Beiträge von tomorgel

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    Wobei das mit der Glaskuppel auch nur funktioniert, weil
    A) elektromagnetische Abschirmung im Glas und
    B) die Lage auf dem Mond (wer Lust hat, kann mal auf Wikipedia mehr über das Reiner Gamma Magnetfeld auf dem Mond lesen. Dann wird vielleicht klar, warum die Stadt ausgerechnet hier liegt).
    Trotzdem ist eine Lage tief im Boden aus heutiger Sicht die effektivste Lösung (und nebenbei sind Tunnel nun mal Nebenprodukte des Bergbaus und wesentlich einfacher mit Luft zu füllen als komplizierte Oberflächenstrukturen. Reden wir gar nicht von Meteoritensicherheit...

    Die Theorie, dass die Intelligenz des Menschen zurück geht, weil sie sich nicht mehr anpassen muss und vermeintlich im Paradies lebt, wo man sich auch nicht mehr anstrengen muss, finde ich schon sehr interessant.

    Die Theorie ist übrigens nicht mal von uns. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die genau dieses Phänomen in unserer westlichen Zivilisation nahelegen.

    Ein wenig irritiert hat mich die Anmerkung, dass der Mensch indirekt genetisch von der Ratte abstammt? Oder habe ich da etwas missverstanden?

    Jein. Genetisch stammen tatsächlich alle Primaten (im Grunde so gut wie alle Säugetiere überhaupt) von einem Nagetier ab, das an einem bestimmten Punkt in unserer Entwicklung gleichzeitig ein Urahn der heutigen Ratten war.

    Außerdem war er ja laut Millner auch ein Auserwählter, wie passt das zusammen? Wissen die meisten, die dafür auserwählt sind am Leben zu bleiben vielleicht gar nichts davon?

    Nun - er befindet sich auf dem Mond.
    Vielleicht reicht ja allein das schon, um zu den Auserwählten zu gehören? :D

    Ob er auch ein Android ist, oder bionisch verändert, wenn er einfach mal so locker flockig ein hohes Geländer runterspringt und dann ohne groß zu stoppen weiterlaufen kann?

    Gut aufgepasst ...

    Sind da vielleicht wirklich Viren drin, die auf der Erde oder sonstwo alles Leben auslöschen sollen?

    Hintergrundinfos: In den Darwinsonden sind, sofern sie nicht jemand nachträglich manipuliert hat, neben ein paar Kilo Sprengstoff vor allem Kanister mit künstlich extra für die Atmosphärenbildung hergestellten Treibhausgasen, sowie Algen, Bakterien, Nematoden, Pilze und andere Mikroorganismen (die meisten von ihnen speziell genetisch modifiziert für ein möglichst schnelles Umformen der Marsatmosphäre. Zum einen fähig, unter lebensfeindlichen Bedingungen zu überleben, zum anderen, um möglichst schnell Mineralien aufzubrechen und verwertbar für Nachfolgeorganismen zu machen und zum dritten um möglichst schnell Sauerstoff und Stickoxide zu bilden und in Bodennähe CO2 abzubauen. Ein sehr lustiger Cocktail.). Stand in Kurzform mal irgendwo im Buch.

    Total cool :totlach: .

    Jetzt hätte ich richtig Lust mir den nochmal anzuschauen!


    Hört ihr denn beim Schreiben dann auch die für euch zur Geschichte passende Musik?

    Ich oft ja (es hilft mir, mich auf eine ganz bestimmte Stimmung für eine Szene zu konzentrieren) - Stephan nicht (wir wohnen rund eine Fahrstunde auseinander - insofern widerspricht sich das nicht. :D)


    Wie ist das für euch wenn ihr unsere wilden Spekulationen lest und die Gedanken zu den Charakteren?

    Amüsant. Und teilweise hart. Man will ja nicht spoilern und kann deshalb oft nicht das richtige antworten. ;)

    Dieser Konvoy durch´s all erinnert mich ein bisschen an den Film mit den Truckern :) .

    Du meinst den, dessen Themesong quasi den ersten Titel in meinem persönlichen TERRA-Soundtrack bildet?

    (Für alle Interessierten: Es gibt meinen persönlichen iOST (inoffiziellen Original-Sound-Track) zu TERRA. Hier:

    https://open.spotify.com/user/…si=HUDD-sohQ3SX_Cr_XFihmA )


    Ich habe nicht die geringste Ahnung, woran das liegen könnte ...


    8)

    Danke übrigens für den Buchtipp!

    Hi

    Hallo allerseits, ich bin auf die Leserunde gestoßen und hatte spontan Lust noch mit zu machen :).

    Bin deswegen heute nach der Arbeit noch losgelaufen um mir das Buch zu besorgen.

    Das freut mich - und wir sind ja noch lange nicht durch - insofern Zeit genug, aufzuholen.
    Ich hoffe doch, du wirst deine Entscheidung nicht bereuen. :D

    Nur die Farbe gelb wirft bei mir auch Fragen auf - ich hätte jetzt mit dem Mond eher weiß, dem Mars Rot und der Erde blau verbunden. Aber so wie ich das aus den Vorkommentaren rauslese war das nicht eure Entscheidung als Autoren, oder?

    Das stimmt. Als Autoren hatten wir bei der Farbe nichts mitzureden.
    Und der gelbe Buchschnitt war eine Überraschung von Heyne an uns. Das haben wir quasi erst in den Belegexemplaren gesehen. Ist ja aber gerade mal wieder modern. Bernhard Hennen hat im Moment bei seinem Azhur eben azurblau, die beiden "Krähen"-Bände von Leigh Bardugo bei Knaur sind schwarz, respektive orange ...
    Sowas kommt vom Marketing.

    Mit einer Einschränkung:

    Eventuell hat das Marketing von Heyne unsere Vorableseprobe aufmerksam genug gelesen, um über die neongelbe Innenbeschriftung in den Raumschiffsektionen zu stolpern (die in meinem Kopf beim Schreiben auch noch lumineszent war - einfach, weil selbstleuchtende Markierungen bei potenziellem Stromausfall eine clevere Sache sind), und das für's Cover aufzugreifen. Wir haben noch nicht gefragt - aber eine andere Verbindung fällt uns nicht ein.

    Was die Sache mit der Heilung einer Krankheit durch eine Pflanze aus dem Permafrostboden angeht: interessanter und dystopischer für Autoren ist natürlich eine Krankheit, die aus einer Pflanze im Permafrostboden hervorbricht - und dann die halbe Menschheit... ;-)

    Das ist immer wieder faszinierend. So wie die beiden Würmer, die sie jüngst aufgetaut haben und die sich bester Gesundheit erfreuen - nach nur rund 10.000 Jahren Nickerchen. Da geht noch was, was Viren, Amoeben und Bakterien angeht ...

    Die Sache mit Australien in TERRA übrigens, die ist inspiriert von einer verbürgten Geschichte aus … eben Australien.
    Flying doctors haben in den 80ern einen Hilfefruf von einer Farm am Rande des inneren Outback bekommen. Es seien einige Tiere und zwei Menschen an einem schweren Fieber erkrankt.
    Als das Arztflugzeug einen knappen Tag später schließlich dort ankam, lag die ganze Farm voller toter Pferde, Hunde und Schafe. Es gab keine Lebenszeichen von Menschen. Die Ärzte sind nicht gelandet, sondern haben das an die Behörden weitergeleitet. Was vorgefallen ist, weiß man offiziell bis heute nicht, aber die Farm wurde kurz darauf mit Napalm eingeebnet, so das Ende der Geschichte. Die Vermutungen dazu sind vielfältig (das australische Militär wird sicher mehr wissen), unter anderem eben der Ausbruch eines unbekannten Virus aus dem unbewohnten und bis heute nicht komplett erforschten Outback. Oder ein Biowaffentest. Wer weiß das so genau.
    Das ist so ähnlich. :D

    Überrascht hat mich, dass es auch in der Zukunft immer noch Rotlichtviertel gibt. Ich hatte gehofft, dass irgendwann Irgendwelche Cyborgs so einen "Job" übernehmen oder eben auch die Holos dafür herhalten. Allerdings ist das vielleicht auch dann in der Zukunft etwas für die Reicheren, während die ärmeren Schichten ihre "Bedürfnisse" tatsächlich noch auf diese Art und Weise befriedigen müssen.

    Fun Fact:
    Ich habe kurz mit einer Szene experimentiert, in der erklärt wird, wie perfekt Cyber Sex mithilfe eines der VacSuits funktioniert (mit seinen vielfältigen Möglichkeiten des haptischen Feedbacks, seiner Wärme und ... Entsorgungsfunktionen und der kompletten virtuellen Immersion mittels Bone-Phones, Holobrille, etc ...) - aber ich habe es dann gelassen, einfach weil es den Roman nicht wirklich vorangebracht hätte. Dafür aber hätte es vermutlich viel zu sehr von den eigentlichen Themen abgelenkt.
    Aber bei der Vorstellung "Einsame Trucker, millionenschwere Simulationsanzüge und totale Immersion" ist die konsequente Fortführung fast unvermeidlich. Ich überlasse das aber eurer Phantasie. Internet-'Rule 34' gilt jedenfalls mit Sicherheit auch noch 2095.

    Aber erstens ist letztendlich auch dann das 'echte' vermutlich für die meisten noch nicht durch Simulation ersetzbar und zweitens hat es ja stephan shcon bei Bran angedeutet: Manche Leute (viele Leute) haben einfach nicht genug Coins für Holo-Sims.

    Dass Datenbanken angelegt werden ist auch absolut glaubwürdig. Für Pflanzen gibt es das sogar heute schon! Tief im Permafrost werden Bohrungen gemacht, die Samen aus längst vergangenen Zeiten zu Tage befördern, die alle gesammelt und aufbewahrt werden. Eine spannende Sache, wenn man bedenkt, was da alles möglich ist. Und wer weiß vielleicht liegt die Heilung einer Krankheit genau vor unseren Füßen in Form einer Pflanze oder eines Tieres (z.B zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen HIV o.ä)

    Vorbild waren hier die tatsächlich existierenden Datenbanken, z.B. auf Spitzbergen (wird ja kurz auch erwähnt: "in der Arktis, der Antarktis und auf dem Mond").
    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=322797
    Wobei ich nicht glaube, dass genmanipuliertes Datenmaterial auf ewig draußen bleiben wird.
    Etwas sehr ähnliches gibt es übrigens auch für Fotografien und alte Filme.

    Und es gibt bereits Pläne für eine zukünftige Lagerstätte auf dem Mond - einfach weil das, was dort (geschützt vor kosmischer Stralung) liegt, auch noch in 100 Millionen Jahren dort liegen wird.

    Sehr gut gefällt mir die internationale Mischung der einzelnen Containerschiffe, die ja doch einen gewissen Verbund darstellen.

    Das ist tatsächlich auch den Gegenbenheiten im All geschuldet. Es gibt eben nur alle 2 Jahre ein sehr kleines Flugfenster (2 Monate), in dem sich der Aufwand eines Beschleunigungsfluges lohnt (ansonsten ist die mehrere Monate lange Tour billiger) - allein scho nverschuldet dne Bewegungen von Erde und Mars zueinander (ein Jahr später, wenn Mars und Erde von der sonne aus gesehen einander gegenüber stehen) würde der Flug bei gleicher Beschleuningung übrigens 28 Jahre dauern. Technisch absolut unmöglich, wenn man bedenkt, dass schon auf der von uns beschriebenen kurzen Strecke ca. 6000 Tonnen Treibmittel (vor allem Wasserstoff) verbraucht werden. Und natürlich blödsinnig, wenn der Mars ein Jahr später wieder in 8 Tagen zu erreichen ist.
    Aus diesem Umstand müssen alle Schiffe, so unabhängig sie auch sein mögen, zur selben Zeit die selbse Strecke fliegen.
    Das heißt, der "Verbund" (oder eben Konvoi) ist quasi unvermeidlich - und technisch sinnvoll. Deshalb ist das schon rein aus technischen und ökonomischen Gründen eine internationale (eigentlich mehr noch eine Multi-Konzern-) Veranstaltung.

    Das ist ja auch absolut spannend und faszinierend. Vielen Dank auch für die Links.


    Richtig genial fand ich übrigens die Stelle, an der über die Bedeutung der beiden Pferdeärsche für die Fortbewegung im all philosophiert wird :totlach:


    StephanOrgel und tomorgel :

    Wie habt ihr euch die Arbeit an "Terra" aufgeteilt?

    Die "Pferdeärsche" sind keine originäre Erkenntnis von uns. Das ist bei mir noch aus dem Lateinunterricht hängen geblieben - tatsächlich mit der Kette von Rom bis zum Space-Shuttle. Ja, ich hatte einen coolen Lateinunterricht. Wir haben auch über Tolkien und Polit-Rhetorik der UDSSR gesprochen (jeweils im Vergleich mit römischen Rednern/Philosophen) ...

    Was das Aufteilen der Arbeit angeht: Es gibt - wie in jedem unserer Bücher - zwei Haupterzählstränge. Von denen hat eben jeder einen übernommen (hier eben Sal und Jak). Und an Schlüsselstellen wird gemischt - oder mal eine Nebenfigur von einem zum anderen gereicht. Im Grunde haben wir wieder zwei Bücher zum selben Ereignis, die dann ineinander gemischt wurden. ;) Was von wem ist, dürft ihr jetzt gern raten.
    Die Geschichte selbst wird allerdings natürlich zusammen geplottet. und immer wieder abgestimmt.

    Die SF hat hier so viel von der Gegenwart. Der Stumpfsinn und die Langeweile auf diesem Transportschiff sind unerträglich. Vielleicht färbt das ja auf mich als Leser ab.

    Okay, dass es deutliche Parallelen zur Gegenwart hat, ist ja tatsächlich beabsichtigt. Sie ist ja schließlich eine unmittelbare Folge der Gegenwart, ohne große Katastrophen. So wie wir selbst durchgehend seit '45 eine fast lineare, bruchlose Zeitlinie haben (nicht zuletzt der EU sei dank. Im Gegensatz z.B. zu Star Trek, die den 3. Weltkrieg brauchten, um eine gesellschaftliche Zäsur zu erzwingen) - ungefähr selber Zeitraum. Und wir haben uns auch nicht rausgemogelt, indem wir eine "weit, weit entfernte Galaxis" vorgeschoben haben oder eine nicht definierbare Zukunft in 4000 Jahren. Das wäre beides letztendlich nur "Fantasy in Space" gewesen (3. Clarke'sches Gesetz). Und das wollten wir definitiv nicht schreiben. Das ist einer der Gründe, warum wir selbst es bisher nicht wirklich als SF bezeichnet haben, sondern eher als "Thriller in Space".
    Wobei ich natürlich hoffe, dass die (deine) Langweile jetzt nicht von Dauer ist. Das wiederum wäre nicht beabsichtigt gewesen. ;)

    Ich finde es aber wieder einmal bemerkenswert, wie sehr sich die Wahrnehmungen unterscheiden. Da gibt es auf der anderen Hand Leser, die Jak "extrem interessant" (Zitat) finden und mit Sal absolut nichts anfangen können. Das ist grundsätzlich alles okay, sofern jeder etwas für sich findet. Wie immer. :D
    (Auch wenn ich mich ein klein wenig frage, woher der Eindruck einer "rebellischen Jugend" bei Jak kommt. Hatte ich so nicht auf dem Schirm. Auf die schiefe Bahn ist er ja eigentlich erst gekommen, als sein erster Kapitän aufgeflogen ist (bis dahin konnte Jak ja noch nichts dafür)).

    Gut, schaun wir mal weiter. Ich bin gespannt auf deine Wahrnehmung.

    Zitat

    Jetzt bin ich wirr im Kopf :totlach: Dann könnte man KI und Mensch ja gar nicht mehr unterscheiden, wenn die auch noch Fehler machen dürften :totlach:

    Im Ernst, das ist wirklich ein extrem spannendes und komplexes Thema. Letztendlich können wir nur erahnen, in welche Richtung das gehen wird. Wissen werden wir es erst, wenn die Zukunft zur Gegenwart wird.

    Minor Spoiler: Wir haben das nicht ganz so krass behandelt wie Rudy Rucker (es war ja nicht das Kernthema unserer Geschichte).

    Aber als absolute Leseempfehlung zur konsequenten Durchdenkung dieses "Nicht-Unterscheiden" Problems empfehle ich nicht nur (natürlich) Blade Runner, sondern vor allem eben Rudy Ruckers "Wetware"-Trilogie. (Aber natürlich erst NACH Terra. :D ). Eine sehr schräge, sehr kreative Reihe aus dem Cyberpunk-Sub-Genre 'Biopunk' von 1982 bis 1991 (Spielt Ende der 2030er).

    https://www.amazon.de/Wetware-Rudy-Rucker/dp/3453049950
    bzw. https://www.amazon.de/Wetware-…cker-ebook/dp/B00OO5NILU/

    "Einem einzelnen afrikanisch abstammenden Mann in der Zukunft....? Ich weiß nicht, da hatte ich irgendwie ein bisschen ein ungutes Gefühl dabei, aber vielleicht könnt ihr kurz was dazu sagen, ihr habt euch sicher etwas dabei gedacht.

    Ähnlich die Beschreibungen der Russen......mit den Kommunikationssystemen. Etwas stereotyp."

    Zu den Russen zuerst: Stereotyp - vielleicht. Aber gleichzeitig auch genau die Prämisse der russischen Armee bis heute. Je weniger High-Tech, desto besser. Dazu kann Stephan aber sicher noch mehr sagen (er war der Soldat bei uns, ich war Zivi). Unser Vater hat damals in der DDR im Militärdienst zusammen mit Russen gearbeitet. Grundaussage grob verkürzt: russische Waffen sind aus einem Stück gefeilt. sie sind grob - aber gehen nie kaputt. Nicht einmal im sibirischen Dauerfrost bei minus 70 Grad, voller gefrierendem Morast und Ölschlamm. Elektronik überlebt das nicht. - Ein Grund, warum die Taliban den Amerikanern in Afganistan ebenbürtig waren: Russische Ausrüstung kommt mit den extremen Temperaturschwankungen (40 Grad bei Tag, Minusgrade bei Nacht), dem Dauerstaub und grober Behandlung problemlos klar. Amerikanische High-Tech-Panzer brechen zusammen, nur weil die Elektronik der Klimaanlage versagt ...
    Kurz: Die wissen, was sie tun!

    Was Jak und seinen Zugriff auf das alte System angeht: Sein Schiff ist (wie die meisten) locker 30 Jahre alt, etwa das Alter der Space Shuttles, als das Programm eingestellt wurde. In der Zeit wurde halt viel umgebaut und generalüberholt (und da man bei Reduzierung der Mannschaft nicht unbedingt aufs Gewicht achten musste, ließ man alte, tief ins Grundsystem integrierte Technik halt an Bord (Aus- und Umbau kostet nunmal mehr).
    In der Seefahrt passiert das bei alten Frachtern (die zum Teil mehr als 50 Jahre Betriebszeit auf dem Buckel haben) heute auch immer wieder.
    Ansonsten ist alte Technik als redundantes System immer wieder gern genutzt (siehe oben: russische Technik). Aber wenn du aufmerksam liest, wirst du später eine Stelle finden, an der sich Jak genau darüber lustig macht. ;)

    Zu dem Afrikaner:
    Ich kann im Moment schwer etwas dazu sagen (zu früh im Buch), außer: achte ein wenig darauf, woher die übrigen figuren kommen, denen du begegnen wirst. Alle. – Ja, wir haben uns was dabei gedacht.

    Zum Thema Schwangerschaft und Reproduktion in Mikrogravitation (und schon in verringerter Gravitation - der Mond hat nur ein sechstel der Erde. Nicht vergessen!):
    Hier ein paar Beispiele (Ja, auch den Teil haben wir ein wenig recherchiert!)
    https://phys.org/news/2011-01-sex-space-houston-problem.html
    oder
    https://www.spektrum.de/news/s…ryonalentwicklung/1005934

    oder (vorsicht, viel und komplexer Stoff):
    https://www.degruyter.com/down…000-0202/nf-2000-0202.pdf

    Kurz zusammengefasst: Es ist möglich - aber sehr, sehr unwahrscheinlich.

    Dazu kommt, dass der heutige Stand der Forschung schwere Entwicklungsstörung im Heranwachsenden Menschenfötus veruassagt, der z.B: scho neine normale Geburt völlig unmöglich macht, weil der Schädel der Kinder größer wird als unter Erdgravitation (und das der menschliche Schädel schon beim möglichen Maximum für natürliche Geburten ist, war's das auch schon. Weitere Schädigungen in der Wachstumsentwicklung unter verringerter Gravitation sind quasi zwingend (anderes Knochenwachstum, anderes Muskelnwachstum, anderes Organwachstum, alles in Reaktion auf ein verändertes Magnetfeld und eine veränderte Schwerkraft (und das schließt die knöchernen Gleichgewichtsorgane im Ohr ein. Ein Mond- oder Marskind (oder gar ein Kind der Schwerelosigkeit im All) wäre auf der Erde nicht lebensfähig.
    Auch nicht als Erwachsener.

    Das mit der künstlichen Gebärmutter wäre natürlich erstmal eine Option (ließe sich leichter unter Gravitation setzen als die komplette Mutter. :D ), aber das Kind müsste trotzdme auf die Erde, wenn es jemals eine Chance haben wollen sollte, dort zu leben. Nur - einen Säugling dem Stress einer Landung aus dem All auszusetzen ... sagen wir: Es ist trotzdem noch leichter und gesünder, die noch nicht hochschwangere Mutter auf die Erde zu schicken. (schon wieder ein brutal komplexes Thema, wenn man einmal damit angefangen hat, sich damit zu beschäftigen ...).

    Das Thema kommt aber später im Buch auch noch mal. ;)

    Ich warte mal ab, was noch so kommt, aber eines muss ich fragen:

    Selbst Marx hat erkannt (und gesagt), dass Kommunismus nicht mit dem real existierenden Menschen funktioniert.

    Woher hast du das? Soweit ich weiß hat er nur gesagt, dass es mit dem damaligen Stand der Entwicklung nicht machbar war. Aber die wissenschaftlich-technischen Grundlagen, die er dafür sieht sind jetzt eigentlich gegeben. Also wenn du weißt wo das steht, schreib's mal, das würde einiges umhaun.

    "Stand der Entwicklung des Menschen (nicht der Produktionsmittel)" - Keine Ahnung, wo das war - ist jetzt auch schon wieder 15, 20 Jahre her, in irgendeiner Biografie oder sowas, wenn ich mich recht erinnere.
    Tatsache ist, dass es bis heute stimmt: Der Marxistische Kommunismus setzt nun mal einen durchweg altruistischen Menschen voraus, den es auch heute noch nirgendwo gibt. Und selbst wenn es einigen gelingen sollte, tatsächlich ein derart altruistisches Wesen zu erreichen, reicht ein einziges machtgieriges aber cleveres, Verzeihung, Arschloch aus, um das ganze Gebäude zum Einsturz zu bringen. Insofern finde ich Orwells Gegenentwurf aus 'Animal Farm' weitaus einleuchtender.
    Ihm, also Marx, fehlte allerdings auch die Erfahrung, dass striktes Gemeineigentum vor allem dazu führt, dass sich niemand dafür verantwortlich fühlt - und die Leute dazu verführt, zum einen schlampig damit umzugehen und es zum anderen zu stehlen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Und dass der Mench, selbst wenn er "lesen und schreiben" kann, das oftmals gar nicht will (oder nur auf Facebook ...).

    Aber warte mal, bis du im Buch noch ein oder zwei Leuten mehr begegnest. ;)

    Wer sich, was die Simulationstheorie (von einem Herrn namens Bostrom übrigens) die Kante geben will, kann mal diese zusammenfassung hier zumindest überfliegen (und ich finde, dass die voraussetzungen noch zu kurz gedacht sind. Der Man ist Philosoph - kein Gamer. Jeder Computerspieler kommt auf eine noch schlüssigere Variante seiner These:
    Frage: Warum eine Posthumane Zivilisation Interesse an einer Vorgängersimulation haben sollte?
    Gegenfrage: Warum ist 'The Witcher 3' eines der erfolgreichsten und meistverkauften Spiele ever?
    Antwort: Prokrastination. Eine der Urkonstanten des Universums. :D

    https://de.wikipedia.org/wiki/Simulationshypothese

    Ach ja, die Augen öffnen, das wollen in den letzten 20-30 Jahren die meisten SF Romane und werden deshalb zu düstersten Dystopien. Was wir eigentlich brauchen (und das scheint irgendwie gesellschaftlich doch durchgedrungen zu sein) sind Visionen, Utopien, Ideen und wie du richtig schreibst, Möglichkeiten erwägen wie eine für uns und die Erde lebenswerte Zukunft aussehen könnte. WIr sollten gesellschaftliche Ziele haben, die man anstreben kann. Hoffnung ist ein wichtiges Moment unseres Lebens.

    Das sehe ich auch so. Offensichtlich fehlt es den (populären) Autoren an positiver Phantasie. Zukunft wirklich neu und hoffnungsvoll denken, das geht, meiner Meinung nach derzeit unter. Irgendwie komisch.

    Wenn wir die Energie, die in Kriegen verschwendet wird als geeinte Erde nutzen würden, wäre wir schon längst auf dem Mars und auf dem Meeresboden. Die frühen SF Romane mit ihren Träumen von unterseeischen Glaskuppeln und ebensolchen auf dem Mars wären längst Realität.

    Ja sinnvolle Nutzung von Geldern und Resourcen hätte uns sicher zusammen schon einen großen Schritt in die Zukunft gebracht.

    Positive Phantasie schön und gut - das Problem ist, dass das zulasten des Realismus geht.
    Selbst Marx hat erkannt (und gesagt), dass Kommunismus nicht mit dem real existierenden Menschen funktioniert.
    Und Rhoddenberry hat insofern gemogelt, als dass er es sich einfach gemacht hat: Er hat einen 3. Weltkrieg zur großen "Bereinigung" verwendet, um "aus den Trümmern" eine neue, geläuterte Menschheit erstehen zu lassen. Ohne diesen massiv dystopischen (!) Kunstgriff hatte auch er keine Lösung dafür, woher man Leute nehmen kann, die so grundsätzlich wesensanders als wir heute sind (das, und die Erfindung der Nahrungsreplikatoren, die das Thema Hunger, Ernährung und die Notwendigkeit, Geld zu verdienen, komplett beseitigen - sein 'Deus ex machina').

    Steile These: Ich halte tatsächlich unseren Ansatz für weniger dystopisch.
    Die Leute haben es zwar weit härter als die Star Trekkies - aber wenigstens sind sie bei uns um die globale Massenvernichtung in den 2030ern herumgekommen - tatsächlich sogar ohne 3. Weltkrieg. Irgendwie halte ich das für die positivere Weltsicht: Wir sind nicht perfekt - aber irgendwie bekommen wir's gebacken.

    Aber: Lest es mal fertig und dann können wir uns gern nochmal über genau dieses Thema unterhalten.
    SPOILERs, Sweetie. ;)

    Eine Frage nach der Hawking-direktive an sich hätte ich allerdings eher erwartet

    Da kam bei mir keine Frage auf. Hawking hat vor so vielem gewarnt bei allem Ortimismus, den er hatte. Also denke ich, dass meine Generation von den Asimovschen Computergesetzen weiß:

    (

    1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
    2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
    3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.)

    im Zusammenhang mit Künstlicher KI kamen immer wieder Ängste auf, dass man dann nicht mehr weiß wer Mensch und wer Roboter ist und damit im Zusammenhang auch die Frage der "Menschenrechte " für künstliche Intelligenzen. Da Hawking der populärste Wissenschaftler ist, der sich zu diesen Ängsten geäußert hat, fand ich es völlig normal, dass Regeln, die die Menschen "beschützen" gegen Androiden, seinen Namen bekommen. Liege ich da falsch?

    Nein, du liegst da völlig richtig -das war ja so ziemlich das letzte große Them, mit dem ersich beschäftigt und zu dem er deutliche Besornis und Kritik geäußert hat.
    Wobei die Asimovschen Gesetze der Robotik in sich schon überholt sind (das war in "Terminator" genauso Thema wie in "I, Robot" und vielen anderen Romanen).

    Es wurde ja versucht, ihnen deshalb das Nullte Gesetz voranzustellen: "0. Ein Roboter darf die Menschheit nicht verletzen oder durch Passivität zulassen, dass die Menschheit zu Schaden kommt." - das ist dann das Schlupfloch, das Skynet wie auch die AI in "I, Robot" nutzen.

    Reicht also auch nicht.
    Roger McBride Allen hat deshalb versucht, sie komplett neu zu schreiben:

    • Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen.
    • Ein Roboter ist verpflichtet, mit Menschen zusammenzuarbeiten, es sei denn, diese Zusammenarbeit stünde im Widerspruch zum Ersten Gesetz.
    • Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange er dadurch nicht in einen Konflikt mit dem Ersten Gesetz gerät.
    • Ein Roboter hat die Freiheit zu tun, was er will, es sei denn, er würde dadurch gegen das Erste, Zweite oder Dritte Gesetz verstoßen.

    Mich persönlich fasziniert aber der von Gibson geäußerte Gedanke, dass sich eine wirklich sich selbst bewusste KI, so sie wirklich intelligent ist, nicht zu erkennen geben wird (er selbst hat das Thema ja mit Neuromancer und Wintermute - und auch in vielen Geschichten danach - ausgiebig durchgedacht. Übrigens hat er sich mal vehement gegen die Asimovschen Gedanken dazu ausgesprochen).

    Außerdem denke ich wiederum , dass eine echte, ausgereifte KI Fehler machen kann. Das machen von Fehlern, das Ausprobieren und das daraus lernen ist eines unser allerwichtigsten Werkzeuge zur Entwicklung. Das heißt aber auch ,dass eine KI sich zwangsweise nicht immer an die gesetzten Gesetze halten kann, weil durch Fehler zwangsweise Paradoxone entstehen können, die sich nur durch Ignorieren von Regeln umgehen lassen.
    Das wiederum würde aber bedeuten, dass KIs am Ende auch nur Leute sind. :D Ziemlich schlaue Leute, zugegeben - aber am Ende des Tages auch nur Personen.
    Ein wirklich interessantes Thema. :D

    Zitat:
    Ja bei 'Terra' kam mir gleich 'Die Welt in Hundert Jahren' in den Sinn.

    Die Lösung der rotierend gelagerten Tonnen in den Raumschiffen zur Schwerkraftsimulation stammt übrigens aus dem deutschen "Ingenieursroman" "Südöstlich Venus" (Paul Eugen Sieg, 1940). Der roman und die dahinterstehenden politischen einflüsse sind jetzt nicht so der Hammer, zugegeben - aber die Technik ist, laut unserem Luft-und-Raumfahrttechnik-Berater tatsächlich logisch, machbar - und ist noch nicht überholt.