Beiträge von In Flagrantibooks

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    Huch, ihr lest schnell. ;D


    Also, zum Anfang kann ich sagen, dass ich einige Problemchen mit dem Einstieg hatte. Die vielen Figuren brachten mich hin und wieder durcheinander und es dauerte, bis ich die Freunde unterscheiden konnte.
    (Allerdings mag ich die Namen auch! ;D ) Die Idee mit dem Glossar solltest du dir mal aufschreiben, Susanne! ^^
    Idris (oder wie auch immer er nun gegannt wird :D ) mochte ich von Anfang an. Diese offene Art und mir-egal-Einstellung, war toll, und dennoch hat man gemerkt, dass ihm eben doch nicht alles egal ist, gerade was das Duell am Anfang angeht.


    Das Setting allerdings hat es mir sofort angetan. Und dann noch die verschiedenen Wesen... ein Traum! :lesen:


    :)

    Guten Morgen. :-)


    Susanne, ich frage mich gerade, warum ich dich das noch nicht gefragt habe, aber wie bist du eigentlich darauf gekommen "Die Englische Hohzeit" zu schreiben? Was war deine Inspiration dazu? Ein mürrischer, dauerschlechtgelaunter Kollege? ;D


    LG
    Die neugierige Tilly

    Meine Rezension gibt es ja nun schon eine Weile, aber an Wert hat sie dennoch nicht verloren.^^


    Meinung
    „Die Englische Hochzeit“ war mein erster Ausflug zu Franziska Hille und ihren Büchern. Und es war mit Sicherheit nicht der Letzte! Als LiRo-Fan ;-) bin ich gar nicht an diesem Buch vorbeigekommen und kaum angefangen zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören. Ob das von der Autorin so gewollt war? Wollen wir es hoffen, denn leider bekommt man beim Lesen keinen Mokka aus dem Reader. Es gab schon lange kein Buch mehr, dass mich so dermaßen gefesselt hat, dass ich es nach dem Lesen am liebsten noch mal gelesen hätte. Und noch mal. Und noch mal. Und … na, ihr wisst schon.


    Diesmal wird es keine Rezension, wie ich sie sonst verfasse. Ich will euch gar nichts über das Buch verraten, ich will die Figuren nicht aufzählen und auseinander nehmen und ich will auch nicht die Handlung analysieren. Ich möchte, dass ihr diese Geschichte lest und hinterher genauso verheult und begeistert seit wie ich. Warum ich das möchte? Weil es die Autorin mit ihren Worten schafft, dass die Geschichte noch Tage nach dem Lesen in meinem Kopf abläuft und sie eure Begeisterung genauso verdient hat, wie meine!


    Gefühlschaos und Tränenflut
    Schon auf der ersten Seite packte mich Franziska Hille, zog mich mitten ins Geschehen und ließ mich als Leserin erst wieder aus ihren Fängen, als ich wirklich zu Ende gelesen hatte. Ihre Beschreibungen der Umgebung, der Menschen und des Gefühlschaos sind so real, fast schon greifbar, dass ich dieses und jenes Taschentuch nass geweint habe. Dagegen konnte ich rein gar nichts machen, denn der Schreibstil der Autorin geht mitten ins Herz und setzt sich in meinem Kopf fest, sodass sich die Geschichte wie von selbst las.
    Bilder kamen und gingen.
    Ich roch den umgegrabenen Garten, die Rosen und den Regen auf dem Land. War ergriffen von der Aussicht und lachte über die Irrungen und Wirrungen, in welche Franziska Hille ihre Protagonisten warf. Simon und Samantha waren für mich vom Leben gezeichnete Menschen, die zwar viel durchgemacht, aber dennoch den Glauben noch nicht ganz verloren haben. Das, was sie erlebten, hat sie zu den Menschen gemacht, die sie nun sind und auch hier hat die Autorin bewiesen, dass sie es einfach kann.
    Die zwei sind wie Feuer und Wasser und ich habe sie beide von Anfang an geliebt! Natürlich war dadurch in meinen Augen die Geschichte viel zu kurz und hätte durchaus noch gefühlte 100 Seiten länger sein dürfen. :-D Aber auch gute Geschichten müssen einmal zu Ende sein. Und eigentlich ist sie das ja nicht, denn ich hoffe, in den Fortsetzungsteilen hin und wieder auf alte Bekannte zu treffen.


    Whiskey und Bissspuren
    Die Handlung als solche war mir schnell klar, auch wenn die ganzen Gründe, die dorthin geführt haben, bis zum Ende recht neblig bleiben und auch erst dann endgültig aufgelöst werden. Geschrieben ist die Geschichte einmal aus Sicht der weiblichen Protagonistin, einmal aus Sicht des männlichen Protagonisten. Als Leser sieht man beide Seiten, kennt die Hintergründe für deren Handeln und weiß, was sie sich gegenseitig verschweigen.
    Zwischendurch hatte ich mehrmals das starke Bedürfnis, die beiden zu schütteln oder wahlweise den Whiskey selbst zu trinken. Die Autorin sorgt so gekonnt für Verwirrung und schafft Stolperfallen (oder Fettnäpfchen, wie man es sieht), sodass mir die Protagonisten an manchen Stellen schon eher leid taten.
    Natürlich alles im positiven Sinne, denn es ist erstaunlich, wie das Phänomen die Sicht auf die Geschichte ändert. Ich als Leser wusste, was los ist, aber die Figuren streiten und zoffen und schreien sich an. Ich stand daneben und fühlte mich, als wäre ich stumm. Als hätte mir die Autorin verboten, ihnen einen Tipp zu geben. Ich dachte immer wieder „Jetzt macht doch die Augen auf! Seht ihr denn nicht was los ist?“. Vielleicht weißt mein Reader nun auch einige Bissspuren auf. ;-) Auf jeden Fall wird es an keiner Stelle langweilig, denn auch ruhige Szenen, in denen nicht gebrüllt oder gewütet wird, sind erstklassig und sorgen für noch mehr Tiefe bei den Figuren. Sofern das überhaupt noch möglich ist.


    Realität oder nicht, Mylord
    „Die Englische Hochzeit“ ist kein historischer Roman, denn „Holy S***“ kannten die alten Engländer wohl kaum. Und hier macht es die Mischung. Der Lord, sein Butler und der ganze blaublütige Anhang haben ihre eigene Sprechweise und klingen stellenweise sehr gehoben, aber nie arrogant. Sie reden so, wie ich mir das Sprechen von englischem Landadel vorstelle. Irgendwie weich und fließend. Soweit man sich das vorstellen kann, aber irgendwie geht das ja immer. :-D Zwischendurch wird aber immer wieder gern und herzhaft geflucht, sodass ich als Leser wieder Erinnerung gerufen bekam, das wir eben nicht im alten England sind, sondern hier und jetzt und das die Menschen einfach nur Menschen sind. Zwar sind sie Lord und Baroness (und weiß der Geier wie viele Titel die alle mit sich rumschleppen), aber genauso ein Mechaniker oder ein einfacher Anwalt. Das Geld kommt nicht allein von einem Titel auf das Konto und diesen Umstand beschreibt die Autorin, ohne ihn direkt zu erwähnen. Die Mischung aus gekonnt gehobener Sprache und menschlichen Fehlern macht die ganze Geschichte so glaubhaft, als würde sie wirklich existieren. Wer weiß, vielleicht tut sie das ja? ;-)


    Gravitätischer Auftakt
    „Die Englische Hochzeit“ ist der Auftakt für eine vierteilige Reihe und mit dem Einbringen von sehr interessanten und eigenwilligen Nebenfiguren ist der Weg dafür bestens geebnet. Die reisewütige Schwester, die zankenden Verlobten oder auch der gravitätische Butler (Ja, warum denn nicht?!). Sie sind alle mit einer Liebe zum Detail gezeichnet wurden, dass man meinen könnte, es wären echte Menschen, die der Autorin hier Vorbild standen.
    Zu einigen dürfen wir uns also noch auf Irrungen und Wirrungen nicht nur in Liebensdingen gefasst machen. Mädels, zückt schon mal die Taschentücher! Ich will die Autorin ja nicht mit zu viel Lob überschütten ^^, aber sind nicht die besten Geschichten die, bei denen der Leser gar nicht mitbekommt, dass er zwischen den Seiten gefangen ist und plötzlich am Ende angelangt?


    Das Ende könnte der Anfang sein
    Das Ende ist leider das Ende. Jedenfalls für diese Geschichte. Das Zusammenspiel von Sam und Simon kommt zum Abschluss. Alle Fragen sind gelöst, neue stellen sich und Franziska Hille darf diese gerne im nächsten Teil beantworten. Ich werde gespannt warten und der Autorin den zweiten Band dann sofort aus den Händen reißen, wenn er fertig geschrieben ist. Also, meine liebe LiRo-Autorin, die Irre vor deinem Fenster, die auf die imaginäre Uhr an ihrem Handgelenk klopft, bin ich.


    Fazit
    Falls das noch nicht richtig rübergekommen ist: Ich war von Anfang bis Ende sowas von begeistert, dass ich am Anfang der Rezension dachte, nicht genügend Worte dafür zu finden. Von wasserfallartiger Tränenflut über Herzklopfen, dass nach einem Whiskey verlangte bis hin zu überschäumenden Begeisterungsrufen, all das hat die Autorin ohne Probleme bei mir hervorgerufen. Jeder, der bei einem Liebesroman genau das erleben will, sollte diese Geschichte lesen. Ich bin nur froh, dass sich eBooks beim Lesen nicht abnutzen! Eine Geschichte, die zum Träumen einlädt und mehr gibt, als sie verspricht!


    Vielen Dank Susanne, dass du uns so eine schöne Geschichte geschrieben hast. :bussi:

    Huch, schon sind wir Ende. :o
    Und wieder bin ich erstaunt, dass es so schnell ging.


    Ich finde, Susanne hat hier gut aufgelöst und doch immer noch genug Rätsel, Irrungen und Wirrungen für weitere Bände gelegt. Denken wir hier nur mal an Franklin. :-D :-D ^^
    Nein, im ernst. Auch beim zweiten Mal war ich begeistert, hab gelitten und geflucht (obwohl Sam das wohl besser kann^^), nur um am Ende dann aufzuseuzfen, weil doch alles gut ging. Hätte man ja zwischendurch nicht gedacht. Das Simon so dermaßen stur ist, sorgt (mit Sicherheit^^) noch für einige Probleme im ländlichen Adelshaus.


    Ich liebe Susannes Figuren, die Geschichten und die Geschichten hinter den Geschichten, die sich in meiner Fantasie abspielen (Warum um alles in der Welt trägt die Köchin so seltsame Sachen? O.o ^^)
    Das Ende kannte ich ja nun schon, aber trotzdem macht es Spaß immer wieder den Weg mit Sam zusammen zu gehen.


    Berti war mir anfangs etwas suspekt, aber sie hat eine ganz bestimmte Art an sich, die es einem sehr leicht macht, sie zu mögen. Auch wenn man denkt, sie ist ein Mann. :-D
    Wenn ich schon mal drin bin, werde ich wohl den Rest auch gleich noch mal lesen. :-D

    Ich finde es immer wieder interessant, was passiert, wenn man nicht miteinander redet. ;)
    Dieser Satz passt wohl auf alle Personen, alle Handlungen und wahrscheinlich dachte Susanne : Ich schreib ein Buch darüber, wie es ist wenn niemand was sagt! ;D
    Zum Glück hat sie genug Worte gefunden um uns die Schweigsamkeit näher zu bringen. ^^


    Margaret und Hartley waren auch anfangs ein Rätsel für mich. Irgendetwas ist da zwischen den beiden, aber auch hier rückt niemand mit der Sprache raus. Dieser alte Landadel kann seht gut mit Worten um sich werfen, ohne danach irgendwas gesagt zu haben. >:( ^^


    Anfangs fand ich das Verhalten von Tess und Henry auch seltsam. Erst dachte ich, Susanne hat da was durcheinander gewirbelt, aber natürlich hat sie das nicht. Mir fällt gerade auf, dass auch hier wieder kaum was gesagt wird. Darüber muss ich nachdenken ...


    Irgendwie fällt es mir an der Stelle schwer, etwas zu sagen ohne zu spoilern. Robert und Edith, die Konstellation mit Sam ... ich gebe zu, ich hatte da eher unschöne Gedanken, wie es zu dieser Verbidnung kam und hab dem guten Robert so einiges unterstellt. Okay, ich bin vom schlimmsten ausgegangen, was ja nicht immer falsch ist. Ich finde es auch immer noch erstaunlich, dass er so eine Klausel in sein Testament eingebaut hat. Erstaunlich, was Menschen sich so alles einfallen lassen um ... *spoiler*


    Ne, das bringt heute nix mehr. Ich bin jetzt still. ;D


    Bis jetzt kann ich auch beim zweiten Lesen nicht meckern, Susanne schafft es immer wieder mich in die Atmosphäre von Devon zu ziehen und das Verlangen nach einem Cream Tea anzuheizen.

    Beim nächsten Mal Susanne! ;D


    Ich hänge hier hinter her, entschuldigt bitte. (Kind kränkelt ... )


    Die Sache mit dem Butler hat mich nicht losgelassen. Ich muss gestehen, dass ich immer damit gerechnet habe (und auch immer noch ein bisschen damit rechne^^), dass Franklin irgendwas vollkommen total Unerwartetes macht. Ich weiß gar nicht warum, aber immer wenn er einen Raum betritt, hab ich ihm im Auge und beobachte ganz genau seine Schritte und Bewegungen, lausche seinen Worten (wenn denn welche kommen^^) und warte. Und warte. Und warte noch immer ... :popcorn:


    Und genau hier fängt mein Gedankengang an. Es ist doch eigentlich so, dass man, wenn man von einem Butler liest, denkt, der Kerl hat ein Waffenarsenal im Keller und zehn Leichen im Garten. Damit rechnet man. Und das es hier nicht so ist, ist somit eigentlich schon wieder erfrischend, denn paradoxerweise ist und bleibt Franklin ein einfacher, gravitätischer Butler. Nicht mehr und nicht weniger. Er schießt nachts nicht um sich, bringt keine unerfreulichen Hausgäste um und heckt auch keine fiesen Rachepläne aus.
    Im Grunde sorgt Susanne dafür, dass hier mal kein Klischee erfüllt wird, in dem sie den klischeebehafteten Butler in die Rolle zurückbringt, die ihm zugesprochen wird:
    Er ist die gute Seele im Haus und kümmert sich, ohne das es jemand merkt, um seine Schäfchen. ;D

    Hier steppt ja der Bär! 8)


    Die Einführung Margarets und den neuen Charakteren fand ich genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Tisch gebracht. Bevor diese Sam-Simon "Wir hassen uns immer und überall" Sache ausgekaut wird wie Kaugummi, kommt neuer Schwung in die Bude. Margaret als Person fand ich für die Entwicklung von Sam/Simon sehr wichtig. Ich denke, ohne sie wäre einiges anders verlaufen. Manchmal fand ich sie vielleicht etwas zu geheimnisvoll, aber jaaa, Susanne hat ja ihre Gründe. :P ^^


    Und Berti ist ein so interessanter, zwiegespaltenere und mit Tiefgang ausgelegter Charakter, das hab ich schon lange nicht mehr gelesen. *jetzt den Mund hält* ;)


    Mein absoluter Liebling ist allerdings immer noch der gravitätische Butler. Schade eigentlich, dass er keine dunklen Geheimnisse hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder Susanne? :verlegen:

    Das Verhältnis von Mutter/Tochter und Vater/Sohn fand ich am Anfang sogar recht erfrischend (trotz Namensverwirrung^^). Es ist nicht das übliche Standartverhältnis und zeigt aber dennoch das ... *SPOILER*. Sry, ich kann meinen Satz nicht zu ende führen. :P ^^


    Zweiter Versuch:
    Das Verhältnis am Anfang scheint zwar untypisch Mutter/Tocher bzw Vater/Sohn sein, aber dennoch merkt man sofort, dass die Personen sich dennoch aufeinander verlassen können. Egal ob es typsich ist, dass man den Vater/die Mutter mit Namen anspricht oder nicht. Ich fand den Umstand, dass sie das machen, richtig klasse. Ich verband damit, dass die Eltern schon viel durchgemacht haben und die Kinder frühzeitig auf eigenen Beinen stehen mussten. Ob es so war, sei dahin gestellt, war nur mein Gefühl. ;)


    Was die Plagiatssache angeht, finde ich, dass Susanne da ein wirklich klasse Thema aufgeworfen hat. Wie kann man zwei Autoren am Besten trennen? Man wirft ihnen die gleiche Geschichte vor dir Füße. :-D Bei den Anfeidungen, die Sam und Simon an den Tag legen, könnt ich mich wegschmeißen. Zu wissen, was sie nicht wissen, ist toll!
    (Versteh man das? Ich hab mich selbst verwirrt :totlach: )


    Tilly

    Hallo liebe Susanne! Hallo liebe Mitleserinnen (sind auch Männer dabei? Einer? Keiner?^^)


    Ich muss ehrlich sein, es fällt mir schwer, meine Begeisterung zurück zu halten. Ich lese "Die Englische Hochzeit" nun zum zweiten Mal und es nichts von seinem Zauber verloren. Der Spagat zwischen dem Alten und dem Neuen fasziniert mich noch immer und außerdem entdecke ich Dinge, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind. :herz:
    Es macht Spaß, den Weg der Geschichte noch einmal zu gehen. :lesen:


    Die Wutanfälle von Sir Simon (erinnert mich doch glatt an "Das Gespenst von Canterville" :D ) sind noch immer erheiternd und ich sehe sein rotes Gesicht förmlich vor mir. Sams Sturheit steht dem natürlich nichts im Wege. Das sie nun auch noch zusammen wohnen müssen ... diese Tatsache ist auch bei dem zweiten Leserundgang ein Graus für mich. Erstaunlich, was eine Mutter alles für ihr Kind macht.
    Mein absoluter Favorit ist und bleibt der gravitätische Franklin. Ohne den würde doch glatt alles zusammenbrechen!


    Ich fand die Zusammenstellung vom englischen Adel und moderner Technik gerade interessant. Man merkte, dass es zwar in einem alten, geschichtsträchtigen Herrenhaus spielt, aber dennoch sind die Personen im 21 Jahrhundert angekommen. Genau diese Mischung hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und machen aus einer vielleicht trockenen Historical-Story eine spritzige, moderne Geschichte. Ich steh ja total auf die Flüche von Sam! :totlach:
    (Hab ich jetzt gespoilert? :unschuldig: )


    Bin schon still! :winken:


    Tilly

    Ah ja. Klar. Kein Problem. Mir war nicht klar, dass ihr euch die nicht anschaut, entschuldigung. ::) Hier ist der Rest:


    Cover:


    Das Cover hat bei mir von Anfang an ein Gefühl von Sehnsucht hervorgerufen. Zeitgleich sieht es aber so aus, als wäre die Dame darauf irgendwie angekommen. Genau dort, wo sie hin wollte. Zur Geschichte passt es ganz wunderbar, die Farben spiegeln die Wärme und Geborgenheit der Hauptprotagonistin wider.


    Meinung:


    Auf eine gesonderte Inhaltsangabe verzichte ich an dieser Stelle. Der Klappentext verrät in meinen Augen schon genug. "Die Australierin" ist eigentlich eine Geschichte, die ich vielleicht gar nicht gelesen hätte, denn solche Erzählungen tauchen im Grunde nicht auf meinem Leseradar auf. Aber das Cover hat mich angelockt und der Klappentext tat dann seinen Rest.


    Vorab muss gesagt werden, dass die Geschichte um Emilia auf wahren Begebenheiten beruht. Die Autorin hat Kontakt zu einer Nachfahrin und erzählt die Geschichte somit aus erster Hand. Diesbezüglich fällt die Rezension auch anders aus. Denn da es alles real existierende Menschen waren, die zu der Zeit auf eine bestimmte Handlung reagiert haben, kann man der Autorin nicht ankreiden, dass sie ihre Figuren seltsam handeln lässt.
    Natürlich mussten einige Stellen ausgefüllt werden und sicherlich sind auch die Gespräche nicht Wortgetreu wieder gegeben worden, aber die Rahmenhandlungen, die Menschen, die Orte und auch große und kleine Ereignisse sind tatsächlich so geschehen. Genau das sollte man auch während des Lesens immer vor Augen haben, denn dann betrachtet man die Geschichte in einem ganz anderen Blickwinkel.


    So erging es jedenfalls mir.


    Emilia Bregartner ist eine wirklich beeindruckende Frau, die trotz ziemlich großen Widerständen und immer wieder auftauchenden Problemen ihren Weg geht. Von klein auf ist sie im Grunde ein Spielball der Erwachsenen und setzt trotz der gesellschaftlichen Denkweisen und Vorschreibungen ihren Kopf durch und folgt letztendlich ihrem Herzen.
    Sie schafft das, was andere Frauen damals und auch manche heute nicht geschafft haben:


    Sie lebt ihren Traum und macht aus ihrem Leben das, was sie selbst wollte.


    Das Leben meint es nicht immer gut mir ihr, aber dennoch macht Emilia grundsätzlich das Beste daraus. Sie bricht mit den gesellschaftlichen Konventionen und ist sich dessen Konsequenzen dennoch durchaus bewusst. Ulrike Renk schafft durch ihren wirklich einprägsamen Schreib- und Erzählstil, die damalige Zeit und die tiefgreifenden Ereignisse sehr lebhaft, anschaulich und, wenn nötig, auch sehr dramatisch an den Leser zu bringen.


    Einmal eingetaucht in die Zeit von Segelschiffen, Mamsellen und standesgemäßen Verbindungen, kann man sich nur sehr schwer daraus wieder flüchten, denn die Autorin fesselt den Leser an die Wörter und lässt die Geschichte aufleben. Es ist nicht nur, dass die Autorin einfach das Leben von 1842 und seine Entwicklungen bis 1909 wiedergegeben hat. Es kommt auf die Einzelheiten an, das ist immer wichtig. Egal ob es eine erfundene Geschichte ist oder eine, die auf wahren Begebenheiten beruht. Bei wahren Geschichten sogar mehr als sonst, denn sie büßen ihre Glaubwürdigkeit ein, wenn der Verfasser sich die Einzelheiten aus den Fingern zieht.
    Nicht so bei Ulrike Renk.
    Bei ihr stimmte alles. Von der Kleidung, über das Essen bis hin zu den sprachlichen Gewohnheiten. Standesunterschiede wurden in der Wahl des Wohnortes deutlich gemacht, Liebesheiraten gab es nicht (oder nur sehr selten und vielleicht aus Zufall) und die jungen Frauen mussten das machen, was ihre Eltern oder der Vormund sagte. Diese Kleinigkeiten machen das Herz der Geschichte aus und die Autorin bringt sie wirklich sehr glaubhaft und detailreich dem Leser näher.


    Des Weiteren beeindruckt sie mit einer tiefgreifenden Recherche in Bezug auf Segelschiffe, das Leben darauf und alles, was mit Kapitänen und dem Thema "zur See fahren" zusammenhängt. Sei es der Handel, Frauen an Bord oder sogar Geburten, die auf hoher See stattfanden.


    Das Einzige, was den einen oder anderen Leser vielleicht in die Irre führen könnte ist der Titel "Die Australierin", denn Australien kommt im Grunde nur am Ende vor und es geht auch nicht um dieses Land. Ein anderer Titel hätte hier vielleicht ein besseren ersten Eindruck verschafft, aber wenn man das außer Acht lässt und sich auf die Geschichte einlässt, fesselt sie einen und überzeugt am Ende, auch mit einem nicht ganz so passenden Titel.


    Während des Lesens fühlte ich mich, als würde ich eine Reise in die Vergangenheit machen, aus der ich eigentlich nicht wieder zurück wollte. Auch wenn einige Ereignisse wirklich schrecklich sind und ich mehr als nur einmal Tränen verdrückt habe, so habe ich Emilia doch gerne auf ihrer Reise begleitet und muss ehrlich gestehen, ich kann es kaum erwarten zu wissen, wie es weiter geht. Gut zu wissen, dass es wirklich noch nicht vorbei ist …


    Fazit:


    "Die Australierin" von Ulrike Renk ist ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Wahrheit vermischt sich mit Fiktion. Realismus und Glaubhaftigkeit machen eine beeindruckende Lebensgeschichte zu etwas besonderen und der einprägsame Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Geschichte um Emilia Bregartner lange in Erinnerung bleibt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der wahre Lebensgeschichten gerne liest und dem eine glaubhafte Recherche und detailgetreue Wiedergabe der damaligen Lebensumstände wichtig sind. Und alle anderen können sich auf eine beeindruckende Geschichte freuen, die ergreifend und dramatisch ist. Tränenfluss inklusive.


    Bewertung:


    "Die Australierin" von Ulrike Renk bekommt von mir ohne Frage 5 von 5 Marken.

    Halli Hallo!


    Hier nun auch meine Rezension zu deinem Buch, ulli.


    http://inflagrantibooks.blogsp…stralierin-rezension.html


    Auf Amazon folgt sie im Laufe des Tages.


    Fazit:
    "Die Australierin" von Ulrike Renk ist ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Wahrheit vermischt sich mit Fiktion. Realismus und Glaubhaftigkeit machen eine beeindruckende Lebensgeschichte zu etwas besonderen und der einprägsame Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Geschichte um Emilia Bregartner lange in Erinnerung bleibt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der wahre Lebensgeschichten gerne liest und dem eine glaubhafte Recherche und detailgetreue Wiedergabe der damaligen Lebensumstände wichtig sind. Und alle anderen können sich auf eine beeindruckende Geschichte freuen, die ergreifend und dramatisch ist. Tränenfluss inklusive.


    Liebe Grüße
    Tilly