Beiträge von StephanOrgel

Leserunden.de wird am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Das Nathan umgebracht wird war zu erwarten, dass sein Notizbuch eine Rolle spielen wird, auch. Was mich allerdings wundert, dass sein Spleen, mit dem Bleistift zu schreiben, nicht in der Akte befand. Das hätte an bei dem genauen Räumen des Zimmers doch mit beachten müssen. Und dann muss auch erst Bran mit dem gefundenen Stift aufmerksam machen. Naja komisch.

    Nathan programmiert ja in erster Linie ganz normal am Rechner. Seine seltsame Marotte, auch in ein Buch zu schreiben, würde nicht zwangsläufig auffallen. Wäre also gut möglich, dass das tatsächlich nicht in seiner Akte steht (vielleicht wollte Nathan es aber auch nicht in seiner Akte stehen haben. Immerhin hat er selbst ja mal erwähnt, dass er sich Zugriff darauf verschaffen kann ;-) ). Für uns selbst wäre es vermutlich ganz normal, sicherheitshalber einen Blick in sein Notizbuch zu werfen, aber wenn schon heute manche junge Menschen kaum noch Bezug zu Geschriebenem haben, geschweige denn Handgeschriebenem, dann ist es gut möglich, dass in der Zukunft gar keiner mehr etwas damit anfangen kann.


    Meine Theorie ist ohnehin, dass die Zahl funktioneller Analphabeten in Zukunft weiter ansteigen wird und unsere Kommunikation sich wieder zurück zu Gesprochenem und Bilderschrift (Piktogramme) entwickelt. Wobei "zurück" auch wieder Auslegungssache ist. Letzten Endes ist Schrift ja auch nur eine weiter entwickelte Bildsprache. Nachdem wir aber inzwischen Gesprochenes genauso gut speichern können wie Geschriebenes, wird der Bedarf an Geschriebenem zukünftig weiter abnehmen. Klar, für mich als Autor ist das bedauerlich, und außerdem kann man komplexe Gedankengänge immer noch am besten in Schriftform präsentieren, aber die Mehrzahl der Menschen steht nun mal eher auf kompakte Fastfood-Informationshäppchen.

    Natürlich gibt es den große Bösen im Hintergrund. Seine Ansicht über Golf gefällt mir. Ich sollte rechtzeitig anfangen Golf zu spielen...

    Klassische Musik als Hobby war uns halt zu ausgelutscht. Ich finde, Golf ist da ein bisschen individueller ;-)

    Auch eine Theorie: In einer Southpark-Folge war die Erde eine Daily Soap für Außerirdische. Allerdings hatte sich die Serie ein wenig totgenudelt und sollte deshalb abgesetzt werden... ;-)

    Vielen Dank für Deine tolle Rezension und vor allem fürs emsige Mitmachen in der Leserunde.

    Gute Besserung und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!


    PS: Als wir von Artemis erfuhren, hatte uns das übrigens ein bisschen verärgert, da die Story auf dem Mond spielt und die Hauptdarstellerin auch noch Jazz heißt. Wir sind uns hundert Prozent sicher, dass Weir schamlos bei uns abgeschrieben hat ;-)

    Wobei ich mich inzwischen frage was hätten wir denn davon, wenn es so wäre und wir wüssten es? Effektiv würde sich für unser Leben doch nichts ändern, denn als virtuelle Wesen könnten wir ja nicht wirklich etwas unternehmen.

    Da hast du allerdings recht.

    Wirklich eine interessante Überlegung. Höchstwahrscheinlich würde so eine Erkenntnis extrem gläubige Menschen in die Existenzkrise treiben, aber für mich würde ich da tatsächlich auch keine großen Änderungen sehen (vielleicht eher so auf der philosophischen Ebene).

    Zum Thema überraschende KIs habe ich gestern erst den Film "Her" gesehen, in dem sich Joaquin Phoenix in seine elektronische Assistentin verliebt. Von der technischen Überlegung her erstaunlich nahe an unseren eigenen Überlegungen für Terra dran - und die künstliche Intelligenz hat gegen Ende hin sogar noch einige Überraschungen parat, die ich tatsächlich für absolut logisch und durchaus vorstellbar halte.

    Für Leute, die eine unkonventionelle Liebesgeschichte inklusive realistischer Zukunftsvision sehen wollen, durchaus eine Seh-Empfehlung von mir.

    Mond und Mars sind doch noch gar nicht wirklich Autonom soweit ich das verstanden habe, wie sollen denn überhaupt Menschen überleben um die Erde dann wieder zu bevölkern?

    Vermutlich reichen die technischen Entwicklungen aus, um auf dem Mond zumindest eine Zeitlang autonom zu überleben. Muss ja nur solange sein, bis man auf der Erde wieder ein paar ordentliche Strukturen geschaffen hat - und im Übrigen wäre das ein sehr interessantes Thema für einen weiteren Roman ;-)

    Wenn ich mir meine Tochter so ansehe, die kommuniziert mit ihren Freunden inzwischen hauptsächlich per Video - die eiert damit auch durch die ganze Wohnung; ist wirklich nervig manchmal. Vor allem wenn ich nach dem Duschen erst mal vorsichtig aus dem Türspalt lugen muss ob ich denn gefahrlos zu meinem Kleiderschrank komme :baden:

    Oh, das ist allerdings tückisch. Diesbezüglich bin ich offenbar nicht mehr auf dem Laufenden. Ich dachte, wir befinden uns immer noch im WhatsApp-Sprachnachrichtenzeitalter in dem man sich ununterbrochen gegenseitig kurze Sprachnachrichten zuwirft und dabei von einer Technologie träumt, mit der es möglich ist, komplett in Echtzeit miteinander zu kommunizieren ;-)

    Schon interessant zu lesen was euch alles so inspiriert hat :)


    Dieses Gedankenspiel dass wir alle in einer Simulierten Welt leben klingt nach Forschung, die den Ig-Nobel Preis gewinnen könnte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ig-Nobelpreis

    Wenn ihr beide das noch nicht kannte bestimmt eine gute Inspirationsquelle und spaßig zum anschauen, weil die Forscher sich auch überlegen müssen wie sie ihre Arbeit unterhaltsam rüberbringen. Wenn sie das nicht schafften gibt es einen Einwurf eines dafür angestellten Mädels, dass dann ruft: "Please stop I´m bored!"

    Es gibt zur Simulationshypothese übrigens auch einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Simulationshypothese

    Alles ziemlich schräg und definitiv das Gegenteil von langweilig (aber ich glaube, es soll die Leute nicht zum Lachen bringen, scheidet als Kandidat also vermutlich aus).

    Ich stelle mir ja echt gerne vor wie Städte in der Zukunft auf dem Mond und dem Mars aussehen könnten. Dabei hoffe ich aber drauf, dass sie nicht unterirdisch sind, ich finde Städtekuppeln auf der Planetenoberfläche irgendwie schöner. Aber wenn ich bei euch so lese ist das wohl wegen der Strahlung eher unwahrscheinlich.


    Also ohne die Sinnliche Erfahrung beim Essen zubereiten und anschließendem verzehren würde ich aber nicht leben wollen. Mit nur Kapseln, die ich mir jeden Tag einwerfe fände ich das nicht schön, da würde mir schon was fehlen.

    Keine Sorge, Maduraia hat eine wunderschöne Glaskuppel - allerdings ist eine Unterkunft in diesem Teil der Mondsiedlung für unsereins leider ein ganzes Stück zu teuer...


    Apropos Kapsel... da gab es vor Urzeiten mal einen Hit von Zager and Evans: "In The Year 2525"


    (...)

    Ain't gonna need to tell the truth, tell no lie

    Everything you think, do and say

    Is in the pill you took today

    (…)

    In the year 5555

    Your arms hangin' limp at your sides

    Your legs got nothin' to do

    Some machine's doin' that for you

    In the year 6565

    You won't need no husband, won't need no wife

    You'll pick your son, pick your daughter too

    From the bottom of a long glass tube

    (…)


    Schöne neue Welt, sag ich da nur ;-)

    Die Theorie, dass die Intelligenz des Menschen zurück geht, weil sie sich nicht mehr anpassen muss und vermeintlich im Paradies lebt, wo man sich auch nicht mehr anstrengen muss, finde ich schon sehr interessant.

    Die Theorie ist übrigens nicht mal von uns. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die genau dieses Phänomen in unserer westlichen Zivilisation nahelegen.

    Da haben wir uns tatsächlich auf seriöse wissenschaftliche Untersuchungen gestützt. Auch die Theorie, dass wir alle in einer Simulation leben sollen, ist keine Erfindung sondern basiert auf ernsthaften Überlegungen seriöser Wissenschaftler. Was natürlich nicht heißen muss, dass das alles stimmt - oder dass gar die Schlussfolgerungen daraus sinnvoll oder ethisch vertretbar wären. Aber wir berichten ja auch nur, wir urteilen nicht ;-)

    Wie ist das für euch wenn ihr unsere wilden Spekulationen lest und die Gedanken zu den Charakteren?

    Amüsant. Und teilweise hart. Man will ja nicht spoilern und kann deshalb oft nicht das richtige antworten. ;)

    Man kann jedenfalls eine ganze Menge daraus lernen. Wie die Leser im Allgemeinen so denken und wie man Charaktere gestaltet, die sympathisch wirken, und Situationen und Entwicklungen die logisch nachvollziehbar sind.

    Ich würde gern noch weiter ausholen, aber dann verrate ich Dir zu viel über die Geschichte. Wenn Du fertig bist, können wir ja spaßeshalber mal nachschauen, wer alles in seiner Schublade bleibt, und wer mit einem großen Satz herausgesprungen ist ;-)

    Schubladen finde ich interessant und noch interessanter, wer da raushüpft. Es ist irgendwie menschlich, seine Welt und die Menschen in Schubladen zu stecken, die sicherlich auch bei jedem individuell sind. Das gibt eine gewisse Sicherheit. Bei näherer Betrachtung passt es aber dann oft nicht und das finde ich am spannendsten.

    Das ist der Grund, warum Reisen beinahe schon verpflichtend sein müsste:

    Man kommt in ein Land mit der klaren Vorstellung "so sind Südamerikaner", "so sind Afrikaner", "so sind Japaner" und stellt fest: Ja, manche Südamerikaner sind so, aber da gibt es noch einen Unterschied zwischen Mexikanern, Argentiniern und Chilenen - und außerdem noch einen Unterschied zwischen Nordchilenen und Südchilenen (immerhin ist das Land 6.000 Kilometer lang) und dann noch zwischen den Nachfahren europäischer Einwanderer und amerikanischer Ureinwohner - und dann noch zwischen den Nachfahren spanischer und deutscher Einwanderer und dann noch zwischen den Einwohnern Santiago de Chiles und Punta Arenas und überhaupt von Stadtbewohnern und Landbewohnern und außerdem von Nachbarort zu … und am Ende stellt man fest, dass die alle ganz unterschiedlich sind und wenn man das erkannt hat, stellt man schließlich irgendwann fest, dass an etlichen Vorurteilen tatsächlich sogar etwas dran ist (z.B. dass für einen Südamerikaner ein zünftiges Essen aus minimum einem halben Kilo Fleisch besteht und dazu einer Tortilla in der Größe eines Wagenrads) und man steht wieder komplett am Anfang und fragt sich, wie man die Menschheit je verstehen soll.

    Überrascht hat mich, dass es auch in der Zukunft immer noch Rotlichtviertel gibt. Ich hatte gehofft, dass irgendwann Irgendwelche Cyborgs so einen "Job" übernehmen oder eben auch die Holos dafür herhalten. Allerdings ist das vielleicht auch dann in der Zukunft etwas für die Reicheren, während die ärmeren Schichten ihre "Bedürfnisse" tatsächlich noch auf diese Art und Weise befriedigen müssen.

    Fun Fact:
    Ich habe kurz mit einer Szene experimentiert, in der erklärt wird, wie perfekt Cyber Sex mithilfe eines der VacSuits funktioniert (mit seinen vielfältigen Möglichkeiten des haptischen Feedbacks, seiner Wärme und ... Entsorgungsfunktionen und der kompletten virtuellen Immersion mittels Bone-Phones, Holobrille, etc ...) - aber ich habe es dann gelassen, einfach weil es den Roman nicht wirklich vorangebracht hätte. Dafür aber hätte es vermutlich viel zu sehr von den eigentlichen Themen abgelenkt.
    Aber bei der Vorstellung "Einsame Trucker, millionenschwere Simulationsanzüge und totale Immersion" ist die konsequente Fortführung fast unvermeidlich. Ich überlasse das aber eurer Phantasie. Internet-'Rule 34' gilt jedenfalls mit Sicherheit auch noch 2095.

    Aber erstens ist letztendlich auch dann das 'echte' vermutlich für die meisten noch nicht durch Simulation ersetzbar und zweitens hat es ja stephan shcon bei Bran angedeutet: Manche Leute (viele Leute) haben einfach nicht genug Coins für Holo-Sims.

    Wirtschaftlich gesehen wird es der Rotlichtszene in einer Zukunft mit ausgereifter S(t)imulationstechnologie sicherlich deutlich schlechter gehen als heute, allerdings wird sie deswegen nicht zwangsläufig aussterben. Man glaubte ja auch mal, dass das Radio durch die Erfindung des Fernsehers aussterben würde, und danach dann durch die Erfindung des Internet. Die Nische ist kleiner geworden, aber immer noch da (ganz kurz war es in der Rotlichtszenen-Szene ja auch angesprochen worden).


    Was die Sache mit der Heilung einer Krankheit durch eine Pflanze aus dem Permafrostboden angeht: interessanter und dystopischer für Autoren ist natürlich eine Krankheit, die aus einer Pflanze im Permafrostboden hervorbricht - und dann die halbe Menschheit... ;-)

    Interessante Überlegung. Aber hast du für Deine These auch Belege? Also was bringt Dich zu Deiner Annahme (ohne Beweisführung geht hier nix ;-) )

    Man muss gar nicht mal so weit in den militärischen Bereich hinein gehen sondern kann direkt im Thema bleiben:

    Die russischen Raumschiffe gelten weltweit als die zuverlässigsten und robustesten. Jeder Astronaut fliegt lieben mit so einem soliden Teil, das selbst Sandstürmen standhalten kann, als mit den hochtechnisierten aber dabei extrem empfindlichen Space Shuttles.

    Jak sitzt wohl mächtig in der Tinte. Das stinkt wirklich zum Himmel und dann hat sich dieser Moses auch noch angeblich umgebracht. Dass ausgerechnet dem Mann mit afrikanischen Wurzeln Korruption angedichtet wird, halte ich vielleicht für nicht ganz glücklich. Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass in afrikanischen Ländern heutzutage nach wie vor Korruption herrscht, aber das hängt ja oftmals mit den Regimen und Regierungen zusammen. Einem einzelnen afrikanisch abstammenden Mann in der Zukunft....? Ich weiß nicht, da hatte ich irgendwie ein bisschen ein ungutes Gefühl dabei, aber vielleicht könnt ihr kurz was dazu sagen, ihr habt euch sicher etwas dabei gedacht.

    Ähnlich die Beschreibungen der Russen......mit den Kommunikationssystemen. Etwas stereotyp.

    Die Themen "Vorurteil" und "Stereotype" ziehen sich tatsächlich durch alle unsere Bücher. Wenn du die gelesen hast, wirst du feststellen, dass wir sie gern verwenden, um sie dann - manchmal seeehr genussvoll - wieder auseinander zu nehmen (so ist z.B. die gesamte Handlung unseres Erstlings "Orks vs. Zwerge" auf diesem Thema aufgebaut). Letzten Endes wirst du feststellen, dass an manchen Vorurteilen etwas dran ist, aber die meisten Personen nicht in ihren Schubladen bleiben, weil jeder Mensch individuell ist (und dass wir keine Gnade mit niemandem haben. Egal welcher Hautfarbe, Geschlecht oder Herkunft)


    Ein korrupter Afrikaner? Warum denn nicht? Die Frage ist: ist er dabei denn ein böser Mensch? Ist er vielleicht in einem Bereich zwar käuflich, aber trotzdem ein liebevoller Familienvater der seinen Kindern einfach nur die bestmögliche Zukunft schenken will? Ein gottesfürchtiger Mann der gern und oft für gute Zwecke spendet? Ein Kunstkenner und Bildungsbürger der die reiche Kultur seiner Vorfahren bewahren möchte? Oder wird er vielleicht sogar erpresst und versucht, das Beste aus seiner hoffnungslosen Situation zu machen? (weil ein Geständnis bei einer staatlichen Stellen unweigerlich dazu führen würde, dass seine Kinder in der Gosse landen)


    Ich würde gern noch weiter ausholen, aber dann verrate ich Dir zu viel über die Geschichte. Wenn Du fertig bist, können wir ja spaßeshalber mal nachschauen, wer alles in seiner Schublade bleibt, und wer mit einem großen Satz herausgesprungen ist ;-)

    Las Vegas ist gut getroffen. Die Stadt hatte ich zum Teil tatsächlich vor Augen als ich die bunten Werbeflächen beschrieben habe. Dieses bunte Durcheinander hatte mich vor einigen Jahren bei meinem Besuch dort schon nachhaltig beeindruckt.


    Zum Thema 8.000 gegen 87 gab es doch vor einiger Zeit mal einen Fernsehfilm wo ein entführtes Flugzeug auf ein vollbesetztes Stadion zuflog: https://de.wikipedia.org/wiki/Terror_%E2%80%93_Ihr_Urteil

    Solche moralischen Dilemmata vermischt mit rechtlichen Bedenken finde ich als Autor immer sehr interessant (und manchmal erschreckend).

Anstehende Termine

  1. Freitag, 15. März 2019, 21:43 - Freitag, 29. März 2019, 22:43

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 19. Juli 2019, 21:00 - Freitag, 2. August 2019, 22:00

    odenwaldcollies