Beiträge von Imlammenien

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    Hallo ihr Lieben,


    besser spät als nie - unter diesem Motto kommt nun auch endlich mein Fazit. :-[



    Zum Roman:


    Die Journalistin Elaine erhält den Auftrag, eine Reportage über ein Anwesen in Jamaika zu drehen. Da gefällt es der alleinstehenden Frau nicht schlecht, dass der Auftraggeber und Besitzer des Anwesens, Russell ebenso attraktiv wie geheimnisvoll ist. Als sie in Begleitung ihrer rebellierenden Teenager-Tochter Becky und ihrer Filmcrew auf Jamaika eintrifft, bestätigt sich ihr erster Eindruck von Russell. Als allerdings der Tontechniker ihrer Crew auf mysteriöse Weise spurlos verschwindet, wendet sich das Blatt. Und bald sehen sich auch Elaine und Becky bedroht…


    In gewohnter sprachlich gekonnter Manier beschreibt Elena Santiago in „Das Sturmhaus“ die exotische Landschaft Jamaikas und eine spannende Familiengeschichte, die auf ihrer zweiten Zeitebene bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.
    Einige Schwächen in der Geschichte sind vermutlich genrebedingt, „Love and Landscape“ ist ja nicht gerade dafür bekannt, dass es tiefgründig wäre. So bleiben die meisten Charaktere auch eher eindimensional und es gibt einige Elemente, die der Geschichte zwar Flair verleihen, die Handlung aber nicht wirklich vorantreiben (z.B. die Voodoo-Elemente). Die Liebesgeschichte zwischen Elaine und Russell entwickelt sich absehbar und am Ende fehlte mir ein wenig die Aufklärung über die wahren Motive des Übeltäters.
    Aber „Love and Landscape“ ist eben auch kein Krimi. Dafür war die Geschichte spannend und angenehm zu lesen, wenn – für meinen Geschmack – auch an mancher Stelle auf die eine oder andere Sexszene hätte verzichtet werden können.


    FAZIT: Nette Unterhaltung, z.B. als Ferienlektüre, aber nicht wirklich nachhaltig erinnerungswürdig.



    Zur Leserunde:


    Ihr Lieben, es hat wieder einmal Spaß gemacht mit euch gemeinsam zu lesen, mitzufiebern, zu diskutieren und zu spekulieren! :-*


    Eva, dir ein ganz dickes Dankeschön für deine intensive und informative Begleitung. Ich würde mich (trotz meiner durchwachsenen Kritik zu diesem Buch) freuen, wenn wir uns bei deinem nächsten Roman wieder gemeinsam hier lesen würden. :-*



    Geez,
    Imlammenien :winken:


    Alicia erwähnte, das Jason schon als Kind gerne im Herrenhaus gewohnt hätte. Da habe ich mich gefragt ob sich bei ihm seit seiner Kindheit vielleicht einiges an Neid aufgestaut hat. Aber dann habe ich es wieder verworfen. Und dann war er es doch....... :)


    Trotzdem erscheint mir Neid als Motiv für seine Taten als zu geringfügig. Irgendwas (pathologisches?!) muss da doch nicht gewesen sein...?!



    Richtig schön fand ich, dass Becky und Elaine sich ausgesprochen haben und ein ganz neues Mutter-Tochter Verhältnis beginnen können.


    Das wurde ja auch aller höchste Zeit!!! :P

    Elaine ist ja ein ziemlich perfekter Mensch - sie sieht toll aus, beherrscht ihren Job und die meisten Leute scheinen sie zu mögen. Nur mit ihrer Tochter kriegt sie es irgendwie nicht auf die Reihe... ::) Dass es sie gewundert hat, dass Becky ihr nicht berichtet hat, was sie über ihren Vater in Erfahrung gebracht hat, fand ich schon harter Tobak. Immerhin reden die beiden ja auch sonst nicht wirklich miteinander, da war das wohl alles andere als überraschend....


    Alicia entwickelt sich in diesem Abschnitt ja radikal! Dass sie das Feuer in Elaines Zimmer gelegt hat, ist krass, aber nicht wirklich überraschend. Doch als sie dann mit dem Gewehr durch die Nacht gelaufen ist, habe ich mir wirklich Sorgen gemacht. Bei ihrer emotionalen Instabilität kam sie mir vor wie ein Pulverfass mit einer extrem Lunte! Dass ausgerechnet sie letzten Endes Elaine und Becky das Leben gerettet hat, war eine ziemliche Überraschung.


    Jason war also der Bösewicht. Gut, das zeichnete sich zunehmend ab. Hellhörig bin ich spätestens geworden, als er Alicia bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Tabletten aus seiner Hosentasche versorgt hat. Bei aller möglichen Ko-Abhängigkeit habe ich mich gefragt, warum er das Zeug ständig mit sich rumträgt (ohne selbst anscheinend Schmerzen zu haben) und konnte es mir nur damit erklären, dass er auf diese Weise versucht hat, Alicia an sich zu binden.
    Doch was ist das Motiv für seine vielzähligen Mordtaten? Wahnsinn allein greift mir hier zu kurz. Kontrollwahn und der übermäßige Wunsch die Plantage zu besitzen auch. Was war also der wahre Hintergrund dafür, dass er seit Jahren Menschen ermordet?


    Was im "damals" passiert, ist natürlich auch krass. Dass Rhygin nicht zu trauen war, war klar. Aber dass sich Kalinda letzten Ende selbst tötet, hat mich dann doch überrascht. Und Judith - mit einem Fluch belegt - bleibt also auf der Plantage zurück, während Louisa in Rudds Armen ihr spätes Glück findet. Ein wahres Happy Ende (für diesen Erzählstrang sieht anders aus.


    Dafür gelingt es dann ja im "Jetzt". Alle Paare finden sich, die Bösen werden bestraft (oder - in Alicias Fall - therapiert) und der Fluch wird durch die Geschehnisse aufgehoben - wie praktisch. ;D


    Als kleiner Wehmutstropfen bleibt für mich dennoch, dass ich zuletzt Jasons Motiv für seine Taten nicht wirklich nachvollziehen konnte...

    Ich bin durch den Kita-Streik gerade etwas ins Hintertreffen gekommen, denn mit einem lebhaften Dreijährigen zuhause bleibt nicht viel Lesezeit. Aber ich denke, dass ich den letzten Abschnitt spätestens morgen beenden und dann hoffentlich am Feiertag (wenn auch der Papa zuhause ist ;D) posten kann. :winken:


    Was mir übrigens nicht erst in diesem Abschnitt auffällt: einige Figuren aus der Jetztzeit haben so eine Art Gegenpart in Jahr 1831. Becky erinnert mich an die rebellische Kalinda, David an den etwas besonneneren Jack. Alicia und Judith sind beide ähnlich fies und die besorgte Louisa passt sehr gut zu Elaine... Nur Russell und Gerald will ich nicht so richtig miteinander vergleichen. Doch wer wäre dann das Gegenstück zu Rhygin? Jason? :o


    Jason könnte passen. Aber wenn das so ist, können wir uns von seiner Seite ja im letzten Abschnitt noch auf so einiges gefasst machen! :o :lesen:


    So langsam spitzt sich die Sache zu. :o So ganz weiß ich nicht was ich denken soll. Hat Russell wirklich etwas mit dem Tod seiner Frauen zu tun? Ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Ich halte ihn immer noch für einen sehr netten und sympathischen Mann. Ist jemand anderes dafür verantwortlich? Dann fällt mir eigentlich nur Jason ein. Aber ehrlich gesagt fällt mir das auch schwer ???


    So einen richtig Verdächtigen habe ich auch noch nicht. Jason mag ich nicht besonders, kann aber bislang kein Motiv bei ihm finden. Und Alicia? Die ist ähnlich unsympathisch, aber eben auch völlig durchgeknallt. Und was wäre hier das Motiv Jerry zu töten?
    Aber das Russell ein moderner Blaubart ist, kann ich mir auch nicht vorstellen!



    Rhygin bringt Kalinda möglichst weit weg (um sie zu ermorden), während alle mit der Suche nach ihr beschäftigt sind und Judith derweil unbemerkt noch eine Abtreibung vornehmen lassen kann.


    Das befürchte ich auch! Judith und ihm muss doch daran gelegen sein, Kalinda (und Jack) mundtot zu machen. Dass sie den beiden unter diesen Umständen zu einem glücklichen Leben in Amerika verhelfen, halte ich für sehr unwahrscheinlich!

    Im "damals" gibt es dramatische Entwicklungen. Dass sich Judith mit dem Aufseher einlässt, überrascht mich nicht, nachdem ihr Mann sie seit Jahren mit Missachtung straft, auch wenn mir Rhygin extrem unsympathisch ist (aber Judith mag ich auch nicht). Dass aber beide gemeinsam taktieren und Kalinda in einen ungewollte Ehe zu drängen versuchen, um ihre eigene Position zu sichern, finde ich schon sehr hinterhältig. Allerdings ist auch Louisa nicht sehr viel besser, denn sie plant das Wissen um das außereheliche Verhältnis ihrer Konkurrentin ebenfalls für sich zu nutzen. So richtig "fein" benehmen sich alle nicht!
    Dass ausgerechnet der fiese Rhygin Kalinda am Ende des Abschnitts helfen will, macht mich zutiefst misstrauisch. Ich glaube, Kalinda wird es noch sehr bereuen, auf diesen "Helfer" gesetzt zu haben! :o


    Aber auch im "jetzt" wird fleißig intrigiert. Alicia versucht Elaine gegen ihren eigenen Bruder aufzubringen, ich vermute, sie tut das aus purer Eifersucht und der Angst, Russell könnte sich einer anderen Frau zuwenden.
    Dann brennt es auch noch in Elaines Zimmer und ich werde den Verdacht nicht los, dass auch hier Alicia hinter stecken könnte...


    Jerry ist tatsächlich getötet worden. :o Allerdings bezweifle ich, dass der Grund dafür ein Raubmord war. Denn bislang wurde nicht glaubhaft erklärt, wie das Handy und der blutige Schuh den Weg zurück auf die Plantage gefunden haben.


    Jasons Umgang (er verhält sich inzwischen geschmeidiger, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem nicht) mit Alicia ist ebenfalls sehr fragwürdig. Er weiß um ihre Abhängigkeit, versorgt sie aber aus seiner Schwäche für sie weiterhin mit Alkohol. Unter diesen Umständen kann ich mir nicht vorstellen, dass aus einer solchen Beziehung etwas Gutes entstehen kann...


    Und Russell? So wirklich gefährlich kann ich ihn noch nicht finden. Klar, Elaine hat ein zunehmend schlechtes Gefühl. Aber das ist für mich (zumindest nicht rational) nicht mit Russells Person oder seinen Handlungen zu begründen.


    Ich bin sehr gespannt auf den letzten Abschnitt! :lesen:


    Dieser Wayne ist mir nicht ganz geheuer. Ich traue ihm zwar nicht zu das er Jerry etwas angetan hat, aber er scheint keine Gelegenheit auszulassen für sich das Beste herauszuholen. Er ist mir auf jeden FAll nicht sympathisch.


    Ich halte Wayne nicht für den Täter, ziehe ihn aber wohl als Erfüllungsgehilfen in Betracht. Irgendwas mit dem stimmt nicht...



    Über Becky haben wir jetzt auch etwas mehr erfahren. Sie ist ihrer Mutter also böse weil diese ihren Vater nicht in ihr Leben lassen wollte, als er sich gemeldet hat. Vielleicht sollte sie lieber mit ihrer Mutter reden anstatt sich so grausig zu benehmen. Damit käme sie bestimmt weiter.


    Sowohl Mutter als auch Tochter sollten miteinander reden. Aber stattdessen hüllen sich beide lieber in Schweigen und warten (vermutlich vergeblich) darauf, dass sich die Probleme von allein lösen... ::)



    Sicher, Gerald Swift kümmert sich um sie und die gemeinsamen Kinder, doch er macht es sich auch sehr einfach: er sieht seinen Nutzen aus der Affäre, pocht aber dennoch auf die damaligen Konventionen. Wäre er ein besserer Charakter, würde er Louisa nicht auf diese Weise ausnutzen.


    Ich halte sein Verhalten ebenfalls nicht für angemessen. Allerdings vermute ich, dass er sich da gar nicht so viele Gedanken macht. Aus seiner Sicht (und der seiner Zeitgenossen) bietet er ja Louisa und ihrer Tochter ein gutes Leben (wenn auch nicht als Herrin der Plantage). Und er hat ja anscheinend fest vor, Kalinda mit einem wohlhabenden Erben zu verheiraten. Aus seiner Sicht tut Gerald wahrscheinlich alles, was damals als angemessen für so eine Liäson war. Liebe hin oder her.

    Aha, das Buch spielt nun auf zwei Zeitebenen. Manchmal mag ich das, manchmal weniger. Ich werde sehen, wie es mir hier gefällt. Auf jeden Fall erfahren wir auf diese Weise mehr über die Familiengeschichte der Swifts und die zurückliegenden Ereignisse auf der Plantage.
    Gerald Swift hat also ein langjähriges Verhältnis mit der Sklavin Louisa (Elaines Vorfahrin) und alle - seine Ehefrau eingeschlossen - wissen davon. Das ist ja bei der existierenden Tochter, die Gerald zudem noch vergöttert, auch nicht zu übersehen. Aber warum glaubt Louisa, dass ein weiteres Kind nun dazu führen könnte, dass Gerald sich scheiden lässt? Das hat er doch schon bei der Geburt der ersten Tochter nicht getan. Und was ist das für eine Annahme, dass Louisa mit 31 Jahren zur alt zur Kindererziehung sei? Damals - ohne Verhütungsmittel - bekamen doch sicherlich noch sehr viel ältere Frauen Kinder.
    Kalindas Vorliebe für den Sklaven Jack wird sicherlich noch eine Menge Probleme aufwerfen, da ihr Vater ja einen weißen(!) Bräutigam für sie vorgesehen hat...


    In der Gegenwart verschwindet Jerry. Zwar schickt er (angeblich) eine SMS, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die wirklich von ihm ist. Eine SMS kann schließlich nahezu jeder von seinem Handy geschickt haben - z.B. der Arbeiter Wayne, bei dem sich das Telefon schließlich anfindet. Und was ist mit dem blutbefleckten Turnschuh, den Becky findet? Und dann dieser merkwürdige Voodoo-Zauber der Haushälterin... *grusel*


    Das Verhältnis zwischen Becky und ihrer Mutter ist nach wie vor so schlecht, dass es kaum zur Kommunikation zwischen den beiden kommt. Allein mit Beckys Pubertät (aus der sie mit 17 ja auch langsam raus sein müsste) ist DAS nicht zu begründen!


    Erstaunlich finde ich auch, dass die Bedienung der Tontechnik anscheinend so einfach ist, dass Jason ohne große Einarbeitung Jerrys Job übernehmen kann. Warum schickt die Filmfirma dann überhaupt einen teuren Tontechniker mit, wenn man doch sonst an allen Ecken und Enden spart?


    Elaine gefällt mir gut, allerdings ist sie fast zu perfekt. Bisher gabs noch keine einzige Schwäche oder Makel an ihr zu sehen, oder? Sie sieht unglaublich gut aus, ist super in ihrem Job, ist total nett und gibt sich große Mühe, eine gute Mutter zu sein.


    Grundsätzlich stimme ich dir zu. Elaine scheint fast perfekt zu sein zumindest äußerlich. Allerdings finde ich ihr Verhältnis zu ihrer Tochter alles andere als perfekt und bezweifle, wie bereits beschrieben, dass der Grund dafür allein in Beckys Pubertät zu suchen ist. Ich vermute, dass es unausgesprochene Konflikte zwischen den beiden gibt, was auch immer das sein mag. Und ich sehe momentan nicht, dass Elaine viel dafür tut, um eben diese Konflikte zu lösen. Im Gegenteil, sie geht ihnen aus dem Weg. Man nehme nur, wie sie taktiert, damit Becky mit nach Jamaika kommt. Ein offenes Wort wäre hier vielleicht nicht verkehrt gewesen.



    Becky ist bislang eine kleine Nervensäge. Warum ist sie so zu Elaine? Sie könnte ja auch froh sein, dass sie so eine entspannte Mutter hat! Vor allem hat mich aufhorchen lassen, dass sie - wenn Elaine nicht anwesend ist - offensichtlich ganz anders sein kann! Ob sie ihrer Mutter verübelt, dass sie ihren Vater nicht kennt?


    Vielleicht wirkt Elaines "entspannte Haltung" auf Becky auch wie Desinteresse?!
    Und dass sie ihr das mit ihrem Vater verübelt, nehme ich schwer an. Becky ist in einem Alter, wo sie sich vermutlich die Frage stellt, wo sie herkommt, und einen Schuldigen dafür sucht, dass es in ihrem Leben anders aussieht, als bei den übrigen Teenagern. Davon abgesehen könnte ich mir vorstellen, dass sie auch in der Vergangenheit bereits ein um das andere Mal zu Gunsten des Jobs auf ihre Mutter verzichten musste. Anders würde Elaine beruflich wohl kaum dort stehen, wo sie steht.

    Hallo liebe Leserunde,
    hallo liebe Eva,


    manch eine Verwicklung deutet sich ja schon recht früh an: zwei Menschen, zwischen denen beim ersten Treffen schon die Funken fliegen, eine geheime Vorfahrin, die aus Jamaika stammt - und praktischerweise hat das Liebespaar in spe auch noch zwei nahezu gleichalte Kinder. Es lässt sich schon nach ein paar Seiten Lektüre erahnen, in welche Richtung die Geschichte entwickeln wird und ich weiß noch nicht so recht, ob ich das gut finde oder eher nicht...


    Elaine wirkt auf mich, als besäße sie eine Menge Mut und Kraft - und die Fähigkeit konzentriert zu arbeiten und Prioritäten zu setzen. Anders hätte sie es vermutlich nicht geschafft mit 18 Jahren eine Tochter zu bekommen, diese allein aufzuziehen und trotzdem Karriere zu machen. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - scheint ihr Verhältnis zu ihrer Tochter nicht das Beste zu sein. Beckys "kratzbürstiges" Verhalten allein mit ihrer Pubertät zu erklären, greift hier meiner Meinung nach zu kurz. Vielleicht täte es Elaine auch mal gut den Konflikt mit ihrer Tochter zu suchen - auch das kann ein Zeichen mütterlicher Liebe sein, wenn es dazu dient, diesen Konflikt letztendlich auch zu klären.


    Was ich von Russell denken soll, weiß ich noch nicht so recht. Gutaussehend, mit einem sozialen Gewissen, der auch noch offen über seine Gefühle spricht... das scheint fast zu gut, um wahr zu sein. Einziger Negativfaktor soweit sind die beiden Ehefrauen, die auf grausame Weise umgekommen sind. Aber das muss ja nun nicht zwingend sein Verschulden sein.


    Unsympathisch ist mir das (zumindest erste) Auftreten von Jason. Die Art und Weise, wie er bei Abholen vom Flughafen über seine Heimat spricht, klingt sehr negativ. Klar darf er kritisch sein. Aber so? Dass er sich ausgerechnet noch an die noch unsympathischere Alicia klammert, macht die Sache nicht besser. Was will er mit dieser labilen, unsympathischen Person? Nur die "alten Zeiten" können doch unmöglich der Grund dafür sein, dass er sich von ihr hin und her stoßen lässt, oder?


    Es scheint das eine oder andere Geheimnis in der Familiengeschichte der Swifts zu geben und es sollte mich wundern, wenn nicht auch Elaine jamaikanische Ahnin damit zu tun hat. Anders sind ihre merkwürdigen Empfindungen und Träume kaum zu erklären... :lesen:


    Geez
    Imlammenien :winken:

    Zum Buch:


    Inci, eine türkischstämmige Abiturientin, verfolgt ihren großen Traum, sie möchte Polizistin werden – auch über alle Widerstände hinaus. Doch kaum beginnt ihre Ausbildung an der Polizeischule, wird Inci in einen Raubüberfall hineingezogen, bei dem ein Mädchen schwer verletzt wird. Denn Inci erkennt das Tattoo des vermeintlichen Täters wieder, welches ihr nur zu gut vertraut ist, trägt sie selbst ein solches doch ebenfalls auf ihrer Haut. Während Inci sich auf die Suche nach dem Täter macht, muss sie tief in ihre eigene Vergangenheit eintauchen und sich dem stellen, was im Sommer vor drei Jahren passiert ist und sie am liebsten zu vergessen wünscht…


    Mit „Krähensommer“ legt Brigitte Glaser den ersten Band einer Jugendkrimi-Reihe um die angehende Polizistin Inci vor.
    Inci ist eine sehr präsente, aber auch sehr spezielle Protagonistin. Neben ihrer türkischen Abstammung (und der dazugehörigen Großfamilie), bemüht sie sich um eher unkonventionelles Verhalten, was es ihr nicht gerade leicht macht, ihren Platz zwischen den anderen Polizeischülern zu finden. Letztere erweisen sich als bunt zusammengemischte Truppe, die von der Autorin lebhaft geschildert wird, und die zum Teil eine nicht unerhebliche Rolle bei der Aufklärung des Verbrechens spielt.


    Hinzu kommt eine farbenfrohe Schilderung der Stadt Köln, in der die Geschichte spielt, sowie interessante und vielfältige Informationen über die Ausbildung bei der Polizei, die diesen Jugendkrimi gekonnt abrunden.


    Die Auflösung des Falls ist bis zum Ende ungewiss, dann aber nachvollziehbar und glaubhaft gelöst. Die Spannung des Romans wird durchgängig aufrecht erhalten und kommt – genregerecht – ohne übermäßige Brutalität aus. Das Ende des Romans gibt beinahe schon einen Ausblick auf den nächsten Band (und die auf Inci wartenden Probleme) und macht Lust auf mehr.


    FAZIT: Eine Leseempfehlung für Krimi-Freunde ab ca. 14 Jahren, aber auch für erwachsene Leser!



    Zur Leserunde:


    Liebe Mitleserinnen, ein Dankeschön an euch für eure Spekulationen und Überlegungen rund um die Ereignisse im Roman. Mit euch hat mir das gemeinsame Lesen sehr viel Spaß gemacht! :-*


    Liebe Brigitte, dir ein dickes Dankeschön für die tolle, engagierte und informative Begleitung dieser Runde - und natürlich für ein paar tolle Lesestunden mit deinem Roman! Ich hoffe, du hattest ebenso viel Spaß an dieser Runde wie ich! :-*


    Ich würde mich freuen, wenn wir den zweiten Inci-Band 2016 wieder in einer solch netten Runde gemeinsam lesen könnten. :winken:


    Prinzipiell finde ich einen bewußten Umgang mit Alkohol in Ordnung. Was mich gestört hat, war, dass hier Jeanett deshalb den Überblick behält, weil sie saufen gewöhnt ist und deshalb mehr verträgt.
    Das ist so, aber es wirkt so positiv, so als ob es besser wäre. Versteht ihr?


    Hat sie das so gesagt. Ich habe es anders in Erinnerung (finde aber gerade die Textstelle nicht wieder). Hat Jeanette nicht gemeint, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen ihre persönlichen Grenzen kennt? Daran, dass sie etwas von Gewöhnung gesagt hat, kann ich mich nicht erinnern.

    Dass ich Mo nicht mag, also nicht sympathisch finde, heißt nicht, dass ich ihn langweilig finde. :)


    Aber er (und auch Falk) gehören definitiv nicht zu meinen Favoriten. Falk sicherlich auch deshalb, weil er eben so weit weg und nur über SKYPE und die Rückblicke an der Handlung teilnimmt. Und Mo kommt mir einfach zur selbstherrlich rüber. Abgesehen davon widerstrebt es mir, jemanden sympathisch zu finden, der glaubt sein Leben damit finanzieren zu müssen, dass er sich den Besitz anderer Leute aneignet.


    Zu meinen Lieblingen im Buch gehören definitiv Baba und Selin (die durchaus auch das Zeug zur Detektivin hätte).


    Sehr interessant und damit Figuren, von denen ich im zweiten Band gern mehr lesen würde: Alma und Yüksel. Und - mit Abstrichen - auch Jeanette, je nachdem wie sie sich entwickelt. Insbesondere bei Alma und Yüksel sind noch viele Fragen offen und ich bin gespannt, was sich da hinter der Fassade verbirgt.
    Ach, und wenn die Hilgers wieder aufträte, würde ich mich auch freuen. :)


    [Gerade deswegen ist auch Incis Entwicklung so interessant, klar, Yüksel ist ein Nerd, aber bei ihm sehe ich so eine Flamme brennen, er lernt gerne und ist sympathisch, mein perfekter Polizist! Ich mag den Charakter total gerne, er ist so natürlich - ein echter Kerl..
    Was ist denn jetzt mit Jakob, bleibt der dabei?


    Ich hoffe, das wir von Yüksel im nächsten Band noch mehr lesen werden... :)