Beiträge von Klusi

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Ich glaube auch nicht, dass das der Grund ist, weshalb sie so lebt. Da steckt bestimmt mehr dahinter. Und wie du auch sagst, bestimmt nicht positiv.


    Hm, vielleicht sehe ich das zu arglos. Ich denke auch, dass es in Liams Vergangenheit etwas gegeben hat, was sie so werden ließ, wie sie jetzt ist. Dass sie kein leichtes Schicksal und keine schöne Vergangenheit hatte, sondern dass es etwas Negatives war, was sie dazu bewogen hat, dieses Leben zu wählen, vermute ich auch. Aber gehe ich richtig in der Annahme, dass ihr meint, sie selbst hätte etwas Negatives getan?


    Hallo Sabo, ich freue mich auch, dass wir uns wieder einmal bei einer Leserunde treffen.
    Was Lian angeht, so könnte ich mir vorstellen dass sie sich mit ihrem Leben ganz gut arrangiert hat. Ihre unbändige Sehnsucht nach Freiheit hat sie zur Außenseiterin gemacht, und das kann (oder konnte) sie bisher so annehmen. Aber der Kontakt mit Fortune zeigt ihr wohl, wie einsam sie dabei ist.

    Im Gegensatz zu den Chinesen, die Lian meiden und als Aussenseiterin behandeln, ist Fortune, der das alles ja nicht weiß, da ganz anders. Er interessiert sich für sie. Da sie sicherlich sehr sehr einsam ist, zieht es sie zu ihm. Endlich mal ein Mensch, der sie als anderen Menschen richtig wahrnimmt. Der Fragen an sie hat. Der sie vielleicht sogar braucht. Es entsteht ein Band ohne, dass sie es richtig begreift.


    Gerade seine zurückhaltende Art, dass er nicht fordernd ist oder neugierig auf sie zugeht, weckt in ihr das Vertrauen. Er macht das genau richtig, indem er mit ihr anfangs "durch die Blume" kommuniziert, indem er mit den Pflanzen redet und dann ab und zu ganz zufällig mal sie direkt anspricht.


    Ich frage mich, ob sie ihn verfolgt, vielleicht meint sie auf ihn aufpassen zu müssen. Bis jetzt wurde Fortune ja seinem Namen gerecht.
    (Ist in seiner Bedeutung ja wirklich "china-tauglich")


    Das Einzige, was mir ein bissl fehlt, ist ein schriftliches "Herbarium" aller lateinischen Pflanzennamen, ich muss nachschlagen, um es vor mir sehen zu können, ersatzweise sehe ich dann in meinem Kopfkino irgendeine Phantasie-Blumenpracht.. ;-)
    :blume:


    Ich vermute, Lian verfolgt Fortune nicht, um ihn weiterhin zu beschützen, sondern sie ist fasziniert von seiner Art. Er scheint eine Saite in ihr zum Klingen zu bringen, denn sie gibt ihre Scheu nach einiger Zeit auf und antwortet ihm.
    Ich sehe Fortune direkt vor mir, wie er so vor sich hinmurmelt und über bzw. sogar mit den Pflanzen spricht. :) Er ist ja der Auffassung, dass Pflanzen sehr wohl eine Seele haben, und da macht es auch Sinn, sich mit den exotischen Schönheiten zu unterhalten.
    So ein Glossar mit den im Roman erwähnten Pflanzen würde mir auch gefallen. Ich komme einfach an keinem der lateinischen Namen vorbei, ohne nachzuschlagen und mir Fotos der Pflanzen anzusehen. Aber dieses Innehalten und Nachschlagen ist eigentlich auch sehr schön, denn mir gefällt es, mich bewusst damit zu beschäftigen, und die Geschichte wird für mich dadurch noch lebendiger und farbiger.


    Entdeckungsreise, ja, das sehe ich auch so.
    Ich finde jedoch die ganzen lateinischen Blumennamen und sehr ausführlichen Beschreibungen etwas ... hm....wie soll ich sagen... langatmig?
    Kurzum: Ich bin mit der Story noch nicht so richtig warm geworden.


    Ich bin noch ziemlich am Anfang, habe heute erst angefangen, aber ich muss gestehen, dass ich gerade die üppigen, sehr detailreichen Beschreibungen sehr genieße. Fortune ist Botaniker mit Leib und Seele, so zumindest mein bisheriger Eindruck. In China wird er mit einer völlig anderen Mentalität konfrontiert, und das ist sehr lebendig dargestellt.

    Dann mache ich mal den Anfang mit meiner Rezension zu diesem schönen Buch.
    Hier ist sie:


    Eigentlich hatte Noa die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie plötzlich doch die Chance erhält, ihren großen Traum vom eigenen Cafe zu verwirklichen. Es soll kein normales Cafe werden, sondern auch eine Bücherabteilung, ein Shop mit Dekoartikeln und eine Blumentheke sollen dabei sein. In einer alten Vorstadtvilla soll ihr Projekt nun Wirklichkeit werden. Chiara und Florian unterstützen sie bei der Umsetzung und vermitteln auch den Kontakt zu ihrem Freund Jonas, der als Schreiner die Möblierung und sonstige Holzarbeiten für Noa übernehmen kann. Mit „Noas Arche“, wie sie ihr Cafe nennt, hat die junge Frau nicht nur ihren Traum erfüllt, sondern zugleich auch eine Heimat gefunden. Jonas ist hingerissen von seiner neuen Geschäftspartnerin, aber dann geschieht so einiges, was ihn an Noa zweifeln lässt. Er fragt sich, wer sie wirklich ist und ob er ihr vertrauen kann. Noa wird von ihrer Vergangenheit eingeholt und läuft Gefahr, alles, was sie sich mühsam aufgebaut hat, wieder zu verlieren.


    „Unter dem Sternenhimmel“ ist Elisabeth Büchles zweiter „Weihnachtsroman“. Schon im vergangenen Jahr ist „Unter dem Polarlicht“ erschienen, und die beiden Geschichten hängen auch in gewisser Weise lose zusammen. Man begegnet alten Bekannten aus dem ersten Roman wieder, nur ist die Rollenverteilung neu. Waren im ersten Band Chiara und Florian die Hauptpersonen, so dreht sich diesmal die Geschichte in erster Linie um Noa und Jonas. Es ist nicht zwingend erforderlich, die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, denn jeder Roman kann auch jederzeit und ohne Verständnisprobleme für sich allein bestehen.


    Wie schon erwähnt, diesmal geht es in der Hauptsache um Noa und Jonas. Die junge Frau ist ein eher zurückhaltender Typ und hat kein großes Selbstbewusstsein, was auf ihre schwierige Vergangenheit zurückzuführen ist, wie man nach und nach erfährt. Weiter möchte ich hier gar nicht auf ihre persönlichen Probleme eingehen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Dieser Roman zeigt auf jeden Fall, was ein Mensch schaffen und erreichen kann, wenn er es will. Die Kulisse der Geschichte bildet zum großen Teil das schöne Cafe, dieser wundervoller Ort der Begegnungen. Es wird Noas Entwicklung beschrieben, mit all der Freude, die sie erlebt, aber auch mit den Rückschlägen, die sie einstecken muss. Jonas, völlig im Zwiespalt zwischen Faszination für die hinreißende Frau mit den roten Locken und Misstrauen ihr gegenüber, weiß nicht recht, wie er sich verhalten soll. Auch er macht eine wichtige Entwicklung durch, muss sich seinen Zweifeln stellen und alte Wunden heilen lassen.
    Es ist ein Roman mit vielen Facetten, einerseits kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, aber auch mit vielen tiefgründigen Momenten.
    Es gibt einige berührende Szenen in der Geschichte, die mir zwischendurch immer wieder einfallen und mir wohl lange im Gedächtnis bleiben werden. Ohne die Hilfe von Freunden würde es die Protagonistin nicht schaffen, ihre Pläne und Träume umzusetzen, aber zum Glück begegnet sie immer wieder Menschen, die mit viel Lebensweisheit und Herzenswärme gesegnet sind und die ihr Vertrauen entgegenbringen.
    Mich hat diese Geschichte nicht nur nachdenklich gemacht, sondern auch zu intensiven Gesprächen innerhalb der Familie und mit Freunden angeregt. Es ist ein Buch, das mich nachhaltig beschäftigt und das ich sicher mit etwas Abstand erneut lesen werde.
    Es wäre natürlich keine richtige Weihnachtsgeschichte, wenn nicht auch eine gute Portion Romantik darin vorkäme, außerdem gibt es, wie bereits im Vorjahr wieder eine Besonderheit.
    Im ersten Buch wurden wir in das Geheimnis der rot-weiß gestreiften Zuckerstangen eingeweiht, und in diesem Jahr dürfen wir erfahren, was es mit dem allerersten Adventskranz auf sich hat.
    Den perfekten Abschluss zu diesem bezaubernden Weihnachtsroman bildet ein Rezept für „Roses Apfel-Zimt-Kuchen“, den die Gäste in Noas Cafe genießen durften. Das werde ich bestimmt ausprobieren und mir damit ein wenig von der wundervollen und heimeligen Atmosphäre dieses Cafes nach Hause holen.
    :buchtipp: :herz: :herz: :herz: :herz: :herz:
    Die Rezension erscheint außerdem auf folgenden Seiten:
    Auf meinem Blog
    bei Lovelybooks
    bei Amazon
    Verlinkung auf meiner Facebook-Seite


    Das ist eine von vielen bedenklichen Entwicklungen. Oft vertraut man sich ja auch niemandem mehr an, weil man Angst hat, missverstanden oder Opfer von Misstrauen und dessen Auswüchsen zu werden ...


    Das ist wahr, und diese Sprachlosigkeit ist gar nicht gut, weil man dann erst recht nicht weiß, wie man mit dem Anderen dran ist.
    Aber es gibt auch das Gegenteil, denn wie in unserem Beispiel gibt dein Roman (und nicht nur dieser eine!!!) Anlass für sehr intensive und gute Gespräche. :winken:


    Mir hat sehr gut gefallen, dass Jonas seine Zeit gebraucht hat, um sein Misstrauen zu überwinden. Ich finde das realistisch. Leider, muss man sagen, denn eigentlich ist es ja nicht schön, dass wir oft dazu neigen, das Schlimmste von anderen anzunehmen, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten, wenn wie denjenigen kennen.


    Allzu lange hat Jonas Noa ja noch nicht gekannt, daher kann ich sein Misstrauen durchaus sehr gut nachvollziehen.
    Ich habe mich gestern ein wenig mit meiner Tochter über das Buch und das Thema "Misstrauen" unterhalten, und sie findet auch, dass das leider sehr zunimmt. Die Menschen werden immer mehr zu Eigenbrötlern, gerade in größeren Städten läuft das Leben ja recht anonym ab heutzutage. Keiner lässt sich hinter die Fassade schauen. Das Schlimme ist, dass man oft nicht auf Anhieb erkennt, ob ein anderer (bisher fremder) Mensch, dem man begegnet, wirklich Hilfe braucht, denn es gibt viele gute "Schauspieler", die etwas vortäuschen, was gar nicht stimmt. Das ist dann sicher auch ein großer Grund, wieso viele zögern, anderen Menschen ihre Hilfe anzubieten.



    Schön fand ich übrigens auch, dass aufgeklärt wird, warum Patrick den Kontakt seines Sohnes zu Noa eingeschränkt hat. Als das das erste Mal erwähnt wurde, dachte ich beim Lesen noch, dass ich das ganz schön hart finde und es hat mich gewundert, dass Patrick sie nur wegen dieses einen Aussetzers so "verurteilt". Dass das eigene Kind immer vorgeht, ist klar, aber irgendwie hatte ich so was von Patrick nicht erwartet und war erleichtert, dass es dann auch gar nicht ganz so war!


    Das fand ich auch ganz wichtig, denn mir ging es ebenfalls so, dass ich gestutzt habe, als ich las, dass Patrick den Kontakt seines Kleinen zu Noa eingeschränkt hat. Sein Grund ist allerdings sehr gut nachvollziehbar.

    Ich finde, wir sollten das ändern. Dringend! Starten wir doch eine Revolution! :)


    Ja, das wäre wirklich eine Sache, die man ändern müsste. Ich für meinen Teil versuche, im persönlichen Umfeld den Menschen auch zu sagen, was ich gut finde. Das geht ja schon bei kleinen Kindern los, für die ist Lob so wichtig, aber natürlich nicht nur da. Auch bei Erwachsenen ist es durchaus so, dass ein paar positive Worte die Seele streicheln.

    Und schon ist die Geschichte zu Ende, was mich einerseits zufrieden macht, weil mir der Ausgang wirklich gut gefallen hat, aber es ist auch ein wenig schade. Bis zu diesem befriedigenden Ende hat Noa aber noch einiges zu erdulden. Der schreckliche Emil und Konsorten sorgen gewaltig für Aufregung, und einiges, was Noa sich mit viel Geduld und Liebe aufgebaut hat, geht zu Bruch. Wie sich die junge Frau hier verhält und dass sie sich nicht unterkriegen lässt, finde ich unwahrscheinlich mutig und stark von ihr. In ihrem Cafe ist sie "angekommen", sie weiß jetzt, was sie kann und dass es Menschen gibt, die es gut mit ihr meinen. Ich fand es so anrührend, dass sich die ganze Gruppe ihrer pensionierten Stammgäste dermaßen für sie einsetzen und sogar eine Wache beim Cafe organisiert hatten. Bei so viel Menschlichkeit und Mitgefühl wird einem richtig warm ums Herz. So einen Zusammenhalt würde ich mir viel öfter im alltäglichen Leben wünschen.
    Der Höhepunkt ist das Weihnachtsfest, das Noa nun doch zusammen mit Jonas und seinen Eltern feiern kann. Jonas hat endlich seine Skrupel begraben und sich Noa zugewandt. Und nicht umsonst ist Weihnachten das Fest der Liebe :) ;) Da passt so eine Geschichte perfekt.


    Ich danke schon mal an dieser Stelle allen Beteiligten für die schöne und intensive Leserunde. Es hat wieder viel Freude gemacht, mit euch zu lesen. Ich werde in den nächsten Tagen noch ein wenig über den Roman und seine Protagonisten nachdenken und bin gespannt auf die Meinung meiner Mitleserinnen.


    Ja, die meinte ich. Was mich aber im Nachhinein noch mehr irritiert hat, ist die Tatsache, dass sie meine anderen Bücher ja gut findet - doch da kam nie eine Rezension. Warum also schreibt sie plötzlich eine bei diesem Roman, der ihr nicht zusagt?
    Aber wie ich so gern sage: Ich muss nicht alles und jeden verstehen. ;D
    Umso mehr freue ich mich über Deine Rückmeldung - und die der anderen hier.


    Und was mich erschreckt ist die Tatsache, dass inzwischen so viele Menschen "Gebrannte Kinder" sind. Warum nur gehen wir alle so lieblos (ungeduldig, nachlässig, gedankenlos ...) miteinander um???


    Vermutlich fällt es den Menschen leichter, zu kritisieren als zu loben. Ich habe das schon in vielen Bereichen gemerkt, das kann im beruflichen Sektor sein oder auch in der Familie, es wird viel zu selten gelobt, wenn jemand etwas gut macht, wird das heutzutage als selbstverständlich hingenommen. Wenn sich aber jemand über irgend etwas ärgert, dann wird das gleich aufs Tablett gebracht und bekommt damit einen verhältnismäßig viel zu hohen Stellenwert.
    Ich schreibe das mal ganz grob dem Zeitgeist zu, denn heutzutage ist alles so schnelllebig geworden, und der Einzelne muss einfach funktionieren. Mir fehlt oft eine gewisse Wertschätzung der schönen Dinge und der guten Leistungen.

    DANKE, Danke, Danke dafür.
    Dieses Buch hatte gleich zu Beginn zwei Negativ-Rezensionen, die in mir die Sorge ausgelöst hatten, dass meine beiden Figuren völlig missverstanden werden, bzw. ich sie furchtbar schlecht charakterisiert habe. (Versteht mich nicht falsch, nicht jedem muss dieser Roman gefallen, dafür sind die Geschmäcker und die Lebensphasen der Leser viel zu unterschiedlich!, aber ich hatte wirklich die Angst, dass (noch mehr) mit den Charakteren nichts anfangen können, mit der Thematik, mit den Problemen der beiden ... und natürlich entwickelt sich die Veränderung um Noa "recht zügig", immerhin war das Buch ja nur als 200-Seiten Roman geplant ...)
    Deshalb bin ich so froh über eure Rückmeldungen zu Noa (und Jonas)!


    Die Negativ-Rezensionen habe ich mir gerade mal angesehen, ich vermute, du meinst die 2-Sterne-Rezis, liebe Elisabeth. Dazu fällt mir so einiges ein. Die eine Kritikerin bezeichnet den Roman als nette Unterhaltung, was ja eigentlich nichts Negatives ist. Manchmal verstehe ich die Sterne-Bewertungen der Leser nicht, denn die vergebenen zwei Sterne stehen für "gefällt mir nicht". Wenn man eine Geschichte als nette Unterhaltung ansieht, würde ich das zumindest als "nicht schlecht" bewerten, was ja dann drei Sterne wären.
    Auch die schnelle Entwicklung wird in einer Rezension angesprochen, aber wie soll das gehen, wenn man nur 200 Seiten zur Verfügung hat? Der Roman spielt sich ja nicht innerhalb von zwei Tagen ab, sondern die Geschichte zieht sich über mehrere Wochen, über die ganze Adventszeit, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Weichen für Noas Veränderung wurden ja schon viel früher gestellt, so dass wir hier "nur" die Auswirkungen miterleben. Und das Verhältnis zwischen Noa und Jonas ist ja noch in der Schwebe. Zwar weiß man schon, worauf es vermutlich hinausläuft, aber ich finde den Zeitraum durchaus glaubwürdig.
    Ich muss sagen, dass ich Jonas schon verstehen kann, seine Zurückhaltung und Skepsis und dass er sogar stellenweise Noas Nähe meidet. Irgendwie ist er mir mit seiner Geisteshaltung näher als Noa, und ich finde mich in manchen seiner Gedankengänge wieder. Auch ich ertappe mich oft dabei, fremden Menschen erst einmal misstrauisch gegenüber zu stehen. Auch wenn mancher auf den ersten Blick sympathisch wirkt, verschenke ich mein Vertrauen nicht so schnell. Wie heißt es so schön: "Gebranntes Kind scheut das Feuer".


    [quote='Klusi','https://leserunden.de/forum/index.php?thread/&postID=286962#post286962']
    Ich finde es schön, wie gut Noas Arche anläuft und dass sie auch so ein gutes Verhältnis zu ihren Kunden hat. Gerade die älteren Herrschaften haben sie gleich angenommen und freuen sich über dieses tolle Angebot in ihrer Nähe.


    Hach, ich liebe diese alten Herrschaften einfach. Sie sind mir, wie so oft bei Nebenfiguren, irgendwie ans Herz gewachsen. Mal sehen. Vielleicht schreibe ich nicht nur einen 3. Teil mit Patrick, sondern noch einen 4. mit der Rentnergang ... ? :)
    [quote]
    Hach das wäre gar nicht schlecht, liebe Elisabeth. Ich finde, gute Romane über die älteren Herrschaften gibt es viel zu wenige, eigentlich schade, denn gerade die haben doch schon viel erlebt und entsprechend auch viel zu erzählen. Wie ich dich kenne, könntest du zu diesem Thema ganz sicher eine schöne und interessante Weihnachtsgeschichte erzählen.

    Ich finde es schön, wie gut Noas Arche anläuft und dass sie auch so ein gutes Verhältnis zu ihren Kunden hat. Gerade die älteren Herrschaften haben sie gleich angenommen und freuen sich über dieses tolle Angebot in ihrer Nähe.
    Das Verhältnis zwischen Noa und Jonas ist durch die Vorfälle bei der Eröffnungsfeier merklich abgekühlt; Jonas zieht sich zurück. Wie wir erfahren, wurde er in einer früheren Beziehung einmal sehr verletzt und ist dadurch vorsichtig geworden. Aber gerade das, was ihm seine Ex-Freundin wohl vorgeworfen hat, ist nun eine Art Zuflucht für ihn. Er ist ein richtiger Workaholic geworden. Klug von Noa, ihn ein wenig auszubremsen und mit leckeren Snacks zu ködern, aber so richtig nützen ihre Bemühungen doch nicht, ihn von der vielen Arbeit abzuhalten. Das schafft dann aber die Säge, mit der sich Jonas verletzt.
    Die beiden "Kleinunternehmer" sind aber auch in einer ganz schönen Zwickmühle, denn beide wollen ihre Kunden nicht enttäuschen und arbeiten, was das Zeug hält.
    Ich denke, es ist bisher weder bei Jonas noch bei Noa so richtig im Bewusstsein, dass sie wichtiger füreinander sind, als es nach außen wirkt. Gerade Jonas ist skeptisch, weil er an Noas unzumutbare Wohnverhältnisse auf dem Bauernhof denkt, und auch ihr seltsames Verhalten nach dem Glas Sekt bei der Eröffnungsparty macht ihm zu schaffen. Er weiß nicht, wie er sie einschätzen soll. Dass sie ihn bei seinen Eltern besuchen möchte, ist eine schöne Geste und zeigt, wie besorgt sie um ihn ist. Durch den schlimmen Schneesturm wäre diese Sache fast schief gegangen. Glücklicherweise hat Jonas' Vater sie rechtzeitig gefunden, gar nicht auszudenken, was sonst geschehen wäre. Dass sie sich zu dem Kreuz auf der Anhöhe begeben hat, war genau die richtige Entscheidung bzw. ihre Rettung.
    Das Gespräch zwischen Jonas und seinem Vater hat mir sehr gefallen. Die Vergleiche mit den Jonglierbällen sind sehr treffend. Es ist auch im wahren Leben nicht einfach, immer alle "Bälle" in der Luft zu halten, und auch einem guten Jongleur passiert es ab und zu, dass er mal einen Ball fallen lässt. Er ist aber nicht entmutigt, sondern beginnt wieder von vorne, und je mehr er übt, umso besser gelingt es ihm. Das lässt sich prima aufs Leben übertragen.
    Auch das andere Gespräch, zwischen Noa und Jonas' Mutter, ist sehr aufschlussreich. Wir haben einiges über Noas Vergangenheit erfahren, wobei ich das dumpfe Gefühl habe, dass das noch lange nicht alles war, sondern dass da noch ein "dickes Ende" nachkommt. Ob die eingeschlagene Scheibe im Wintergarten lediglich ein dummer Jungenstreich war oder womöglich etwas mit Noas Vergangenheit zu tun hat? Wir werden sehen.

    Bitte entschuldigt, dass ich erst heute einsteige, aber es gab ein paar Verzögerungen für mich, die dem realen Leben zuzuschreiben sind. ;) Aber jetzt bin ich ganz bei euch.
    Ich habe mir zum Einstieg in den Roman nochmal den ersten Band hervorgeholt, falls ich meiner Erinnerung auf die Sprünge helfen muss. Aber ich kann sagen, dass ich ohne Probleme in die Geschichte einsteigen konnte. Wie ich gesehen habe, kennen einige von euch den ersten Roman "Unter dem Polarlicht" bisher noch gar nicht und kommen trotzdem auch gut mit der Geschichte zurecht. Das ist natürlich deiner wunderbar lebendigen und farbigen Erzählweise geschuldet, liebe Elisabeth. Ob Handlungsorte oder Personen, du beschreibst alles so klar und präzise und das oft mit wenigen Worten, dass man gleich ein deutliches Bild vor Augen hat.
    Das Cafe in Chiaras alter Villa ist ein tolles Projekt, und ich wünsche Noa von ganzem Herzen, dass es erfolgreich wird. Schon der Name "Noas Arche" ist so passend, da musste ich schmunzeln, als ich es zum ersten Mal gelesen habe.
    Aus Noa selbst werde ich noch nicht so ganz schlau. Wie sie sich verhält, vermute ich, dass sie in der Vergangenheit sehr viel Leid oder Enttäuschung erfahren musste. Es wird ja mal kurz eine Pflegemutter erwähnt, daher vermute ich, dass Noa ihre leiblichen Eltern verloren hat, und die Pflegemutter ist ja demnach auch gestorben. So denke ich, dass Noa ziemlich allein auf der Welt steht. Ihr "Zimmer" auf dem Bauernhof war demnach auch nicht gerade ein Glücksgriff, wenn ich an Jonas' Zusammentreffen mit der Bauersfrau denke. Dass Jonas nun verwirrt ist, weil ihm Noa Rätsel aufgibt und zwiespältige Gefühle bei ihm auslöst, ist verständlich. Aber sicher werden wir ja im weiteren Verlauf der Geschichte, zusammen mit Jonas, mehr über die junge Frau erfahren, die einerseits anscheinend vor sich selbst Angst hat, andererseits aber so tolle Visionen und Pläne für die Zukunft hat.