreren Stellen gemerkt und darum war sein Verhalten für mich auch besonders beeindruckend.


    Bei Nandus hatte mich erst der Name etwas verwirrt, aber die Neugier war am Ende größer als die Verwirrung. Er scheint ein ungewöhnlicher Junge zu sein und ich bin gespannt, wie er sich weiter entwickelt - allerdings vermute ich stark, dass davon kaum noch etwas erzählt wird, da das nächste Kapitel ja 53 Jahre später spielt.


    Was ist im Schwertwald? Was ist mit der Mär, dass tief im Wald die Weiße Königin schläft, um in Zeiten großer Not zurückzukehren? Und die um den Krähenmann macht mich ja auch ziemlich neugierig ...