Beiträge von Emmy

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    Mir gefällt er auch sehr gut, vor allem, da mir fast alle anderen Personen, außer Konstantin, nicht so wirklich sympathisch sind.

    Hm, bei mir hält es sich eigentlich noch die Waage. Ich kann vielen Personen noch etwas Gutes abgewinnen und kann sie verstehen. Mir gefallen gerade die Personen in diesem Buch. Es gibt keine durchweg guten oder schlechten Personen. Sie alle haben so viele verschiedene Charaktereigenschaften und verhalten sich dem einen so nett und dem anderen so bösartig gegenüber, dass ich mich mit uneingeschränkten Sympathie, aber auch Antipathie Punkten doch sehr schwer tu.


    Auch Konstantin hat durchaus seine schwachen Ansichten. Wie er seine Pächter durch die Maschinen ersetzen will, ohne dass er darüber nachdenkt, was es für die Menschen bedeuten wird, wenn er weniger Arbeit zur Verfügung stellt...

    Du hast recht, direkt unsympathisch sind mir vor allem Feodora, der Pastor Wittekind, der Butler Caspers und dieser widerliche Hauslehrer. Ich mag sie vor allem deshalb nicht, weil sie nur an sich denken, egoistisch und opportunistisch handeln, wie etwa lügen und anderen Dinge in die Schuhe schieben, um daraus einen eigenen Vorteil zu ziehen. Die anderen Personen sind vielschichtiger, was mir auch besser gefällt als die rein "Guten" oder "Bösen". Ich bin gespannt, wie sie sich noch entwickeln werden im weiteren Handlungsverlauf, vor allem Katharina und Alexander, der nach seinem schlimmen Unfall seelisch und körperlich leiden wird. Auch die Beziehung zwischen Konstantin und Rebecca wird nicht einfach werden, vor allem, wenn er ihr weiterhin verschweigt, dass er der Sohn des Gutsherrn ist. Da muss er aufpassen, er wandelt auf dünnem Eis, denn irgendwann wird sie es erfahren und dann sehr enttäuscht sein von ihm wegen dieser Charade. Das sollte er besser nicht riskieren, wenn ihm etwas an ihr liegt.

    Die arme Katharina -- wird halb vergewaltigt, und ihre Mutter unterstützt sie nicht mal. Was für eine oberflächliche, grausame Ziege die doch ist.

    um Katharina tut es mir auch leid. Die einzige Möglichkeit dem allen zu entkommen ist, später wenn sie älter ist abzuhauen:o. Naja , soweit muss es ja nicht kommen. Aber die Mutter möchte doch keiner geschenkt haben.

    Katharina wird von ihrer Mutter bis an die Grenze des Unerträglichen drangsaliert und dominiert. Sie lässt dem Mädchen kaum noch Luft zum Atmen. Wie bescheuert ist es auch, für eine 12- Jährige ein derart teures Kleid zu kaufen, spätestens in einem Jahr passt es ihr nicht mehr. Überhaupt ist sie noch viel zu jung für diese verqueren Kuppeleien und feudalen Ambitionen von Feodora. Ihr Mann sollte sie wirklich mal bremsen in ihrer Verschwendungssucht und ihren vielen Plänen zur Umgestaltung der Gärten und des Gutshauses. Feodora benimmt sich, als wäre sie mit dem Sonnenkönig verheiratet und würde in Versailles residieren und nicht auf einem Landgut in Pommern. Sie lebt so völlig in ihrer eigenen engen Welt des Standesdünkels und der feudalen Gesellschaftsregeln, dass ich mir schon jetzt vorstellen kann, wie schlimm das Erwachen in der Realität für sie werden wird, wenn ihre vertraute Welt bedroht wird und ins Wanken gerät.

    Albert gefällt mir. Er sieht Ungerechtigkeiten und versucht zu helfen. Das macht ihn sympathisch.

    Ja, er ist eine sehr schillernde Figur. Das macht immer viel Spaß, eine Figur undurchsichtig anzulegen.

    Mir gefällt er auch sehr gut, vor allem, da mir fast alle anderen Personen, außer Konstantin, nicht so wirklich sympathisch sind. Katharina hat es nicht leicht mit ihrer dominanten Mutter, ich wünsche ihr vor allem, dass sie lernt, sich zu behaupten und ihren eigenen Weg findet irgendwann.

    Albert hat einen sehr guten Instinkt für andere Menschen, er erkennt, was die wahren Gründe für ihr Verhalten sind und sieht hinter ihre Fassaden. Dadurch kann er auch dem armen geprügelten Stallburschen Eugen ein wenig Mut und Selbstvertrauen zurückgeben.

    Ich vermute, dass Albert diese Fähigkeit,andere zu durchschauen, durch seine Zeit im Waisenhaus und die vielen Erfahrungen von Grausamkeit und menschlichen Abgründen erlangt hat. Nur wer selber schon viel erlebt und durchlitten hat, entwickelt ein Gespür für das Leiden anderer. Er ist sensibel geworden und gleichzeitig hat es ihn auch stärker gemacht, so dass er seinen Weg klar vor sich sieht - zumindest in dieser Phase der Handlung.

    Ein wenig frage ich mich aber noch, was so schlimmes passiert sein muss, dass er so sehr auf Rache aus ist. Dass jemand nach seinen Wurzeln sucht, klar, verstehe ich. Oder vielleicht ein wenig verärgert ist, aber ich habe schon das Gefühl, dass bei Albert da viel größere Gefühle eine Rolle spielen.

    Ja, das müssen schon schwerwiegende Vorkommnisse sein, die ihn so auf Rache sinnen lassen.

    Inzwischen vermute ich, dass er sich vor allem an dem Pastor rächen will und weniger an der Gutsfamilie. Aber um was genau es sich handelt, ist unklar. Es könnte was mit seiner Vergangenheit im Waisenhaus zu tun haben, aber das ist noch reine Spekualtion.

    Es gibt offenbar ein Geheimnis zwischen dem Großvater Donatus und dem Pastor Wittekind, aber auch eine Verbindung zwischen Albert Sonntag, dem Pastor und der Familie. Ich kann mir gut vorstellen, dass Albert seinen Plan schon länger entwickelt hat, sich sorgfältig vorbereitet hat und diese Stelle als Kutscher ganz gezielt ausgesucht hat. Das kann alles kein Zufall sein. Meine bisherige Theorie (ich lese langsam und habe den ersten Teil jetzt durch) wäre folgende: Albert könnte ein unehelicher Sohn von Adolphis sein, sein Vater Donatus wusste davon und hat dafür gesorgt, dass Albert im Waisenhaus einigermaßen gut versorgt wurde. Um sein Gewissen zu erleichtern hat er mit Wittekind darüber gesprochen, sein Sohn weiß allerdings nicht, dass Albert existiert. In diesem Kontext fällt mir der Zettel ein, den Bertha beim Putzen findet und der vermutlich Albert gehört. Darauf könnte ein Hinweis auf seine Herkunft stehen und er ist jetzt als Kutscher im Gutshaus und plant eine Art Vergeltung oder Rache ? So in etwa würde es für mich Sinn machen...

    Es hat natürlich einige Parallelen, aber bisher habe ich "Downton Abbey" ein wenig - wie soll ich sagen? - freundlicher im Umgang miteinander erlebt. Unter den Dienstboten gab es mehr Freundschaft, auch der Butler ist zwar bei DA streng, aber nicht so herrisch wie unser Caspers. Und vor allem die Mutter empfand ich bei DA als liebenswürdiger als hier. Ich bin mal gespannt, inwiefern sich das alles noch entwickelt. Hier bietet das auf jeden Fall wesentlich mehr Konfliktpotenzial. ;)

    Na ja, auch wenn die Idee sehr frei nach Downton Abbey ist, muss ich und wollte ich auch eine andere Geschichte erzählen. Es spelt eben im Deutschen Kaiserreich. Und ehrlich gesagt: So sehr ich Downton Abbey liebe, fand ich doch einiges an der Serie unglaubwürdig. Mir da war zu viel Harmonie im Spiel zwischen den Herrschaften und den Bediensteten. Wenn man sich anschaut, unter welchen Bedingungen die Dienerschaft gelebt hat, kann ich mir das so reibungs- und kritiklos nicht vorstellen.

    Vergleiche sind immer problematisch und die Dramaturgie ist bei einer Serie über mehrere Staffeln anders gestaltet als in einem Roman. "Downton Abbey " habe ich sehr gerne geschaut, ich liebe diese englischen Typen und überhaupt diese ganze Atmosphäre.

    Bei diesem Roman habe ich bereits nach wenigen Seiten gespürt, dass die Konflikte zwischen den Generationen und auch innerhalb der Familie viel stärker im Vordergrund stehen und die sozialen Spannungen zwischen Dienerschaft und Herrschaft, aber genauso innerhalb des Personals aggressiver ausgetragen werden als in der Welt des englischen Landadels. Das wird auf jeden Fall eine sehr spannende Lesereise.

    Katharina hatte ich anfangs auch älter geschätzt, 16 oder 17 vielleicht? Denn für eine 12- Jährige denkt und spricht sie doch sehr erwachsen, auch das erwachende Interesse an jungen Männern hat mich erstaunt, als erwähnt wurde, dass sie im Grunde noch ein Kind ist. Aber dann musste ich daran denken, dass gerade in Adelsfamilien den Töchtern und Söhnen die Kindheit quasi geraubt wurde. Sie wurden behandelt wie junge Erwachsene, dazu passt ja auch, dass Katharina bereits seit Jahren ein Korsett tragen muss. Das stelle ich mir unerträglich vor und es bedeutet auch im gesellschaftlichen Sinn ein Leben mit strengen Regeln und unter ständiger Kontrolle. Ihre Mutter hat diese Vorstellungen so sehr verinnerlicht, dass sie ihrer Tochter keine Hilfe oder Unterstützung bieten kann auf ihrem schwierigen Weg ins Erwachsenwerden. Hoffentlich ist Katharina stark genug, sich nicht völlig entmündigen und fremdbestimmen zu lassen in ihren kommenden Wünschen und Zielen.

    Zu dem Lesegenuß tragen auch dielebensnahen Dialoge bei und das hohe sprachliche Niveau des Romans.Die Geschichte ist für uns Leser so spannend und berührend, weilsie wunderbar und sehr intensiv erzählt wird, jede Romanfigur hatihr ganz eigenes Wesen, ihre Identität und Sprache sindunverwechselbar und typgenau getroffen. Zudem wird auch die Epocheund das Umfeld in Stuttgart zu diesen Zeiten sehr eindringlich undglaubwürdig beschrieben, es ist mehr als nur Kulisse, diese Dingesind sehr prägend und dramaturgisch perfekt eingesetzt und so ist mir der Abschied von den Personen am Ende richtig schwergefallen.

    Oh wie wunderbar! Ihc danke dir! Das hast du wunderschön geschrieben und ich habe euch gerne begleitet! Ich habe mein Buch teilweise selbst noch einmal neu gesehen und das ist das Schöne daran - jeder hat seine eigene Geschichte dazu! Ich freue mich schon auf die Leserunde zu Schoko2 nächstes Jahr. Würde es dir was ausmachen, deine Rezi auch auf amazon zu veröffentlichen? Das wäre super!

    Vielen Dank, liebe Maria :* auf deinen Fortsetzungsroman freue ich mich schon sehr. Leider habe ich Probleme mit meinem amazon - Konto nachdem es mehrmals gehackt wurde. Ich muss mal schauen, was ich da tun kann.

    Vielen Dank euch allen für diese spannende Leserunde und ganz besonderen Dank an Maria für die engagierte Begleitung. :)


    Hier ist mein Fazit:


    Es geht in diesem historischen Roman um die Geschichte der Familie Rothmann und ihrer Schokoladenfabrik in Stuttgart im Jahr 1903. Der Beginn des 20. Jh. war eine Epoche geprägt von Umbrüchen, sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht als auch was die technische und industrielle Entwicklung betrifft. Das alles wird hier thematisiert und gerade bei Judith, der 21- jährigen Tochter, spüren wir die gute Energie und Dynamik eines modernen Frauenlebens, was allerdings den Vorstellungen ihres Vaters Wilhelm Rothmann widerspricht, der noch verkrustet in althergebrachten Vorstellungen von Tradition, Gehorsam und Autorität seine Ziele durchsetzen will.

    Er hat mit einigen Sorgen und Problemen zu kämpfen in diesen Zeiten. Familiär läuft nicht alles nach seinen Vorstellungen - seine Gattin Hélène befindet sich bereits seit vielen Monaten zu einem Kuraufenthalt am Gardasee, wo ihr Nervenleiden behandelt werden soll, seine 8-jährigen Zwillingssöhne haben allerlei Streiche im Kopf , während ihre schulischen Leistungen weniger überzeugen und seine Tochter Judith zeigt wenig Begeisterung für den jungen Mann, den er als Ehemann für sie ausgesucht hat. Dazu kommen auch noch finanzielle Probleme durch einige riskante Fehlinvestitionen.

    Die Situation in der Familie und der Firma bekommt eine neue Dynamik, als Victor Rheinberger auf der Bildfläche erscheint und eine Anstellung in der Schokoladenfabrik erhält.

    Er findet seinen Platz im Betrieb und macht sich schnell unentbehrlich durch sein Geschick und sein Talent für Maschinenbau. Zudem entwickelt sich da was zwischen ihm und Judith - noch sehr vorsichtig und verhalten, aber immer wenn die beiden sich begegnen, ist da so eine bestimmte Schwingung und Atmosphäre in der Luft, was in ihr den Widerstand gegen die vom Vater gewünschte Eheschließung noch zusätzlich verstärkt.

    Der Roman ist großartig erzählt, er beschreibt eine sehr zeittypische Atmosphäre und bleibt doch immer nahe an den Personen, die so echt und glaubwürdig agieren und empfinden, dass es eine wahre Freude ist, sie durch das Geschehen zu begleiten. Meine Sympathien liegen bei den vielschichtigen Romanfiguren, die zu kämpfen haben, die an sich und der Welt verzweifeln, Fehler machen und sich doch wiederfinden - wie auch immer, sie sind interessant und man kann mit ihnen verzweifeln, leiden und sich freuen, wenn sie dann doch einen Weg gefunden haben, der ihnen entspricht.

    Zu dem Lesegenuß tragen auch die lebensnahen Dialoge bei und das hohe sprachliche Niveau des Romans. Die Geschichte ist für uns Leser so spannend und berührend, weil sie wunderbar und sehr intensiv erzählt wird, jede Romanfigur hat ihr ganz eigenes Wesen, ihre Identität und Sprache sind unverwechselbar und typgenau getroffen. Zudem wird auch die Epoche und das Umfeld in Stuttgart zu diesen Zeiten sehr eindringlich und glaubwürdig beschrieben, es ist mehr als nur Kulisse, diese Dinge sind sehr prägend und dramaturgisch perfekt eingesetzt und so ist mir der Abschied von den Personen am Ende richtig schwergefallen.


    :buchtipp:

    Dann ist der Erste Weltkrieg ja schon überstanden!

    Ich finde das gut, dass teil 2 erst danach ansetzt. Denn so bleiben die Figuren und die Schokoherstellung im Vordergrund.

    So ist es und es macht wirklich Sinn, bei dieser Familiensaga, die turbulente Zeit des 1. Weltkrieges zu überspringen. Es sind noch so viele Fragen offen und wir alle sind gespannt, wie es Judith ergangen ist mit Victor und ihrem Sohn, ob sie noch weitere Kinder bekommen haben, was mit Hélène und Max passiert ist - sind sie noch zusammen, haben sie womöglich ein gemeinsames Kind? Dann natürlich die weitere Entwicklung der Schokoladenfabrik, haben Victor und Judith Erfolg mit ihren Plänen und neuen Ideen, wie läuft es mit Wilhelm, lebt er 22 Jahre später überhaupt noch, was machen die Zwillinge inzwischen .....usw.

    Wenn der Krieg im Zentrum der weiteren Handlung stehen würde, hätte das die Entwicklung der Familie überlagert und dominiert und außerdem waren die 20er - Jahre ein sehr interessantes Jahrzehnt. Jedenfalls freue ich mich schon sehr auf die weiteren Geschehnisse.

    Und schon ist diese Geschichte Zuende! Da ging es ja noch hoch her zum Schluss. Victor ist einfach ein toller Mann. Er geht zu Schwester Henny und gibt an, daß er der Vater des Kindes ist.

    uuuups - schon fertig? Das ging wirklich schnell. Un dich freue mich riesig, dass dir meine Schokoladenvilla gefallen hat!

    Der zweite Teil wird 1926 spielen, also auch neue Hauptfiguren zu den vorhandenen dazuspielen -

    Leider schon fertig, ich hätte das Ende sehr gerne noch hinausgezögert, der - vorläufige - Abschied von den Personen ist mir richtig schwergefallen. Das passiert mir nicht oft am Ende eines Romans, dass ich versuche, die letzten 50 Seiten so langsam wie möglich zu lesen...

    Spannend war es auch und sehr unterhaltsam, wie geschickt Victor argumentiert, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, zuerst beim alten Ebinger, dann bei Wilhelm Rothmann und von Braun. Victor ist einfach genial, er hat viel psychologisches Gespür für sein Gegenüber und weiß genau, wann er schmeicheln muss oder rational argumentieren bzw. Druck ausüben. Mit ihm an ihrer Seite mache ich mir keine Sorgen mehr um Judith`s zukünftiges Leben. Der kleine Martin kommt auch gesund auf die Welt und sogar mit seinem Vater konnte Victor sich noch versöhnen, was will man mehr? Ich freue mich auch für Edgar und Dorothea, auch wenn sie von Stuttgart wegziehen werden und hoffe, dass Victor den Kontakt zu seinem Freund weiterführen wird.

    Ich habe Schokovilla2 aus dem Lektorat bekommen und mach mich mal an die Arbeit meine Lieben...und die Leserunde macht mir unheimlich viel Freude. Ihr lebt all das mit, was ich in den Roman hineingelegt habe - jede von euch auf ihre Weise. So wird eine Geschichte lebendig!<3

    Viele Grüße an die Familie Rothmann! Und dir viel Spaß ;)

    Das ist schön, liebe Maria, so soll es auch sein :) Die Geschichte ist für uns so spannend und berührt uns, weil sie wunderbar und sehr intensiv von dir erzählt wird. Du triffst immer den richtigen Ton, jede Romanfigur hat ihr ganz eigenes Wesen, ihre Identität und Sprache sind unverwechselbar und typgenau getroffen. Dazu hast du auch die Epoche und das Umfeld in Stuttgart zu diesen Zeiten sehr eindringlich und glaubwürdig beschrieben, es ist mehr als nur Kulisse, diese Dinge sind sehr prägend und dramaturgisch perfekt eingesetzt.

    Genau das vermute ich! Er scheint doch sehr verliebt in Helene...oder? Ganz anders als Judith, die wohl nur eine Spielerei für ihn war. Da sieht man mal wieder, dass ein Mensch sich für die für ihn richtige Person ändern kann!

    Max Entwicklung ist interessant für euch - das gefällt mir! In den Nebenfiguren Max und Helene konnte ich die Zerrissenheit von Menschen darstellen - das ist bei den Hauptfiguren einer Familiensaga nicht immer so leicht möglich - hier muss man doch bestimmte Grenzen einhalten. Aber bei Max und Helene handelt es sich eben nicht um glatte Charaktere - sie kämpfen mit ihren Eigenheiten und Erfahrungen...und dass dieser Weg euch bewegt, das finde ich wunderbar.

    Max und Hélène sind für mein Empfinden hochspannende Charaktere. Meine Sympathien liegen oft bei den Romanfiguren, die zu kämpfen haben, die an sich und der Welt verzweifeln, Fehler machen und sich doch wiederfinden - wie auch immer, sie sind interessant und man kann mit ihnen verzweifeln, leiden und sich freuen, wenn sie doch einen Weg gefunden haben, der ihnen entspricht, wie z.B. Hélène. Auch Max ist viel facettenreicher, als es zuerst den Anschein hatte, er ist reflektierter und sensibler geworden durch seine Beziehung mit Hélène, auch selbstkritischer. Ich wäre sehr daran interessiert zu erfahren, wie es mit den weitergeht und ob sie wirklich noch ein gemeinsames Kind bekommen haben.

    Die Szene mit Paul Roux und diesem Möchtegern - Poeten war wirklich ganz großes Kino. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und bewundere ohnehin alle die herrlichen Dialoge und das hohe sprachliche Niveau des Romans. Roux wusste genau, wo er ansetzen musste bei diesem Dichterling, damit er seine Infos bekommt und ihm nur gehörig Honig ums Maul schmieren, damit dieser geschmeichelt in seinen Eitelkeiten ihm alles erzählt, was er wissen will, um seine Fährte aufzunehmen in Richtung Victor.

    Wenn Helene nun auch noch von Max schwanger wird? Dann wäre die Babys Halbgeschwister und zugleich Tante oder Onkel und Nichte oder Neffe?

    Das ist ein herrliches Gedankenspiel ...

    Es ist ja der Beginn einer Reihe, also dürfen wir gespannt sein, ob sich die Dinge wirklich so dramatisch entwickeln werden. Ein interessantes Gedankenspiel ist es auf jeden Fall. Sorry, aber bei mir geht dann immer gleich die Phantasie ihre eigenen Wege. Falls Hélène auch noch ein Kind von Max bekommt ( sie ist ja noch nicht sooo alt mit knapp 40) und sich diese beiden Halbgeschwister irgendwann mal begegnen und da vielleicht mehr draus wird...? In diesem Fall müssten die Beteiligten, die Bescheid wissen, ihr Geheimnis lüften, eine verlockende Vorstellung eigentlich.....:geil: