Beiträge von bookstars

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    Nun gibt es erste Tote unter unbewaffneten Demonstranten – was für eine fatale Fehlentscheidung des Militärs zu schießen! :o


    Julius hat gleich erkannt, welche Brisanz diese Entwicklung für die ohnehin schwelende Unruhe haben wird.
    Eine Katastrophe dürfte kaum noch abzuwenden sein. Erstaunt war ich dann aber doch wen er da zu Rate gezogen hat.
    Die Figur von Julius ist wirklich sehr vielschichtig ausgearbeitet.
    Ich finde es sehr spannend, seinem Vorgehen zu folgen – ein äußerst cleverer Stratege.
    Hihi und schon wieder eine Liste! Wer war wohl auf dem 2. Platz deutlich vor den Gebrüdern Grimm?


    Seine politischen Einstellungen und seine Offenheit haben mich schon sehr überrascht.
    Wenn er sich öffentlich dafür einsetzt, dass Gesetze ausgearbeitet werden, die für mehr Gerechtigkeit sorgen, stellt er sich auf die Seite der Rebellen und kann seine Position als Polizeipräsident wohl kaum noch halten.
    Wie aber soll er den Aufstand noch im Zaum halten und ein Blutbad abwenden, wenn die Rebellen sich bewaffnen, muss er den Schiebbefehl auch tragen. Was für eine Zwickmühle!


    Den Besuch bei Humboldt fand ich sehr faszinierend. Julius sucht bei einem anerkannten Wissenschaftler Rat und bekommt zunächst nur ausweichende Antworten.
    Kein Wunder, dass der „rote“ Humboldt sehr vorsichtig ist und seine wahre Meinung nicht äußern will.
    Schließlich ist auch er der Meinung, dass sich nach all der Warterei nur etwas mit Gewalt bewegen lässt …
    Ein Teufelskreis für den es gar keine Lösung mehr zu geben scheint. ;)


    Victor ist der typische arrogante, adelige Offizier, der meint sich im Leben alles nehmen zu können und ein Recht auf einen gewissen Lebensstil hat.
    Die Gräfin sollte ihm nur mit seinen Spielschulden helfen, wer wird es das nächste Mal sein?
    Um billige Ausreden ist er ja nicht verlegen. Mir kam es eher so vor, als würde es ihm bei der Kontaktaufnahme gar nicht um Alice gehen, sondern es ist eher sein verletzter Stolz, dass Alice ihn für einen wie Hannes die kalte Schulter zeigt.
    Wie armselig, dass er seine Überlegenheit Hannes erneut spüren lässt – von viel Selbstwertgefühl zeugt seine Aktion auch nicht, denn eigentlich ist einer wie Hannes doch gar keine Gefahr für so einen tollen Hecht!


    Alice ist verliebt, malt sich ein Leben an Hannes Seite aus und sieht das Ganze doch sehr romantisch verklärt.
    Sie überlegt sogar ernsthaft, was ihr mit Hannes alles Schönes im Leben entgehen würde, doch kann sie sich nicht mal annähernd vorstellen, was ein Leben in Armut für sie wirklich bedeuten würde und würde sie ihr angenehmes Leben für Hannes aufgeben?
    Von ihren Eltern würde sie doch niemals den Segen für eine derartige Mesalliance bekommen – so nett sie auch zu Hannes waren.
    Sie trennen doch Welten!


    Und dann lässt Alice sich wie ein unerfahrener Backfisch von dem grauenvollen Victor wieder um den Finger wickeln und geht tatsächlich trotz der Verbote ihrer Eltern mit ihm in die Oper.
    Also ein bisschen mehr Verstand hätte ich ihr schon zugetraut, durchschaut sie seine billigen Schmeicheleien denn gar nicht.
    Ein letztes Mal sagt sie sich, zieht seinen Ring sogar wieder an …will sich einfach amüsieren und mit ihm gesehen werden.
    Wo ist denn die couragierte Alice geblieben??? Aber während der Oper merkt man ja auch wieder, wie sie den schönen Schein hinterfragt und sich nicht wirklich wohl fühlt.


    Hmm, das Spiel mit dem Feuer ist nun leider schief gegangen - Hannes sieht sie mit Victor in der Kutsche und wendet sich zu Recht entsetzt ab. Er muss sich von Alice doch sehr veralbert vorkommen und dann ausgerechnet noch an der Seite von Victor.
    Wie furchtbar, dass er in seinem Frust nun bei den Rebellen mitmachen will.
    Ich bin mal gespannt, wie sich die Beziehung zwischen beiden nun weiterentwickeln wird.


    Hannes hat mir in diesem Leseabschnitt echt leid getan … so viele Schicksalsschläge und Enttäuschungen auf einmal.
    Äußerst traurig fand ich die Begegnung von Hannes mit seiner Mutter.
    Ich war schon sehr erstaunt zu lesen, wie sie damals ihren kleinen Jungen beim alkoholkranken Vater zurückgelassen hat und quasi die Zelte zu ihrem früheren Leben abgebrochen hatte, um einen Neuanfang in Wohlstand zu beginnen.
    Wie bitter, dass sie ihn nie mehr kontaktiert hat, ja ihn quasi abgeschrieben hat.
    Und ihre erste Frage gilt Geld … keine Freude oder Umarmung.
    Man hatte fast den Eindruck, dass sie bei Hannes Weggang erleichtert war, dass sie diese unangenehme Episode aus ihrem früheren Leben wieder streichen kann. :(


    Wie haben sich denn eigentlich die hohen Kirchenvertreter zu den Missständen, Ungerechtigkeiten und den Unruhen gestellt?

    Die ganze Atmosphäre im Roman mit den vielen geschickt eingestreuten historischen Details wie zB der Tiergarten, der Laternenanzünder, vor allem auch das Schloss gefällt mir sehr gut.
    So kann man sich hervorragend in die damalige Zeit hineinversetzen.
    Die Kundgebung im Tiergarten war toll beschrieben und wirkte richtig bedrohlich – man spürt förmlich, wie sich die angespannte Stimmung auf beiden Seiten immer mehr hochschaukelt und sich irgendwann entladen wird.
    Noch scheinen Polizei und Militär die Lage im Griff zu haben, fragt sich wie lange noch...


    Und mittendrin Kutte, der doch wesentlich mehr involviert ist als ich anfangs dachte.
    Er ist davon überzeugt, dass der Umsturz eine bedeutsame Sache ist und engagiert sich sehr dafür.
    Ich befürchte allerdings, dass er als richtiger Draufgänger die Unruhen nicht überleben wird.
    Hannes ist da viel vorsichtiger, skeptischer und zurückhaltender - zu Recht scheut er die Konfrontation mit der Obrigkeit, denn bei der Übermacht an zusammengezogenen Soldaten werden die Rebellen sich nicht durchsetzen können und einen hohen Preis zahlen!


    Hannes und Alice treffen sich nun also häufiger.
    Aber bei den extremen Standesunterschieden hat eine Liebe zwischen den beiden wohl kaum eine Chance und würde sicher auch nicht lange gut gehen.
    Bei der Schlossbesichtigung kommt Hannes bei all dem Prunk und Überfluss aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
    Was er da zu sehen bekommt ist eine ganz andere Welt … wenn man überlegt in welchen Verhältnissen er aufwachsen musste. Kein Wunder, dass ihm die Begegnung mit seinem „Alten“ peinlich war.


    Interessant fand ich, dass Alices Eltern Hannes als willkommene kleine Ablenkung von Victor sehen – das zeigt ja schon, dass sie Alice Begeisterung für den jungen Mann aus Feuerland nicht sonderlich ernst nehmen und eine tiefere Zuneigung von vornherein ausschließen.
    Die sehr modernen Ansichten von Alices Vater haben mich etwas überrascht.
    Ich hatte den Eindruck dass er Hannes mit seiner Meinung wirklich ernst genommen hat.


    Alice Mutter mit ihren überspannten, schwachen Nerven und ihren Beruhigungstropfen finde ich ja sehr anstrengend – ein Glück, dass Alica da aus ganz anderem Holz geschnitzt ist.
    Ich glaube, in der Familie wird die Mutter schon gar nicht mehr richtig ernst genommen …


    Die Szene mit dem arroganten Offizier, ich denke mal das war Victor, der ihn da mit Freuden demütigt, weil er ich vorher mit Alice gesehen hat? – zeigt sehr deutlich, was andere von Menschen wie Hannes halten.
    Ob er noch einmal in die Lage kommen wird, es ihm heimzuzahlen?


    Sehr spannend ist auch die Nebenhandlung mit diesem Spitzel Nepomuk.
    Dieser Typ ist scheinbar ein echter Profi und mit allen Wassern gewaschen– schockiert hat mich, dass er selbst vor kaltblütigem Mord nicht zurückschreckt und den auf ihn angesetzten Spion quasi vor aller Augen umlegt.
    Ob Minutoli sein Treiben bald durchschauen wird und ihn enttarnen kann?
    Bei Nepomuk könnte ich mir sogar vorstellen, dass er neben seiner Doppelagentenrolle auch noch im ganz eigenen Interesse handelt.
    Dieses leichte Perkussionsgewehr M 41 ist also die mysteriöse Geheimwaffe, auf die die Franzosen so scharf sind?


    Und jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht.


    Vielleicht erzählt Rosalie ihrer Enkelin nun die ganze Geschichte und diese kommt eines Tages nach Wuppertal und findet Dorotheas Grab - wer weiß?


    Daran hatte ich auch beim Lesen denken müssen - allerdings hätte die bewegende Geschichte mindestens 1 bis 2 Generationen weitergetragen werden müssen, damit jemand das Grab auf dem Niederländisch-Reformierten Friedhof hätte entdecken können. ;)


    Die habe ich gar nicht wahrgenommen (oder mein Bewusstsein hat sie ausgeblendet), ich hatte nur die lesende Frau in Erinnerung.


    An eine Katze kann ich mich auch nicht erinnern - aber ich finde das Bild fängt sehr schön die Atmosphäre mit der völlig ins Lesen versunkenen Frau ein und ist sehr treffend gewählt! ;)

    Ein sehr bewegendes und dennoch auch sehr schönes Ende dieses wundervollen Romans! :)


    Es war also wirklich Dorothea, die sich aus Verzweiflung das Leben genommen hat – dabei war sie noch so jung und hatte das ganze Leben eigentlich noch vor sich.
    Der Brandanschlag auf die Leihbibliothek und das ungleiche, von allen diffamierte Paar war fürchterlich und extrem heimtückisch.
    Den tragischen Verlust ihres geliebten Isaaks konnte Dorothea einfach nicht verkraften.
    Sehr traurig – obwohl sich Rosalie so sehr um ihre Freundin bemüht hat, konnte sie sie nicht mehr aus der großen Trauer und Hoffnungslosigkeit herausreißen.
    Erschreckend klar und zielstrebig plant sie die Tat, in der sie eine Erlösung sieht … selbst in ihrem Abschiedsbrief hat sie nicht mehr viel zu sagen.
    Steckte eigentlich wirklich der verrücktgewordene Packenius hinter dem Anschlag? Mir machte er zum Schluss hin den Eindruck, als ob er gar nicht mehr dazu fähig gewesen wäre. Und hätte er tatsächlich den Tod Dorotheas gewollt?
    Nun erklärt sich auch, wie das Skelett in die Höhle gekommen ist.
    Wirklich bewundernswert wie sich Rosalie nach dem Tod ihrer Freundin noch bemüht, eine würdige Bestattung zu organisieren und um Verständnis bei denen zu werben, die sie doch schon vor langer Zeit fallen gelassen haben.
    Mehr konnte sie ja leider nicht mehr für sie tun.


    Immerhin aber eine schöne Geste des Gemeindeoberhaupts, den Pflanzling der Libanonzeder für sie als Sünderin bereitzustellen.
    Nun bekommt auch der Bibelspruch eine ganz andere Tragweite.
    Mit Noras hartnäckigen Ermittlungen bekommt das Medaillon mit dem Rosenmotiv auch einen ganz neuen Sinn – toll, dass es ihr zum Schluss doch noch mit vielen Zufällen zwar, aber immerhin! - dem Skelett einen Namen zu geben und Dorothea in geweihter Erde zur letzten Ruhe zu betten.
    Die Verwicklungen um Minter ganz am Ende haben mich etwas erstaunt, denn eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass sie gemeinsam ausgewandert sind.
    Afras plötzlicher Tod hat für Rosalie dann die tatsächliche Wende gebracht!
    Auch wenn sie nie darüber gesprochen haben, will sie mit Minter nicht mehr zusammenleben, da sie einfach nicht mehr trauen kann.
    Irgendwie habe ich mir ja nicht vorstellen können, dass er zu so einer Tat fähig wäre, doch andererseits sind Zeitpunkt und Symptome der Sterbenden schon sehr verdächtig.


    Sie macht sich mit großer Zuversicht auf nach Amerika. Einem Land, das schon damals den Frauen die Möglichkeit gegeben hat, zu studieren und einen akademischen Beruf auszuüben.
    Genau das, wovon sie die ganze Zeit geträumt hatte!
    Nun hält sie keiner mehr in Deutschland… ich hatte den Eindruck, dass sie auch später nie mehr in ihre Heimat zurückgekehrt ist und mit einem neuen Mann sehr glücklich dort drüben geworden ist.
    Ihre Freundin jedoch und ihren tragischen Tod hat sie nie vergessen können – das zeigt der Name, den sie ihrer Tochter gegeben hat und scheinbar hat sie bei den anderen auch ein Wörtchen mitzureden ... June, Rose???


    hihi, da hat Nora sich ja in eine Situation manövriert ;D Ich musste echt grinsen, als sie auf einmal beide Männer in der Wohnung hat und nichts rausbringt. Kurz darauf keinen mehr, auch verständlich.
    Aber nun scheint sie endlich zu wissen, was und wen sie will, nämlich Robert. Witzig, dass ausgerechnet Falk ihr den Rat gibt, zu ihm zu gehen. Das Kapitel scheint also endgültig beendet zu sein, er hat ja jetzt auch Melanie.


    Ja die Szene hat mich auch sehr amüsiert.
    Ohne groß nachzudenken hat sie ein riesiges Chaos angerichtet. Hier rotiert ja echt ein richtiges Beziehungskarussell. Und Falk hat tatsächlich mit Melanie eine Affäre angefangen und will sogar mit ihr zusammen ziehen!
    Was für ein merkwürdiger Typ, aber immerhin gibt er Nora den gutgemeinten Rat, sich um Robert zu bemühen – ich denke auch, dass er ihr gut tun wird und besser zu ihr passt, als der unzuverlässige Falk.



    Das war übrigens echt gruselig, auch der Traktaverteiler! den hat doch bestimmt Kohlbrügge geschickt, damit er Dorothea genau den Spruch gibt.


    Das habe ich mir auch gleich gedacht – das war doch mehr als ein Zufall.
    Diese Leute sind in ihrer Verblendung und Borniertheit echt gruselig und verhalten so was von unchristlich …

    Puh ist das spannend! Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Auflösung. ;D


    Nora ist es tatsächlich gelungen, das Alter des Skeletts immer mehr einzugrenzen und hat sogar den Herstellungsort des Amuletts herausgefunden – und doch ist immer noch nicht klar, welche der beiden Frauen nun in der Höhle begraben wurde.
    Wie grausam, dass es sich wirklich um einen Suizid zu handeln scheint. Was hat sie nur zu so einer schrecklichen Verzweiflungstat getrieben?
    Dorothea und Kirschbaum scheinen sehr glücklich miteinander zu sein, doch ich gesamtes Umfeld verachtet das ungleiche Paar und macht ihnen zunehmend das Leben schwer.
    Da hat gerade noch Packenius gefehlt, der sie mit seinem Missionierungswahn und in seiner krankhaften Verblendung regelrecht verfolgt.
    Toll fand ich ihre mutige Idee, seinen Vater aufzusuchen! Das scheint nun endlich Wirkung gezeigt zu haben … ;)
    Aber was sollten diese unheilvollen Andeutungen – das hat mich richtig stutzig gemacht.
    Wird es gar nicht mehr dazu kommen, dass sie in die USA auswandern, weil Kirschbaum etwas Schreckliches zustößt?


    Die Sache mit der bei der Höhle angepflanzten Libanonzeder ist wirklich seltsam. Irgendwie kann ich mir auch noch gar nicht richtig vorstellen, wie sich das Ganze zugetragen haben soll?
    Hat sich die junge Frau in der Höhle erhängt und wurde dann gefunden? Wer hat sie dort begraben?
    Vieles spricht für Rosalie, die die Gegend ja kannte …


    Auch für Rosalie sind es alles andere als einfache Zeiten.
    Ihr doch sehr unbefriedigendes Verhältnis zu Minter beendet sie, vielleicht sogar zuerst noch in der Hoffnung Minter zu einer endgültigen Entscheidung zu bringen, doch letztlich weiß sie, dass sie keine glückliche Zukunft mit ihm haben kann, wenn er weiterhin zu seiner kranken Frau steht.
    Wie demütigend für sie!
    Aber nun setzt sie umso mehr ihre Energie daran, sich als Apothekerin weiterzubilden. Toll!
    Nur gestattet man in der damaligen Zeit in Deutschland noch gar nicht, dass Frauen einen akademischen Abschluss machen.
    Ist sie irgendwann darüber so verzweifelt, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen wird – gescheitert in der Liebe und in ihrem Berufswunsch, ohne eine wirkliche Perspektive?
    Was wird mit ihr geschehen, wenn ihr Vater stirbt?


    Ich freue mich schon aufs Weiterlesen ... ;)

    Ein toller Prolog mit der Szene in Frankreich - eine Erschießung wird im letzten Moment abgeblasen und der zu Tode Verurteilte ist so dreist das ihm gemachte Angebot mit zusätzlichen Forderungen zu verbinden.
    Ob dies wohl Nepomuk ist, den wir später dann in Berlin kennenlernen und der als Doppelagent tätig ist?
    Welche Geheimwaffe er wohl für die Franzosen finden soll?
    Sehr spannend!


    Nach einem Schauplatzwechsel und Zeitsprung landen wir dann mitten im Berlin des 19. Jahrhunderts, in dem es gesellschaftlich und politisch ganz schön brodelt. Ein Austand gegen den König liegt in der Luft.
    Bei den Versammlungen im Tiergarten machen sind nicht nur Arbeiter sondern auch Intellektuelle und renommierte Leute mit.
    Die Unzufriedenheit mit den damaligen Verhältnissen muss ganz schon groß gewesen sein.
    Diese Führungen durch das Armenviertel Berlins sind scheinbar der letzte Renner für die sensationslustigen „Reichen und Schönen“ jener Zeit.
    Die Massenarmut und Verelendung der Menschen ist hier sehr authentisch dargestellt.
    Hannes als Fremdenführer durch den Moloch der Stadt versteht es bestens seine Tour durch Feuerland mit dem richtigen Thrill zu würzen und als wäre das Elend nicht so schon schlimm genug auch noch richtig aufzupeppen.
    Hannes ist wirklich clever und geschäftstüchtig – er wird mit seinem Ehrgeiz und seiner Sparsamkeit wohl den Weg "nach oben" raus aus ärmlichen Verhältnissen schaffen, wenn er so weiter macht.
    Vorausgesetzt natürlich er lässt sich nicht auf krumme Touren ein.
    Sehr amüsiert habe ich mich über Hannes „Lektürestoff“ Brockhaus Konversationslexikon von A-E ….
    Seine Krähe Kara als Haustier finde ich ja auch total faszinierend.
    Um Hannes' Freund Kutte muss man sich schon etwas sorgen machen – planen die Rebellen einen bewaffneten Aufstand?
    Bei Alice weiß ich noch nicht so genau, was ich von ihr halten soll. Sie ist schlau und ziemlich forsch, als sie Hannes wegen seiner Lügen angeht, aber wie sie diesem arroganten Adeligen Victor da hinterher rennt, der sie doch scheinbar hintergangen hat – das kommt mir sehr unreif vor. Sie hat scheinbar extrem romantische Vorstellungen von der Liebe …und ist doch in vielem sehr verwöhnt.
    Toll finde ich, dass sie sich wohl wirklich für die Armen einsetzen möchte und sich sogar für Politik interessiert – womit sie natürlich bei den Männern aneckt, die es natürlich lieber sehen, sich mit typisch weiblichen Themen zu beschäftigen.
    Gespannt bin ich auch mehr über Alice Bruder Ludwig zu erfahren.
    Polizeipräsident Julius von Minutoli, eine historische Persönlichkeit und eine tolle Figur!
    Puh Blut will er fließen sehen und hart durchgreifen – das hört sich echt übel an …
    Ich habe mich schon gefragt, ob seine Unart endlos lange Listen über alles Möglich und Unmögliche zu führen, überliefert sind ...echt witzig und zugleich interessant!
    Ach ja und Hannes hat sich scheinbar in die hübsche und wohlsituierte Alice verguckt.


    Ich bin sehr gespannt, wie es mit Alice und ihm weitergeht …

    Huhu ihr Lieben,
    bei uns geht der Poststreik nun schon in die 3. Woche ... :winken:
    Nachdem ich am Samstag etliche Buchhandlungen vergeblich abtelefoniert habe, konnte ich heute Abend mein vorbestelltes Buch abholen und endlich mit lesen anfangen.
    Ich hoffe, dass ich bald meinen Rückstand aufholen werde. ;)

    Nun geht es erst mal mit den Anfängen von Falk und Noras Beziehung weiter …
    Nun wird auch klar, welche tragischen Umstände die arme Nora davon abgebracht haben, ihr Studium so kurz vor dem Abschluss abzubrechen.
    Hmm – nach der Vorgeschichte, wundere ich mich immer mehr, wieso die beiden noch zusammen sind und wie es überhaupt zur Heirat gekommen ist.
    Falk wird mir in seinem ganzen selbstbezogenen Verhalten immer unsympathischer.
    Wie kann er Nora nach der Totgeburt mit ihrem Schmerz nur so im Stich lassen?
    Was er sich dann mit seiner Doktorarbeit rausgenommen hat, ist in meinen Augen echt unverzeihlich und zeigt mir bloß wie rücksichtslos er ist.
    Wie kann er sich einfach ungefragt ihre Forschungsergebnisse schnappen und die für sich verwenden?
    Wenn man sich überlegt, dass er ihr ja auch hätte helfen und ihr beistehen können, damit sie ihre Magisterarbeit noch hätte zu Ende bringen und ihr damit eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft geben können.
    Unfassbar, wie unverschämt er sich da verhalten hat und ihre Schwäche und Verzweiflung ausgenutzt hat, um sich beruflich weiterzubringen. Für ihn war dieser Vertrauensbruch offenbar nur eine Bagatelle.
    Ich habe ja das Gefühl, dass Nora schon immer bei ihm keine gleichberechtigte Stellung hatte und seine herablassende Art ist ja auch im vorigen Abschnitt schon deutlich geworden.
    Vielleicht hat Nora dann doch zu schnell nachgegeben und sich mit ihm versöhnt, der der Suizid ihres Vaters hat sich sicher auch noch zusätzlich aus dem Gleichgewicht gebracht.


    Dorothea fand ich in diesem Abschnitt für ihren mutigen Schritt wirklich toll!
    Endlich steht sie zu ihrer Liebe zu Kirschbaum - ich habe mich wirklich für die beiden gefreut.
    Irgendwann kommt sie zur Erkenntnis, dass egal was auch immer sie tut, sie bei allen in der Gemeinde eine Außenseiterin bleiben wird. Diese hartherzigen Menschen sprechen zwar ständig von Vergebung und Verzeihen, doch letztlich fehlen doch die wirklichen Taten – sie weigern sich Dorothea als „Schwarzes Schaf“ wieder in ihre Kreise aufzunehmen.
    Sehr amüsant fand ich den Brief von Packenius – ganz Missionar versucht er das verlorene Schaf auf den rechten Pfad zu lenken und zur Rückkehr zu bewegen.
    Mit diesem gefühlsarmen, nüchternen Menschen wäre sie niemals glücklich geworden.


    Etwas nachdenklich hat mich Rosalies Reaktion auf Dorotheas Glück gemacht. So muss doch sehr unzufrieden mit ihrer Beziehung zu Minter sein, wenn sie sich beim Anblick dieser rührenden Liebe Neid empfindet. Ihr Verhältnis ist aber auch extrem kompliziert geworden, Rosalie ist gezwungen ständig Rücksicht zu nehmen und kann ihre Liebe zu Minter aus Angst vor Entdeckung nicht ausleben. Auf Dauer ist das sicher sehr frustrierend, vom Geliebten wie Luft behandelt zu werden, während dieser sich aufopferungsvoll um seine kranke Frau kümmert.
    Teilweise kam es mir schon so vor, dass der so beherrschte Minter einfach zu viel von der jungen Rosalie verlangt – schließlich wünscht sie sich doch nur einen leidenschaftlichen und liebevollen Umgang mit Minter.
    Echt traurig, dass sie nun so unglücklich ist und ich befürchte ja, dass Minter nicht gerade gnädig mit ihr ist.
    Die Opium-Verdünnung herzustellen und herauszugeben entgegen seinen ausdrücklichen Befehl wird ihn sicher sehr erzürnt haben.


    Sehr überrascht und zugleich schockiert hat mich sein verspätetes Weihnachtsgeschenk – das bei dem Skelett aufgefundene Medaillon. Bedeutet das nun etwa, dass Rosalie die Tote ist? Sie wird ja wohl kaum das kostbare Schmuckstuck verschenkt haben.
    Sehr rätselhaft…
    Dabei war ich mir anfangs sicher, dass sie die Großmutter von June ist – aber mittlerweile wird es immer wahrscheinlicher, dass Dorothea mit ihrem Kirschbaum ausgewandert ist.


    Ich finde ihre Kirche einfach so krass, die sie so sehr in diese Situation treibt. Als ob sie dadurch wirklich was erreichen. Dorothea versucht es zwar, aber so ganz schafft sie es ja nicht und ich wie sehr die Ehe erfolgreich sein wird, sehen wir ja noch, aber wenn sie auf solchem Druck aufgebaut wird, zweifle ich stark an einer glücklichen Ehe...


    Da hast du Recht - diese religiöse Richtung erscheint mir auch extrem verbohrt zu sein und scheint am liebsten gottesfürchtige, untertänige Gemeindemitglieder haben zu wollen, die ihr ganzes Leben uneingeschränkt ihrer Gemeinde unterordnen.
    Glücklich und lebensfroh wirken sie nicht gerade auf mich ... ;D



    Ich weiß gar nicht ob er scheinheilig ist. Aus irgendeinem Grund scheint er es ernst zu meinen. Ich muss gestehen, dass ich nicht verstehe wie gläubige Leute ticken, deswegen ist man schnell bei der Hand ihnen unlautere Motive zu unterstellen, aber Packenius scheint überzeugt zu sein von seinem Glauben und seiner Arbeit.


    Stimmt - scheinheilig ist er eigentlich nicht, denn er ist so versessen in seinem missionarischen Eifer, dass er gar nicht groß darüber nachdenkt, dass seine klaren Vorstellungen vom Glauben und von Rechtschaffenheit vielleicht andere nicht glücklich machen werden.
    Irgendwie scheint er beseelt von dem Gedanken, die gefallene Dorothea wieder auf den rechten Weg zu bringen.
    Und nützlich kann sie ihm dabei in Afrika natürlich auch sein ...



    Wieso seid ihr so sicher, dass es Melanie ist? Traut ihr Kelly solch eine Geschmacksverirrung nicht zu?


    Ich hatte eigentlich auch zuerst an Kelly denken müssen, aber vielleicht ist ja auch ganz harmlos... ;D

    Oh je, irgendwie hatte ich es fast befürchtet - die zunächst so gefeierten Knochenfunde schienen leider doch aus neuerer Zeit zu sein. Ganz genau lässt es sich scheinbar nicht bestimmen, aber ich nehme mal an, dass es die Leiche einer der zuvor vorkommenden Figuren ist.
    Wie entsetzlich! Und wieso fehlt die Kleidung der Toten? Das schleißt einen tragischen Unfall ja fast aus ... :o


    Ob das gefundene Medaillon wohl noch genauere Aufschlüsse bringen wird?
    Leider scheint es ja keine Gravur mit einer Widmung oder Jahreszahlen zu besitzen, um das Ganze etwas eingrenzen zu können.
    Falk wird aber auch immer seltsamer mit seinen Ausrastern, so langsam gerät ihre Ehe immer mehr in eine Krise und ich befürchte ja, dass er sich weiblichen Trost nach Hause geholt hat. ::)


    Was dieser Thorsten eigentlich von Nora will?
    Irgendwie seltsam, dass er so forsch ist, wo sie sich ja gar nicht kennen.
    Ich hatte eigentlich eher damit gerechnet, dass Robert mehr Kontakt zu Nora sucht, der sie doch offensichtlich sehr mag.
    Aber der hat scheinbar doch noch mit seiner Scheidung zu tun … Mal sehen wann er sich trauen wird, Nora seine Gefühle zu zeigen. ;)


    Ziemlich abrupt kommt dann der Wechsel in die Vergangenheit, dabei war es gerade sooo spannend! ;D
    Minter und Rosalie führen also wirklich schon über längere Zeit ein heimliches Verhältnis.
    Schön, dass Rosalie so souverän mit der ausweglosen Situation umgehen kann und wenigstens ein Herzensanliegen realisieren kann. Sie geht nun bei Minter in die Lehre und ist bald schon so in der Materie drin, dass sie ihn verbessern kann.
    Das hat mich sehr für sie gefreut! Was anderes hatte ich bei diesem cleveren Mädchen auch gar nicht erwartet! ;)
    Allerdings frage ich mich schon, wie lange ihre Affäre noch gut gehen wird und vor allem folgenlos bleibt.


    Sehr witzig, dass ihr Vater ausgerechnet Minter ihr als zukünftigen Gatten und Versorger schmackhaft machen will – er konnte ja nicht wissen, dass er verheiratet ist.
    Mal sehen, wen er ihr als nächstes vorschlagen wird, denn ihre ungewisse Zukunft scheint ihn nun doch zu sorgen.


    Auch bei Dorothea hat sich ja einiges, aber leider weniger erfreuliches getan.
    Nach dem Tod ihrer Tante gesteht sie nun endlich ihren Eltern, dass sie arbeiten geht und darüber hinaus noch bei wem.
    Schlimm was für ein moralischer Druck von den Eltern und ihrer christlichen Gemeinde nun auf sie ausgeübt wird, damit sie reuig wieder in den von ihr erwarteten Alltag zurückzukehren wird.
    Wenigstens konnte sie bei Rosalie und ihrem Vater unterkommen, aber wirklich glücklich ist sie da nun auch nicht.
    Das Zerwürfnis mit ihrer Familie und der Kirchenbann belasten sie schon enorm.


    Und wie gerufen erscheint nun der scheinheilige Missionar Packenius wieder auf der Bildfläche …spricht von Versöhnung und Vergebung... ;)
    Mir war irgendwie von Anfang an klar, was er die ganze Zeit schon im Sinn hatte und sein Heiratsantrag hat mich nun kein bisschen erstaunt.
    Aber warum willigt Dorothea bloß ein, wo sie sich innerlich so dagegen gewehrt hat?
    Fühlt sie sich so in die Ecke getrieben und kann nur noch an ihre Familie denken, die Geldsorgen plagen?
    Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie gar nicht mehr klar denken konnte.
    Die Ärmste - ihren Entschluss wird sie sicher noch bitter bereuen …
    Und Rosalie wird aus allen Wolken fallen! ;D

    Ich zitiere gerade mal aus dem 4. Abschnitt: ;D



    Nur dass man einfach die Realität wechselt bei "nicht gefallen" oder bei Situationen, an denen man Schuld hat..da weiß ich einfach noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich hoffe, dass es da am Ende ein schönes Fazit gibt, das vielleicht auch ein wenig belehrend ist oder tiefschürfend ;)


    Genau das ist es was mir bei diesem Buch etwas fehlt und mich am Ausgang der Geschichte auch ziemlich stört ... eine Art Botschaft an uns Leser! ;)


    Ich bin auch schon längst fertig, aber auch ein klein wenig enttäuscht. Das ganze Realitätswechsel-Ding wird nicht weiter erklärt. Die beiden springen durch die Realitäten und das war es dann.


    Mit geht es ähnlich. Ich hatte mir von der Ausgangsidee irgendwie deutlich mehr versprochen.
    Zum Ende hin waren mir die Realitätswechsel einfach zu viel, um mich noch begeistern zu können.


    Das hat mich auch sehr gestört. Ich gebe zu, dass man mir so etwas ganz genau erklären muss, damit ich es verstehe. Und das ist hier gar nicht passiert. Deswegen habe ich es dann einfach hingenommen, was mich aber etwas frustiriert hat.


    Je mehr ich über bestimmte Dinge nachgedacht habe desto unlogischer wurde es - und dann habe ich es auch lieber einfach hingenommen, dass es so ist, ohne es wirklich zu verstehen. ;D


    Die "künstlichen" Missverständnisse zwischen Josh und Sarah am Ende gingen mir ein wenig auf die Nerven.


    Ja, das kam mir auch sehr konstruiert vor, um dann einen dramatischeren Ausgang zu haben.



    Somit ist der Josh jetzt ja auch gar nicht der, in den sie sich verliebt hat und umgekehrt. Er könnte in dieser Realität ja auch ein totaler Idiot sein, was hätte sie dann damit gewonnen, dass sie ihn gefunden hat? Wir hatten ja bei ihm und Lindsey gesehen, dass Gefühle sich nicht unbedingt durch die Realitäten retten lassen...


    Stimmt eigentlich - soweit habe ich noch gar nicht gedacht.
    Wenn es auf andere Figuren zugetroffen hat, kann es ja auch ohne weiteres bei Josh oder Sarah passieren, dass sie extrem anders sind als zuvor und gar nicht mehr miteinander können! ;D
    Und ich beim Lesen davon einfach aus gegangen, dass sie eine Art Seelenverwandtschaft verbindet, aber wer weiß ... es könnte ja auch ganz anders ausgehen! ;D

    Zum Ende hin überschlagen sich ja dann die Ereignisse.


    Ganz verstehen konnte ich zwar nicht, dass Josh lieber in der Realität bei seinen Freunden geblieben wäre und seine Liebe zu Sarah geopfert hätte. Aber so weit kommt es ja dann gar nicht, da er sie vor dem Truck rettet und sie in die nächste Realität gelangen.
    Etwas irritiert war ich allerdings darüber, wieso Sarah für 3 Tage verschollen war und trotz fehlender Leiche für tot gehalten wurde.
    Für Josh erscheint diese Realität aber leider so unerträglich, dass er bereit ist schon wieder zu springen.
    Also diesen übereilten Schritt habe ich nun absolut nicht nachvollziehen können.
    Natürlich hat sich Sarah ihm gegenüber nicht gerade feinfühlig verhalten und die Emotionen von beiden lagen etwas blank, aber dann gleich so einen Schlussstrich zu ziehen … mir kam das etwas zu konstruiert vor. ;)


    Im Epilog gibt es doch noch ein Happy End für Sarah und Josh – auch wenn ich es mir etwas anders vorgestellt habe.
    Sarah ist nun tatsächlich in einer Realität gelandet, in der es Josh gibt, er ist ihr aber nie zuvor begegnet ist.
    Scheinbar sind alle Versionen der beiden in den unterschiedlichen Realitäten als eine Art Seelenverwandte füreinander bestimmt und so haben sie sich auch hier am Ende gefunden, obwohl sich Josh nicht an ihre gemeinsame Geschichte erinnern kann.
    Schön, dass sich die beiden schließlich doch zusammenkommen. ;D


    Mich irritiert allerdings die Vorstellung, dass es noch andere Versionen der Beiden gibt – so zum Beispiel der Josh, der verzweifelt nach seiner Sarah sucht … :o
    Denn so interpretiere ich mittlerweile den Prolog!


    Ich fand die Geschichte bis zum Ende hin zwar schon fesselnd, aber mir hat dann doch das gewisse Etwas gefehlt.
    Die Realitätswechsel-Thematik fand ich teilweise etwas unlogisch und die Reaktionen der Figuren leider auch nicht immer ganz nachvollziehbar.
    Schade, dass auch nicht aufgelöst wird, was denn nun die Trigger für die Realitätswechsel sind – ehrlich gesagt, habe ich das immer noch nicht ganz kapiert.
    Ist es für Sarah der Ort (das Cafe war doch nach dem Unfall total zerstört) plus Extremsituation plus umfallendes Wasserglas? ::)


    Marcella ist ja schon 13 Jahre alt, warum kommt er erst jetzt und mit Sophia auf diese Idee?


    Stimmt, darauf bin noch gar nicht gekommen. Ich könnte mir bei ihm auch gut vorstellen, dass er etliche uneheliche Kinder überall verstreut hat, aber das zählte sicher nicht für ihn. Immerhin ist Sophia von ihrem adeligen Stand her ja schon etwas besonderes und ihm eher ebenbürtig!


    Interessant fand ich die Beschreibung des Festmahles - ich lese gerne, was man in diesen Zeiten auf den Tisch gebracht hat.


    Hihi, ja das war schon sehr aufschlussreich vor allem im Hinblick darauf, was den Nonnen im Kloster dagegen täglich zur Verfügung gestellt wird. ;)


    Dass Sophia bei der Geburt noch nicht mal weiß, auf welche Art das Kind das Licht der Welt erblicken wird, muss ihr ziemlich Angst machen, besonders in Hinblick auf die Wehenschmerzen.


    Unter diesem Aspekt ist die Geburt eines Kindes umso mehr ein Wunderwerk Gottes! :)
    Ihre totale Unwissenheit und Panik waren sehr amüsant!
    Das einfache Volk war in der Hinsicht sicher wesentlich besser aufgeklärt, denn viele Kinder waren früher bei der Geburt der Geschwister dabei und mussten mithelfen.
    Da nach gab es wohl keine verklärten Mysterien mehr um die Geburt, sondern eher Angst davor, dieses Martyrium als Mutter zu überleben.



    Wild ist auch Heinrich, wie er sich bei Pavia benimmt. Hier kennt er keine Gnade, aber die feindlichen Fürsten unterwerfen sich ihm. Damit hat er gewonnen.


    Auf dem Weg zum Kaiser hat sich Heinrich nicht nur mit Ruhm befleckt, sondern auf seinen verschiedenen Feldzügen etliche Blutbäder angerichtet und wie wir schon gelesen haben auch vor Verrat und Gewalt nicht zurückgeschreckt, um seine Macht auszuweiten.
    Das passt also wirklich nicht so ganz ins Bild des angeblich so gottesfürchtigen Herrschers ... ;)

    Im letzten Abschnitt geht es wirklich noch mal richtig rund! ;)


    Zitat

    Hezilo unterwirft sich Heinrich und dieser lässt Gnade walten - sicher auch eine politische Entscheidung, denn Hezilo muss einflussreiche Anhänger gehabt haben, sonst hätte er sich nie zur Rebellion entschlossen.


    Über Heinrichs Gnadenerlass und die Rehabilitation Hezilos habe ich mich auch ein wenig gewundert.
    Aber Heinrich ist ein cleverer Stratege und da er gegen die Langobarden in den Krieg ziehen will, ist es nachvollziehbar, Hezilo als erfahrenen Kämpfer in seine Reihen aufzunehmen.
    Zudem wird er sicher Interesse daran haben, seine Schwester aus den Fängen Azos zu befreien.


    Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir noch einmal in einen Krieg geraten – aber Sophias Geschichte ist ja noch nicht zu Ende erzählt und die hält noch so einige Überraschungen für uns parat.
    Sophia ist tatsächlich mehr oder weniger freiwillig die Geliebte von Azo geworden und beginnt sogar ihn zu lieben, obwohl er sie immer noch als Geisel eingesperrt hält und kaum Freiheiten einräumt.


    Zitat

    Und Irmengard rät Sophia in einer Erscheinung auch noch zu, "Azo kennenzulernen". Merkwürdig. Und Sophia scheint Azo trotz allem zu lieben - noch merkwürdiger. "Obwohl er sie wie eine Gefangene einsperrte, wuchs ihre Zuneigung" (Seite 286). Das ist für mich völlig unverständlich.


    Ja, Sophias Entwicklung konnte ich auch nicht so ganz nachvollziehen, aber eine andere Alternative als sich anzupassen hatte sie ja auch nicht – vielleicht kann man ja das Ganze besser mit dem Phänomen des „Stockholm“-Syndroms erklären. ;D
    Interessant fand ich auch, dass sie gar nicht mehr so viel über eine Rückkehr zum Frauenkloster und ihre eigentliche Bestimmung nachgedacht hat.
    Irgendwie war es aber auch klar, dass sie bald von ihm schwanger wird – die Ärmste.
    Nicht auszudenken, wie Azo sich verhalten hätte, wenn sie ihm keinen Stammhalter geboren hätte!
    Ob sie sich mit dem Baby ihre Zukunft verwirkt hat, habe ich erst noch überlegt, aber es entwickelt sich ja dann doch in eine ganz andere Richtung, die eigentlich für sie die beste Lösung darstellte.
    So hat sie schließlich die Möglichkeit nach Frauenwörth zurückzukehren und ein erfülltes Leben zu führen.


    Der Trennungsschmerz von ihren kleinen Sohn muss anfangs ja entsetzlich gewesen sein!
    Aber immerhin konnte sie sich ja darauf verlassen, dass ihr Sohn als Azos Stammhalter in guten Händen ist.


    Toll fand ich, dass Heinrich ihr Geheimnis gewahrt hat und wie wir im Epilog erfahren, später sogar für die heimliche Zusammenführung von Mutter und Sohn gesorgt hat.
    Ein wirklich schönes Ende und stimmiger Ausklang!


    Schade, dass Sophia ihre heilerische oder sicher auch ihre visionäre Gabe verloren hat, oder ist sie später doch noch zurückgekommen? Aber sonst wäre sicher noch die 2. Heilige von Frauenwörth geworden! ;D


    Etwas traurig fand ich, dass wir von Tuta und ihrem weiteren Wirken als Äbtissin gar nichts mehr erfahren haben!
    Sie ist scheinbar sogar noch vor Gerhard gestorben – vielleicht hätte sie besser auch so asketisch leben sollen wie er… ;)


    Insgesamt ein sehr interessanter, gut recherchierter und lehrreicher historischer Roman, der mich bestens unterhalten hat.


    :) Ich finde die Leserunde mich euch soooo schön. Danke für eure Fragen und dass ihr euch so für die Hintergründe interessiert. Das läßt mich das Buch nochmal ganz neu erleben. :)


    Vielen herzlichen Dank auch an Dich für deine ausführlichen Antworten und die interessanten Hintergrundinformationen. :)
    So machen Leserunden richtig Spass und sind eine echte Bereicherung!
    Es ist für mich einfach toll, durch gut recherchierte historische Romane einen besseren Einblick in bestimmte Epochen zu bekommen und meinen Horizont zu erweitern.