Beiträge von Emmy

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Das Problem an den damaligen religiösen Konflikten ist tatsächlich, dass Protestanten und Katholiken sich hinsichtlich Intoleranz das Wasser reichen konnten. Wo der Protestantismus Einzug hielt, kam es immer wieder zu einer Zerstörung von teilweise sehr wertvollen Kultgegenständen. Man tat sich damals noch schwer damit, eine andere Religion zu respektieren. Für die Zerstörung des Cranach-Bildes soll Friedrichs Hofprediger verantwortlich gewesen sein. Friedrich hätte es selbst vielleicht nicht gewollt, schaffte es aber (wie üblich) nicht, sich durchzusetzen.


    Höfische Damen waren es gewöhnt, in höfischer Kleidung herumzulaufen. Prag kennen sie noch zu wenig, um zu wissen, was dort geht und was nicht. Viele Leute hätten sich auch nicht getraut, eine reiche Dame anzugreifen, weil das natürlich Folgen haben konnte. Darauf haben Froni und Jane sich zu sehr verlassen.

    Es ist oft nur eine schmale Grenze zwischen Religiosität und Fanatismus und das betrifft wahrscheinlich jede Form von Glauben - vielleicht mit Ausnahme des Buddhismus, der auch mehr eine Art Philosophie als Religion darstellt. Daher war mir diese gesamte Religionsthematik schon immer sehr suspekt, gerade weil sich religiöse Konflikte bis hin zu Kriegen, Hass und Intoleranz durch die Geschichte der Menschheit ziehen mit unzähligen Grausamkeiten und Millionen von Toten . Der 30-jährige Krieg war nur einer von vielen Konflikten, die allerdings auch oft die unterschiedlichen Glaubensrichtungen nur als Vorwand benutzten für das eigentliche Streben nach Eroberung, Macht und politischer Einflußnahme. Dennoch eignen sich bis heute gerade religiöse Vorstellungen mit fanatischer Ideologie um Unfrieden, Aggressivität und Gewalt in eine Gesellschaft zu tragen - viel hat sich also nicht verändert seit damals ...

    Deine Interpretation trifft genau ins Schwarze :) Ich war auch sehr verwundert über die Ignoranz und Überheblichkeit von Elisabeth, als sie z.B. die Prager Frauen mit dem Blumengebäck so arrogant abkanzelt. So schafft man sich keine Freunde, zudem in einer so prekären politischen Situation und in einem Land, dessen Kultur und Sprache man nicht kennt und sich auch nicht dafür interessiert. Die Engländerin Jane gefällt mir auch sehr gut, sie hat verstanden, worauf es ankommt und außerdem muss sie nicht ständig mit ihrem Wissen angeben. Wirklich kluge Menschen haben es nicht nötig, ständig im Mittelpunkt zu stehen. Auch Marek ist ein angenehmer Mensch und eine Bereicherung für seine Umgebung. Die Zofe Yveta und ihre Familie sind ebenfalls liebenswerte Menschen - und wie schön, dass sich Frantisek um den kranken Henry gekümmert hat. Leider gibt es auch auch viele religiöse Konflikte und Fanatiker in Prag und die Stimmung wirkt bedrohlich.

    Mätressen waren damals weit verbreitet und konnten auch auf lebenslange Versorgung hoffen, vor allem, wenn sie Kinder bekamen. So gesehen ist Fronis Plan nicht einmal unrealistisch. Da fürstliche Ehen arrangiert wurden, bestand oft keine besonders enge Beziehung zwischen des Eheleuten. Da war also durchaus "Platz" für eine Mätresse. Nur bei Friedrich und seiner Elizabeth entwickelt es sich halt völlig anders. Aber Froni iat auch nicht gerissen genug für die Rolle der fürstlichen Mätresse, da hast du recht.

    Bei diesem Thema muss ich an die Szene denken, als Elisabeth ganz unverblümt und direkt Froni die Frage stellt, ob sie die Geliebte von Friedrich war. Als Froni darauf nur rumstottert ist Elisabeth`s Reaktion bezeichnend für die damalige Zeit. Sie nennt Froni sogar eine "kleine Ziege", was soviel heißt, dass sie noch sehr naiv ist in Bezug auf Männer. Es wäre sogar klug gewesen, meint sie, wenn Froni ein Kind bekommen hätte von Friedrich, weil sie dann versorgt gewesen wäre. Man könnte also sagen, dass es fast eine Art "Beruf" war, ein Dasein als Mätresse zu führen. Viele dieser Damen hatten viel Einfluß auf die Fürsten und Könige und wurden auch bei Hofe geschätzt. Aber wie ihr schon sagt, für Froni wäre das keine Option gewesen.

    Nun, was heißt Traummann? Ich denke, sie hätte mit ihm sicherlich ein gemütliches Leben gehabt, zumindest bis zum Krieg. Dann war es ja für alle vorbei. Ich habe letztes Semester eine Hausarbeit über einen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg geschrieben, da musste ich einiges dazu lesen, da hat jeder drunter gelitten und keiner wusste mehr, wer, wann und für was er kämpft. Ob es dann für sie diese materielle Sicherheit noch gegeben hätte? Ich bezweifle es. So gesehen ist für Froni gut aus Deutschland( oder was man halt heute so drunter versteht) rausgekommen zu sein, wenn sie tatsächlich nach Böhmen geht.

    Das ist eine sehr pragmatische Sichtweise.;)


    Allerdings ging der Dreißigjährige Krieg in Böhmen los.

    Den Krieg konnte Froni damals nicht voraussehen, aber ihre Entscheidung gegen eine Ehe mit Karl hatte mehrere Gründe, so wie ich es verstanden habe. Sie war neugierig auf das Leben im Umfeld von Elisabeth und Friedrich und hatte auch das Gefühl, dass es da noch mehr geben muss zwischen Männern und Frauen, eine tiefere Leidenschaft, ähnlich ihrer frühen Schwärmerei für Friedrich. Eine Ehe mit Karl hätte Sicherheit und ein ruhiges Dasein bedeutet, aber das wollte sie zu diesem Zeitpunkt nicht - es drängte sie nach neuen Orten, Menschen und Abenteuern.

    . Mich erinnert sie oft an eine Schauspielerin, die eine ihr zugedachte Rolle ein Leben lang perfekt einstudiert hat und überzeugend spielen musste. ..

    Ich glaube, das mussten damals alle, die zur herrschenden Klasse gehörten. Denn wie Elizabeth ja zu Froni sagt, Treue, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit gibt es nur selten. Wie bitter muss es sein, dass alle immer nur kommen, weil man die Macht hat, was zu tun. Nicht einfach nur um seiner selbst willen geliebt und akzeptiert zu sein. Auch Elizabeth und Friedrich scheinen die ganze Zeit danach zu suchen.

    Das stimmt - sie waren zwar privilegiert und wurden hofiert, aber sie waren nicht wirklich frei - und das muss auf die Dauer sehr anstrengend gewesen sein. Froni dagegen hatte eine gewisse Freiheit in ihren Entscheidungen, sie hätte die Option gehabt, sich von der Enge des höfischen Korsetts um Elisabeth zu lösen, wenn sie Karl geheiratet hätte. Er wirkte so einfühlsam und verständnisvoll, außerdem hat er die politische Situation sehr klug und differenziert eingeschätzt. Er wäre keine schlechte Wahl für sie gewesen, aber dann wäre es eine andere Geschichte geworden und Froni hat sich für das Leben als höfische Gesellschaftsdame entschieden und damit einen wichtigen Aspekt ihrer persönlichen Freiheit aufgegeben.

    Durch ihre bisher oberflächliche Darstellung ist Elisabeth mir nicht sympathisch. Wie Karl treffend formuliert, denkt sie vorrangig an sich. Sie ist ein verwöhntes Kind, die noch (?) nicht weiß, was sie vom Leben will.

    Wirklich sympathisch ist sie mir auch nicht, aber sie wurde doch wohl auch dahingehend erzogen, eine Fürstin zu sein. Nur die wenigsten hohen Damen haben sich doch darum gekümmert, was mit den Menschen in ihrer näheren Umgebung passierte. Es ist aber auch in soweit nachzuvollziehen, da sie ja in ein fremdes Land verheiratet wurde. Nur weil Friedrich ihr vom äusseren her gefiel, muss es ja nicht heissen, dass sie rundweg mit dieser Ehe einverstanden war.

    Hallo ihr Lieben und liebe Tereza,


    die Geschichte gefällt mir richtig gut und die Schilderungen des Lebens am Heidelberger Hof wirken so präsent und lebensnah wie die Personen. Bei Elisabeth musste ich daran denken, dass sie noch sehr jung war als sie Friedrich geheiratet hat und vor allem hat sie immer in einer eigenen, privilegierten Welt gelebt und wurde dazu erzogen zu gefallen und zu repräsentieren. Mich erinnert sie oft an eine Schauspielerin, die eine ihr zugedachte Rolle ein Leben lang perfekt einstudiert hat und überzeugend spielen musste. Im Grunde tut sie mir auch leid, genau wie der verträumte Friedrich, der ebenfalls in die Rolle des feudalen Herrschers gedrängt wird, obwohl er vielleicht viel lieber Romane lesen und durch die Natur streifen würde - das wissen wir nicht, es könnte aber sein. Vielleicht ist das Geheimnis ihrer erstaunlich harmonischen Ehe auch genau in diesem gemeinsamen Schicksal begründet - sie hatten ein unbewußtes Verständnis für die Situation und auch die Rolle des anderen und besonders für ihn war es wichtig, seine Position durch die Schönheit und Souveränität seiner Gemahlin bestätigt zu sehen. Was mir immer Bauchschmerzen macht, sind diese religiösen Konflikte, die soviel Leid und Unheil mit sich gebracht haben. Es ist schon irgendwie merkwürdig, wenn man die eigenen ehrgeizigen Ambitionen mit dem "Willen Gottes" rechtfertigen muss...

    Vielen Dank euch allen für diese interessante Runde und ganz besonders an Rebecca für ihre engagierte Begleitung. :)



    Hier ist mein Fazit:


    Die Handlung des Romans umfasst die Zeitspanne von 1918, als der 1. Weltkrieg zu Ende ging bis in die 60er - Jahre. Zunächst lernen wir die 15- jährige Hedwig Mahnstein kennen, die mit ihrer Familie in Masuren/Ostpreußen lebt und eine Ausbildung zur Schneiderin macht. Sie liebt die weiten Landschaften ihrer Heimat , die Nähe der Natur und engagiert sich liebevoll für ihre Familie. Besonders ihrer Mutter, nach vielen Geburten gesundheitlich angeschlagen, ist sie eine wertvolle Stütze im Alltag und nimmt ihr die meiste Arbeit im Haushalt ab.Leider ist der Hausherr und Familienvater sehr autoritär, er lehnt die neuen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen rigoros ab und bleibt in seiner Gesinnung immer noch der "alten Ordnung" des Kaiserreichs und der traditionellen Rollenverteilung von Mann und Frau verhaftet. Die Zeit ist allerdings in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg im Umbruch und auch die Frauen werden freier und wollen über ihr Leben und ihre Zukunft selbst entscheiden.Das führt zu Konflikten innerhalb der Familie, besonders mit seinen Töchtern. Hedwig findet Unterstützung bei Albert Dombrowski, dem Sohn einer verarmten Adelsfamilie. Er will Musiker werden und nicht auf dem Land bei seinen Eltern versauern und versteht daher Hedwig`s Wunsch nach einer Berufsausbildung, die ihr ein unabhängiges Leben ermöglichen würde. Allerdings wird sie von Albert ungeplant schwanger und die Familien entscheiden, dass die beiden heiraten, was Hedwig`s Lebensplanung eine neue Richtung gibt. Dazu kommt noch die beklemmende politische Entwicklung , die Familien entzweit und das gesellschaftliche Leben untergräbt. Sogar die kleinen Kinder werden schon in der Schule mit den Parolen der NSDAP indoktriniert. Hedwig geht dennoch ihren Weg, sie ist eine sehr mutige und starke Frau, auch als der 2. Weltkrieg anfängt und Verluste, Trauer und Schmerz in alle Familien trägt. Im Winter 1945 muss sie wie so viele andere Menschen aus ihrer geliebten Heimat fliehen. Auch wenn wir die dramatischen Schilderungen dieser Flucht aus Dokumentationen etc. kennen, bleibt es doch vor allem das persönliche Schicksal unzähliger Menschen. Jeder musste für sich alleine und seine Angehörigen unbeschreibliches Leid, Todesangst und Kälte aushalten und genau diese persönliche Sicht zeichntet diesen Roman aus und schenkt damit Hedwig, ihrer Familie und allen anderen Betroffenen ein würdiges und respektvolles Andenken.


    :buchtipp:

    Ich habe auch irgendwie für Hedwig gehofft, dass sie noch einen lieben, ehrlichen Mann findet, mit dem sie ihr Leben teilen kann, aber auch sie ist wohl zu tief enttäuscht worden und nicht mehr bereit für eine neue Liebe

    Tief im Inneren hat Hedwig Albert sehr, sehr geliebt, gleichgültig, was er ihr immer wieder angetan hat. Hedwig sprach immer sehr liebevoll von ihrem Mann, ebenso Margarethe über ihren Vater. Grete meinte, wenn der Vater zuhause war, dann herrschte immer Frohsinn und Leichtigkeit. Wie ich anmerke, ließ Hedwig ihren Mann erst 1992 für tot erklären. Ich kann mich noch gut an die Besuche bei der Suchstelle des Roten Kreuzes in Rottweil erinnern, bei denen ich Hedwig begleitete, und an deren Traurigkeit als es wieder einmal mehr hieß: "Wir haben für Sie keine Neuigkeiten."

    Nach dem Gesetz ist es so, dass, wenn Hedwig stirb, drei Jahre nach ihrem Mann gesucht werden muss, bevor ihr Erbe an die Kinder übergeht. Dessen war sich Hedwig bewusst, deswegen der Antrag auf die Todeserklärung Alberts. Ich glaube, sie handelte so, weil es notwendig und rational war - im Herzen dachte sie jedoch anders.

    Es war auch zu spüren, dass sie Albert sehr geliebt hat, obwohl er sie so oft enttäuscht hat. Hedwig hat ihm immer wieder verziehen, ihn bei sich aufgenommen und alles versucht, sein Leben zu ordnen. Nach der langen Trennung, als er in Berlin blieb, hatte ich allerdings den Eindruck, dass sie sich hauptsächlich wegen der Kinder nicht von ihm scheiden ließ. Später dann nach Kriegsende blieb sie ihm im Herzen treu und verbunden, vielleicht auch wegen der Ungewissheit über sein Schicksal. Machmal bindet das Getrenntsein und der Verlust die Menschen enger aneinander als ein gemeinsames Leben im Alltag das vermocht hätte. Sie hat sich ihr ganzes Leben lang die Hoffnung bewahrt, ihn wiederzusehen - Liebe ist unsterblich.<3

    Die Frauen dieser Familie sind die wahren Kämpfer! Margarethe bekommt ein Kind von Max, Ilse. Mit Max hat sie kein Glück. Dann bekommt sie ein Kind von Antoio, Ursula. Antorio hat, so erfährt sie, hat sich mit ihr eingelassen, um nicht nach Italien zurück zu müssen. Dabei hatte er eine Freundin, die auch ein Kind von ihm erwartete.


    Eine sehr bewegende Geschichte über starke Frauen! Ich freue mich sehr, daß ich diese Lebenswege nachverfolgen durfte!

    Das unterschreibe ich gerne :) Die Frauen halten zusammen, unterstützen und helfen sich gegenseitig, suchen und finden immer Lösungen, auch in schwierigen Situationen. Sie arbeiten, sind fleißig, halten die Wohnungen in Ordnung, kümmern sich liebevoll um ihre Kinder, während die Männer auf ganzer Linie versagen - zumindest als Ehepartner und Familienvater. Es gibt natürlich Abstufungen in dieser fatalen Wiederholung. Albert hatte sich auf einem guten Weg befunden, als er in den Krieg ziehen musste, ihn möchte ich nicht so streng beurteilen. Max war allerdings indiskutabel in seinem rücksichtslosen Verhalten. Er bestiehlt die Frauen, lügt, säuft und landet schließlich im Knast wegen eines versuchten Banküberfalls. Hat ihn der Tod seiner Schwester so aus der Bahn geworfen oder wäre er auch ohne dieses Unglück auf die schiefe Bahn geraten? Darüber können wir nur spekulieren. Mit Antonio ist Grete zunächst ganz glücklich, aber ein Rest Mißtrauen bleibt und am Ende stellt sich raus, dass auch er sie belogen hat. Ich habe auch irgendwie für Hedwig gehofft, dass sie noch einen lieben, ehrlichen Mann findet, mit dem sie ihr Leben teilen kann, aber auch sie ist wohl zu tief enttäuscht worden und nicht mehr bereit für eine neue Liebe. Nun müssen sie ihr Leben alleine meistern - zum Glück haben sie beiden Töchter von Grete, die sie liebevoll betreuen und begleiten werden in der Zukunft.<3

    Das sind so eindringliche Bilder, die ich nicht mehr vergessen werde. Sie kämpfen sich durch zusammen mit anderen Flüchtlingen aus dem Osten und erleben so schreckliche Szenen auf dem zugefrorenen Haff, dass es kaum auszuhalten ist.

    Alle Figuren meiner Romane sind für mich, während des Schreibprozesses, real - ich leide und lache mit ihnen, empfinde das, was sie empfinden und zitterte auch, wenn ihnen etwas Schreckliches widerfährt. Auch wenn es seit Jahrzehnten sehr viele Bücher, Filme und Reportagen von der Flucht über das Frische Haff gibt, auch wenn ich mich schon lange damit beschäftigte - dieser Roman hat mich all meine Kraft und auch jede Menge Tränen gekostet. An manchen Tagen konnte ich nur eine oder zwei Seiten schreiben, dann war ich zu aufgewühlt, um weiterzumachen und ging spazieren oder Radfahren, um den Kopf wieder einigermaßen frei zu bekommen.

    Daher berührt es mich so sehr, dass Du/Ihr ähnlich empfindet, dass es mir gelungen ist, das Schreckliche auf eine Art rüberzubringen, die auch Euch aufwühlt. Danke.

    Auch wenn wir die dramatischen Schilderungen dieser Flucht aus Dokumentationen etc. kennen, bleibt es doch vor allem das persönliche Schicksal unzähliger Menschen. Jeder musste für sich alleine und seine Angehörigen unbeschreibliches Leid, Todesangst und Kälte aushalten und genau diese persönliche Sicht macht den Unterschied bei deinem Roman. Wir haben sicher alle gespürt, wie sehr du mit ganzem Herzen ihre Erlebnisse aufgeschrieben hast, wie intensiv dich diese Menschen begleitet haben und du mit ihnen gelitten hast. Du hast die Kraft, die es dich gekostet hat und die Emotionen, die auch für dich belastend waren, in etwas Gutes verwandelt und hast damit ein kreatives Universum der Liebe und des Erinnerns erschaffen - und das ist die beste und schönste Art, deinen Angehörigen und allen anderen Betroffenen ein würdiges und respektvolles Andenken zu schenken. <3

    Jetzt habe ich den Abschnitt gelesen und musste mich erstmal sammeln. Puh, was für ein Erlebnis! Durch das verschneite Ostpreußen, in einem der kältesten Winter, immer die Russen im Nacken, sogar durch die Linien durch. Ich hatte beim Lesen so großes Mitleid und so viel Respekt vor so viel Mut und Entschlossenheit. Und wie bitter, etwas Gutes tun zu wollen und dann festzustellen, dass man die Personen wahrscheinlich in den Tod geschickt hat. Denn von der Wilhelm Gustloff entkamen tatsächlich keine im Schwimmbad einquartierten Personen.

    Das war wirklich ein sehr bewegender Abschnitt und ich konnte auch erst nicht aufhören zu lesen und war dann hinterher erschüttert. Was für einen Mut und Lebenswillen diese Menschen hatten und mitten unter ihnen Hedwig mit ihrer Tochter Grete. Sie schaffen es ganz knapp, aus Sensburg zu fliehen, zu Fuß mitten im Winter bei eisiger Kälte mit Auguste auf dem Schlitten. Das sind so eindringliche Bilder, die ich nicht mehr vergessen werde. Sie kämpfen sich durch zusammen mit anderen Flüchtlingen aus dem Osten und erleben so schreckliche Szenen auf dem zugefrorenen Haff, dass es kaum auszuhalten ist. Bomben fallen, Menschen und Pferde sterben und auch Auguste bleibt zurück im allgemeinen Chaos. Dennoch geht es immer wieder gut aus für Hedwig und Grete, auch wenn sie beide weit über ihre Grenzen gefordert sind ,sowohl seelisch als auch körperlich und am Rande der Erschöpfung, nur noch fokussiert auf das Überleben. Wahrscheinlich spürt man in solchen Extremsituationen keine Schmerzen mehr und keine Angst, solche Empfindungen werden ausgeblendet als Schutzreaktion der Psyche, weil sie ansonsten zusammenbrechen würden. Sogar die schwere Erkrankung von Grete erweist sich im Nachhinein als lebensrettend, denn an Bord der Wilhelm Gustloff hätten sie nicht überlebt. Dieses Unglück mit ca. 9000 Todesopfern gilt bis heute als verlustreichste Katastrophe der Seefahrt. :(

    Ich glaube, dass Hedwig noch Glück hatte, dass sie "nur" eingesperrt wurde. Johanna beweist mal wieder mehr, was für eine intrigante, blöde Kuh sie ist. Krass finde ich ja auch, das Albert so bereitwillig aus Kahlenwald wegzieht. Bei manchen Sachen hat er doch einen Arsch in der Hose!

    Aber wie kann Paul sich darüber freuen, dass ein Sohn eingezogen wird? Und mit der Aussage: Spätestens an Weihnachten bin ich zurück, sieht man ja auch, dass die tatsächlich nichts aus dem letzten Krieg gelernt haben. Wobei Albert da noch Glück im Unglück hat und "nur" dauerhaft behindert ist, zahlt Siegfried( Der gerade noch ein Baby war:o..so gefühlt....) mit seinem Leben.

    Ich kann nicht entscheiden, ob Hermann nun versehentlich ertrunken ist, selbst reingesprungen oder geworfen wurde?! Ich tendiere am ehesten zum Unfall.

    Karl scheint zu kapieren, wie der Hase aka Regime tatsächlich läuft. Wusstet ihr das der BDM den Spitznamen Bund deutscher Matratzen oder Bubi drück mich hatte? Gut, dass Grete noch so jung ist:P

    Ja, wahrscheinlich hatte sie wirklich Glück, dass sie wieder entlassen wurde ohne Misshandlungen oder andere Strafen. Vielleicht lag es an ihrem Namen und an ihrer Familie, die sich ansonsten linientreu verhielt. Dennoch ist das ein sehr beklemmender Abschnitt, die Schlinge zieht sich immer enger zu und das Leben wird auch in Ostpreußen immer unerträglicher. Hedwig wurde wie eine Verbrecherin behandelt, weil sie ein 14- jähriges jüdisches Mädchen ausbilden wollte - das ist so unvorstellbar und doch leider die Realität in diesen bösen Zeiten.

    Auch für die Familie Mahnstein wird es immer schlimmer , Verluste, Angst und Trauer bestimmen jetzt den Alltag unzähliger Menschen. Karl erkennt allmählich, dass er und so viele andere verraten und belogen wurden von Anfang an. Er hat den Mut zu handeln und dabei sein Leben zu riskieren, dafür hat er meinen Respekt, auch wenn er früher sehr unangenehm auftrat. Aber das Ende zählt und da ist Karl als Held gestorben.

    Wo ich im anderen Abschnitt gerade nochmal über Hedis Vater geschimpft habe, muss ich ihn hier mal lobend erwähnen. Er setzt sich für Hedi ein und agiert gegen seinen Sohn, damit die Kinder bei ihr bleiben. Sicherlich nicht ganz uneigennützig, aber ich mag es, wenn Personen dennoch nicht durch die Bank weg schlecht geschildert werden. Karl ist für mich ebenso ein Beispiel. Er ist zwar ein knallharter Nazi, aber dennoch setzt er bei der Bank ein gutes Wort für Hedwig ein, damit sie ihren Kredit kriegt, auch ohne dass Hedwig in die Partei eintritt.

    Leider fällt Johanna gar nicht in dieses Raster und ist mir stellenweise schon zu einseitig unsympathisch dargestellt.

    Das empfinde ich genau wie du - einseitige Charaktere wirken schnell langweilig und unglaubwürdig, sei es im Positiven wie im Negativen. Hermann Mahnstein können wir aus seiner Zeit heraus verstehen und dann relativiert sich sein Verhalten. Er ist auf der einen Seite der autoritäre Vater, der Zuhause das Sagen hat und keiner sonst, aber er zeigt auch Verantwortung für seine Familie, besonders wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Ebenso Karl, der zwar schon sehr früh Sympathien für die Ideologie der Nazis erkennen ließ, aber dennoch nicht dumm ist und im Laufe der Jahre eine differenziertere Meinung entwickelt, was durchaus für ihn spricht. Auch Paul ist so ein widersprüchlicher Charkter, er scheint sich den Ansichten seiner Frau völlig zu unterwerfen, aber hin und wieder blitzt doch ein gewisser Humor und ein tieferes Verständnis für die Konflikte innerhalb der Familie bei ihm auf. Nur Johanna wirkt durch und durch unsympathisch, selbstgerecht und starrsinnig, wie sie an ihrem Weltbild festhält und ihren Sohn vergöttert, während sie kein gutes Wort für Hedwig hat, die nur kritisiert und ausgenutzt wird. Auch Albert hat mehr Facetten, er ist nicht nur der selbstverliebte Egomane, der seine Familie im Stich lässt und seine Frau hintergeht, wenn sein Verhalten in Berlin auch völlig indiskutabel ist. Hedwig`s Ausflug in die Hauptstadt war für mich eine schöne Abwechslung zu ihrem Alltag in Sensburg, auch wenn er für sie alles andere als erfreulich geendet hat. Auch ihre Begegnungen mit Hans Albers und Heinz Rühmann haben mir gut gefallen - zwei Schauspiellegenden, meine Oma hat immer von ihnen geschwärmt. Sie benehmen sich auch wie richtige Gentlemen Hedwig gegenüber und dazu die elegante, leicht dekadente Atmosphäre im Adlon, das war ein sehr gelungener Abschnitt, ganz großes Kino...:)

    Vielen Dank euch allen für diese schöne, interessante Runde und ganz besonders an Noa für die aufmerksame Begleitung.:)


    Hier ist mein Fazit:


    Filomena lebt alleine in den Bergen von Südtirol, ihre einzigen Nachbarn dort oben sind eine Bauernfamilie, deren Hof allerdings nur mit der Hilfe eines Lastesels zu erreichen ist, weil der Weg in ihr einsames Refugium zu eng und steil für Fahrzeuge ist. Den Grund für ihren Rückzug in die Abgeschiedenheit kennen wir zunächst nicht und auch der junge Forstarbeiter Mika kann sich keinen Reim darauf machen, warum diese junge Frau in völliger Einsamkeit lebt, als er wegen eines Baumschnitts zu ihr hochgeschickt wird. Es ist auf den ersten Blick ein Paradies in herrlicher Natur, mit einem schönen Garten und einem modernen komfortablen Haus, das an eine alte Pilgerkapelle angebaut wurde. Dennoch hat Mika das Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit Filomena, die ihm zwar freundlich, aber sehr zurückhaltend begegnet und niemanden in ihr Haus lässt. Was ist passiert im Leben dieser jungen Frau, dass sie sich seit fast 10 Jahren in diese Einsamkeit zurückgezogen hat und offensichtlich Angst vor Menschen hat? Wir erleben im weiteren Verlauf der Handlung eine behutsame, zarte Annäherung zwichen Filomena und Mika, viele Momente großer Intensität, aber auch Abgründe von Trauer, Panik und Angst. Weitere Personen lernen wir kennen, die sich um Filomena kümmern und versuchen, auf ihr Leben Einfluss zu nehmen,die ihr helfen wollen und sie unterstützen - nicht immer mit dem gewünschten Erfolg . Somit bleibt im Hintergrund immer die Ungewissheit und die Frage nach einem Leben, das unserem Wesen entspricht und uns zufrieden macht. Neben den sichtbaren Entwicklungen der handelnden Personen gibt es lange und schmerzhafte innere Monologe der Selbstreflexionen und Lebensbetrachtungen, die dem Roman eine faszinierende Intensität verleihen. Die Konzentration auf nur wenige Personen macht die Handlung zu einer Art Kammerspiel und die abgeschiedene Bergwelt gibt ihr eine Atmosphäre der Entrücktheit und damit sehr viel Raum für die innerern Entwicklungen der Menschen, die dort ihr Zuhause haben zwischen Himmel und Erde. In dieser hermetischen, fast unzugänglichen Welt ist die Natur stets präsent, ist viel mehr als nur Kulisse, sondern spiegelt die Substanz der menschlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen wider. Es ist wunderschön und eine besondere Erfahrung, in diese schwebende, entrückte Welt einzutauchen und die Menschen dort zu erleben.


    :buchtipp:

    Schließlich tritt Hedwig doch der Partei bei, damit endlich Ruhe einkehrt.

    Kann man diesen Schritt Hedwigs verstehen? Von Anfang an war sie gegen Hitler und seine Politik, erkannte, dass da nichts Gutes auf die Deutschen zukommt, und jetzt tritt sie trotzdem der Partei bei. Sie tat es, um ihre Kinder zu schützen, hat also resigniert und musste einsehen, dass sie allein zu schwach ist, um gegen das Regime anzukämpfen ...

    So, wie Hedwig, handelten früher viele Menschen. Im Herzen waren sie keine Nationalsozialisten, oft war es aber nötig, Mitglied der Partei zu werden, um sich selbst und seine Lieben zu schützen.

    Das sind auf jeden Fall schmerzhafte Entscheidungen und Gewissensfragen. Aus Angst vor Repressalien oder um nicht aus der Reihe zu tanzen in der Familie, Nachbarschaft, unter Kollegen etc. haben sich seinerzeit wohl viele zu diesem Schritt durchgerungen, obwohl sie keine überzeugten Nazis waren. Vielleicht können auch nur Menschen diese Zeiten nachempfinden, die sie auch miterlebt haben. Ich kenne solche Schilderungen auch nur aus den Erzählungen meiner Oma und meiner Eltern. Hedwig hat es sich nicht leicht gemacht - als sie bei Karl wegen des Kredits war, hat sie sich geweigert zu unterschreiben. Erst als die Situation wegen der Kinder eskaliert, kann sie sich zu diesem Schritt durchringen - und ja, in dieser Lage verstehe ich sie , wenn es auch eine zwiespältige Sache ist. Darf man gegen sein eigenes Gewissen handeln,quasi seine " Seele verkaufen" , um sich und die Seinen zu schützen oder macht man sich damit mitschuldig an einem großen Unrecht? Das sind uralte Menschheitsfragen, für die es keine eindeutigen Antworten geben kann.

    ok. Schon nach drei Seiten im neuen Abschnitt hat Johanna es geschafft, alle Sympathien zu verspielen. So eine doofe Nuss:teufel:

    Und Baronin hin oder her, das ist einfach eine faule Haubitze, die froh ist, wenn sie nichts arbeiten muss. Da kommt ihr eine Schwiegertochter wie Hedwig, die arbeiten kann und die Arbeit auch sieht.

    Die Baronin konnte es sich einfach leisten, diese Stellung einzunehmen. Ich weiß z.B., daß zur Zeit von meinem Großvater väterlicherseits der Nachbar, eine Landwirtschaft so wie bei meinem Großvater, nicht arbeiten brauchte, weil er genügend Leute und Geld dafür hatte. So ist das eben im Leben!

    Johanna weigert sich zu erkennen, dass der alte Glanz der Familie endgültig vorbei und außer dem Namen nichts mehr geblieben ist, weder Land noch Vermögen oder ein feudales Heim. Alles zerfällt und ist marode - Paul und Hedwig betrachten die Situation realistisch, während Johanna alles Unangenehme verdrängt und keinerlei Kritik zulässt. Mit großer Sorge sehe ich allerdings die Lage von Hedwig in diesem Haus. Sie arbeitet den ganzen Tag wie eine Dienstmagd und bekommt dafür weder Anerkennung oder eine Entlohnung. Das ist kein Zustand auf Dauer, vor allem diese ständigen Demütigungen und Vorwürfe von Johanna, für die ihr "heiliger" Sohn unangreifbar über allem thront. Albert lebt solange sein unbeschwertes Junggesellendasein weiter, als wäre er nicht verheiratet und hätte keine Kinder. Er ist absolut ungeeignet, Verantwortung für eine Familie zu übernehmen - weder finanziell noch emotional. Solange Hedwig und die Kinder in diesem maroden Gutshaus sitzen, ist für ihn die Welt in Ordnung - egal wie sehr Hedwig unter der Situation leidet.

    Dazu kommt noch die beklemmende politische Entwicklung , die Familien entzweit und das gesellschaftliche Leben untergräbt. Sogar die kleinen Kinder werden schon in der Schule mit diesen Parolen indoktriniert. Wie soll Hedwig all diese vielen Probleme ganz alleine bewältigen, ohne Hilfe und Unterstützung von ihrem Mann? Ich mach mir große Sorgen um sie und die Kinder....

    Aber die Reaktion ihres Vaters, als sie spät nach Hause kommt und seine Aussage, daß sie sich wie eine Prostituierte die ganze Nacht mit Männern herumtreibt, führt dazu, daß sie ihre Meinung ändert. Sie nimmt den Auftrag an und wohnt während der Zeit bei der Baronin.

    Das ist eine Art Trotzreaktion von Hedwig - und auch die Chance, wenigstens für kurze Zeit von zu Hause fortzukommen und auf eigenen Füßen zu stehen. Bei aller Liebe und dem Pflichtbewusstsein, das Hedwig ihrer Familie gegenüber empfindet, hat sie auch ihren eigenen Kopf und ihre Vorstellungen der Zukunft. Diese allerdings so einfach umsetzen, war in der damaligen Zeit - besonders in ländlichen Gegenden - sehr schwer bis unmöglich.

    Hallo ihr Lieben -


    als Hedwig bei der Baronin wohnen und nähen durfte, hatte ich kurzzeitig die Hoffnung, dass sie es bald schaffen würde, auf eigenen Füßen zu stehen und ihr Geld zu verdienen, das sie dann auch behalten kann. Es ist schon unfaßbar, wie sie von ihrem Vater behandelt wird, sie ist immerhin schon volljährig. Meine Oma hat mir ähnliche Geschichten erzählt aus dieser Zeit, obwohl es in ihrem Zuhause weniger streng zuging. Töchter sollten möglichst früh heiraten, Kinder bekommen, den Haushalt machen und ansonsten den Mund halten und keine eigenen Meinungen äußern.:( Hedwig stemmt sich mit aller Entschlossenheit gegen dieses Schicksal und kämpft, aber leider hat sie das Pech, gleich bei ihrem "ersten Mal" schwanger zu werden und damit hat sie leider alle Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben verloren. Sie wird Albert nun doch heiraten, auch wenn sie kein gutes Gefühl dabei hat und ihre Schwiegermutter macht es ihr auch nicht leichter, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen. Das tut mir sehr leid für diese kluge, mutige und liebevolle junge Frau.

    Hallo ihr Lieben,


    wir haben Hedwig und ihre Familie kennengelernt und schon einiges erfahren von ihrem Leben. Sie hat mich bis jetzt am meisten beeindruckt, weil sie so eine zupackende Art hat, Probleme zu lösen und dennoch ihre eigenen Lebensziele nicht aus den Augen verliert. Sie liebt die weiten Landschaften ihrer Heimat Ostpreußen, die Nähe der Natur und engagiert sich liebevoll für ihre Familie. Besonders ihrer Mutter, nach vielen Geburten gesundheitlich angeschlagen, ist sie eine wertvolle Stütze im Alltag und nimmt ihr die meiste Arbeit im Haushalt ab.Leider ist der Hausherr und Familienvater ein rücksichtsloser Despot, der die neuen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ablehnt und in seiner Gesinnung immer noch die "alte Ordnung" des Kaiserreichs und die traditionelle Rollenverteilung von Mann und Frau verteidigt. Die Zeit ist allerdings in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg im Umbruch und auch die Frauen werden freier und wollen über ihr Leben und ihre Zukunft selbst entscheiden. Gerade seinen Töchtern macht er das Leben schwer und kann nicht akzeptieren, dass die Zeiten sich geändert haben, auch unter seinem Dach. Das wird noch viele Konflikte geben im weiteren Handlungsverlauf, gerade auch mit Hedwig, die den Berufswunsch hat, als Schneiderin zu arbeiten und auch sehr talentiert ist. Sie findet Unterstützung bei Albert Dombrowski, dem Sohn einer verarmten Adelsfamilie. Er will Musiker werden und nicht auf dem Land bei seinen Eltern versauern und versteht daher Hedwig`s Wunsch nach einer Berufsausbildung, die ihr ein unabhängiges Leben ermöglichen würde. Er ist ein Freund für sie, mit dem sie über ihre Wünsche und Probleme reden kann, aber ob er auch ein Lebenspartner für sie sein kann..?

    Das empfinde ich ganz ähnlich wie du, liebe Alice. Die Geschichte von Filly und Mika berührt uns so zart und sachte wie die Flügel eines Schmetterlings, so wie sich auch Filomena als Schmetterling empfindet, bunt, filigran und doch so stark. Sehr gut gefallen mir die Metaphern und sprachlichen Bilder, sie entsprechen genau den Gefühlen und Wahrnehmungen der Personen, wenn sie so tief empfinden, dass sie dafür keine Worte haben, sondern innere Bilder, die Farben und Melodien der Natur und der Phantasie.

    Auch für Meggie habe ich mich gefreut, dass sie am Ende ihres Lebenswegs so ruhig und mit sich im Reinen Abschied nehmen konnte und noch gute Worte und Wünsche für Filly hatte.

    Auch nach dem Unfall am Berg und der Entfremdung von Mika - worunter beide gelitten haben - findet sie den Weg zurück zu ihm, weil sie gelernt hat, ihrem Herzen zu folgen auf dem Weg der Liebe.

    Auch der kurze Ausblick in ihre gemeinsame Zukunft mit den zwei Töchtern ist so schön und harmonisch, dass wir uns um die beiden keine Sorgen mehr machen müssen.<3