Beiträge von SusiGo

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    Ich danke euch ganz herzliche für die wunderbaren Rezensionen und freue mich, dass euch das Buch gefallen hat. Ich hatte/habe auch großen Spaß daran, die Leserunde zu begleiten, und finde, dass spannende Diskussionen daraus entstanden sind. Es wäre schön, wenn wir uns beim nächsten Buch hier wiederträfen. :)

    Kerstin: Nein, es steht ihr nicht zu, aber sie macht es dennoch. Auch heute noch treffen Eltern Entscheidungen für ihre Kinder oder lenken sie in eine bestimmte Richtung, sei es Beziehungen oder Berufswahl. Selbst die "aufgeklärten" Eltern meiner Generation tun das nicht selten. Daher denke ich, dass dieser Konflikt gar nicht mal so altmodisch ist. Aber ich heiße Margarets Handeln nicht gut, auf keinen Fall.

    Der Vergleich mit dem Kokon ist sehr schön, Karin. :)


    Mir war es sehr wichtig, dass Paula eben kein junges Mädchen ist, das voller Elan in die Welt aufbricht, sondern eine für damalige Verhältnisse schon ältere Frau, die eigentlich nichts mehr vom Leben erwartet.


    Und was Margaret angeht: Ich habe lange überlegt, ob ich sie wirklich so hart mache, aber es erschien mir konsequent. Die Eltern haben sich beide auf ihre Weise schuldig gemacht. Was Margaret getan hat, ist unverzeihlich, aber je mehr Zeit vergangen ist, desto tiefer hat sie es in ihrer Erinnerung vergraben. Und was ihren Umgang mit Paula angeht, wollte sie vermeiden, dass ihre Tochter die gleiche Erfahrung macht: eine Liebe, die sich als Illusion erweist. Das alles soll sie nicht entschuldigen, aber mir ist es wichtig, dass beide Eltern zu den Ereignissen beigetragen haben.


    Auch William hätte sich anders verhalten können und würde das als Mann von heute vermutlich auch tun. Er würde bei seiner Frau bleiben, vielleicht eine Therapie vorschlagen und sich um seine kleine Tochter kümmern, solange die Mutter das nicht kann. Aber die Welt von 1837 war eben doch eine ganz andere.

    Tja, das ist für mich der Knackpunkt, wenn gerade gläubige Christen solche Menschen verurteilen. Und das für etwas, an angeboren und - nach ihrem Glauben - also von Gott gegeben sein müsste. Völlig unlogisch und von Nächstenliebe keine Spur.

    Ich bin sehr froh, dass euch das Ende gefällt. Es ist mir wirklich sehr schwer gefallen, Onkel Rudy sterben zu lassen, aber es war konsequent. Sonst hätte ich das Gefühl gehabt, ich hätte mich um etwas gedrückt.

    Auch gefallen mir eure so unterschiedlichen Gedanken zu Margaret. Sie ist eine schwierige Figur, und der Einfluss von Harriet hat sicher nicht geholfen. Mir war es beim Schreiben wichtig, dass es bei Paulas Eltern kein Schwarz-Weiß gibt, auch wenn Margarets Schuld überwiegt. Aber William hat sich auch zweifelhaft verhalten, und ich kann Margarets Notlage verstehen.

    Im Text steht: "ebenso vage wie abschreckend". Es gibt z.B. zwei Stellen aus Leviticus:


    Lev 18,22 EU: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.


    Lev 20,13 EU: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.


    Ein komplexes Thema, zu dem es einen ganzen langen Eintrag bei Wikipedia gibt. Diese hier dürften aber die eindeutigsten sein, die vermutlich herangezogen wurden, um homosexuelle Handlungen zwischen Männern zu verurteilen.

    Ich habe mir Caroline auch als eher positive Figur gedacht, die ihr Vermögen nutzte, um unabhängig durch die Welt zu reisen. Wie viel tatsächlich zwischen ihr und William passiert ist, habe ich bewusst offen gelassen. Ich neige aber dazu, dass er hingerissen und sie geschmeichelt war, aber nie eine Affäre mit ihm angefangen hätte. Sie wollte ja nach Italien und sich nicht an einen verheirateten, mittellosen Mann binden. Und es stimmt leider, dass bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird, bis heute.

    Das freut mich. Ich muss gestehen, es ist mir sehr schwer gefallen, Onkel Rudy sterben zu lassen, aber es war konsequent. Ich hoffe aber, dass Paulas neues Glück und das versöhnliche Ende sowie die Möglichkeit, dass es zu einer Verständigung mit ihrer Mutter kommt, das ausgleichen.

    Ja, auch Frauen und Männer ohne Beruf hatten diese Karten, natürlich nur in besseren Kreisen. Damen besuchten einander regelmäßig, da gab es ganz strenge Regeln, wann und wie lange man einander aufsuchte. Und wenn eine Frau neu im Ort war, ließ sie ihre Karten in den Häusern abgeben, denen sie einen Besuch abstatten wollte.

    Ich habe gelesen, dass britische Herren manchmal nur ihren Club statt einer privaten Adresse angaben. Das hieß dann wohl, dass man sie dort antreffen konnte.

    Sie beruflich zu nutzen, ist wohl eher eine Erfindung des 20. Jahrhunderts.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

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  3. Montag, 12. November 2018, 16:11 - Montag, 26. November 2018, 17:11

    Editing Expertise

  4. Freitag, 16. November 2018, 21:43 - Samstag, 1. Dezember 2018, 22:43

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