Beiträge von JanaBabsi

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    Die Fotografin


    Wir befinden uns im Jahr 1905. Eine Zeit, in der das Frauenbild noch in einem ziemlich engen Korsett steckt; die gutbürgerliche Frau ist von Beruf Gattin, sie darf ohne Erlaubnis ihres Mannes weder einem Broterwerb nachgehen noch über eigenes Geld verfügen, sie hat keinen Anspruch auf ihre eigenen Kinder - einzig die Gewalt über den Schlüssel der Speisekammer obliegt ihr.


    In dieser Zeit lebt Minna – Mimi – Reventlow. Als eine der wenigen Frauen hat Mimi Abitur und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Als sie an ihrem 26. Geburtstag einen Heiratsantrag von Heinrich Grohe bekommt, tut sie etwas schier unglaubliches: Sie lehnt diesen Antrag ab und entschließt sich dazu, in die Fußstapfen ihres Onkels zu treten. Sie möchte Wanderfotografin werden und das langweilige Feld der eingefahrenen Studio-Portrait-Fotografie verlassen. Ihr Kopf steckt voller neuer Ideen.


    Mimi muss viele Klinken putzen bis ihr ein Zufall dazu verhilft, Bekanntschaft als Fotografin zu erlangen und sie reist eine Zeit lang durchs ganze Land. Als ihr großes Vorbild, Onkel Josef, erkrankt, reist sie zu ihm nach Laichingen. Schnell wird ersichtlich, dass es hier mit „Kurzzeitpflege“ nicht getan ist und Mimi beschließt, bei Josef zu bleiben und ihn zu pflegen. Um ihren Unterhalt zu verdienen eröffnet sie das seit Jahren geschlossene Foto-Atelier ihres Onkels aber mit ihrer offenen und modernen Art und ihrem zielgerichteten Auftreten trifft sie bei den konservativen Laichingern jedoch nicht überall auf Wohlwollen – schon gar nicht bei Herrn Gehringer, dem größten Arbeitgeber Laichingens.



    Petra Durst-Benning hat es wieder einmal geschafft – sie hat es geschafft, mich einzufangen mit ihrer Geschichte. Ich liebe ihre Bücher; egal ob die zeitgenössische Maierhofen-Reihe oder die historischen Romane. Zum einen erschafft sie immer starke Protagonistinnen, die ihrer Zeit meist weit voraus sind, zum anderen sind ihre Themen/Schauplätze immer hervorragend recherchiert und gekonnt in einer wunderbaren Geschichte in Szene gesetzt.


    „Ich möchte den Menschen Schönheit schenken! Sie in der freien Natur fotografieren, von mir aus auch mit Requisiten. Aber um Himmels willen nicht mit Kopf- und Körperstützen und immer in denselben Posen! Ich möchte mit Licht und Schatten spielen, ich möchte die Menschen mithilfe meiner Fotografien verzaubern …..“


    Mimi war mir von der 1. Seite an sympathisch. Wenn es diese starken Charaktere nicht wirklich gegeben hätte (und heute nicht auch noch geben würde), dann wären wir Frauen wahrscheinlich noch immer brave Heimchen am Herd, die sich um nichts anderes als die 3 K (Küche, Kinder, Kirche) kümmern würden.


    Petra Durst-Benning hat den Schauplatz ihres neuesten historischen Romans auf die schwäbische Alb gelegt, genauer gesagt nach Laichingen. Dort lebten die Menschen lange Zeit nach festgefahrenen Traditionen: Ganze Generationen von Männern arbeiteten als Weber in den Fabriken der Tuchindustrie, die Frauen fertigten Stickereien in Hausarbeit; es gab nichts anderes und über den Tellerrand zu schauen war damals nicht üblich oder man konnte es sich schlichtweg nicht leisten. Trotz harter Arbeit lebten die meisten Familien in Armut und ihr Hauptnahrungsmittel war „schwarzer Brei“, ein Brei aus Musmehl, den es heute noch in einer deftigen und einer süßen Variante gibt. Die Autorin schafft es mit ihren Beschreibungen, dass man sich als Leser ganz in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt.


    Mimi lernt in Laichingen das karge und harte Leben der Leinenweber kennen aber sie versteht es nicht, dass niemand der Alteingesessenen aus diesem Joch ausbrechen möchte oder, wenn schon die Eltern es nicht tun, sie nicht wenigstens ihren Kindern die Möglichkeit geben etwas anderes zu tun als Generationen vor ihnen. Mimi erkennt zum Beispiel, dass einer der Jugendlichen ein großes Talent zum Zeichen hat und sie möchte ihm gerne helfen, dass er die Zeichenschule in Stuttgart besuchen darf. Leider stößt diese Idee bei seinen Eltern auf Widerstand. Aber Mimi wäre nicht Mimi, wenn sie sofort aufgeben würde.


    Neben dem Erzählstrang von Mimi, die dem Leser die Geschehnisse aus ihrer Sicht zeigt, erfahren wir von Anton und Alexander, wie das eingefahrene Leben in Laichingen sich für die Jugendlichen anfühlt und mit Eveline hat Petra Durst-Benning eine Protagonistin erschaffen, die aus „gutem Hause“ stammt und die Ehe mit einem Leinenweber eingegangen ist.


    Alle Protagonisten sind sehr liebevoll und realistisch angelegt worden und es macht Spaß, ihnen als Leser über die Schulter zu schauen und an ihrem Leben teilzuhaben. Natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz, denn Mimi lernt auf ihrer Reise durch Deutschland einen Wander-Gewerkschafter kennen, zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt. Leider trennen sich ihre Wege und niemand weiß, ob sie sich jemals wiedersehen werden. Vielleicht verhilft das Schicksal ihnen ja zu einem Treffen zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, wer weiß?


    Als 1. Teil einer Serie endet das Buch natürlich mit einem Cliffhanger (zumindest finde ich das natürlich, dass das Buch nicht in sich abgeschlossen ist). Die Wartezeit bis zu Band 2 wird schmerzlich, das weiß ich, aber umso schöner wird es im April dann sein, die Fortsetzung lesen zu können.


    Zu einem Buch, auf dem Petra Durst-Benning drauf steht, greife ich bedenkenlos – weil ich weiß, dass ich für ein paar Lesestunden wirklich gut unterhalten werde.


    https://buechersindfliegendete…eges-petra-durst-benning/


    https://www.lesejury.de/petra-…1&tab=reviews&s=2#reviews


    https://wasliestdu.de/rezension/die-fotografin-0


    https://www.lovelybooks.de/aut…9-w/rezension/1944292316/


    https://literaturschock.de/lit…ostID=1036076#post1036076


    https://www.amazon.de/review/R…66412761_cm_rv_eml_rv0_rv

    Hallo Ihr Lieben,


    auch ich möchte mich bei Euch bedanken. Allen voran bei Dir, liebe Petra Durst-Benning - für die Begleitung unserer Runde und dann natürlich auch bei Euch, die wir das Buch gemeinsam gelesen haben.


    Es tut mir leid, dass ich kurzfristig im letzten Abschnitt ausgestiegen bin, aber wir hatten einen Todesfall in der Familie. Deswegen kommt meine Rezension auch erst Ende der Woche/Anfang nächster Woche, da ich diese Woche noch sehr viel unterwegs sein werde.


    Auch ich würde mich freuen, wenn wir Band 2 gemeinsam lesen - dann aber drüben im Literaturschock-Forum.

    Eine entsprechende Terminvereinbarung werde ich in Kürze mit Petra ins Auge fassen.


    Lasst mir erst noch ein paar Tage Zeit um um meine familiären Dinge zu verarbeiten.

    Josef hätte ja theoretisch auch nach Esslingen ziehen können...

    Das war auch mein Gedanke. Aber, da vor Mimis Eintreffen niemand etwas von seiner Erkrankung wusste, hätte er ja von sich aus Kontakt aufnehmen müssen und um Hilfe/Unterkunft bitten. Dass er das Haus verlässt, in dem er mit seiner Frau glücklich war, schließt sich eher auch aus.


    Und nun, in diesem Stadium seiner Krankheit, wird er sicherlich auch nicht mehr umziehen wollen, sollte Mimi oder gar ihre Mutter auf diese Idee kommen.

    Was passiert wohl mit seiner Firma, wenn der Nachwuchs ausbleibt?

    Ich glaube, dass Gehringer über Kurz oder Lang sowieso ein Problem hat - wenn er nicht modernisiert, dann bleiben die Kunden weg, wie man am Gespräch mit dem Einkäufer weiter vorher sehen kann. Der hat schon nur 70 % seiner Bestellung vom Vorjahr aufgegeben, wenn Gehringer bei seinem Althergebrachten bleibt, wird sich das nicht verbessern. Gehringer weiß also, dass er in Zugzwang ist. Fehlender Nachwuchs ist also nicht sein einziges Problem.


    Ich empfinde Paul eigentlich gar nicht als prüde in diesem Punkt. Er will seine Tochter beschützen und es wäre ein kleiner Skandal, wenn seine Tochter im Nachthemd Modell ist. Er will sie nicht in Verruf bringen und sie nur für seinen Chef hergeben. Er wideretzt sich dem Gehringer da und das hat mir eher Respekt abverlangt.

    Das fand ich auch gut. Er macht ja alles für seinen Chef, aber hier hört es dann aber auch auf. :daumen:

    Daß Onkel Josef Tuberkulose hat, ist wirklich schlimm. Er will sie zwar wegschicken, damit sie ihm nicht beim Sterben zuschaut, aber das akzeptiert Mimi nicht. Gut so!

    Hmmm ... für mich stand zwar auch von Anfang an Tuberkulose im Raum, aber hätte nicht gedacht, dass es wirklich zutreffend ist. Tuberkulose ist doch hoch ansteckend und Mimi kam bisher ja mit allem in Berührung, was Josef so umgibt. Ich gehe davon aus, dass Mimi sich nicht ansteckt/angesteckt hat, denn dann gäbe es nicht noch 4 weitere Bände ihrer Geschichte. :totlach:


    Die Gedanken, die sich sowohl Mimi als auch Josef machen, sind ja durchaus zutreffend. Mimi muss Josef ab einem gewissen Punkt komplett versorgen, incl. waschen/Po abwischen etc. Dass man das seiner Nichte nicht zumuten möchte, kann ich verstehen. Dass Mimi sich nicht abwehren lässt, ringt mir ein gewisses Maß an Hochachtung ab. Ich könnte das nicht. Ich hoffe und bete, dass ich niemals einen Verwandten pflegen muss. :o


    Ich vermute auch, dass es Josef nicht mehr lange gut gehen wird und so fand ich es schön, dass er noch zur Konfirmation in die Kirche gegangen ist. Allerdings musste er diese ja auch vorzeitig verlassen. Wahrscheinlich wird er bald sein Dasein in seinem Zuhause fristen. Schade, ich hätte ihm gewünscht, dass man seine Krankheit aufhalten/heilen kann. Er hat das Leben von Mimi geprägt und ich glaube, er könnte ihr noch ganz viel beibringen.


    Die modernen Fotografien der Konfirmanden kommen nicht überall gut an. Vor allem nicht beim Gehringer. Man darf doch nicht den mächtigen Herrn verärgern!

    Oh, ich glaube, dass die modernen Fotografien beim Gehringer sehr wohl gut ankommen. Er erkennt mit Sicherheit auf Anhieb ihr Talent, genau so wie er in der Zeichnung von Alexander Potential gesehen hat. Aber .. in beiden Fällen könnte er das nicht zugeben, dann würde er sich doch selbst den Ast absägen, auf dem er sitzt. Der Gehringer muss gegen Mimi schiessen, sonst hätte er bald das ganze Dorf gegen sich. Also droht er den Jungs mit dem Entzug von Lehrstellen, das schüchtert ein.


    Ja, wenn es nach den Müttern gegangen wäre, wären die Jungs mit Leichenbittermiene stramm dagestanden und hätten sich nicht gerührt. Wie ich irgendwo schon mal geschrieben habe: Tradition gut und schön. Aber muss man sich da allem Neuen so vehement verschließen?

    Letztendlich haben die Mütter der Fotografie mit den Requisiten aber doch zugestimmt und ich glaube, die Fotos haben allen gefallen. Bis der Gehringer anfing Stimmung zu machen. In dem Fall haben die Mütter sich dem Neuen ja nicht vehement verschlossen, sie wurden dann aber so verunsichert, dass sie glaubten alles falsch gemacht zu haben.


    Von Luise erführt sie, warum die Weber so schlecht bezahlt werden. Weil die Fabrikanten die Rohware für gutes Geld aus dem Ausland beziehen.

    Ich bin sicher, dass der Gehringer auch nicht mehr bezahlen würde, wenn sie den selbst angebauten Flachs verwenden könnten. Aber es ist natürlich doof, dass sie fremd einkaufen müssen und den eigenen Anbau nicht nutzen können.


    Was wohl der Pfingstmarkt für Mimi bringen wird, ob sie dort die Postkarten die sie so liebevoll und mit Mühe hergestellt hat, verkaufen kann?.

    Das glaube ich schon. Sie kann ja was, ohne Frage.


    Da jetzt der letzte Abschnitt kommt, und zu dem Pfingstmarkt auch welche von Ausserhalb kommen, muss ja der Mann ins Spiel kommen, der Mimi zu einer Entscheidung zwingt. Oder ist es doch einer aus dem Ort.

    Ich denke, dass Hannes auf dem Weg ist und bald in Laichingen eintreffen wird. <3


    Ich finde, daß Anton ein netter Kerl ist. Seine Christel macht es ihm nicht einfach!

    Ich empfinde Christel als schrecklich. Ich weiß aber auch nicht, warum Anton mit ihr zusammen ist. Liebt er sie oder ist es ihre Schönheit, die ihn fesselt? Wenn er etwas werden möchte, muss er sich von ihr verabschieden, da bin ich sicher.


    Bei meinen Eltern Zuhause gibt es zwei Wohnzimmer, eines für den Alltag, und die "beste Stube" für Besuch oder für Familienfeiern.

    Ich bin 1965er Jahrgang und ich kenne das nicht mit den zwei Wohnzimmern.

    Selbst meine Großeltern hatten nur 1 Wohnzimmer und das wurde immer genutzt.

    Vielleicht lag es am mangelnden Platzangebot.


    So, jetzt geht es in den letzten Abschnitt und ich bin schon traurig, dass wir Mimi bald verlassen müssen und dann sooooooooo lange bis zur Fortsetzung warten müssen. :(

    Ich glaube auch, dass es nicht unbedingt so ist, dass die Arbeit vererbt wird, sondern das Einkommen einer gesamten Familie ist notwendig zu überleben

    Die Arbeit wird sicherlich nicht vererbt aber es ist ja auch kein Überangebot an Arbeit da, woraus die Jugend auswählen konnte. Entweder sie werden Weber oder sie müssen weg aus Laichingen. Wie früher im Saarland ... der Großvater war Bergmann, der Vater und der Sohn dann auch und dessen Söhne auch.

    Mir war gar nicht bewußt gewesen, daß man schon früher Aufnahmen durch Retuschieren verändert hat. Heute nennt man das photoshoppen, ein Bild bearbeiten.

    Meines Wissens nennt man es auch heute in Fotografenkreisen noch Retuschieren, "photoshoppen" ist da eher die jugendliche Ausdrucksweise, weil man sich heute des Programmes Photoshop bedient.


    Dafür, dass Mimi nur 4 Wochen bleiben möchte, hängt sie sich in Sachen Atelier richtig rein. Ich glaube in ihrem tiefsten Inneren weiß sie, dass sie Laichingen so schnell nicht wieder verlassen wird. Die Beschreibung des Ateliers zeigt, dass sich Onkel Josef wirklich Gedanken über das richtige Licht und ein angenehmes Ambiente gemacht hat, denn die meisten Fotostudios sind doch eher düster und klein und nicht so lichtdurchflutet wie dieses hier. Die Beschreibung zeigt aber auch, dass es genau das ist, was der Gehringer braucht für die Ausstellung seiner Stickwaren. Das war es doch, was die Konkurrenz ihm voraus hat.


    Ich denke vom Gehringer kommt noch was, oder? Irgendwie hat er sehr schnell den Schwanz eingezogen, aber das kann täuschen.


    Ich fand diesen Abschnitt sehr emotional.

    Ja, ich auch. Ich wollte auch gar nicht aufhören mit Lesen am Ende des Abschnitts, weswegen ich glatt 1 Kapitel zu weit gelesen habe. :-D


    Das Mimi ihren Onkel pflegen würde, damit hat sie nicht gerechnet. Das ist nicht einfach, für jedermann ist es emotional eine Achterbahn der Gefühle. Ich finde sie macht das richtig gut und auch sehr liebevoll.

    Ich frage mich aber, was sie mit der Schmutzwäsche machen wird, denn die stapelt sich ja zwischenzeitlich. Die Pflege findet ja auch weitestgehend auf emotionaler Ebene statt, denn ohne Lebensmittel und ohne ausreichend Wärme im Haus, kann man eigentlich niemandem wirklich etwas gutes tun. Mimi bemüht sich nach Kräften, aber es fehlen die grundlegenden Dinge.


    Ist der gesamte Holzvorrat von Josef bald aufgebraucht und es gibt keinen Nachschub mehr oder muss das Holz einfach nur gehackt und ofengerecht zubereitet werden?? Erstes wäre schlecht, zweites würde sicherlich von einem der beiden Jungs übernommen werden.


    Anton und Alexander finde ich richtig gut. Die 2 fügen sich nicht in diese Lethargie, die in Laichingen herrscht. Sie wollen ausbrechen aus dem Althergebrachten, wissen aber bis jetzt noch nicht wie. Ich bin sicher, dass sie ihren Weg gehen werden und nicht als Weber in der Fabrik landen.


    Ich bin sicher, dass der Gehringer die Zeichnung von Alexander benutzt, ohne auch nur zu fragen oder gar ein Entgelt dafür zu bezahlen. Aber ich bin auch sicher, dass Mimi Alexander helfen wird, hier seine Ansprüche durchzubringen.


    Die Notlüge von Anton hat Mimi auf jeden Fall ausreichend Kundschaft beschert und ich bin gespannt, wie den Leute ihre Fotos gefallen. Die Idee, diese in der Kirche auszustellen, fand ich sehr schön. So sehen alle was sie kann und die, die keine Fotos haben anfertigen lassen, werden das eventuell noch nachholen (sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind).


    Dass Mimi die Zeichnungen von Alexander an ihre Mutter geschickt hat, bringt sicherlich noch Ärger für sie mit sich. Aber am Ende wird Alexander davon profitieren.


    Dann noch die Christel. Anton hat es nicht leicht mit ihr und ihr Vater würde eh nicht erlauben das er ihr den Hof macht. Erst ist sie von seinen Schmeicheleien und Träumereien ganz angetan und dann wendet sich das Blatt. Wollte sie etwa sagen, Gott hat vorhergesehen das sie in Laichingen versauern muss? Meine Güte, kaum auszuhalten solche Einstellungen.

    Wenn ich schon von ihrem Verhalten verwirrt war, wie muss sich dann Anton fühlen?


    Auch wenn Eveline aus dem Atelier geflüchtet ist, glaube ich doch, dass sie sich mit Mimi anfreunden wird.


    Eveline war damals sehr blauäugig, als sie nach 1 Woche mit Klaus durchgebrannt ist. Was hat sie erwartet?? Sicherlich ging es Klaus damals noch nicht ganz so schlecht (finanziell meine ich) aber es war auch nicht das Paradies was sie vorgefunden hat. Sie hätte auch wieder reumütig zu ihren Eltern zurück gehen können. Das hat sie aber nicht gemacht.

    Soviel Kraft kann niemand haben, dann auch noch den depressiven Mann zu betüddeln.

    Danke, ich wollte genau das ausdrücken, habe aber wahrscheinlich nicht die richtigen Worte dafür gefunden. Es ist schwer, so etwas zu Papier zu bringen. Auch Eveline betrauert ihre toten Kinder, wahrscheinlich mehr als Klaus, eben weil sie sie unter dem Herzen getragen hat - und niemand betüddelt sie. Im Gegenteil, sie muss, wie Du schreibst, ihr Tagwerk verrichten und hat keine Zeit sich in Selbstmitleid zu ergehen. Wahrscheinlich spoilere ich, aber irgendwo steht, dass sie sich jede Nacht in den Schlaf weint wegen ihrer verlorenen Kinder ..... und sollte da nicht ihr Mann für sie da sein und sie trösten? Der steckt aber in seiner Depression fest und hat keinen Blick für das Elend anderer um sich herum (was ja nicht vorsätzlich passiert sondern Teil seiner Erkrankung ist, das weiß ich auch). Für Klaus erwartet man Hilfe von Seiten der Familie - Eveline kann alleine schauen, wie sie klar kommt mit all dem.

    Nein, aber nachdem erklärt wurde, warum er so ist, wie er ist, war ich schon wieder versöhnt. Er ist wohl sensibler als man am Anfang denkt. Er hat den Tod seines ersten Kindes einfach nicht gut weggesteckt. Das ist wirklich blöd, aber ich kann ihn verstehen, zumal er sich ja schlecht professionelle Hilfe holen konnte, um den Verlust zu überwinden.

    Ja, aber seine Frau trägt das gleiche Schicksal - und sie musste die Kinder unter dem Herzen tragen und mit Schmerzen zur Welt bringen. Wer bietet ihr denn professionelle Hilfe?

    Auf meinen Lesungen lese ich ausgerechnet diese Szene "Eveline und das tote Kind" vor. Und danach erzähle ich ... Es gibt so viel über Laichingen zu erzählen, es ist fast unvorstellbar, wie die Menschen damals lebten ...

    Ich hab gerade mal auf Deiner Homepage gestöbert - leider sind alle Lesungstermine viel zu weit weg für mich. :-(

    Auf der HP habe ich aber auch einen kleinen Fehler entdeckt:

    Lesungen im Frühjahr 2019

    Die Lesungstermine fürs Frühjahr 2018 werden im Herbst bekannt gegeben.

    Mimi läßt sich nicht leicht einschüchtern. Sie erzählt ihrem Onkel erbost von dem Vorfall in dem Laden. Scheinbar ist es selbstverständlich, daß - wenn "Hohe Herrschaften" irgendwo auftauchen - gleich Platz für sie gemacht werden. So etwas kennt Mimi nicht.

    Woher soll sie es auch kennen? Sie war bisher nicht lange an einem Ort und dort, wo sie war, gab es nicht diese Industrie. Der Gehringer gibt den Menschen aus Laichingen Arbeit, dafür wird er geachtet, auch wenn er seine ArbeiterInnen ausbeutet.


    Der Gehringer ist im Ort gut angesehen, weil er den LeutenArbeit verschafft hat. Aber er ist auch anmaßend und wohl ein wenig verbohrt.Da muss ihn der Kunde drauf bringen, was nachgefragt wird und Gehringer istpikiert.

    Ja, da musste ich grinsen. Er ist total angepisst, weil ihn jemand kritisiert aber die Kritik kommt ja zu Recht, wenn andere Firmen sich schon so sehr weiterentwickelt haben und er Stillstand hat. Natürlich kosten Modernisierungen Geld, aber das hat er sicherlich auch ganz schnell wieder eingenommen, wenn er dafür mehr und/oder andere Kunden bekommt.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Klaus aus großer Liebe gefolgt ist. Entweder wurde die Ehe arrangiert oder - jetzt spekuliere ich mal wild - sie ist durchgebrandt mit jemandem (Hannes?), der sie dann hat sitzen lassen und sie hat den erst besten genommen, der sie trotzdem gewollt hat.

    Ah .. das ist eine Überlegung .. sie ist mit Hannes nach Laichingen gekommen, nicht mit Klaus. Ich bin gespannt wenn sie wieder auf Hannes trifft.


    Die Erwähnung von Evelin, hat später bestimmt noch eine Bedeutung, so wie auch Anton der gerne einen Beruf erlernen würde.

    Das denke ich auch, dass beiden noch eine Rolle zukommen wird. Wenn nicht in diesem Buch, so vielleicht in der Fortsetzung, denn ohne Grund wurden sie sicherlich nicht erwähnt.


    Wie die Leute im Café reagiert haben, als der kleine Gustav einen Epilepsieanfall hatte, hat mich erschüttert. Das fand ich unglaublich.

    Das ist doch heute teilweise noch so. Mit solchen Dingen wollen die Leute (noch immer) nix zu tun haben.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 19. Juli 2019, 21:00 - Freitag, 2. August 2019, 22:00

    odenwaldcollies