Beiträge von Imlammenien

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    Ach, die arme Grete, noch nicht mal annähernd erwachsen, bringt sie ein Kind auf die Welt, das sie für alle Zeit an dieses Erlebnis erinnern wird, es wäre das beste, jemand anders zöge es auf, bis sie wieder einigermaßen stabil ist, ihr ist das Kind egal..vielleicht ist jetzt genau der Zeitpunkt ihr zu sagen, das sie nicht nur adoptiert sondern wirklich zur Familie gehört, sie mag über die späte info frustriert sein, aber vielleicht gibt es ihr Kraft, zu wissen, wer sie ist. Ich weiß gar nicht, was alle plötzlich von ihr erwarten, sie ist selber noch ein Kind und die gemeinen


    Ich finde Gretes Situation (und damit auch die ihrer Tochter) extrem schwierig. Bedingungen wie diese - schwanger durch Vergewaltigung, eigenhändige Tötung des Kindesvaters, in dieser Zeit eine ledige Mutter sein - hätten schon im Einzelnen einer deutlich reiferen Frau das Leben extrem schwer gemacht. Ich bin sehr gespannt, ob Grete diese vielfältigen Herausforderungen bewältigen können wird.


    Nun gibt es aber doch eine Lüge zwischen ihnen und ich hoffe, dass Scott entweder nie davon erfährt oder damit umgehen kann, dass Mathilde ihrem Bruder zur Flucht verholfen hat.


    So wie ich Mathilde einschätze, wird sie es ihm irgendwann sagen. Es passt einfach nicht zu ihrem Charakter, mit einer Lüge in eine Ehe zu starten.



    Allerdings fürchte ich mich nun vor der Reaktion von Logan und auch Scotts anderen Kollegen auf die geplante Hochzeit.


    Hier erwarte ich auch Probleme. Seine Landsleute können diese Ehe nicht gutheißen. Und ich fürchte, Mathilde wird auch entsprechende Anfeindungen erdulden müssen, wenn ihre Verlobung bzw. Ehe bekannt wird. Vielleicht wären die beiden besser beraten, wenn sie bis nach dem Krieg warten würden. Allerdings können sie in ihrer Situation natürlich nicht absehen, was dieser vorbei sein wird. Da sind wir Leserinnen klar im Vorteil!

    Dies ist der Abschnitt des heimlichen Lesens und Spionierens... ;)


    Mathilde spioniert hinter Turner her und findet heraus, dass ausgerechnet er ihre Plantage gekauft hat. Ihre Schlussfolgerung, er habe sich nur mit ihr unterhalten und Interesse gezeigt, um die Plantage anschließend selbst gewinnbringend zu bewirtschaften, finde ich allerdings vollkommen übertrieben. Diese Informationen hätte er sich sicherlich besser bei jemandem beschaffen können, der tatsächlich schon eine Ananasplantage bewirtschaftet hat - und nicht bei jemandem, der das nur plant. Abgesehen davon finde ich, dass ihr Misstrauen schon fast an Verfolgungswahn grenzt... Dennoch bleibt natürlich die Frage, warum er den Kauf der Plantage für sich behalten hat. Trotzdem würde ich ihm nicht zwingend böse Motive unterstellen.
    Und am Ende des Abschnitts bewahrheitet sich meine Theorie ja dann auch. Er schenkt ihr die Plantage zurück! :herz:


    Aber auch Max liest heimlich die Korrespondenz seiner Mutter und erfährt so, dass Joshua sein leiblicher Vater ist. Als die beiden dann anschließend interniert werden, hilft ihm dieses Wissen sicherlich. Trotzdem hätten Alma und Joshua einen besseren Weg finden können (und sollen), um ihm die Wahrheit zu sagen.
    Ich finde es heftig, dass ein so junger Mensch wie Max (er ist zwölf, oder?) bereits als Spion/Verräter interniert wird. Er ist doch noch ein Kind! Letzten Endes kann er froh sein, dass Joshua nicht von seiner Seite weicht, auch wenn es nun für Alma natürlich nicht einfacher wird...


    Und Fritz flieht also aus dem Lager. Das kann ich verstehen, musste er doch ständig mit der Deportation rechnen. Trotzdem wird das Zusammenleben mit seiner Familie auf Samoa für ihn dadurch unmöglich. Ich bin sehr gespannt, ob ihm die Flucht von den Inseln gelingt! :lesen:


    Das Baby muss man wohl wirklich bedauern. Derzeit sieht es ja nicht danach aus als könne Grete dem Baby eine liebevolle Mutter sein. Ich kann sie ja auch verstehen. Da wird wohl Mathilde wieder helfen müssen, dabei wäre sie doch auch einmal mit eigenem Nachwuchs dran, oder ;)


    Der stellt sich gewiss noch ein! Ich vertraue da ganz auf Scott Turner. ;D


    Was ich ganz besonders schlimm finde, ist, dass Mary auch weiterhin gegen Alma hetzt. Sie bezichtigt sie doch glatt des Ehebruchs und Joshua ist auch geneigt dies zu glauben. Auch sein Hass gegen die Deutschen wird größer und Mary tut was sie kann um ihn darin zu bestärken.


    Mary ist wirklich unglaublich intrigant und sieht nur ihren eigenen Vorteil! >:( Dass aber Joshua auf ihre Beschuldigungen hereinzufallen droht, laste ich ihm schon an. Er sollte wirklich mehr Verständnis aufbringen für das, was Alma in seiner Abwesenheit durchgemacht hat und ihr vertrauen! ::)

    Für Alma kommt es in diesem Abschnitt ganz dicke! Sie verliert ihr Baby - und Joshua ist nicht da, um sie zu unterstützen! :o Erstaunlicherweise übernimmt der kleine Taschendieb Patrick diese Aufgabe und zahlt Alma damit in gewisser Weise ihre vorherige Fürsorge ihm gegenüber zurück. Mary verhält sich in dieser Situation wirklich unmöglich, so was von gefühlskalt, unglaublich! >:(
    Und dann, nach mehr als einem Jahr, kehrt Joshua dann doch zurück, verändert und als gebrochener Mann. Damit kann er Alma nicht den Rückhalt geben, auf den sie so dringend gehofft hat, und wird vermutlich eher zur Last als zur Hilfe. Sind es denn eher organische Folgen seiner Verletzung, die seinen Wandel ausmachen, oder doch eher psychische Folgen des Erlebten, die ihn so verändert haben?


    Auch auf Samoa wird das Leben immer schwieriger. Auch wenn Turner sich nach Kräften für Mathildes Familie (besonders für den im Lager erkrankten Fritz) einsetzt, kann er doch nicht verhindern, dass Grete vergewaltigt wird. Dass die Arme dadurch auch noch schwanger wird, ist natürlich doppelt heftig. Einen Mord, egal wie gerechtfertigt, mit sich herumtragen zu müssen, ist schon heftig, aber in dieser Zeit mit fünfzehn auch noch von seinem Vergewaltiger schwanger zu werden, ist fast zu viel. Kein Wunder, dass Grete von Selbstmordgedanken getrieben wird!
    Oh je, die arme Kleine...


    Ich freue mich für Alma, dass sie in der Metzgerei helfen kann, auch wenn das natürlich kein toller Job ist, aber es ist besser als nichts. Was wird aber sein, wenn der Babybauch wächst? Dann ist es bestimmt mit der Arbeitsmöglichkeit vorbei.


    Dieses Problem sehe ich auch auf Alma und Max zukommen. Die Arbeit in der Metzgerei scheint anstrengend zu sein und spätestens in einem späteren Stadium der Schwangerschaft dürfte es schwer sein, diese noch zu verrichten. Wir können nur hoffen, dass Joshua bis dahin zurückgekehrt ist, was ich aber irgendwie bezweifle...

    Joshua will sich also auf der Seite Australiens in den Krieg einmischen und Nachschub für die Truppen transportieren. Das ist ja auch genau die Form von Unterstützung, die Alma von ihrem Mann braucht - kein Wunder, dass ihr da der Kragen platzt! Zum Glück begreift Joshua später, dass er sich nach der bereits geplanten Ägypten-Fahrt nicht noch einmal diesem Risiko aussetzen darf. sondern für seine Familie da sein muss. Die Frage bleibt aber, ob nicht allein diese eine Fahrt zu viel ist. Ich ahne da Böses! :o


    Joshua hat in diesem Band meiner Meinung nach viel mehr Ecken und Kanten. Was seine Rolle im ersten Band angeht, ist bei mir nicht allzu viel hängen geblieben. Da fand ich ihn sehr blass und er kam mir fast ein wenig "zu gut um wahr zu sein" vor. Erinnern kann ich mich vor allen Dingen daran, dass er ewig auf Alma gewartet hat. Im zweiten Band finde ich ihn nun aber um Längen interessanter!


    Und Alma ist also wieder schwanger. Und ausgerechnet jetzt ist Joshua nicht da, um ihr zur Seite zu stehen! Auf Mary wird sie wohl kaum zählen können...


    Zwischen Mathilde und Turner geht es ja auch munter hin und her! Immerhin hat sie inzwischen begriffen, dass sie Gefühle für ihn hegt, und er wagt es sogar, ihr die seinen offen zu gestehen. Dass sie ihn dennoch abweist, kam für mich nicht überraschend.


    Insgesamt wird die Situation für die Deutschen in Australien und Samoa immer schwieriger. Das kann ja noch was werden... :lesen:


    Es ist nur gut, dass Joshua bei seiner Heimkehr die Situation durchschaut und Alma zumindest mehr Geld da läßt, so braucht sie zumindest keine Angst haben, dass sie die Rechnungen oder die Miete nicht mehr zahlen kann. Auf Unterstützung ihren australischen Mitbürger braucht sie glaube ich nicht zu hoffen.


    So richtig durchschaut er sie ja nicht. Sonst würde er bezüglich seiner Schwester mal kräftig auf den Tisch hauen!

    Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet Grete so vehement für die Deutschen und den Kaiser eintritt? Sie war doch noch sehr jung, als sie nach Samoa gekommen ist, also sollte sie doch von allen Hinrichs am wenigsten mit der alten Heimat, in der sie ohnehin wenig Gutes erlebt hat, verbinden.


    Dass Mathilde Rupert nicht heiraten mag, kann ich gut verstehen. Mir ist er auch irgendwie suspekt. Und wenn er wirklich Gefühle für sie hegt, versteht er das gut zu verbergen. Seine opportunistische Haltung bezüglich einer Ehe mit ihr machen ihn auch nicht wirklich sympathisch. Und wie kommt er überhaupt darauf, dass ihm die Ehe mit einer Deutschen zukünftig Vorteile bringen würde? Er glaubt dann zu gewinnen, egal, wer am Ende die Oberhand behält. Aber hat er auch schon mal daran gedacht, dass ev. Deutsche wie Briten/Neuseeländer eine gemischte Ehe misstrauisch beäugen könnten?


    Dieser Turner ist auch mysteriös. Er scheint sich irgendwie für Mathilde zu interessieren. Aber warum taucht er immer im rechten Moment auf, wenn Mathilde in Schwierigkeiten steckt? Er muss doch noch anderes zu tun haben, als ihr nachzustellen...


    Die Willkür, die mit der neuseeländischen Besatzung auf Samoa einzieht, ist natürlich schwer zu ertragen. Trotzdem finde ich es sehr vernünftig, dass Mathilde über ihren Schatten springt und bei Turner als Haushälterin anheuert. Ich denke, dass sie mit etwas Glück in ihm einen starken Verbündeten finden könnte.


    Den Konflikt, der zwischen Alma und Joshua aufgrund der intriganten und missgünstigen Marie (ach ne, Mary!) entsteht, finde ich sehr bedenklich. Dass Joshua sich zwischen seiner Frau und seiner Schwester nicht entscheiden mag, kann ich ja noch (bedingt) nachvollziehen. Aber diese "Vogel-Strauß-Politik", die er da betreibt, geht trotzdem gar nicht!
    Und wieso hat Mary eine Kontovollmacht und Alma hat keine??? Und was ist so geheimnisvoll an Joshuas erster Frau? Fragen über Fragen...


    Also schnell... :lesen:!!!


    Es gibt Rupert Cross, den englischen Plantagenbesitzer, der Mathilde den Hof macht. Scott Turner ist der neuseeländische Captain, der neu auf der Insel ist.
    Hab ich da was durcheinandergebracht? Gibt es da eine Stelle, die der Korrektur bedarf. Wenn du die Stelle noch mal findest, wäre ich dir sehr dankbar.


    Gern. Seite 20, vorletzter Abschnitt: "Wollte Rupert Scott ihr nun vorführen, dass ihr das nicht passiert wäre, wenn sie seinem Werben nachgegeben hätte?" :winken:


    Das Cover stimmt sofort auf die Südsee ein, ich finde es passt toll zum Buch. Es sind sogar Karten vorhanden, somit kann man genau nachvollziehen wo die Protagonisten sich gerade aufhalten. Ich liebe Karten, auch das Glossar am Ende habe ich schon gesehen. Sehr schön.


    Hier stimme ich absolut zu! 8)



    Es muss ja auch seltsam sein, die Leute leben seit vielen Jahren friedlich auf dieser von Europa doch sehr weit entfernten Insel und plötzlich sollen sie Feinde sein, weil in Europa Krieg ist. Was habe diese Leute noch mit Europa zu tun.


    In den Kolonien (auch auf Samoa, Regina schildert das ja sehr anschaulich im 1. Band) hat so mancher die (vermeintlichen) Tugenden seines Landes versucht aufrecht zu erhalten und es dabei manchmal mächtig übertrieben. Und sooo friedlich und vorurteilsfrei ist es da auch nicht immer abgelaufen. Wie bereits geschrieben, mich überrascht es schon sehr, dass anscheinend niemand damit gerechnet hat, dass auch Samoa wirtschaftlich und/oder politisch in die europäischen Entwicklungen mit einbezogen wird.

    Hallo liebe Leserunde,
    hallo liebe Regina,


    ich muss zugeben, ich bin ein wenig verwundert. Nach den Erlebnissen im ersten Band glaubt Alma also tatsächlich, Australien wäre von den aktuellen politischen Entwicklungen nicht weiter betroffen? Das ist ziemlich naiv, oder nicht? Wenn ich mich recht entsinne, hat sie doch im ersten Band auf Samoa doch genügend Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft erlebt. Ich erinnere mich nur an die Deutschen, die ausschließlich im deutschen Laden einkaufen wollten, obwohl das Angebot dort deutlich schlechter war...


    Auch Mathilde wird von der Mobilmachung überrascht? Hat man damals auf Samoa wirklich so wenig von den Entwicklungen in Europa mitbekommen? Und dann sind auch noch alle überrascht, dass sich Australien auf die Seite Englands stellt. Das war doch irgendwie zu erwarten, oder?


    Almas Schwägerin finde ich ja ganz furchtbar! Die Dame ist ja so fordernd und undankbar, das geht auf keine Kuhhaut! Meinetwegen könnte sie fünfmal Joshuas Schwester sein, ich an Almas Stelle würde dieses Biest nicht mehr einladen. Ich fürchte, von dieser Seite kommt noch eine Menge Ärger auf Alma zu...


    Und wie heißt Rupert nun eigentlich richtig? Cross, oder? Zumindest vorübergehend hieß er aber auch mal Scott... Ich bin etwas verwirrt davon. ???


    Jetzt freue ich mich aber schon aufs :lesen:!


    Geez,
    Imlammenien :winken:

    Zum Buch:


    Augsburg 1913: Das Waisenmädchen Marie tritt eine Stelle als Küchenmädchen in der Tuchvilla, dem opulenten Heim der Fabrikantenfamilie Melzer an. Sie muss sich unter den Dienstboten behaupten und stellt bald fest, dass irgendwo in der Vergangenheit ein Geheimnis existiert, dass sie und den Fabrikanten Johann Melzer verbindet. Marie macht sie auf die Suche nach der Wahrheit.
    Anne Jacobs beschreibt den Mikrokosmus aus Dienstboten, Herrschaft und ihren Gästen in der Tuchvilla anschaulich und mit wohlgewählten Worten. Die Charaktere haben alle Ecken und Kanten und manche auch liebenswerte Züge, die sich erst im Verlauf der Geschichte offenbaren. Historische Ereignisse spielen in diesem Roman allerdings eine untergeordnete Rolle, vielmehr geht es hauptsächlich um das Leben in der Tuchvilla, die Interaktionen zwischen ihren Bewohnern, um Intrigen, unausgesprochene Worte, Träume, Hoffnungen und Gefühle.
    Insgesamt liest sich der Roman sehr flüssig und zu keinem Zeitpunkt langweilig, wenn manches sicherlich auch etwas geraffter hätte dargestellt werden können.
    Am Ende lösen sich für meinen Geschmack zu viele Probleme in Wohlgefallen auf. Allerdings schreibt die Autorin gerade an einer Fortsetzung, so das zu hoffen bleibt, dass mancher dieser vermeintlich aufgelösten Stränge noch in einem handfesten Problem für die Figuren münden könnte. Wünschenswert wäre das in jedem Fall!


    FAZIT: Eine angenehme und unterhaltsame Lektüre, die den Liebhabern von Familiengeschichten empfohlen werden kann.



    Zur Leserunde:


    Ich danke meinen Mitleserinnen für die interessanten Spekulationen, und dir, dubh, für die Moderation! :-*


    Anne-Marie, dir danke ich selbstverständlich ebenfalls für deine Teilnahme an dieser Leserunde.


    Ich bin gespannt, wie es mit den Bewohnern der Tuchvilla weitergehen wird und würde mich freuen, wenn wir die Fortsetzung hier gemeinsam lesen würden. :winken: