Beiträge von Torshavn

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    Also das Ende der Normannensaga, sehr schade.
    Aber du entschädigst ja mit einer thematisch tollen Trilogie. Darauf freue ich mich schon. :)


    Aber noch eine Frage:
    Gerade habe ich angefangen ein bißchen ins Buch hereinzuschmökern.
    Doch wo ist die Übersichtskarte? Habe ich sie übersehen?
    Ich weiß, das ich die Karte in der Vergangenheit wegen ihrer Ungenauigkeit oft kritisiert habe. Aber für einen groben Überblick war sie immer gut.

    Der neue Fantasyroman von Robert Corvus und Bernhard Hennen 'Nordwärts', erschienen im Heyne Verlag, ist der erste Teil der auf zwölf Bände angelegten 'Phileasson Saga'. Die Geschichte spielt auf dem Kontinent Aventurien, geschaffen und über Jahrzehnte weiterentwickelt für das Rollenspiel 'Das Schwarze Auge'. Sie beruht auf der gleichnamigen Rollenspielkampagne aus der Feder von Bernhard Hennen.
    'Nordwärts' führt den Leser in das Land und die Hauptstadt Thorwal, angelehnt an die Kultur der Wikinger.
    Phileasson und Beorn sind die beiden größten Kapitäne ihres Volkes. Der eine ein bekannter Entdecker, der andere ein berüchtigter Beutefahrer. Ihre Konkurrenz führt zu immer größeren Spannungen unter der Bevölkerung.
    Die oberste Hetfrau Garhelt schickt die beiden Männer im Auftrag der Göttin Travia auf eine Abenteuerfahrt rund um den Kontinent Aventurien, während der sie zwölf Aufgaben zu lösen haben. Wer alle Aufgaben löst und in der vorgeschriebenen Zeit von achtzig Wochen zurück ist, wird zum größten Seefahrer aller Zeiten erklärt und darf den Titel König der Meere tragen. Ihre erste Aufgabe führt die beiden Kapitäne noch höher in den Norden an die Eisgrenze und darüber hinaus.


    Robert Corvus und Bernhard Hennen gelingt ein wunderbarer Abenteuerroman, der mich von der ersten Zeile an überzeugen konnte. Sie führen eine Vielzahl von glaubwürdigen Charakteren durch die Geschichte, die spannend und temporeich erzählt ist und nie langweilig wird.


    Das war die bisher größte Leserunde an der ich teilnehmen durfte. Vielen Dank für die wunderbaren und interessanten Diskussionen. Ein besonderer Dank geht an Robert Corvus für die stets hervorragende Begleitung und die vielen zusätzlichen Informationen, durch die die Leserunde eine echte Bereicherung wurde. Ich freue mich schon jetzt auf das gemeinsame Lesen des zweiten Teils.

    Ich bin gerade erst über dieses Buch gestolpert.
    Die Leseprobe liest sich gut :). Und es geht um Drachen. Und eine neue Autorin kennenlernen.
    Falls es noch nicht zu spät ist, und vier Teilnehmer genügen, bin ich dabei 8).
    Sollte das Organisieren der Leseexemplare nicht mehr klappen, bin ich durchaus bereit mir das Buch zu besorgen.

    Zitat

    Da hast Du Dir doch aber keine Schranke gesetzt, oder?


    Hier hätte ich mir eine Beschränkung durchaus gefallen. Ich brauche all diese Details nicht, um zu wissen, das der Homunkulus ein absoluter Bastard ist.
    Und er ist da ja nicht allein. Die Söldner, die mit ihm im Tempel sind schauen zu und machen mit.

    Das Buch geht bisher gar nicht an mich. Eher im Gegenteil. Ich neige dazu, es einfach wegzulegen.


    Der Prolog ist langweilig. Und wieder einmal steht eine junge Frau mit tollen Fähigkeiten im Mittelpunkt, die sich beweisen muss, weil die meisten sie nicht für wirklich fähig halten. Sie ist halt die Tochter vom tollen Papa, der der Oberanführer einer Söldnertruppe (man muss wohl sagen 'Söldnerheer' bei dieser Größe um 3000 Mann).
    Dann endet der Prolog noch mit diesem total platten Dialog:
    "Bitte tötet mich nicht!"
    "Natürlich nicht. Wieso sollten wir das tun? Wir sind nicht deine Feinde. Wir sind Söldner, und unser Auftrag ist erfüllt."


    Und dann geht's gleich mit Folter, Mord, Vergewaltigung, Tempelschändung, Tod usw. weiter. Das ist also Söldnerehre (ja ich weiß, das war nur der dämonische Teil dieser Truppe. Aber das Fussvolk hat mitgemacht).


    Nach gut 40 Seiten, keine Figur, die ich auch nur im Ansatz mögen oder auch nur verstehen könnte bzw. können will.


    Der Einzige, dem ich vielleicht Sympathie entgegen bringen könnte (dem Attentäter der Eivoras Vater tötet), wird noch in diesem Kapitel auf's Kopfsteinpflaster geklascht. Und dürfte damit wohl aus dem Spiel sein.
    Die Priesterin ist auch interessant (ich bewundere ihre Tapferkeit und ihren Mut), aber tendenziel wird sie es wohl auch nicht lange überleben.


    Eigentlich habe ich keine Lust einer bezahlten Mörderbande, mit dämonischen Beistand, über 400 Seiten auf ihrem blutigen Weg zu folgen. Und das womöglich noch durch drei Bände. Irgendwie habe ich jetzt schon genug.


    Irgendwie habe ich mit Bernards Romanen außerhalb von Fremdunsiversen so meine Probleme (Ausnahme: 'Grauwacht'; und in Teilen 'Drachenmahr'). Nicht deine Schreibe, die ist immer top, auch deine Charakterbeschreibungen, deine Charakterführung ist gut. Aber deine eigenen Weltschöpfungen sind mir zu dunkel, zu düster, oftmals so ohne Hoffnung.


    Und nach dem ersten Phileasson- Roman ist 'Rotes Gold' ein herber Kontrast.


    Ich gebe unumwunden zu, ich brauche in Fantasyromanen neben einer pausiblen Welt voller Wunder auch Figuren, denen ich etwas Positives abgewinnen kann (von Identifikationspotential will ich gar nicht reden, das ist ja heute eher verpönt). Dann gehe ich auch mit ihnen durch die Hölle. Aber nur Hölle, nein.


    Bisher sehe ich für mich noch keinen Punkt, der mich genügend anspricht, um das Buch durchzulesen (bei den 'Schattenherren' war es ähnlich).

    Welche Stelle war für mich die spannendste?
    Der Prolog ist für mich eine der spannendsten Szenen. Die beste Kampfszene ist die, als Phileassons Ottajsko nachts im ewigen Eis von Banditen überfallen wird. Diese Szene sehe ich jetzt noch in vielen Einzelheiten vor mir.
    Und die Sturmfahrt, die Phileassons Seeadler in den Hafen von Olport zwingt. Ich spüre jetzt noch das kalte Wasser auf der Haut und den Salzgeschmack auf den Lippen.


    Welche Stelle fand ich am berührendsten?
    Berührend fand ich das gemeinsame Mal in der Traviakirche in Olport. Oder als Tylstyr das erste Mal auf die gefangene und gequälte Fianna trifft.


    Welche Geschehnisse hätten knapper dargestellt werden können?
    Ich hätte die zweite Mammutjagd nicht so ausführlich gebraucht. Aber wirklich kürzen würde ich nichts. Allein schon damit von eurer spannenden Schreibe nichts verloren geht.


    Welche Figuren findet Ihr interessant (nicht unbedingt: sympathisch), welche haben Euch kalt gelassen?
    Ich bin mit diesem Roman zu einem Elfenfreund geworden. Salarin ist mir mittlerweile doch ans Herz gewachsen. Seine aus menschlicher Perspektive einzigartige Weltsicht ist schon faszinierend. Galayne ist undurchsichtig, aber irgendwie faszinierend. Und auch Galande, Mutter der Schrate, hat mich neugierig auf das Elfenvolk (Aventuriens) gemacht.
    Phileasson ist mir zu gut, zu perfekt, ein Mann ohne Makel. Der wird mir auf Dauer zu eintönig. Bei Beorn überwiegen die negativen Charaktereigenschaften. Aber er ist am Ende des Romans für mich der interessantere Kapitän geworden.
    Meine Lieblingscharaktere sind Tylstyr (ich mag den Magier mit all seinen Selbstzweifeln) und die Traviageweihte Shaya (vor allem ihre Warmherzigkeit und ihr Einfühlungsvermögen).
    Und da ich mittlerweile selbst in die Jahre komme, freue ich mich immer, wenn auch alte Helden an der Geschichte maßgeblich beteiligt sind: Ohm Folker, der Skalde hat meine Sympathie und auch Olav, der Steuermann hat mein Wohlwollen. An ihrem Überleben liegt mir was.


    Was hat das Buch zu etwas Besonderem gemacht, und was hat gefehlt?
    Der Handlungsort Aventurien hat den Roman für mich zu etwas besonderem gemacht. Ich mag die Welt. Und freue mich immer, wenn ich lesend dort sein kann. Das Thema Thorwaler (Wikinger) mag ich sehr. Ich lese gerne Geschichten in nordischen Welten.
    Gefehlt hat mir eine ausgewogene Darstellung beider Ottajaskos. Gefühlt hat Phileasson viel mehr Textanteil als Beorn. Das macht es nicht immer leicht, die beiden besten Kapitäne der Thorwaler gerecht zu beurteilen.
    Das Mysterium um das Elfenvolk Aventuriens hat das Buch ebenfalls für mich lesenswert gemacht.


    Wenn Ihr eine Frage stellen könntet, die in den Folgebänden beantwortet wird - welche wäre es?
    Wird Tylstyr Fiannas Rache entgehen? Wird es zu so etwas wie einem Verzeihen zwischen den beiden kommen?

    Dieses Kapitel ist für mich eher durchwachsen. Klar liest es sich gut. Aber mich stellt es nicht zufrieden.


    Zitat

    Natürlich verlief die Einladung glimpflich.


    Sehr schade, das diese Begegnung zwischen Zidaine und Tlystyr in einem Satz abgehakt wird. Sie wurde vorher so ausführlich vorbereitet. Und dann nichts. Bedauerlich.


    Zitat

    Die Jagd nach dem Korbschwänzler war sehr spannend. Der Erste Versuch ging auch daneben und kostete Ragnor das leben.


    Ich fand diese zweite Jagd (nach Beorn) eher nicht mehr sonderlich interessant. Und dann benötigt Phileasson auch noch zwei Versuche.
    Beim ersten Versuch versucht er den Leitbullen mit einem Netz zu fangen. Ich weiß jetzt langsam, was er für ein toller Typ ist. Im Augenblick brauche ich das nicht noch mal.
    Und dann der erste 'wichtige' Tote auf Phileassons Seite. Warum? Für die Quote? Damit auch in seiner Ottajasko jemand stirbt, der zwar kein Hauptdarsteller, aber auch kein Namenloser ist. In meinen Augen war das nicht nötig.


    Zitat

    Die Szene bei den Elfenstatuen fand ich ein wenig gespenstig


    Für mich die beste Szene in diesem Leseabschnitt. Geheimnisvoll und sagenumwoben, die alten Götter der Elfen. Die Szene war wundervoll. Herrlich wie Salarin versucht möglichst den Ort tief auf sich wirken zu lassen. Das konnte ich gut nachspüren.

    Zitat

    Also - wenn Zidaine Fianna ist - hindert sie wirklich nur die Gefahr der Entdeckung?


    Ich weiß nicht, wie sie sich in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Aber wenn ihr die Ideale der Thorwaler etwas bedeuten, muss auch sie sich an die Spielregeln halten. Und das würde heißen, das sie niemanden während der Reise töten darf. Beorns Ottajasko hätte dann automatisch verloren.


    Vielleicht will sie aber auch erreichen, das Tjorne und Tlystyr sich an sie erinnern, langsam, aber stetig. Damit sie am Schluss nach Abschluss der Queste in vollem Bewußtsein ihrer Tat sterben können.

    Zitat

    In die Runde gefragt: Sieht das jemand anders?


    Ich hatte schon mal etwas dazu gesagt, Bernard, zu Beorns Bereitschaft hier wieder jemanden zu opfern:

    Zitat

    Ja das ist ganz bestimmt kein feiner Zug von ihm. Aber ich fand seine Überlegungen im Vorfeld sehr interessant.
    Er hat Annar ausgesucht, weil er mit seinen Gedanken eh schon mehr bei seinem getöteten Freund war. Die Thorwaler sind doch eher ein lebensbejahendes Volk. Ganz leben, intensiv und total. Oder sehe ich das falsch. Vielleicht denkt beorn, er tue Annar damit indirekt einen Gefallen.

    Zitat

    Wie geht es denn nun aus? Was wird Phileasson tun - wird er Erfolg haben? Kann er mit Beorn gleichziehen - oder geht der Blender nach der ersten Aufgabe in Führung?


    Im Augenblick hat Beorn die besseren Karten. Und ich denke, er wird nach dieser ersten Aufgabe in Führung gehen nach Punkten.
    Irgendwie glaube ich nicht, das Phileasson auf den letzten dreißig Seiten noch ein 'Mammut' fängt. Immerhin muss ja auch noch das Verhältnis zwischen Shaya und Salarin geklärt werden. Und auch Tylstyr und Tjorne haben noch eine Verabredung, die sie nicht verpassen dürfen.
    Aber Phileasson wird den Rückstand schnell wett machen, wenn es um die Geheimnisse des Turms geht. Da ist er mit seinen Leuten einfach besser aufgestellt. Da wird er Beorn alt aussehen lassen.

    Zitat

    Etwas unheimlich finde ich Ohms Worte, als er Phileasson sagte, er traue Vascal nicht.


    Ohms Argumentation kam mir ein bißchen aus der Luft gegriffen vor. So als suchte er krampfhaft nach einem Grund, Vascal schlecht zu machen. Der Dialog hat mich nicht überzeugt.
    Die Szene mit den beiden im See fand ich schön. Sie hatten hier ein bißchen Zeit ihre alte Freundschaft zu pflegen und auch schon mal die Crew für den Weg zum Turm zusammenzustellen.
    Unnötig fand ich diese Riesenlibellen. Sie haben die Szenerie gestört. Die beiden haben schon genug Stress und Belastungen hinter sich. Da wäre ein bißchen reine Idylle schjön gewesen.

    Zitat

    Richtig mies fand ich Beorn hier wieder, dass er schon wieder ein Mitglied seiner Crew opfern wollte, um sein Ziel zu erreichen. Er konnte ja nicht wissen, was der Elf vorhat und hat den Tod des Mannes in Kauf genommen.


    Ja das ist ganz bestimmt kein feiner Zug von ihm. Aber ich fand seine Überlegungen im Vorfeld sehr interessant.
    Er hat Annar ausgesucht, weil er mit seinen Gedanken eh schon mehr bei seinem getöteten Freund war. Die Thorwaler sind doch eher ein lebensbejahendes Volk. Ganz leben, intensiv und total. Oder sehe ich das falsch. Vielleicht denkt beorn, er tue Annar damit indirekt einen Gefallen.


    Zitat

    die Gedanken, die Beorn sich über Ursa macht waren einerseits aufschlußreich und andererseits verwirrend. Warum hat er sich mitgenommen, wenn er so über Ursa denkt?


    Ja das fand ich auch spannend. Ich denke, Beorn hat Ursa völlig falsch eingeschätzt. Das ist ihm deutlich geworden bei der Pelzjagd auf die Schneeschrate. Da ärgert er sich maßlos über sich selbst. Deshalb hat er diese krassen Gedanken über Ursa. Vielleicht ist er ja kein so großer Menschenkenner? Da hat ihm Phileasson einiges vorraus.


    Zitat

    Zum Glück konnte Galandel den Eisigel herausholen. Aber die Schmerzen, die Shaya dabei aushalten musste. Die Arme, ich habe mit ihr gelitten


    Die Szene hat mich auch extrem mitgenommen. Ich konnte es regelrecht in den Eingeweiden spüren. Und ich hatte wirklich Angst um sie. Gerade als klar wurde, das das Blut bei der OP nur so aus ihr herausfloss. Travia sei Dank, sie hat überlebt.
    Wie sie sich innerlich an ihre Gefährten geklammert hat, fand ich großartig. Sie hat nicht aufgegebn. Das haben die Eisigel nicht geschafft ihr alle Hoffnung zu nehmen.