Beiträge von engineerwife

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    An dieser Stelle meine ganz, ganz herzlichen Dank an leserunden.de, den PIPER Verlag und natürlich Volker Kutscher für diese wunderbare Leserunde. Ich habe mich hier sehr gerne ausgetauscht. Meine Rezi ist nun fertig. Ich habe sie auch bei Lovelybooks, Wasliestdu, Lesejury, Amazon, Weltbild und Literaturschock eingestellt.

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    Zum nunmehr siebten Mal schon habe ich mich mit Gereon und Charlotte Rath ins Berlin der 30er Jahre begeben, und stelle fest, dass die Story hat in keinster Weise ihren Schwung verloren. Inzwischen wird es ernst in Deutschland unter der Herrschaft der Nationalsozialisten und man hat bald das Gefühl, als ob jeder jeden bespitzelt und verfolgt. Während Charly ja mittlerweile – zusammen mit ihrem ehemaligen Kollegen Böhm - privat ihre Nase in Angelegenheiten steckt, die oft kein anderer anpacken möchte, geht es Gereron in seiner neuen Abteilung nicht viel anders. Nur dass ihm nun oft die Hände gebunden sind. Das Leben eines einsamen Wolfs ist dort nicht so gern gesehen. Immer wieder begeben sich die Beiden auf getrennten Wegen in Gefahr, wenn die Kommunikation zwischen den Zweien doch nur ein weniger – wie soll man sagen – flüssiger wäre. Aber genau das macht natürlich auch den Reiz der Geschichte und den Spannungsbogen aus. Ein wenig leid taten sie mir als das Jugendamt ihnen ungenügende Verbundenheit zur neuen Partei vorwarf. Wollen sie ihnen den Pflegesohn wegnehmen? Reicht ein nur genuscheltes „H‘ Hitler“ mit wenig zackigem Armschmiss schon, um zur Person non grata erklärt zu werden? Wie schon in den Vorgängerbänden schafft es Volker Kutscher mal wieder seine Leser zu fesseln und ihnen die Stimmung der 30er Jahre zu vermitteln wie das wenigen anderen Autoren gelingt. Das Ende lässt viel Spielraum für einen Folgeband, auf den ich mich jetzt schon freue!

    Wir haben es ja schon befürchtet: Fritze muss die Raths verlassen :( Ich bin gespannt, wie es ihm bei den Rademanns ergehen wird - ich hoffe sehr, dass wir seinen Werdegang auch weiterhin mitbekommen werden. Wird es der alte Rademann schaffen, Fritze vollends zu einem überzeugten Nazi zu formen oder wird bei Fritze der Widerwille durch diese ganze Aktion weiter wachsen? Das hoffe ich zwar einerseits, andererseits wird er dann natürlich ziemlich unglücklich in seiner neuen Familie werden. Was ich aber nicht glaube, dass sich Fritze an das Verbot halten wird, Charly nicht mehr wiederzusehen.


    Da war ich auch traurig, besonders wo die Jugendamthippe das alles so schändlich abgewickelt hat. Ob wer wohl wirklich in die Familie von diesem Rademann kommt, mit dem er in Nürnberg war und der so laut rum tönte? Hab ich da was überlesen?


    Aber dass Fritze sich nicht an das Verbot halten wird, davon bin ich auch 100% überzeugt! :)

    Wir haben es ja schon befürchtet: Fritze muss die Raths verlassen :( Ich bin gespannt, wie es ihm bei den Rademanns ergehen wird - ich hoffe sehr, dass wir seinen Werdegang auch weiterhin mitbekommen werden. Wird es der alte Rademann schaffen, Fritze vollends zu einem überzeugten Nazi zu formen oder wird bei Fritze der Widerwille durch diese ganze Aktion weiter wachsen? Das hoffe ich zwar einerseits, andererseits wird er dann natürlich ziemlich unglücklich in seiner neuen Familie werden. Was ich aber nicht glaube, dass sich Fritze an das Verbot halten wird, Charly nicht mehr wiederzusehen.


    Da war ich auch traurig, besonders wo die Jugendamthippe das alles so schändlich abgewickelt hat. Ob wer wohl in die Familie von diesem Rademann kommt, mit dem er in Nürnberg war und der so laut rumtönte?


    Aber dass Fritze sich nicht an das Verbot halten wird, davon bin ich auch 100% überzeugt! :)

    Zum Schluss erfahren wird dann noch, wie Marlow die Gunst der Stunde nutzt und sein kriminelles Imperium aufbauen konnte. Es erklärt auch, warum Adolf Winkler sterben musste. Er war einfach den Geschäftsinteressen im Weg, die unter dem Roten Hugo möglich waren.


    Und nun heißt es wieder warten…


    Gott sei Dank dürfen wir ja noch warten ... mindestens einen Band hat Herr Kutscher uns ja noch versprochen.


    Als ich die Kapitel zur anderen Geschichte las, dachte ich es wäre doch nett, wenn sich diese andere Geschichte in den nächsten Bänden so lange weiterspinnen ließe, bis wir beim kalten Fisch angekommen sind. Dann würde sich ja sozusagen der Kreis schließen :)

    Es hat ja nicht lange gedauert, bis Gereon merkt, dass der neue Job ihm nicht liegt. Das hätten wir ihm vorher schon sagen können. Er ist doch ein Mordermittler durch und durch und vor allem ein Einzelgänger kein Teamplayer. Im LKA kann er nicht mehr schalten und walten wie er will.

    Wir ahnten es schon, dass er beim LKA nicht glücklich wird. Was auch wir aber nicht voraussehen konnten ist, dass die dort scheinbar als Team ewig nur über Akten hängen. So kam es mir jedenfalls vor.


    Natürlich ist die interne Arbeit auch wichtig, aber ich sehe Ermittler eben auch viel unterwegs.


    Die Vermutung hatte ich auch ... er ist ein typischer einsamer Wolf!

    Wenigstens schafft die Szene in Wredes Praxis endlich mal ein bisschen Klarheit. Wer hätte gedacht, dass sich Gennat, Böhm, Charly und Gereon noch einmal - wohl oder übel - zusammentun?! Auf jeden Fall hat es mir imponiert, dass Gennat selbst nach Kreuzberg kommt und nur "seine Leute" mitbringt.

    Gennat kam der damalige Fall anscheinend auch nicht geheuer vor. Aber irgendwann muss man es beenden, wenn sich gar nichts mehr ergibt. Nun ist da ein neuer Anhaltspunkt und Gennat weiß genau, dass hier die Chance ist, die Sache zu klären.

    Das fand ich auch klasse ... die alte Crew mal wieder zusammen. Obwohl als Gereon sie als Kollegen bezeichnet, hängt Gennat schnell noch ein "Ex" davor ...

    Natürlich schweigt er sich wieder einmal darüber aus, auch wenn da ein „konspiratives Treffen“ in der Wohnung Rath stattfindet. Gespräche nur noch mit Musik, aber kann das ein Abhören wirklich verhindern?

    Lautere Musik, laufende Wasserhähne - solche Versuche, Abhörversuche zu vereiteln, gab es zuhauf. Ich glaube tatsächlich, dass diese Grundgeräusche die Tonbandaufnahmen extrem stören können. Zumindest beim damaligen Stand der Technik.

    Ja, da nehmen sich die beiden manchmal wirklich nicht viel! Es gab schon so manche Situation, bei der ich am liebsten laut gerufen hätte, dass sie endlich miteinander reden sollen - weil ich sicher bin, dass die beiden sich helfen könnten. Aber nein, auf mich hört ja keiner!:tststs:

    Wenigstens schafft die Szene in Wredes Praxis endlich mal ein bisschen Klarheit. Wer hätte gedacht, dass sich Gennat, Böhm, Charly und Gereon noch einmal - wohl oder übel - zusammentun?! Auf jeden Fall hat es mir imponiert, dass Gennat selbst nach Kreuzberg kommt und nur "seine Leute" mitbringt.


    Witzigerweise habe ich das neulich in einem neuen Film gesehen - Gone Girl. Da fanden die Gespräche auch unter der Dusche bei laufendem Wasser statt aber ich glaube es ging mehr darum, dass man dadurch sehen konnte, dass sie beide nicht verkabelt waren.

    Marlow und Liang geraten in eine Falle. Gereons Idee zeigt Wirkung. Liang ist tot und Marlow kann fliehen. Wenn es mit ihm zu Ende gewesen wäre, wäre ja auch zu schade, denn dieser Gegenspieler begleitet uns schon die ganze Zeit. Auch wenn er nicht sympathisch ist, würde er mir fehlen. Göring ist genauso kaltschnäuzig wie Marlow.


    Puh, das war ja echt spannend gegen Ende dieses Abschnitts, hat mir gut gefallen. Ich bin ein wenig traurig, dass Liang tot ist, auch wenn er es "verdient" hätte ... Charly verachtet ihn jedenfalls ja so sehr, dass sie - trotz ihrer Hilfe - kein Geld angenommen hat. Ich bin auch froh, dass Marlow überlebt hat ... bis jetzt ... hoffe, er bleibt die letzten paar Seiten noch am Leben ;)

    Mit „Jahre des Aufbaus“ hat die bekannte Schriftstellerin und Historikerin Brigitte Riebe einen wunderbaren Auftakt zu ihrer Ku’damm Trilogie kreiert. Während sie mir vor allem durch ihre Bücher bekannt ist, die vor hunderten von Jahren spielen, musste ich diesmal gar nicht so weit zurück. Diese fiktive Reise führte mich ins Nachkriegsdeutschland, nach Berlin, um genau zu sein. Der Familie Thalheim ging es damals wie vielen Anderen auch. Die Stadt war zerstört, Hab und Gut größtenteils verloren, sie hatten Hunger und ihnen war kalt. Doch aufgeben gab es nicht, besonders nicht im Wortschatz der ältesten Tochter Rike, die als Hauptprotagonistin das Cover ziert. Sehr bildhaft schildert Frau Riebe das Leben nach dem tragischen Krieg und flechtet wahre Begebenheiten wie z. B. die Vierzonenbildung, die Luftbrücke oder die Berlinale spielerisch in den Alltag der Thalheims mit ein. Die Figuren wirken alle sehr authentisch und müssen einiges an Kummer und Leid verarbeiten aber dürfen sich auch an kleinen und großen Erlebnissen freuen. Ich durfte dieses Buch in einer Leserunde lesen und besonders die Begleitung der Autorin und der rege Austausch zu geschichtlichen Zeitthemen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Wieder mal ein Roman, bei dem ich viel Neues lernen durfte und der mich - trotzdem oder gerade deshalb - blendend unterhalten habe. Hierfür meinen herzlichen Dank!

    Aber die Krönung war natürlich - neben Rikes bevorstehender Hochzeit - die Heimkehr von Oskar. Oh je, das wird nach der ersten unglaublichen Freude aller bestimmt nicht einfach ... er hat das bestimmt nicht schadlos überstanden.

    So ging es mir auch, ich war total erstaunt, saß mit offenem Mund vor dem Buch und dann....dann ist es aus.... :( So eine Gemeinheit!

    Toll finde ich den Anhang! Und so ausführlich :love:

    Ja, der hat mir auch sehr, sehr gut gefallen :)


    Und das habe ich noch gefunden ...


    Die Schwestern vom Ku'damm Band 1 Band 2 Band 3
    Erscheinungstermine: 23. Oktober 2018 23. Juli 2019 Sommer 2020

    Nun haben sie es also tatsächlich geschafft ... das Modekaufhaus Thalheim wird eröffnet. Es muss beeindruckend ausgesehen haben mit der Glaskuppel, der indirekten Beleuchtung etc. Das hat der Architekt gut hingekriegt.


    Natürlich lief nicht alles so glatt ab, der Auftritt von Weisgerber sorgte ja für einige Spannung, verständlicherweise. Dass er aber auch als möglicher Vater von Rike in Frage kommt, damit hätte ich nicht gerechnet! Aber diese Frage bleibt ja, zumindest in diesem Band, ungeklärt. Wie schön, dass noch zwei Bände vor uns liegen :)


    Du hast es auch am Ende geschafft eine echte Stimmung der Zeit zu kreieren, liebe Brigitte. Die Berlinale, die Ostzone, der Aufmarsch der ostdeutschen Jugend, das muss schon enorm gewesen sein. Hier habe ich einen Artikel zu den Weltjugendfestspielen gefunden ... davon hatte ich noch nie gehört ... https://www1.wdr.de/stichtag/s…spiele-ostberlin-100.html.


    Unser Küken rebelliert weiter und Silvie fühlt sich einsam. Das lässt viel Raum für deren Geschichten in den nächsten Bänden. Wann kommen die eigentlich raus, Brigitte?

    Aber die Krönung war natürlich - neben Rikes bevorstehender Hochzeit - die Heimkehr von Oskar. Oh je, das wird nach der ersten unglaublichen Freude aller bestimmt nicht einfach ... er hat das bestimmt nicht schadlos überstanden.

    Flori testet ihre Grenzen aus - in mehr als einer Hinsicht. Und sie strebt nach Freiheit. Sie ist 34 geboren, hat also außer Nationalsozialismus und Krieg noch kaum etwas anderes gelebt. Dagegen rebelliert sie: auf ganz eigene Weise ...

    Und "Hintern voll" war noch nie eine gute Idee ...

    Da stimme ich dir in jeder Hinsicht zu ... bin schon jetzt ganz gespannt, was für Rollen du ihr in den nächsten Bänden geben wirst :)


    EXODUS habe ich vor Jahren gelesen, wirklich sehr beeindruckend. Zu diesem Thema sind mir in jüngerer Zeit noch zwei Bücher über den Weg gelaufen, die ich auch sehr berührend und aufrüttelnd fand, die mir aber auch wirklich sehr viel zu dieser Thematik bei- und näher gebracht haben:


    https://www.belletristik-couch…end-die-welt-schlief.html


    https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=343554


    Ich finde es immer wieder toll, wie viel man auch in diesen Leserunden lernen kann, wo jeder Mitleser wieder ein wenig Neues beisteuert :)