Beiträge von Micaela Jary

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    Emmy, in der Vorgeschichte kannst du Lennart kennenlernen. Und genau genommen ergibt sich aus dem allerletzten Satz eben dieses eBook-only, was Jenny für ihn bedeutet.


    Ja, die Beerdigung zu beschreiben hat mir viel Spaß bereitet. Und am Ende erging es mir ebenso.


    Ist nicht klar, dass Clemens nicht für immer in Berlin bleiben will, sondern in Hannover Musik studieren möchte, um Lehrer zu werden?

    kessi69, das habe ich mir fast gedacht, war mir nur nicht sicher. Ich kenne einige Viszlas und finde, dass das tolle Hunde sind. Für uns kam die Rasse allerdings nicht in Betracht, weil mein Mann in erster (schlechter) Ehe mit einer Ungarin verheiratet war, dem konnte ich keinen ungarischen Jagdhund präsentieren. Stattdessen bereichert nun eine gerade fünf Monate alte Labradorhündin unser Leben. Sie ist auch rötlich, deshalb hatte ich gefragt.

    Ich bin ja nun alles andere als ein Landei, ich bin der geborene Stadtmensch. Aber es gibt Situationen, wo ich auch von Menschenmassen überfordert bin, vor allem, wenn es sich um Touristen handelt. Als ich nach Paris zog, wohnte ich in einer kleinen Seitenstraße acht Häuser vom Arc de Triomphe entfernt - und es war eine eigene kleine, überschaubare Welt. Das war ganz toll. Und wenn man um die Ecke zur Champs-Elysee ging, war alles anders. So ist eigentlich perfekt für mich. In Berlin wohne ich in einer sehr ruhigen Villengegend am Stadtrand, aber 20 Minuten vom Ku'damm entfernt.

    Der Mord im Chinesenviertel ist eine wahre Geschichte, die sich tatsächlich so abgespielt hat, einschließlich des Irrwegs der Aufklärung, also falsche Verdächtigung usw.. Und, nein, Roland war nicht der Mörder, aber als er von der Tat erfuhr, sah er seine Chance, weil er durch seine Beobachtungen wusste, dass Clemens in der Nähe gewesen war.


    Sollte ich eine Fortsetzung schreiben dürfen (das hängt vom Verlag ab), wird unser Bösewicht Roland sicher noch ganz anderes anstellen.

    ASPIRIN war damals DAS Medikament überhaupt! Deshalb wurde es Clemens angeboten. Aber natürlich hilft das nicht bei Schmerzen, die vorher mit Laudanum/Opium behandelt wurden.


    Clemens würde sich von Dr. Limbach behandeln lassen, wäre Christine nicht so aufdringlich. Tatsächlich hat er Angst, durch zu viel Nähe zu dieser Familie schließlich doch aufzufliegen.

    Medizingeschichte ist ein sehr interessantes Feld. Ich habe bei meiner Recherche zum ersten Mal von "Salvarsan" gehört und dann gelesen, einem Vorläufer der Sulfonamide, den ich ja auch im Roman erwähne. Das ist sehr spannend.

    Das gängigste Mittel damals für so quasi alles war Laudanum, das aus Opium hergestellt wurde, und dann Heroin im Fläschchen. Da Laudanum im Laufe der Jahre wie Brause getrunken wurde, wurde es Anfang der Zwanziger Jahre verschreibungspflichtig.

    Wie gesagt, uneheliche Kinder waren bis in die 1970er Jahre hinein nicht erbberechtigt.

    Das betraf übrigens auch mich persönlich: Als ich geboren wurde, waren meine Eltern noch nicht verheiratet, weil sich die erste Frau meines Vaters nicht scheiden lassen wollte. Ein Nein der Frau verhinderte bis zur Scheidungsreform 1976 den Trennungswunsch eines Ehemannes. Es hätte die Möglichkeit gegeben, dass mein Vater mich adoptiert, aber dann wäre seine Frau automatisch auch meine Adoptivmutter geworden und meine Mama hätte alle Rechte verloren. Das wollte sie natürlich nicht. Ich war damit auch nicht erbberechtigt, was meiner Mutter damals sicher viele schlaflose Nächte bescherte, denn man wusste ja nie, was alles passieren kann. Nachdem die Scheidung fünf oder sechs Jahre später dann doch durchging, heirateten meine Eltern sofort, meine Geburtsurkunde wurde in "ehelich" geändert und damit war ich zwangsläufig auch erbberechtigt. Doch Letzteres dauerte glücklicherweise noch. Mein Vater starb kurz vor meinem 32. Geburtstag.

    Ja, Ariana ist schon reichlich verwirrt von der Situation. Sie hatte dieses Erlebnis mit Lennart und sieht nun den Mann nicht nur tatsächlich verändert wieder, sondern auch so, wie sie ihn eigentlich gerne hätte. Eigentlich wollte sie ja nur reinen Tisch mit ihm machen, aber dann fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Sie ist halt nicht nur auf einem Auge, sondern auf beiden Augen blind. Wer kennt das nicht, wenn man sich verliebt?

    Der Krieg kann einen Menschen schon sehr verändern, sowohl in die eine, wie auch in eine andere Richtung. Ich bin ja nun eine Generation, in der ich noch reichlich Kriegsheimkehrer kennengelernt habe. Diese Männer waren fast alle schwer traumatisiert. Ich habe neulich in einer Dokumentation gesehen, dass der enorme Anstieg von tödlichen Herzinfarkten bei 40- bis 50jährigen Männern in den 1970er Jahren auch eine Folge von Kriegserlebnissen gewesen sein soll. Klar, das waren alles Kettenraucher und der Neuanfang in den Fünfziger Jahren verlangte ihnen viel ab, aber es gibt wohl Forschungen, die tatsächlich auch in Richtung Psyche gehen. Das fand ich sehr interessant, auch mein Vater erlitt 1973 drei Herzinfarkte, überlebte aber glücklicherweise.

    Die Sache mit den Granatsplittern im Arm habe ich genau recherchiert und auch noch einmal mit einem befreundeten Arzt besprochen: Es war wohl nicht so einfach, diese Verwundung zu operieren. Vor allem war es wohl nicht möglich, jeden Splitter zu entfernen. Clemens hatte Glück, dass ihm nicht gleich der Arm abgenommen wurde, das war nämlich damals die gängige Praxis bei derartigen Verwundungen.

    Mein eigener Schwiegervater verlor im Zweiten Weltkrieg ein Bein, als er von Granatsplittern getroffen wurde. Zunächst wurde nur sein Unterschenkel amputiert, aber als es dann zu einer Entzündung kam, wurde ihm auch noch der Rest abgenommen. Und dieses Erlebnis eines damals im November 1944 jungen Mannes war 26 Jahre nach meiner Geschichte, also auch 26 Jahre weiter in der medizinischen Forschung.

    Das Erbrecht für unehelich geborene Kinder wurde erst Anfang der 1970er Jahre geändert. In der Zeit, in der meine Geschichte spielt, waren nichtehelich geborene Kinder sozusagen nicht existent für den Erblasser. Die einzige Möglichkeit war damals, ein Kind zu adoptieren. Seltsamerweise waren adoptierte (nicht unbedingt blutsverwandte) Kinder ebenso erbberechtigt wie leibliche Kinder, die in der Ehe gezeugt wurden.