Beiträge von schokotimmi

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    Herr Jakob träumt ist ein Buch über den Wunsch nach Entschleunigung, dem Wunsch den eigenen Bedürfnissen nachzugeben und auch den Mut sich eine Auszeit hier in Form eines Winterschlafes zu nehmen, auch wenn es um einen herum doch so hektisch ist. Herr Jakob traut sich das und erfährt damit ein ganz neues Lebensgefühl, zwischen Traum und Realität.


    Das Buch erzählt diese Geschichte und man muss sich darauf einlassen, man findet viele kleine Punkte, die zum Nachdenken anregen, die einen "Erden" und zu Ruhe und Gelassenheit aufrufen. Man darf nicht alle "Wach"-Szenen auf ihre realistische Wahrscheinlichkeit prüfen, denn es ist eine Fiktion. Und vor allem sollte man mit vielen eigenen Ideen und Gedanken in den Text gehen, so kann man viele kleine Dinge für sich mitnehmen, die der Text andeutet aber am Ende doch offen lässt.


    Die Leserunde hat mir viel Spaß gemacht und ich danke sowohl der Autorin als auch allen Teilnehmern für den angeregten Austausch.


    LG

    schokotimmi

    Hallo,


    ich muss sagen, ich bin jetzt ein wenig froh, dass ich nicht die einzige war, der die eine oder andere Stelle unpassend erschien. Da ich ja mit Urlaub und Mutterschutz gerade wieder mehr Zeit habe, denke ich immer mal über Herrn Jakob nach. Winterschlaf wäre jetzt nicht mein sehnlichster Wunsch, aber die damit verbundene Entschleunigung ist wirklich nicht zu verachten... die Bauarbeiter in unserem Garten werden sicher auch denken, hat die nix zu tun, sitzt hier fast jeden Nachmittag und liest, liest vor, spielt mit den Kids oder läßt sich einfach nur die Sonne ins Gesicht scheinen...ein bisschen wie Herr Jakob auf der Wiese (nur das unsere Wiese gerade etwas in Mitleidenschaft gezogen ist).


    Wirklich ein Buch mit interessanten Ansätzen zum Nachdenken, tollen Aspekten und einer schönen Geschichte, es hat mir Spaß gemacht.


    Den Vornamen von Herrn Jakob haben wir jetzt nicht erfahren, oder?


    LG

    schokotimmi

    Ich konnte mich nicht beherrschen und habe nun schon zuende gelesen - bei mir also nix von "Entschleunigung". Ich wollte wissen wie es ausgeht.


    Im 11. Kapitel wacht Herr Jakob dann also auf, diese Szenen finde ich wirklich schön beschrieben - wie im klar (gemacht) wird, dass es nun Zeit wird zum Aufwachen und wie erholt und frisch er sich fühlt. Er schafft seinen Übergang super und konnte viel Ruhe und Ausgeglichenheit mitnehmen. Auch Szenen, wie er seine Umwelt und Umgebung beobachten und auf Details achtet finde ich toll.

    Die Begegnung mit seiner Exfrau zeigt auch, wieviel Gelassenheit und Blickwechsel Herrn Jakob möglich sind. Alle diese Dinge gefallen mir sehr gut - sein Antrieb bzw. seine Leidenschaft weitere Skulpturen des Schlafenden zu schaffen und auch seine Ideen neuer Skulpturen dazu finde ich schön, auch wenn die Geschichte um den Privatdetektiv jetzt irgendwie ins Leere gelaufen ist.

    Auch Frau Rettig und ihre Vermutungen kommen mir etwas kurz - schade, da hätte ich gern noch mehr dazu gelesen.


    Kapitel 12 und die Kontaktanzeigen, nun ja die Sehnsucht dieses wohltuende Gefühl des Schlafes zu teilen und auch sonst jemanden zu haben der mit einem gemeinsam Zeit verbringt kann ich bei Herrn Jakob schon verstehen, aber gleich eine Anzeige...die schöne Erfahrung mit der Apothekerin hätte auch ohne die vorherigen Seiten über Kontaktanzeigen gewirkt.


    Was mir dann so gar nicht mehr gefallen hat (Tut mir wirklich Leid, liebe Annett - bitte nicht böse sein!) sind die Dinge die sich um die Schlafkrankheit und den eventuellen Virus drehen. Ich glaube schon die Intension dieser Szenen, die Kritik an unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft, zu verstehen, aber das war mir persönlich zu sehr mit der Holzhammermethode. Wenn man wirklich von einer Krankheit ausging, wieso dann Verhaftungen - auf welcher Basis überhaupt? Das Maße an Willkür war mir hier im Rahmen der Geschichte einfach zu groß. Ich hätte mir hier anstatt dieses Exkurses lieber ein paar mehr Gedanken, Gespräche und Gefühle gewünscht, die man mit Herrn Jakob hätte entdecken können - solche kleinen Gedanken wie auf der Webside! Diese Dramatik brauchte die Geschichte in meinen Augen nicht.


    Das Ende fand ich dann wieder schön, wie beide gemeinsam in das "Traumdorf" fahren... ein gelungener Abschluss.


    Nun bin ich aber gespannt, wie die anderen das empfinden.


    Viele Grüße

    schokotimmi

    Man muß doch wirklich nicht so überaus realistisch denken, wenn wir an Herrn Jakobs Winterschlaf denken. Dies ist eine Geschichte, die uns einen Anstoß geben möchte. Fabeln oder Märchen sind auch nicht realistisch!

    Das verstehe ich schon, aber leider funktioniert es bei mir eben nicht so gut wie bei den meisten anderen hier - ich habe jetzt auch schon weiter gelesen, vllt. hat das ja auch schon einen gewissen Einfluss. Das Fiktive, Unrealistische in der Geschichte reicht für mich leider nicht aus, den Funken komplett überspringen zu lassen. Das ist nicht böse gemeint.


    LG

    Aber all die Fragen - wie Hr. Jakob den Virus auffangen konnte, ob er nicht essen müsste oder wie seine Stoffwechsellage sein könnte stelle ich ir hier überhaupt nicht: es ist für mich eine märchenhafte Darstellung einer persönlichen Sehnsucht nach Ruhe, nach einem "Anhalten der Welt", weil alles zu schnell wird und somit nicht mehr fassbar ist. Hr. Jakob ist das personifizierte "aus der Welt fallen", das ich mir selber manchmal wünsche.


    Ich bin schon neugierig, wie sein Winterschlaf weitergehen wird...:blume:

    Schön wenn es mit der märchenhaften Lesart bei dir so funktioniert, bei mir klappt das leider nicht, dafür ist die Geschichte ein klein wenig zu stark in der vermeintlichen Realität angesiedelt. Man erfährt doch über Herrn Jakob und seine Traumerlebnisse viel weniger als über das drumherum. Den Detektiv, Frau Rettig, den Freund und Verkäufer - Wetter und Befindlichkeiten der Welt.

    Wobei ich in den Punkten Essen und Erkältung kaum ein Problem sehe - Trinken tut Herr Jakob ja, zumindest habe ich das so gelesen. Essen wird überbewertet und Viren und Bakterien sind ja immer da, warum sollte sich durch Temperaturschwankungen, wenig Vitamine und so weiter nicht eins festgesetzt haben.


    Ich muss auch leider zugeben, dass mir das mit der verlangsamten Sprache nicht so gut gefallen hat, es hat sich einfach nicht passend zusammengefügt. Aber das ist nur meine persönliche Empfindung.


    Der gute alte Matula, da musste ich kurz schmunzeln bei euren Kommentaren. 8)

    Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe nun auch die Kapitel 8 bis 10 gelesen.


    Zuerst also der Besuch von Frau Wanke bei ihm zuhause - das kam für mich jetzt weniger überraschend. Das sie von ihrem Leben als Sängerin erzählt überraschte mich da schon eher. Ich hatte an "philosophischere" Themen gedacht... ich finde hier gab oder gibt (vllt. kommt sie ja nochmal zu Besuch) es noch Potential.


    Dann wird es ja auch spannend, mit dem Privatdetektiv der ums Haus schleicht und alles genau untersucht - schön der Zusammenhang mit der dunklen Wolke im Traum und das Unbewußte was Herrn Jakob doch immer wieder mit beiden Welten verbindet.

    Ich denke ich habe auch den Hinweis bezüglich Frau Rettig entdeckt:

    Leider scheint sie ja erstmal nicht weiter zu forschen.


    Das nun Herr Jakob eine Erkältung bekommt und auch noch nach draußen muss war ein weiterer Spannungsbogen, v.a. der Aufbau um Fr. Rettig herum hat schon Spaß gemacht. Etwas ratlos hat mich die Sprache zurückgelassen, ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe das nicht ganz verstanden.


    Ich möchte nun schon wissen, wie sich der Kreis der Geschichte schließt...


    Viele Grüße

    Ich gestehe hier dass ich zu blöd bin...ich habe immer auf die 3 Punkte [...] geklickt und es hat sich nichts getan und da dachte ich es wäre da zuende oder ein Ausschnitt aus dem Buch oder so. Wenn man auf die Übersicht klickt kommt dann doch der ganze Text :wand:


    Ich würde dann erstmal nach und nach die Texte lesen, bevor ich mich inhaltlich dazu nochmal melde.

    Mea culpa.


    Eine eigene Seite zu einem Buch ist wohl tatsächlich eher ungewöhnlich, ich kenne einige Autoren, die das aus Marketingzwecken machen.

    Für mich stand da eher der Spaß an der Sache im Vordergrund, mich mit Herrn Jakob fiktiv unterhalten zu können (wobei ich auch nicht eigentlich der Gesprächspartner von Herrn Jakob bin, sondern das wiederum eine fiktive Erzählstimme sein soll). Und durch diese Unterhaltungen noch einmal andere Seiten von Herrn Jakob außerhalb des Romans zeigen zu können.

    Die Themen, zu denen Herrn Jakob sich dann äußert, sind meist Themen, die mich selbst beim Schreiben gerade beschäftigt haben.

    So regelmäßig wie noch letztes Jahr zum Romanstart komme ich im Augenblick bloß gar nicht dazu, die Seite auch zu pflegen, das ist doch mehr Aufwand, als ich dachte...

    Ich habe eine Webside zum Buch erst einmal gesehen und zwar zu "Unterleuten" von Juli Zeh und da habe ich es eher als Werbung empfunden. Hier ist das etwas anders aufgebaut und ich bin jetzt gespannt auf die kompletten Inhalte und welchen Einfluss sie auf das Buch bzw. das Lesen haben.

    Vllt. beschäftigen Dich jetzt mit der Leserunde auch neue Themen oder/ und es ändert sich Herr Jakobs Blick auf dieses oder jenes ;)


    Viele Grüße

    schokotimmi

    Da gebe ich Dir unbedingt recht! Das habe ich, wenn ich draußen war oder auf dem Balkon, auch schon fasziniert beobachten können (immer mit der mir nötigen Fluchtdistanz;-)


    Ich glaube, in der Romanszene hatten zugeschlagen:

    1. Die Spinnenphobie der Autorin

    2. Die Erinnerung der Autorin an einen US-amerikanischen Spinnenfilm mit William Shatner (Kingdom of the Spiders/Mörderspinnen), den selbige als Jugendliche gesehen hat. Am Ende war glaube ich ein ganzes Haus eingesponnen...

    Das ist eine geniale Erklärung - den Film kenne ich nicht. Ich musste aber gleich an die Spinnenszene in Herr der Ringe denken.

    Man sieht es vllt. trotz allem anders ohne Spinnenphobie. ;-)


    Da bin ich mir nicht sicher, ob es nicht doch das gleiche Huhn ist. Auf der Bank sitzend haben wir bisher nicht mitbekommen, ob das Huhn hinkt oder nicht. Aber Herrn Jakob ist die eine weiße Feder zwischen den anderen Federn aufgefallen, welche ihn an etwas erinnerte.

    Das Huhun ist sozusagen ein Wanderer zwischen den Welten. Genau, die weiße Feder! ;)

    Wanderer zwischen den Welten finde ich auch schön - ich mag das Huhn. Das ist echt klasse.


    VG

    schokotimmi

    Hallo,


    ich möchte den Thread mal nutzen um auf die Webside hinweisen und gleich mal Annette fragen, was sie sich davon erwartet. Eine Webside zu einem Buch ist doch eher ungewöhnlich oder?


    Was mich dazu noch interessiert. Die "Gespräche mit Herrn Jakob" sind auf der Page immer abgehakt, enden irgendwie abrupt. Gibt es dafür einen Grund?


    Danke

    schokotimmi

    Bei der weißen Masse hatte ich tatsächlich an ein Spinnenetz gedacht und bei dem dunklen Schatten an eine dicke ... uah.... gedacht. Die Idee dahinter war, dass es an dieser Stelle einen Einbruch in seine ansonsten so heile Traumwelt gibt, in dem sich die eigenen Bedrohungsgefühle ein Bild suchen. Und bedroht fühlt er sich, weil er bald wieder aufwachen und sich dann allen Problemen von neuem stellen muss.

    Bah, eine sehr unschöne Vorstellung des drohenden Aufwachens - und in seinem Fall kann ich diese Bedrohung auch leider allzu gut nachvollziehen.

    Das finde ich jetzt interessant, das hatte ich so überhaupt nicht verstanden, diese Bedrohung des Aufwachens. Danke für die Erklärung.

    Ja die Bedrohung ist nicht von der Hand zu weisen, aber darf ich ehrlich sein - ich finde es schade dass es wieder ein Spinnennetz und eine Spinne sein muss, die eine Bedrohung darstellt.

    Habt ihr schon mal ein mit Tau benetztes Spinnennetz in einem Baum gesehen oder in welch wunderschönen Bewegungen eine Spinne ihr Netz spinnt. Das hat auch was sehr beruhigendes. ;)

    Der Gedanke hinter der Beliebtheit der Skulptur war der, dass die Kaufinteressenten durch die Skulptur an ihre Sehnsucht nach Schlaf und Ruhe erinnert bzw. darauf gestoßen wurden. Und dann unbedingt die Skulptur haben wollen. Vielleicht wie man sich ein Bild vom Meer an die Wand hängt, weil dieses leider weit weg ist, man aber lieber dort wäre statt auf graue Betonwände zu gucken.

    Auch das kam bei mir nicht so an, ich habe dem ganzen jetzt mehr Bedeutung beigemessen, als ob etwas Magisches an der Figur dran ist oder so. Aber mit dem Privatdetektiv wird da wohl noch was passieren.


    Viele Grüße

    schokotimmi

    Es war plötzlich da. Bzw. vor Jahren, als Herr Jakob in groben Zügen entstand, erzählte mir mein Lebenspartner davon, wie er sich auf einer Geschäftsreise in einem kleinen Dorf verfahren habe. Und da sei ein Huhn langsam über die Straße gelaufen. Und da war es dann, das Huhn ;)

    Das ist ja witzig, wie es zu dem Huhn kam :totlach: Das wollte ich nämlich auch noch fragen, warum du ausgerechnet auf ein Huhn gekommen bist ^^

    Das finde ich jetzt auch witzig, um ehrlich zu sein hätte ich gedacht es steckt noch mehr dahinter, das dem Huhn im weiteren Verlauf noch eine Bedeutung zukommt.

    Im Kapitel 5 wird ein Ausflug von Herrn Jakob beschrieben in dem sich Realität und Traum sehr stark vermischen. Trotz allem ist dieses Wochenende der ausschlaggebende Impulse für die Auszeit.


    Ich finde die Umgebung die sich Herr Jakob erträumt wirklich interessant - ein ruhiges, abgeschiedenes Dorf mit einem einfachen Haus, eine nette alte Dame und ein Baum, Wiesen, Felder, Blumen. Alles ganz idyllisch, für mich fast ein wenig zu idyllisch. So ist Dorf eigentlich nicht...aber gut es ist ja irgendwie auch nur ein Traum.


    Wie gesagt, nach dem Aufenthalt und festem Schlaf in dem Dorf, plant er doch recht systematisch und aufgeräumt seine Auszeit - vielen Leuten muss er nicht davon erzählen, denn sein engerer Personenbekanntenkreis ist klein.

    Gelungen finde ich die Beschreibungen des Erzählers, wie sich das Haus und der Schlafende für einen außenstehenden Betrachter zeigen. Der Erzähler sagt uns auf diese Weise was Realität zu sein scheint. Aber wie realistisch ist es, dass ein Mann tage-, ja wochenlang schläft.


    Spannend sind immer wieder die Übergänge für den Leser, wenn sich Szenen aus Traum und Realität vermischen - ganz besonders die Beschreibung des ersten Schnees und dann der doch etwas weniger idyllische Teil in dem Herr Jakob von der weißen Maße umgeben ist. Ein Traum im Traum?! Alles schon ziemlich schräg.


    Ich selbst finde die Traumgedanken und Empfindungen von Herrn Jakob sehr interessant, hangele mich aber inhaltlich eher an der auf den ersten Blick offensichtlichen Realität entlang, die uns der Erzähler immer wieder mitgibt.


    Achso - neugierig hat mich natürlich die Stelle mit der Haushälterin gemacht, was hat sie am oder im Haus gesehen, was ihr ein "Ach" entfahren lies und warum ist seine Skulptur eines Schlafenden auf einmal am Trödel in der Ecke so beliebt.


    Alles in allem viele interessante Aspekte, aber ich habe ganz ehrlich keine Ahnung wo es hinführen wird.


    Viele Grüße und euch allen erstmal einen wunderschönen Ostersonntag.

    Ja, je älter ich werde, desto einfacher nehme ich das Leben. Man muß sich seine Zeit für Ruhe und Entspannung nehmen, dann fühlt man sich auch nicht mehr so gestresst.


    Anne H. Das ist ein schöner Satz, den jeder auf seine Art beherzigen sollte. Und um die Kurve zum Buch zu kriegen, auch Herr Jakob.


    Die Idee des Huhnes beschäftigt mich auch noch ein wenig - aber ich kann es für mich noch nicht sagen, aber es fasziniert mich.


    ysa : Der Übergang von Traum und Realität ist sicher fließend, ich glaube ja man verarbeitet auch einen großen Teil seiner Realität in den Träumen und es ist eine Art Reinigung. Das würde ja in gewisser Weise auch auf Herrn Jakob zutreffen, wobei seine Schlafphasen ja deutlich mehr Zeit zu verlangen scheinen.


    Alles in allem es bleibt spannend.

    Ich habe früher mal Kampfsport betrieben - und dabei konnte ich auch so richtig abschalten, da ich mich auf die Bewegungen und die Koordination konzentrieren musste. Das habe ich leider irgendwann aufgegeben... tatsächlich kann ich heute Augenblicke der völligen Entspannung erleben, wenn ich Wolken am Himmel beobachte (hm, das ist natürlich oft im Urlaub, also vielleicht bin ich deswegen dann sowieso entspannter)

    Ich glaube Kampfsport und Yoga haben da auf jeden Fall Parallelen - Wolken am Himmel beobachten kann ich auch und nicht nur im Urlaub, auch z.B. zuhause im Garten... ist ja auch eine Art Meditation.


    tigi86 Über den Vornamen habe ich gar nicht nachgedacht - ich habe ihn bis jetzt noch nicht als wichtig erachtet. Geht das nur mir so?


    Ja, ich glaube, da geht es vielen so. Aber manchmal nehme ich die Pläne mancher Menschen auch mit Sorge war, dass es nicht vielleicht noch stressiger wird als vorher, denn was manche beispielsweise in der Rente alles noch erleben wollen, dass klingt auch oft nach ordentlichem Stress, seinen Sehnsüchten hinterherzujagen, als gebe es kein Morgen. Dann doch lieber schon eher anfangen, als zu warten, bis es zu viel wird. :)

    Da bin ich vollständig bei dir. Gerade bei Menschen, die sich alles für die Zeit der Rente aufgehoben habe, habe ich schon oft genug erlebt, dass sie diese Zeit dann gar nicht mehr erlebt haben.

    Das habe ich auch schon oft erlebt, ein Mittelmaß (ist ja wie Yoga, die Mitte finden) ist glaube ich wichtig. Das andere Extrem was ich kenne ist, überhaupt keine Pläne und Ziele zu haben. Das finde ich auch irgendwie traurig und ich bin gespannt, ob sich Hr. Jakob noch so entpuppt. Ich glaube es eher nicht, aber ich bin gespannt.


    LG

    schokotimmi

    Hallo,


    ich freue mich auf die Leserunde mit euch. Ich habe gestern Abend im Bett die ersten 4 Kapitel gelesen und Herr Jakob in seiner Art ist mir sympathisch, auch der relativ schleichende Prozess seiner Überlastung und Übermüdung ist schön dargestellt. Mir gefällt die Sehnsucht, die er nach dem Traum entwickelt und manchmal überlege ich ob hier die Erinnerungen von Herrn Jakob nicht zu verschwimmen beginnen - was ist Traum was ist Wirklichkeit.


    Zum Thema Abschalten und Entschleunigen - Yoga mache ich ja schon ziemlich lange und ich habe mich auch immer wieder an Meditation versucht - es klappt zwar noch nicht so gut und so regelmäßig wie gewünscht, aber es ist trotz allem ein gutes Mittel, diesem Zeitdruck und Nachdenken zu entfliehen. Deshalb muss ich sehen wie es weitergeht, denn eine Flucht in den Traum finde ich persönlich jetzt nicht als das erstrebenswerteste. Ich sehe es eher so, dass er sich die Erfahrungen mitnehmen sollte. Aber wir werden sehen wohin sich das Buch entwickelt.


    LG

    schokotimmi

    Ich hoffe meine Anmerkung passt jetzt hier in den Thread. Es ist ne Ergänzung zu meiner Rezi...


    Ich finde es schade, dass die Fantasiegeschichte bei einigen so schlecht weg kommt. Wenn ich mich a dieses Buch erinnere, kommt mir immer auch diese Geschichte in den Sinn, wie wichtig Geschichten, Bilder und Gedanken für uns Menschen sind und für mich strahlt die Geschichte auch Kraft aus. Ich mochte sie...


    Grüße
    schokotimmi

    Hallo,


    ich habe das Buch noch ein wenig setzen lassen um zu sehen, was mir in Erinnerung davon bleibt. Aber von Anfang an.


    Gemeinsam haben wir hier Miras Geschichte im Warschauer Ghetto gelesen. Freud und vor allem Leid in dieser schweren Zeit und was sie als junge Jüdin alles durchmacht. Wir erfahren von Freunden und Familie, vom Überlebenskampf und Widerstand.


    Die Geschichte beginnt spannend und man ist schnell gefangen, fassungslos und den Tränen nah auf den ersten Seiten, v.a. durch die Leichtigkeit der Sprache. Im Verlauf geht durch diese Leichtigkeit und durch eine Vielschichtigkeit von Verhaltensweisen und Schicksalen, die der Autor hier darzustellen versucht, viel von der Tiefe und dem Gefühl verloren. Ich selbst wurde mit den Hauptpersonen kaum warm, einige Darstellungen war mir zu suspekt und in der Fülle ihres Auftretens unwahrscheinlich.
    Vor allem gegen Ende fühlte man sich Hollywood manchmal näher als dem realem Bezug und das fand ich schade.
    Ich habe das Buch jetzt schon ein paar Tage beendet und muss leider gestehen, dass nicht sehr viel davon bei mir präsent geblieben ist. Es gibt ein paar bewegende Stellen, v.a. die welche sich auf konkrete reale Ereignisse beziehen aber Mira und die um sie erzählte Geschichte verblast sehr schnell.


    Nichts desto trotz ist es ein wichtiges Buch, welches sich als Schulleküre bestimmt eignet und als solche auch zu empfehlen ist.


    Ich mochte mich nochmals für die Leserunde bedanken, der Austausch war rege und v.a. die Unterschiede in den Ansichten haben mir weiter geholfen. Etwas schade fand ich, dass sich Herr Safier nicht ( kaum?) in den einzelnen Abschnitten geäußert hat, aber da geht sicher auch jeder ein wenig anders heran. Auf jeden Fall auch Herrn Safier vielen Dank für ihre Beteiligung und Zeit. Ich hoffe auch eine neutrale Haltung ist ok.


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Ich bin auch sehr froh, dass ein Happyend für Mira und Amos gegeben hat. Es sind schon zu viele liebe Personen gestorben, und wenn Mira und Amos auch noch umgekommen wären, wäre das Ganze wirklich sehr trostlos gewesen.


    Ich finde die Hoffnung an sich ja auch nicht schlecht, aber nach den ganzen Action-Szenen in denen Mira gerade so überlebt und am Ende auch noch ihren Geliebten in die Arme schließen kann, der natürlich bei ihr bleibt und außerdem bleibt der Schützling des Exfreundes auch noch am Leben und alle drei sind eine "kleine Familie" tut mir Leid, das ist für mich doch mehr Hollywood.
    Bittet haltet mich nicht für gefühllos, falls es eine solch ähnliche Geschichte gegeben hat, zeuge ich dem Respekt. Aber von der Beschreibung her, wurde es für mich ein wenig zu unrealistisch...


    Und um ehrlich zu sein, einen besonderen Platz bekommt es für mich nicht, ich habe meine Rezi noch nicht fertig, aber es gibt keine 5 Ratten...das soll aber zum einen nicht heißen dass ich es weggebe, zum anderen dass ich es nicht wichtig finde. Die Geschichte um Mira überzeugt mich nicht...


    Gruß
    schokotimmi

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