Beiträge von Imlammenien

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    Da haben wir also am Ende eine Dreifachverlobung. Irgendwie sagt mir mein Gefühl aber, dass maximal eine dieser vorgesehenen Ehen glücklich enden wird. Die Elisabeth-von Hagemann-Verbindung kann eigentlich gar nicht glücklich enden, da fehlt einfach das wahre Gefühl von beiden Seiten, davon abgesehen ist sie eine Intrigantin und er hat ein uneheliches Kind mit einer nicht minder intriganten Dienstmagd. ::)
    Kitty fehlt leider die Leidenschaft für den netten Alfons, da wird es spätestens problematisch werden, wenn ein fescher junger Kerl (oder wieder Duchamps) auf der Matte steht und Kitty Avancen macht.
    Und Marie und Paul? Hier sind sicherlich wahre Gefühle im Spiel, doch werden die beiden auf lange Sicht den gesellschaftlichen Spießrutenlauf meistern? Dass es schwierig werden wird, hat sich ja schon auf der Verlobungsfeier angedeutet. Da bleibt zu hoffen, dass Marie wenigstens die Dienstboten treu bleiben (obwohl ich bei der Jordan und auch bei Auguste so meine Zweifel habe).


    Was der alte Melzer Maries Eltern angetan hat, ist wirklich mies. Ich kann verstehen, dass sie ihm nicht vergeben will. Allerdings wird diese getrübte Beziehung zu ihrem Schwiegervater zukünftig auch nicht leicht zu meistern sein.


    Ich schätze, auf Marie kommen noch so einige Herausforderungen im nächsten Teil zu.


    A propos 2. Teil: Wüsste ich nicht, dass es noch einen geben soll, wäre ich hier vermutlich etwas ratlos zurückgeblieben. Die drei Verlobungen wären mir zu viel des Happy Ends gewesen. Außerdem hätte ich mich gefragt, was aus Duchamps geworden ist und was mit Maries Krankheit. So können diese Fragen natürlich im 2. Teil aufgeklärt werden und die angestrebten Ehen noch "schön" problematisch werden.


    Trotzdem ging es mir am Ende etwas zu schnell. Marie ist ja fast ansatzlos in ihrer neuen Rolle als zukünftige Herrin des Hauses aufgegangen. Wo sind ihre Ecken und Kanten geblieben? Ich hoffe sehr, dass sie diese im 2. Teil wiederfinden wird!


    Kurz habe ich darüber nachgedacht, ob er nicht doch als leiblicher Vater in Frage käme. Aber dann hätte er ein "Hörner abstossen" seines Sohnes bei Marie nicht geduldet, denn das würde dann ja unter Inzest fallen.


    Stimmt. Darum habe ich mich auch an genau dieser Stelle von der Vermutung der heimlichen Vaterschaft Johann Melzers verabschiedet.



    Lachen mußte ich bei Alicias Befürchtungen, daß ihre Enkelinnen womöglich im Pensionat lernen würden, was sie in der Hochzeitsnacht erwartet ;D


    :D Dabei hat sie doch nun bei ihrer jüngeren Tochter gesehen, dass das auch ganz anders laufen kann! Da wäre eine Aufklärung im Pensionat sicher die verträglichere Lösung. :D



    Elisabeth und der komische Leutnant wollen nun also doch heiraten. Dem Kerl kann ich nicht wirklich etwas abgewinnen, der hängt sein Fähnlein nach dem Wind, wie es gerade kommt, scheint mir.


    Daher ja auch meine Vermutung, dass es ihm ganz sicher nicht um Elisabeth geht, sondern um einen anderen Vorteil, der ihm durch diese Ehe entsteht. Und mal ganz ehrlich, als Soldat bzw. Offizier läuft er vorerst vermutlich eh nicht "Gefahr", viel Zeit mit seiner Braut zu verbringen, oder? Er wird doch sicherlich auch weiterhin irgendwo stationiert bleiben, denke ich.

    Warum sagt Kitty eigentlich niemand, dass Duchamps in Augsburg gewesen ist? Ich habe bei dieser ganzen Heimlichtuerei ein schlechtes Gefühl. Kitty scheint ja immer noch Gefühle für ihren Franzosen zu hegen und ich mag mir nicht vorstellen, was passiert, sollte der eines Tages doch wieder bei ihr auf der Matte stehen. Ich könnte mir vorstellen, dass dann auch ihr Bruder Paul und Marie ganz, ganz schlechte Karten bei ihr haben werden...


    Klar, auf den ersten Blick scheint Alfons Bräuer der passendere Mann für Kitty zu sein, setzt er ihrer Flatterhaftigkeit doch eine Menge Ruhe und Abgeklärtheit entgegen. Aber kann er sie auf lange Sicht glücklich machen? Und würde er im Fall der Fälle gegen Duchamps bestehen können? Ich finde dieses Versuche, Kitty mit Alfons zu verkuppeln, ziemlich riskant und bezweifle, dass das zu einem guten Ende führen wird.


    Und Elisabeth verlobt sich also endlich mit von Hagemann. Dass diese potentielle Ehe glücklich werden kann, bezweifle ich ebenfalls. Von Hagemann hat Elisabeth schon einmal nicht (mehr) gewollt, warum sollte er sie (als Person) jetzt wollen. Da winkt doch eher die fette Mitgift oder der gesellschaftliche Einfluss, nehme ich an.


    Tja, und Johann Melzer hat also einen Herzinfarkt. Nicht schön, aber auch nicht wirklich überraschend bei seinen Lebensgewohnheiten. Die ersten Anzeichen hat er ja auch schön ignoriert... Trotzdem hoffe ich für ihn, dass er das alles überlebt und mit Marie noch "reinen Tischen machen" kann!


    Alleine schon sein Mitgefühl gegenüber Gérard Duchamps, den wir wohl alle ein wenig falsch eingeschätzt haben, oder? Ich war jedenfalls ehrlich überrascht, dass er nach Augsburg reist, sich bei Paul entschuldigt und sogar Satisfaktion anbietet. Er meint es wirklich ernst mit Kitty!


    Das hat mich auch überrascht. Aber anscheinend hat er Duchamps so seine Probleme mit der sprunghaften Kitty fertig zu werden...

    Zwischen Marie und Paul tut sich in diesem Abschnitt ja eine ganze Menge. Erst traut er sich ja noch nicht so recht, sich ihr zu offenbaren. Aber als sie dann im Zug nach Paris (in nicht gerade romantischem Ambiente mit dem schnarchenden Alfons nebendran!) einen Heiratsantrag macht und von ihr zurückgewiesen wird, tat er mir schon leid. Zwar habe ich mich für einen Moment gefragt, ob er sich über die Folgen seines Antrags wirklich im klaren ist. Doch welche Chance hatte er sonst die Ernsthaftigkeit seiner Gefühle unter Beweis zu stellen?
    Bei Marie habe ich mich in diesem Moment allerdings gefragt, ob für ihre Entscheidung mehr eine Rolle spielt als die Angst vor familiärer und gesellschaftlicher Ablehnung. Glaubt sie inzwischen vielleicht gar selbst, dass sie und Paul eventuell verwandt sein könnten? Immerhin besteht sie ja auch kurze Zeit später Paul gegenüber darauf, dass Jakob Burkhard nicht ihr Vater gewesen sei. Das kann sie doch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht sicher wissen... oder?!


    Aha, die Jordan wird also von einer früheren Liebschaft erpresst! Anscheinend hatte sie in der Vergangenheit ja ein bewegtes Leben. Aber dass sie gleich die Schuld an dem Vorfall mit dem Fremden an Marie durchreicht, ist wirklich link! >:(


    Auf mich wirkt Kitty in Paris merkwürdig überdreht, irgendwie völlig überreizt. Ich bezweifle sehr, dass sie allein dazu in der Lage ist, sich durchzuschlagen. Vielmehr rennt sie einer romantischen Version von der "armen Künstlerin" nach, die aber ihren Reiz schnell verlieren wird. Vielleicht tut ihr dieser Zusammenstoß mit der Realität dann sogar ganz gut. Dass sie sich von Duchamps getrennt hat, finde ich bemerkenswert. Schließlich ist sie als Frau ja diejenige, die - zumindest gesellschaftlich - die hauptsächliche Zeche für dieses Abenteuer zahlen wird. Aber vielleicht ist Kitty sich darüber auch gar nicht recht im Klaren. An ihre Familie, die sich um sie sorgen könnte, scheint sie sich ja keinen großen Kopf zu machen...

    Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr! :winken:


    Da es hier in den letzten Tagen still geworden ist, erkläre ich diese schöne Runde nun für beendet. Solltet ihr noch ausstehende Beiträge oder Rezis haben, postet sie bitte ganz bald, damit ich sie bei der Auswertung noch berücksichtigen kann. :winken:


    Ein ganz dickes Dankeschön noch einmal an alle Mitleserinnen und natürlich an dich, Nicole! :-*

    Maries Vergangenheit wird immer geheimnisvoller. Nachdem sie von Pfarrer Leutwien erfahren hat, wer ihre wahren Eltern sind, wird es für mich immer unklarer, warum Johann Melzer ein persönliches Interesse an ihrem Wohlergehen haben sollte. Aber er hat sich zum Beispiel während ihrer Krankheit um sie gekümmert? Hat er vielleicht aus irgendeinem Grund ein schlechtes Gewissen und versucht etwas wieder gut zu machen? Aber warum lügt er sie dann über ihre Herkunft an? Offensichtlich - so erfährt es Marie vom Gärtner - hat es ja zumindest massive Auseinandersetzungen um diese Konstruktionspläne zwischen Melzer und ihrer Mutter (ev. auch mit ihrem Vater vor dessen Tod?) gegeben. Merkwürdig...


    Dass Marie tatsächlich die Schuld für Kittys Verschwinden gegeben wird, ist ja ein dicker Hund! Immerhin ist ja wohl Kitty mit Duchamps durchgebrannt und nicht Marie! Müsste sich nicht vielmehr die gesamte Familie Melzer fragen, warum sie zuvor nicht von Kitty ins Vertrauen gezogen wurde? Aber nein, lieber ist die Kammerzofe die Schuldige! >:( Und natürlich ist man auch mächtig um die Außenwirkung besorgt. Dass Kitty etwas passieren könnte, scheint gegenüber dieser Befürchtung glatt in den Hintergrund zu treten.
    Dass Marie unter diesen Umständen die Tuchvilla verlassen will, kann ich gut verstehen. Dass sie sich von Paul (ausgerechnet!) zum Bleiben überreden lässt, nun ja... ::)


    Niedlich, dass sich ausgerechnet Alfons Bräuer und der (ehemalige) Hausdiener Robert in Paris nach Kitty suchen! Insbesondere Bräuer, der bislang so besonnen wirkte, hätte ich eine solch gefühlsgeleitete Handlung kaum zugetraut.
    Typisch allerdings für Elisabeth, dass sie vor Neid fast zergeht, als sie erfährt, dass Bräuer ihre Schwester trotz aller Eskapaden immer noch heiraten will. Wie kann man nur so missgünstig sein? ::)

    Vielleicht daran, vielleicht ja auch daran, dass sich Gérard Duchamps Ruf inzwischen auch bei den Eltern aller heiratsfähigen Töchter herumgesprochen hat... ;) Außerdem werben Bräuer, von Hagemann und Co. aktiv um Kitty - was Duchamps gar nicht macht.


    Neben allen anderen bereits genannten Argumenten vermute ich zudem, dass Alicia ihre Töchter gern in ihrer Nähe behalten würde und darum keinen Wert darauf legt, dass Kitty mit Duchamps nach Frankreich geht.

    Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich - ähnlich wie dubh - nicht denke, dass es keine "Vorwehen" des Krieges gegeben hätte. Und die hätten - zumindest ist das meine Erwartung - doch auch jemand mitkriegen müssen, der sich außerhalb des häuslichen Kokons bewegt, also wenigstens Paul und sein Vater. Insbesondere Letzterer hat ja auch Kontakt ins Ausland, so dass für ihn außen- wie innenpolitische Entwicklungen schon allein aufgrund seiner Firma und seiner Geschäftspartner nicht uninteressant sein kann. Mich wundert eben, dass das bislang noch so gar keine Erwähnung gefunden hat.


    Geduld insofern, als dass ich hoffe, dass diesbezüglich bald etwas kommt. ;)


    Oh je, der arme Klaus von Hagemann... Aber irgendwie habe ich noch die Hoffnung, dass Kitty irgendwann bemerkt, dass der französische Geschäftsmann nichts für sie ist - wer weiß, vielleicht denkt sie dann nochmal an den Leutnant? ;) Ich mag ihn nämlich! ;D


    Echt? Wieso?



    Ich wußte gar nicht, daß Marie so geschickt in Modedingen ist, sehr schön, daß sie hier ihre wahren Talente zeigen kann.


    An dieser Stelle war ich sehr erstaunt. Ich meine, woher nimmt Marie dieses "Talent"? In ihrem bisherigen Leben hatte sie sicherlich nicht die Chance sich über Gebühr mit Mode zu beschäftigen. Woher stammt also ihr Gefühl für Stoffe, Formen, Schnittmuster? Das kann man doch nicht allein mit ihrem künstlerischen Talent erklären?

    Kitty turtelt mit ihrem französischen Verehrer - und Marie ist eingeweiht! Na, wenn das mal keine Probleme gibt...


    Aber was Heimlichkeiten angeht, sind sich ja beide Schwestern nicht zu schade. Elisabeth beschuldigt doch tatsächlich Auguste des Diebstahls, damit ihre eigene Intrige nicht auffliegt. Das finde ich mehr als nur abgebrüht! ::)


    Einzig Paul kann in diesem Abschnitt bei mir ein wenig punkten, als er sich so tatkräftig um das verletzte Mädchen in der Fabrik kümmert.
    Allerdings weiß Katharina (und hier nehme ich mal an, dass dies nicht gelogen ist, weil Kitty dadurch nichts gewinnen würde), dass er sich schon einmal mit einem Dienstmädchen eingelassen hat. Dieses Wissen sollte Marie eine Warnung sein, wirft aber auch kein besonders gutes Licht auf Paul und seine möglichen Absichten gegenüber Marie.


    Auguste kann froh sein, dass sie und ihr uneheliches Kind in der Villa bleiben dürfen. Im Grunde verdanken sie das ja allein dem Umstand, dass Alicia in einem rührseligen Moment so entscheidet. Ich hatte mich ohnehin gewundert, dass Auguste noch da ist.


    Wir sind jetzt im Dezember 1913 und es ist nicht mehr lange hin bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs. Ich bin mal gespannt, wie das hier
    thematisiert wird und ob diese politischen Unruhen die Personen durcheinanderwirbeln und aus ihrer behaglichen Luxusoase katapultieren.


    Das erwarte ich eigentlich schon. Solche Ereignisse können doch nicht spurlos an den Menschen in der Geschichte vorbei gehen, oder?


    Kitty hat mich überrascht, daß sie das mit dem Eingesperrtsein wegen Marie so lange durchgezogen hat. Bedeutet ihr Marie wirklich so viel oder war das einfach nur, weil sie ihren Willen nicht bekommen hat?


    Vermutlich ist es ein wenig von beidem. Zumindest momentan sieht Katharina in Marie eine Verbündete, die ihre Leidenschaft für die Kunst teilt. Und Kitty gefällt sich zudem sehr in der Rolle der Tutorin. Davon abgesehen wird sie in ihrem Leben noch nicht allzu oft erlebt haben, dass sie eben nicht bekommt, was sie haben will.

    Für Marie ändert sich in diesem Abschnitt ja so einiges! Sie erfährt, dass ihre Mutter eine mittellose Künstlerin war, die irgendwann in der Vergangenheit einmal einen bösen und nachhaltigen Zusammenstoß mit dem Fabrikanten Melzer hatte. Aber was ist zwischen Maries Mutter und Melzer vorgefallen? "Nur" nach einem gemeinsamen, wenn auch unehelichen Kind klingt das nicht...
    Und dann kommen Marie und Paul einander näher. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht. Ich vermute, dass Paul einen guten Kern hat, halte ihn aber noch für ziemlich lebensfremd und bezweifle, dass ihm klar ist, was eine Affäre mit Marie - vor allem für Marie! - bedeuten würde. Darum war ich erleichtert, dass sie ihn am Ende des Kapitels (zunächst) abweist. Ich vermute aber stark, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.


    Dass der alte Melzer seiner Tochter Katharina den Umgang mit Marie verbietet, als er von deren künstlerischen Talent erfährt, ist schon bitter. Aber da hat er wohl nicht mit dem Starrsinn seiner jüngeren Tochter gerechnet. Der "Hungerstreik" (oder sollte man sagen "Keksstreik"?) führt letzten Ende ja sogar dazu, dass Marie und Katharina nicht nur ihre Zeichenstunden wieder aufnehmen dürfen, sondern Marie auch noch zu Kammerzofe befördert wird. Das ist ein rasanter Aufstieg, kein Wunder, dass ihr das unter den Dienstboten nicht nur Freunde schafft.

    Hallo liebe Anne,


    mich würde sehr interessieren, warum du "Die Tuchvilla" ausgerechnet in Augsburg hast spielen lassen?
    Ich kann mich nicht erinnern, bisher ein Buch gelesen zu haben, dass in dieser Stadt spielte...


    Neugierige Grüße
    Imlammenien :winken:


    Eine Erpressung ist schon geschehen: die Leiterin des Waisenhauses hat Johann Melzer erpresst. Was hat sie gegen die Melzers in der Hand? Ist das Familienoberhaupt tatsächlich der Vater? Aber warum darf dann niemand von der Mutter und deren Grabstätte wissen?


    Dass er auch seine eigene Familie im Unklaren lässt, deutet ja schon fast auf seine Vaterschaft (oder wenigstens enge Verwandtschaft) zu Marie hin. Warum sonst sollte er so sehr daran interessiert sein, dass niemand erfährt, wer ihre Mutter war?