Beiträge von SusiGo

    Ja, es gab die Todesstrafe, sie wurde erst nach Ende des 2. WK abgeschafft.


    Und ich mache mir auch so meine Gedanken wegen Georg. Mal sehen, was aus ihm wird, da ist noch alles offen. Aber ich werde mich wohl auch wieder Marie zuwenden, da habe einige Ideen. :)

    dieUnkaputtbare


    Dabei fällt mir ein, dass ich komplett vergessen hatte, etwas zur WKP und Friederike Wieking zu schreiben. Als Leo sie um Hilfe mit Jelena bittet, habe ich mich grundsätzlich gefreut, dass es mit der WKP vorangeht, aber irgendwie kam mir der Name Wieking bekannt vor... Daher vielen Dank für das Nachwort, SusiGo , das darauf aufmerksam gemacht hat, welch steile Karriere Wieking unter den Nationalsozialisten machen konnte. Sie hat sogar berichtet auch Jugendkonzentrationslagern erhalten und gegengezeichnet...

    Ja, da musste ich auch schlucken, als ich von ihrer weiteren Karriere las. Und auch irgendwie bezeichnend, dass es mit ihrer Karriere nach dem Krieg vorbei war, während viele einflussreiche Männer wieder hohe Positionen bekleiden durften. Dennoch finde ich es erstaunlich, dass es eine, zudem auch noch lesbische, Frau in der Nazizeit so hoch aufsteigen konnte.

    Puh, da bin ich aber sehr froh über eure Reaktionen. Weil ich selbst so tief in der Geschichte stecke, ist es immer schwer, von außen draufzuschauen. Wie offensichtlich ist etwas? Und wie nachvollziehbar? Verrate ich zu viel oder zu wenig? Darum sind Leserunden auch so wichtig, weil ich da unmittelbar erlebe, wie die Geschichte auf euch wirkt.

    Der Gedanke, dass aus einem Freundschaftsdienst etwas so Ungeheuerliches erwächst, hat mich auch fasziniert, und ich bin froh, wenn es beim Lesen so rüberkommt. :)


    Und, ja, den Leo liebe ich auch ganz besonders. :love:

    Das sind interessante Fragen. Ich glaube, ich hatte gar nicht nur einen Grund im Kopf, es ist wohl wirklich eine Mischung aus mehreren Beweggründen, wie ihr schon vermutet habt. Mir geht es beim Schreiben manchmal auch so, dass sich Figuren verselbständigen. Werner hatte ich mir eigentlich noch negativer gedacht, aber dann nahm die Geschichte ihren Lauf, und er wurde auch eine Art Opfer - seiner Erziehung, seiner gesellschaftlichen Herkunft. Daher würde ich sagen, es ist größtenteils Schweigegeld, aber vielleicht ist auch ein kleines bisschen Mitgefühl dabei.


    Vielleicht interessiert euch das auch: Ich habe irgendwann gemerkt, wie viele Vater-Sohn-Beziehungen in diesem Roman vorkommen: Leo/Georg, Werner/Dr. Rath, Heinz/sein Vater, Sonnenschein/Samuel, die Häberles. Das war gar nicht so geplant, aber als es mir dann auffiel, war ich sehr zufrieden damit. Ich bin in solchen Situationen selbst überrascht und frage mich dann, welcher unterbewusste Teil von mir da mitgeschrieben hat. ;)

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    Ich denke mal, Georg ist jetzt erstmals mit einer anderen als der idealistischen Darstellung des Nationalsozialismus konfrontiert worden - sein Freund wurde überfallen, nur weil er körperbehindert ist - und kommt langsam ins Zweifeln. Er bekennt sich zum Freund, aber (noch) nicht offen. Ich finde es sehr geschickt von Susanne, nicht einen kompletten Umschwung darzustellen, sondern einiges offenzulassen, das ist viel realistischer.

    Da muss ich wieder das Lob an meinen Sohn weitergeben. Ich hatte die Szene zuerst anders geschrieben - Georg geht offen dazwischen, als die Jungs seinen Mitschüler quälen. Mein Sohn meinte, dass sei nicht realistisch, Georg würde das eher unauffällig tun, weil er auch irgendwie zwischen zwei Stühlen sitzt. Also habe ich es umgeschrieben und ihn unter einem Vorwand zurückgehen lassen.

    Ja, das mit dem Kuchen - vorzugsweise Schwarzwälder Kirsch - und dem Sofa im Büro ist toll. Und es wird von allen, die über die Zeit schreiben, erwähnt, weil es nur eine begrenzte Menge Literatur über Gennat gibt, in der das natürlich immer angeführt wird: Sofa, Kuchen, Trudchen. Aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass der "volle Ernst" oder "Buddha" ein brillanter Kriminalist und liebenswürdiger Mensch war, der sich selbst nach 1933 seine Integrität bewahrt hat.

    Wow, ich bin ganz überwältigt von euren Reaktionen, das freut mich wirklich sehr! <3<3<3



    Ich würde es übrigens sehr schön finden, wenn im nächsten Band die pfiffige Marie etwas mehr Raum bekäme ;-)

    So ein Zufall aber auch, genau dazu habe ich eine Idee. ;) Ich mache mir gerade Gedanken über den 7. Fall, und wenn der Verlag ja sagt, was ich sehr hoffe, geht es weiter. Und ich würde mich sehr freuen, dann auch wieder hier mit euch zu lesen. Und die eine oder andere sehe ich vielleicht auch im September wieder, wenn es "Die vergessene Burg" geht.


    Toll, dass sich einige von euch die Fotos von Mustapha Ipar angesehen haben. Ich habe damals gezögert, weil ich gelesen hatte, wie schlimm er aussah, war aber froh, dass ich es gemacht habe. Es ist unglaublich, was Joseph da vollbracht hat. Und umso bitterer, dass jemand, der so vielen deutschen und anderen Soldaten geholfen hat, in seinem eigenen Land später so ausgegrenzt wurde.

    Im Berlin der Weimarer Republik war der Umgang mit Homosexualität wirklich recht locker. Natürlich gab es den Paragraphen 175, aber die Stadt war ein Paradies für homo- und bisexuelle Frauen und Männer. Auch aus dem Ausland kamen viele nach Berlin, um dort ihre Neigungen auszuleben. Wer von euch "Es geschah in Schöneberg" gelesen hat, kennt das schon ein bisschen. Es gab zahlreiche Lokale, in denen man sich traf, aber auch politische Einrichtungen wie Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft, das sich auch an Homosexuelle richtete. Der Kampf um die Abschaffung des 175 blieb in der ganzen Zeit bis 1933 lebendig. Und wer nicht ganz offen und provokant mit seiner Sexualität umging, wurde gemeinhin auch von der Polizei in Ruhe gelassen. Ab 1933 änderte sich das natürlich. Der 175 wurde sehr verschärft und von der Bundesrepublik zwanzig Jahre unverändert beibehalten.

    Manche von euch kennen sich das Musical "Cabaret". Die Vorlage stammt von Christopher Isherwood, der um 1930 eine Weile in Berlin lebte - "for the boys", wie er ganz offen sagte, mit denen er sich dort besser amüsieren konnte als daheim in England.

    Es ist sehr spannend für mich, eure Gedanken zu lesen. Und ich lache überhaupt nicht. Es ist toll, mal live mitzubekommen, was LeserInnen so denken, das ist für mich als Autorin das Beste an einer Leserunde.


    Zu Fleurette: Sie ist bisexuell, was ich verraten kann, da es für die Handlung nicht weiter relevant ist. Ich fand es einfach reizvoll, dass sie Leos selbstverständliche Annahme, ein Mann habe ihren Liebeskummer verursacht, auf den Kopf stellt.


    Was die Ostfront im 1. WK angeht, hatte ich überhaupt keine Ahnung. In der Danksagung erwähne ich einen Historiker, der mir da sehr geholfen hat.


    Und ich werde meinem Sohn selbstverständlich weitergeben, dass euch die Szene mit Leo und Georg beim Fußball gut gefallen hat. :)

    Was für ein Vater Leo ist, das hat er jetzt gezeigt. Seine Reaktion, bzw. das Gespräch war ganz klasse.

    Wie wird er wohl in Zukunft mit der Tatsache umgehen, dass Georg in der HJ ist!? Und vor allem was macht Georg?

    Jedenfalls können Vater und Sohn sehr froh, dass es Clara gibt!

    Und ich kann froh sein, dass es meinen Sohn Felix gibt, dem das Buch auch gewidmet ist. Mit dem habe ich alle Szenen mit Georg durchgesprochen. Er hat mir gesagt, ob sie glaubwürdig sind oder nicht aus der Sicht eines Jugendlichen. Daran habe ich mich auch immer gehalten.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    Dani79

  2. Dienstag, 10. Juli 2018, 21:40 - Dienstag, 24. Juli 2018, 22:40

    odenwaldcollies

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    Caren

  4. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    odenwaldcollies