Beiträge von Torshavn

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    Obwohl ich all Eure Kommentare schon gelesen habe, würde ich einfach gerne meine ersten Eindrücke schildern, bevor ich mit ins Gespräch einsteige.


    Gut die erste Hälfte des ersten Leseabschnitts liegt hinter mir. Ich habe mir vorgenommen, den Text etwas langsamer zu lesen, als es meine Gewohnheit ist, um ihn einerseits zu genießen (Bernards Sprache gefällt mir) und um die Details bei Bedarf besser erinnern zu können. Deshalb werde ich sicherlich nicht vorpreschen, sondern eher etwas hinterher hinken.


    Die Idee mit den den Kapiteln vorangestellten Tagebucheintragungen als kommentierende Stimme hat mir gleich gut gefallen. Obwohl ich ihn vorm Prolog etwas störend finde. Der Einstieg in die Geschichte wäre unmittelbarer, direkter ohne ihn. Der Prolog gefällt mir ausgesprochen gut. Die wenigen Seiten reichen um eine ganze Familie in ihren wesentlichen Eigenschaften darzustellen und mir sofort unsympathisch zu machen. Die Hoffnung mit denen nicht viel zu tun haben zu wollen, erfüllt sich dann ja auch schnell. Selbst wenn Edelhart den großen Teil der folgenden Geschichte trägt. Der arrogante Kerl wird dann ja auch bald vorgeführt in seiner ganzen dummen Selbstherrlichkeit.
    Ein eleganter Schachzug vom Autor, wie ich finde. Denn so erhält die Kultur der Amaldaner, die mir längst nicht so vertraut ist, einen Sympathiepluspunkt. Echt gut gemacht.


    Bisher am besten gefällt mir das Eingangskapitel zum 'Weg nach Taladur'. Erresto und Kallista sind meine unangefochtenen Lieblinge. Die Szene hat mich sofort an diverse CSI Folgen erinnert. Da ich Krimis sehr mag, hat Bernards Geschichte von nun an meine volle Aufmerksamkeit. Das Auffinden der Leiche wird sehr detailreich beschrieben. Fast könnte man meinen der Leser soll eine Chance bekommen, mitzuknobeln wer denn wohl der Täter sein könnte. Aber das dürfte dann am Ende wohl nicht so wichtig sein, wer es war. Sondern eher, was durch den Mord ausgelöst wird. Das ganze Kapitel ist in meinen Augen das bisher beste. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Figuren Erresto und Kallista weiterentwickeln.


    Ein sehr stimmungsvolles Kapitel folgt dann in der Taberna. Hier trifft Lebenslust auf Lebensfrust. Das Lesen dieses Abschnitts macht einfach nur Freude.


    Die folgende Tanzschulszene finde ich dann schon fast unerträglich. Obwohl sie schon sehr gut zeigt, wie unterschiedlich Adel und einfaches Volk sich zur Musik vergnügen. Als Kontrast zur Szene in der Taberna funktioniert sie. Da kann ich sie auch akzeptieren. Aber als Vorstellung der Verlobten von Edelhart (irgendwie erinnert mich der Name an eine Figur aus einen deutschen Heimatfilm Reihe) finde ich sie eher misslungen. Einzig Doloresa Amazetti rettet die Szene für mich. Der Parasit, den sie im Gesicht trägt, ist interessant, und lässt einen die organisierte Tanzerei schnell vergessen.


    Der rasche Szenenwechsel trägt wunderbar zum Schwung des Buches bei. Das Lesen geht leicht von der Hand. Die Figuren deuten jetzt schon Tiefe und Charakter an. Erstaunlich gut hat Bernard die Vielzahl von Figuren, die jetzt schon auftreten im Griff. Ich musste nicht einmal das Personenregister im Anhang bemühen. Die Einführung der (wichtigen) Charaktere ist prägnant und der Wiedererkennungswert hoch. Ich denke, ich werde auch weiterhin keine Probleme mit den Figuren haben.


    Alles in allem gefällt mir der Roman sehr gut. Ich kann im Augenblick gar nicht mehr nachvollziehen, warum mir beim ersten Mal der Zugang nicht gelang. Das Buch muss mich auf dem falschen Fuß erwischt haben.

    Bevor ich mit dem Lesen eines neuen Buches beginne, werfe ich immer erst einmal einen Blick auf die Biographie des Autors zu Beginn des Romans. Da heißt es hier:


    "Er ist katholisch, ledig und arbeitet hauptberuflich..."


    Ungewöhnlich. Die wenigstens Autoren würden ihre Religionszugehörigkeit in ihre Biographie aufnehmen.
    Dir scheint Dein Glaube wichtig zu sein, Bernard. Beeinflußt er Dich beim Schreiben? Inwiefern?

    Hallo Heimfinderin,
    Hallo MitleserInnen,


    ich bin über Bernards Videoblog auf Euch aufmerksam geworden und würde mich Euch gerne anschliessen.
    Schon einmal hatte ich Türme im Nebel begonnen. Aber irgendwie habe ich nicht so den Zugang gefunden.
    Gerne würde ich es mit Euch gemeinsam versuchen.


    Gemütlich angehen lassen, klingt auch gut. Da ich im Augenblick beruflich im Abenteuer Weihnacht stecke.


    Ich hoffe Ihr könnt noch einen Mitleser brauchen.


    Liebe Grüße


    Torshavn