Beiträge von tomorgel

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    Das hast Du aber sehr milde ausgedrückt. Der Kerl will sich rächen am Stamm der Felsenbären, für erlittenes Unrecht. Eigentlich erst mal in Ordnung. Aber nicht auf diese perfide Weise. Das ist niederträchtig. Er nimmt ja sogar den Tod von Aerc und Menschen in Kauf, die ihm nie etwas getan haben.


    Ganz so einfach ist seine Motivation tatsächlich nicht. Ich habe eine Passage, in der Kyrk von seinem Initiationsritus bei den Felsenbären erzählt, allerdings gestrichen (in veränderter Form wird sie vielleicht in Band 3 landen), weil sie die Handlung gebremst hat. In Kurzform gilt allerdings: Er gehört jetzt einem anderen Stamm an und steht loyal zu dessen Zielen (was ihn wohl ein wenig von Dudaki unterscheidet. ;) ). Rache ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. In erster Linie geht es um ein höheres Ziel - das Überleben des eigenen (in diesem Falle neuen) Stammes.


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    Eine interessante Herangehensweise. Gilt das denn auch für die Haupt- und Nebenfiguren? Oder nur für die Handlung und die Schauplätze?


    Es gilt tatsächlich auch für die Haupt- und besonders die Nebenfiguren.
    Ich kann für "meine" Figuren sagen, dass auch die Hauptfiguren von Band 1 im Grunde erst während des Schreibens entstanden sind. Der Rechte und der Linke für einen Gag am Rande (die gegenseitige Ergänzung), Ordruk und Fograr für ihre finale Szene (ich habe sie dann durch das ganze Buch nachträglich "zurückgeschrieben"), Dudaki für den Moment, wenn Krendar das erste mal nach der Schlacht die Augen öffnet (die szene war eine der ersten, die ich im Kopf hatte). Auch Ragroth war erst ein Anführer in einer Nebenrolle mit einem zur Zeit des Exposés noch komplett anderen Hauptcharakter.
    Und selbst Krendar ... zu dem habe ich mal an anderer Stelle was erzählt.
    Einzig Modrath stand für mich von Anfang an so fest, genauso wie Sekesh. Die beiden, zusammen mit dem ursprünglich geplanten Protagonisten und einem komplett gestrichenen Sidekick, waren für meine Hälfte der Geschichte der Dreh und Angelpunkt.


    Und wie Stephan das handhabt, kann er gern selbst erzählen.


    Wie meine ursprüngliche Anfangsszene aussehen sollte 8und warum sie so nicht im Buch gelandet ist), könnt ihr hier nachlesen.
    http://www.fantasy-news.com/20…attbericht-von-t-s-orgel/

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    Ich glaube mittlerweile, das Dudaki niemandem vertraut, außer Dudaki. Sein Leben scheint nur aus Zweckbündnissen zu bestehen,


    Exakt. Wie er mehrfach (auch in Band 1 schon anmerkte): Er arbeitet nur unter Gewinnern.



    Anmerkung für Stephan: Interessant. Du hättest ihn gleich Navarro nennen sollen. Diese Namensvariante für Navorra ist in jeder einzelnen Leserunde seit Band 1 unabhängig aufgetaucht. *gg*


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    Bin aber sehr gespannt, ob mir die Antwort der Autoren gefallen wird ;)


    Und ich erstmal. *g*

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    So und ehe ihr jetzt denkt, ich hätte den Urlaub als "Recherche" komplett von der Steuer abgesetzt, verrate ich euch, dass zumindest ich normalerweise erstmal wild drauflos schreibe und mir danach erst Gedanken über Realismus und Umsetzbarkeit mache. Ist ja schließlich ein Fantasy- und kein Historienroman ;)


    Wobei das mit dem absetzen natürlich keine schlechte Idee ist. *g*
    Geht mir allerdings ähnlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren plotten wir das nicht schon vor dem Schreiben durch. Wenn ich an eine entsprechende Stelle komme und noch inspiration brauche, recherchiere ich meist erst in dem Moment. Es ist dann meist gut möglich, dass ich während der Überarbeitungsphase noch weitere Details rückwirkend in das schon Geschriebene einfüge.


    In der Regel habe ich zu Beginn des Schreibens ein bestimmtes Szenenbild (generell aus dem Umfeld des Finales) vor Augen und schreibe dann darauf hin. In OvZ war es der Platz samt Kegelpyramiden mit der darüber drohenden Dunkelheit. Alles andere kam erst danach.

    Bei den Bildern muss man im Photoshop-Zeitalter vielleicht dazu sagen: Die sind echt. Keine Nachbearbeitung, keine Photomanipulation.


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    Und das sagt der Orchasser und Zwergenfreund, na wenn das nichts ist. Kann man den Autoren nur gratulieren, oder?


    Danke, das Lob sehe ich auch als besonders groß an, nach deinen Eingangsbemerkungen, Torshavn. *g*

    Wenn dich die Stadt an alte Inkastädte erinnert, ist das kein Zufall, sondern durchaus Absicht. Von dort habe ich zumindest die Bauweise der Steinwände entliehen. ;)


    Was den Gang angeht - Spiralgänge als symbolische Labyrinthe und meditative Zugänge zu Kultstätten sind bei uns in vielen Kulturen zu finden. Es ist ein weit verbreitetes Konzept, das sich bei einem kegelförmigen Bauwerk geradezu aufgedrängt hatte. Besonders wenn es, um das Gewicht der Konstruktion überhaupt zu tragen, Wände mit einer Stärke von mehreren Metern braucht. Und aus Platz- und Statikgründen in den Fundamentfels hinein zu bauen, ist ja auch ein alter Hut (manchmal ist Kunstgeschichte aus dem Studium doch zu irgendwas nütze. ;) ).

    Insgesamt macht es mir spaß zu sehen, wie speziell in dieser Leserunde immer die richtigen Fragen gestellt werden.
    Ihr umschifft bei den Schlussfolgerungen gelegentlich bewusst gelegte Gedankengänge, auf die die vorherige voll abgefahren ist. Wie weit ihr damit falsch oder auch richtig liegt, kann ich hier immer noch nicht kommentieren, ohne zu spoilern - aber es macht mir spaß, euch zuzusehen. *g*

    Das mit dem 2. Band ist ein guter Hinweis.
    Ich denke aber, das ist unabsichtlich - als das buch betitelt und beworben wurde (vom Schreiben ganz zu schweigen), stand noch in keiner Weise fest, dass es einen dritten Band geben würde. wir haben es gehofft, aber es wurde definitiv noch nicht angesprochen. Da OvZ (1) ein komplettes Debut war ,wollte sich der Verlag das vermutlich noch komplett offen halten.
    Ich denke aber ,wir behalten diesen hinweis für Band 3 ganz sicher im Kopf. Spätestens da sollten sie wohl dieses Detail anmerken.
    Danke.

    Zur Wette:
    Ganz ehrlich? Lektoratsfehler. ::)
    Ich hatte mir noch ne Notiz gemacht, eine der Aussagen zu ändern, es ging aber in den Endlektoratswirren unter. Ihr seid allerdings die Ersten, denen das aufgefallen ist (ich hatte ja schon beinahe gehofft ... *g*). Sorry. In jedem Band zumindest eine derartige Stelle (die find ich als Rezensent aber auch besser als als Schreibender ...) - das ist, laut Bernhard Hennen und Tom Finn, wohl beinahe schon üblich. *g*

    Gar kein Problem. *g*


    Von den Miträtselnden der ersten Leserunde dazu kam eben nur überhaupt keiner auf Veyd. die hatten sich alle auf einen anderen eingeschossen.
    Das macht überhaupt nichts - weder das eine noch das andere - es ist nur spannend für mich zu sehen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung bei verschiedenen Lesegruppen laufen kann (übrigens gab es da auch Leute, die Dudaki mochten und seinen Sturz in den Fluss bedauerten).