Beiträge von Torshavn

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    Vielleicht liegt es daran, das ich zur Zeit wenig Muße zum Lesen habe. Aber ich fand den Leseabschnitt eher fad. Die SF hat hier so viel von der Gegenwart. Der Stumpfsinn und die Langeweile auf diesem Transportschiff sind unerträglich. Vielleicht färbt das ja auf mich als Leser ab.

    Jak ist auch so eine sehr typische Figur: aus wohlhabendem Elternhaus, rebellische Jugend, Kleinkrimineller, Konflikte mit dem Gesetz, ungewollte Vaterschaft, teilweises Zurückkommen in die Gesellschaft. Der Typ interessiert mich irgendwie gar nicht.

    Das gilt auch für alle anderen Figuren, die miur hier begegnen.

    Erst gegen Ende von Kapitel 4 nimmt die Geschichte ein bißchen Fahrt auf, als die Verbindung zum Tod von Charlotte auf der Olympia aus dem Prolog gezogen wird (für uns Leser). Da will ich schon wissen, wie es weiter geht.

    Die einzige Person, in diesem Abschnitt, die mich interessiert ist Sal, Jak Schwester. Da bin ich gespannt auf euer 'Polizeisystem' der Zukunft. Ich hoffe sie bleibt nicht nur eine Randgestalt.

    Ach ja, die Augen öffnen, das wollen in den letzten 20-30 Jahren die meisten SF Romane und werden deshalb zu düstersten Dystopien. Was wir eigentlich brauchen (und das scheint irgendwie gesellschaftlich doch durchgedrungen zu sein) sind Visionen, Utopien, Ideen und wie du richtig schreibst, Möglichkeiten erwägen wie eine für uns und die Erde lebenswerte Zukunft aussehen könnte. WIr sollten gesellschaftliche Ziele haben, die man anstreben kann. Hoffnung ist ein wichtiges Moment unseres Lebens.

    Das sehe ich auch so. Offensichtlich fehlt es den (populären) Autoren an positiver Phantasie. Zukunft wirklich neu und hoffnungsvoll denken, das geht, meiner Meinung nach derzeit unter. Irgendwie komisch.

    Wenn wir die Energie, die in Kriegen verschwendet wird als geeinte Erde nutzen würden, wäre wir schon längst auf dem Mars und auf dem Meeresboden. Die frühen SF Romane mit ihren Träumen von unterseeischen Glaskuppeln und ebensolchen auf dem Mars wären längst Realität.

    Ja sinnvolle Nutzung von Geldern und Resourcen hätte uns sicher zusammen schon einen großen Schritt in die Zukunft gebracht.

    Wir wollten definitiv keine bombastischen Weltraumschlachten

    Kann ich gut nachvollziehen. Geht mir genauso. Ich bin kein 'Honor Harrington' Freund, überhaupt kein Freund mit 'Military oder Hard SF'.

    Hm. Definiere mal bitte den Unterschied zwischen "Science Fiction" (Also einer Fiktion auf (der grundsätzlichen) Basis von wissenschaftlichen Fakten) und einem futuristischen Buch. Aber ja, grundsätzlich haben wir uns unter anderem an "Ingenieursromanen" der 20er orientiert, die auch eine Extrapolation der Zukunft grob 70 -90 Jahre in die Zukunft versuchen.

    Das hast du hier ja gerade selbst sehr treffend gemacht.

    Science Fiction geht für mich weiter in die Zukunft. Denkt vielleicht auch ganz neue Gesellschaftsformen, schafft positive Utopien.

    Der futuristische Roman orientiert sich für mich mehr an der Gegenwart. und bleibt sehr eng an den logisch weiter gedachten Realitäten in Gesellschaftsentwurf und Technik.

    Ja bei 'Terra' kam mir gleich 'Die Welt in Hundert Jahren' in den Sinn.

    Was wir nicht wollten: Space Opera schreiben. 1000 Jahre in die Zukunft kann jeder. Das kann niemand in irgendeiner auch nur ansatzweise sinnvollen Form extrapolieren - das ist im Grunde 'Fantasy in Space' (Clarkes 3. Gesetz: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“). Natürlich wäre das leichter gewesen aber auch weniger interessant.

    Man kann auch weit in die Zukunft denken, ohne gleich Space Operas oder Science Fantasy zu schreiben. Die Möglichkeiten sind auch da deutlich vielfältiger.

    Vor allem aber macht es Spaß, über die entwicklungen unserer näheren Zukunft nachzudenken - und über die Auswirkungen auf Gesellschaft und die einzelnen Leute, die in ihr Leben müssen.

    Das kann ich nachvollziehen, und wird sicherlich auch spannend zu lesen sein.

    obwohl die Fantasy einem natürlich eine Menge Freiheiten gibt, die in der Science Fiction z.B. durch physikalische Gesetze (= die Wirklichkeit) und ähnlicher Störfaktoren deutlich eingeschränkter werden. Nachdem wir dieses Buch geschrieben haben, wissen wir erst, was für ein immenser Rechercheaufwand manchmal hinter so einem Buch steckt.

    Die immense Recherche hätte ihr in Teilen umgehen können, wenn ihr weiter in die Zukunft gegangen wärt. Bisher kommt es mir so vor, als hättet ihr keinen Science Fiction Roman geschrieben, sondern eher ein futuristisches Buch.

    Ist es das was euch gereitzt hat, zu versuchen ein relativ 'realistisches' Szenario unserer Welt in 100 Jahren zu zeigen?

    Alternative hätte es ja auch eine Utopie in ferner Zukunft sein können?

    Mich reizt an der SF nicht die Technik. Mich interessieren immer die Menschen und ihr Verhalten, mögliche Lebenswelten. Ihr stellt die Menschen ja auch in den Vordergrund.

    Ich fand den Vergleich mit den Bergsteigern übrigens ausgesprochen gut und bildlich. Und ist eigentlich jemand von Euch Audrey Hepburn Fan? Ich dachte sofort an sie, als ich das gelesen habe.


    Jaaaaa, ich .. ich musste auch direkt an sie denken.

    Oh da müßt ihr mir jetzt aber bitte mal helfen. Auf welche Stelle spielt ihr an? Und was hat euch dabei an Audrey erinnert (ich dachte ich kenne alle ihre Filme)?


    Noch eine andere Frage an tomorgel und StephanOrgel :

    Warum ausgerechnet eine französische KI, die sich zum totalitären Herrscher aufschwingt?

    Hallo zusammen,

    da bin ich nun auch. Und seit langem mal wieder in einem SF- Roman. Ich lese Science Fiction selten, und die meisten Bücher dieses Genres haben keine besonders guten Erinnerungen bei mir hinterlassen.

    Aber erst mal ein großes Kompliment an Tom und Stephan. Ihr gehört zu den wenigen Autoren (neben Philip K. Dick und Ursula K. LeGuin, um mal im Genre zu bleiben) von denen ich jedes Buch gelesen habe und die mich bisher kein einziges Mal enttäuscht haben.

    Deshalb habe ich mich auch gerne auf dieses Buch eingelassen, das ich ansonsten sicher nicht angefasst hätte: 08/15 Titelbild, nichtssagender Titel und ein belangloser sogar eher abschreckender Klappentext. Dazu noch dieser hässliche faebige Schnitt, der auch noch oft die Seiten 'verklebt'.

    Ich habe es für meinen Laden nur eingekauft weil euer guter Name darauf steht, und es bei Heyne erschienen ist, einem Verlag der mal für herausragende SF stand.


    Jetzt mal zum Inhalt dieses ersten Leseabschnitts.

    Eure Widmungen waren bisher immer geistreich und originell. Diesmal habt ihr es eher vermasselt mit dieser Plattitüde (All jenen die hinaus ins All streben...), die ich im SF Bereich schon viel zu oft so oder so ähnlich gehört bzw. gelesen habe. Die kleine zweite Widmung, direkt vorm Text ist da schon besser.

    Das erste Kapitel ist so typisch für euch: rasant geschrieben, gute Figurenführung und der nackte Kampf ums Überleben, den Charlotte diesmal wohl nicht überlebt hat, wie die Neuanstellung von Tandee am Ende der Prologe vermuten lässt.

    Ich habe mich wieder sofort wohl gefühlt in diesem Buch, war gleich ganz bei den Charakteren und fühle mich im Setting schon zu Hause.

    Kompliment, das macht ihr wirklich ganz hervorragend. Und vielen dank für die herrliche Anspielung an Dicks 'Träumen Androiden von elektrischen Schafen' auf Seite 37.

    Die Idee mit den 'Rißzeichnungen gefällt mir auch`, hilft mir bei der Orientierung und unterstützt meine Vorstellungskraft.

    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Und jetzt schaue ich mal, was meine Mitleser so geschrieben haben.

    Es tut mir sehr leid, aber ich komme derzeit nicht zum privaten Lesen.
    Die Neuheiten stapeln sich auf meinem Tisch und die Vertreter stehen noch ein paar Wochen täglich vor der Tür. Sprich ich stecke tief in den Frühjahrsbestellungen. Was mir zwar immer wieder viel Freude macht, mich aber diesmal von den Normannen abhält.


    Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lesen und Diskutieren.

    Zitat

    Das sich Geschwister in die Haare kriegen und Brüder um Geltung und Macht streiten, ist ja nicht so ungewöhnlich. Aber dass Robert und Onfroi sich dann so heftig streiten, da hat schon lange was geschwelt.


    Onfroi und Robert sind ja schon zwei ganz unterschiedliche Typen. Onfroi wirkt auf mich eher einfach gestrickt, direkt und mit wenig politischem Feingefühl. Er hat immer voll auf seine Stärke gesetzt. Dadurch hat er Menschen hinter sich vereinigt und auch geherrscht. Jetzt ist er älter und scheinbar von einer Krankheit geschwächt. Da könnte seine Herrschaft leicht angefochten werden.
    Robert ist da anders. Er hat politisches Kalkül und löst nicht alle Probleme allein mit Gewalt und Terror. Wie man ja bei der Einnahme von Consenza gesehen hat.


    Aber was hier passiert ist, ist ja mehr als nur ein heftiger Streit. Robert geht mit dem gezogenen Schwert auf Onfroi los, bereit ihn zu töten in seinem Zorn. Hätte man ihn nicht aufgehalten, dann wäre das schlimmste passiert: Bruder- und Herrschermord. Das kann Onfroi gar nicht auf sich sitzen lassen. Das muss er ahnden, wenn er seine Stellung halten will.


    Ich bin gespannt, wie sich der Konflikt auflöst. Hoffentlich stirbt Onfroi, krankheitsbedingt, nicht einfach weg. Das wäre eine schlechte Lösung. Und würde jede Menge Machtkämpfe nach sich ziehen.

    Zitat

    Ich bin ja kein Fan von mystischen Dingen in historischen Romanen, aber zu Gerlaine passt es einfach. Deshalb finde ich auch, dass es so gar nicht zu ihr passt, dass sie sich taufen lassen will. Ich fände es schöner, sie würde weiterhin dem alten Glauben anhängen. In der katholischen Kirche wird so etwas wie Visionen gar nicht gerne gesehen. Und es ist auch gar nichts mehr wert.


    Mir hat dieser Aspekt an Gerlaines Charakter auch immer gefallen.
    Aber an ihren Visionen (Zweites Gesicht) wird sich ja nichts ändern nur weil sie sich taufen läßt.
    Frauen mit Visionen sind ja auch in ja auch in der christlichen Kirche nicht unbekannt (Hildegard von Bingen, Anna Katharina Emmerick).
    Warum sollten Gerlaines Visionen wertlos werden, wenn sie sich taufen läßt?
    Ihre Visionen haben sich ja immer auf Menschen bezogen, deren Wohl ihr am Herzen liegt. In meinen Augen bleibt das wertvoll.
    Ich finde ihren Wechsel zum christlichen Glauben nachvollziehbar. Sie ist verheiratet und Mutter. Der christliche Glaube ist in seinem Kern ein friedvoller Glaube (das Verhalten der Kirche mal nicht gesehen). Und er bietet eine Jenseitsvorstellung, die für jeden Gläubigen erreichbar ist. Hat schon etwas verlockendes.

    Zitat

    Also die rauhen Kerle natürlich, aber auch ihre Art, wie sie an manche Sachen rangehen. Z.B. wird die Beute geteilt


    Ist dieses öffentliche Teilen der Beute typisch normannisch?
    Ich hatte es so verstanden, das es eine besondere Eigenart von Robert Guiscard ist.


    Gab es 'Guiscards verdammte Hunde' wirklich? Oder sind sie eine Erfindung von dir Ulf?

    Zitat

    Das ist mit der schlechten medizinischen Versorgung wohl das, was mich am meisten an den alten Zeiten stört, die fehlende zentrale Autorität bzw. Sicherheit, die wir heute (hier) haben. Es ist einfach nicht zu erwarten, dass heute mittag irgendwelche Gewalttäter um die Ecke kommen und dir den Garaus machen.


    Medizinische Versorgung hatte auch immer etwas mit dem Stand, dem Reichtum und dem Ort zu tun an dem man lebte. Sehr deutlich hat mir das der 'Medicus' (lief gerade an Weihnachten) wieder gemacht. Der spielt zwar gut 400 Jahre später.
    Wer Geld hatte und von Stand war konnte sich auch medizinische Versorgung leisten. Allerdings nur in einem Rahmen, den die Kirche vorgab.


    Aber auch damals konnte man nicht machen, was man wollte. Es gab durchaus Gesetze und Regeln, die den Umgang miteinander festlegten. Das sich auch damals Menschen darüber hinwegsetzen, ist nicht anders als heute.
    Und die Sicherheitslage heute, na ja, da könnte man an anderen Stelle drüber diskutieren.
    Sicherheit hat immer auch etwas mit einem Gefühl zu tun.

    Ich bin durch den ersten Leseabschnitt nur so durchgeflogen (und habe gleich ein Drittel des Zweiten mitgenommen).
    Gleich habe ich mich wieder heimisch gefühkt unter den Normannen. Gilbert ist einfach ein interessanter Charakter. Und mir gefällt die Ich-Perspektive. Ich bin so immer ganz nah im Geschehen, was ich sehr schätze.


    Die Anfangsszene mit den Bogenschützen fand ich nachvollziehbar. Die Langeweile bei einer solchen Belagerung kann schon bizarre Formen annehmen.


    Mal eine Frage zur vergangenen Zeit zwischen dem letzten und dem jetzigen Buch: das sind drei Jahre. Habe ich das richtig verstanden?


    Über den Begriff 'Orks' bin ich auch gestolpert. Er ist einfach zu sehr mit dem HdR verknüpft. Da hätte sich sicherlich auch ein ähnlicher Begriff (z.B. Schwarzalb) gefunden.


    Gerlaines Entwicklung finde ich nachvollziehbar. Auch wenn mir die alte Gerlaine besser gefallen hat. Aber wenigstens ist sie noch eine 'Spökenkiekerin'.

    Zitat

    Ja, die Karte ist diesmal vom Verlag vergessen worden. Das ist mir aufgefallen, als ich das erste Exemplar erhalten hatte. Es sind hier aber nur drei Orte wichtig: Melfi, Cosenza und Salerno. Wer noch einen der anderen Bände hat, könnte dort vielleicht nachschauen.


    Na ja, ich bin gerade schon bis in den zweiten Leseabschnitt gerutscht und da wird recht detailiert beschrieben, wie sich die Normannen in (Süd)Italien ausgebreitet haben, als Vorbereitung auf die politische Diskussion, die wohl jetzt unter den Hautevillebrüdern beginnt. Da wäre die Karte schon sehr hilfreich gewesen.