Beiträge von Petra Durst-Benning

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    Ich Frage mich, wie du, schon die ganze Zeit was Klaus machen würde wenn Alexander einfach geht? Ich glaube nicht, dass er seinem Sohn hinterher reisen würde. Hoffentlich schafft Alexander es sich gegen seinen Vater zu stellen.

    Was wir alle nicht vergessen dürfen: Alexander ist 16 Jahre alt, hat keinen Pfennig Geld und war noch nie aus Laichingen draußen. Da sagt man nicht einfach: Ich pfeif auf den Vater und geh!

    Ihr Lieben,

    mir geht echt das Herz auf, wenn ich eure reflektierten klugen feinfühligen Beiträge lese. Ich denke, an so mancher von euch ist eine Schriftstellerin verlorengegangen. Es ist schön für mich, zu erleben, wie ihr kleine Sätze, die ich quasi im Text versteckt habe, doch findet und wertet, so wie ich sie mir gedacht habe. Ein Text muss nicht immer KRACHBUMM!!! machen, um zu wirken, er kann auch ganz schlicht und leise daherkommen.

    Dass dies so ist in einer Welt der plakativen Überschriften und vorformulierten Bestseller, empfinde ich als Wohltat.

    Ich danke euch!

    Eure Petra

    Liebe Petra Durst-Benning und Mitleserinnen, ich möchte mich für die schöne Leserunde bei euch bedanken.


    Petra ich hoffe wir lesen uns mit dem zweiten Band dann nächstes Jahr auf der anderen Seite bei Literaturschock wieder. Ich würde mich sehr darüber freuen.

    Liebe Kessi,

    sehr gern können wir wieder eine Leserunde auf Literaturschock.de machen. Ich genieße die Leserunden mit euch hier sehr, ihr seid kluge, erfahrene Leserinnen, die sehr reflektiert kommentieren. Das mag ich sehr! Und ihr seid offen für neue Dinge - auch das schätze ich.

    Ich danke dir sehr für die tolle Rezension. Sie ist so wichtig für mich!

    Liebe Grüße von Petra

    Eine Lanze für Amelie.
    Und ein schönes Zitat zum Ende "Mit meinem Gott über Mauern gehen" - ich bekomme gerade glückselige Gänsehaut ...
    Merkt ihr, dass dieses nicht endende Ende eigentlich doch ganz schön ist ...? Die Geschichte geht nämlich schon in euren Köpfen weiter. Und so soll es doch sein, oder?
    Liebe Grüße von eurer Petra

    Literaturschock gab es schon, da wussten andere noch nicht mal, wie man Literaturplattform buchstabiert. Literaturschock ist DER Klassiker! Die Leserunden in dieses hochwertige Forum zu integrieren, hört sich nach einer klugen Entscheidung an. Keep it simple! Das Leben ist schon kompliziert genug. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und trage gern mein kleines Scherflein dazu bei.

    Soviel Kraft kann niemand haben, dann auch noch den depressiven Mann zu betüddeln.

    Danke, ich wollte genau das ausdrücken, habe aber wahrscheinlich nicht die richtigen Worte dafür gefunden. Es ist schwer, so etwas zu Papier zu bringen. Auch Eveline betrauert ihre toten Kinder, wahrscheinlich mehr als Klaus, eben weil sie sie unter dem Herzen getragen hat - und niemand betüddelt sie. Im Gegenteil, sie muss, wie Du schreibst, ihr Tagwerk verrichten und hat keine Zeit sich in Selbstmitleid zu ergehen. Wahrscheinlich spoilere ich, aber irgendwo steht, dass sie sich jede Nacht in den Schlaf weint wegen ihrer verlorenen Kinder ..... und sollte da nicht ihr Mann für sie da sein und sie trösten? Der steckt aber in seiner Depression fest und hat keinen Blick für das Elend anderer um sich herum (was ja nicht vorsätzlich passiert sondern Teil seiner Erkrankung ist, das weiß ich auch). Für Klaus erwartet man Hilfe von Seiten der Familie - Eveline kann alleine schauen, wie sie klar kommt mit all dem.

    Klaus in meiner Geschichte hat zwar Depressionen, aber es war grundsätzlich so, dass die Laichinger Männer sehr lieblos zu ihren Frauen waren. Ein paar ziemlich gruselige Beispiele haben mir alte Laichinger Frauen erzählt, die möchte ich aber nicht wiedergeben. Was wir nicht vergessen dürfen: Das Leben war so unglaublich hart auf der Alb vor 100 Jahren, das hat auch die Menschen hart gemacht.

    Warum sie später nicht zurück ging? Vielleicht aus Scham oder Angst?

    Möglich. Anfangs vielleicht, weil die Liebe noch soooooooooo groß war, dann aus Scham oder Angst oder weil sie ein gemeinsames Kind hatten? Mit Kind geht man ja auch nicht mehr so einfach weg wie ohne.

    Die Eltern haben Eveline doch verstoßen. Das steht irgendwo dabei ... Oder es kommt noch. Der Vater hat an Gehringer einen Brief geschrieben und Eve ausrichten lassen, dass sie für ihn gestorben sei und er nun keine Tochter mehr habe ...

    Auch an dieser Stelle noch einmal:

    Ihr Lieben,

    ich danke euch von Herzen für eure schönen Beiträge von gestern. Ich habe alle gelesen, habe mich gefreut, musste hi und da schmunzeln und war mehr als einmal versucht, eine Antwort zu formulieren. Aber mir reicht die Zeit leider nicht. Ich habe jeden Abend eine Lesung diese Woche und am Wochenende die Lit.Love in München - da komme ich kaum zum durchschnaufen.

    Deshalb mein Appell an euch: Ich bin da, ich lese und höre euch. Aber ich kann mich erst wieder ab Montag einbringen.

    Seid mir net bös, gell?

    Liebe Grüße von eurer Petra

    So gesehen war es verboten, sich zu vergnügen, sich zu erfreuen. Weil Vergnügen von der Arbeit, von dem Gebet, ablenken und verführen kann.

    Noch dazu muss man in Schwaben eh "schaffen" und wenn man sich vergnügt soll es so aussehen, als ob man arbeitet ^^

    Das ging so weit, dass in meiner Jugend die alten Leute es nicht wagten, einfach so spazierenzugehen. Damit es recht geschäftig aussah, hatten sie immer eine Harke oder sonst ein Ackerwerkzeug über der Schulter, auch wenn sie gar nicht auf den Acker gingen ...

    Auch an dieser Stelle noch einmal:

    Ihr Lieben,

    ich danke euch von Herzen für eure schönen Beiträge von gestern. Ich habe alle gelesen, habe mich gefreut, musste hi und da schmunzeln und war mehr als einmal versucht, eine Antwort zu formulieren. Aber mir reicht die Zeit leider nicht. Ich habe jeden Abend eine Lesung diese Woche und am Wochenende die Lit.Love in München - da komme ich kaum zum durchschnaufen.

    Deshalb mein Appell an euch: Ich bin da, ich lese und höre euch. Aber ich kann mich erst wieder ab Montag einbringen.

    Seid mir net bös, gell?

    Liebe Grüße von eurer Petra

    Ihr Lieben,

    ich danke euch von Herzen für eure schönen Beiträge von gestern. Ich habe alle gelesen, habe mich gefreut, musste hi und da schmunzeln und war mehr als einmal versucht, eine Antwort zu formulieren. Aber mir reicht die Zeit leider nicht. Ich habe jeden Abend eine Lesung diese Woche und am Wochenende die Lit.Love in München - da komme ich kaum zum durchschnaufen.

    Deshalb mein Appell an euch: Ich bin da, ich lese und höre euch. Aber ich kann mich erst wieder ab Montag einbringen.

    Seid mir net bös, gell?
    Liebe Grüße von eurer Petra

    Das ist eine ganz normale Pietisten-Predigt. Erinnere dich an das berühmte Andachtsbild "Der breite und der schmale Weg", das ich mehrmals im Roman erwähne. Für den Pfarrer und die Kirchgänger war das ganz normal.

    So gesehen richtete sich der Pietismus gegen die Aufklärer. Man wollte an Altem, Bewährten festhalten.

    Tanzen, Singen, Fasching feiern - alles war verboten. Die Menschen sollten ihre ganze Kraft ihrer Arbeit und dem Gebet widmen und bloß nicht auf dumme Gedanken kommen. Erstaunlicherweise haben viele sehr erfolgreiche alteingesessene Mittelstandsunternehmen einen pietistischen Ursprung. Anstatt sich von den ersten Geschäftsgewinnen einen Porsche zu kaufen oder eine Weltreise zu machen, wurde immer alles brav wieder ins Unternehmen investiert - das zahlte sich am Ende aus.
    Ein Dorf weiter herrschte vielleicht der katholische Glauben. Und die Jugend in den pietistisch geprägten Orten lugte neidisch auf deren Fastnets-Feste ...

    Die Konfirmation findet statt. Aber warum muß der Pfarrer eine drohende Predigt halten? Die Konfirmation sollte ein Fest der Freude sein, ein Schritt zum Erwachsenwerden. Es wird auf Tradition gesetzt. Traditionen sind schön und gut, aber sie dürfen nicht Veränderungen ausschließen. Ohne Veränderungen droht der Stillstand. Wie sollen junge Leute mit Freude in die Zukunft blicken, wenn keine Veränderungen zugelassen werden?

    Das ist eine ganz normale Pietisten-Predigt. Erinnere dich an das berühmte Andachtsbild "Der breite und der schmale Weg", das ich mehrmals im Roman erwähne. Für den Pfarrer und die Kirchgänger war das ganz normal.

    Auf meinen Lesungen lese ich ausgerechnet diese Szene "Eveline und das tote Kind" vor. Und danach erzähle ich ... Es gibt so viel über Laichingen zu erzählen, es ist fast unvorstellbar, wie die Menschen damals lebten ...

    Ich hab gerade mal auf Deiner Homepage gestöbert - leider sind alle Lesungstermine viel zu weit weg für mich. :-(

    Auf der HP habe ich aber auch einen kleinen Fehler entdeckt:

    Lesungen im Frühjahr 2019

    Die Lesungstermine fürs Frühjahr 2018 werden im Herbst bekannt gegeben.

    Danke, liebe Babsi, ändere ich gleich morgen ab!!!

    Ich denke immer, es ist dem Autor überlassen, wie er seine Geschichten schreibt, wie er bei einer Fortsetzung den ersten Teil beendet. Als Autor muß man seine Freiheiten haben. Wenn jemand eine Geschichte anders haben möchte, dann soll er sich selbst hinsetzen.


    Darf ich eine kleine Frage stellen? Wie wir ja von der deutschen Geschichte wissen, steht 1914 der Erste Weltkrieg an. Wird die Fortsetzung diese Zeit berücksichtigen oder überspringen?

    Mimi und die andern bekommen den ersten Weltkrieg voll ab, leider! Aber ich werde nicht über die tapfere Krankenschwester, die sich in einen Soldaten verliebt schreiben und auch nicht über die Schlachten um Verdun. Ich habe schon eine ganz eigene Idee, die mir wichtig ist ...

    Auf meinen Lesungen lese ich ausgerechnet diese Szene "Eveline und das tote Kind" vor. Und danach erzähle ich ... Es gibt so viel über Laichingen zu erzählen, es ist fast unvorstellbar, wie die Menschen damals lebten ...

    Ich werde alles versuchen bei Deiner Lesung hier in München dabei sein zu können. :)

    Liebe Gaby, die Lesung in München wird leider komplett anders! Ich habe nur 50 Minuten Zeit, das gibt der Rahmen vor. Da kann ich so eine schwere, getragene Szene nicht bringen ... Aber ich mach was anderes schönes!

    Es ist schade, daß die Geschichte für den Augenblick schon zuende ist. Ich hätte so gerne weitergelesen!

    Und auch hier, meine Lieben, bin ich genau wie mit der Wahl meines Schauplatzes wieder volles Risiko gegangen! Ja, ich hätte ein künstliches Ende in die Story hineinschreiben können. Also quasi alle Fäden vernähen und dann in Band 2 nochmals neue Maschen aufnehmen, um ein zweites Pulloverle zu stricken. Stattdessen nahm ich mir die künstlerische Freiheit eines "unfertigen Werkstücks" ...


    Denn wie ist es denn im wahren Leben? Da ist alles fließend, es gibt keinen Anfang und kein Ende. Manchmal stehen wir an einem wichtigen Punkt, einem, der Klarheit verschafft, einen Neubeginn oder eine Wende einleitet. Aber kann man wirklich sagen: Damit ist das Vorleben vorbei?

    Bei einem Roman könnte ich mir genau diese Freiheit nehmen, zu sagen: Auf der letzten Seite ist alles vorbei.

    Und dass ich das nicht gemacht habe, wurde mir bei meiner letzten Leserunde bei den Büchereulen auch von etlichen Lesern übel genommen.

    Ich hatte dabei den Eindruck, dass viele Leser es heute gewöhnt sind, Geschichten ganz brav durchstrukturiert serviert zu bekommen: Einleitung mit Vorstellung der Figuren. Eine Handvoll Konflikte, die es zu überstehen gilt. Happy End, bei dem sich Held und Heldin in die Arme sinken.


    Aber genau so, wie ich euch mit dem Schauplatz "Schwäbische Alb" ein bisschen fordere, fordere ich euch mit diesem offenen Ende auch.

    Ich hoffe, ihr verzeiht mir das ...


    Oh Gott, ich schreibe so viel, dabei muss ich mich jetzt dringend für meine Lesung heute vorbereiten!

    Tschüssi, eure Petra

    Liebe Grüße von eurer Petra

    Ihr Lieben,

    es gab jetzt etliche Beiträge zum Schwäbischen als Schauplatz meiner Saga. Und ich freue mich ganz doll über alles, was ich lese.

    Denn, ehrlich gesagt, bin ich da schon auf volles Risiko gegangen, indem meine Geschichte ausgerechnet auf der Schwäbischen Alb spielt. Das wird übrigens so bleiben. Mimi wandert zwar weiter, und es kommen andere Schauplätze, aber sie haben bis zum Ende von Band 4 mit der Alb zu tun. Erst in Band 5 ... Aber egal.

    Was ich eigentlich sagen wollte: Ich hätte meine Wanderfotografin auch durch die Toskana wandern lassen können. Und in Band 2 dann in die Bretagne. Und von dort aus in Band 3 in die Provence. Oder doch lieber nach Cornwall?

    Es ist sehr einfach, eine Story an einem dieser Sehnsuchtsorte spielen zu lassen. Wir alle haben Bilder im Kopf, und wer träumt schon nicht von einem Sommer in der Toskana?

    Aber ... ich liebe die Schwäbische Alb! Ja, sie ist karg. Ja, die Sommer sind kurz und die Winter sind lang. Aber wenn ich mit den Hunden über die Magerwiesen spaziere und den Duft nach Wacholder in der Nase habe, dann möchte ich nirgendwo anders sein! Und glücklicherweise fand mein Verlag die Idee auch toll!

    Ich finde auch, man sollte sich als Autorin ruhig mal trauen, solch ein Risiko einzugehen. Und man sollte seinen Lesern zutrauen, dass sie bereit sind, sich auch mal auf einen Schauplatz einzulassen, der auf den ersten Blick vielleicht nicht sehr viel Charme verströmt, den man erst ein wenig kennenlernen muss ...

    So, das waren jetzt mal meine Gedanken von der Autorenseite aus :-)

    Liebe Grüße von eurer Petra