Beiträge von tomorgel

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Zitat Rhea:
    "

    Ich denke, dass der Traum der Menschen doch ist, nicht allein im All zu sein. Es wäre ja auch unlogisch. Die Besiedelung anderer Planeten hat sicher auch immer den Hintergrund andere intelligente Lebensformen zu treffen und ich als Optimist denke, dass Völker, die weit genug ins All vorstoßen friedliebend sein müssen, denn wir sehen es ja an der Erde"


    J ...ein. WAS wir an der Erde sehen (und weshalb die Leute, die sich damit auseinander setzen - wie eben z.B: auch Stephan Hawking - vor einer Alienbegegnung warnen) ist, dass Vorstoßwanderungen zumindest bei Menschen fast ausnahmslos Kolonisierungs-Expeditionen sind. Andere gab es im Grunde noch nie, und die Exo-Biologen und Soziologen gehen mit ziemlich großer sicherheit davon aus, dass jede expandierende Alienzivilisation vor allem auf Ressourcensuche und damit in kolonisierungsstimmung wäre (und Aliens, die uns erreichen, wären uns zwangsweise extrem überlegen).
    Sprich: Wir als Menschheit wären, was z.B. die Amerikanischen Ureinwohner (eigentlich alle Ureinwohner, überall) den weißen "Entdeckern" gegenüber waren.
    Die wenigsten Forscher teilen da deinen Optimismus. :D

    Aber das ist ja zum Glück (soviel kann ich Spoilern) dieses Mal auch nicht Thema des Buches. ;)

    obwohl die Fantasy einem natürlich eine Menge Freiheiten gibt, die in der Science Fiction z.B. durch physikalische Gesetze (= die Wirklichkeit) und ähnlicher Störfaktoren deutlich eingeschränkter werden. Nachdem wir dieses Buch geschrieben haben, wissen wir erst, was für ein immenser Rechercheaufwand manchmal hinter so einem Buch steckt.

    Die immense Recherche hätte ihr in Teilen umgehen können, wenn ihr weiter in die Zukunft gegangen wärt. Bisher kommt es mir so vor, als hättet ihr keinen Science Fiction Roman geschrieben, sondern eher ein futuristisches Buch.

    Ist es das was euch gereitzt hat, zu versuchen ein relativ 'realistisches' Szenario unserer Welt in 100 Jahren zu zeigen?

    Alternative hätte es ja auch eine Utopie in ferner Zukunft sein können?

    Mich reizt an der SF nicht die Technik. Mich interessieren immer die Menschen und ihr Verhalten, mögliche Lebenswelten. Ihr stellt die Menschen ja auch in den Vordergrund.

    Hm. Definiere mal bitte den Unterschied zwischen "Science Fiction" (Also einer Fiktion auf (der grundsätzlichen) Basis von wissenschaftlichen Fakten) und einem futuristischen Buch. Aber ja, grundsätzlich haben wir uns unter anderem an "Ingenieursromanen" der 20er orientiert, die auch eine Extrapolation der Zukunft grob 70 -90 Jahre in die Zukunft versuchen.
    Was wir nicht wollten: Space Opera schreiben. 1000 Jahre in die Zukunft kann jeder. Das kann niemand in irgendeiner auch nur ansatzweise sinnvollen Form extrapolieren - das ist im Grunde 'Fantasy in Space' (Clarkes 3. Gesetz: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“). Natürlich wäre das leichter gewesen aber auch weniger interessant.

    Tatsächlich haben wir es aber unter uns nie als 'Science Fiction' bezeichnet (wir sind zu wenig Wissenschaftler und Ingenieure, um echte Hard SF zu schreiben), sondern eigentlich als 'Thriller in Space'. Ein Teil der Recherchen stammt tatsächlich sogar aus Vorarbeiten zu Thriller-Projekten, die wir zwischendurch gewälzt haben.

    Insofern stimmen wir da mit dir überein: Wir schreiben in erster Linie Geschichten um Menschen. eigentlich ja immer (gut nicht immer Menschen im engeren Sinn. Aber Leute eben). Die Technik soll nur schlüssig sein. Sonst kommen die hardcore SF-Fans und hauen einem das gnadenlos um die Ohren. :D Vor allem aber macht es Spaß, über die entwicklungen unserer näheren Zukunft nachzudenken - und über die Auswirkungen auf Gesellschaft und die einzelnen Leute, die in ihr Leben müssen.

    Gegenansatz:
    Die Menschen in der Zukunft haben viel mehr Zeit.
    Vor allem, weil der Großteil gar keinen Job hat (und das ist keine aus der Luft gegriffene Idee, sondern wird von den meisten Zukunftsforschern als sehr reale, kommende Entwicklung betrachtet. Einfach, weil die meisten Jobs von Maschinen nicht nur schneller, sondern auch qualitativ gleichbleibend gräzise, fehlerfreier (nicht zuletzt dadurch auch ressourcenschonender!) und günstiger erledigt werden können.
    Und das auch noch, ohne Menschenleben zu gefährden - gerade in gefährlichen (egal, ob mechanische Gefährdung oder Vergiftung) Jobs.
    Menschliche Arbeitskraft wird vor allem für das troubleshooting (also kreative Problemlösung und Improvisation) und Überwachung für den Havariefall benötigt werden (deshalb sitzen auf unserne Schiffen auch noch Leute. Nur aus diesem Grund).
    Das bedeutet, dass der größte Teil gerade der Billigjobs wegfallen wird. Und das funktioniert, so die Forscher, nur übereine allgemeine Grundversorgung, die von den Betreibern der Roboterfabriken in Form von Steuern bezahlt werden muss.

    Heißt aber:
    A) die Leute haben genug Zeit, um zu kochen, und
    B) Fertignahrung (im Verlauf der Geschichte wird mehr dazu erzählt) ist kostengünstiger und einfacher Herzustellen als hochkonzentrierte Nahrungsmittelpillen.
    Und genau an DIESER Stelle wird mit Sicherheit gespart werden. Wie immer.

    Essen in Kapselform - für mich eine absolute Horrorvorstellung.
    Und dabei bin ich vermutlich weniger Genussmensch als Stephan, was das angeht. Aber allein, morgend die erste heiße Kaffeetasse in der Hand zu halten macht einen Teil des Erlebnisses aus. Wichtig hier aber auch: Menschen brauchen Rituale. Und die Tasse Tee am Morgen gehört genauso dazu wie für andere Leute die Zigarette nach dem Essen oder die Dutzenden anderer Rituale, die uns durch den Tag begleiten und die uns zu Menschen machen (obwohl sie, rein der Effizienz nach, zu nichts nutze sind).

    Achso, mir ist noch eine Frage eingefallen: Im Gespräch mit Moses Moletsane ist einmal von einem DNA Leser und einmal von einem DNS Leser die Rede (bzgl Fingerabdruck). Gibt es da einen Unterschied?

    Nein. Was Stephan sagt. Steht bereits auf der Korrekturliste für eine evtl. Folgeauflage. Neben zwei oder drei anderen Sachen. ;)

    Noch eine andere Frage an tomorgel und StephanOrgel :

    Warum ausgerechnet eine französische KI, die sich zum totalitären Herrscher aufschwingt?

    Im Grunde drei Gründe:

    1. Das hier: https://www.kooperation-intern…-kuenstliche-intelligenz/
    FRankreich hat Ende letzten Jahres (und erneut bekräftig dieses Jahr) verkündet, dass sie weltweit führend auf dem Gebiet der KI-Forschung werden wollen - und Deutschland und der Rest Europas wollen sich ihm anschließen. Dazu wollen sie ein Zentrum in Paris (no less) gründen.
    2. Frankreich ist extrem zentral organisiert. Man bräuchte nur einen Zugriffspunkt auf die Regierungsstruktur in Paris und die Nummer wäre gegessen.
    Bei einem dezentralisierten Bundesländer-Konglomerat, in dem das Jugendamt von Essen noch nicht mal Datenverbindung zum Jugendamt von Bochum hat (nur als Beispiel), wäre das ungleich schwieriger.
    3. Frankreich hat ja auch eine gewisse Tradition der größenwahnsinnigen Alleinherrscher. Das hat also gepasst.

    Letztendlich hätten es aber auch die USA, Korea, Singapur oder ein halbes Dutzend anderer Länder sein können.
    Wichtig bei der Wahl war hier eher, dass wir China, Indien, Russland und Co. schon andere Rollen in unserer Geschichte zugedacht hatten. Die Bemerkung sollte schließlich nur eine Randnotiz der Geschichte sein. ;)
    Aber ja, auch über diese Art von Nebensätzen haben wir nachgedacht. :D

    Eine Frage nach der Hawking-direktive an sich hätte ich allerdings eher erwartet. :D :D

    Hi Torshavn, willkommen zurück.

    Ersteinmal vielen Dank für die Vorschusslorbeeren - wir hoffen natürlich, dich nicht zu enttäuschen. :D

    Was die Einschätzung zur Aufmachung angeht:
    In diesem Fall mögen wir das Titelbild tatsächlich (auch wenn der Grafiker in Mir ein wenig mit der Wahl des Gelb hadert, das tatsächlich in vielen Umständen ziemlich schlecht sichtbar ist. Falscher Ton. Aber okay - das hätte noch weit schlimmer sein können. :D

    Was den Titel anging - Fun Fact: Das Buch hieß bis recht kurz vor der Endphase 'NOAH' - bis meiner Frau (nicht Heyne. ;) ), aufgefallen ist, dass es einen neuen Fitzek-Roman gleichen Namens gibt. Auf Nachfrage dort wollten aber weder Verlag noch Autor die Verwendung zulassen (obwohl anderes Genre).
    Da standen aber schon Cover und Marketingcampagne und TERRA war das 'next best thing' was Titellänge und Markanz anging.

    Und der Klappentext - breiten wir einfach das Mäntelchen des Schweigens darüber und halten fest, dass er aus dem Marketing stammt, nicht von uns oder dem Lektorat. Und wir unsere Vorbehalte deutlich geäußert haben. Ich hoffe, dass wir diese Hürde einfach irgendwie überwinden können.

    Gut, den Schnitt schließlich mag ich (auch wenn auch meine Exemplare hier für meinen Geschmack zu sehr kleben. Aber auch wenn es gerade Trend ist (mir fallen auf Anhieb mindestens 5 weitere aktuelle Genre-Titel mit Farbschnitt ein) - er erfüllt offensichtlich seinen Zweck (Aufmerksamkeit).
    Aber ich gebe deine Kritik (anonymisiert) gern weiter.

    Die Widmung: Sie ist völlig ernst gemeint - aber im Grunde ist sie eine Hoimmage an eine Widmung, die Heyne nicht zu verwenden riskieren wollte, auch wenn wir sie gern drinstehen gehabt hätten. Apples berühmte "Crazy Ones"-Ansage:



    Du wirst noch sehen, warum. ;)


    Und ist eigentlich jemand von Euch Audrey Hepburn Fan? Ich dachte sofort an sie, als ich das gelesen habe.

    Jaaaaa, ich .. ich musste auch direkt an sie denken.

    Frau Hepburn (also tatsächlich jede der beiden) ist großartig - aber tatsächlich dachte ich bei Audrey an Audrey Tautou, deren Stimme ich sehr mag (Das Biopic über Jaques Costeau - mit ihr in der Rolle seiner Frau - ist übrigens sehr sehenswert. Und hat gewisse Parallelen zur Eroberung des Weltraumes. :) )

    Namd.
    Mit den Fragen gehst du aber gleich in die Vollen. :D
    Also zumindest mal eine Teilantwort (der ersteTeil wird aufwändiger):
    1. Ja, Terra ist voerst ein Stand-Alone. Mit Option auf Fortsetzung. Wenn wir können, wie wir wollen ,dann sind wir einer weiteren Geschichte in diesem Setting nicht abgeneigt - einfach, weil bei der Recherche so viele Dinge und Ideen übrig geblieben sind, die es nicht oder nur in Andeutungen ins buch geschafft haben und die zu untersuchen uns ebenfalls eine Menge Spaß machen würde. Aber tatsächlich war das Buch von Vornherein als einzelband geplant - schlicht, weil wir nicht wissen, wie unser erster Ausflug in die Science Fiction (wobei wir es "Thriller in Space" nennen) bei den LEsern ankommt.
    Und natürlich hängt es auch ein klein wenig vom kommerziellen Erfolg ab, ob uns der Verlag noch einen weiteren Ausflug ins All machen lässt. Das ist ja immer so. :D

    2. Das betrifft allerdings keinen weiteren OvZ oder Blausteinkriege-Band (hatten wir ja auch schon gesagt, dass wir keine fortsetzungen schreiben wollen).
    Auch dieser Roman wird übrigens ein Stand Alone - und ist gerade nach etwas abgeschlosseneren Geschichten, nachdem wir dreieinhalb Jahre an der Blausteinkriege-Trilogie gearbeitet haben. Und dann wissen wir , dass noch mindestens ein dritter roman bei Heyne folgen wird - und HIER lassen wir uns offen, ob es Fantasy, ein weiterer SF-Roman oder auch etwas ganz anderes wird. Das hängt - wie oben gesagt, auch ein wenig daran, wie gut z.B. Terra bei den Lesern ankommt. Das haben wir uns selbst offen gelassen. :D

    Na dann:

    Herzlich willkommen zu unserer kleinen aber mit Sicherheit feinen Leserunde zu TERRA.
    Ich denke, das wird fein und produktiv. Wenn ihr Fragen habt - scheut euch nicht, sie zu stellen. Stephan und ich werden unser Möglichstes tun, sie zu beantworten, ohne zu spoilern. ;)

    Viel Spaß schon mal!
    Tom

    Ja, Leipzig sind wir auf jeden Fall - von Freitag bis Sonntag. wir lesen Samstag Abend im Bahnhof bei Heyne in der Buchhandlung Ludwig am Bahnhof und am Sonntag dann nochmal auf der Messe.
    Und Freitag hängen wir eben ab Mittag auf derMesse herum.


    Das Wochenende davor (also samstag, dem 11.3.) lesen wir, wie Torshavn schon angemerkt hat, in Aschaffenburg auf dem Cave Con zusammen mit Tom Finn und Ju Honisch (und anderen) - wer in der Gegend ist, kann sich ja auch da blicken lassen. Wir freuen uns!


    Und eine Frage, Rhea: Warum zum ... nein, Moment ... warum, bei den Gruben, sollten wir böse auf dich sein?!
    Also außer, dass du immer noch keine Rezension zu Orks vs. Zwerge auf Amazon gesetzt hast? *gg*
    Nein, Spaß beiseite - ich habe keine Ahnung, warum.


    Übrigens – aber das nur, weil ich gerade dabei bin - wir freuen uns tatsächlich über differenzierte amazon-Rezensionen und Sternchen.
    Das klingt etwas doof- aber Amazon beeinflusst inzwischen die Kaufentscheidungen so vieler Menschen positiv genauso wie negativ, dass dass jeden Autor betrifft. Bernhard Hennens "Elfenlieder" zum Beispiel ging beinahe den Bach runter, weil er als erstes 12 enttäuschte Rezensionen und miese Punkte bekommen hat. Er sagte mir mal, dass das einen spürbaren, brutalen Einbruch auch der offline-Verkäufe nach sich zog, von dem sich das Buch erst herholt hat, als nach einem halben Jahr dann mal ein paar differenzierte, positivere kamen. Klar, das Buch war wirklich nicht einfach und nicht die normale Hennen-Elfen-Kost, aber es war letztendlich ein Flop, weil es auf amazon ein 3-Sterne-Buch war, nicht, weil es ein schlechtes Buch war.
    Und jede – Verzeihung – beknackte 2-Sterne-Wertung weil "voll doof. Hab ich nicht verstanden. Und ist nicht von meinem Lieblingsautor" killt nun mal 2-3 5-Punkte Wertungen. Überhaupt nichts dagegen, wenn jemand eine begründete 2-Punkte-Wertung abgibt. Damit kann und muss man leben - aber es ist als autor auch schön, eine 4er zu bekommen, in der ein paar kritische Punkte stehen. ODer auch nur, weil es dem leser gefallen hat.


    Wir machen gern LEserunden hier in Portalen wie diesem, wir reden gern mit Lesern selbst im kleinsten Kreis (was oft mehr Spaß macht als Großveranstaltungen), wir lesen auch vor 3 Leuten, wenn es eben so ist. Aber Tatsache ist, dass gerade die Wertungen auf den großen Verkaufsplattformen wie amazon und co. wesentlich mehr am Erfolg eines Buches steuern als die 10%, die sie unmittelbar an den Verkaufszahlen des Verlagsbuchhandels beisteuern. Amazon steuert inzwischen mit, was die Leute im Vorbeigehen in der lokalen Buchhandlung mitnehmen. Besonders, wenn sie keine Zeit haben, sich anderweitig zu informieren. Besonders beim Buchhändler.


    Torshavn, du sitzt da noch näher an der Quelle. Wie ist deine Sicht darauf?

    So, Piranhapudel und Jaqui:


    euch auch einen herzlichen Dank für's mitmachen in unserer kleinen aber wie immer hier feinen Leserunde.
    Mir hat's mit euch wirklich Spaß gemacht!


    Und natürlich vielen Dank für die tollen Rezensionen. Freut mich, wenn es euch gefallen hat.
    Und vielleicht sieht man sich wieder mal - hier, für den nächsten Band, oder auch live. Zum Beispiel auf der buchmesse in Leipzig.


    Beste Grüße,
    Tom

    Wir haben gerade die ersten 150 Seiten Leseprobe an Heyne rübergereicht, damit die mit ihrem Marketing starten können – und ich bin gerade verblüfft und etwas amüsiert, wieviele eurer Fragen eigentlich schon in diesem Bereich des 2. Bandes aufgeklärt werden.
    Aber keine Sorge - das wirft genug neue für diesen Band auf. Und ein oder zwei davpn auch für den nächsten.


    Trotzdem: Da ist wirklich einiges an Antworten dabei: Messer und die Ritter, Xari, der Kaiser und Cajetan, der Narr und Danil, ...
    Nur Lebrec bislang noch nicht. eigentlich wollte ich ja wieder mit ihm anfangen - aber jetzt wird's doch ganz anders. Aber besser. *g*