Beiträge von tomorgel

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    Kleine Info am Rande: Ich mochte den "Hedge Knight of Westeros" von Martin (ich bin mir relativ sicher, dass das die Inspiration zum Heath Ledger-Film "A Knights Tale" war) - aber durch das "Lied von Eis und Feuer" bin ich nur zur Hälfte gekommen. Damit meine ich den ersten Band. ;)


    Aber soweit ich ihn verstanden habe, sieht er seine Westeros-Romane tatsächlich als eine Art pseudo-historische Familiensaga, die stark inspiriert vom "War of Roses" in England ist. Du liegst also mit deiner Einschätzung 100%ig richtig. ;)


    Abercrombie oder Brust sind auch eher meins. *g*

    Grim and Gritty:


    Düstere, eher blutige, realistisch-"brutale" Fantasy, in der kein Blatt vor den Mund genommen wird, in der es dreckig, feige und gemein zugeht.


    Charakteristisch sind eher gebrochene Helden bzw. Antihelden. "Nicht-ganz-so-böse gegen Böse" statt "Gut gegen Böse", wenig bis keine happy endings,
    Gelegentlich auch als "erwachsenere Fantasy" bezeichnet. Im Grunde ungeschönte Darstellung des archaischen Mittelalterlebens in die Fantasy portiert.
    Wobei "Mittelalter" relativ ist. Auch einige der Bronzezeit-Geschichten aus dem Conan-Zyklus fallen sicherlich darunter oder "neuere" Settings wie das "Unabhängigkeitskriegs-Setting" der "Powder Mages" von Brian McClellan.
    Bodenständiger eben, in der Regel mit einem niedrigeren Magie-Anteil und ohne die hässlichen Seiten des Fantasylebens auszuklammern.


    Wichtige Vertreter sind Joe Abercrombie, George R.R. Martin, Michael Moorcock, Steven Brust, James Barclay, gelegentlich auch Brandon Sanderson

    Es hat uns nur zum Teil beeinflusst.
    Ich habe "Die Zwerge" nie gelesen. Ich mag einige der anderen Bücher von Markus, und ich war zu Beginn des Projektes kurz versucht, seine Zwergenreihe zu lesen (Genauso wie Michael Peinkofers Orks); wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden - gerade um uns nicht beeinflussen zu lassen.
    Nicholls "Orks" haben wir irgendwann vor Jahren (Jahrzehnten? Jedenfalls ziemlich früh nach ihrem deutschen Ersterscheinen) gelesen und fanden ihn beide nur mäßig. Mag aber auch daran gelegen haben, dass wir beinahe gleichzeitig Mary Gentles "Grunts" (deutsch: Die letzte Schlacht der Orks") für uns entdeckten. Das kam früher raus - und es ist wesentlich cooler (und humoriger - allein schon mit den zwei betrügerischen Killer-Halblings-Brüdern).


    Aber natürlich gibt es eine Menge Beeinflussungen.
    Wir beide lesen seit Jahrzehnten Fantasy, wir haben auch den Herrn der ringe gelesen und gesehen, wir sind beide Jahrzehntelange Rollenspieler (wo man Orks und Zwergen ja quasi nicht ausweichen kann). auch in unseren Köpfen waren die Standardklischees zu beiden Völkern (und den anderen wie Elfen, Ogern, Riesen, Trollen, Goblins und co) fest verankert. ;)


    Wir haben aber auch beide über Jahre als Programmierer und Bereichsbetreuer in einem deutschen Multi-User-Spiel (das älteste deutschsprachige MUD, Unitopia. So wie World of Warcraft - nur ohne Grafik, sondern rein auf Textbasis. http://de.wikipedia.org/wiki/UNItopia) mitgearbeitet.
    Und dort gab es, neben vielem anderen, zum Beispiel eine von Spielern selbst gegründete und geführte Gruppierung, die die eingeborenen Orks vor den orkschlachtenden Spielern zu schützen versuchte: die OLF, die Orkish Liberation Front. Denen gehörte ich als Spieler an und mit denen habe ich später auch als "Gott" (also Programmierer und Spielbetreuer) weiterhin sympathisiert (wie mit allen Spielern, die im spiel selbsttätig etwas auf die Beine gestellt haben, was so eigentlich gar nicht vorgesehen war) und . Aus einer einfachen Nebenquest im Spiel (der Orkmutter ihre von Menschen verschleppten Kinder zurückzubringen und damit zum Orkfreund zu werden) wurde so eine Art Freiheitskämpferbewegung zugunsten der Eingeborenen im Stil des American Indian Movement. Kommt das bekannt vor? *g*


    Stephan und ich betreuten vor allem eine Stadt, in der es einige alte Zwergenminen gab und wir unterstützten dort die Spieler im Aufbau ihrer eigenen Bürgerwehr (Ähnlichkeiten zur "Mauerwacht" von Derok nicht auszuschließen). Dadurch sammelten sich eine ganze Menge spieler, die ihre Figuren als Zwerge sahen (Spielerrassen wurden damals im Spiel technisch nicht vorgesehen, mussten also aktiv ausgespielt werden). Und irgendwann war Stephan dann eben Zwergen-"Gott" (und wer sich dort ganz genau umsieht, kann noch heute einen alten Zwergenkrieger namens "Glond" entdecken ... *g*).


    Als wir eben das Volk-vs-Volk-Projekt angingen, war es schlicht eine Sache der Gewohnheit (lies: Bequemlichkeit), auf unserer eigenen Arbeit aufzubauen und genau diese Völker, die ja jeder Fantasyleser kennt, zu verwenden. (Eigentlich waren in UNItopia die Hauptgegner unserer Zwerge die Elben (von den Zwergenspielern gern als "Weichelben" bezeichnet) - aber die wollte keiner von uns beiden schreiben. *gg*


    Wir haben das Volk-vs.-Volk-Konzept mit dem Verlag zusammen entwickelt. Wir hatten Heyne gerade ein (bis heute noch nicht veröffentlichtes) Romanmanuskript verkauft und kamen dann auf diese Idee, die der Verlag gerne vorziehen wollte. Es gab also in diesem Fall keine "Verlage", sondern nur den einen.


    Wie unsere Wahl auf genau diese beiden aus den bekanntesten Völkern fiel ist jetzt auch klar (daneben: wir wollten beide über handfeste, rauflustige, trinkfeste Völker schreiben. da war das auch naheliegend) - aber im Grunde mochte der Verlag vor allem die Idee der zwei gleichberechtigten Blickwinkel in einem derartigen Konflikt. Sie mochten die Grundidee hinter der Geschichte - die beteiligten Rassen waren für sie zweitrangig.


    Und die Geschichte hätte vermutlich auch mit komplett anderen Völkern funktioniert. Die erste Idee war sogar, keine Fantasyrassen zu verwenden, sondern zwei Menschenvölker. Zwei Fantasyrassen zu verwenden war eher dem Geschmack der Mehrzahl der Fantasyleser geschuldet. Wir wollten ja auch, dass möglichst viele unseren Roman auch lesen. ;)


    Möglich wäre aber auch etwas völlig anderes gewesen, bis hin zum Genre-Wechsel. Western - Nordamerikanische Ureinwohner gegen europäische Siedler, Aborigine gegen britische Siedler, afrikanische Ureinwohner gegen britische und holländische Kolonnisten, Vietnamesen gegen US-Soldaten, oder letztendlich sogar Alliierte gegen "Krauts" bzw. "Nazis". Oder auch als SciFi. Egal wo - wir finden immer dieselben Klischees und Vorurteile.


    Aber wir wollten eben Fantasy schreiben. 8|

    @ Torshavn:
    Natürlich ist uns das klar. Das ist allerdings eine Verlagsentscheidung, mit der wir leben müssen. Und gut können - das sei dazu gesagt.
    Ich denke, ohne Genaueres über den tatsächlichen Ablauf zu wissen, dass die Idee des Verlages (Heyne ist ja einer der Völker-Roman-Verlage. Piper der andere) war, zuerst die große Zahl der Völkerroman-Käufer anzusprechen. Es war sicherlich von vornherein klar, dass es eine ganze Reihe von Stammlesern gibt, die das Übel nimmt. Es gab durchaus auch entsprechend deutliche Kritiken in dieser Richtung. Aber prinzipiell spricht diese Idee natürlich einen wesentlich größeren Leserkreis an, als mit völlig unbekannten Newcomern eine völlig neue Schiene aufzumachen. Die Verkaufszahlen von Band 1 sprechen eine deutliche Sprache, dass dieses Konzept aufgegangen ist.
    Inhaltlich haben wir uns allerdings nicht davon beeinflussen lassen. Wir haben das Buch unter einem komplett anderen Arbeitstitel geschrieben - der allerdings von vornherein immer nur Arbeitstitel war. Als wir das Projekt Heyne vorstellten, waren sie begeistert und quasi der zweite satz dazu war in etwa: "Und es wird Orks vs. Zwerge heißen. Diese Entscheidung kam aus dem Marketing. Aber wenn es uns hilft (und das hat es) uns bei möglichst vielen Lesern bekannt zu machen, wer sind wir, dass wir uns dagegen wehren? *g*


    Bei der Gestaltung von Band 2 war also sofort klar, dass die Völkerroman-Leser, die unseren Ansatz nicht mochten, Band 2 auch nicht kaufen würden (glücklicherweise haben wir ja doch eine ganze Reihe von Leuten begeistert. Der Deutsche Phantastik-Preis ist ja eine reine Leserwahl - und wenn es gereicht hat, uns das "Beste Romandebüt 2013" gewinnen zu lassen, dann sieht es wohl so aus. ).
    Dieses Marktsegment war also abgesteckt - und in der Gestaltung (besonders in der Farbgestaltung) wurde Band zwei auch folgerichtig an ein anderes Segment angelehnt: An Abercrombie und die "Grim&Gritty"-Fantasy, in der wir uns auch als Leser mehr zu Hause fühlen. Siehe als Beispiel: http://www.amazon.de/Blutkling…bercrombie/dp/3453314832/
    Im Grunde also das Marktsegment 20+ (Die Völker-Fantasy ist im Marketing ist eher auf 15-25 ausgelegt)


    Dass viele Völker-Romane sehr mit Klischees arbeiten war uns klar - und das ist günstig für uns:
    Wir hatten das ja von vornherein auch vor, indem wir die gängigen Klischees als ansicht des jeweils anderen Volkes verarbeitet haben. aus Sicht der Orks entsprechen die Zwerge ganz dem Klischee "kleine, brutale, starrsinnige, bärtige axtkämpfer, die in der erde wühlen, goldgeil sind und nur an's Biersaufen denken", während umgekehrt die Orks "große, tumbe, brutale Keulenkämpfer sind, die nur ans fressen, morden und betrügen denken".
    Wühler und Grünhäute eben.


    Mit dem Prinzip der zwei Sichtweisen konnten wir damit mit genau diesen Klischees spielen und, ohne uns komplett davon abzuwenden (wenn ein Zwerg keines der Klischees erfüllt, kann ich ihn auch gleich anders nennen. Dann habe ich eine neue Rasse erfunden).
    Genau deshalb heißen die Zwerge ja aus eigener Sicht nicht "Zwerg", sondern Dalkar und die Orks nicht Ork, sondern "Aerc".


    In etwa so, wie bei beinahe jedem Volk bei uns das wort für die eigenen Leute in etwa "Mensch" oder "die echten Leute" heißt.
    "Innuit" sagen die Ureinwohner des nordamerikanischen Polarkreises zu sich selbst - und das bedeutet "Menschen". Und von allen anderen wurden sie lange als "Eskimo" bezeichnet. Ein Schimpfwort in ihrer Sprache, das "Rohfleischfresser" bedeutet.
    Aerc und Dalkar heißt also im Grunde dasselbe: "die Echten Leute".


    Klischees sind nützlich: Sie sagen viel darüber aus, wie andere einen selbst sehen - und sie helfen dem Leser, sich schnell in eine (gewünschte) Erwartungshaltung zu begeben und zurecht zu finden. Ein Bild zu haben, das wir dann eben ändern und sogar brechen konnten.

    Zitat

    Es ist irgendwie überraschend und doch scheint ihnen an Krendar etwas genauso zu imponieren wie an ihrem alten Broca


    Sekesh sagte am Ende des ersten Bandes dazu: "du hast den meisten von uns etwas voraus. Das, was Ragroth in dir gesehen hat: du denkst nicht wie ein Krieger.
    Und Modrath fügte hinzu: "Fürs Draufhauen hast du ja uns. wir könnten noch jemanden fürs Denken gebrauchen."


    Für den Anfang hat das der Doppelfaust gereicht (Man bedenke: Diese Feststellung ist erst rund 14 Tage her ...). Ob es für die Zukunft reichen wird, wird man sehen.


    Zitat

    weil er seinen Weg geht und wenn ihm jemand dabei im Weg ist.... irgendwann kann ihm jederin den Weg kommen.


    Ja, er wäre ein recht erfolgreicher Politiker geworden, vermute ich. ;)

    Zitat

    Ich glaub sie sehen nicht so viel Gefahr, da sie vermuten, dass zumindest zur Zeit die Stadt und der Weg in die Heimat sicher ist, deshalb keine Eile, gibt ja auch genug andere Probleme.


    Es gibt eine Erklärung dafür - etwa zwei Leserunden-Abschnitte später. Ich bin gespannt, wie nah ihr dran seid. ;)

    Zitat

    habe Dvergat nicht gleich erkannt, ich meinte zwar, der Name kommt mir bekannt vor - aber als das Faß erwähnt wurde, war es klar; wie schön, daß er tatsächlich überlebt hat.


    Freut mich, dass es dich freut. Dvergat ist tatsächlich einer der eigentlich nur für Band 1 eingeplanten Sidekick-Charaktere, der uns (und vor allem den Testlesern und Erstlesern schon in den ersten Kritiken!) erst während des Schreibens derart ans Herz gewachsen ist, dass er völlig unerwartet eine Vertragsverlängerung für Band 2 erhalten hat. Geplant war das eigentlich nicht. *g*


    Zitat

    aber bei Dudaki bin ich ebenfalls sehr mißtrauisch, ich traue ihm gar nicht.


    Spannend auch, wie diese Leserunde ziemlich geschlossen gegen Dudaki eingestellt ist. In der anderen war das überhaupt nicht so. Dudaki betrachte ich selbst weniger als "Verräter", sondern schlicht als Opportunisten. Er ist scon in Band 1 weniger Überzeugungs- und Weltanschauungsgetrieben als alle anderen. Im Grunde ist er einer der am wenigsten rassistischen Charaktere des ersten Buches. Ihm ist es völlig egal, wo jemand herkommt. Dudaki kommt halt an erster Stelle, und da er keinen Stamm mehr hat, kommen eben alle anderen an zweiter. Verrat ist hier relativ - er bleibt seinen Überzeugungen durchaus konsequent treu. ;)
    Wie Jack sparrow so schön sagt: Me? I'm dishonest, and a dishonest man you can always trust to be dishonest. Honestly. It's the honest ones you want to watch out for …


    Diese Figur hat eine sehr ähnliche Entwicklung wie Dvergat durchgemacht - ursprünglich sollte er nur Krendar in die Geschichte einführen, doch dann ist mir der kleine Drecksack irgendwie ans Herz gewachsen.

    Zitat

    Was diesem Buch eigentlich noch fehlt ist eine gemischte Gruppe aus Dalkar, Aerc, Oger und Menschen: Glond, Wolfmann, Krendar, Modrath...


    Das ist ein Punkt, den wir auch aus dramaturgischen Gründen vermeiden wollten.
    Dann haben wir nämlich wieder die obligatorische "Abenteurergruppe" aller Rollenspielgeschichten und in erster Linie eine Vorlage für einen Witz der Art: Ein Ork, ein Mensch, ein Zwerg und ein Oger kommen in eine Bar …


    Neenee. Wen es gemischte Gruppenkonstellationen geben sollte, dann aus Gründen, die die Geschichte birgt, nicht, weil es eine nette Abenteurergruppe aus den beliebteren Charakteren unter den Protagonisten ergibt.


    Wobei ein "Hulk-Thor-Punch" mit Modrath am austeilenden Ende natürlich eine nette Avengers-Homage wäre ...
    http://24.media.tumblr.com/041…hitfJx8Y1qzosj0o1_500.gif


    Nein, im Ernst, das "vs." ist ein wichtiger Bestandteil nicht nur des Titels, sondern auch des Konzeptes.

    Ich würde mich als betroffener Autor vor allem darüber freuen, wenn aus einer "Meinung über Orks" eine "Meinung über Personen" würde.
    Also wenn das vereinheitlichte "Rassenklischee" zugunsten eines differenzierten Bildes weichen würde.
    Dann würde ich in dieser Hinsicht mein persönliches Ziel als erreicht betrachten. ;)

    Kleine Randbemerkung:
    Die gerade von Stephan erwähnte Geschichte ist die, die der Verlag ursprünglich von uns gekauft hatte.
    Aus diversen wohl vor allem marketingtechnischen Erwägungen wurden wir dann noch um eine andere gebeten, die eben davor erscheinen sollte.
    Aus diesem Wunsch heraus entwickelten wir OvZ 1, das wir in der selben Szenerie, nur deutlich vorher ansiedelten, und jetzt in Folge die beiden weiteren Bände.


    Im Grunde schreiben wir also seit 3 Jahren das Prequel. ;)


    Wir haben aber schon jetzt noch ein oder zwei Geschichten im Kopf, die sich direkt nach OvZ erzählen ließen - einfach, weil einige der Figuren inzwischen Geschichten gesammelt haben, die wir im Rahmen dieser Bücher gar nicht erzählen, höchstens mal andeuten können, und die zu erzählen sich eventuell auch noch lohnen würde.


    Ich zum Beispiel könnte mir ein Wiedersehen mit Ragroth durchaus vorstellen (ich mochte ihn wirklich, wirklich sehr).
    Das wäre dann … das Prequel zum Prequel, oder …?


    Ich denke aber, dass wir keine der üblichen "Trilogien mit 5 Bänden" bauen werden, was uns aber nicht daran hindern würde, weitere Geschichten im selben Setting zu machen.
    Aber erstmal wird Band 3 fertig. Dann sehen wir weiter. ;)

    Interessanterweise ergeben sich die meisten Parallelen von allein. ein paar Kernelemente sind zwar tatsächlich geplant (muss ja auch sein), aber verblüffend viele ergeben sich quasi von selbst.


    Es gehört aber natürlich zur Grundidee, zu zeigen, dass sich Leute im Grunde sehr ähnlich sind, egal aus welcher Kultur sie stammen. Genauso wie die Tatsache, dass Es nicht das Privileg einer einzelnen Kultur oder Gruppe ist, Arschlöcher hervorzubringen. ;)


    Zu unserer Schreibweise:
    In Kurzfassung: Stephan schreibt die Zwerge, ich die Orks, die Menschen fallen irgendwo dazwischen und werden von beiden betreut. Je nachdem, wo es gerade besser passt.
    Wobei die Entscheidung, wer welches Volk übernimmt, recht willkürlich war - wir beide mögen beide Völker und es hätte genauso gut andersrum laufen können (ist also nicht so, dass Stephan etwas gegen Orks hat oder ich gegen Zwerge. Nichts Wirksames zumindest.
    Haha. Ich weiß. alter Witz.


    Okay, jedenfalls läuft es so, dass wir zusammen die Geschichte planen.
    Das heißt, den Grobplot: wo fangen wir an, worauf wollen wir hinaus, was sind daraus abgeleitet die wichtigsten Wegpunkte, die wir dafür brauchen - und was wollen wir eigentlich erzählen? Dann werfen wir alle Ideen, die jeder von uns hat, in einen großen topf, rühren kräftig um, lassen es etwas köcheln - und schreiben los. Im Schnitt tauschen wir alle 50 Seiten unsere Materialien aus, um auf dem Laufenden zu sein, was der andere so macht, redigieren dabei den Text des jeweils anderen und machen eine neue Ideenrunde, in der Stand und Plot neu abgeglichen werden und ggf. neue Ideen am eigenen Text und an dem des Anderen eingeworfen, eingearbeitet - und gelegentlich kräftig umkämpft werden.
    An den kritischen Punkten werden die Abstände etwas kürzer und die Diskussionen etwas länger, ansonsten schreiben wir parallel.
    Die Kernpunkte gehen dann öfter hin und her, oft vier oder 5 mal, bis beide Seiten zufrieden sind. in etwa 100-seitigen Paketen geht das von uns abgesegnete Material dann an die Testleser (wir haben eine Handvoll), die uns ihre Meinung dazu geben, ohne von uns vorher gebrieft zu werden (sie erfahren weniger als ihr bei einer Leserunde. ;) ). Deren Kommentare werden dann berücksichtigt - oder auch nicht. Es kommt ja immer wieder vor, dass etwas kritisiert wird, was erst später aufgelöst wird - aber es ist dann zumindest ein wertvoller Gradmesser, ob die Leser das herauslesen, was wir für den jeweiligen Zeitpunkt im Text beabsichtigen.
    Die Endüberarbeitung machen wir dann gemeinsam (Telefon, Skype - was sich so anbietet), was in der Regel heißt: Stephan kürzt meine Texte (um Adjektive, Attribute, Adverbien, ...), ich verlängere seine (um Adjektive, Attribute, Adverbien, ...). Letztendlich kommen wir auf etwa die selbe Menge an Arbeit und Text im Endmanuskript. Und wir können beide hinter dem Ergebnis stehen.

    Sehr interessant, wie ihr die Kampf- und Führungsfähigkeiten von Orks und Zwergen einschätzt.
    Interessante Unterhaltung.


    Meiner persönlichen Ansicht nach kann man sich aber davon lösen (zumindest in unserem Fall), davon auszugehen, dass Zwerge und Orks gleichermaßen viel Erfahrungen im Krieg gegen wesentlich größere (oder auch kleinere) Gegner haben.
    Es geht in vielen Rezensionen unter (herzlichen Dank an dieser Stelle an die ziemlich irreführende Verlagswerbung zum 1. Band. Dafür können wir nichts), aber die Kulturen der Orks und der Zwerge kennen einander erst seit 300 bis 400 Jahren.
    Und den größten Teil der Zeit haben sie keinen Krieg gegeneinander geführt.
    Orks führten in den Jahrtausenden ihrer kulturellen Entwicklung vor allem Krieg gegen Orks (auch in dieser Hinsicht sind sie eher mit den Plains-Stämmen Nordamerikas zu vergleichen - oder vielleicht auch mit den Kelten: Jahrhunderte von Krieg und Kriegerehre geprägte Entwicklung - aber eben Krieg untereinander. Das bereitet ihnen im Kampf gegen die weit überlegene Technik und neuartige Strategie der Einwanderer genauso viele Probleme wie weiland bei den Europäern (oder den - auch noch wesentlich kleineren - Römern).


    Und auch die Kriegsführung der Zwerge ist eher gegen ihresgleichen entstanden, nicht gegen größere Gegner (Menschen sind zwar größer, aber in der Regel keine "Gegner" *gg* Und dort, wo sie herkommen, gab es etwas wie Orks nie).
    Was die Gewichtsklassen angeht: Zwerge mögen vielleicht kleiner sein als Menschen, aber sie sind (zumindest im Falle von Kriegern und Handwerkern) wesentlich kompakter und muskuöser als Menschen.
    Der reine Gewichtsunterschied zwischen einem 2,10m Ork und einem 1,40m großen Zwergenkrieger ist gar nicht so bemerkenswert (beide wiegen 100+ kg). Oger sind ein Sonderfall - aber sie sind halt recht selten. Ein Dorf mit mehr als einem oder zwei Ogern pro Generation ist schon sehr ungewöhnlich.
    Dazu kommt die kulturell bedingte Ablehnung von nicht per reiner Muskelkraft bedienten Fernwaffen bei Orks (also keine Bögen, keine speerschleudern, keine Schleudern, etc) und die weit ausgereiftere Rüstungstechnologie der Zwerge - die Erfahrung zeigt, dass eher die Orks den kürzeren ziehen. Weniger, weil sie die schlechteren Krieger sind, sondern weil sie eine im Vergleich unterlegene Technologie nutzen.


    Im direkten Zweikampf zwischen Zwerg und Ork würde ich aber in Fällen wie Kaern oder Axt nicht unbedingt auf den Ork setzen. Erst recht nicht bei Berufskriegern wie Beryl, wobei ein Zweikampf zwischen seinen Leuten und den Orks noch am vergleichbarsten ist.
    Für die Zwecke der Erzählung darf man ruhig davon ausgehen, dass sich der typische Orkkrieger und der typische Zwergenkrieger körperlich in etwa ebenbürtig sind.
    Der weit entscheidendere Punkt in Derok ist vermutlich Es gibt nur ein paar Hundert ausgebildeter Zwergensoldaten und die acht- bis zehnfache Menge an Orkkriegern, deren ganze Kultur auf den Prinzipien von Stärke und Kampferfolg fußt. Der weitaus größere Teil der Zwergenverteidiger besteht eben aus einer Miliz aus Handwerkern und sonstigen im Kriegshandwerk unerfahrenen Leuten.


    Die erwähnte 12. Königliche der Zwerge zum Beispiel dürfte im reinen Zweikampf beinahe jeden Ork zu den Ahnen schicken, der kein so ausgesuchter Drecksack wie Ragroth* oder Kaern* ist.
    Nicht umsonst kam hier der Oger-Hinterhalt zum Einsatz.


    (*Randbemerkung: In einem Duell zwischen Ragroth und Kaern würde ich mich auch einer Wette enthalten. Kaern wäre, so wie ich ihn kennengelernt habe, Axt an Erfahrung und Fähigkeit weit überlegen. Er ist nur nicht mehr der jüngste ...).

    Zu "mehr aus dieser Welt" ...


    Die Welt basiert im Grunde auf Notizen aus meiner alten Rollenspielrunde und Welt - aber nur als Hintergrund-Tapete.
    Würde man das enger vernetzen, würde OvZ etwa 350 bis 400 Jahre VOR meiner eigentlichen Kampagnenwelt spielen. Das heißt, was in OvZ passiert, wären dann lediglich alte Sagen und Lieder - selbst für Zwerge sechs oder sieben Generationen zurückliegend.


    wir können uns durchaus vorstellen, da noch mehr zu bringen - oder gar irgendwann den Zeitsprung in die "Gegenwart" der Kampagnenwelt zu machen. Aber dann müssten sich die Leser auf einige Änderungen gefasst machen. In 400 Jahren passiert (im Gegensatz zu vielen anderen Fantasywelten) doch relativ viel.
    Persönlich könnte ich mir auch die "Gründerväterzeit" der Region spannend vorstellen, also noch etwa 300 Jahre zurück, als die ersten Schiffe der Menschen in der "neuen Welt" anlegten und die ersten Palisadensiedlungen gebaut wurden.


    Ich denke, dann könnte man kulturell durchaus Parallelen sehen - wenn man die Zeit von OvZ etwa mit unserem 13. Jahrhundert gleichsetzt.
    Mal schaun- Stoff haben wir prinzipiell für noch weit mehr als "nur" für diesen dritten Band, an dem wir gerade sitzen. ;)



    Die Frage zum System:
    Damals haben wir jahrelang AD&D 2nd. Edition gespielt, bevor wir irgendwann ganz auf die Regeln (und zu 95% auf die Würfel - lediglich ab und an noch Prozenwürfel) verzichtet haben. Die Gruppen waren eingespielt genug, um keine Regeln mehr zu brauchen (wobei nicht nur ich dort geleitet habe).
    Generell haben wir aber von Rolemaster über Mers, Shadowrun, Earthdawn, Vampire bis PP&P ziemlich viele verschiedene Sachen gespielt. Lediglich DSA habe ich, im Gegensatz zu Stephan, so gut wie gar nicht gespielt. Hat sich nie wirklich ergeben. Ist ja außerdem wohl so (oder war es damals zumindest), dass man entweder AD&D ODER DSA spielt, aber nie beides. *g* Und AD&D (oder D&D, bevor es AD&D hieß) war halt mein "Stammsystem", mit dem ich angefangen hatte.
    Allerdings ist meine letzte Spielrunde jetzt auch schon 11 oder 12 Jahre her - Stephan dagegen spielt noch halbwegs regelmäßig DSA.

    Hintergrundinforamtion zu den Zwergen … hm.


    Okay. Zwerge werden deutlich älter als Menschen - und damit noch viel älter als Orks (bei denen 40 schon ziemlich greisenhaft ist). 120-150 Jahre ist keine Seltenheit - allerdings leben sie keine Herr-der-Ringe-mäßigen Jahrhunderte.
    Im Grunde gibt es zwei Fraktionen unter ihnen: Die Oberen, die an der Erdoberfläche leben und die jene sind, die auch mit Menschen und Orks in Interaktion treten. Sie bauen die Städte samt Festungen und Mauern und kümmern sich um die oberirdischen Belange, von Handel bis zur Holzfällerei, dem Materialtransport und was eben oben so anfällt. die Unteren dagegen gelten als "höher" (haha) stehende Kaste. Sie leben meist in unterirdischen Festungsarealen (in der Regel unter den Festungen der Oberen) und betreiben die Schmieden, die Minen, das Kernhandwerk der Zwerge und so weiter. Das spiegelt sich auch ein wenig in ihrer Art zu denken wieder: Die unteren sind im allgemeinen eher konservative Traditionalisten, während die Oberen (im Vergleich) flexibler und weltoffener sind.
    Alle zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass Ordnung, Bürokratie und Struktur bevorzugt werden. Man diskutiert die meisten Belange lange und gründlich aus - aber das nur einmal. was einmal festgelegt ist, steht sozusagen (und das meist wörtlich gemeint!) in Stein gemeißelt und gilt für die Ewigkeit.
    Angst ist den Zwergen fremd - Angst ist eine Emotion, die niedere Lebensformen wie Tiere oder auch Menschen und Orks vom Zwerg unterscheidet. In der letzten Zeit (vor allem durch Glonds Fall) gilt sie auch als Krankheit, die eventuell ansteckend sein könnte.


    Grundsätzlich sind die Dalkar (Zwerg sollte man zu einem Zwerg nicht sagen - das ist eher ein abwertender Ausdruck der Menschen - wenn sie nicht gleich "Stumpen" sagen) eher eine männlich organisierte Kultur, wobei allerdings Frauen trotzdem fast jeden Posten einnehmen können. Wenn sie es schaffen. Letztendlich sind aber selbst verfeindeten Zwergen Regeln und Gesetze wichtiger als persönliche Animositäten.


    Zwerge haben mehrere Könige (wohl nach Siedlungen strukturiert), einen gemeinsamen Großkönig und einen ganzen Haufen Generäle.
    Obere wie Untere sind in Klans strukturiert, wobei - ähnlich wie im schottischen - viele Familien einem Klan angehören - und eine Familie auch schon mal den Klan wechseln kann. Klans wiederum haben ihren obersten Anführer, den Großhertig.
    Dem unterstehen mehrere Unteranführer, sozusagen der regierende Adel, die Hertige (Einzahl: Hertig), die auch die Truppenverbände anführen.
    Einzelne Trupps werden wiederum von Heetleuten (einzahl: Heetmann, oder seltener Heetfrau) geleitet.
    Unabhängig von den Clans sind die Königlichen Kompanien (wie die 12. Königliche, die in OvZ 1 erwähnt wird). Sie sind handverlesene Elitetruppen, die nur dem König und seinen Generälen unterstellt sind.


    Für noch genauere Informationen müsst ihr Stephan löchern (der kann mich auch korrigieren, wenn ich gerade Mist erzählt habe. *g*).
    die Zwerge sind sein Gebiet.


    ;)

    Aber nur, wenn ihr euch selbst spoilern wollt. ;)


    Also das erste Stück könnt ihr schon lesen, das ist recht allgemein - dann gibt's ne Spoilerwarnung (auf Seite 2).


    Und dann kommen noch mal allgemeine Teile zu den Orksens und iher Kultur. "Die Aerc (so nennen sich die Orks selbst) und die Rolle der Frau" bzw. "Die Hierarchie im Arc-Heer".
    (ab Seite 8 wird's wieder halbwegs ungefährlich und informativ)

    Hm. dann schlag ich gleich den 10. Februar vor.
    Dann bin ich (hoffentlich! Wenn nicht, ist irgendwas gewaltig schief gelaufen …) wieder daheim und Stephan ist ebenfalls zurück, wenn ich richtig informiert bin.
    Tut mir leid, dass wir so kurzfristig umarrangieren, aber ich hab's mir wirklich nicht ausgesucht.


    Schönes Restwochenende,
    Tom


    (Nebenbei: Irgendjemand dabei, der Band 1 noch nicht gelesen hat?)